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Fridays for Future Archive - Leadership Berlin

Rückblick: Gespräch mit Aktivist*innen von Fridays for Future

Eingetragen am 15.08.2019

15. August 2019 | By |

Laurens Heintze, Jaro Watzke, Anna Ducksch, Malin Rackles, Anton Zölsz, Benjamin Dörfel und Henrik Arhold (v.l.n.r.)

Kaum ein Zukunftsthema steht derzeit so sehr im Fokus wie die Prognosen des Klimawandels und die von zahlreichen Klimawissenschaftler*innen dringend angemahnten und von „Fridays for Future“ auf die Straße getragenen Forderungen nach einem konsequenten und zügigen CO2-Ausstieg. Insofern lag es nahe, dass wir zu unserem First Monday am 5. August einen Austausch von Aktivist*innen von Fridays for Future und Führungskräften organisierten, um über die Umsetzung des CO2-Ausstiegs zu sprechen.

Als Veranstaltungsort für die Diskussion durften wir dankenswerter Weise auf das „Quartier Zukunft“ der Deutschen Bank zurückgreifen, wo Harald Eisenach, Vorsitzender der Regionalen Geschäftsleitung Ost der Deutschen Bank AG und Mitwirkender im Beirat von Leadership Berlin, nach einer kurzen Führung alle Anwesenden begrüßte.

Wir begannen mit einem inhaltlichen Impuls, in dem die Aktivist*innen ihre Forderungen vortrugen:

  • eine Netto-Null beim CO2-Ausstoß bis 2035
  • sofortige Beendigung der Subventionierung für fossile Energieträger
  • Umstieg auf 100% erneuerbare Energie bis 2035
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
  • ein Kohleausstieg bis 2030
  • und eine CO2-Steuer in Höhe von 180 Euro/Tonne (bedeutet z.B. 47 Cent pro l Diesel)

Die Schüler*innen wiesen darauf hin, dass sie als junge Menschen mit den Konsequenzen leben müssen, wenn der menschengemachte CO2-Ausstoß nicht konsequent beendet werde. Und sie luden alle Anwesenden ein, sich am globalen Klimastreik am 20. September 2019 in Berlin zu beteiligen.

Die Kernkompetenz von Leadership Berlin liegt darin, dass wir eine breite Vielfalt von Entscheidungsträger*innen und Verantwortungsträger*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen in unserem Netzwerk zusammenbringen. Dies zeigte sich auch deutlich an diesem First Monday, an dem von der Geschäftsführerin der Klimaallianz oder den Initiatoren von zwei Volksentscheiden auf der einen Seite und Führungskräfte von GASAG, Vattenfall und der LEAG (die den Braunkohleabbau in der Lausitz betreibt) auf der anderen Seite die unterschiedlichsten Stakeholder vertreten waren. Ob anhand einer Aufstellung der Teilnehmenden auf einem Meinungsstrahl bzgl. des geschätzten Prozentsatzes des menschlichen Anteils am Klimawandel, der Zustimmung zu einer CO2-Steuer oder auch der Frage, ob man befürworten würde, dass die Netto-Null beim CO2-Ausstoß ins Grundgesetz geschrieben wird – es zeigte sich jeweils, dass von einem allgemeinen Konsens nicht die Rede sein kann, wenn auch die Mehrheit der teilnehmenden Führungskräfte die Einschätzungen und Forderungen der Aktivist*innen teilte.

So emotional das Thema mitunter in Medien und Politik diskutiert wird, so angenehm war die Gesprächsatmosphäre bei unserer Veranstaltung. Besonders die Bereitschaft, die Blickwinkel „der anderen Seite“ anzuhören, sowohl in der ersten Hälfte des Abends in der Gesamtgruppe als auch in der zweiten Hälfte in Kleingruppengesprächen, fiel dabei positiv ins Gewicht. Dies schätzten zum einen die Aktivist*innen von Fridays for Future, die positiv überrascht waren, von Führungskräften auf Augenhöhe behandelt zu werden – zum anderen aber auch beispielsweise seitens der Vertreterin der LEAG, dass sachlich mit ihr diskutiert wurde. Besonders beeindruckend – und wir denken, wir sprechen hier im Namen aller teilnehmenden Führungskräfte – war die Ausdrucksfähigkeit, die Differenziertheit und das Engagements der jungen Menschen von denen, diesen Eindruck konnte man gewinnen, sicherlich auch viele einmal zu Führungskräften werden.  

