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Susanne Kappe

First Monday zum Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten – Aufbau einer „atmenden“ Behörde

Eingetragen am 13.09.2016

13. September 2016 | By |

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Wolf Plesmann

 

Der First Monday im September bot gleich doppelten Einblick darin, wie die gesellschaftliche Herausforderung des hohen Flüchtlingsaufkommens in Berlin angegangen wird.

Zum einen waren wir vor Ort zu Gast in einer Gemeinschaftsunterkunft für besonders schutzbedürftige Geflüchtete, die von der milaa gGmbH betrieben wird. Einrichtungsleiter Sean Corleone, selbst vor einigen Jahren aus dem Irak geflohen, zeigte uns die Unterkunft und beeindruckte die Teilnehmenden unter anderem durch seinen spürbar guten Draht zu den etwa 300 Bewohner*innen. Zu ihnen gehören kranke, vom Krieg versehrte und traumatisierte Menschen, aber auch alleinerziehende und werdende Mütter sowie ca. ein Drittel Kinder. In der Containerunterkunft haben sie einen Schutzraum, der nicht nur einen vergleichsweise hohen Standard aufweist, sondern auch besondere Leistungen wie eine Physiotherapie vor Ort, einen Fitnessraum und einen liebevoll gestalteten Kinderraum bietet. Karsta Dietrich, stellv. Geschäftsführerin der milaa gGmbH, sprach mit den Teilnehmenden außerdem über die nächsten Pläne der Organisation, wozu u.a. die Einbeziehung von Angehörigen in die Pflege gehört, wie es in den Kulturen der Herkunftsländer vieler Geflüchteter üblich ist.

Zum anderen führten wir an diesem Abend ein Gespräch mit Wolf Plesmann, dem Stellvertreter des Beauftragten für die Versorgung und Unterbringung der Flüchtlinge beim Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Er leitete gemeinsam mit Claudia Langeheine den Aufbau des neuen Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, das am 1. August 2016 seinen Betrieb aufgenommen hat. Der Management-Profi, der u.a. viereinhalb Jahre für ISAF und die GIZ in Afghanistan das Friedens- und Reintegrationsprogramm mitaufbaute, sprach über die Strategie beim Aufbau der Strukturen der Behörde und betonte auch noch einmal die enormen Herausforderungen, die die Strukturen des LAGeSo überfordert und zur Entscheidung dafür geführt hatten, dass eine neue Behörde notwendig war: Von 15.000 Flüchtlingen im Jahr 2014 war, vor allem im letzten Drittel des Jahres, 2015 die Anzahl auf 80.000 gestiegen. Eigentlich waren am LAGeSo nur etwa 50-100 Mitarbeiter*innen für die Versorgung der Flüchtlinge zuständig – am Ende befassten sich etwa 1000 Mitarbeiter*innen mit der Aufgabe.

Die neue Behörde muss die Herausforderung der Versorgung von aktuell noch knapp 40.000 Menschen, die in Flüchtlingsunterkünften untergebracht sind, nun mit etwa 570 Mitarbeiter*innen stemmen. Diese gilt es nun so zu schulen und in Strukturen einzubetten, dass ein Grad an Flexibilität erreicht wird, der auf Schübe von neuen Flüchtlingsregistrierungen ebenso reagieren kann wie auf Verschiebungen innerhalb der Leistungsgewährung von erstmaligen zu regelmäßigen Gewährungen. Ein Kern der neuen Strukturen sind außerdem die Regionalteams, die zur Bereitstellung von Unterkünften themenübergreifend zusammenarbeiten.

Bei all dem gilt es natürlich die ehemaligen Mitarbeiter*innen des vielgescholtenen LAGeSo mitzunehmen und für ihre Aufgaben zu motivieren. Herr Plesmann gab hierzu viele Einsichten und scheute auch nicht davor, über Problemlagen und Stolpersteine auf dem Weg zu sprechen. Wir bedanken uns für das erkenntnisreiche und offene Gespräch!

Ebenso gilt unser Dank den Gastgeber*innen der milaa gGmbH: dem Einrichtungsleiter Sean Corleone, der stellv. Geschäftsführerin Karsta Dietrich sowie Geschäftsführerin Jeanne Grabner.

