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Oktober 2018 - Leadership Berlin

First Monday bei KMPG: Workspace 2025 – Mode oder Muss?

Eingetragen am 23.10.2018

23. Oktober 2018 | By |

„Workspace 2025 – Mode oder Muss?“

Die Arbeitswelt ist digitaler geworden. Dies betrifft sowohl Arbeitsprozesse als auch Arbeitsstrukturen, die ein völlig neues „räumliches“ Denken erfordern. Hier geht es vor allem um Themen wie Kollaboration, Kommunikation und Vernetzung  – zumeist in einer wesentlich höheren Geschwindigkeit als bisher.

Gerade Start-Ups begannen bereits vor mehr als zehn Jahren damit,  ihre Arbeitsumgebungen grundlegend umzugestalten. An die Stelle von „festen Arbeitsplätzen mit persönlichen Gegenständen und Familienfotos“ sind Bürolandschaften mit wechselndem Arbeitsplatz getreten, häufig in Verbindung mit der Option, von zu Hause aus oder an anderen Standorten oder anderen Ländern aus zugeschaltet Arbeitsaufgaben zu übernehmen. An die Stelle räumlich strikt abgetrennter Konferenzräume und Sozialräume sind Co-Working-Places, Wohnküchen mit Sofa-Ecken usw. getreten. Und an die Stelle von strikten Hierarchien sind holistische Konzepte mit projektbezogenen Teams und Zuständigkeiten getreten.

Foto: Manuel Frauendorf Fotografie

Im internationalen Wettbewerb um die schrumpfende Zahl junger Talente haben inzwischen auch etablierte Unternehmen diese Büro- und Arbeitskonzepte aufgegriffen. Als erste der Big Four der vier großen internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften hat KPMG diese Konzepte in besonderer Weise umgesetzt. Catrin Krayer, die sich im Unternehmen um Change Management kümmert, wird einen Einblick über die Umsetzung geben.

Gemeinsam mit ihr und Jeanette Reilly, Head of Marketing and Communications KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Teilnehmerin unseres diesjährigen Collaborative Leadership Programms, wollen wir im Anschluss über die Perspektiven der Übertragbarkeit auf Old Economy, öffentliche Verwaltung und Non-Profit-Bereich in Deutschland diskutieren. Wo liegen die Widerstände der Umsetzung bei Unternehmen wie KPMG – wo liegen sie möglicherweise bei anderen Arbeitgebern? Laufen Konzepte wechselnder Arbeitsplätze in einem Land wie Deutschland (das im Mittelmeerraum berüchtigt für seine Handtuch-Liegestuhl-Reservierungskultur ist) mehr der Mentalität entgegen als im angloamerikanischen Raum oder anderen Teilen der Welt? Ist die Umgestaltung der Arbeitswelt lediglich eine Mode-Erscheinung, die die Bedürfnisse einer jungen, hippen, digitalen und global denkenden und agierenden Elite aufgreift oder ist sie die logische Konsequenz von Digitalisierung und der damit verbundenen Flexibilisierung der Arbeitswelt, der sich kein Arbeitsbereich entziehen kann und sollte, wenn man erfolgreich sein will?

Zeit: Montag, 05. November 2018, 18:30 – 21:00 Uhr
Ort: KPMG AG (Achtung! Sitz in der Jean-Monnet-Str. 4, 10557 Berlin. Wir treffen uns in der 4. Etage)
Anmeldung: Die maximale Teilnehmendenzahl ist bereits erreicht. Es besteht über dieses Formular daher nur noch die Möglichkeit, sich auf eine Warteliste setzen zu lassen: https://goo.gl/forms/Zfm24dMmXQfXkj9k1

Teilnahmebedingungen
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen, nur eine komplette Teilnahme möglich ist und unsere Mitglieder Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen eines Mitgliedsantrags tun. Die Teilnahme am First Monday ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis zum 01. November 2018 hier möglich.
Sie erhalten spätestens am 02. November eine Rückmeldung, ob wir Ihre Anmeldung berücksichtigen konnten.

