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2017 Oktober

Abschlussabend unserer Leadership-Programme

Eingetragen am 18.10.2017

18. Oktober 2017 | By |

Am 9. Oktober fand unsere diesjährige Abschlussveranstaltung bei unserem Mitglied, dem Evangelischen Diakonieverein Zehlendorf, statt. Anlass zu feiern gab es gleich doppelt: Nicht nur die Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Jahresprogramm beendeten an diesem Tag ihre Learning Journey durch die Stadtgesellschaft. Auch die Berliner Führungskräfte und geflüchteten Menschen mit Führungspotential, die im Kurzprogramm „Leadership in Dialogue“ zusammengekommen waren, teilten ihre Eindrücke und Impact Stories mit den Gästen.

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Etwa 120 Führungskräfte und Freund*innen von Leadership Berlin erlebten einen facettenreichen Abend. Neben den Einblicken ins Programm gab es Integration live zu Hören und Sehen: Der Begegnungschor, der aus unserem Jahresprogramm 2015 hervorgegangen ist und in dem Berliner*innen gemeinsam mit Geflüchteten singen, gab einige deutsche und arabische Lieder aus seinem Repertoire zum Besten und lud dabei die Gäste ein, miteinzustimmen.

Daran knüpfte Petra Merkel, Präsidentin des Internationalen Bundes und des Chorverbandes Berlin sowie Mitgründerin des Begegnungschors, in einem Impulsvortrag an. Ausgehend von der Atmosphäre im Jahr 2015, als Rekordzahlen von Geflüchteten in Berlin ankamen, beschrieb sie, wie inzwischen Integration von verschiedensten Akteuren gestaltet wurde und wie sich Integration im Beispiel des Begegnungschors manifestiert.

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Die Teilnehmenden von Leadership in Dialogue gaben ihre ganz persönlichen Statements, was für sie Integration bedeutet und was sie aus dem Programm mitgenommen haben. Ganz konkret sind zwei interkulturelle Projekte entstanden: Nawid Arafat und Yahya Mirzayev präsentierten das Projekt „Besuchsdienst im Altenpflegewohnheim“. Einmal monatlich treffen sich Geflüchtete im Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ und besuchen die Bewohner*innen. Die einen freuen sich über die Gesellschaft und die anderen können dabei etwas über das Leben in Deutschland lernen und ihr Deutsch üben.

Francis Adams und Sabine Schreiber stellten das Projekt „Interkulturelle Konfliktlotsen“ vor, an dem außerdem noch Roland Hägler, ehemaliger Schulleiter einer Sekundarschule in Neukölln, und Hasan Molki, Dozent an der Beuth-Hochschule, beteiligt sind. In interkulturell aufgestellten Tandems soll bei Konflikten vermittelt werden, wenn Personen aus unterschiedlichen Kulturkreisen aufeinandertreffen. Dabei sollen die kulturelle Expertise und das Engagement für ein gutes Zusammenleben dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut werden.

Die Teilnehmenden des Collaborative Leadership Programms gaben Einblick in die acht Programmtage und Gespräche mit unterschiedlichsten Gesprächspartner*innen. Als beeindruckende Persönlichkeit in Sachen Leadership wurde dabei beispielsweise Schulleiterin Frau Fischler von der Hermann-von-Helmholtz-Schule genannt. Das große Engagement und die Begeisterung, mit der Frau Fischler sich dafür einsetzt, ihren Schüler*innen eine gute Grundlage für ein Berufsleben zu geben, steckten an: Einige Teilnehmende des Programms engagieren sich inzwischen ehrenamtlich im Förderverein der Schule und konnten damit dessen Auflösung verhindern.

Ein weiteres Social Impact ergab sich für die Non-Profit-Organisation SOLWODI. Der Verein arbeitet mit Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, und hilft ihnen dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Die Teilnehmenden zeigten sich vom Schicksal der Frauen ebenso berührt wie von der herzenswarmen Betreuung durch die Mitarbeiterinnen von SOLWODI. So wurde ein Zimmer zur kurzfristigen Unterbringung von akut gefährdeten Frauen organisiert und die Verteilung von Informationsmaterial in den Ausländerbehörden veranlasst.

