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Aktuelles Archive - Leadership Berlin

Sommerfest 2018

Eingetragen am 18.07.2018

18. Juli 2018 | By |

In lockerer Atmosphäre und bei strahlendem Sonnenschein kamen knapp hundert Führungskräfte zum diesjährigen Sommerfest auf dem Tempelhofer Feld zusammen. Das fröhliche Beisammensein bot die Möglichkeit zum Wiedersehen bereits bekannter Gesichter und zur Vernetzung mit neuen Kontakten. An Thementischen bestand die Möglichkeit zum Austausch mit Expert*innen.

Nach der Begrüßung durch Peter Conrad, der stellvertretend für den Vorstand einige Worte zu den aktuellen Projekten des Vereins sagte, konnten sich die Teilnehmenden frei austauschen oder mit Personen aus unserem Mitgliederkreis, jeweils aus den drei Sektoren Privatwirtschaft, Öffentlicher Bereich & Non-Profit, einen „Blick über den Tellerrand“ wagen:

Non-Profit Bereich: Passend zum Veranstaltungsort boten Margarete Heitmüller, Leiterin des Kampagnenbüros des Volksentscheides 100% Tempelhofer Feld und Michael Schneidewind, Vorstand des Vereins, der den Volksentscheid erfolgreich auf den Weg gebracht hat, die Möglichkeit zum Austausch über die Themen: „Was waren die Erfolgsfaktoren für den Volksentscheid? Wie ist ihre heutige Sicht auf das Tempelhofer Feld angesichts des jährlichen Bevölkerungswachstums und damit einhergehenden Gentrifizierungsdrucks und der Verdichtung der städtischen Bebauung?“

Privatwirtschaftlicher Bereich: Peer Heinlein ist mit seinem Unternehmen Heinlein Support und der Marke mailbox.org spezialisiert auf IT-Sicherheit und zu seinen Referenzen gehören 6000 Kunden – Unternehmen, Konzerne, Landes- und Bundesbehörden. In Kontakt zu uns kam er über das Format „Mensa meets Leadership“. Das Thema seines Tisches lautete: „Wie sind deutsche Unternehmen und Verwaltung im Hinblick auf IT-Sicherheit im internationalen Vergleich aufgestellt? Zwischen Antiviren- und sonstiger Software aus den USA, Russland, Israel und China – wem vertrauen wir eigentlich?“

Öffentlicher Bereich: Unser Alumnus und Mitglied Klaus Baumeister verfügt über langjährige Erfahrungen aus seinen Tätigkeiten für diverse Justiziariate von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (wdr, orb, rbb) und ist Geschäftsführer eines für Werbe- und Rechtevermarktung zuständigen öffentlich-rechtlichen Tochterunternehmens. Sein Thema, über das divers diskutiert wurde: „Von Gedichten über „Ziegenliebhaber“ bis zum „Vogelschiss“ – wie weit reicht Meinungsfreiheit und wie geht man mit Grenzfällen um?“

Vielen Dank an unseren Vorstand, alle Gesprächspartner*innen und Teilnehmenden! Wir wünschen allen einen schönen Sommer! Euer Leadership-Team

 

Gemeinsam gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit

Eingetragen am 05.07.2018

5. Juli 2018 | By |

Am Sonntag, dem 24. Juni setzen wir einiges in Bewegung und zwar in Form unserer meet2respect-Tandemtour unter dem Motto „Gemeinsam Antisemitismus und Islamfeindlichkeit entgegenlenken“. Ganz im Sinne der von uns organisierten meet2respect-Unterrichtsbesuche von Tandems aus jüdischen und muslimischen Religionsvertreter*innen, die wir seit 2013 in mehrheitlich muslimischen Schulklassen durchführen, brachten wir nun 25 jüdisch-muslimisch besetzte Tandem-Fahrräder und Riksschas auf die Straße.

Beginnend am Holocaust-Mahnmal und vorbei beim Jüdischen Gemeindezentrum, der Synagoge am Fraenkelufer und der Mevlana-Moschee bahnte sich der Fahrrad-Korso unter Begleitung von zahlreichen Mitradler*innen, Presse und Polizei einen Weg durch Berlin. Endpunkt war der Bebelplatz und damit der Ort der Bücherverbrennung 1933. Dort fand ein Bühnenprogramm statt, bei dem u.a. die Staatsministerin für Integration im Bundeskanzleramt, Annette Widmann-Mauz, der Stellvertretende Regierende Bürgermeister, Dr. Klaus Lederer, und die Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement, Sawsan Chebli, neben zahlreichen jüdischen und muslimischen Religionsvertreter*innen und dem Begegnungschor auftraten.