Führungskräfte treffen Neuköllner Schüler – Programmtag „Verantwortung“

Eingetragen am 12.09.2016

12. September 2016 | By |

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Der Programmtag zum Thema „Verantwortung annehmen und abgeben können“ brachte die 36 Teilnehmenden unseres diesjährigen Collaborative Leadership Programms mit Neuköllner Schüler*innen zusammen.

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Schulleiter Roland Hägler beim morgendlichen Begrüßen der Schüler*innen

An der Hermann-von-Helmholtz-Schule erfuhren die Führungskräfte zunächst etwas über die Herausforderungen der Schule im Gespräch mit Schulleiter Roland Hägler, der explizit betont: Es handele sich nicht um eine „Brennpunkt-Schule“, wohl aber hätten viele der Schüler*innen mit erschwerten Startbedingungen zu kämpfen. Ein Großteil hat eine andere Herkunftssprache als Deutsch, bei vielen geht niemand in der Familie einer Erwerbstätigkeit nach, von den Eltern gibt es keine Hilfe bei den Hausaufgaben und viele verlassen kaum je das Viertel. Unterstützung gibt es dafür in der Schule u.a. bei der Berufsorientierung. Die Schule unterhält viele Unternehmenskooperationen zur Vermittlung von Ausbildungsplätzen und hat mit dem von der IHK finanzierten AWO-Projekt „Brückenbauer“ eigens einen Berufscoach an Bord, der beim Übergang Schule – Beruf berät. So gelingt es der Schule, immerhin etwa die Hälfte der Schüler*innen in eine Ausbildung zu vermitteln.

IMG_1292Unterstützung gab es nun auch von unseren Führungskräften, die ins kalte Wasser sprangen und jeweils im Zweier-Team oder einzeln eine Unterrichtseinheit übernahmen und mit Schüler*innen der 9. und 10. Klassen über Berufsorientierung, Eigenverantwortung und -initiative, Motivation und auch ihre eigenen Karrierewege sprachen.

Am Nachmittag wurden weitere Dimensionen des Themas Verantwortung ins Auge gefasst: Bei den Kleingruppen-Gesprächen mit verschiedenen Verantwortungsträgern ging es um gesellschaftliche Verantwortung von öffentlichen und privaten Unternehmen, Verantwortung gegenüber Mitarbeiter*innen, Kund*innen oder Mitgliedsorganisationen und auch um die Frage, wann es sinnvoll ist, Verantwortung abzugeben. Dazu gab es Einblicke von

  • Harald Eisenach, Mitglied des Management Committee Deutschland sowie Vorsitzender der Regionalen Geschäftsleitung Ost der Deutschen Bank AG mit Sitz in Berlin
  • Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstandsvorsitzendem der Berliner Bäder-Betriebe und ehrenamtlichem Vorstandsvorsitzendem von Leadership Berlin
  • Dr. Gregor Gysi, MdB und ehemaligem Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen des Landes Berlin und von 2005 bis 2015 Fraktionsvorsitzender der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag
  • Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Landesverbandes Berlin.

Vielen Dank an die GesprächspartnerInnen sowie unsere Gastgeber Schulleiter Roland Hägler und Berufscoach Jens Priesen von der Hermann-von-Helmholtz-Schule, die dieses „Experiental Learning“ ermöglicht haben!

„Das Leben draußen“: Netzwerken für Anerkennung

Eingetragen am 09.09.2016

9. September 2016 | By |

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Udo Marin; Foto: VBKI

 

„Netzwerken funktioniert im Gefängnis besser als draußen. Hier ist das ein existentielles Interesse!“ lautet eine der Botschaften, die die Inhaftierten unserem Gesprächsgast im August, Herrn Udo Marin, mitgaben. Damit war schnell klar: Hier sitzen sich Experten gegenüber.

Udo Marin ist seit 17 Jahren der Geschäftsführer des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller e.V. (VBKI). Der Verein wurde bereits im Jahre 1879 gegründet und versteht sich selbst u.a. als eine Think-Tank-Organisation, die auf den Themenfeldern Politik, Standort Berlin, Bildung und Wissenschaft, Sport und mehr Antworten in Form von Positionspapieren erarbeitet. Darüber hinaus fördert der Verein gemeinnützige Projekte und unterstützt im Rahmen einer Sportförderung Berliner Spitzensportler während und nach ihrer aktiven Zeit.

