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Februar 2018 - Leadership Berlin

Dialog-Reihe Islam-LGBTI: Weg der kleinen Schritte

Eingetragen am 09.02.2018

9. Februar 2018 | By |

Am 07.Febuar fand das nun insgesamt fünfte von Leadership Berlin initiierte Austauschformat zum Thema Islam & Homosexualität statt. Diesmal waren wir zu Gast beim Interkulturellem Zentrum für Dialog und Bildung e.V. (IZDB) im Wedding. Man könnte sagen „Runde 5“ – aber das weckt vielleicht falsche Assoziationen, denn wir erlebten ein durchaus unaufgeregtes & friedliches Gespräch zwischen den Vertreter*innen der beiden Communities, auch wenn es inhaltlich nicht an Brisanz fehlte. Trotzdem, es war eher ein Abtasten zwischen zwei Minderheiten, die daran interessiert waren, gemeinsam in Dialog zu treten und Schritt für Schritt mehr Verständnis füreinander zu gewinnen.

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Die knapp 35 Anwesenden fanden sich zunächst an drei langen Tafeln zusammen, um durch Vertreter*innen des IZDB begrüßt zu werden: „Wir haben nicht nur einen Gebetsraum, sondern wir sind eine Moschee: nämlich ein Ort, wo Menschen sich auch treffen, Kaffee trinken, gemeinsamen Aktivitäten nachgehen und feiern.“ Ganz in diesem Sinne würde man Wert auf Vielfalt (z.B. jeweils mindestens 30% Partizipation von Jugendlichen und Frauen im Vorstand) und Gespräch legen, denn „Wir müssen im Dialog bleiben!“. Es folgte eine Blitzvorstellungsrunde, in der jeder der Teilnehmenden ein kurzes Statement zu sich und seiner Verbindung zum Thema Islam und/oder Homosexualität geben konnte. Mit diesem ersten gewonnen Überblick ging es dann ein Stockwerk höher, wo die Gruppe dem abendlichen Gebet beiwohnen konnte – als praktizierender Muslim oder beobachtend im Hintergrund. Auch der Vorredner richtete sich vor versammelter Gemeinde nochmal mit einem Bekenntnis zu vielfältiger und bunter Gesellschaft, sowie zu Akzeptanz & Respekt für Minderheiten an die Anwesenden.

Wieder zurück im Diskussionsforum schafften wir uns einen Eindruck davon, wie die Teilnehmer*innen Islamfeindlichkeit bzw. Homophobie in unserer Gesellschaft quantifizieren würden. Unser bewährter „Meinungsstrahl“, bei dem sich die Teilnehmenden irgendwo zwischen 0% und 100% Zustimmung zu einem Statement im Raum positionieren, ergab sowohl für die Aussage „Die Mehrheit der Nicht-Muslime in Deutschland ist islamfeindlich“, wie auch zu „Die Mehrheit der Muslime in Deutschland ist homophob“ eine breite Verteilung über die volle Skala aber mit Schwerpunkt unterhalb von 50% Zustimmung. Mit dem Input Einzelner, warum sie sich wo positioniert hätten ging es dann weiter mit einer Diskussionsrunde zum Thema des Abends. Hier wurde vor allem deutlich, dass es für homosexuelle Muslima & Muslime ein immenser innerer, wie auch äußerer Konflikt sei, ihren Glauben, sowie Gemeinde- & Familienzugehörigkeit mit ihrer sexuellen Orientierung und deren Ausleben zu vereinbaren. Ein Imam sagte, dass für ihn aus religiöser Sicht das Ausleben von Homosexualität eine Sünde sei, seine persönliche Sicht darauf aber auch nochmal davon zu differenzieren wäre. Ein anderer Teilnehmer sah im Zusammenhang mit dem Thema Homosexualität vor allem eine Gefahr darin, dass ja im Allgemeinen in unserer Gesellschaft die Stellung der Familie immer weiter geschwächt würde. Von Seiten der LGBTI-Vertreter*innen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass Homosexualität keine Frage der freien Entscheidung ist, sondern etwas, womit man geboren wird und weder ansteckend noch „herbei erziehbar“ ist. Auf beiden Seiten bestand Einigkeit darüber, dass zum Thema Homosexualität in muslimischen Gemeinden großer Bedarf an Aufklärung besteht.