 

Erfreulich war die internationale Berichterstattung über die Veranstaltung, die von Washington Post und Fox News in den USA über islamische Medien wie Oumma.com, Medien in Israel wie Arutz Sheva – Israel National News und The Times of Israel bis hin zu Medien in Kambodscha, Thailand, China und Japan reichte. Selbstverständlich wurde auch in Deutschland und Europa darüber ausführlich berichtet. In Deutschland beispielsweise in Fernsehbeiträgen in ARD und ZDF, Berichten in Morgenpost, BZ oder auf Bento, in Frankreich beispielsweise auf Facebookbeitrag auf A+J francais, der knapp 1000 mal geteilt wurde, in UK beispielsweise auf Yahoo News oder auch bei Russia Today.

Aber es ging natürlich nicht nur darum, dass Juden und Musslime gemeinsam symbolhaft für ein friedliches Miteinander in die Pedale treten. Einerseits zeigten Imame und andere muslimische Vertreter*innen, dass sie sich klar gegen Antisemitismus positionieren, und sendeten ein Signal an alle Muslime in der Stadt, dass sich antisemitische Einstellungen nicht mit dem islamischen Glauben vereinbaren lassen. Andererseits hatten die jüdischen Beteiligten und alle, die über die Medien von der Aktion erfuhren, die Chance, sich ein Bild vom Islam und Muslimen zu machen, das den gängigen Stereotypen und der pauschalen Problematisierung widerspricht.

Programmtag: Spielräume der Macht ausschöpfen

Eingetragen am 20.06.2018

20. Juni 2018 | By |

… diesem Thema widmeten sich die 36 Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Programms an unserem Juni-Programmtag, mit dem wir bei Vivantes zu Gast waren. Wichtig ist uns bei dem Thema, dass wir uns nicht der repressiven Form von Macht (der anderen) widmen, sondern den eigenen Handlungsspielräumen und wie diese ausgeschöpft und erweitert werden können.

Nach einem spielerischen Einstieg mit unserem Mitglied Dr. Matthias Kribben, Vize-Weltmeister im Fernschach und Mitorganisator unseres Programmformats Mensa meets Leadership starteten wir mit einem Austausch mit Vera Gäde-Butzlaff. Auf Grundlage Ihres Erfahrungsschatzes als ehemalige Vorstandsvorsitzende der BSR, der GASAG und heutiger Aufsichtsratsvorsitzender von Vivantes gab sie intensive Einblicke in die jeweiligen Leadership-Challenges und die Unterschiede der Herausforderungen von Vorständen in öffentlichen und privatwirtschaftlichen Unternehmen und die jeweiligen Zielkonflikte, die es auszuhalten, bzw. zu entschärfen gilt.

Interessante Einblicke boten darüber hinaus die Nachmittagsgespräche bei so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Marianne Voigt, Mitgründerin von Immobilienscout und heutiger Geschäftsführerin von bettermarks, Sascha Disselkamp, Gründer und Geschäftsführer der Sage Group und Mitgründer der Clubcommission, Harald Eisenach, Vorsitzender der Regionalen Geschäftsleitung Ost der Deutschen Bank und Sabine Werth, Gründerin der bundesweiten Tafelbewegung, Vorsitzende der Berliner Tafel und geschäftsführende Gesellschafterin eines mittelständischen Unternehmens.

Besonders erkenntnisreich war natürlich auch der Austausch untereinander. In der Abschlussrunde äußerten viele, wie sehr sich inspiriert fühlen. Wir sind gespannt, ob sich dies auch in Form von konkreten Projekten oder gar Vereinsgründungen wie in der Vergangenheit niederschlägt…

Der nächste Programmtag unter dem Motto „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“ wird hierfür möglicherweise den ein- oder anderen Anknüpfungspunkt liefern!

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Veränderungsprozesse und Wandel am Beispiel des Braunkohleabbaus

Eingetragen am 10.06.2018

10. Juni 2018 | By |

Am Samstag, dem 2. Juni 2018 waren wir mit einem Einzelprogrammtag zu Gast bei der Lausitz Energie Bergbau AG und der Lausitz Energie Kraftwerke (LEAG) statt. Auf Einladung von Leadership Brandenburg e.V. gemeinsam mit Leadership Berlin e.V. traf sich eine vielfältig zusammengesetzte Gruppe von 20 Führungskräften und beschäftigte sich einen Tag lang mit den besonderen Herausforderungen der Lausitz, einer Region, die massiv mit Umstrukturierung und Veränderung konfrontiert ist.