Netzwerker sind vor allem sozial erfolgreich – sie können Menschen für sich und ihre Ideen gewinnen und kennen immer jemanden, der jemanden kennt. So auch die rheinische Frohnatur Udo Marin – eine ideale Besetzung, um zum Thema Netzwerke/Gemeinschaften seine Erfahrungen mit den Inhaftierten zu teilen.

Die Inhaftierten wiederum berichteten von ihren Strategien und Beweggründen, in der JVA selbstständig Netzwerke zu bilden oder bestehenden Netzwerken beizutreten. Sie gaben Beispiele für verschiedene Initiativen der Inhaftierten aus dem Gefängnisalltag und analysierten die Ursachen von Erfolg und Misserfolg dieser Vorhaben. Dabei kristallisierte sich schnell heraus: Der stärkste Antrieb zur Bildung einer Interessengemeinschaft ist immer noch der Kampf gegen einen gemeinsamen „Feind“.

Geschichten über Feinde hatte Herr Marin nicht zu erzählen, wohl aber über einen weiteren Aspekt der Motivation, Menschen zu helfen und dadurch Netzwerke zu bilden: Die Anerkennung.
Das Gefühl, jemandem geholfen zu haben, dafür Anerkennung zu erfahren und keine direkte Gegenleistung zu fordern, ist für Udo Marin ein wesentlicher persönlicher Antrieb seiner Arbeit im Verein. Gleichzeitig wird dadurch das Vertrauen zwischen den Beteiligten gestärkt – und ohne Vertrauen kann ein Netzwerk nicht von Dauer sein.

Ein Nachtrag zu der Gesprächsrunde erreichte uns drei Tage nach der Veranstaltung: Rosemarie Dorsch-Jäger, die Leiterin der sozialpädagogischen Abteilung der JVA Moabit, leitete uns die Rückmeldung eines Gefangenen weiter: „Der Gruppenanlass „Das Leben draußen“ war wieder sehr toll, unterhaltsam und inspirierend. Der Gast fand großen Anklang…“. Ein Ansporn für uns, uns mit „Das Leben draußen“ weiter zu engagieren!

„Muslime fragen – Politiker antworten“ in der Neuköllner Begegnungsstätte

Eingetragen am 05.09.2016

5. September 2016 | By |

Aeisha Malek und Vorstand Taha Sabri von der NBS

Aeisha Malek und Vorstand Taha Sabri von der NBS

Unter der leitenden Fragestellung „Welche Konzepte haben die Parteien gegen die Ausgrenzung und Abgrenzung von Muslimen in eine Parallelgesellschaft“ haben wir am 2. September eine Veranstaltung in der Neuköllner Begegnungsstätte (Dar-as-Salam-Moschee) mit Unterstützung der Landeszentrale für Politische Bildung mitorganisiert. Vielen Dank nochmals an die Vertreter der Parteien von SPD (Rainer-Michael Lehmann), CDU (Dr. Hikmet Gülmez), Bündnis 90/Die Grünen (Susanna Kahlefeld), Linkspartei (Irmgard Wurdack), Piraten (Alexander Spies) und FDP (Wolfgang Jockusch). Eigentlich hatten wir auch eine Zusage von der AfD (Hanno Bachmann), die allerdings nach einem Vorstandsbeschluss des Landesverbandes der AfD diese Woche zurückgezogen wurde. Moderiert wurde die Veranstaltung von Winfriede Schreiber, ehemaliger Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes, die heute unter anderem Vorstandsvorsitzende unseres Partnervereins „Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V.“ ist.

Es war eine lebendige Diskussion, bei der vom Neutralitätsgesetz bzw. der Haltung der Parteien zum Kopftuch über die Frage nach einem Einwanderungsgesetz und einem Staatsvertrag, der muslimischen Gefängnisseelsorge, der Aufführung in Verfassungsschutzberichten, die steuerlicher Absetzbarkeit von Deutschkursen, das Islamforum, die partielle Islamfeindlichkeit in Medien und Gesellschaft bis hin zu der Besetzung des Rundfunkrates die unterschiedlichsten Themen diskutiert wurden. Es wurde deutlich, wie groß das Interesse und die Zahl der Fragen ist und wie sehr ein solches Format Sinn macht.