Ein weiterer kleiner Schritt auf diesem Weg war genau dieser Abend, an dem Berührungsängste, Vorurteile und Vorbehalte abgebaut, Wissen vermittelt und der Mut und die Anregung zu einem anderen Umgang auch in der Gemeindearbeit herübergebracht wurden. Bestätigung finden wir von Leadership Berlin darin, dass gleich die nächste Moscheegemeinde ihre Bereitschaft bekundet hat, eine LGBTI-Gruppe zu einem solchen Austausch zu empfangen. Einmal mehr Zeichen dafür, dass Schwule und Lesben durchaus in muslimischen Gotteshäusern willkommen sind und durch Besuche ein Beitrag zur Unaufgeregtheit und Normalität im Umgang mit dem Thema Homosexualität geleistet wird. Und auch im Hinblick auf Muslimfeindlichkeit ist dies ein Zeichen in Richtung LGBTI-Vertreter*innen wie auch in Richtung Mehrheitsgesellschaft, dass ein respektvoller Dialog mit Muslimen, Begegnungen oder auch Diskussionen möglich ist und dass das häufig in Medien bediente Zerrbild eines intoleranten, homophoben, extremistischen Islams nicht übereinstimmt mit der Realität.

Und noch zwei weitere Erfolge sehen wir. Erstens herrschte an dem Abend Übereinkunft darüber, dass sowohl LGBTI-Community wie auch Muslime & Muslima als Minderheit in unserer Gesellschaft diskriminiert werden. Daraus entsprang der Vorschlag, dass man sich als solche auch gemeinsam als Team gegen Diskriminierung einsetzen könne. Passend hierzu auch das Statement einer muslimischen Teilnehmerin, dass man nicht von „wir und ihr“, sondern nur noch von „wir“ sprechen sollte. Zweitens gibt es als Reaktion auf unsere Veranstaltung erste Bestrebungen auch einen umgekehrten Besuch von islamischen Vertreter*innen bei einer LGBTI-Institution zu realisieren.

Wir sind gespannt darauf, wo & wie es weitergeht und freuen uns auf die Fortführung unserer Veranstaltungsreihe! Weitere Infos zu den Gesprächen finden Sie auf der meet2respect Website hier.

Basis der Besuche in den Moscheegemeinden ist die „Grundsatzerklärung“ von muslimischen Organisationen und Vertreter*innen zum Thema Homosexualität, mit der sich Moscheegemeinden klar gegen Gewalt und Diskriminierung von Schwulen und Lesben aussprechen, siehe hier.

First Monday im März: Notfallseelsorge

Eingetragen am 07.02.2018

7. Februar 2018 | By |

Ort: Notfallseelsorge bei der Ev. Hoffnungsgemeinde Berlin-Pankow, Elsa-Brändström-Str. 33, 13089 Berlin-Pankow
Zeit: Montag, den 5. März 2018, 18.30 – 21.00 Uhr
Anmeldung: bis 26. Februar 2018 hier

First Monday bei Notfallseelsorge

Erste Hilfe für die Seele

  • Wie muss man psychisch konstituiert sein, um eine solche Arbeit hauptamtlich oder ehrenamtlich zu bewältigen? Wie sehen Einsätze der Notfallseelsorge konkret aus? Wie können Krisen aushaltbar gemacht oder entschärft werden?
  • Wie kann es der Notfallseelsorge Berlin gelingen, mit ihren Angeboten und Konzepten der psycho-sozialen Betreuung mit ihren Themen wahrnehmbarer zu werden?

Gesprächspartner

  • Pfarrer Justus Münster, Landespfarrer für Notfallseelsorge in Berlin
  • Steffen Claussen, Dezernent bei der Berliner Polizei für internationale Zusammenarbeit, Teilnehmer unseres Leadership-Programms 2017 und einer von 140 Ehrenamtlichen in der Notfallseelsorge.

Hintergrund

Bekanntheit erlangt die Berliner Notfallseelsorge (Website) u.a. durch Krisenereignisse wie dem Anschlag am Breitscheidplatz 2016, bei der Love Parade 2010 oder größeren Verkehrsunfällen. Zum Einsatz kommt die Notfallseelsorge allerdings vor allem durch die tagtäglichen persönlichen Übermittlungen von Todesnachrichten in enger Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr, die Betreuung von Gewaltopfern, die Betreuung von Opfern von Haus- oder Wohnungsbränden oder auch die Betreuung von Eltern und Geschwistern bei Kindernotfällen. Die Notfallseelsorge Berlin wurde vor 23 Jahren unter dem Dach der Evangelischen Kirche und des Erzbistums Berlin ins Leben gerufen und bewältigt derzeit mit 2 Hauptamtlichen und 140 Ehrenamtlichen ca. 300 Einsätze pro Jahr. Über die Kooperation mit Polizei und Feuerwehr hinaus würde die Seelsorge zukünftig gerne auch noch stärker in Medien und von möglichen Kooperationspartnern (u.a. auch größere Unternehmen und Behörden) wahrgenommen werden. Im ersten Teil des Abends (18.30 bis 19.30 Uhr) besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit Einblicke in die Tätigkeit der Notfallseelsorge zu erhalten und dazu Fragen zu stellen. Nach einer Pause (19.30 – 20.00 Uhr) werden wir uns in Arbeitsgruppen der Fragestellung der Notfallseelsorge widmen, wie es ihr gelingen kann, stärker als bislang in Medien und von Unternehmen und Behörden wahrgenommen zu werden und evtl. einen Förderverein aufzubauen. Die Teilnehmenden können dabei einerseits ihre eigenen Erfahrungen aus den unterschiedlichen Kontexten einbringen – andererseits ebensolche von dem Gastgeber bzw. den anderen Teilnehmenden mitnehmen.

