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Susanne Kappe

Startschuss für „Leadership in Dialogue“

Eingetragen am 08.05.2017

8. Mai 2017 | By |

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Der Dialog hat begonnen – am 2. Mai kam eine Gruppe von Berliner Führungskräften und Menschen mit Fluchtgeschichte, die Führungspotential bewiesen haben, bei Siemens zusammen, um in eine gemeinsame Learning Journey zu starten.

Mit dabei sind Führungskräfte aus Berliner Wirtschaftsunternehmen, der öffentlichen Verwaltung und Non-Profit-Organisationen. Gastgeberin war Petra Göbel, die bei Siemens in der Abteilung Human Resources Regional Speaker für Talent and Leadership Development ist. Auch von der GASAG, BVG, Polizei, der DIHK oder Bezirksämtern beteiligten sich erfahrene Führungskräfte.

Neu in Berlin sind dagegen die meisten der Teilnehmenden mit Fluchtgeschichte. Der Großteil von ihnen ist erst innerhalb der letzten zwei Jahre nach Deutschland gekommen. Und doch haben alle bereits angefangen, sich in der Stadt zu engagieren und Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Mouayad Alzaher hat beispielsweise das Cateringunternehmen „Dumu Zi“ gegründet und damit auch Arbeitsplätze für mehrere syrische Frauen geschaffen. Andere haben soziale Vereine gegründet und beraten geflüchtete Menschen, so z.B. Yahya Alaous mit „Zusammen Wachsen e.V.“ oder Amr Kurbaj als „Family Guide“. Die Syrerin Arwa Almoadhen vernetzt in der Initiative „New Chances“ Expert*innen und Coaches, um mit Workshops das passende Know-how dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird. Hawarneh Mwafak, ebenfalls Syrer, ist der Leiter des „Haus Charlotte“ in Schöneberg, das Obdachlosen eine Unterkunft bietet. Unter den Neu-Berliner*innen in der Gruppe sind aber auch Elektroingenieure und IT-Experten mit eigenem Unternehmen. Einige waren bereits in Syrien als Führungspersönlichkeiten aktiv, so z.B. Joumana Seif, die das „Syrian Women’s Network“ gründete oder Amr Kurbaj, der für das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen arbeitete. Manche sind nun dabei, sich in Deutschland beruflich komplett neu zu orientieren, denn die deutsche Sprache stellt sich als große Hürde für eine Karriere dar.

Leadership in Dialogue

Beim Auftakttermin ging es vor allem darum, sich kennenzulernen und auszutauschen. Ganz nebenbei wurden Schubladen aufgebrochen und Vorurteile hinterfragt. Ein Ziel des Programms ist es, Gelegenheit zu geben, sich zu vernetzen und Perspektivwechsel vorzunehmen. Dieser Austausch soll später durch die Bildung von Tandem-Partnerschaften noch intensiviert werden.

Im Herbst wird die eigentliche Learning Journey beginnen. An sechs Dienstagnachmittagen im September und Oktober begibt sich die Gruppe auf eine Lernreise durch die Berliner Stadtgesellschaft und kommt mit unterschiedlichsten Akteuren ins Gespräch. Auf Stationen im öffentlichen Bereich, bei Unternehmen aus der Privatwirtschaft und bei gemeinnützigen Organisationen setzen sich die Teilnehmenden mit gesellschaftlichen Strukturen und aktuellen Herausforderungen auseinander und trainieren Leadership-Kompetenzen.

Wer sich für eine Teilnahme interessiert und sich an „Leadership in Dialogue“ beteiligen möchte, kann sich gerne das Konzept anschauen oder sich direkt bei uns melden. Es gibt noch freie Plätze für Berliner Führungskräfte aus der Wirtschaft, dem öffentlichen und Non-Profit-Bereich und wir freuen uns über jegliche finanzielle Unterstützung.