Aus verschiedenen Perspektiven gingen sie Fragen nach, welche Strategien Verantwortungsträger vor Ort verfolgen und wie Menschen mit Führungsverantwortung dort ihre Zukunft aktiv gestalten. Wie vielfältig die Gruppe zusammengesetzt war, zeigte sich gleich zu Anfang bei einem Meinungsstrahl zu der Frage, ob der Braunkohleausstieg sofort erfolgen solle oder nicht. Hier fächerten sich die Meinungen von totaler Zustimmung bis hin zu vollkommener Ablehnung sehr breit auf. Ganz in diesem Sinne wechselten sich dann auch den ganzen Tag über Neugier mit Skepsis oder auch Überraschung ab.

Gastgeber des Tages waren die Lausitz Energie Bergbau AG und die Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG), die als Arbeitgeber von 8.000 Mitarbeitern und nochmals rund 12.000 indirekten Arbeitsplätzen in Zulieferbetrieben den Alltag vieler Menschen in der Region prägt. Unter Anleitung von Herrn Dr. Rendez, dem Vorstandsvorsitzenden der LEAG, erlebte die Gruppe neben einer Fahrt durch den Braunkohletagebau Welzow-Süd auch eine Führung durch das Kraftwerk Schwarze Pumpe. Am Nachmittag konnten wir dann außerdem noch drei weitere lokale Gesprächspartner mit ganz unterschiedlichen Perspektiven begrüßen. Frau Christine Herntier ist als Bürgermeisterin von Spremberg nahe an den Bedürfnissen der Bürger und wird deren Interessen auch in der Kommission ‘Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘ vertreten. Dr. Wolfgang Krüger kennt als Geschäftsführer der IHK Cottbus die direkten und indirekten Abhängigkeiten vieler, insbesondere auch kleinerer Unternehmen der Region vom Tagebau. Ein Mittler zwischen den vielen Stimmen in der Region wiederum ist Pfarrer Burkhard Behr, der seit letztem Herbst das von der evangelischen Kirche eingerichtete Zentrum für Dialog und Wandel leitet.

In den unterschiedlichen Darstellungen unserer Gesprächspartner wurden einige Punkte deutlich. Zum einen erleben alle Gestalter vor Ort, dass sie selten oder nur in geringem Umfang in die Entscheidungsprozesse und Zukunftsplanungen für die Region eingebunden werden. Die politischen Vertreter aus dem gefühlt weit entfernten Berlin kommen, wenn überhaupt, nur kurz in die Region und machen sich nur oberflächlich ein Bild von den Gegebenheiten und Bedürfnissen der Menschen. Die Zerrissenheit und Zerstrittenheit der Betroffenen, aber auch die Frustration und ein Gefühl von Machtlosigkeit schlagen sich unter anderem in der hohen AfD Wählerquote nieder. Viele erleben es als Hohn, dass in Berlin der Flugverkehr massiv ausgebaut wird und dabei die CO2 Bilanz offenbar nur eine geringe Rolle spielt, wohingegen eine von massiver Arbeitslosigkeit bedrohte Region aus demselben Grund ein gut wirtschaftendes Unternehmen schließen soll. In diesem Zusammenhang überraschte viele Teilnehmende die Information, dass die Umschichtung der Böden und die streng geregelte Rekultivierung nach dem Abbau der Braunkohle bewirkt, dass die landwirtschaftliche Qualität der Flächen im Anschluss oftmals deutlich höher ist, als es die „Märkische Sandbüchse“ davor war.

Die Meinungsvielfalt der Teilnehmenden war auch nach dem Tag groß, aber durch die hautnahen Erlebnisse und einige Stunden intensiver Beschäftigung mit den unterschiedlichen Facetten, konnten wir ein deutlich besseres Gefühl für die Komplexität der Themen rund um die Braunkohle in der Lausitz gewinnen. Eine Reihe von Sichtweisen hat gezeigt, wie die verschiedenen Entscheidungsfelder ineinandergreifen und was sie jeweils auslösen können. Auch hier ist eine einfache Lösung eine Illusion. Jedoch ist klar geworden, wie wichtig es wäre, die Menschen von hier wirklich ernsthaft an der Gestaltung der eigenen Zukunft teilhaben zu lassen. Außerdem wünschen sich viele endlich klare und verlässliche Entscheidungen, damit eine Planbarkeit überhaupt erst ermöglicht und die momentan vorherrschende Unsicherheit überwunden werden kann.