Abschluss des Collaborative Leadership Programms 2018

Eingetragen am 23.10.2018

23. Oktober 2018 | By |

Der achte und somit letzte Programmtag des Collaborative Leadership Programms 2018 mit je 12 Teilnehmenden aus der Privatwirtschaft, dem öffentlichen und dem Non-Profit Bereich fand am Mittwoch im Sharehouse Refugio unter dem Titel „Der Blick nach vorne – das Netzwerk entwickeln“ statt. Am Vormittag hatten vier der Teilnehmden bis zu 9 Personen an ihren Arbeitsplatz eingeladen, um einen Einblick in ihr Tätigkeitsfeld zu bieten und selbstgewählte Fragestellungen zu behandeln. Am Nachmittag reflektierte der Jahrgang gemeinsam das Programm und tauschte sich zu weiteren Engagement und Vernetzungsmöglichkeiten aus. Da die Auftaktveranstaltung um März von einem selbstgeschriebenen Leadership-Song geprägt war, probte die Gruppe unter Leitung von Michael Betzner-Brandt weitere Varianten ein und gab sie vor der offziellen Zertifikatsvergabe am Abend unter Anwesenheit und tosendem Applaus von Alumni der letzten Jahre zum Besten.

Der 2018er Jahrgang war wieder einmal hochkarätig besetzt, besonderes Engagement ist am Abschlusstag dem öffentlichen Sektor anzuerkennen, aus dem alle Fallgeber*innen der Vor-Ort-Besuche kommen. Von der Arbeitsagentur für Arbeit über das Amtsgericht Schöneberg über die Investitionsbank Berlin hin zur Justizvollzugsanstalt Moabit, hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, nicht nur die imposanten Gebäude zu besuchen, sondern Arbeitsabläufe und Insiderperspektiven kennen zu lernen. Sowohl die Besucher*innen, als auch die Fallgeber*innen selbst kamen begeistert zurück und staunten auch am letzten Tag nochmal darüber, wieviel Potenzial in der Perspektivenvielfalt der Gruppe liegt.

Zum gemeinsame Mittagessen trafen wir uns in der Gesamtgruppe dann im Sharehouse refugio, einem Begegnungsraum der Stadtmission mit Wohneinheiten von Geflüchteten. Einen kulinarischen Einstieg in das Thema bot das von Malakeh Jazmati zubereitete Mittagessen. Jazmati folgte im Herbst 2015 ihrem Mann nach Deutschland und war vor ihrer Flucht im arabischen Raum als Fernsehköchin bei einem oppositionellen Fernsehsender in Syrien bekannt. Die junge Frau kann sich mit dem Kochen mittlerweile ihren Lebensunterhalt in Deutschland finanzieren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat sie das Catering-Unternehmen „Levante Gourmet“ aufgebaut und eröffnet noch diesen Monat ein eigenes Restaurant. Für Jazmati bedeutet Kulinarik vor allem Kultur und Heimat und sie nutzt das Kochen als Sprache, die ein anderes Bild von Syrien vermitteln soll, als das eines zertrümmerten Kriegsschauplatzes.

Der Nachmittag drehte sich zunächst um die Fragen „Was hat mir das Programm gebracht und was nehme ich mit?“ Und „was hat mir gefehlt bzw. kam zu kurz?“ Dazu hatten die Teilnehmenden zunächst die Gelegenheit, sich im Stillen zu diversen Punkten Gedanken zu machen. Schließlich gab es nochmal eine gemeinsame Reflexion in der Gesamtgruppe, um schließlich die Frage zu stellen, wie es weiter gehen soll. Ein wichtiger Faktor sei das Fortbestehen des Austauschs innerhalb der Gruppe. So sollen nun mind. vierteljährig Besuche im Stil der Vor-Ort-Besuche im Teilenehmendenkreis stattfinden. Auch die Kraft der interdisziplinären Kollegialen Beratungsgruppen soll weiter genutzt werden. Zudem wird an einem Mentoring- bzw. Patenprogramm gearbeitet, das aus der Erfahrung einer eigenen Unterrichtseinheit der Führungskräfte an der Neuköllner Zuckmeyer entstand. Die Mehrheit der 36 Führungskräfte äußerte Interesse, an weiteren Leadership Angeboten teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten. Konkret wurde es dabei sogar auch: Das Thema „mit Rechten reden“, das an dem Programmtag Vielfalt bereits zu emotionalen Debatten führte, will von einigen in ein konkretes Konzept gebracht werden. Ein ganz kurzfristiger Einsatz wurde auch gleich fest gemacht: der nächste First Monday am 05.11.2018 findet bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft statt, wo unsere Teilnehmerin Jeanette Reilly als Head of Marketing tätig ist.

