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2017 November

Vertretungsstunde: „Muss ich studieren, um Rapper zu werden?“

Eingetragen am 30.11.2017

30. November 2017 | By |

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Dies war eine Frage, die Klaus Wilhelm Baumeister als „Vertretungslehrer“ am 3. November nicht eindeutig beantworten konnte. Viele andere schon: Was ist eigentlich Jura, mit welchen Fällen hat er als Rechtsanwalt zu tun gehabt und wie ist es in der Gerichtsmedizin?

Einmal im Monat ist „Vertretungsstunde“ in der Neuköllner Zuckmayer-Schule. Hier ist eine Führungskraft aus unserem Netzwerk zu Gast, um den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in verschiedene Berufe zu geben.

Die Karriere des Juristen verlief nicht wie aus dem Lehrbuch. Als Fünfzehnjähriger schloss er die Hauptschule ab und absolvierte zunächst eine Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notargehilfe. „Doch irgendwann fragt man sich, ob man nicht auch noch etwas anderes machen möchte, weiterkommen möchte“ erzählte er den Schülerinnen und Schülern. Er versuchte es mit dem zweiten Bildungsweg auf einem Gymnasium, mit 22 Jahren hielt er sein Abiturzeugnis in der Hand und begann daraufhin Jura zu studieren. Er arbeitete einige Jahre als Rechtsanwalt und in den Rechtsabteilungen des WDR und des rbb. Heute ist er Geschäftsführer der rbb Media GmbH, die für die Vermarktung von Werbezeiten und andere wirtschaftliche Dienstleistungen zuständige Tochter des rbb.

Er betont, dass es für ihn sehr hilfreich war, erst einmal die „Kostprobe“ eines Berufes gehabt zu haben, um ihn gut einschätzen zu können. Das Jura-Studium ist breit gefächert und bietet Einblicke in ganz unterschiedliche Bereiche und Fragen. Zu seinem Gebiet des Medienrechts gehört z. B. auch die Diskussion, ob Fotos von Verstorbenen gezeigt werden können. Hier führte er das Beispiel von Uwe Barschel an, der nach seinem Tod auf der Titelseite des Stern abgebildet wurde, und erläuterte das „Recht am eigenen Bild“.

Den Schülerinnen und Schülern ist ein Beruf mit guten Verdienstmöglichkeiten wichtig. Doch nur wenige Schulabgänger beenden eine Ausbildung. Das liegt nicht nur an ihren Noten. Oft fehlt es auch an Beispielen aus ihrem Alltag, der sich meist ausschließlich in Neukölln abspielt. Der Besuch der Führungskräfte des Leadership-Programms ist eine Gelegenheit, über den Tellerrand des Kiezes zu blicken. Hier erfahren sie mehr über vielfältige Berufe und Lebensläufe, die nicht immer gradlinig sind. Schließlich haben die wenigsten Führungskräfte von Beginn an die Tätigkeit, die sie heute ausüben. So wie Klaus Wilhelm Baumeister, der klar sagt: „Das Leben macht manchmal Umwege. Aber Hartz 4 ist keine Karriere.“

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First Monday zum Thema Image des Jugendamts

Eingetragen am 23.11.2017

23. November 2017 | By |

Iris Hölling – Leiterin des Jugendamtes Treptow-Köpenick

„Die nehmen einem die Kinder weg!“: Schon in der ersten Runde, in der die Teilnehmenden unserer First Monday Veranstaltung im November ihr Bild vom Jugendamt beschreiben sollten, fiel dieser Satz, der auch in der Sicht der Bevölkerung verbreitet scheint. Die Inobhutnahme – für den Fall, dass die Familie den Schutz des Kindes nicht gewährleisten kann, macht jedoch nur einen sehr kleinen Teil der Aufgaben des Jugendamts aus.

Der First Monday galt einem Anliegen von Iris Hölling, Leiterin des Jugendamts Treptow-Köpenick, das Bild des Jugendamtes in der Öffentlichkeit zu verändern. Die Teilnehmenden – aus anderen Jugendämtern, Freien Trägern oder fachfremden Bereichen der Wirtschaft – wurden mit verschiedenen Fragestellungen aufgefordert, Ideen zu entwickeln, um die positiven, unterstützenden Aspekte der Arbeit des Jugendamts in den Fokus zu rücken.

Letztlich kam viel Input, der zu einem differenzierteren Bild in der Öffentlichkeit helfen könnte, zusammen: Von Vorschlägen zu Werbekampagnen, über verstärkte Social-Media-Aktivität und Erfolgsgeschichten von Jugendlichen, die selbst das Jugendamt um Hilfe gebeten hatten, bis zu Aktivitäten, wie einem Tag der offenen Tür oder Aufklärungsabenden in bestimmten Institutionen, z.B. Moscheen und Schulen.

Wir sind gespannt, welche der vielen Ideen umgesetzt werden, und wünschen Iris Hölling dafür viel Erfolg!