Image Image Image Image Image Image Image Image Image

2017 Juli

Programmtag „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“

Eingetragen am 17.07.2017

17. Juli 2017 | By |

IMG_7903

Den Programmtag zum Thema „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“ verbrachten wir mit den Teilnehmenden des Jahresprogramms 2017 bei der Seniorentstiftung Prenzlauer Berg im Altenpflegewohnheim.

Im Fokus des Programmtags steht ein zentrales Motiv unseres Vereins: gesellschaftliche Missstände und Herausforderungen kennenzulernen und zu überlegen, wie man selbst jenseits formaler Zuständigkeit Verantwortung übernehmen kann. Diesen „Mut zum Handeln“, auch in Kooperationen über die Sektorengrenzen des privatwirtschaftlichen, öffentlichen und Non-Profit-Bereichs hinweg, möchten wir mit den Erfahrungen, die wir an diesem Tag den Teilnehmenden ermöglichen, fördern.

Dabei ist es unser Prinzip, dass wir nicht nur mit denjenigen sprechen, die versuchen, gesellschaftliche Probleme zu lösen, sondern auch mit denjenigen, die direkt betroffen sind. Bevor sich die Teilnehmenden mit der Leitungsebene der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg austauschten, durften sie daher vorab die Bewohnerinnen und Bewohnern selbst besuchen und über das Leben im Alter sprechen.

Mit Geschäftsführer Christian Schüler, Einrichtungsleiter Frank Wernecke, Pflegedienstleiterin Anet Raatz und Ehrenamtskoordinator Markus Mudrick fand im Anschluss ein Austausch über die Herausforderungen in der Altenpflege statt. Die größten Schwierigkeiten macht hierbei immer noch der Mangel an Pflegefachkräften und auch an Pflegekräften insgesamt. Insbesondere auch der Wegfall des Zivildienstes hat hier eine Lücke gerissen, die sich durch den Bundesfreiwillligendienst nicht schließen lässt.

Vor großen Herausforderungen stehen auch die Gesprächspartner*innen der Kleingruppengespräche am Nachmittag, die Menschen vertreten und unterstützen, die am Rande der Gesellschaft stehen bzw. keine große Lobby haben. Der Bundesfamilienverband bemüht sich, die Rechte von Familien voranzubringen, während SOLWODI Berlin Frauen unterstützt, die von Menschenhandel und Zwangsprostitution betroffen sind. Gangway e.V. kümmert sich u.a. um osteuropäische Obdachlose, die auf der Straße leben und als EU-Ausländer keine Ansprüche auf Sozialleistungen haben. Und das Whistleblower-Netzwerk setzt sich dafür ein, Whistleblower in ihren Rechten zu stärken, die gesellschaftlich relevante Missstände in Unternehmen, Vereinen und Behörden aufdecken und dafür persönlich Nachteile erleiden.

Wir danken allen Beteiligten für die Gelegenheit zum offenen Austausch und dem Gastgeber der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg für die Gastfreundschaft!

Programmtag: Spielräume der Macht

Eingetragen am 11.07.2017

11. Juli 2017 | By |

IMG_7601

Der Programmtag im Juni stand für die Teilnehmenden unseres Jahresprogramms unter dem Thema „Spielräume der Macht ausschöpfen und Strategien entwickeln“.

Wie sich dies im konkreten Berufskontext in den unterschiedlichen Bereichen widerspiegelt, darüber tauschten sich die 36 Teilnehmenden unseres diesjährigen Leadership-Jahresprogramms zunächst einmal untereinander aus. Und so diskutierten sie über Mut, Motivation, Authentizität,  Kommunikation, Lust am Handeln, das richtige Maß zu finden und die Bedeutsamkeit von Flexibilität und Kontakten. Und welche Rolle Wissen, Erfahrung, Glück und Zufall für beruflichen Erfolg spielen können.

Daran anknüpfend begrüßten wir dann gegen Mittag einen Gesprächspartner – dieses Mal von Bündnis 90/Die Grünen -, der durch viele Ups und Downs hindurch eine langjährige Karriere im Bundestag und im Non-Profit-Bereich zurückblickt und mit dem wir diskutieren konnten, welche Spielregeln aus seiner Sicht im politischen Geschäft gelten: Volker Beck, religions- und migrationspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, den er nach 23 Jahren im September verlassen wird, da er von seinem Landesverband keinen Listenplatz mehr bekommen hat.

Volker Beck bot ein beeindruckendes Beispiel von Resilienz (angesichts vergangener Krisen) und Authentizität und Zielorientierung, an der er auch Erfolg definierte: Erfolg macht sich für ihn nicht an der persönlichen Karriere bzw. in seinem Fall dem Verbleib im Deutschen Bundestag fest, sondern am Erreichen von inhaltlichen Zielen, was in seinem Fall das Engagement für Israel und gegen Antisemitismus und der Kampf für die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen sind. Um so beindruckender war es für die Teilnehmenden zu erleben, wie er seine Zielorientierung zwei Tage später auf dem Parteitag der Grünen in die Tat umsetzte und gegen den Parteivorstand die Homo-Ehe als Koalitionsbedingung durchbrachte. Er brachte damit auch bei FDP, SPD und CDU den Stein ins Rollen bis hin zur Beschlussfassung des Bundestages zur rechtlichen Gleichstellung der Homo-Ehe knappe zwei Wochen später. Da sage man nicht, dass ein einzelner Abgeordneter einer Nichtregierungspartei nichts bewirken könnte…