Vertretungsstunde: Diskussion zum Thema Homosexualität

Eingetragen am 09.06.2018

9. Juni 2018 | By |

„Wie würdet ihr reagieren, wenn eure Schwester, euer Bruder oder Freunde euch mitteilen, dass sie homosexuell sind?“

Gilles Duhem ist für viele Schüler ein bekanntes Gesicht. Unweit der Zuckmayer-Schule führt der 51-Jährige den Verein MORUS 14, der mit vielen freiwilligen Schülerinnen und Schülern aus dem Kiez auch Nachhilfe anbietet. Kurz erzählt er von seinem Werdegang. Aus Paris ist er vor rund 30 Jahren nach Deutschland gekommen, hat in Berlin studiert und leitet seit 2007 den Verein in der Morusstraße.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler einen Stuhlkreis gebildet haben, bittet Gilles, darum, die Sitzordnung zu ändern – immer ein Junge und ein Mädchen nebeneinander. Für manche ist das keine leichte Aufgabe, sitzen sie doch sonst immer nach Geschlecht getrennt voneinander. Aber die Vertretungsstunde ist heute anders.

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Gilles überrascht die Jugendlichen mit einem Satz an der Tafel: „Ich bin schwul und das ist auch gut so“. Wer hat das gesagt? Einige erinnern sich an diese Aussage von Klaus Wowereit zu seinem Amtsantritt. „Das hätte auch ich sagen können“ verrät Gilles und schon gibt es viele Fragen: Hat er einen Freund oder ist er verheiratet, hat er Kinder adoptiert, wann hat er gemerkt, dass ihn Mädchen nicht interessieren und wer ist der Mann, wer ist die Frau beim Sex? Ein Junge sagt: „Ich bin da ganz ehrlich, ich bin schwulenfeindlich. Ich weiß nicht genau warum, aber wenn da einer kommt und mich anmacht!“

Gilles setzt Homosexualität zunächst in ein Verhältnis aus Zahlen und Fakten: 5 % der Weltbevölkerung bezeichnet sich als schwul, lesbisch, bi- oder transsexuell. Und das gab es schon immer. Bei den Muslimen sind es ca. 80 Millionen Menschen weltweit. Das löst Verwunderung aus. In vielen Ländern dürfen Homosexuelle heiraten und Kinder bekommen oder adoptieren, aber es gibt auch Orte, in denen sie ihre Homosexualität verschweigen müssen, weil sie unter Todesstrafe steht. Das ist z.B. im Iran, in Afghanistan oder in Saudi-Arabien der Fall. Die Selbstmordrate bei Homosexuellen ist dreimal so hoch wie bei Heterosexuellen, auch dies spricht eine deutliche Sprache. Für viele Menschen aus der muslimischen Community, die in Berlin leben, ist es schwer, zu ihrer Sexualität zu stehen, weil es ein großes Tabu ist. Gilles unterstützt einige geflüchtete Schwule aus dem Nahen Osten und berichtet von einem schwulen Imam aus Frankreich, der Homosexuelle in die Moschee einlädt.

Ein Junge möchte wissen: Wie war es bei ihm, hat sein Vater ihn nicht geschlagen, als er erfahren hat, dass sein Sohn schwul ist? Gilles sagt, dass seine Eltern moderne Ansichten haben, und es völlig unproblematisch war. Nicht alle Eltern reagieren so. Gilles erzählt von einem bayrischen Freund, der 1983 an seinem 18. Geburtstag von der Schule nach Hause kam, und einen gepackten Koffer vor der verschlossenen Tür fand. Oder von einem Fall aus Berlin. Hier wurden einem jungen Mann von seinem Vater und seinen Onkeln K.O.-Tropfen verabreicht, im Kofferraum eines Autos wollten sie ihn in den Libanon bringen, um ihn dort töten zu lassen. Glücklicherweise fielen sie Grenzpolizisten auf und wurden verhaftet. Die Schüler sind betroffen: „Es ist doch immer noch mein Kind“ sagt ein Mädchen.

„Wie würdet ihr reagieren, wenn eure Schwester, euer Bruder oder Freunde euch mitteilen, dass sie homosexuell sind?“ will Gilles wissen. „Ich würde ihm ein Mädchen klar machen“ sagt einer sofort. Einige Schüler reagieren empört, sie würden nicht mehr miteinander reden. Vor allem wollen sie nicht, dass andere davon erfahren. „Rausschmeißen oder schlagen“ sagt einer. Auch „töten, um das Blut rein zu halten“ wird als Alternative genannt, so kann die Ehre gerettet werden, ergänzt ein anderer. Jemand wirft ein, dass jeder selber wissen muss, was er mag, ob Jungs oder Mädchen, das ist doch egal, ein Mensch ist ein Mensch. Viele Vorschläge drehen sich um die passende Bestrafung, doch es gibt auch leisere Töne: ein Junge erzählt, dass er einen schwulen Cousin hat, ein anderer, der zuvor für’s Töten eingetreten ist, räumt ein, dass schlagen auch ausreichen würde.

