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Krisenmanagement Archive - Leadership Berlin

Digitaler Auftakt des Collaborative Leadership Programms

Eingetragen am 01.04.2020

1. April 2020 | By |

Alle Jahre wieder startet ein neuer Jahrgang in der schönen Umgebung der Schorfheide gemeinsam in das Collaborative Leadership Programm. Die zweitägige Auftaktveranstaltung besteht hauptsächlich aus interaktiven Elementen und stellt die Teilnehmenden vor die eine oder andere Challenge. In diesem Jahr stellte die Auftaktveranstaltung zunächst eine ziemliche Herausforderung für unser Team dar, denn die Rahmenbedingungen des Infektionsschutzes machten eine Durchführung als Präsenzveranstaltung unmöglich.

So nah und doch so weit entfernt: Die Teilnehmenden 2020 schalteten sich von Zuhause oder aus ihren Büros zu, um an der digitalen Auftaktveranstaltung dabei zu sein –
Danke für dieses commitment!

Was also tun, wenn der Bildungsauftrag gleich bleibt, die didaktischen Mittel aber wegbrechen? Die Rahmenbedingungen änderten sich fast täglich: waren 7 Tage vor unserer geplanten Auftaktveranstaltung noch Veranstaltungen bis 1000 Personen erlaubt, lagen wir vier Tage vor Beginn angesichts einer Grenze von 50 nur noch knapp unter der verbindlichen Grenze, bis diese dann zwei Tage vor geplanten Veranstaltungsbeginn auf 30 gesenkt wurden.

Nachdem wir anfänglich noch planten, die Veranstaltung “hybrid” durchzuführen, indem die Teilnehmenden entweder physisch oder virtuell zugeschaltet hätten teilnehmen können, kamen wir schließlich zwei Tage vor Veranstaltungsbeginn zu der Entscheidung, unsere Auftaktveranstaltung komplett digital durchzuführen und sie dem Fokus “Krisenmanagement” zu widmen. Maßgeblich war in der Kürze der Zeit das Einarbeiten in diverse digitale Tools und das Erstellen eines Leadership Forums für den 2020er Jahrgang, welches sich bereits so bewährt hat, dass wohl auch zukünftige Jahrgänge davon profitieren werden.

Wenngleich keine 1 zu 1 Übersetzung des persönlichen Kennenlernens in den digitalen Raum möglich ist, so haben die vielfältigen Austauschformate in Kleingruppen, Tandems, wie auch im Plenum doch einen Jahrgangs-Spirit entstehen lassen.
Besonders trugen dazu die “Krisen-Talks” zu von den Teilnehmenden selbst gewählten Themen bei:

  • Wie kriegen wir als Gesellschaft wieder den Dreh zurück zur Normalität (“Exit-Strategie”) Was sehen wir als langfristige Auswirkungen – welche Trends werden u.U. verstärkt?
  • Erfahrungen mit hohem Anteil von Home-Office – Auswirkungen auf Führung, Mitarbeitendenentwicklung und Performance
  • Wie kann ich mir selbst und anderen Kraft geben? (z.B. im Umgang mit den Eltern) und
  • Tagesplanung – wie kann ich Arbeit und Alltag (inkl. Kinderbetreuung) unter den gegebenen Umständen organisieren?

Dankbar angenommen wurden auch die Kleingruppengespräche mit Personen aus unserem Netzwerk, die die aktuelle Krise aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten:

  • Christian Pech, Leiter Wirtschaftsförderung der Investitionsbank Berlin: „Wie könnte die Wirtschaftsförderung in der absehbaren Krise aussehen, welche Förderinstrumente stehen zur Verfügung?“
  • Dr. Shadi Mousa, ehemaliger Oberarzt der HNO (heute niedergelassen): „Was kommt mit der Corona-Pandemie auf uns zu? Wer ist gefährdet?“
  • Dr. Friedrich Wrede (77), ehemaliger Chefarzt der Unfall-Chirurgie: „Erwürgen wir unsere Gesellschaft? Sind die Maßnahmen angesichts einer verhältnismäßig kleinen Risikogruppe von insbesondere alten Menschen angemessen?“
  • Klaus Baumeister, ehemaliger Justiziar des rbb und ehemaliger Hauptgeschäftsführer von rbb media: „Wie könnte sich juristisch die Anspruchslage auf Schadensersatz bei nicht erfüllbaren Dienstleistungsverträgen darstellen? Wie steht es um betriebsbedingte Kündigungen?“
  • Philipp Wilimzig, Geschäftsführer der IT-Unternehmen ikusei und „The People Who Do“: “Wie kann digitale Zusammenarbeit und Führung in Zeiten der Isolation und der Arbeit in Home-Offices aussehen und gelingen?”
  • Sonja Müseler, ehemalige Ausbildungsleiterin der Telefonseelsorge und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Telefonseelsorge Berlin : „Wie geht man mit der Ohnmacht um? Wie reagieren Menschen auf eine Krise, die von außen kommt, Massen betrifft und für die es keinen Erfahrungshintergrund gibt? Wie kann psychologische Unterstützung aussehen?“

und

  • Petra Göbel, Personalleiterin der Messe Berlin: „Wie einen Branchen-Super-GAU im Personalbereich managen?“, das Gespräch musste allerdings aufgrund des aktuell realen “Super-GAUs” insbesondere für die Messe Berlin auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Das Gefühl, dass “alle im selben Boot sitzen”, gepaart mit dem Erfahrungsaustausch zu lösungsorientierten Strategien hat etwas ganz Eigenes hervorgerufen. Und alleine die wöchentlichen jahrgangsinternen Video-Konferenzen bei Kalt- und Heißgetränken zeugen davon, dass jede Herausforderung eine Chance sein kann.

Wir danken allen Gesprächspartnern und Gesprächspartnerinnen für ihr Mitwirken und die spannenden Impulse, unserem Vorstandsmitglied Philipp Wilimzig für die intensive Unterstützung und natürlich allen Teilnehmenden für die Offenheit, die guten Ideen und die gute Laune – trotz widerer Umstände. Wir freuen uns und sind gespannt auf ein hoffentlich baldiges persönliches Kennenlernen mit allen Teilnehmenden!