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Tabea Perger, Autor bei Leadership Berlin

Ankündigung FM: (Un-)Sicherheit in der Bevölkerung

Eingetragen am 17.02.2020

17. Februar 2020 | By |

Zwischen den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und dem Empfinden des Einzelnen: Wissenswertes über Hellfeld, Dunkelfeld und Anzeigeverhalten aus polizeilicher Sicht.

Foto: picture alliance / Andreas Gora

Zeit: Montag, der 2. März 2020, 18.00 – 20.00 Uhr

Ort: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin, Raum 211 (2. OG, zur Vorderfront orientiert)

Gesprächspartnerin: Petra Roeßemann, Lehrkraft für besondere Aufgaben für Kriminalistik der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (zuvor Inspektionleiterin Referat Kriminalitätsbekämpfung der Inspektion 5)

Anschließend von 20.15 – 22 Uhr: offener Leadership Stammtisch im Restaurant Mittmann’s in der Rungestraße 11, 10179 Berlin

Hintergrund:
In den letzten Jahren sind die Stimmen über die wachsende Unsicherheit in Medien und Politik lauter geworden. In den Nachrichten finden sich täglich Berichte über Kriminalität und Terrorismus und laut einer Allensbach-Umfrage wähnen sich 58 Prozent der Deutschen in besonders unsicheren Zeiten. Doch in welchem Verhältnis steht das kriminalitätsbezogene Unsicherheitsgefühl und die objektive Sicherheitslage?
Gemeinsam mit Petra Roeßemann sprechen wir über die objektive Gefahrenlage im Berliner Stadtraum und sie berichtet von ihren Erfahrungen konstruktiver Präventionsarbeit. Wir freuen uns auf einen angeregten Austausch zum Umgang mit Kriminalstatistiken und der gefühlten Wahrnehmung in der Gesellschaft.

Wir freuen uns über eine Rückmeldung über dieses Formular:

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*Rahmenbedingungen:
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.
Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen und unsere Mitglieder auch im Anschlussgespräch Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Nicht-Mitgliedern ermöglichen wir die Teilnahme vereinzelt. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen des Mitgliedsformulars auf unserer Website (http://leadership-berlin.de/wp-content/uploads/2014/04/Mitgliedsantrag-für-natürliche-Mitglieder_IBAN_.pdf) tun.

First Monday im Januar – Berlin in einer Post Party Depression?

Eingetragen am 27.01.2020

27. Januar 2020 | By |

Wie verändern Gentrifizierungsprozesse die Berliner Clubkultur?

Bei unserer First Monday Begegnungsreihe, bei der wir Berliner Führungskräfte mit Akteur*innen der Stadt ins Gespräch bringen, standen im Januar die Wechselwirkungen zwischen Gentrifizierung und der Clubszene Berlins im Mittelpunkt.

Sascha Disselkamp ist als Betreiber des Sage-Clubs nicht nur Stakeholder in der Partyszene, sondern als Gründungsmitglied und heutiger Sprecher der Clubcommission auch ein politischer Akteur des Kulturbereichs und kämpft – wie viele andere – um Raum in der Stadt.

Die Herausforderungen, mit denen die Szene heute konfrontiert ist, sind heute natürlich andere als in den 1990er Jahren. Die Diskussion drehte sich um Fragestellungen wie: “Welche Strategien sind fruchtbar im Umgang mit erhöhten Grundstückswerten und daraus resultierenden steigenden Mieten, Auflagen im Emissionsschutz oder wechselnder Anwohnerschaft und ihren Lärmbeschwerden?”
Eindrücklich, aber humorvoll schilderte Sascha Disselkamp die Erfahrungen, die er als Clubbetreiber und als Sprecher der Clubcommission durch die Verknappung der innerstädtischen Flächen machte. Besonders hervorzuheben sind sicher die Verhandlungen mit Investoren zur Raumnutzung nach oben (z.B. auf Parkdächern) und unten (bspw. in Kellerräumen), sowie der Nutzung von “Restflächen” (z.B. Tunneln).

Unterschiedliche Einschätzungen im Teilnehmendenkreis gab es zur Rolle, die die Politik in diesem Gefüge einnehmen sollte. Sieht Sascha Disselkamp in den Beschäftigten der Senatsverwaltung eher Unterstützer*innen, die seine Anliegen fördern, aber gegenüber privaten Eigentümern oft keine Handlungsmacht haben, erachteten es einige der Teilnehmenden als städtische Pflicht, Kulturstätten – und damit auch der Clubszene – Raum zur Verfügung zu stellen.