Gilles lässt jede Meinung gelten und hört genau zu, verurteilt nicht. Denn er freut sich, dass die Schüler so offen sprechen. Viele geraten ins Grübeln. Und genau das ist es, was Gilles erreichen möchte – über Homosexualität zu reden ist ein erster Schritt weg vom Tabu und eine Einladung zur Reflektion. Die heutige Vertretungsstunde ist ganz sicher ein Anfang dafür. „Sex ist doch auch viel interessanter als Schule“ sagt Gilles mit einem ansteckenden Lachen, als es zur Pause klingelt.

First Monday mit den STERNENFISCHERN/ Berlin Greeter

Eingetragen am 24.05.2018

24. Mai 2018 | By |

„Die demografische Situation in Deutschland gleicht einem Dönerspieß!“, so einer der Teilnehmenden unseres First Mondays im Freiwilligenzentrum STERNENFISCHER, bei dem auch die Ehrenamtsinitiative Berlin Greeter Gastgeber waren. Kein Wunder also, dass das Thema Perspektiven im Alter – Wie kann ehrenamtliches Engagement den Übergang in die Rente erleichtern? akut Lösungen benötigt!

Das Brainstorming war ergiebig: Halbjährliche Informationsveranstaltungen in Betrieben, zu denen jeweils alle Personen eingeladen werden, die drei bis fünf Jahre vor der Rente stehen; Broschüren, die bei Mitarbeiter*innen Gesprächen ausgegeben werden können und Übergangsmaßnahmen, wie die wöchentliche „Schnupperstunden“ in diverse Ehrenamtstätigkeiten für angehende Rentner*innen sind nur einige der besprochenen Umsetzungsstrategien.

Die Berlin Greeter bieten dafür eine interessante Möglichkeit, im Freiwilligenzentrum STERNENFISCHER kann man sich über weitere Optionen informieren.
Vielen Dank an unsere Gastgeber Manja Harm und Philipp Wilmzig.

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Programmtag Kritik äußern und annehmen können

Eingetragen am 23.05.2018

23. Mai 2018 | By |

Den Thementag „Kritik äußern und annehmen können“ verbrachten die Teilnehmenden unseres Leadership-Jahresprogramms am vergangenen Montag beim Tagesspiegel. Dort begaben sie sich vormittags in den Austausch mit unterschiedlichsten Akteuren der Stadtgesellschaft, die in besonderem Maße Kritik austeilen und einstecken müssen.

Der  anschließende Erfahrungsaustausch der 36 Teilnehmenden unseres Jahresprogramms offenbarte große Unterschiede, wieviel Kritik die einzelnen als Organisation von außen erfahren und wie sie damit umgehen. Auch der Austausch untereinander darüber, welche Kritikkultur innerhalb von Organisationen gelebt wird, war sehr inspirierend. Er reichte von eigentlich banalen und doch häufig nicht beachteten Selbstverständlichkeiten wie,

  • dass Kritik umso eher annehmbar ist, wenn sie persönlich und unter vier Augen statt in der Gruppe, telefonisch oder gar per E-Mail erfolgt
  • dass Kritik mindestens viermal so viel Lob und positive Bestärkung gegenüberstehen sollten, um sie annehmbarer zu machen

über Anregungen zu Methoden

  • wie 360-Grad-Feedback, bei der auch Vorgesetzte von ihren Mitarbeiter*innen kritisches Feedback erhalten
  • der Remonstrationspflicht, die beinhaltet, dass sich z.B. Beamte direkt an den zwei Ebenen höher angesiedelten Vorgesetzten wenden, wenn sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer Weisung des direkten Vorgesetzten haben oder
  • dem Bestandteil wöchentlicher Teamsitzung, bei dem vom Vorgesetzten beginnend jeder eine Erkenntnis mit den Worten „Mein größter Fehler der letzten Woche war…“  teilt

bis hin zu der nicht seltenen Erfahrung,

  • dass man mit Argumenten nicht gegen Gefühle ankommen kann, sondern negative Gefühle nur durch positive Gefühle in Form von Erfahrungen abbauen kann.

Den Nachmittag widmeten wir dem Thema Medien, da der „vierten Gewalt“ eine besondere Rolle in Bezug auf Kritik in der Gesellschaft zuteil wird. Ein Highlight war dabei das Gespräch mit Gerd Nowakowski, leitendem Redakteur und Mitglied der Chefredaktion vom Tagesspiegel, der zuvor  u.a. Gründungsmitglied und Leiter der Berlin-Redaktion der taz war. Dabei ging es sowohl um das Selbstverständnis, in dem Medien Kritik an Entscheidungsträger*innen (wie unseren Teilnehmenden) üben, wie auch eine kritische Diskussion über die Qualität journalistischer Arbeit, Verantwortung der Medien und ihre Rolle im Hinblick auf die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft. Dabei flossen mitunter auch so manche Kritikpunkte des medienkritischen Portals UEBERMEDIEN ein, mit dessen Geschäftsführer Boris Rosenkranz sich eine Teilnehmergruppe bereits am Vormittag ausgetauscht hatte.