Das Leben draußen: Von Ausgrenzung und Missverständnissen

Eingetragen am 25.04.2017

25. April 2017 | By |

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Die JVA Moabit – Foto: Charles Yunck

 

Das Thema „Ausgrenzung“ aktiviert die Inhaftierten in der Diskussionsrunde erfahrungsgemäß besonders. Sei es, weil sie oft Parallelen zu ihrer eigenen Lebensgeschichte ziehen oder weil sie sich in ihrer aktuellen Situation ausgegrenzt fühlen. In jedem Falle aber haben Dieter Geuss und Crispin Hartmann bei diesem Thema nicht die Befürchtung, dass es zu eintönig wird und keine richtige Diskussion aufkommen will.

Dieses Mal war es anders: Die Gastgeber waren schon im Vorfeld nervös, ob die Begegnung mit den Inhaftierten trotz aller Aktivität ruhig, sachlich und wertschätzend verlaufen wird. Zu groß sind die Vorurteile, die schon im „Leben draußen“ diesen beiden Gästen entgegengebracht werden. Aber der Reihe nach …

Am 27. März waren Denise* und Ute* die Gäste der Gesprächsrunde in Moabit. Denise Baujahr 1940, Ute gerade 35 Jahre jung. Beide sind Frauen – aber das war nicht immer so. Geboren wurden sie als Männer und jede erlebte auf unterschiedliche Weise, was es bedeuten kann, im falschen Körper geboren worden zu sein.

Denise zeugte als Mann eine Tochter in einer funktionierenden Ehe. Bis die Lebenslüge zu groß wurde und das Internet Antworten auf die vielen quälenden Fragen gab. Endlich auch die Gewissheit: Ich bin nicht allein. Denise hat sich, wie sie heute selbst sagt, dann zwar mit ihrem Weg der Transition gegen den Freitod entschieden, dafür aber die Ehe auf dem Gewissen.

Ute war nach eigenen Angaben bereits als Kind ein Außenseiter. Auch sie lebte ständig mit einer Lüge – stets bemüht, den gesellschaftlichen Konventionen zu genügen. Beide sagen, genau diese Lügen, das Verstellen und das Unterdrücken der eigenen Wünsche ist auf Dauer nicht auszuhalten.

Die Inhaftierten reagierten sehr positiv – viel besser als gedacht (dieses Vorurteil wurde also nicht bestätigt): Kein Anflug von Berührungsängsten, kein betretenes Schweigen oder offene Anfeindungen.  Im Gegenteil: Sie interessierten sich für den schwierigen Weg einer Vornamen- und Personenstandsänderung, fragten nach persönlichen Wünschen einer Schwangerschaft und ließen sich die Reaktionen im persönlichen Umfeld von Denise und Ute schildern. „Ach, und wir dachten immer, du wärst schwul.“ war beispielsweise die Reaktion in der Familie von Denise.

Bei aller Euphorie wurde anhand einer These eines Inhaftierten aber auch klar, wie lang der Weg der Erkenntnis bei allen nicht-queer-Mitmenschen noch ist: Er unterstellte dem homosexuellen Kindergärtner seines Sohnes gleichzeitig pädophile Neigungen – das eine würde das andere ja bedingen.

Zum Ende der Diskussion honorierten die Inhaftierten den Mut unserer Gäste mit Applaus und verbaler Anerkennung. Das vielleicht schönste Kompliment drückte ein Insasse der JVA Moabit so aus: „Bisher habe ich nicht geglaubt, dass so etwas angeboren ist. Ihnen nehme ich das ab. Jetzt glaube ich es!“

*Namen geändert

Kritik äußern und annehmen – Herausforderung am Programmtag

Eingetragen am 24.04.2017

24. April 2017 | By |

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Zum Thema „Kritik äußern und annehmen können“ gingen die Teilnehmenden unseres Leadership-Jahresprogramms am vergangenen Donnerstag am Vormittag in Austausch mit den unterschiedlichsten Akteuren der Stadtgesellschaft, die besonders viel austeilen und einstecken mussten und müssen.