Einen weiteren zentralen Aspekt des Austauschs stellte das Thema Diskriminierung durch die Szene selbst dar. Wie kann es gelingen, dass Schutzräume für bestimmte Personenkreise geschaffen werden, ohne im gleichen Zuge andere Personen (z.B. mit türkisch/arabischer Herkunft) aufgrund oberflächlicher Kriterien davon auszuschließen? Hier zeigte sich der Fallgeber selbst betrübt und beteuerte, dass er aktiv an diesem Dilemma arbeite. Die Clubcommission habe bereits einen Arbeitskreis dazu gegründet, der spezielle Schulungen für Türpersonal organisiere. Unterstützung für diesen Arbeitskreis bietet in Zukunft eine Person aus dem Teilnehmendenkreis durch die Erkenntnissen aus ihrer langjährigen Erfahrung an einer Tür. Sascha Disselkamp zeigte sich darüber sehr erfreut und äußerte, dass er ebenfalls eine engere Zusammenarbeit zwischen Antidiskriminierungsstellen und Clubs befürworten würde.

Wir danken allen Teilnehmenden für das Interesse und Sascha Disselkamp für die offenen Worte, sowie der Clubcommission für die Gastfreundschaft.

Projekt Vertretungsstunde in der Zuckmayer-Oberschule

Eingetragen am 14.01.2020

14. Januar 2020 | By |

Kindheitspädagogin Katharina Spatola und Azubine Linda Quach vom Kindernotdienst
bei ihrem Einsatz in einer 9. Klasse der Zuckmayer-Oberschule

Im Rahmen unseres Projektes „Vertretungsstunde“ besuchen Führungskräfte die Zuckmayer-Oberschule und geben dort in einer neunten Klasse auf der Basis ihrer Erfahrungen aus der beruflichen Praxis eine „Vertretungsstunde“ im WAT-Unterricht (Wirtschaft-Arbeit-Technik).

Die ehrenamtliche Koordinatorin Carmen Vallero schrieb folgenden Bericht zu einem Termin mit zwei Mitarbeiterinnen des Kindernotdienstes Kreuzberg:

Kinder in Not

Zu Gast in der Zuckmayer-Schule sind heute die Kindheitspädagogin Katharina Spatola und Linda Quach, die eine Ausbildung zur Erzieherin macht. Sie arbeiten im Kindernotdienst in Kreuzberg. Doch was genau ist eigentlich ihre Arbeit?

Zunächst beschreiben sie beispielhafte Fälle, mit denen sie zu tun haben: Kinder, die zuhause eingesperrt werden, weil die Eltern betrunken durch die Stadt ziehen. Ein Baby, mit blauen Flecken übersäht, das von der Polizei in den Notdienst gebracht wird. Ein jugendlicher Drogenkurier, der schon lange die Schule schwänzt und nicht mehr nach Hause kann. Ein Mädchen, dessen Freizeit und dessen Handy von den Eltern kontrolliert wird und das nach einem heftigen Streit in den Notdienst kommt.

In der Klasse ist es oft unruhig – und heute ganz anders. Es gibt überall betroffene Gesichter.  Niemand spricht.

Hilfe rund um die Uhr

Der Kindernotdienst steht allen Kindern und Eltern, die in Not geraten sind oder die einer akuten Kindeswohlgefährdung ausgesetzt sind, als Zufluchtsort und als stadtweit bekannte Anlaufstelle für Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres – rund um die Uhr – zur Verfügung. Er ist damit zuständig, wenn das Jugendamt geschlossen hat, z. B. wenn die Kinder nachts aus der Familie genommen werden müssen und dann erstmal einen sicheren Ort brauchen. Viele kommen auch allein – weil sie mit den Eltern nicht mehr klarkommen, rausgeworfen wurden oder nicht mehr weiterwissen. Es ist immer jemand da. Es gibt etwas zu essen, einen Schlafplatz, man kann dort spielen und mit den Erziehern sprechen.

Der Notdienst in Kreuzberg hat zehn Plätze für Kinder von 0 bis 13 Jahren. Meist bleiben sie zwei bis drei Tage und wenn das Zuhause keine Option ist, werden andere Möglichkeiten geprüft. Das kann eine Krisengruppe, eine Pflegefamilie, eine Wohngruppe oder eine andere Einrichtung sein. Konflikte können so deeskaliert werden, es gibt eine kleine Pause, in der nach Lösungen gesucht wird.