Wir danken dem Tagesspiegel für die Gastfreundschaft und den Blick „hinter die Kulissen“, sowie unseren Gesprächspartner*innen für Ihre Zeit und die Offenheit des Austauschs.

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Beiratssitzung am 23. April 2018

Eingetragen am 23.04.2018

23. April 2018 | By |

Blick hinter die Kulissen: auf der Sitzung unseres Beirats nutzen wir die geballte Führungs- und Erfahrungskompetenz der Mitwirkenden aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich für einen Rund-um-Blick mit zahlreichen Anregungen auf unsere Programm- und Projektaktivitäten.

Ob demografischer, digitaler Wandel oder zum „Markenkern“ – wir erhielten zahlreiche Impulse für zukünftige Aktivitäten. An dieser Stelle daher herzlichen Dank an den Gastgeber Michael Lachmann, Bereichsdirektor der Barmenia Versicherung für Berlin und Mitglied unseres Vorstands, sowie an die Teilnehmenden Beiräte der Sitzung:

WIRTSCHAFT:

Harald Eisenach
Mitglied des Management Committee Deutschland sowie Vorsitzender der Regionalen Geschäftsleitung Ost der Deutschen Bank AG mit Sitz in Berlin

Dr. Berthold Leube
Partner im Berliner Büro von Egon Zehnder International

Dr. Helmar Rendez
Finanzvorstand der Vattenfall Mining & Generation AG

ÖFFENTLICHER BEREICH

Wolfgang Fixson
Anstaltsleiter der JVA Moabit a.D..

Iris Hölling
Leiterin des Jugendamtes Treptow-Köpenick und Vorstand in der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V.

Dr. Gregor Rosenthal
Leiter der Geschäftsstelle des Bündnis für Demokratie und Toleranz

GEMEINNÜTZIGER BEREICH:

Aletta Gräfin von Hardenberg
Geschäftsführerin der Charta der Vielfalt e.V.

Dr. Volker Meyer-Guckel
Stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die
Deutsche Wissenschaft, Vorsitzender des Stiftungsrates der Leuphana Universität Lüneburg und Mitglied im Vorstand Hermann und Lily Schilling Stiftung

Imran Sagir
Geschäftsführer des Muslimischen Seelsorge-Telefon

Loring Sittler
Leiter Generali Zukunftsfonds der Generali Deutschland Holding AG a.D.

Sabine Werth
Vorstandsvorsitzende der Berliner Tafel und Initiatorin der bundesweiten Tafelbewegung

Außerdem danken wir unserem Schatzmeister und langjährigem Vorstandsmitglied Peter Conrad für die Teilnahme.

Unser Programmtag zum Thema „Vielfalt“ bei Kahal Adass Jisroel

Eingetragen am 18.04.2018

18. April 2018 | By |

Den dritten Programmtag unseres Collaborative Leadership Programms widmeten wir dem Thema „Vielfalt“. Zu Gast waren wir mit den 36 Teilnehmenden in der orthodoxen jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel, die mit Sitz in der Brunnenstraße nicht nur im Hinblick auf die Synagoge an die mit der Shoa beendeten Geschichte der Gemeinde anknüpft, sondern heute auch Sitz eines jüdischen Kindergartens ist.

Nachdem die Teilnehmenden die leider für jüdische Einrichtungen notwendige Sicherheitsschleuse passiert haben, diskutierten wir mit Rabbiner Daniel Fabian, dem Vorstandsvorsitzenden Doron Rubin und weiteren Führungskräften der jüdischen Gemeinde Aspekte der religiösen Vielfalt in Berlin am Beispiel ihrer jüdischen Gemeinde und deren Bedrohung durch Antisemitismus.

Rabbiner Daniel Fabian, Dr. Doron Rubin, Bernhard Heider und Gerlinde Bendzuck (v.l.n.r.)

Der weitere Tag bestand aus umfangreichen Gesprächen zum Themenfeld Diversität, Meinungsvielfalt und welche Chancen und Risiken sie beinhaltet. Das Gespräch über Barrierefreiheit und Inklusion von Menschen mit Behinderung wurde durch die Expertise der Geschäftsführerin des Instituts für Kulturmarktforschung Gerlinde Bendzuck bereichert. Spätere Diskussionen erstreckten sich von Trans-Identität über kognitive Hochbegabung und Gewaltkriminalität bis hin zu dem Umgang mit Sichtweisen und Positionen der AfD.

