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2015 April

Start unserer muslimisch-schwul-lesbischen Dialogreihe mit Begegnung der beiden Gruppen in der Sehitlik-Moschee

Eingetragen am 30.04.2015

30. April 2015 | By |

Dienstag, den 28. April fand ein von uns organisierter Besuch einer Gruppe von Schwulen und Lesben in der Sehitlik-Moschee statt. Es begann mit einer Moscheeführung mit Ender Cetin (Vorstandsvorsitzender der Sehitlik-Moschee und Teilnehmer unseres Collaborative Leadership Programms 2015) und seiner Frau Pinar Cetin (Leiterin der Frauengruppe der Sehitlik-Moschee), darauf folgte eine Diskussionsveranstaltung zum Verhältnis von Islam und Homosexualität und den jeweiligen Diskriminierungserfahrungen und endete mit einem gemeinsamen Abendessen im Untergeschoss der Moschee.

Es war unseres Wissens das erste Mal in Deutschland, dass eine Gruppe der LGBTI-Community mit Voranmeldung eine solche Veranstaltung in einer Moschee wahrnahm.

Wir hatten eine solche Veranstaltung bereits für den 24. November 2014 geplant, diese mussten wir damals allerdings an anderen Ort verlegen, nachdem sie u.a. als Folge der enormen medialen Aufmerksamkeit seitens der Moschee abgesagt wurde.

Aus diesem Grund haben wir die gestrige Veranstaltung überschaubar gehalten: elf Schwule und eine Lesbe kamen mit acht Mitgliedern der Sehitlik-Moschee ins Gespräch. Die Veranstaltung kündigten wir erst am gleichen Tag den Medien an, sodass lediglich Tagesspiegel, Morgenpost, RBB und Siegessäule auch die Medienpräsenz überschaubar blieb.

Die Veranstaltung bildete den Auftakt zu einer von uns im Rahmen unseres Projektes meet2respect organisierten muslimisch-schwul-lesbischen Dialogreihe, bei der im kleinen Kreis Gesprächsrunden an verschiedenen Orten in der Stadt stattfinden werden.

Das Motto unseres Vereins lautet „begegne dem anderen“ – ganz in diesem Sinne versuchen wir beizutragen, eine Kluft zu schließen und durch Begegnungen zwischen Muslimen und Schwulen und Lesben gegenseitiges Vertrauen und Verständnis aufzubauen. Es geht uns um realen Dialog und Begegnungen und es handelt sich bei dem Verhältnis der beiden Gruppen zueinander um ein „zartes Pflänzchen“. Aus diesem Grund werden wir auch die kommenden Veranstaltungen in kleinem Rahmen halten und auch nur bei einigen der Termine Medien dazu einladen.

Wir werden allerdings ab und an auch an dieser Stelle darüber berichten und freuen uns, wenn wir mit der Dialogreihe sowohl einen Beitrag zum Abbau von Homophobie wie auch von Islamfeindlichkeit leisten können.

Vielen Dank an dieser Stelle an Ender und Pinar Cetin und die gestern teilnehmenden Gemeindemitglieder der Sehitlik-Moschee. Ihr seid echte Vorbilder!

Und vielen Dank an die sechs Teilnehmenden unseres jetzigen und früherer unserer Leadership Programme und die anderen sechs Teilnehmenden, die über den Völklinger Kreis, das SchwuZ, den Sonntagsclub und die Siegessäule kamen. Und vor allem herzlichen Dank an Daniel Worat, der sowohl bei uns wie auch im Völklinger Kreis im Vorstand mitwirkt und entscheidend zum Zustandekommen der Veranstaltung beigetragen hat!

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Anmeldestart für das Collaborative Leadership Programm 2016

Eingetragen am 27.04.2015

27. April 2015 | By |

In unserem Collaborative Leadership Programm widmen wir uns bei Vor-Ort-Besuchen (Tageszeitung, JVA, Sekundarschule, Bank, Moschee, Klinikum, usw.) jeweils in offenen Gesprächen den jeweiligen Herausforderungen mit gesellschaftlichem Bezug und wie die jeweiligen Akteure diese anzugehen versuchen. 


