Image Image Image Image Image Image Image Image Image

März 2018 - Leadership Berlin

Auftakt 2018: Collaborative Leadership Programm gestartet

Eingetragen am 22.03.2018

22. März 2018 | By |

Die Teilnehmenden-Gruppe 2018

Die Reise hat begonnen – mit den Teilnehmenden des diesjährigen Collaborative Leadership Programms verbrachten wir am 15. und 16. März zwei anregende und intensive Programmtage in der Schorfheide als Start für die kommende Learning Journey durch die Stadtgesellschaft.

Die Gruppe setzt sich – wie es kennzeichnend für unser Leadership-Programm ist – aus Führungskräften und Macher*innen aus allen Bereichen der Gesellschaft zusammen: Von HR-Verantwortlichen aus großen privatwirtschaftlichen Global Playern über Abteilungsleiter*innen aus der Berliner Verwaltung bis hin zu Menschen, die in Eigeninitiative gemeinnützige NGOs aufgebaut haben, sind vielfältige Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Expertisen vertreten. Die Gesamtzusammensetzung der Gruppe kann man hier einsehen.

Wir setzen darauf, dass diese Vielfalt im Laufe des Programms dazu anregen wird, gesellschaftliche Herausforderungen aus ganz verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinschaftlich im Sinne des „Collaborative Leadership“ anzugehen – wie dies in der Vergangenheit durch verschiedene Initiativen und Vereinsgründungen geglückt ist (siehe Social Impact). Hinzu kommen Einblicke in weitere Führungsaufgaben der Stadt im Austausch mit über 50 Gesprächspartner*innen ganz im Sinne unseres Mottos „begegne dem anderen“. Hier entstehen Berührungspunkte mit Bereichen, mit denen viele der Teilnehmenden bislang vermutlich noch überhaupt nicht in Kontakt gekommen sind.

Eine Einstimmung hierauf gab es in Gesprächen mit Mitgliedern aus unserem Vorstand, die erste Impulse zu den großen Themen des Programms „Kritik äußern und annehmen können“, „Mut zur – Vielfalt“, „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“ und „Verantwortung annehmen und abgeben können“ gaben.

Außerdem durften sich die Führungskräfte gleich einer ersten Leadership-Herausforderung außerhalb des eigenen beruflichen Kompetenzbereichs stellen. In interdisziplinärer Kooperation haben sie diese mit Bravour gemeistert.

Was natürlich auch nicht fehlen durfte: Diskussionen zu kontroversen gesellschaftlichen Fragen, kollegialer Austausch zu Führungsthemen und Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen.

Wir freuen uns darauf, uns zusammen mit dieser spannenden, vielfältigen Gruppe und ihrer geballten Kompetenz in den kommenden Monaten auf eine Lernreise durch die Stadtgesellschaft zu begeben!

« 1 von 13 »

Vertretungsstunde: Chefärztin der Chirurgie

Eingetragen am 22.03.2018

22. März 2018 | By |

Im Rahmen unseres Projektes „Vertretungsstunde“ besuchen Führungskräfte die Neuköllner Zuckmayer-Oberschule und geben dort in einer neunten Klasse auf der Basis ihrer Erfahrungen aus der beruflichen Praxis einmal monatlich eine doppelte Unterrichtseinheit.

Diesmal als Vertretungslehrerin zu Gast: Dr. Güllü Cataldegirmen

„Wer sind Ihre Vorbilder?“

Dr. Güllü Cataldegirmen beginnt die Stunde mit Fragen an die Schülerinnen und Schüler: Woher kommen ihre Eltern, welche Sprachen sprechen sie? Über sich sagt sie vorerst wenig und lässt raten – von Steuerberaterin über Erzieherin bis Psychologin reichen die Ideen, was sie beruflich machen könnte. All diese Tätigkeiten haben mit Menschenkenntnis zu tun, etwas, das sie täglich braucht, bestätigt sie und verrät, dass sie als Chefärztin die Chirurgie des Wenckebach- und des Auguste-Viktoria Klinikums leitet.

Hier führt sie Operationen bei Tumorpatienten durch und ist verantwortlich für ein großes Team. Damit gehört sie zu den wenigen Frauen in ihrer Position, 98 % der Chefärzte sind Männer. Für die Stunde in der Schule hat sie einen Operationstermin verlegt. „Menschen und Jugendliche interessieren mich. Ich möchte wissen, was ihre Themen sind, welche Probleme sie haben. Daher bin ich heute hier. Vielleicht kann ich auch Anregungen bieten oder Mut machen“, fasst sie zusammen.

Ein großer Teil der Schüler spricht türkisch, das ist neben kurdisch auch Güllü Cataldegirmens Muttersprache. Vor über vierzig Jahren kam sie in das geteilte Berlin. Mit sieben sah sie im Fernsehen Kinder aus der Dritten Welt, die dringend Hilfe brauchten. Ihr Entschluss stand fest: Sie wollte Verantwortung übernehmen und als Ärztin Menschen helfen. Der Weg dorthin war nicht einfach, zumal nur wenige Frauen mit ausländischen Wurzeln ihn einschlugen und ihre Eltern sie finanziell wenig unterstützen konnten. Doch besonders ihr Vater habe sie immer bestärkt, ihren Traum wahr werden zu lassen, sagt sie.