Den Nachmittag verbrachten wir dann im Kulturforum Hellersdorf mit Bürger*innen, die „Führungskräften einmal ihre Meinung sagen wollen“. Obwohl wir auf unterschiedlichsten Wegen für die Veranstaltung geworben haben, war eine erste Feststellung, dass längst nicht so viele Bürger*innen von dem Gesprächsangebot Gebrauch machten, wie wir dies erwartet hätten.

Dennoch kam ein lebendiger Dialog zwischen den Gästen und unseren teilnehmenden Führungskräften zustande. Haupt-Kritikpunkte waren die Arroganz der Macht, soziale Schieflagen, Konformität statt Bürgernähe in der öffentlichen Verwaltung und das Funktionieren der Verwaltung allgemein, das Thema Schule, die Diskussionskultur und Denkverbote z.B. im Umgang mit der AfD sowie die Themen Sicherheit und Migration.

Die Diskussion in der Gesamtgruppe zeigte hierbei noch einmal, wie unterschiedlich viele Fragen sowohl unter den teilnehmenden Führungskräften als auch innerhalb der Gruppe der Gesprächspartner*innen eingeschätzt werden. Wirklichkeit ist komplex und es kann nur von Vorteil sein, seinen Bereich eines „selbstreferentiellen Systems“ mitunter zu verlassen – so eine Erkenntnis, die viele der Anwesenden mitnahmen.

Zwei Neuköllner Gewächse in der „Vertretungsstunde“

Eingetragen am 24.04.2017

24. April 2017 | By |

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Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9a der Zuckmayer-Sekundarschule durften sich letzte Woche gleich über zwei Führungskräfte als Gäste freuen, die beide selbst in Neukölln aufwuchsen und zur Schule gingen. Im Rahmen unseres Projekts „Vertretungsstunde“ gaben sie Einblicke in ihren beruflichen Werdegang und Tipps für den Berufseinstieg.

Kenan Yilmaz machte nach dem Abitur zunächst eine Maurerlehre und arbeitete auf dem Bau. In seiner Freizeit besuchte er u.a. Kampfsportschulen und Wing Tsun wurde zunächst zu seiner Leidenschaft und dann zu seinem  Beruf. Als er an unserem Leadership-Programm 2013 teilnahm war er Betreiber von zwei Wing-Tsun-Schulen. Inzwischen vereint er unter dem Dach seiner Firma VESQ GmbH insgesamt 12 Kampfkunstschulen in Berlin und Brandenburg. Auch wenn sein heutiger Beruf nichts mehr mit dem Maurer-Handwerk zu tun hat, so war seine Empfehlung an die Schüler*innen doch eindeutig: schaut, dass ihr eine Ausbildung macht. Wenn ihr in etwas gut seid und es wirklich wollt, öffnen sich danach noch viele andere Wege.

Petra Göbel verdiente sich ihr erstes Geld u.a. als Putzkraft und Kassiererin und erwarb ihre Englisch-Kenntnisse vor allem als Aupair in Großbritanien, bevor sie nach Studium und Auslands-Stipendium ihre berufliche Karriere bei Siemens startete, wo sie mittlerweile als Personalreferentin im Oberen Führungskreis in dem Weltkonzern angekommen ist und ihre Mails auch mal rund 100.000 Empfänger haben. Anschaulich sprach sie über Mindeststandards in Vorstellungsgesprächen, Kleidung, Fehltage in den Schulzeugnissen, den richtigen Umgangston, Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit und Kritikfähigkeit bis hin zu Rechtsschreibung und Englischkenntnissen und diverse Gründe, warum Arbeitsverhältnisse mitunter aufgelöst werden.