Teilnahmebedingungen

Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen, nur eine komplette Teilnahme möglich ist und unsere Mitglieder Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen dieses Mitgliedsformulars tun. Die Teilnahme am First Monday ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis zum 26.Februar 2018 hier möglich. Sie erhalten am 27. Februar eine Rückmeldung, ob wir Ihre Anmeldung berücksichtigen konnten.

„Besuchen und Deutsch sprechen“ im Februar 2018

Eingetragen am 07.02.2018

7. Februar 2018 | By |

Frostige Temperaturen draußen, herzlich-warmer Austausch zum Thema Integration drinnen: am Sonntag versammelte sich abermals eine illustre Runde von Geflüchteten und Senior*innen zum „Besuchen und Deutsch sprechen“ im Pflegewohnheim „Am Plänterwald“.

Bei Kaffee erzählte zum Einstieg Maarif Chingizoglu von seinem Kurzfilm Projekt „Integration“. In dem Film lässt er zwei Geflüchtete von ihrer Geschichte, ihrem Leben & Ihrem Engagement in Deutschland erzählen. Maarif berichtete, wie es zu dem Projekt kam, was er dabei erlebte und welche weiteren Projekte er im Rahmen von Media Residents (Netzwerk für Geflüchtete, die in den Medien arbeiten) geplant hat.

Nachdem der Film gemeinsam geschaut wurde, schloss sich ein Gespräch in großer Runde an. Schnell fanden sich dann mehrere Grüppchen von Bewohner*innen und Geflüchteten zusammen, um im persönlicheren Austausch und mit der Inspiration des Films ins Gespräch zu kommen. Einige Bekanntschaften wurden weiter gefestigt, neue geknüpft. Auffällig war, wie unbelastet und offen miteinander geplauscht wurde – trotz unterschiedlicher kultureller Herkunft und teils großem Altersunterschied. Auch ließ es sich manch einer nicht nehmen, das Gegenüber mit kleinen Scherzen zu belustigen – ein schönes Zeichen von liebenswürdigem Umgang.

Positives Feedback kam von allen Anwesenden und wir freuen uns auf den nächsten Termin am 04. März!

Wir haben einen neuen Vorstand!

Eingetragen am 07.02.2018

7. Februar 2018 | By |

Glückwunsch an unser neues, tri-sektorales Vorstand-Team zu seiner Wahl auf der Mitgliederversammlung!

Insgesamt stellten sich 11 Kandidaten für die 9 zu besetzende Plätze den Mitgliedern zur Wahl vor. Einige neue Gesichter können wir begrüßen, einige Vorstände wurden in ihrem Amt bestätigt.

Gewählt und ab sofort mit an Bord sind Michael Lachmann (Barmenia Versicherung) und Philipp Wilimzig (ikusei GmbH), welche nun zusammen mit Dana Leonhardt (GASAG AG) den Sektor Privatwirtschaft im Vorstand vertreten.

Für den Non-Profit Bereich stößt Hervé Tcheumeleu (Afrika Medien Zentrum e.V.) zu Christine Dorn (Verein für Umweltverträglichkeit und Verkehr) und Sonja Müseler (Vorstandsvorsitzende der Stiftung Telefonseelsorge Berlin).

Petra Göbel (Messe Berlin) ist ab sofort Vertreterin im Vorstand für den Bereich öffentlicher Sektor zusammen mit Andreas Scholz-Fleischmann (Berliner Bäderbetriebe) und Peter Conrad (Senatsverwaltung für Finanzen). Weitere Informationen zum neuen Vorstand hier.

Wir sind stolz, wieder ein bunt gemischtes Team zur Unterstützung an unserer Seite zu wissen und freuen uns auf eine tolle Zusammenarbeit!

Des Weiteren ein ganz herzlicher Dank für ihr Engagement in den letzten Jahren bei Leadership Berlin an die ausgeschiedenen Vorstands-Mitglieder Katja Anders, Dorothee Christiani, Crispin Hartmann & Mio Lindner.

Außerdem danken wir der Hermann-von-Helmholtz-Schule und namentlich der Schulleiterin Kerstin Fischler für die Gastfreundschaft, dass wir unsere Mitgliederversammlung in den Räumlichkeiten der Schule durchführen durften!