Die Ärztin erkundigt sich nach den Berufswünschen. Jurist möchte einer der Jungen werden. Er hatte schon einmal mit einem Anwalt zu tun, dessen Arbeit hat ihn beeindruckt. „Autohändler“, sagt ein anderer und fragt sogleich, welchen Wagen Güllü Cataldegirmen fährt. Dass es „nur“ ein Smart ist, erstaunt, denn ihr Verdienst würde doch sicher für etwas Größeres reichen. Als es um Automarken geht und etwas unruhig wird, stellt die heutige Vertretungslehrerin klar: „Ich rede nur, wenn mir auch zugehört wird“.

Sie fragt die Jugendlichen, wie sie ihren Tag verbringen, nach ihren Hobbys und was sie sich für die Zukunft erträumen. Ein Mädchen wünscht sich Geschwister, ein anderes dagegen hat schon sechs und winkt ab. Allen gemeinsam ist, dass sie später genügend verdienen wollen, um einer Familie etwas bieten zu können – eine schöne Wohnung, ein Auto und Urlaubsreisen. „Man muss an seinen Wünschen dranbleiben und nicht aufgeben. Ich selbst bin das beste Beispiel dafür und ich hoffe, dadurch motivieren zu können“ sagt Güllü Cataldegirmen.

Welche Vorbilder haben die Schüler, wie möchten sie sein? Mike Tyson und Don Corleone werden genannt. Einer, der sich nach oben geboxt hat und eine mächtige Filmfigur – gemeinsam ist ihnen, dass sie aus ärmlichen Verhältnissen kommen und heute berühmt sind. „Sie alle hier sind in der Lage, etwas aus sich zu machen, egal, ob Sie Polizist oder Jurist werden möchten. Es kommt auf den Einsatz an. Wenn Sie Ihr Ziel erreichen wollen, müssen Sie bereit sein, viel dafür zu tun. Die Wünsche und die Realität stimmen manchmal nicht überein. Dafür stellt sich oft heraus, dass der Weg das Ziel ist“, rät Güllü Cataldegirmen.

Sie möchte mithelfen, Möglichkeiten aufzuzeigen und das ganz konkret: Sie lädt die Klasse ein zu einem Besuch an ihrem Arbeitsplatz, dem Krankenhaus. Eine tolle Gelegenheit, mehr über Berufe zu erfahren!

 

First Monday März: psychosoziale Notfallversorgung

Eingetragen am 19.03.2018

19. März 2018 | By |

An diesem ersten Montag im März waren wir bei der Notfallseelsorge Berlin zu Gast.

Das aus den beiden Kirchen, dem Malteser Hilfsdienst, der Johanniter Unfallhilfe, dem DRK, DLRG, dem ASB und dem Muslimischen SeelsorgeTelefon bestehende Netzwerk der Notfallseelsorge Berlin betreut Menschen in unmittelbaren Notfallsituationen. Im Gespräch mit dem Landespfarrer Justus Münster und einem der über 140 ehrenamtlich Engagierten, unserem Mitglied Steffen Claussen, erfuhren die Teilnehmenden unseres First Mondays, wie sich die vielfältige Arbeit der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) gestaltet und organisiert. Ebenso kamen der persönliche Umgang mit schweren Schicksalen und Schwierigkeiten im Arbeitsalltag zur Sprache.

Wie bei allen unseren First Monday Veranstaltungen lag der besondere Reiz u.a. an der vielschichtigen Zusammensetzung: einerseits von Führungskräften, die in verwandten Bereichen wie z.B. Polizei, Rote Nasen Clowns in Krankenhäusern und Telefonseelsorge – andererseits auch von Personen aus gänzlich anderen Kontexten der Wirtschaft wie z.B. Energie und Technik. Gemeinsam wurden nicht nur die besondere Belastung der psychosozialen Arbeit an sich diskutiert, sondern auch die organisatorischen Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Konkrete Handlungsstrategien wurden in Form der Gewinnung von Ehrenamtlichen für die Öffentlichkeitsarbeit und der Teilnahme am Markt der Möglichkeiten der Stiftung Gute Tat nahegelegt. Darüber hinaus wurde eine Einbeziehung des Humanistischen Verbandes in das Netzwerk der PSNV diskutiert und ein Austausch mit dem Fotografen-Projekt “Dein Sternenkind” angeregt, das bundesweit Fotos von Sternenkindern in Krankenhäusern organisiert.

Wir danken ganz herzlich Justus Münster und Steffen Claussen für die intensiven, anregenden Einblicke in ihre Arbeit und wünschen ihnen für die Zukunft viel Kraft, mehr finanzielle und personelle Ressourcen und öffentliche mehr öffentliche Wahrnehmung. Worüber wir uns besonders freuen würden, wäre, wenn sich im Kreis unserer Mitglieder eine Person mit Kompetenzen in der Öffentlichkeitsarbeit findet, die bereit ist, sich ehrenamtlich bei der PSNV einzubringen.

 

Kontakt:
Pfr. Justus Münster
Landespfarrer der EKBO für Notfallseelsorge und Flughafenseelsorge im Land Berlin
Tel: +49 30 24344 291
Email: j.muenster@ekbo.de
http://www.notfallseelsorge-berlin.de
http://www.facebook.com/NotfallseelsorgeBerlin