Vielen Dank an alle Mitwirkenden, an das Vorbereitungsteam der Neuköllner Begegnungsstätte دار السلا und selbstverständlich an unseren Gastgeber Taha Sabri. Hier einige fotografische Eindrücke des Abends:

Veranstaltung am 10. Oktober: „Diversity in Leadership“

Eingetragen am 15.08.2016

15. August 2016 | By |

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„Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.“ und der neu zu gründende Verein „Führungskräfte mit Behinderung“ präsentieren, was sie unter „Leadership“ verstehen, und laden Sie herzlich ein, daran teilzunehmen:

 

Datum: Montag, den 10. Oktober 2016, 19.00 – 21.15 Uhr
Ort: Ludwig-Erhard-Haus, Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI), Goldberger Saal, Fasanenstr. 85, 10623 Berlin

Ablauf:

19.00
Grußwort Udo Marin, Geschäftsführer des VBKI[
Grußwort Dorothee Christiani, Mitglied des Vorstandes von Leadership Berlin
19.15
Diversity in Leadership – Führungskräfte mit Behinderung
Wie können Führungskräfte mit Behinderung einem defizitorientierten Blick auf Behinderung wirksam etwas für Behinderte und Nicht-Behinderte entgegensetzen? Wie ist ihr besonderer Blick auf Leadership und Diversity in Unternehmen, Behörden und Non-Profit-Organisationen?
Podiumsdiskussion von Führungskräften mit Behinderung mit Publikumsbeteiligung
20.00
Pause und Möglichkeit zum Networking
20.30
Diversity in Leadership – Abschluss einer Learning Journey durch die Stadtgesellschaft
36 Berliner Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen absolvierten in diesem Jahr das Collaborative Leadership Programm. Dabei versuchten sie sich u.a. als „Vertretungslehrer*innen“ in einer Neuköllner Sekundarschule und tauschten sich mit der Schulleitung über Autorität, Regeln und Rituale aus. Sie besuchten die Bewohner*innen eines Seniorenheimes und sprachen mit der Heimleitung über Personalknappheit und den Umgang mit den Themen Tod und Sex im Alter. Und sie tauschten sich mit über 40 unterschiedlichen Akteuren der Stadtgesellschaft in offenen und teils kontroversen Diskussionen aus. Wie hat sich Ihr Verständnis von Leadership über die Programmtage hinweg verändert? Welche Impulse bringt das diesjährige Leadership-Programm?

Fazit der Teilnehmenden des Leadership Berlin Jahresprogramms 2016

dazwischen:
ein künstlerischer Überraschungsprogrammpunkt, der auch etwas mit dem Thema Diversity zu tun hat…
21.30
Ende und Möglichkeit zum Networking

Hintergrund:

Wir danken dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller und der IHK Berlin für die Gastfreundschaft und die Unterstützung bei der am Nachmittag des 10. Oktober stattfindenden Gründung einer Bundesvereinigung „Führungskräfte mit Behinderung.“ Die Gründung des Vereins geht aus einem Impuls im Collaborative Leadership Programm 2016 des gemeinnützigen Vereins Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung hervor.

Als Social Impact aus dem Jahresprogramm des vergangenen Jahres 2015 gingen hervor:
a)  Gründung des Begegnungschor e.V., in dem Geflüchtete mit Berliner*innen singen
b)   Gründung des Partnervereins „Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V.“
c)  Impuls für die Initiierung des Volksentscheides Fahrrad durch einen Teilnehmer
d)  Initiierung des Podcast STADTGESTALTEN durch einen Teilnehmer

Wir freuen uns auf einen spannenden Abend, bei dem die Ergebnisse aus dem Jahresprogramm 2016 präsentiert und neue Kontakte geknüpft werden. Für das leibliche Wohl ist gesorgt und es wird wie immer auch genügend Zeit zum Networking bestehen.

Eingeladen sind Personen, auf die eines der folgenden drei Kriterien zutrifft:
a) Menschen mit Führungsverantwortung in Beruf oder Ehrenamt
b) Menschen mit Behinderung
c) und natürlich unsere Mitglieder, Vorstände, Beiräte, Gesprächspartner*innen unseres Leadership Jahresprogramms, Mitwirkende in unseren Projekten und deren Partner*innen, Freund*innen, Kolleg*innen, Vorgesetzte oder Mitarbeiter*innen.

Bitte melden Sie sich kurz unter Angabe des für Sie zutreffenden Aspektes an bei Susanne Kappe: susanne.kappe@leadership-berlin.de.

Führungskräfte mit Behinderung, die sich an der Gründung des Vereins „Führungskräfte mit Behinderung“ beteiligen möchten, können sich hier über Details zur Gründungssitzung informieren.