Kenan Yilmaz und Petra Göbel gaben insofern ganz unterschiedliche Einblicke in ihre berufliche Praxis, die für die meisten Schüler*innen der Zuckmayer-Schule noch sehr weit weg ist. 92% der Schüler*innen der Zuckmayer-Schule wachsen mit Lehrmittelbefreiung auf, was in der Regel bedeutet, dass die Familie ALG II bezieht. Für die Schüler*innen war es insofern ein Einblick in eine weitgehend fremde Welt des Berufslebens, die ihnen unsere beiden „Vertretungslehrer“ im Rahmen unseres Projektes „Vertretungsstunde“ lieferten. Wir hoffen mit den Besuchen von Menschen, die fest im Berufsleben stehen, einen Impuls zu geben, um den Anteil der Schüler*innen zu erhöhen, die eine duale Berufsausbildung beginnen. Aus dem letzten Abschluss-Jahrgang haben sich lediglich 20% der Schüler*innen dafür entschlossen, womit die Schule allerdings noch besser da steht als viele andere Schulen mit vergleichbarer Schüler-Zusammensetzung.

Vielen Dank an Petra Göbel und Kenan Yilmaz und die Lehrer*innen der Zuckmayer-Schule!

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Mut zur Vielfalt – Programmtag

Eingetragen am 23.04.2017

23. April 2017 | By |

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Unter dem Motto „Mut zur Vielfalt – dem anderen begegnen“ stand unser Programmtag im Mai des Collaborative Leadership Programms 2017. Im Zeichen von Vielfalt standen somit auch die Begegnungen, an denen die Führungskräfte an diesem Tag teilnahmen.

Gesprächspartner*innen waren Patricia Carl, die Vorstandsvorsitzende des Vereins Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien, sowie Sascha Disselkamp, Partner in der Sage Group, der in die Hallen des Sage Clubs lud und den Teilnehmenden die Parallelwelt des Berliner Nachtlebens näher brachte. Außerdem besuchten die Führungskräfte die Wagenburg Lohmühle und sprachen mit Bewohner*innen und tauschten sich beim Sonntags-Club mit Trans*Menschen aus, deren angeborene physische Geschlechtsmerkmale nicht mit dem gefühlten Geschlecht übereinstimmten.

Gastgeber des Tages war das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung, eine Moschee im Wedding. Dort hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, einer TV-Diskussion mit Jens Spahn zum Thema „Gehört der Islam zu Deutschland?“ beizuwohnen und mit den Vorstandsmitgliedern Hassan Attalah und Herrn Ramzi zu diskutieren und Fragen zum Islam und muslimischem Leben in Berlin zu stellen.

Den „Mut zur Vielfalt“ galt es bei zwei Herausforderungen im öffentlichen Raum unter Beweis zu stellen. Ein Teil der Gruppe nahm sich dem Thema „Barrierefreiheit“ an und bewältigte im Rollstuhl eine Strecke mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln. Andere Führungskräfte gingen auf Meinungsforschung zum Thema „Religion“ im Kiez der Osloer Straße. Bei beiden „Challenges“ waren gute Kommunikationsstrategien gefragt und der Mut, sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu bewegen.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen und dem IZDB für die Unterstützung!

Vertretungsstunde – Was macht ein Lehrer für Erwachsene

Eingetragen am 12.04.2017

12. April 2017 | By |

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In unserem Projekt „Vertretungsstunde“ stellt monatlich eine Führungskraft aus unserem Netzwerk in der Zuckmayer-Schule im Neuköllner Rollbergviertel ihren beruflichen Werdegang und ihre aktuelle Tätigkeit vor. In der 9. Klasse haben alle Schüler*innen eine familiäre Migrationsgeschichte, die meisten Familien haben Wurzeln in der Türkei und arabischen Ländern. „Vertretungslehrer“ dieses Mal war unser Geschäftsführer Bernhard Heider, der u.a. vermittelte, dass auch Erwachsene noch lernen können und wollen.