An dem Programm nehmen 36 Führungskräfte teil, von denen jeweils 12 aus dem privatwirtschaftlichen, dem öffentlichen und dem Non-Profit-Bereich kommen. Die Teilnehmenden repräsentieren in gewisser Weise die Vielfalt der Gesellschaft. Das Programm erstreckt sich über eine zweitägige Auftaktveranstaltung am 11./12. März 2016 und sechs darauf folgenden einzelnen Programmtagen im monatlichen Abstand. Weitere Informationen finden Sie in unserem Anmeldeformular.

Anmeldestart für das Programm 2016 startet am 1. Mai. Bei Interesse oder Rückfragen melden Sie sich bitte bei Bernhard Heider, Tel: 030 – 22 488 588, bernhard.heider @ leadership-berlin.de .

First Monday am 4. Mai: Die Ökonomisierung der sozialen Arbeit – Wie sozial kann und sollte ein Jobcenter sein?

Eingetragen am 27.04.2015

27. April 2015 | By |

Ökonomisierung der sozialen Arbeit: Wie sozial kann und sollte ein Jobcenter sein?

Im Spannungsfeld zwischen sozialem Auftrag, geschäftspolitischen Zielen, hoher öffentlicher Sensibilität und unterschiedlichen politischen Interessen.

In Berlin gibt es, entsprechend der Verwaltungsbezirke, insgesamt 12 Jobcenter.
Das Jobcenter Berlin Mitte ist mit rund 85.000 Leistungsbeziehern das viertgrößte von bundesweit über 400 Jobcentern. Das Haus teilt sich auf vier Standorte mit insgesamt kapp 1.000 Mitarbeiter auf.

David Wingert, Geschäftsführer Operativ des Jobcenter Berlin Mitte und Teilnehmer unseres Collaborative Leadership Programms 2014

Der Kernauftrag der Jobcenter besteht in der Erfüllung des gesetzlichen Auftrags.
Dieser besagt, dass die Jobcenter es den Leistungsberechtigten ermöglichen sollen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht. Dabei soll die Eigenverantwortung der Leistungsberechtigten gestärkt und dazu beigetragen werden, dass sie ihren Lebensunterhalt unabhängig von der Grundsicherung aus eigenen Mitteln und Kräften bestreiten können.

Stark gerafft, bestehen die Hauptziele der Jobcenter damit aus:
• Sicherung des Lebensunterhalts (Geldleistungen) sowie
• Vermittlung in Arbeit
Die gesetzliche Verantwortung für die Aufgaben liegt im Schwerpunkt klar bei der Bundesagentur für Arbeit. Die Ziele sind angesiedelt im gesellschaftlichen Spannungsfeld zwischen sozialpolitischem Auftrag, den Prämissen Fördern und Fordern sowie der haushaltpolitischen Maxime von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.

Seit einem Jahr ist David Wingert der Geschäftsführer Operativ des Jobcenter Berlin Mitte.
In der Diskussion mit den unterschiedlichsten Interessensgruppen und Meinungsführern (Bundesagentur für Arbeit, Kommune/ Bezirk, Arbeitgeber, Abgeordneten, Gewerkschaften, Wirtschaftsverbänden, Kammern, Medien etc.) werden unterschiedliche Schwerpunkte und Auslegungen des gesetzlichen Auftrags deutlich. Insbesondere auch unterschiedliche, teils widerstrebende Interessen, Erwartungen und Forderungen, bspw.:
– Aufgrund der Zielsysteme der Bundesagentur für Arbeit stehen nicht mehr die Menschen sondern die Zahlen im Vordergrund – schließt sich beides wirklich aus?
– sollte bzw. darf jemand der Grundsicherungsleistungen bezieht sanktioniert werden?
– wie weit kann und sollte Hilfe zur Selbsthilfe gehen?
– wie viel Pauschalierung ist nötig, wie viel Einzelfallentscheidungen sind leistbar?
– ist ein subventionierter 2. Arbeitsmarkt zwingend notwendig als Brücke zurück ins Erwerbsleben oder verfestigt dieser langfristig eher Strukturen der Langzeitarbeitslosigkeit

Die bis zu 15 Teilnehmenden sind eingeladen, durch den Austausch eigener Verhaltens- und Reaktionsbeispiele, Anregungen für den Umgang mit oder gar das Auflösen von Spannungsfeldern zu gewinnen. Gastgeber ist David Wingert, Teilnehmer unseres Collaborative Leadership Programms 2014 und Geschäftsführer Operativ des Jobcenter Berlin Mitte.