Was würdet ihr tun?

„Was denkt ihr über die Fälle, die wir geschildert haben?“ fragen die Pädagogen. „Schlagen ist nicht okay“ sagt ein Mädchen, räumt dann aber ein, dass ein Klaps auf den Po erlaubt sei. Ein Junge findet, dass es auf das Alter ankommt: „15jährige brauchen Schläge, die sind im Kopf schon alt genug, die kriegen dann Angst und das ist ein gutes Erziehungsmittel!“ „Was würdet ihr tun?“ hakt Katharina Spatola nach. Von Privatlehrern für Kinder, die schwänzen, bis einsperren, wenn die Kinder nicht hören, reichen die Vorschläge. Einig sind sich aber alle, dass man erstmal vernünftig miteinander reden sollte.

Das ist ein gutes Stichwort für ein Rollenspiel: Eine Schülerin verkörpert die Mutter, Katharina Spatola eine Jugendliche, die ihren Eltern nicht sagen möchte, wohin sie geht. Gekonnt schmettert sie alle Versuche der „Mutter“ mit ihr zu reden, ab. Schnell wird klar: Miteinander reden geht nur, wenn beide bereit dazu sind.

Feste Regeln

Die Kinder sind in einem separaten Haus untergebracht, zu dem nur die Mitarbeiter*innen Zugang haben. Kinder ab 12 dürfen alleine in den Ausgang, sind sie aber am Abend zum Essen nicht da, werden sie bei der Polizei als vermisst gemeldet. In der Nacht müssen alle Handys abgegeben werden. Man erhält auch Taschengeld – die Höhe hängt vom Alter ab. Ein 13-jähriges Kind bekommt z. B. 94 Cent am Tag. Eltern können kommen und sich von den Sozialarbeiter*innen beraten lassen oder um ihre Kinder zu besuchen – wenn die Kinder sie nicht treffen möchten, müssen sie das aber nicht. Eltern, von denen eine Gefahr für das Kind ausgeht, dürfen unter Umständen auch gar nicht zu Besuch kommen. Katharina Spatola erläutert, dass diese Regeln wichtig sind, damit sich alle wohl und sicher fühlen. Manchmal gibt es aber auch Probleme – rasten Kinder richtig aus und gefährden damit sich selbst oder andere, bringt der Krankenwagen sie in die Psychiatrie.  

„Was war das Schönste und was war das Schlimmste, das Sie erlebt haben?“ wollen die Schüler wissen. Linda Quach erzählt von Kindern, die kein Wort Deutsch konnten und in drei Tagen ganz viel gelernt haben. Weiter berichtet sie von einem Jungen, der sie bedroht hat – so sehr, dass sie sich zusammen mit den anderen Kindern in einem Raum eingeschlossen hat. Katharina Spatola erinnert sich am liebsten an ein Baby, das in seinen ersten Monaten nur im Maxi Cosi lag und dadurch einen verformten Körper hatte. „Man konnte zuschauen, wie es sich jeden Tag mehr erholt, sich gestreckt und entfaltet hat“, erzählt sie.

Gegen Ende der Stunde erklären die Gäste, welche Voraussetzungen für die Ausbildung nötig sind und in welchen Bereichen man als Erzieher*in arbeiten kann. Beide erzählen, wie viel Spaß ihnen die abwechslungsreiche Arbeit macht, mit der sie viel bewirken können. Auch für die Schüler*innen war es ein interessanter Vormittag – so aufmerksam wie sie dabei waren.

Sie haben auch Interesse, eine Vertretungsstunde zu übernehmen? Melden Sie sich gerne bei Alexander Ronge: alexander.ronge@cgi.com

Politische Bildung im Strafvollzug: Medien und Meinungen

Eingetragen am 09.01.2020

9. Januar 2020 | By |

Mit dem Besuch in der Sozialtherapeutischen Anstalt der JVA für Frauen in Berlin-Neukölln von Michael Schmidt, dem stellvertretenden Ressortleiter Politik beim Tagesspiegel, wurde der Startschuss für das neu aufgelegte Projekt “Das Leben draußen” gegeben. In diesem Format bringt Klaus Baumeister, Medien-Justiziar und Geschäftsführer eines Medienunternehmens a.D. und Mitglied bei Leadership Berlin, gemeinsam mit unserem Team und in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berliner Führungskräfte ins Gespräch mit inhaftierten Frauen.

