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2017 Februar

Premiere für „Vertretungsstunde“

Eingetragen am 28.02.2017

28. Februar 2017 | By |

Im Rahmen unseres Projektes „Vertretungsstunde“ besuchen Führungskräfte die Zuckmayer-Oberschule und geben dort in einer neunten Klasse auf der Basis ihrer Erfahrungen aus der beruflichen Praxis eine „Vertretungsstunde“ im WAT-Unterricht (Wirtschaft-Arbeit-Technik). Die Premiere am Pult gab als Vertretungslehrer Werner Gräßle, Präsident des Amtsgerichts Lichtenberg. Er gab Einblicke in die Arbeit am Gericht und stellte verschiedene Ausbildungsberufe vor. Dass er ursprünglich einmal Schreiner werden wollte und es auch mit einem nicht geradlinigen Lebenslauf zu der Position eines Gerichtspräsidenten geschafft hat, war für die Schüler*innen spannend. Sie interessierten sich dafür, ob er zufrieden mit seinem Beruf sei, obwohl er ursprünglich etwas anderes anvisiert hatte, und ob der Job anstrengend sei. Wie viel so ein Richter verdient, war natürlich auch von Interesse.

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Die Schüler*innen wollten aber auch wissen, wie eine Gerichtsverhandlung in der Realität abläuft und was es eigentlich neben Strafprozessen noch für Aufgaben gibt, mit denen sich Gerichte beschäftigen. Mit einem Beispiel über einen schwierigen Erbfall veranschaulichte Werner Gräßle die Aufgaben eines Zivilgerichts. Er erklärte auch, dass man als Richter manchmal sehr schwierige Entscheidungen treffen muss, wie beispielsweise, ob Kinder bei ihren Eltern bleiben können oder nicht.

Natürlich erfuhren die Schüler*innen auch, welche Ausbildungsberufe es in der Justiz gibt. Dort gibt es einen großen Mangel an Justizfachangestellten – ein Beruf, für den man sich mit einem Mittleren Schulabschluss (MSA) ausbilden lassen kann. Werner Gräßle erklärte hierbei, worin die Aufgaben in einem Praktikum bestehen und welche Bewerbungsfristen es gibt. Neben einem Beutel mit Infomaterial hatte er auch einen sehr konkreten praktischen Tipp für die Schüler*innen, die zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden: „Geht vorher auf die Website und informiert euch, um was es genau geht bei dem Beruf, für den ihr euch bewerbt.“

Die Schüler*innen erhalten nun monatlich Besuch von Führungskräften aus dem Netzwerk von Leadership Berlin, die als Perspektivgeber aus ihrem Beruf berichten, Ausbildungswege aufzeigen und ihre persönliche Arbeitsmotivation teilen. Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter: http://leadership-berlin.de/vertretungsstunde/

First Monday zum Umgang mit Tod und Trauer in Unternehmen

Eingetragen am 20.02.2017

20. Februar 2017 | By |

Mehr als 140.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr im erwerbsfähigen Alter. Wie gehen Personalverantwortliche damit um, wenn auf einmal jemand aus dem Kollegenkreis verstirbt? Ein kurzes Innehalten und dann ein Weitermachen im business as usual? Es ist offenkundig, dass der Tod einer nahestehenden Person die Arbeitsfähigkeit von Menschen sehr einschränken kann. Aber ist das die Privatsache der Beschäftigten? Oder wie könnten und sollten sich Arbeitgeber – auch im Eigeninteresse – dem in gewisser Weise tabuisierten Thema Tod und Trauer annehmen?

Dieser Fragestellung widmeten sich die teilnehmenden Führungskräfte unseres First Mondays im Februar, mit dem wir bei Angelika Behm und Jörg Busenbender im Diakonie-Hospiz Wannsee zu Besuch waren. Der Tod und der Umgang mit diesem schwierigen Thema stehen in dem Hospiz auf der Tagesordnung. Alleine an dem Tag unserer Begegnung verstarben 3 der 14 Bewohner*innen der sozialen Einrichtung.

Voller Hochachtung ob der psychischen Belastung ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin des Hospizes lauschten unsere Teilnehmenden zunächst einmal bei einem Rundgang den Worten von Angelika Behm, die 2015 an unserem Collaborative Leadership Programm teilgenommen hat und uns insofern in besonderer Weise verbunden ist. Und welche unerwarteten Früchte unser Netzwerk mitunter erblühen lässt, zeigte sich u.a. beim Rundgang anhand der an den Wänden hängenden Bilder. Die Künstlerin ist Ina Carrasco, Führungskraft im Bezirksamt Pankow und ebenfalls eine Teilnehmerin unseres Leadership-Programms 2015.

Im zweiten Teil des Abends widmeten sich die teilnehmenden Führungskräfte der Fragestellung der Hospizleitung, wie es ihr gelingen kann, Ihr Know-How im Umgang mit Tod und Trauer Arbeitgebern zugänglich zu machen. Hierbei zeigte sich, wie sehr möglicherweise die Begriffe „Tod“ und „Trauer“ schon alleine aufgrund ihrer negativen Konnotation auf Ablehnung stoßen. Aber sollte das Hospiz deshalb Schulungen und Coaching mit Begriffen wie zum Umgang mit „psychische Belastungen“ umschreiben? Oder sollte man die Dinge beim Namen nennen? Bei dieser Fragestellung angefangen entsponn sich eine lebhafte Diskussion, die in anderen Zusammenhängen fortgesetzt werden sollte.

Vielen Dank an Angelika Behm und Jörg Busenbender vom Diakonie-Hospiz für den spannenden und emotionalen Einblick in Eure Arbeit. Wir wünschen Euch viel Kraft dafür, dass Ihr noch viele letzte Wünsche Eurer Gäste erfüllen könnt und dass Ihr das Motto der Hospiz-Pionierin Cicely Saunders weiterhin so überzeugend mit Leben füllt: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Interessierte an der Arbeit des Diakonie-Hospizes Wannsee und solche, die sich mit dem Gedenken tragen, es finanziell oder mit ehrenamtlichem Engagement zu unterstützen, wenden sich bitte an:

Diakonie-Hospiz Wannsee
Angelika Behm
a.behm@diakonie-hospiz-wannsee.de
Tel.: 030-8050 5702
http://www.diakonie-hospiz-wannsee.de