Die schwierigste Frage war für ihn die eines Schülers auf die Aussage, dass heute nur noch halb so viele Kinder in Deutschland geboren werden wie in den 60er-Jahren:
„Warum kriegen die Deutschen denn keine Kinder mehr? Dann leben hier doch nur noch Ausländer irgendwann!“

Was hätten Sie auf die Frage geantwortet?

meet2respect-Tandemtour am 25. Mai

Eingetragen am 10.04.2017

10. April 2017 | By |

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Für Respekt und Toleranz gegenüber Gläubigen, Anders-Gläubigen und Nicht-Gläubigen

Was?               Fahrrad-Corso mit ca. 25 interreligiösen Tandems & 1000 Radfahrern
Start in der Nähe des Holocaust-Mahnmals, vorbei an der Gedächtniskirche, der Mevlana-Moschee, dem Haus des Humanistischen Bundesverbandes und dem Centrum Judaicum bis zum Gendarmenmarkt

Wann?            Donnerstag, den 25. Mai 2017, 10.00 – 13.00 Uhr
Es handelt sich um den Feiertag Christi Himmelfahrt (Herren-Tag), an dem dieses Jahr in Berlin sowohl die Lange Nacht der Religionen als auch der Deutsche Evangelische Kirchentag stattfindet, zu dem ca. 200.000 Besucher erwartet werden.

Wo?                Die Tour startet an der Ecke Lennéstraße/Kemperplatz um 10 Uhr und endet am Gendarmenmarkt um 13 Uhr
Der Treffpunkt befindet sich ca. 300m westlich des Holocaust-Mahnmals zwischen Sony Center und Tiergarten. Für die Tour nutzen wir die Straße des 17. Juni und andere Hauptstraßen der Stadt, die von der Polizei für uns abgesichert werden. Das Tempo wird kinder- bzw. familienfreundlich sein. Die Tour endet am Gendarmenmarkt, wo zwischen 13 und 14 ein von der „Langen Nacht der Religionen“ organisiertes gemeinsames Essen (Weiße Tafel) und damit die Auftaktveranstaltung der Langen Nacht der Religionen stattfindet.

Warum?          Liebe statt Hass. Respekt statt Abwertung. Demut statt Hybris.
Alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften vereinen unter ihrem Dach Menschen, die sich Nächstenliebe, Solidarität und Respekt gegenüber anderen verpflichtet fühlen und die religiösen oder ethischen Werte der anderen akzeptieren. Leider gibt es in jeder Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft auch Vertreter*innen, die Überlegenheit aus ihrer Position oder Perspektive herleiten und sich damit über andere stellen wollen.
Die meet2respect-Tandem-Tour vereint Menschen mit unterschiedlichen Auffassungen zu Religion und Glaubensfragen, Gläubige, Agnostiker*innen und Humanist*innen, die folgende Werte teilen:

  • Nächstenliebe/Solidarität
  • Respekt gegenüber Anders- und Nichtgläubigen
  • sich nicht über andere Menschen erheben und sich einem moralisch-ethischen Wertekontext verpflichtet fühlen

Wer?               Vorweg fahren 20-30 Tandems jeweils mit einer/einem Vertreter*in

  • des Christentums (z.B. evangelische Pfarrer*innen oder katholische Nonnen) und
  • einer anderen großen Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft (z.B. Imame, Rabbiner*innen oder Führungskräfte des Humanistischen Verbandes)
  • gefolgt von einer großen Gruppe von Einzel-Radfahrer*innen, die das Anliegen der meet2respect-Tour teilen.

Veranstalter: Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V., Projekt: meet2respect
Als gemeinnütziger Verein „Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.“ stehen wir ein für eine pluralistische und demokratische Gesellschaft im Sinne eines respektvollen Miteinanders und bestärken Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen darin, sich in einer Vorbildfunktion entsprechend dieser Werte zu positionieren. Mit der meet2respect-Tandemtour knüpfen wir an an die Tandem-Tour von Imamen und Rabbinern, die wir im Frühjahr 2015 in Kooperation mit der Initiative Clevere Städte organisiert haben. Damals beteiligten sich 10 jüdisch-muslimische Tandems, denen eine Gruppe von ca. 500 Radfahrer*innen folgte.

Kooperationspartner:
Die meet2respect-Tandem-Tour mündet in die Eröffnungsveranstaltung der Langen Nacht der Religionen, in dessen Programm die Tour als Bestandteil aufgeführt ist. Als Kooperationspartner trägt der Verein „Lange Nacht der Religionen e.V.“ maßgeblich zur Gewinnung von zahlreichen beteiligten Religionsvertreter*innen bei.

