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Tabea Perger, Autor bei Leadership Berlin - Seite 3 von 3

First Monday im Quartier Zukunft der Deutschen Bank

Eingetragen am 26.02.2018

26. Februar 2018 | By |

Montagabend, Berlin Mitte. Im „Q110“ werden auch um 18 Uhr noch Ideen besprochen, Konzepte entwickelt und weiter gedacht. Schon der erste Hinweis darauf, dass es sich um keine gewöhnliche Filiale der Deutschen Bank handelt.

Mit unserem First Monday-Format waren wir mit dem Thema „Zukunft der Arbeitswelt am Beispiel der Finanzdienstleistungen: Bankgeschäft DER bzw. MIT Zukunft?“ zu Gast im „Quartier Zukunft“ der Deutschen Bank und genossen einen Abend lang die Zeit und Betreuung, die sich die neue Filiale für ihre Kunden als Aufgabe auf die Fahnen geschrieben hat. Denn hier soll eine Brücke geschlagen werden zwischen „Filialgeschäft und Internet“ bzw. „Regulation und globalem Wettbewerb“.

 

Begrüßt wurden wir von Filialleiterin Nadine Churcher, die ihren Job als „Herzenssache“ bezeichnete. Im Anschluss führte uns der Koordinator des Quartiers, Alexander Kwast, durch die Räumlichkeiten. Dabei sprach er nicht nur über das Konzept, das hinter der neuen Filiale steht, sondern plauderte auch aus dem Nähkästchen und thematisierte seine persönliche Rolle im Entstehungsprozess. Damit machte er deutlich, worum es den Schöpfer*innen des Zukunftsquartiers im Kern geht: um Emotionen und Menschlichkeit.

Vor mehr als zehn Jahren startete die Filiale Zukunft und dient seither als Labor, um verschiedene Formate von „Wie soll Bank sein?“ zu testen. Immer wieder werden Ideen in andere Filialen implementiert, als Gesamtkonzept ist das Quartier jedoch einmalig. Seit zwei Jahren ist die Gestaltung nun im aktuellen Design, welches sich an den vier Grundpfeilern des modernen Bankings orientiert: Innovation, Coaching, Inspiration und Community. Dazu wurde ein offener, heller Raum ohne (physische) Barrieren kreiert, der explizit vom klassischen Aufbau traditioneller Bankfilialen mit Geldautomaten im Eingangsbereich abweicht.
Ziel sei es, ein Ort zu werden, an dem die Menschen – nach ihrem Zuhause und ihrem Arbeitsplatz – gerne Zeit verbringen. Daher empfängt einen auch eine Cafébar statt Counter, es stehen Sessel und Bücher bereit, die mietbaren Arbeitsplätze sind von bepflanzten Wänden umgeben. Kooperationen mit diversen Startups sorgen für Dynamik.

Die Diskussionsrunde verlief, wie es die Vielfalt der Gruppe erwarten ließ: brisant, kritisch, provokant, interessiert, wohlwollend und angeregt. Gleich die ersten Fragen zielten auf Themen wie die Bankenkrise und was daraus gelernt wurde, Investment-Banking und seine heutige Bedeutung im Unternehmen, die Geschäftsbeziehung zu Donald Trump ab und wie junge Menschen heute für eine Ausbildung im Unternehmen begeistert werden können. Harald Eisenach, Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Ost und Mitglied des Management Committees Deutschland, sowie die langjährigen Mitarbeitenden Antje Uhlig, Ute Kupfer, Matthias Bonk und Christof Breuch meldeten sich daraufhin zu Wort und beschrieben ihre persönlichen Erfahrungen in Ihrer Arbeit und auch in Bezug auf den Umgang mit „Skandalen“ um ihren Arbeitgeber. Dazu gehört auch, dass bei einer so großen Institution wie der Deutschen Bank, diejenigen, die z.B. an den Schaltern stehen, nur sehr wenig direkte Einflussmöglichkeit auf globale Entscheidungsprozesse der Unternehmensführung haben, sicherlich aber diejenigen sind, die jeden Tag Ihren Kunden Rede und Antwort stehen müssen zu den häufigen negativen Schlagzeilen zum eigenen Hause. Sie berichteten, dass ihre eigentliche Arbeit oft in den Schatten solcher Konflikte geriete und bedauerten eine quasi „deutsche Masochismus-Kultur“, die häufig nicht ausgewogen berichtet über vorhandenes und zu kritisierendes Fehlverhalten auf der einen Seite und sicherlich auch in Banken vorhandenem normalem Gutverhalten und tägliche Kundenorientierung.

Die Vertrauensverluste und die resultierenden neuen Ansätze, die im Zuge des Change Management Prozesses eingeführt wurden, haben schließlich auch zu der Idee für eine „Plattformweiterentwicklung“ geführt, die in Form des Quartiers realisiert wurde.

