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Netzwerke Archive - Leadership Berlin

Angebot für Veranstaltungsorte 1.000plus

Eingetragen am 29.04.2020

29. April 2020 | By |

Viele Bereiche sind wirtschaftlich stark betroffen von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Während manche Branchen allerdings in den kommenden Wochen nach und nach wieder den Betrieb aufnehmen können, werden die Betreiber*innen von Veranstaltungsorten, in denen viele Menschen zusammenkommen, noch über eine längere Zeit hinweg nicht zu ihren gewohnten Formaten zurückkehren können. Einige müssen um ihre weitere wirtschaftliche Existenz kämpfen. Und es droht, dass Berlin so manches verloren geht, was für Touristen, Zugezogene, aber auch Ur-Berliner*innen gerade den besonderen Reiz unserer Stadt ausmacht.

Veranstaltungsorte müssen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen

Als gemeinnütziger Verein “Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.” widmen wir uns in Programm- und Projektformaten dem sektorübergreifenden Austausch von Führungskräften, der Vernetzung und der Erzeugung von Win-Win-Situationen im Sinne des Gemeinwohls. Wir haben uns daher entschlossen, neben den regelmäßigen Zusammenkünften unseres Leadership Jahresprogramms 2020 ab Juni (sofern es die gesetzliche Lage dann erlaubt), einen regelmäßigen sektor- und branchenübergreifenden Austausch alle 1-2 Monate von Betreiber*innen von Veranstaltungsorten zu organisieren. Bei der Moderation wirkt unser Vorstandsvorsitzender Andreas Scholz-Fleischmann, ehemals Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe und Personalvorstand der BSR mit.

Bei den Treffen kann in unterschiedlichen Gruppengrößen und Formaten ein Austausch über die aktuellen Herausforderungen, Strategien und Best-Practice-Beispiele erfolgen, beispielsweise über Fördermöglichkeiten, Kredite, Vereinbarungen mit Vermietern, Umgang mit Zahlungsausfällen und Stornierungen, Vereinbarungen mit Gas-, Wassser- und Stromanbietern, Aufrechterhaltung von Kundenbeziehungen, sektor- und branchenübergreifender Lobbyarbeit usw.

Das erste Treffen findet am Donnerstag, dem 18. Juni 2020 in der Zeit von 14.00 bis 18.30 Uhr in der Messe Berlin statt. Die Teilnahme ist kostenlos und angedacht ist, dass sich für die Folgetreffen im Abstand von 1-2 Monaten jeweils jemand anderes aus dem Teilnehmendenkreis bereiterklärt, Gastgeber*in zu sein und zu Beginn einen kleinen Input zum jeweiligen Ort zu geben. Bei dem ersten Treffen am 18. Juni wird neben dem Austausch untereinander auch eine Begegnung mit den 36 Teilnehmenden des aktuellen Leadership Jahresprogramms stattfinden, die mit Feedback und evtl. der einen oder anderen Anregung auf die Herausforderungen der Betreiber*innen von Veranstaltungsorten eingehen werden.

Anmeldeformular für die Teilname an dem Austausch:

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*Rahmenbedingungen:
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.
Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmendenzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen.

“Das Leben draußen”: Netzwerken für Anerkennung

Eingetragen am 09.09.2016

9. September 2016 | By |

Udo_Marin_VBKI

Udo Marin; Foto: VBKI

 

“Netzwerken funktioniert im Gefängnis besser als draußen. Hier ist das ein existentielles Interesse!” lautet eine der Botschaften, die die Inhaftierten unserem Gesprächsgast im August, Herrn Udo Marin, mitgaben. Damit war schnell klar: Hier sitzen sich Experten gegenüber.

Udo Marin ist seit 17 Jahren der Geschäftsführer des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller e.V. (VBKI). Der Verein wurde bereits im Jahre 1879 gegründet und versteht sich selbst u.a. als eine Think-Tank-Organisation, die auf den Themenfeldern Politik, Standort Berlin, Bildung und Wissenschaft, Sport und mehr Antworten in Form von Positionspapieren erarbeitet. Darüber hinaus fördert der Verein gemeinnützige Projekte und unterstützt im Rahmen einer Sportförderung Berliner Spitzensportler während und nach ihrer aktiven Zeit.

Netzwerker sind vor allem sozial erfolgreich – sie können Menschen für sich und ihre Ideen gewinnen und kennen immer jemanden, der jemanden kennt. So auch die rheinische Frohnatur Udo Marin – eine ideale Besetzung, um zum Thema Netzwerke/Gemeinschaften seine Erfahrungen mit den Inhaftierten zu teilen.

Die Inhaftierten wiederum berichteten von ihren Strategien und Beweggründen, in der JVA selbstständig Netzwerke zu bilden oder bestehenden Netzwerken beizutreten. Sie gaben Beispiele für verschiedene Initiativen der Inhaftierten aus dem Gefängnisalltag und analysierten die Ursachen von Erfolg und Misserfolg dieser Vorhaben. Dabei kristallisierte sich schnell heraus: Der stärkste Antrieb zur Bildung einer Interessengemeinschaft ist immer noch der Kampf gegen einen gemeinsamen “Feind”.

Geschichten über Feinde hatte Herr Marin nicht zu erzählen, wohl aber über einen weiteren Aspekt der Motivation, Menschen zu helfen und dadurch Netzwerke zu bilden: Die Anerkennung.
Das Gefühl, jemandem geholfen zu haben, dafür Anerkennung zu erfahren und keine direkte Gegenleistung zu fordern, ist für Udo Marin ein wesentlicher persönlicher Antrieb seiner Arbeit im Verein. Gleichzeitig wird dadurch das Vertrauen zwischen den Beteiligten gestärkt – und ohne Vertrauen kann ein Netzwerk nicht von Dauer sein.

Ein Nachtrag zu der Gesprächsrunde erreichte uns drei Tage nach der Veranstaltung: Rosemarie Dorsch-Jäger, die Leiterin der sozialpädagogischen Abteilung der JVA Moabit, leitete uns die Rückmeldung eines Gefangenen weiter: “Der Gruppenanlass „Das Leben draußen“ war wieder sehr toll, unterhaltsam und inspirierend. Der Gast fand großen Anklang…”. Ein Ansporn für uns, uns mit “Das Leben draußen” weiter zu engagieren!