Kooperationspartner darüber hinaus sind:

Anmeldung: 
Vertreter von Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen, die bereit sind, auf einem Tandem mitzufahren nutzen bitte das Anmeldeformular. Über die Zusammensetzung der Tandems entscheidet der aus den Projektbeteiligten bestehende Koordinierungskreis. Für den ehrenamtlichen Vorsitz des Koordinierungskreises konnten wir Winfriede Schreiber gewinnen. Vor ihrer Pensionierung war sie u.a. Präsidentin des Verwaltungsgerichts Cottbus, Polizeipräsidentin für Ost-Brandenburg und von 2005 bis 2013 Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes.

Informationen können Sie außerdrem bei den oben aufgeführten Ansprechpartner*innen erhalten oder bei  Susanne Kappe, susanne.kappe [at] leadership-berlin.de, Tel.: 030 – 22 488 630. Wir kümmern uns um das Tandem und machen Vorschläge hinsichtlich der Tandem-Partner.

Menschen, die das Motto der Veranstaltung teilen, sind herzlich eingeladen, mitzufahren. Für Auswärtige besteht die Möglichkeit, sich ein Fahrrad bei einer der vielen Fahrradverleih-Stationen zu mieten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir sind allerdings dankbar, wenn Teilnehmende auf unserer Facebook-Seite oder über Eventbrite Ihre Beteiligung ankündigen, um einen Überblick über die zu erwartende Zahl zu erhalten.

Hier einige Impressionen der meet2respect-Tandem-Tour 2015 von Imamen und Rabbinern:

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Zukunftsplanung beim First Monday: Führungskräfte mit Behinderung

Eingetragen am 06.04.2017

6. April 2017 | By |

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Zum First Monday im April kamen wir mit Vertretern aus dem Vorstand des Vereins „Führungskräfte mit Behinderung“ zusammen. Der Verein ging aus Ideen und Aktivitäten des Jahresprogramms 2016 hervor und gründete sich parallel zu unserem Abschlusstag im Oktober. Mit Dr. Peter Sdorra, Richter am Kammergericht in Berlin und Vorstandsvorsitzender von „Führungskräfte mit Behinderung“, sowie seinem Vorstands-Kollegen Christian Habl, der selbstständiger Unternehmer und gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Netzwerks zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung ist, sprachen wir über aktuelle Herausforderungen und die Zukunftsplanung des Vereins.

Der Verein ist bundesweit aufgesetzt und hat momentan 14 Mitglieder. In den letzten Monaten wurden die Weichen gestellt sowie die rechtlichen und vereinsorganisatorischen Grundlagen geregelt, damit der Verein nun durchstarten kann. Ein Logo ist inzwischen auch gefunden – momentan steht gerade die Erstellung einer Website ganz oben auf der Agenda, um Menschen für die Vision und Mission des Vereins zu erreichen.

Mit der „Action Learning“-Methode formulierten die Teilnehmenden Fragen, die das Team von „Führungskräfte mit Behinderung“ anregen sollen, in unterschiedliche Richtungen zu denken und bislang übersehene „Baustellen“ auszuloten. In Kleingruppen wurde dann noch einmal konkret darüber nachgedacht, wo der Verein in 5 Jahren stehen könnte und welche Meilensteine auf dem Weg erreicht werden können.

Anzupacken gibt es Vieles, um Menschen mit Behinderung zu stärken und ihnen zu mehr Sichtbarkeit gerade in Vorständen und Unternehmen zu verhelfen. Vor der großen Öffentlichkeitskampagne ist aber sicherlich der erste Schritt, sich intern zu fokussieren und gut aufzustellen. Wir sind gespannt, was wir als nächstes vom Verein hören werden!