Leadership-Exkursion nach Poznan

Eingetragen am 15.08.2016

15. August 2016 | By |

Leadership- Exkursion nach Posen am 23./24. September 2016

ein Europa – viele Sichtweisen und Herausforderungen

Was können Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich aus Berlin/Brandenburg Führungskräften in Posen mitgeben und für sich selbst mitnehmen?
Wir bieten ein zweitägiges Leadership-Programm inklusive Austausch mit polnischen Führungskräften aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich darüber, wie deren Herausforderungen aussehen und wie sie diese zu bewältigen versuchen. Wir werden eine bunt gemischte Gruppe von 20 Teilnehmenden aus Berliner und Brandenburger Führungskräften sein. Die Termine finden alle auf Deutsch statt mit Ausnahme des Gesprächs am Samstag 11.00 – 12.30 Uhr, das auf Englisch stattfinden wird.

Das Anmeldeformular mit Infos zu Anmeldung und Teilnahmekosten können Sie hier herunterladen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. statt.

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By Mains, CC BY-SA 3.0 pl

Programm

Freitag, den 23. September 2016

09.40 – 12.25              Anreise mit dem Zug von Berlin Ostbahnhof nach Posen

während der Fahrt kleiner Impuls über die Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von Posen und der Region Wielkopolska (Großpolen)
– Dieter Krawcynski, Berater für deutsch-polnische Kooperationen

13.00 – 15.30              Mittagessen am Marktplatz und Bezug der Zimmer im Hotel Rzymski

15.30 – 16.30              Öffentlicher Bereich: Einblick in die städtischen Organisationsstrukturen

Was sind die Herausforderungen von Posen? Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede gibt es zu Berlin und Brandenburg? Was macht die Stadt in der Daseinsvorsorge selbst, was ist in öffentliche Unternehmen ausgelagert, was privatisiert? (z.B. Straßenreinigung, Verkehrsbetriebe, Schwimmbäder, Strom- und Wasserversorgung, Krankenhäuser, Seniorenheime, usw.)

Wie sehen die Stärken von Poznan als Unternehmensstandort aus und wo liegen aus Sicht des Oberbürgermeisters und des Leiters des Amtes für Investitionsförderung die Schwächen?
– Jacek Jaskowiak, Oberbürgermeister von Posen
Marcin Przyłębski, Leiter Amt für Investitionsförderung

17.15 – 18.30              Wirtschaft: Herausforderungen bei der Einrichtung einesGesundheitszentrums
Gerold Voss startete mit einem Tischerleiunternehmen in Poznan, heute ist er Initiator und Inhaber eines Gesundheitszentrums, in dem er privatwirtschaftliche, staatliche und gemeinnützige Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge und Seniorenpflege zusammenbringt. Wie sehen die Rahmenbedingungen für Unternehmen im Allgemeinen und wie sieht das Gesundheits- und Sozialsystem im besonderen in Polen aus und was sind aus seiner praxisbezogenen Unternehmersicht die staatlichen Optionen und Hemmnisse für die Realisierung von Public-Privat-Partnership-Projekte im Gesundheitswesen?
– Besuch im „Gesundheitszentrum“ Starołeka und Gespräch mit dessen Initiator und Inhaber Gerold Voss

20.00 – 22.00                  Abendessen mit den Businesskunden einer Sprachschule

Einblick in die Sichtweise von Polen auf aktuelle gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Herausforderungen sowie die Rolle verschiedener Akteure wie der katholischen Kirche. Gesprächspartner*innen sind die Besucher von Deutschkursen einer Sprachschule, die sich freuen, ihre Sprachkenntnise in der Praxis anzuwenden.
–  Barbara Barłóg, Geschäftsführerin des be better club und Kunden ihrer Sprachschule

 

Samstag, den 24. September 2016

08.00 – 09.00              Frühstück

09.30 – 10.30              Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es?