Vielen Dank nochmals an Kahal Adass Jisroel für die Gastfreundschaft! Wir freuen uns über die Rückmeldung vieler Teilnehmender unseres Programms, dass sie neue Sichtweisen auf die Stadt und ihren Umgang mit Vielfalt gewonnen haben.

 

First Monday am 9. April: Dar-as-Salam Moschee & „Inschallah“

Eingetragen am 16.04.2018

16. April 2018 | By |

Die einen reden von Islamismus, die anderen von Islamfeindlichkeit – wie kann Ausgrenzung und Abgrenzung von Muslimen entgegengewirkt werden? Der Umgang mit Kontroversen am Beispiel der Dar-as-Salam-Moschee und ihrem Imam und Vorstand Mohamed Taha Sabri.

Diesem Thema widmeten wir unseren First Monday am 9. April mit knapp 40 Teilnehmenden in der Neuköllner Begegnungsstätte (Dar-as-Salam-Moschee). Die Moderation übernahm Winfriede Schreiber, ehemalige Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes (und zuvor u.a. Polizeipräsidentin von Ost-Brandenburg und Präsidentin des Verwaltungsgerichts Cottbus) und heute Mitwirkende in unserem Projekt meet2respect wie auch Vorstandsvorsitzende unseres Schwestervereins Leadership Brandenburg.

Der First Monday begann mit der Vorführung des Filmporträts über den Imam und Vorsitzenden der Moscheegemeinde, Mohamed Taha Sabri, dem sich daraufhin ein offener Austausch mit Mohamed Taha Sabri und den beiden Regisseurinnen Judith Keil und Antje Kruska anschloss. Es war ein spannender Austausch, bei dem sowohl die Aufführung im Berliner Verfassungsschutzbericht der Moscheegemeinde wie auch die Verhältnismäßigkeit der Berichterstattung eingehend auch mit anwesenden Journalisten diskutiert wurde.

Die Teilnehmenden kamen teilweise mit einem mulmigen Gefühl und Skepsis in die Dar-as-Salam-Moschee. Denn was ihre öffentliche Darstellung angeht, sind die Berichte widersprüchlich: einerseits als Musterbeispiel integrativer, positiver Arbeit gelobt und andererseits als „Hass-Moschee“ oder „Teil der Muslimbruderschaft“ beschuldigt.
Gegangen sind die meisten mit der Erkenntnis, dass die NBS ein guter Kooperationspartner sein kann, wenn es darum geht, auch junge Muslime für gesellschaftsrelevante Themen zu mobilisieren.

Vielen Dank an alle Beteiligten und für die Gastfreundschaft der Dar-as-Salam Gemeinde.

Nachtrag: am 18. April erschien folgender Beitrag  des israelischen Journalilsten Igal Avidan beim Deutschlandradio über die Neuköllner Begegnungsstätte und ihren Imam Mohamed Taha Sabri.

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Ablauf: 
17.30 – 19.00 Uhr Filmvorführung des Films „Inschallah“, einem Filmporträt im Auftrag von 3SAT über Mohamed Taha Sabri in Anwesenheit der Regisseurinnen Judith Keil und Antje Kruska.
Der Film gewann bei den Duisburger Filmwochen 2017 den Publikumspreis und bietet einen sehr dezidierten Einblick in die Lebenswelt des Imams Mohamed Taha Sabri und seiner Gemeinde.

19.00 – 21.00 Uhr Diskussion mit Mohamed Taha Sabri und Vorständen der Gemeinde, die sich den kritischen Fragen der Teilnehmenden stellen. Da die Diskussion sich sicherlich nicht auf die Inhalte des Films beschränkt, ist auch eine Teilnahme erst ab 19 Uhr gerne möglich. Personen mit kritischen Positionen sind herzlich willkommen!


Über die Moscheegemeinde

Die Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) ist seit 2016 Gegenstand von Diskussionen. Einerseits genießt die Moscheegemeinde aufgrund ihres Engagements für interreligiösen Dialog, Integration und Verständigung Ansehen bei Organisationen, die mit ihr regelmäßig zusammenarbeiten wie z.B. der Landeszentrale für politische Bildung, Vertretern der Evangelischen und Katholischen Kirche und des Humanistischen Verbandes oder auch uns als Leadership Berlin. Ihr Vorsitzender und Imam Mohamed Taha Sabri erhielt u.a. den Verdienstorden des Landes Berlins und der Dokumentarfilm „Inschallah“ über Taha Sabri seine Moscheegemeinde gewann 2017 den Publikumspreis der Duisburger Filmwoche.