Schließlich leitete Petra Göbel, Mitglied des Vorstands von Leadership Berlin und Personalleiterin der Messe Berlin, durch den Abend, zu dem auch Alumni der letzten Jahre und Mitglieder des Vereins, sowie Interessierte am Jahresprogramm 2019 eingeladen waren. Für gute Stimmung sorgte der „Leadership Chor“, der alle zum Mitsingen animierte und nochmal die Erinnerungen an den phänomenalen Auftakt vor einem Dreivierteljahr in der Schorfheide erwachen ließ. Die feierliche Übergabe der Zertifikate durch jeweils zwei Vorstände aus den drei Sektoren wurde aufgelockert durch „Speed-Dating“ Einheiten, bei welchen Jahrgangsteilnehmende und Gäste in kurzer Zeit in den Austausch gingen. Zu guter Letzt trugen Clemes Bethge und Cornelia Schwarz, stellvertretend für den Jahrgang, ein „Leadership-Liebesgedicht“ vor, bei welchem sich Führungskräfte in den Verein verlieben.

Der gemütliche Ausklang bei Fingerfood und Getränken wurde nochmal aufgeheitert durch einen Auftritt des Begegnungschors, der sich aus dem Jahresprogramm 2015 entwickelt hatte und seitdem Geflüchtete und Alt-Berliner*innen zusammenbringt.

Wir danken dem Sharehouse Refugio, besonders Julia und Tabea, für die Räumlichkeiten und die Führung, unserem Vorstand für die Unterstützung, allen Alumni und Gästen für die Teilnahme, dem Chor und insbesondere MIchael Betzner-Brandt für die gute Stimmung. Natürlich danken wir vor allem allen 36 Teilnehmenden des Jahrgangs 2018 für das unvergessliche Programm. Wir freuen uns, auch in Zukunft mit Euch in Kontakt zu bleiben und in Berlin an einer Kultur der Verantwortung zu arbeiten! Zu guter Letzt danken wir Peer Fechner, der uns auf der zweiten Hälfte unserer Learning Experience gefehlt hat.

First Monday: Botschaft für Kinder

Eingetragen am 09.10.2018

9. Oktober 2018 | By |

Beim vergangenen First Monday waren wir zu Gast in der „Botschaft für Kinder“, Ort der Genese vielfältiger Projekte des Vereins SOS-Kinderdorf. Kirsten Spiewack, Geschäftsführerin des SOS-Kinderdorfs Berlin-Moabit und der „Botschaft für Kinder“ gab zunächst einen Einblick in die „Botschaft“ und den in ihr ansässigen Hotel- und Gastronomiebetrieb, um dann anschließend mit unseren Mitgliedern über Ideen, Anregungen, Hindernisse und Möglichkeiten rund um die Fragestellung „wie kann – auch im Interesse der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft – Lobbyarbeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft noch besser gelingen?“ zu diskutieren.

SOS-Kinderdorf betreibt neben Kinderdörfern, Jugendeinrichtungen und vielen weiteren Projekten für Kinder, Jugendliche und Familien in erschwerten Lebenslagen auch drei SOS-Dorfgemeinschaften, in denen Menschen mit Behinderung leben und arbeiten. Das Hotel Rossi bezieht verschiedene Produkte aus diesen Einrichtungen. So sind die Möbel der Hotelzimmer in der Schreinerei von Hof Bockum gefertigt und für die Speisen im Restaurant werden u.a. Lebensmittel der Dorfgemeinschaft Grimmen-Hohenwieden verarbeitet. Neben den klassischen Hotelzimmern finden sich in dem Gebäude moderne Tagungsräume und ein Informationszentrum über die Arbeit von SOS-Kinder. Außerdem gibt es in der „Botschaft für Kinder“ Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Ausbildungsangebote für junge Menschen, die bei ihrem Start ins Berufsleben besondere Unterstützung benötigen. Für ganz junge Eltern unter den Auszubildenden ist es möglich, ihre Kinder betreuen zu lassen, wenn z.B. noch kein regulärer Kitaplatz zur Verfügung steht. Als Inklusionsbetrieb sind bis zu 50% der Mitarbeiterschaft Menschen mit Behinderung, die im Hotel Rossi Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt innehaben. Um das Hotel Rossi zu betreiben, wurde 2015 die Botschaft für Kinder gGmbH gegründet, die eine 100%ige Tochter von SOS-Kinderdorf ist.