Austausch im Seminarraum des Hotels Rzymski

11.00 – 12.30              Non-Profit-Bereich: Zivilgesellschaftliche Strukturen im heutigen Polen

Von Vereinen für Menschen mit Behinderung, einer Selbsthilfegruppe für Diabetiker, einer Einrichtung zur Drogenprävention oder der Rentnervereinigung „Goldener Herbst“ über Sportvereine, die Freiwillige Feuerwehr, den Pfadfinderband, soziokulturellen Zentren bis hin zu Tourismusverbänden, Existenzgründerzentren und der lokalen Industrie- und Handelskammer – der Verband der NGOs „WRK“ umfasst 210 Mitgliedsorganisationen der Zivilgesellschaft, die sich seit 1989 außerhalb staatlicher Strukturen gebildet hat. Wie sehen die Strukturen und Herausforderungen polnischer Nichtregierungsorganisationen aus? Wo liegen die Unterschiede zum deutschen Vereinswesen?
– Frau Justyna Ochedzan, Vorsitzende des WRK (Dachverbandes der Nichtregierungsorganisationen in der Region Wielkopolska WRK)

13.00 – 14.00              Gemeinsames Mittagessen in einem Restaurant mit polnischer Küche

14.30 – 16.15              Stadtbesichtigung versus Einkaufsbummel

Stadtführung mit Dieter Krawcynski durch das historische Poznan unter besonderer Bezugnahme auf die polnisch-deutsche Geschichte

alternativ:

eigenständiger Einkaufsbummel im ehemaligen Brauereigelände und heutigem Einkaufscenter „Stary Browar“ und der Fußgängerzone

16.15 Uhr                    Treffpunkt am Bahnhof

Das Gepäck wird vom Hotel aus angeliefert

16.32 – 19.18 Uhr      Rückreise mit dem Zug von Posen nach Berlin Ostbahnhof

Gelegenheit zum Austausch über die gewonnenen Eindrücke der beiden Tage

Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln

Eingetragen am 01.08.2016

1. August 2016 | By |

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Der letzte Programmtag des aktuellen Leadership-Jahresprogramms stand ganz im Zeichen von Menschen und Gruppen, die eher zu den Schwachen unserer Gesellschaft gehören und die keine starke Lobby haben.

Gastgeber für die 36 teilnehmenden Führungskräfte unseres Leadership-Programms war das Altenpflegewohnheim „Am Plänterwald“ des Unhionhilfswerks, wo die Führungskräfte in ihrer sozialen Kompetenz gefordert waren und Einzelbesuche bei Bewohner*innen des Heims abstatteten. Im anschließenden Gespräch mit Heimleiter Klaus-Jürgen Schüler und der Hospizbeauftragten Sabine Sack ging es natürlich um den Fachkräfemangel in der Pflege, aber auch um Themen wie die Schulung der Mitarbeiter*innen im Umgang damit, dass jedes Jahr fast die Hälfte der Bewohner*innen stirbt, oder der Problematik, dass Leasing-Firmen nicht mehr ausreichend Aushilfskräfte zur Verfügung stellen können.

Die Frage nach dem fehlenden Pflegepersonal nahmen die Teilnehmer*innen mit in das Gespräch mit Jeanne Grabner, Geschäftsführerin der milaa gGmbH, das in der Notunterkunft am Buckower Damm stattfand. Als Betreiberin einer Flüchtlingsunterkunft für besonders Schutzbedürftige, d.h. neben Minderjährigen und besonders schutzbedürfigen Frauen vor allem auch für Ältere, Menschen mit Behinderung und schweren Erkrankungen, hat Jeanne Grabner die Erfahrung gemacht, dass viele Geflüchtete bereits innerhalb der Familie selbstständig pflegen und über diese Tätigkeit an Pflegeberufe herangeführt werden könnten.

Die Gruppe der Geflüchteten war allerdings nicht die einzige, die in die Vor-Ort-Besuche am Nachmittag miteinbezogen wurde. Die Herausforderungen eines Projekts für Obdachlose wurden gemeinsam mit Sally Ollech und Tilman Höffken von „querstadtein“ aufgegriffen. Im Gespräch mit den Verantwortlichen, die Stadtführungen von ehemaligen Obdachlosen organisieren, ging es unter anderem um die Frage, wie sich das soziale Unternehmen besser aufstellen kann.

Die wichtigsten Aufgaben des Bundesverbands für kleinwüchsige Menschen und ihrer Angehörigen sind das Empowerment der eigenen Mitglieder und gesellschaftliche Aufklärung und Sensibilisierung, erfuhren die Teilnehmer*innen im Gespräch mit der Vorstandsvorsitzenden, Patricia Carl. Denn das kleinwüchsige Menschen verniedlicht und nicht ernst genommen werden, kommt leider immer noch viel zu häufig vor und hat Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein und die Arbeitschancen für die Betroffenen.