Michael Schmidt bei einer Führung durch die Redaktionsräume des Tagesspiegels

Die Begegnungen sollen einen Austausch über gesellschaftsrelevante Themen und Fragestellungen ermöglichen, den Insassinnen einen differenzierten Blick auf Gesellschaft vermitteln und sie dadurch ermutigen, sich als Teil dieser zu betrachten. Gleichzeitig dient das Projekt dazu, den Führungskräften aus Privatwirtschaft, öffentlichem Sektor und dem Non-Profit Bereich einen Eindruck von Haftanstalten zu vermitteln und ggf. Vorurteile gegenüber straffällig gewordenen Frauen abzubauen.

Michael Schmidt gab zunächst einige Einblicke in die Entstehung einer Zeitung und erläuterte, welche Schritte nötig sind, um von einem Ereignis zur gedruckten Nachricht zu gelangen. Sogleich wurde nachgefragt, welche Kontrollmechanismen es gebe, um ein Medium vor parteinaher Berichterstattung zu schützen und der offene Austausch begann. Der Schwerpunkt der Diskussion lag auf dem Aspekt der Verantwortung von Zeitungen als meinungsbildendes Medium. Besonderes Interesse zeigten die Frauen daran, von einem Journalisten zu erfahren, was einen verantwortungsvollen Journalismus ausmache: Wie kann eine Balance gehalten werden zwischen Verkaufsdruck und den eigenen Werten?

Dieses Interesse rührte teilweise aus eigener Betroffenheit. Sabine Hüdepohl, Leiterin der Sozialtherapeutischen Anstalt und betreuende Psychologin, hatte gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass es bereits in der Ankündigung des Gesprächs mit Michael Schmidt zu einer durchaus emotionalen Diskussion kam, da einige der Klientinnen eine gewisse Skepsis gegenüber Journalist*innen hegen. Das ist in den teils schlechten Erfahrungen begründet, die einige Frauen mit der Presse gemacht haben, z.B durch unzureichende Anonymisierung ihrer Fälle in medialer Berichterstattung. Die öffentlichen Darstellungen hatten große Auswirkungen auf die Frauen und es wurde spürbar, dass einige noch heute unter den Stigmatisierungen leiden. An dieser Stelle war der juristische Input von Klaus Baumeister sehr hilfreich, der den Frauen die medienrechtlichen Grundlagen im Bereich der Kriminalberichterstattung vermittelte und sie ermutigte, für ihre Rechte einzustehen.

Sowohl unsere Referenten, als auch die Frauen zeigten sich nach dem Termin überrascht über die angenehme Gesprächsatmosphäre und die Offenheit. Dem Wunsch der Frauen, den Tagesspiegel zu beziehen, kam Michael Schmidt nach und organisierte ein Jahresabonnement für die SothA. Wenn sie die Wahl hätte, hätte sie zwar die Bildzeitung gewählt, aber durch das persönliche Kennenlernen des stellv. Ressortleiters Politik wolle sie dem Tagesspiegel doch mal eine Chance geben, so eine der Klientinnen verschmitzt.

Wir danken Michael Schmidt für die Einblicke und allen Teilnehmenden für das Interesse. Besonders danken wir der Berliner Landeszentrale für politische Bildung für die Kooperation bei der Durchführung der Veranstaltung am 25.11.2019.

Ankündigung: First Monday im Januar – Post party depression?

Eingetragen am 19.12.2019

19. Dezember 2019 | By |

Wie verändern Gentrifizierungsprozesse die Berliner Clubkultur?

Foto von Maurício Mascaro von Pexels

Neu: ab 2020 finden unsere First Monday Begegnungen jeweils zwischen 18..00 Uhr und 20.00 Uhr statt. Unmittelbar danach schließt sich unser Leadership Stammtisch an, zu dem auch Mitglieder willkommen sind, die nicht am vorherigen First Monday teilgenommen haben.

