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Neues von unserem Projekt “Das Leben draußen”: Diskussion mit Inhaftierten der JVA Moabit über Ausgrenzung

„Richter, Polizisten, Vorstandsvorsitzende – alle hatten wir schon da. Aber dass die Inhaftierten nach 90 Minuten unserem Gast applaudieren, das hatte vor Patricia Carl noch niemand geschafft. Die Vorstandsvorsitzende im Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien (BKMF) e.V. hatte von der ersten Minute an die Teilnehmer der Gesprächsrunde in der JVA Moabit auf ihrer Seite, denn dem gewinnenden Lächeln und dem sympathischen Selbstbewusstsein der 1,22 m großen Frau kann sich niemand entziehen.
 

Patricia Carl, Vorstandsvorsitzende im Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien (BKMF) © Anna Spindelndreier für BKMF e.V.

Wir hatten Frau Carl gebeten, zum Thema „Ausgrenzung“ ihre eigenen ganz persönlichen Erfahrungen aus dem Alltag und der Verbandsarbeit wiederzugeben – und das tat sie dann auch. Angefangen von ihrem allerersten Schultag, der gleichzeitig auch ihre erste bewusste schmerzliche Wahrnehmung der eigenen Situation darstellte, bis hin zu den täglichen, meist gedankenlosen Äußerungen und Handlungen der Mitmenschen gegenüber Kleinwüchsigen.
 
 
In der anschließenden Diskussion drehten sich die Gesprächsthemen insbesondere um die Fragestellungen: Wie funktioniert Ausgrenzung und wer bestimmt darüber? Wann ist man kein Durchschnitt mehr? Wie entsteht Ausgrenzung in den Köpfen der Menschen? Der persönliche Umgang mit Ängsten, die Bereitschaft zur Toleranz und eine gesunde Neugier wurden dabei u.a. als kritische Erfolgsfaktoren identifiziert. Erkenntnisse aus einem Gespräch, an welches sich die Inhaftierten bei ihrer Rückkehr in ihren Alltag noch öfters erinnern werden …”