Die Herausforderung der Bewohner*innen der Wagenburg Lohmühle besteht darin, die „das Establishment“ repräsentierenden Führungskräfte davon zu überzeugen, dass die Wagenburg  schützenswert ist. Die Frage, wie ihnen das gelingen kann, stellt sich angesichts eines alle paar Jahre auslaufenden Pachtvertrags immer wieder neu.  „Bürgermeister“ Zosch stellte den Lebensalltag und das ökologische Konzept der Wagenburg vor und berichtete über das Sommerprogramm mit zahlreichen Jazz-Konzerten. Unsere Besucher*innen waren positiv überrascht – insbesondere von der Offenheit und reflektierten Charakter des Gesprächs, in dem auch Themen wie Lärmbeschwerden von Anwohnern und die Situation in der Rigaer Straße nicht ausgespart wurden.

Vielen Dank an alle Gesprächspartner*innen für den offenen und erkenntnisreichen Austausch!

Gespräch in der JVA: Inhaftierte in der Seelsorger-Rolle

Eingetragen am 27.07.2016

27. Juli 2016 | By |

Ein Inhaftierter als Fallgeber für eine Gruppenberatung zum Thema Seelsorge?

Sonja_MüselerDamit hatten auch Dieter Geuss und Crispin Hartmann nicht gerechnet, als sie am 27. Juni die Gesprächsrunde „Das Leben draußen“ in der JVA Moabit fortsetzten. Zu Gast an diesem Tag war Sonja Müseler, die Ausbildungsleiterin der Telefonseelsorge Berlin. In diesem Jahr feiert die Berliner Telefonseelsorge ihr 60-jähriges Bestehen und gilt damit als die älteste ihrer Art in Deutschland. Sonja Müseler ist darüber hinaus noch im Vorstand der Stiftung Telefonseelsorge und Vorstandsmitglied von Leadership Berlin.

Die Menschen, die von Sonja Müseler zu Telefon-Seelsorger*innen ausgebildet werden, verrichten ihren Dienst ausnahmslos ehrenamtlich. Sie werden immer dann von den Berliner*innen angerufen, wenn jemand ratlos, verzweifelt, hilfesuchend, unsicher, ängstlich, wütend, einsam oder auch selbstzerstörerisch ist.

Nichts lag somit näher, als mit Sonja Müseler über die Bedeutung von Motivation im Leben zu sprechen und wie man sich selbst motivieren kann. Anhand von anonymen Beispielen konnte die Expertin anschaulich vermitteln, welche unterschiedliche Themen, Situationen und Charaktere im Gespräch bewältigt werden müssen. Die zwölf Inhaftierten erfuhren dadurch eindrucksvoll von der Motivation der Seelsorger*innen, tagein tagaus diese Krisengespräche zu führen. Darüber hinaus gewährte sie Einblicke in Motivations- und Gesprächsmethoden, die die Seelsorger*innen bei den Anrufer*innen anwenden.

Einer der Gefangenen konkretisierte daraufhin zunehmend seine Fragen zum Umgang mit spezifischen Krisensituationen und -verhalten. Wie sich herausstellte, wendet ein Mitgefangener sich regelmäßig hilfesuchend an ihn. Sonja Müseler gab in einer ausführlichen Diskussionssequenz mit den Inhaftierten wertvolle Tipps zur Beratung des Mitgefangenen, zeigte aber auch klar die Grenzen der Hilfe auf.

Am Ende der Gesprächsrunde gab es dann noch eine ganz besondere Begegnung: Zur Verabschiedung berichtete ein Häftling stolz von der ersten Auseinandersetzung seines Lebens, bei der er selbst nicht tätlich wurde, obwohl er angegriffen und verletzt wurde. Auf der Krankenstation der JVA Moabit fühlte er sich zunächst als Verlierer – realisierte anschließend aber den Wert seines passiven Verhaltens. „Und das habe ich auch aus den Gesprächsrunden hier mitgenommen.“

„Spielräume der Macht“ im Roten Rathaus

Eingetragen am 28.06.2016

28. Juni 2016 | By |

Wer, wenn nicht das Rote Rathaus könnte ein passender Gastgeber für unseren Programmtag zum Thema „Macht“ sein?