Auch, wenn nicht in allen Punkten ein Konsens vorhanden war, so konnte der Abend doch einen Beitrag dazu leisten, das Thema Klimawandel und CO2-Ausstieg bei vielen der Anwesenden stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Als Leadership Berlin wollen wir auch weiterhin einen Beitrag dazu leisten, das Thema vielfältig und differenziert stärker in das Bewusstsein von Führungskräften zu rücken. In diesem Sinne freuen wir uns, folgende Aktivitäten auf den Weg zu bringen:

1. Wir führen eine Befragung in unserem Netzwerk zum Klimawandel und CO2-Ausstoß durch und werden die Ergebnisse veröffentlichen.

2. Eingebettet in diese Umfrage besteht die Möglichkeit, Fragen zum Klimawandel und CO2-Ausstieg zu stellen. Zum einen haben sich Klima-Expert*innen aus unserem Netzwerk und andererseits Dr. Helmar Rendez,  Vorstandsvorsitzender der LEAG freundlicherweise bereiterklärt, Antworten zu dem sie betreffenden Themenfeld auszuarbeiten. Die Fragen und Antworten werden wir in Folge veröffentlichen.

3. Ebenfalls im Fragebogen besteht die Möglichkeit, Ideen, Anregungen oder auch Best-Practice-Beispiele zur CO2-Reduktion zu benennen, die wir dann ebenfalls veröffentlichen.

Zuletzt wurde von einigen teilnehmenden Führungskräften der Wille und die Bereitschaft geäußert, den Diskurs mit den Aktivist*innen von Fridays for Future fortzusetzen. So wurde z.B. der Plan gefasst, dass Leadership Berlin ein Zusammenkommen von Führungskräften der LEAG mit Aktivist*innen von Fridays for Future im Braunkohle-Revier in der Lausitz veranstalten könnte. Sowohl seitens der Aktivist*innen wie auch seitens der LEAG besteht dazu Bereitschaft bzw. Interesse und für Leadership Berlin wäre das Zusammenbringen dieser beiden Seiten passend zu unserem Selbstverständnis und Motto begegne dem anderen, welches der rote Faden unserer Projektarbeit ist (wie unser Zusammenbringen von Imamen und Rabbinern in unserem mittlerweile in eine Tochtergesellschaft ausgegliederten Projekt meet2respect).
Der Termin wird voraussichtlich im Januar 2020 stattfinden und unseren Mitgliedern werden wir die Möglichkeit anbieten, an der Führung durch Werk und Abbau-Areale wie auch der anschließenden Diskussionsveranstaltung teilzunehmen.

Auch der Gastgeber Harald Eisenach sieht in dem Zusammenkommen mit den Schüler*innen keine einmalige Sache: Er vermittelt den jungen Menschen ein Treffen mit den Physiker*innen aus dem Greentech-Team des Hauses. Außerdem hat sich die Deutsche Bank dazu bereit erklärt, die Räumlichkeiten des Quartier Zukunft kostenfrei für vereinzelte Treffen für Fridays for Future Gruppen bereitzustellen.

Wir danken den Aktivist*innen Anna Ducksch, Anton Zölsz, Benjamin Dörfel, Henrik Arhold, Jaro Abraham, Laurens Heintze und Malin Rackles für ihr Engagement, der Deutschen Bank für die Gastfreundschaft und allen Teilnehmenden für ihr Interesse.

Ankündigung: Fridays for Future – Gespräch mit Aktivist*innen

Eingetragen am 15.07.1919

15. Juli 1919 | By |

Schüler*innen bei einer Fridays for Future Demonstration in Berlin

Die einen sehen sie als Schulschwänzer*innen, die anderen nehmen sie als junge Menschen ernst, die nötigen Druck auf die Politik ausüben. An unserem First Monday im August wollen wir mit 5 Berliner Aktivist*innen der Fridays for Future Bewegung ins Gespräch gehen und mit ihnen über ihre Motivation, Strategien und Forderungen sprechen.