Das Q110 ist dabei vielleicht nicht DIE Filiale, wie sie deutschlandweit entstehen wird. Ihr Zweck besteht für die Deutsche Bank darin, Möglichkeiten zu testen, wie mit einem heterogenen Kundenstamm und einer riesigen Bandbreite an Bedarfen in Zukunft umgegangen werden kann. Die Führungskräfte im Zukunftsquartier sind überzeugt, dass persönlicher Kontakt nicht ersetzbar ist und deshalb Modernisierung nicht als reine Digitalisierung, sondern ganzheitlich umgesetzt werden muss. „Wir waren überrascht, wie viele junge Leute in unseren Filialen Überweisungsträger ausfüllen!“, ist eine Beobachtung, von der sie berichteten.

Zur Zukunft des Bankenwesens und zum Ruf der Deutschen Bank hatten die Teilnehmenden unseres First Mondays trotz dieser Zukunftsstrategie unterschiedlichste Meinungen, wie sich bei der Aufstellung in einem Meinungsstrahl zeigte. Klar wurde, dass die Deutsche Bank, mehr als so mancher anderer „Global Player“ made in Germany, sich nach wie vor als deutsches Unternehmen mit globaler Präsenz betrachtet, in dem das Geschäft im Heimatmarkt mit Privatkunden und Firmenkunden in weit höherer Intensität verfolgt wird als in anderen Ländern.

Das Schlusswort der Gastgeber*innen war ein Plädoyer für Visionen: In Berlin treffe Historie auf viel Neues, Ungeordnetes. Das sollte Mut machen, Dinge nicht als gegeben hinzunehmen, sondern die Frage zu stellen: Was können WIR selbst verändern?

In diesem Sinne danken wir der Deutschen Bank, dass wir für die spannende Diskussion zu Gast sein durften, sowie allen Beteiligten, die hoffentlich viel Inspiration und Mut aus dem Abend mitnehmen konnten.

Humor und Religion: Wo sind die Grenzen?

Eingetragen am 30.08.1918

30. August 1918 | By |

Coexister (Zusammenleben) heißt die französische Komödie, in der ein Priester, ein Rabbi und ein Imam gemeinsam singen und in der die drei Männer, ihre Religionen und der interreligiöse Dialog auf die Schippe genommen werden. Der Kinofilm mit dem deutschen Titel „Ein Lied in Gottes Ohr“ verschont seine drei Protagonisten nicht vor rasanten Gags und Wortwechseln an den Grenzen des Respekts. Wir haben Vertreter*innen der drei parodierten Religionen und Interessierte eingeladen, sich die Satire anzuschauen und ihn als Ausgangspunkt in der Diskussion über Religion und Humor, Meinungsfreiheit und die Verletzung religiöser Gefühle zu nutzen.

Nach dem Kinobesuch ging es in der Landeszentrale für politische Bildung weiter, wo ein Teil der Gruppe unter der Moderation von Reinhard Fischer über die Grenzen des guten Geschmacks, des Respekts und des Gesetzes diskutierte. Zu Gast war der Justiziar Klaus-Wilhelm Baumeister, der aus juristischer Perspektive die Grenzen zwischen der Kunst- und Meinungsfreiheit darlegte.

Parallel dazu fand die Nachbesprechung der meet2respect-Tandemtour unter Moderation von Winfriede Schreiber und Bernhard Heider statt. Eingeladen waren alle Tandemfahrer*innen, sowie Vertrter*innen der Kooperationspartner, um die Veranstaltung zu reflektieren und weitere Perspektiven zu entwickeln.

Abschließend fand ein gemeinsamer Ausklang bei Getränken und einem kleinen Imbiss statt. Wir danken dem Delphi Lux Kino, dem Filmverleih Neue Visionen, der Landeszentrale für politische Bildung, sowie der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und allen Teilnehmenden für den gelungenen Abend.

First Monday im September: Botschaft für Kinder

Eingetragen am 22.08.1918

22. August 1918 | By |

Zu Besuch bei der „Botschaft für Kinder“: wie kann – auch im Interesse der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft – Lobbyarbeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft noch besser gelingen?
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Armut ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. In Mitte und Neukölln leben 50% der Unter-18-jährigen mit Hartz IV, auf ganz Berlin bezogen sind es knapp über 30%. Viele Kinder kommen darüber hinaus aus bildungsfernen Haushalten und erhalten eher wenig Förderung und Motivation für einem erfolgreichen Bildungsabschluss und Einstieg in das Berufsleben. Und gleichzeitig hat die soziale Durchmischung an Schulen in den letzten Jahren massiv abgenommen und die staatlichen Maßnahmen zum Nachteilsausgleich nicht entsprechend zugenommen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Schulen, bei denen über 80% der Schüler*innen aus Hartz-IV-Haushalten kommen und die Schüler*innen kaum Personen aus ihrem persönlichen Umfeld kennen, die ihren Lebensunterhalt mit Arbeit bestreiten.