Zeit: Montag, der 6. Januar 2020, 18.00 – 20.00 Uhr

Ort: Clubcommission Berlin Verband der Berliner Club-, Party- und Kulturereignisveranstalter e.V., Brückenstraße 1 in 10179 Berlin

Gesprächspartner: Sascha Disselkamp, Betreiber des Sage Clubs (in dem auch der Kitkat-Club angesiedelt ist) und Vorstand und Sprecher der Clubcommission

Anschließend von 20.15 – 22 Uhr: offener Leadership Stammtisch im Restaurant Mittmann’s in der Rungestraße 11, 10179 Berlin

Hintergrund:
Der Beat Berlins schlägt seit der Wende im Takt des Technos. Die leeren Flächen und unbewohnten Teile des Berliner Ostens lockten mit günstigen Mieten und niedrigen Grundstückspreisen Kunst- und Kulturschaffende in die neue Bundeshauptstadt. Inzwischen ist Berlin international für seine Feierszene und Clubkultur bekannt, welche mit alternativen selfmade-looks (wie im Sisyphos, Heideglühen, dem Club der Visionäre oder dem Katerblau), industriellen Designs (wie bspw. im Tresor oder der Ritter Butzke), spektakulären Spots (wie das Watergate oder Weekend) oder Szeneveranstaltungen für ein Fetisch-Publikum (wie im KitKat oder dem Berghain) so vielfältig ist wie sein Publikum.

Die Berliner Clubs sind allerdings auch ein Wirtschaftsfaktor und haben laut einer Studie der Senatsverwaltung für Wirtschaft im letzten Jahr mit 58.000 Veranstaltungen mit 71.000 künstlerischen Auftritten einen Umsatz von 168 Millionen Euro erwirtschaftet. Und das Berliner Nachtleben leistet einen großen Beitrag zu der auch internationalen Anziehungskraft von Berlin auf Touristen und den Zuzug von Unternehmen und Menschen.

Gerade letzteres allerdings bedroht nun immer mehr die Existenz der Berliner Clublandschaft. Angesichts des Bevölkerungszuwachses von ca. 40.000 Menschen pro Jahr sind die Immobilienpreise in die Höhe gestiegen und wird die Stadt immer dichter besiedelt. Mehr und mehr Clubstandorten fehlen die Gelder, eine „anderweitige Verwertung“ der Standorte durch Finanzinvestoren verhindern zu können, in erweiterten Schallschutz investieren zu können oder andere neue Auflagen zu erfüllen.

Sascha Disselkamp, selbst Betreiber des Sage Clubs und KitKat-Clubs, kann aus eigener Erfahrung darüber ein Lied singen. Aber auch die Situation anderer Clubbetreibender kennt Sascha Disselkamp gut, ist er doch Mit-Initiator und Sprecher der 2001 gegründeten Clubcommission, die die Interessen ihrer ca. 200 Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung und Medien vertreten. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch mit Sascha Disselkamp über die Veränderung der Stadt und den damit einhergehenden Herausforderungen aus Sicht von Clubbetreibenden. In trisektoraler Zusammensetzung wollen wir überlegen, in welcher Form Collaborative Leadership in dem Zusammenhang zum Tragen kommt.

Wir freuen uns über eine Rückmeldung über dieses Formular:

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*Rahmenbedingungen:
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.
Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen und unsere Mitglieder auch im Anschlussgespräch Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Nicht-Mitgliedern ermöglichen wir die Teilnahme vereinzelt. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen des Mitgliedsformulars auf unserer Website (http://leadership-berlin.de/wp-content/uploads/2014/04/Mitgliedsantrag-für-natürliche-Mitglieder_IBAN_.pdf) tun.

Rückblick: First Monday im Dezember zum Thema Agilität

Eingetragen am 17.12.2019

17. Dezember 2019 | By |

Ist Agilität die Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit?

Unsere First Monday Begegnungsreihe für Berliner Führungskräfte verabschiedete das Jahr 2019 mit einem spannenden Austausch zum Thema Agilität, welcher die Teilnehmenden sicher auch in 2020 noch beschäftigen wird. Zumindest verließ die große Mehrheit die Veranstaltung mit dem Vorhaben, in einigen Arbeitsbereichen mehr Agilität auszuprobieren.