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Neben diesen Beispielen berichteten die Teilnehmenden auch von persönlichen Entwicklungen. Das eine oder andere Engagement befindet sich noch im Gärungsprozess und nimmt vielleicht in den nächsten Wochen Gestalt an. Wir sind begeistert, wie viele Veränderungen auch in diesem Jahr durch das Programm angestoßen wurden und freuen uns schon auf den Start des nächsten Programms im März 2018. Allen Teilnehmenden wünschen wir, dass Ihnen der Leadership-Spirit auch über das Programm hinaus erhalten bleibt und allen, die diesen Spirit kennenlernen wollen, legen wir unser Anmeldeformular fürs nächste Jahr ans Herz.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen und Gastgeber*innen, die zum Erfolg des Programms beigetragen haben. Für Leadership in Dialogue bedanken wir uns bei den Sponsoren und Förderern, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin, der Stiftung Pfefferwerk, der GASAG und Siemens, ohne die das Programm nicht hätte durchgeführt werden können.

 

 

 

Leadership in Dialogue im Non-Profit-Bereich

Eingetragen am 02.10.2017

2. Oktober 2017 | By |

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Wie sieht die Arbeit im gemeinnützigen Bereich aus? Vor welchen Herausforderungen stehen Non-Profit-Organisationen und welche Unterschiede gibt es im sozialen Bereich zwischen Deutschland und den Herkunftsländern der Teilnehmenden?

Leadership in Dialogue verbrachte den dritten Programmtag zum Thema Non-Profit-Bereich. Die Teilnehmenden mit und ohne Fluchtgeschichte waren zu Gast im Pflegewohnheim des Unionhilfswerks „Am Plänterwald“.

Anne Fritzsche, Sozialarbeiterin, Céline Calvet vom ambulaten Hospizdienst sowie Ergotherapeutin Esther Hackenberg erklärten, wie ihre Arbeit im Pflegewohnheim aussieht. Dabei begeisterten sie die Teilnehmenden mit ihrer Motivation und Freude am Beruf. Beides war im Auftreten der Frauen und ihren Erzählungen aus dem Arbeitsalltag deutlich zu spüren. Selbstverständlich ist das nicht – könnten die Mitarbeiterinnen doch genauso gut wegen Überlastung klagen. Denn auch „Am Plänterwald“ fehlt es wie fast überall im Pflegebereich an Personal und die Mitarbeiter*innen leisten daher häufig mehr als eigentlich für eine Person vorgesehen ist.

Wie die Begeisterung der Mitarbeiterinnen sich auf die Atmosphäre im Haus auswirkt, erfuhren die Teilnehmenden in persönlichen Gesprächen. Zu zweit oder dritt besuchten sie Bewohner*innen und tauschten sich beispielsweise über das Leben in Deutschland, die Heimatländer und kulturelle Besonderheiten aus. Eine Win-Win-Situation: Die Senior*innen freuen sich über Gesellschaft und sind daran interessiert, neue Menschen kennenzulernen. Und die Geflüchteten wollen die Sprache üben und mehr über Deutschland, seine Geschichte und die Gesellschaft erfahren.

Jeden ersten Sonntag im Monat wollen sich einige Geflüchtete nun zum Besuch im Pflegewohnheim verabreden, um mit den alten Menschen zu sprechen. Organisiert werden die am 5. November startenden Treffen von Yahya Mirzayev, ehemaligem Finanzmanager von Radio Free Europe in Aserbaidschan, und Nawid Arafat, Machinenbau-Ingenieur aus Afghanistan.

Und noch ein weiteres ehrenamtliches Projekt wurde initiiert: Interkulturelle Konftliktlotsen-Tandems sollen bei Konflikten zwischen Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund schlichten.

Beide Projekte und weitere Ergebnisse aus dem Programm werden wir auf unserer diesjährigen Abschlussveranstaltung am 9. Oktober vorstellen, zu der wir unsere Mitglieder und Beiräte sowie Gesprächspartner*innen und Freund*innen des Vereins ganz herzlich einladen.

Unser herzlicher Dank gilt den Gastgeberinnen und Klaus-Jürgen Schüler vom Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ sowie den beiden Gesprächspartnerinnen Sabine Schreiber und Margarete Heitmüller, die jeweils Einblicke und Austausch zu ihren Arbeitsbereichen „Kita“ und „Volksentscheide in Berlin“ ermöglichten.