Die von den SOS-Kinderdorf-Organisation unweit des Hauptbahnhofs betriebene „Botschaft für Kinder“ versteht sich als Lobby-Organisation für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Zu unserem First Monday wird Kirsten Spiewack, Geschäftsführerin des SOS-Kinderdorfs Berlin-Moabit und der Botschaft für Kinder zunächst einen Einblick in die „Botschaft“ und den in ihr ansässigen Hotel- und Gastronomiebetrieb geben, um dann anschließend mit unseren Mitgliedern und Freund*innen über Ideen, Anregungen, Hindernisse und Möglichkeiten für Lobbyarbeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche zu diskutieren:

– wie kann ein gesellschaftliches Bewusstsein geweckt werden, dass eine erfolgreiche Integration von benachteiligten Kindern und Jugendlichen in den Arbeitsmarkt nicht nur ein Thema individueller Verantwortung der jeweiligen Familien oder der öffentlichen Schulen ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches Verantwortungsthema?

– wie können Medien dafür gewonnen werden, über das Thema Kinderarmut und wie Benachteiligung ausgeglichen werden kann, stärker zu berichten?

– wie kann die Politik dafür gewonnen werden, dass statt Einsparungen angesichts der Zunahme von Kindern und Jugendlichen in Armut die Unterstützungsangebote eher ausgeweitet werden?

– wie können Bildungsbürger dafür gewonnen werden, als Bildungspaten oder Perspektivgeber ansprechbar für Kinder und Jugendliche aus bildungsfernem Elternhaus zu sein?

– wie kann der Segregation an Berliner Schulen nach Geldbeutel der Eltern und Migrationshintergrund entgegen gewirkt werden?

– welche konkreten Verbesserungen für Kinder und Jugendliche könnten und sollten angegangen werden?

– welche Form der Netzwerke gibt es derzeit und welche sind denkbar?

– wie können darüber hinaus die Interessen von benachteiligten Kindern und Jugendlichen öffentlich wahrgenommen werden?

Zeit: Montag, 03. September 2018, 18:30 – 21:00 Uhr
Ort: Botschaft für Kinder (
Lehrterstraße 66, 10557 Berlin)

Teilnahmebedingungen
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen, nur eine komplette Teilnahme möglich ist und unsere Mitglieder Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen dieses Mitgliedsformulars tun. Die Teilnahme am First Monday ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis zum 30. August 2018 hier möglich. Sie erhalten spätestens am 30. August eine Rückmeldung, ob wir Ihre Anmeldung berücksichtigen konnten.

Sommerfest 2018

Eingetragen am 18.07.1918

18. Juli 1918 | By |

In lockerer Atmosphäre und bei strahlendem Sonnenschein kamen knapp hundert Führungskräfte zum diesjährigen Sommerfest auf dem Tempelhofer Feld zusammen. Das fröhliche Beisammensein bot die Möglichkeit zum Wiedersehen bereits bekannter Gesichter und zur Vernetzung mit neuen Kontakten. An Thementischen bestand die Möglichkeit zum Austausch mit Expert*innen.

Nach der Begrüßung durch Peter Conrad, der stellvertretend für den Vorstand einige Worte zu den aktuellen Projekten des Vereins sagte, konnten sich die Teilnehmenden frei austauschen oder mit Personen aus unserem Mitgliederkreis, jeweils aus den drei Sektoren Privatwirtschaft, Öffentlicher Bereich & Non-Profit, einen „Blick über den Tellerrand“ wagen:

Non-Profit Bereich: Passend zum Veranstaltungsort boten Margarete Heitmüller, Leiterin des Kampagnenbüros des Volksentscheides 100% Tempelhofer Feld und Michael Schneidewind, Vorstand des Vereins, der den Volksentscheid erfolgreich auf den Weg gebracht hat, die Möglichkeit zum Austausch über die Themen: „Was waren die Erfolgsfaktoren für den Volksentscheid? Wie ist ihre heutige Sicht auf das Tempelhofer Feld angesichts des jährlichen Bevölkerungswachstums und damit einhergehenden Gentrifizierungsdrucks und der Verdichtung der städtischen Bebauung?“

Privatwirtschaftlicher Bereich: Peer Heinlein ist mit seinem Unternehmen Heinlein Support und der Marke mailbox.org spezialisiert auf IT-Sicherheit und zu seinen Referenzen gehören 6000 Kunden – Unternehmen, Konzerne, Landes- und Bundesbehörden. In Kontakt zu uns kam er über das Format „Mensa meets Leadership“. Das Thema seines Tisches lautete: „Wie sind deutsche Unternehmen und Verwaltung im Hinblick auf IT-Sicherheit im internationalen Vergleich aufgestellt? Zwischen Antiviren- und sonstiger Software aus den USA, Russland, Israel und China – wem vertrauen wir eigentlich?“

Öffentlicher Bereich: Unser Alumnus und Mitglied Klaus Baumeister verfügt über langjährige Erfahrungen aus seinen Tätigkeiten für diverse Justiziariate von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (wdr, orb, rbb) und ist Geschäftsführer eines für Werbe- und Rechtevermarktung zuständigen öffentlich-rechtlichen Tochterunternehmens. Sein Thema, über das divers diskutiert wurde: „Von Gedichten über „Ziegenliebhaber“ bis zum „Vogelschiss“ – wie weit reicht Meinungsfreiheit und wie geht man mit Grenzfällen um?“

Vielen Dank an unseren Vorstand, alle Gesprächspartner*innen und Teilnehmenden! Wir wünschen allen einen schönen Sommer! Euer Leadership-Team