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Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln

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Der letzte Programmtag des aktuellen Leadership-Jahresprogramms stand ganz im Zeichen von Menschen und Gruppen, die eher zu den Schwachen unserer Gesellschaft gehören und die keine starke Lobby haben.

Gastgeber für die 36 teilnehmenden Führungskräfte unseres Leadership-Programms war das Altenpflegewohnheim „Am Plänterwald“ des Unhionhilfswerks, wo die Führungskräfte in ihrer sozialen Kompetenz gefordert waren und Einzelbesuche bei Bewohner*innen des Heims abstatteten. Im anschließenden Gespräch mit Heimleiter Klaus-Jürgen Schüler und der Hospizbeauftragten Sabine Sack ging es natürlich um den Fachkräfemangel in der Pflege, aber auch um Themen wie die Schulung der Mitarbeiter*innen im Umgang damit, dass jedes Jahr fast die Hälfte der Bewohner*innen stirbt, oder der Problematik, dass Leasing-Firmen nicht mehr ausreichend Aushilfskräfte zur Verfügung stellen können.

Die Frage nach dem fehlenden Pflegepersonal nahmen die Teilnehmer*innen mit in das Gespräch mit Jeanne Grabner, Geschäftsführerin der milaa gGmbH, das in der Notunterkunft am Buckower Damm stattfand. Als Betreiberin einer Flüchtlingsunterkunft für besonders Schutzbedürftige, d.h. neben Minderjährigen und besonders schutzbedürfigen Frauen vor allem auch für Ältere, Menschen mit Behinderung und schweren Erkrankungen, hat Jeanne Grabner die Erfahrung gemacht, dass viele Geflüchtete bereits innerhalb der Familie selbstständig pflegen und über diese Tätigkeit an Pflegeberufe herangeführt werden könnten.

Die Gruppe der Geflüchteten war allerdings nicht die einzige, die in die Vor-Ort-Besuche am Nachmittag miteinbezogen wurde. Die Herausforderungen eines Projekts für Obdachlose wurden gemeinsam mit Sally Ollech und Tilman Höffken von „querstadtein“ aufgegriffen. Im Gespräch mit den Verantwortlichen, die Stadtführungen von ehemaligen Obdachlosen organisieren, ging es unter anderem um die Frage, wie sich das soziale Unternehmen besser aufstellen kann.

Die wichtigsten Aufgaben des Bundesverbands für kleinwüchsige Menschen und ihrer Angehörigen sind das Empowerment der eigenen Mitglieder und gesellschaftliche Aufklärung und Sensibilisierung, erfuhren die Teilnehmer*innen im Gespräch mit der Vorstandsvorsitzenden, Patricia Carl. Denn das kleinwüchsige Menschen verniedlicht und nicht ernst genommen werden, kommt leider immer noch viel zu häufig vor und hat Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein und die Arbeitschancen für die Betroffenen.

Die Herausforderung der Bewohner*innen der Wagenburg Lohmühle besteht darin, die „das Establishment“ repräsentierenden Führungskräfte davon zu überzeugen, dass die Wagenburg  schützenswert ist. Die Frage, wie ihnen das gelingen kann, stellt sich angesichts eines alle paar Jahre auslaufenden Pachtvertrags immer wieder neu.  „Bürgermeister“ Zosch stellte den Lebensalltag und das ökologische Konzept der Wagenburg vor und berichtete über das Sommerprogramm mit zahlreichen Jazz-Konzerten. Unsere Besucher*innen waren positiv überrascht – insbesondere von der Offenheit und reflektierten Charakter des Gesprächs, in dem auch Themen wie Lärmbeschwerden von Anwohnern und die Situation in der Rigaer Straße nicht ausgespart wurden.

Vielen Dank an alle Gesprächspartner*innen für den offenen und erkenntnisreichen Austausch!