Die Fallgebenden waren Alumni des Collaborative Leadership Programms 2019: Dr. Bärbel Bardarsky, Anstaltsleiterin der JVA für Frauen und Tassilo Kubitz, Leiter Projektmanagement bei dem IT-Unternehmen akquinet@spree GmbH. Sie hatten während ihrer Teilnahme am Jahresprogramm – trotz der unterschiedlichen Arbeitsbereiche – festgestellt, dass sie sich mit ähnlichen Fragen rund um Entscheidungsprozesse und strukturelle Herausforderungen konfrontiert sehen: Wie etablieren wir eine neue Strategie auf allen Arbeitsebenen? Wen holen wir mit ins Boot, wenn eine Akut-Situation drängt, diese aber weitreichende Auswirkungen hat? Welche Konzepte passen zu Mitarbeitenden aus verschiedenen Generationen? In einem Dialog-Format der beiden wurde anhand von Praxisbeispielen deutlich: in einer Haftanstalt geht es teils überraschend agil zu, an anderen Stellen bewähren sich klassische Vorgehensweisen.

Diese Veranschaulichungen von Agilität im Vollzug (doppeldeutig!) boten einen greifbaren Ausgangspunkt für die Teilnehmenden, um die jeweils eigene Organisation zwischen klassischer Struktur und Agilität zu verorten.

In einer Gruppenarbeit analysierten die Führungskräfte anhand der eigenen Arbeitsbereiche, wo etwas mehr Agilität zu neuen Ansätzen und Verbesserungen führen könnte und wann Planungsgremien oder langfristige Festlegungen durchaus sinnvoll sind.

Wenngleich einige Teilnehmende überrascht waren, wie agil ihre (Teil-) Bereiche bereits aufgestellt sind, wurde die Umstellung der Arbeitsprozesse, besonders in öffentlichen Behörden, doch noch als weit entferntes Ziel eingeschätzt.

Wir danken Tassilo Kubitz und Bärbel Bardarsky für den spannenden Termin, Carola Trömel für die vorangestellte und eindrucksvolle Führung durch die Räumlichkeiten der JVA für Frauen, sowie unserem Alumni Werner Gräßle, Präsident des Amtsgerichts Lichtenberg für die Gastfreundschaft. Natürlich danken wir auch allen Teilnehmenden für das Interesse und die Offenheit und freuen uns auf den nächsten Termin am 06.01.20 im neuen Programmformat: Ab Januar 2020 finden die First Mondays von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr statt und im Anschluss gibt es einen offenen Leadership Stammtisch.

Abschluss des Collaborative Leadership Programms

Eingetragen am 27.11.2019

27. November 2019 | By |

Der 8. und damit letzte Programmtag des Collaborative Leadership Programms 2019 mit der trisektoral zusammengesetzten Gruppe von 36 Führungskräften fand unter der Überschrift “Der Blick nach vorne – das Netzwerk entwickeln” statt. Zu Gast sein durften wir im Evangelischen Zentrum Berlin-Brandenburg, das gleichzeitig der Arbeitsplatz unseres diesjährigen Teilnehmers Andreas Czubaj und einiger unserer Alumni ist.

Am Vormittag hatten fünf der Teilnehmenden an ihren Arbeitsplatz eingeladen, um dort einen Einblick in ihr Tätigkeitsfeld zu geben und eine ihren Verantwortungsbereich betreffende Fragestellung zu diskutieren. Von einer Wohneinrichtung für Kinder und Jugendliche, die nicht mehr in ihren Familien leben können, bis hin zu einem IT-Unternehmen mit Schwerpunkt individueller Softwareentwicklung, erkundeten die Teilnehmenden nicht nur neue Ecken Berlins, sondern lernten andere Arbeitsabläufe und Insiderperspektiven kennen. Sowohl die Besucher*innen, als auch die Fallgebenden selbst kamen begeistert zurück und staunten auch am letzten Tag nochmal darüber, wie viel Potenzial und Expertise die Gruppe zu bieten hat.

Am Nachmittag gab es Gelegenheit, auf das Programm zurück zu blicken und Feedback zu geben. Zentral war dabei natürlich die Frage, wie es nach Beendigung des Programms weitergeht. Da der Gruppe die Auftaktveranstaltung mit Übernachtung im Ringhotel Schorfheide in so guter Erinnerung blieb, werden die Teilnehmenden sich an gleichem Ort zu einem Nachtreffen zusammenfinden, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen, die schöne Landschaft zu genießen und an ihre zwischenzeitlichen Erfahrungen zum Thema Collaborative Leadership anzuknüpfen.

Während das Leadership Team den Seminarraum festlich dekorierte, wurden die Teilnehmenden durch das Haus geführt und bekamen vielseitige Einblicke in die umfangreiche Arbeit der EKBO: von den weltweiten Aktivitäten des Berliner Missionswerkes über die Abläufe in der IT-Abteilung bis hin zu den theologischen Grundsätzen gaben jeweilige Führungskräfte interessante Einblicke in ihre jeweiligen Arbeitsbereiche.

