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Mitgliederexkursion: Diskurs zum Ende der Braunkohle-Verstromung

Unsere diesjährige Mitglieder-Exkursion unternahmen wir in die Lausitz und widmeten uns einem kontrovers diskutierten Thema, zu dem auch in unserem Teilnehmendenkreis die unterschiedlichsten Positionen vertreten waren: dem Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung.

Daniela Rapp, Standortkommunikation Tagebau Welzow-Süd und Matthias Gellrich, Leiter Produktion Tagebau Welzow-Süd bei der Führung der Teilnehmenden durch den Tagebau

Für die Einen ist eine schnellstmögliche Beendigung der Braunkohle-Verstromung in der Lausitz alternativlos – da Braunkohleverstromung die klimaschädlichste Energieerzeugung ist, aus der so bald wie möglich ausgestiegen werden sollte.

Für die Anderen ist die Braunkohle-Verstromung noch alternativlos – als Arbeitgeber für 11.000 Beschäftigte in strukturschwacher Region oder auch als Energiequelle, so lange nicht in entsprechendem Umfang erneuerbare Energieerzeugung aufgebaut ist.

In Anknüpfung an unseren First Monday im August 2019, bei dem Aktivist*innen von Fridays for Future mit Berliner Führungskräften aus unterschiedlichen Bereichen, wie der Klima-Allianz und German Zero einerseits und Siemens, GASAG, Stromnetz Berlin und LEAG andererseits ins Gespräch gingen, wollten wir das Thema weiter diskutieren und hatten auch drei Vertreter*innen von Fridays for Future eingeladen, bei der Exkursion mit dabei zu sein.

Für welches Ausstiegsdatum aus der Braunkohle würden Sie als Politiker*in stimmen?, so lautete die Einstiegsfrage, zu der sich die 34 Teilnehmenden entlang einer Achse bei Stationen zu den Daten vor 2030 | 2030 | 2035 | 2038 | nach 2038 positionierten und eine Person aus der jeweiligen Gruppe ein kurzes Statement für die Einschätzung gab. Um den Diskurs möglichst interaktiv zu gestalten, erhielten die Teilnehmenden entsprechend ihrer Position einen farbigen Aufkleber in Verbindung mit der Einladung, sich bei der folgenden Exkursion in den Tagebau insbesondere mit jemandem mit einer grundsätzlich anderen Einstellung zu unterhalten.

Nicht nur der Austausch untereinander, auch die gebotenen Einblicke und Auskünfte der begleitenden Mitarbeiter*innen der LEAG sorgten dafür, dass die Besichtigung des Braunkohle-Tagebaus Wetzow-Süd, der renaturalisierten Flächen der ehemaligen Tagebaugebiete und dem Kraftwerk Schwarze Pumpe sehr anregend und informativ waren.

Den Abschluss bildete eine Diskussion mit Herrn Dr. Helmar Rendez, Vorstandsvorsitzender der LEAG, Toralf Smith, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Kraftwerke und Katja Müller, Leiterin Strateg. Personalmanagement & Führungskräfte. In dem Gespräch wurden Außenperspektive (Klimawandel, CO-Reduktion und eine möglichst baldige Beendigung der Braunkohleverstromung) und Innenperspektive (die Sicht der Beschäftigten, Perspektiven der Region und der Netz- und der Versorgungssicherheit) gegenübergestellt.

Es war ein erfrischend konstruktiver, sachlicher Austausch, bei dem – so unser Eindruck – alle Teilnehmenden zumindest die jeweils anderen Blickwinkel und Sichtweisen besser verstehen lernten.

Obgleich die meisten Teilnehmenden die Veranstaltung nicht mit einer anderen Positionierung verließen, so hatten doch viele das Gefühl, einen bereichernden Tag erlebt zu haben. Einerseits bereichert um eine breitere Wahrnehmung des Themas und andererseits bestärkt um das Leadership-Berlin-typische Gefühl, dass auch Gespräche mit Menschen gänzlich anderer Sichtweisen konstruktiv sein können.

Wir danken der LEAG für die gebotenen Einblicke und die Offenheit trotz der für sie schwierigen Situation.