Durch die herausragende Vielfalt an Tätigkeiten unter dem Dach der „Botschaft für Kinder“ ergab sich eine lebende Diskussion, die die unterschiedlichsten Tätigkeitsfelder der SOS-Kinderdörfer berührte und Ideen für mögliche Betätigungsmöglichkeiten des Hauses beinhaltete. Wir danken Kirsten Spiewack für den spannenden Einblick und der „Botschaft für Kinder“ für die Gastfreundschaft. Unser Dank gilt auch allen Teilnehmenden für den regen Austausch – der hoffentlich an einigen Stellen noch fortgeführt wird.

Programmtag Verantwortung

Eingetragen am 09.10.2018

9. Oktober 2018 | By |

Der bereits vorletzte Tag des diesjährigen Collaborative Leadership Programms drehte sich rund um das Thema „Verantwortung annehmen und abgeben können“. Wie immer lag dabei der Fokus dabei nicht auf Einezelcoaching, sondern auf der gesellschaftlichen Dimension von Verantwortung und der Rolle jeder und jedes Einzelnen darin. Im Sinne des Experiential Learnings waren die Teilnehmenden nicht nur zu Gast in der Neuköllner Zuckmayerschule, deren Schüler*innenschaft zu 92% aus Familien mit Hartz IV  kommen und von denen 94,4% nichtdeutscher Herkunftssprache sind, sondern hielten in Teams „Vertretungsstunden“ bei 8. und 9. Klassen mit dem Schwerpunkt berufsqualifizierende Maßnahmen. Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, mit Akteur*innen der Stadtgesellschaft ins Gespräch zu gehen und so verschiedene Ebenen der gesellschaftlichen Verantwortung aufzuspüren und unterschiedliche Umgangs- wie Umsetzungsformen kennenzulernen.

Raus aus der Komfortzone: vor einer Gruppe Jugendlicher vom eigenen Beruf zu erzählen und dabei bestenfalls motivierend zu wirken – das löste bei einigen unserer Führungskräfte ein mulmiges Gefühl aus. Denn was ist eigentlich ein Bezirksamt und wo liegt der Unterschied zwischen der Investions- und der Deutschen Bank? Wann muss man da immer aufstehen und wieviel verdient man jeden Monat? Da waren unsere Teilnehmenden doch froh über die Tipps der erfahrenen Pädagog*innen im Vorabgespräch: Der Schulleiter, die Konrektorin, sowie zwei pädagogische Fachkräfte machten ihnen Mut, authentisch aufzutreten und den Schüler*innen auf Augenhöhe zu begegnen. Mit gemischten Gefühlen und sehr unterschiedlichen Erfahrungen kamen die „Leadership-Vertretungslehrer*innen“ aus ihren Stunden zurück. Eines war jedoch durch die Bank weg erkennbar: exponenziell gestiegener Respekt vor dem Lehrberuf und die Erkenntnis, dass zu viel Verantwortung auf den Schulen laste. Mit dieser Einsicht erklärte sich knapp die Hälfte der Gruppe bereit, in Zukunft nochmal zu einer solchen Vertretungsstunde zur Verfügung zu stehen. Einige aus dem Teilnehmendenkreis wollen sogar längerfristig Verantwortung übernehmen und  ein Schülerpatenprogramm entwickeln.

Am Nachmittag begaben sich die Teilnehmenden in Kleingruppen in unterschiedliche (Arbeits-) Zusammenhänge, immer mit der Frage, wie dort mit Verantwortung umgegangen wird. Im Gespräch mit Alexandra Knauer, Geschäftsführerin von KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH lag der Schwerpunkt besonders auf Corporate Social Responsibility und gutem Betriebsklima. Im Gespräch mit Winfriede Schreiber, ehemalige Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes, stand – unter Bezugnahme aktueller Diskussionen um Maaßen und Seehofer, vorallem behördliche bzw. politische Verantwortung im Fokus. Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, sprach mit den Teilnehmenden vornehmlich über Verantwortung für das Gemeinwohl und wie sich die Problemfelder in den letzten Jahrzehnten verändert haben. „Bürgerverantwortung“ war das Stichwort von Volker Hassemer, der nach seiner 15jährigen Erfahrung als Senator für Stadtentwicklung bzw. Kultur, Vorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin wurde und der sich für eine bessere Vernetzung von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft einsetzt.

Wir danken der Zuckmayerschule für die Gastfreundschaft, unseren Gesprächspartner*innen für ihre Offenheit und allen Teilnehmenden für ihre Fragen und Ideen. Es war ein erfahrungsreicher und intensiver Tag dank aller Beteiligten.