Zum Abend stießen Gäste, Alumni und der trisektoral besetzte Vorstand von Leadership Berlin zu der Gruppe dazu.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch Dr. Jörg Antoine, Präsident des Konsistoriums der Evangelischen Landeskirche, führte Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstandsvorsitzender von Leadership Berlin durch den Abend. Die feierliche Übergabe der Zertifikate wurde aufgelockert durch „Speed-Dating“ Einheiten, bei welchen Jahrgangsteilnehmende und Gäste ins Gespräch kamen, die beim gemeinsamen Ausklang mit Snacks und Getränken fortgeführt werden konnten.

Collaborative Leadership Programm 2020: Auftaktveranstaltung

Eingetragen am 18.10.2019

18. Oktober 2019 | By |

Bitte füllen Sie das Formular zur Vereinfachung der Koordination der Auftaktveranstaltung am 19./20. März 2020 in der Schorfheide aus. Vielen Dank – wir freuen uns auf Sie.

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Programmtag: “Verantwortung annehmen und abgeben”

Eingetragen am 04.10.2019

4. Oktober 2019 | By |

Die Teilnehmenden des Collaborative Leadership Programms 2019 widmeten sich im September dem Thema „Verantwortung annehmen und abgeben können“. Beim Programmtag in der Zuckmayer Schule in Neukölln forderten wir sie dabei zunächst ganz praktisch heraus.

Als „Vertretungslehrer*innen“ übernahmen sie in 2er-Teams oder alleine eine Unterrichtseinheit in Schulklassen der 9. und 10. Jahrgangsstufe der Integrierten Sekundarschule. Unterstützung in der Vorbereitung erhielten sie von Carmen Vallero, die nach ihrer Teilnahme am Collaborative Leadership Programm 2016 so beeindruckt von der Situation der Schüler*innen war, dass sie sich seitdem ehrenamtlich als Koordinatorin des Projekts Vertretungsstunde engagiert.

Ziel der Unterrichtseinsätze ist, den Jugendlichen eine Perspektive auf die Berufswelt aus der Praxis einer Führungskraft zu geben. Dabei staunten viele Schüler*innen, dass nicht alle Wege nur geradeaus führen, sondern dass auch einige der heutigen Führungskräfte mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatten. Das verdeutlichte, dass es sich lohnt, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen und dass Disziplin und Zuverlässigkeit notwendig sind, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. In spielerischen Übungen versuchten die “Vertretungslehrkräfte” mit den Jugendlichen realistische Einschätzung ihrer eigenen Stärken und Schwächen herauszuarbeiten und entwickelten daraus Perspektiven, die nicht immer den klassischen Berufen, dafür aber besonderen Kompetenzen und Anforderungen entsprechen.

Die stellvertretende Schulleiterin Frau Stollin, die pädagogische Koordinatorin Frau Drochner und Jobcoach Frau König, die den Schüler*innen beim Übergang in die Ausbildung hilft, berichteten, dass viele der Jugendlichen an der Schule erschwerte Ausgangsbedingungen haben. Bei 97% ist die Herkunftssprache nicht Deutsch und 92% kommen aus Familien, die von Hartz IV leben. Familiäre Unterstützung beim Lernen und Planen der beruflichen Zukunft fehlt vielen. Deshalb nimmt die Schule neben dem Fachunterricht und der Wissensvermittlung auch einen Erziehungsauftrag wahr und vermittelt soziale Kompetenzen.

Dieses Engagement steht beispielhaft für Verantwortung über den formalen Zuständigkeitsbereich hinaus und motivierte einige Führungskräfte, sich nach dem Programmtag weiter an der Schule engagieren zu wollen.

Zu Gesprächen über die verschiedenen Facetten von Verantwortung ging es am Nachmittag hinaus in die Stadt. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in verschiedene Sichtweisen auf die Verantwortung, die die Gesprächspartner*innen jeweils in ihren Unternehmen oder für gesellschaftliche Themen übernehmen. Im Anschluss diskutierten die Führungskräfte besonders darüber, wo und wodurch dem Handlungsspielraum Grenzen gesetzt sind.

Wir danken den Beteiligten der Zuckmayer Schule für die Gastfreundschaft und die Einblicke sowie allen Gesprächspartner*innen für die Anregungen!