 

 

Auftakt fürs Jahresprogramm 2017

Eingetragen am 03.04.2017

3. April 2017 | By |

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Das Collaborative Leadership Programm 2017 ist am 23./24.3. mit der Auftaktveranstaltung im Ringhotel Schorfheide gestartet. Mit dabei sind wieder 36 Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft: von „Zahlenmenschen“ aus der Wirtschaft über Führungskräfte aus Bezirksämtern bis zu Leiter*innen von sozialen Einrichtungen und Non-Profit-Initiativen (hier eine Übersicht über die Teilnehmer*innen).

An den ersten beiden Programmtagen stand das gegenseitige Kennenlernen im Zentrum. Aber es gab auch eine erste Gelegenheit zur  Kollegialen Beratung sowie einen Ausblick auf die Methodik des Experiential Learning und die Gespräche mit unterschiedlichsten Akteuren aus der Stadtgesellschaft. Hierfür standen sieben Mitglieder unseres Vorstandes zu den Themen der kommenden Programmtage als Gesprächspartner*innen zur Verfügung – es ging um Kritik, Verantwortung, Macht, Ohnmacht und Vielfalt in der Gesellschaft. Außerdem durften sich die Führungskräfte einer Herausforderung weit außerhalb ihres formalen Zuständigkeitsbereichs stellen… und wurden mit einer Menge Spaß und Applaus belohnt!

Fusionen als Veränderungsprozesse – First Monday bei der BKK VBU

Eingetragen am 21.03.2017

21. März 2017 | By |

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Für den First Monday im März waren wir zu Gast bei der BKK VBU und ihrer Vorständin Andrea Galle sowie der Fusionsbeauftragten Jacqueline Fochler. Die beiden sind Fusions-Expertinnen – haben sie doch gemeinsam seit der Neu-Gründung der Kasse 1993 bereits neun Fusionen durchgeführt. Tendenz: weitere werden folgen.

Denn wie wir im Gespräch erfuhren, stehen die Kassen weiterhin unter Druck zur Vergrößerung. Die Öffnung der Kassen begann mit der Einführung des Krankenkassenwahlrechts im Jahr 1996. Die ursprünglich an Betriebsgrößen angepassten BKKs schließen sich seither zu größeren Unternehmen zusammen, um die Effizienz zu steigern und Verwaltungskosten zu sparen. So wurden aus 785 Kassen im Jahr 1993 die heute verbleibenden 88.

Der Erfolgsschlüssel für eine erfolgreiche Fusion ist aus der Erfahrung von Andrea Galle und Jacqueline Fochler die Kommunikation. Denn es komme darauf an, die Mitarbeiter*innen mental mitzunehmen. Dabei helfe bei der BKK VBU auch das soziale Engagement des Unternehmens, denn die Mitarbeiter*innen identifizierten sich mit einer sinnstiftenden Vision.

Was dagegen nicht funktioniere, sei eine arrogante Haltung à la „Kommt zu uns, dann wird alles besser“. Gelassenheit und Geduld zu haben, die Menschen sich in der neuen Situation einfinden zu lassen, seien genauso wichtig wie der Freiraum für kulturelle Besonderheiten: die Grußformeln von Hamburg und Bayern lassen sich nicht konformieren.

Wann immer möglich, schaltet das Unternehmen vor den Fusionszeitpunkt eine Kooperationsphase vor. So können die Teams sich gegenseitig ebenso wie die Verfahrensweisen des anderen kennenlernen. Dabei werden auch die eigenen Prozesse auf den Prüfstand gestellt. Ein Aktivitätenplan gibt die konkreten Schritte im Veränderungsprozess vor und gibt allen Beteiligten Orientierung.

Und nicht zuletzt wirkt die Vorständin Andrea Galle selbst als Botschafterin für den Zusammenschluss und für die sinnstiftende Idee. Wir danken ihr und Jacqueline Fochler, dass wir an der Lernkurve des Unternehmens teilhaben durften. Ebenso gilt unser Dank Dorothee Christiani, der CSR-Beauftragten der BKK VBU und Mitglied unseres Vorstands, sowie Andreas Scholz-Fleischmann, unserem Vorstandsvorsitzenden, für die Moderation.