Wie sich Handlungsspielräume in anderen Bereichen erschließen oder verschließen, darüber tauschten sich die Teilnehmenden im Anschluss bei vier Vor-Ort-Besuchen am Nachmittag aus. Aus Unternehmersicht gab Marianne Voigt, Gründerin und ehemals Geschäftsführerin von Immobilien-Scout24, heute Gründerin und Geschäftsführerin von bettermarks, das Zusammenspiel von Chancen und Risiken, Erfolgen und Misserfolgen. Aus dem Non-Profit-Sektor teilte Heinrich Strößenreuther, Mit-Initiator des Volksbegehrens Fahrrad und Geschäftsführer der Agentur für Clevere Städte, seine Erfahrungen, wie es ihm gelang, das Thema fahrradgerechter Ausbau der Stadt in die Medien und auf die Tagesordnung der Politik zu bringen. Wie sich im politischen Wechselspiel Interessen vertreten und Spielräume ausloten lassen, welche Sichtweise er auf die Unterscheidung von „gutem und schlechtem Lobbying“ hat, darüber sprach Christian Wößner, der Geschäftsführer des Deutschen Atomforums e.V. (DAtF). Und für den öffentlichen Bereich gab es einen Austausch mit Jens-Holger Kirchner, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Verkehr, Umwelt und Klimaschutz, über seine Strategien zur Verwirklichung politischer Ziele – auch unter der Gefahr, Widerstände zu provozieren, wie z.B. bei dem von ihm initiieren Ferienwohnungsverbot und der auf seine Veranlassung vor einigen Jahren veröffentlichten „Ekelrestaurantliste“.

Besonderer Dank geht an unser Mitglied und Teilnehmer unseres Jahresprogramms 2012, Dr. Matthias Kribben, der als Einstieg mit den Teilnehmenden ganz praktisch die Erfolgsfaktoren bei Spielen wie Poker und Schach diskutierte, anhand derer dann umso leichter die Erfolgsfaktoren und Spielregeln in anderen Bereichen (wie z.B. im Bundestag)  analysiert werden konnten. Dr. Matthias Kribben ist leidenschaftlicher Schachspieler und Vize-Weltmeister im Fernschach.

Wir danken allen beteiligten Gesprächspartner*innen für die offenen Gespräche und freuen und auf den nächsten Programmtag, bei dem wir diejenigen Menschen in den Fokus nehmen, die über wenig Macht verfügen und keine starke Lobby haben. Hierzu lautet das Motto: „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“.

 

Sommer, Sonne, Netzwerken – unser Sommerfest 2017

Eingetragen am 05.07.2017

5. Juli 2017 | By |

IMG_7800

Dem „Netzwerk“ in unserem Namen machten wir am 3. Juli alle Ehre, als wir zu unserem Sommerfest aufs Tempelhofer Feld luden und sich über hundert Berliner Führungskräfte und Freunde zum Wiedersehen, Kennenlernen und Austauschen trafen.

Nach vier Tagen Regenwetter sorgte zum einen die Sonne für gute Laune, zum anderen auch unser Mitglied Paul Kustermann, Gründer der „Rote Nasen – Clowns in Krankenhäusern“, der als „Dieter“ mit Hasenzähnen für Stimmung am Grill und an der Spendenbüchse sorgte. Passend zum Anlass übernahmen auch unsere Vorstandsmitglieder Verantwortung hinter dem Grill und versorgten alle Hungrigen mit Grillwurst und -käse. Daneben durfte selbstverständlich der Blick über den Tellerrand nicht fehlen:

Unser ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender Andreas Scholz-Fleischmann, hauptamtlich Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäder-Betriebe, plauderte aus dem Nähkästchen zum Thema „Wie wird man eigentlich Vorstandsvorsitzender?“ und an drei Thementischen konnte man anschließend noch einen tiefere Einblick in drei ganz unterschiedliche Leadership-Bereiche nehmen:

Der Internet- Unternehmer Arndt Kwiatkowski, einstiger Mitgründer von Immobilienscout24 und heute beim Online-Nachhilfeportal bettermarks, teilte seine Erfahrungen darüber, nach welchen Regeln Start-Ups funktionieren und erfolgreich sind oder scheitern. Einblicke, wie eine Verfassungsschutzbehörde arbeitet und welche Herausforderungen sich in der Leitung stellen, gab Winfriede Schreiber. Sie ist Vorstandsvorsitzende von Leadership Brandenburg und Mitwirkende unseres Beirats. In Ihrem beruflichen Werdegang war sie u.a. Präsidentin des Verwaltungsgerichtes Cottbus, Polizeipräsidentin für Ost-Brandenburg und zuletzt Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes. Schließlich konnte man bei Sonja Müseler, Vorstandsmitglied bei Leadership Berlin und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Telefonseelsorge, erfahren, wie eine Telefonseelsorge arbeitet und wie ein professioneller Umgang mit persönlichen Krisen aussieht.

Vielen Dank an alle Gäste, Spender*innen und fleißige Helfer*innen für ein gelungenes Fest!