Rückblick: First Monday Diskussion zu „Quoten“ in Demokratie & Wirtschaft

Eingetragen am 12.09.2019

12. September 2019 | By |

Am ersten Montag im September, einen Tag nach den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg, fand unser Diskussionsformat First Monday mit der Frage, was “Quoten” für Demokratie und Wirtschaft bedeuten, statt. Exemplarisch wurde das Thema zunächst anhand des aktuell verhandelten Paritätsgesetzes (PDF) für Brandenburg bearbeitet. Und eins ist jedenfalls sicher: Sollte das Gesetz tatsächlich durchgesetzt werden, sehen die Listenzusammenstellungen 2020 anders aus.

Denn in diesem Jahr gingen nur 28 der 88 bzw. 31% Parlamentssitze an Frauen, was gerade einmal etwas mehr als der durchschnittliche Frauenanteil unter den Parteimitgliedern ist. Dass es wünschenswert wäre, dass mehr Frauen Mitglieder in Parteien werden und auch, dass der Frauenanteil in Führungspositionen bzw.  unter den Abgeordneten höher ist, darin stimmten alle Teilnehmenden noch überein. Ob jedoch eine gesetzliche 50-Prozent-Quote für die Zusammenstellung der Listen der richtige Weg ist, um das Ungleichgewicht aufzuheben, da schieden sich die Geister. Die einen sahen darin einen Eingriff in die demokratische Freiheit, die anderen meinten, die Gleichberechtigung von Mann und Frau werde erst angemessen gefördert, wenn auch die Direktmandate quotiert werden würden.

Daher teilten sich die Teilnehmenden in zwei Gruppen, um Pro- und Contra-Argumente zum Paritätsgesetz zu finden. Das Gespräch der Befürworter*innen wurde moderiert von Winfriede Schreiber, u.a. ehemalige Präsidentin des Verwaltungsgerichts Cottbus, Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes und heute Vorstandsvorsitzende von Leadership Brandenburg. Die andere Gruppe wurde moderiert von Bernhard Heider, Geschäftsführer von Leadership Berlin. Die jeweiligen Argumente wurden daraufhin in einem Debattenformat vorgetragen. Startschuss war das Einstiegsplädoyer von Winfriede Schreiber mit dem Titel “Mut zur Veränderung”, in welchem sie auf die lange Historie des Patriarchats und die Notwendigkeit nach neuen strukturellen Weichen verwies. Dagegen hielt die andere Gruppe, ebenfalls vertreten durch eine Frau, mit dem Einstiegsplädoyer “Fördern statt Quotieren”, in welchem angemahnt wurde, dass durch das Instrument der Quoten eine Zwangsstruktur geschaffen werde, die an den eigentlichen Bedarfen, wie familienfreundlichen Arbeitszeiten, vorbeigehe. Es entwickelte sich ein spannendes Ping-Pong-Match aus Argumenten, welches in je einem Abschlussplädoyer mündete.

Wenngleich kaum jemand die Eingangsposition gewechselt hat, gab es doch Anerkennung für die starken Argumente der “Gegenseite” und das Gefühl, dass alle dasselbe Ziel vor Augen haben und sich nur die Wege unterscheiden. Immerhin: “Der kontroverseste First Monday, den ich je erlebt habe!”, so das Fazit eines teilnehmenden langjährigen Mitglieds.

In der Abschlussrunde besonders positiv hervorgehoben wurde der Veranstaltungsort: Dankenswerterweise hatte sich Sebastian Schimming, Geschäftsführer der Kreativitätsgrundschulen, als Gastgeber angeboten und damit ermöglicht, die Räumlichkeiten in der Grundschule im Friedrichshain zu nutzen. Und diese konnten sich blicken lassen: das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde (und wird) über zehn Jahre renoviert und strahlt mit dem großzügigen Schulhof und der imposanten Aula ein besonderes Flair aus. Ein Highlight der Überarbeitungen ist sicher das alte Schwimmbad, welches in eine Bibliothek umgebaut wurde. Der ehemalige Pool ist nun eine holzverkleidete Einlassung zwischen Büchern, in welchem gemütliche Sitzsäcke und Decken zum Schmökern und Verweilen einladen. Vielen Dank an alle Teilnehmenden für die spannende Debatte und nochmal besonders an den Gastgeber Sebastian Schimming.