Der Regierende Bürgermeister war zwar außer Haus, doch in unseren Programmtagen werden ohnehin alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien verschiedentlich in Gespräche einbezogen. Deshalb ging dieses Mal ein weiteres Regierungsmitglied, Justizsenator Thomas Heilmann, ins Gespräch mit den 36 teilnehmenden Führungskräften unseres Leadership-Programms. Wie es sich aus seiner Doppelrolle als Senator und erfolgreichem Unternehmer ergibt, sprach er nicht nur über Machtfaktoren in Partei und Regierung, sondern auch über seine Perspektive auf unterschiedliche Abläufe und Strukturen in öffentlicher Verwaltung und privaten Unternehmen. Beim Führungsstil neigen seiner Meinung nach viele Chefinnen und Chefs entweder zu Über- oder Untersteuerung.

Auch unsere Teilnehmenden machten sich Gedanken darüber, was gute Führung auszeichnet und welche Eigenschaften und Aspekte Faktoren für beruflichen und persönlichen Erfolg sind. Ob Glück, ein gutes Netzwerk, starker innerer Antrieb, kommunikative Fähigkeiten oder Gestaltungswille und Durchsetzungsfähigkeit – die Teilnehmenden hatten Gelegenheit sich selbst hinsichtlich dieser Aspekte zu hinterfragen und mit erfolgreichen Führungspersönlichkeiten abzugleichen, die sie am Nachmittag in Kleingruppen besuchten.

Bei so unterschiedlichen Gesprächspartner*innen wie Melanie Bähr, der stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, Sabine Werth, der Gründerin der Berliner Tafel und der bundesweiten Tafelbewegung, dem Unternehmer Bernd Schachtsiek, der u.a. auch Vorsitzender des Völklinger Kreises, einem Netzwerk für schwule Führungskräfte, war, und Volker Hassemer, dem ehemaligem Senator und aktuellen Vorsitzenden des Vorstands der Stiftung Zukunft Berlin, war es klar, dass individuelle Wege zum Erfolg führen. Dennoch vereinigen alle eine Vielzahl der gesammelten Erfolgsfaktoren auf sich – sonst stünden sie wohl nicht an den Positionen, die sie heute innehaben, und könnten nicht auf so viele Erfolge zurückblicken.

„Das Leben draußen“: Einigkeit beim Thema Vielfalt

Eingetragen am 08.06.2016

8. Juni 2016 | By |

Gesprächspartnerin Susan Kirch

Gesprächspartnerin Susan Kirch

Wer, außer Susan Kirch, kann schon von sich behaupten, von malaysischen Kopfjägern hereingelegt worden zu?

Susan Kirch ist Beraterin, Rednerin, Dozentin und Autorin für interkulturelle Sensibilisierung und Kompetenzvermittlung. Wir hatten sie am 30. Mai zu Gast bei der Gesprächsrunde mit den Inhaftierten der JVA Moabit. Als Einstieg zum Thema „Vielfalt“ berichtete sie selbst an einem amüsanten Beispiel, dass Vorurteile und bestimmte Bilder im Kopf uns alle manchmal ganz schön in die Irre führen können.

Die Inhaftierten lauschten gespannt und sehr konzentriert den Ausführungen von Susan Kirch. Aus den Erfahrungen der Gespräche vergangener Jahre heraus war eine anschließende kontroverse Diskussion zu erwarten. Dieses Mal aber bestimmte Einigkeit die Diskussion zum Thema Vielfalt. Auf die Fragen „Wie kann Vielfalt die Gesellschaft bereichern? Welche Chancen bieten sich durch Vielfalt? Wo hat Vielfalt seine Grenzen?“ antworteten die Inhaftieren beispielsweise unisono, dass gerade die Vielfalt in Musik, Essen und Kultur das eigene Leben bereichert.

Davon angespornt vermittelte Susan Kirch den Inhaftierten die Grundlagen des Wu-De-Modells, das im klassischen China zunächst entwickelt wurde, um unterschiedliche Formen von Führung und Herrschaft zu untersuchen – also Vielfalt im Führungskontext. Und plötzlich waren die 90 Minuten wieder vorüber – nahezu unbemerkt von den Inhaftierten und uns.

Wer mehr über den Humor des Naturvolks von Borneo oder das Wu-De-Modell erfahren möchte, der kann Susan Kirch über ihre Webseite www.susankirch.com kontaktieren.