Wann? Am Montag, 05. August 2019 – Achtung! Uhrzeit diesmal abweichend:
17.30 Uhr bis 18.00 Uhr : Führung durch das Quartier Zukunft der Deutschen Bank
18.00 Uhr bis 20.00 Uhr: Fridays for Future: Motivation, Strategien und Forderungen junger Aktivist*innen
Wo? Im Quartier Zukunft der Deutschen Bank, Friedrichstraße 181, 10117 Berlin, Deutschland
Gastgeber: Harald Eisenach, Mitglied des Management Committee Deutschland sowie Vorsitzender der Regionalen Geschäftsleitung Ost der Deutschen Bank AG mit Sitz in Berlin und Mitwirkender im Beirat von Leadership Berlin
Moderation: Tabea Perger, Programmkoordinatorin bei Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.
Anmeldung: https://forms.gle/K7Pm2eaHd4HojSVD9

ab 20.00 Uhr : Möglichkeit zum informellen Austausch und gemeinsamen Umtrunk

Die fünf engagierten Schülerinnen und Schüler aus Berlin und Umkreis werden zunächst von ihrer Haltung zur aktuellen Klimapolitik und ihrem Engagement erzählen. Dabei sollen sie auch die Gelegenheit bekommen, ihre Erwartungen an Berliner Führungskräfte formulieren zu können.
Alle Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, sich mit den Aktivist*innen ins Gespräch zu begeben und ihre Erfahrungen aus ihrem privaten, vor allem aber ihrem beruflichen Kontext zum Thema Umwelt(-schutz) zu schildern.
Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit:

  • Anna, Schülerin der 10. Klasse am Evangelischen Gymnasium Hermannswerde. Sie engagiert sich dort für ein nachhaltiges Schulleben. „Ich bin bei Fridays for Future aktiv, weil ich der Meinung bin, dass Thema Umwelt- und Klimaschutz in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen präsenter sein sollte.“
  • Anton, Schüler am Droste-Hülshoff-Gymnasium. „Ich bin bei fff dabei, weil ich glaube, dass nur durch einen Protest Druck entstehen kann, welchen wir brauchen, um den Klimawandel noch abzuwenden.“
  • Benjamin, ebenfalls Schüler am Droste-Hülshoff-Gymnasium, wo er sich in der AG „Klimaretter“ engagiert. Zudem ist er im Brot für die Welt Jugendausschuss aktiv.
  • Clara, hat gerade erfolgreich das Abitur absolviert. „Längere Zeit habe ich versucht, im privaten Umweltschutz zu betreiben, indem ich Plastik vermieden habe. Geärgert hat mich aber, dass Umweltschutz auf die Konsument*innen abgeladen wird, obwohl die Firmen die Hauptverschmutzer sind. Gerade dort hat die Politik die Macht einzuschreiten, was sie nicht tut. Deswegen habe ich mich dafür entschieden, aktivistisch für eine lebenswerte Zukunft zu kämpfen.“
  • Jaro, 16 Jahre alt und sehr aktiv im Umweltschutz, z.B. durch Extinction Rebellion. „Ich wünsche mir von den Unternehmen, dass sie Klimaschutz wirklich beachten, weil es unsere/meine Zukunft ist.“
  • Laurens, angehender Musikstudent auf Lehramt. „Ich bin schon länger für mehr Klimaschutz aktiv und freue mich sehr, dass es durch unsere Jugendbewegung die Gelegenheit gibt, die ganze Gesellschaft mit diesem existenziellen Thema zu erreichen. „

Zur Fridays for Future Bewegung:
Fridays for Future ist eine globale Schüler*innen- und Studierendenbewegung, die sich für den Klimaschutz einsetzt. Nach dem Vorbild der Initiatorin Greta Thunberg gehen Schülerinnen und Schüler freitags während der Unterrichtszeit auf die Straßen und protestieren. Der Protest findet weltweit statt und wird von den Schüler*innen und Studierenden selbst organisiert. Weltweit sollen 1.789.235 Menschen am 15. März 2019 an den Demonstrationen von FFF teilgenommen haben (vgl: https://fridaysforfuture.org/events/list). 

Rahmenbedingungen:
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen, nur eine komplette Teilnahme möglich ist und unsere Mitglieder Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen eines Mitgliedsantrags tun. Die Teilnahme am First Monday ist kostenfrei.