Andererseits ist die Moscheegemeinde im Verfassungsschutzbericht des Landes Berlin aufgeführt und ist Objekt kritischer Berichterstattung z.B. seitens der Journalisten Sascha Adamek vom rbb, Frank Jansen vom Tagesspiegel, Ahmad Mansour und Sigrid Herrmann-Marschall und zuletzt im Dezember 2017 in BILD, BZ und WELT. Thematisiert worden sind Verbindungen zur Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD), die von Verfassungsschutzbehörden als deutscher Arm der Muslimbruderschaft betrachtet wird (siehe „Kontroverse um Eintragung im Verfassungsschutzbericht“ und „Kritik an der Neuköllner Begegnungsstätte im Einzelnen“). 

(aus Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Neuk%C3%B6llner_Begegnungsst%C3%A4tte)

Immerhin bestreiten auch die Warner nicht, dass sich die Moscheegemeinde für Demokratie, freiheitliche Rechte, den Dialog mit Andersgläubigen und die Integration ihrer Mitglieder in die deutsche Gesellschaft erfolgreich eingesetzt hat und weiter einsetzt.

 

Die Auseinandersetzung der Moscheegemeinde mit dem Berliner Verfassungsschutz und Medien:

  • Die Moscheegemeinde steht im Bericht des Berliner Verfassungsschutzes 2016 (https://www.berlin.de/sen/inneres/verfassungsschutz/publikationen/verfassungsschutzberichte/ Seite 75ff.) unter der Rubrik „legalistischer Islamismus“ und Verbindungen zur Muslimbruderschaft. Gegen diese Aufführung hat die Moscheegemeinde Klage eingereicht, da nach Einschätzung der Moscheegemeinde die Eintragung lediglich auf zumeist vereinzelten indirekten Verbindungen und „Kontaktschuld“ basiere und nicht darauf, das sich ein Vertreter der Moschee jemals auf irgendeine Weise frauenfeindlich, homophob, antisemitisch, gewaltrelativierend oder anderweitig nicht verfassungskonform geäußert habe.
  • Im Herbst 2017 hat die Moscheegemeinde eine einstweilige Verfügung gegen den Evangelischen Pressedienst EPD erwirkt, der die Moschee auf Grundlage einer Behauptung von Dr. Abdel-Hakim Ourghi von der Ibn-Rushd-Goethe Moschee als „als salafistisch geltend“ bezeichnet hatte, was dann wiederum in einige Medienberichte eingeflossen war. Der EPD legte Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung ein, aber das Berliner Landgericht entschied jüngst im Februar zugunsten der NBS, dass Medien die Moschee nicht als „als salafistisch geltend“ bezeichnen dürfen.
  • Gegen eine nicht belegbare Behauptung im Tagesspiegel „Islamistische Prediger sollen dort gegen Juden, Homosexuelle und Schiiten gehetzt haben“ konnte die NBS im vergangenen Jahr über ihren Rechtsanwalt eine Gegendarstellung bewirken, die auch im Tagesspiegel abgedruckt wurde (https://www.tagesspiegel.de/berlin/gegendarstellungen/in-eigener-sache-gegendarstellung-zu-moschee-besucher-verletzt-fuenf-polizisten/20285758.html ) In den letzten Jahren waren immer wieder explizit und offiziell Juden, Homosexuelle und Schiiten auf Einladung der Moschee in ihren Räumlichkeiten, andererseits waren allerdings in der Zeit bis 2013 auch 2-3 Personen in der Moschee, die an anderem Ort und zu anderer Zeit mit islamistischen Äußerungen negativ auffielen.
  • Im Dezember wurde bundesweit über die NBS in der BILD sehr negativ mit Aufführung zahlreicher Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Auftreten ihres Jugendseelsorgers bei einer Gedenkveranstaltung am Breitscheidplatz berichtet. ( https://www.bild.de/politik/inland/islamismus/so-islamistisch-ist-der-radikal-imam-54302860.bild.html ) Hierzu veröffentlichte die NBS eine ausführliche Gegendarstellung auf ihrer Website. (http://www.nbs-ev.de/presse/69-stellungnahme-zum-artikel-in-der-bild-zeitung-vom26-12-2017 )

 

Berührungspunkte mit Leadership Berlin:

Im Zusammenhang mit unserem Projekt meet2respect war es Mohamed Taha Sabri und die Neuköllner Begegnungsstätte, die nach dem Mobbing eines jüdischen Schülers durch seine muslimischen Mitschüler dies mit klaren Worten verurteilte und eine diesbezügliche Erklärung gegen Antisemitimus unter Bezugnahme auf unsere meet2respect-Grundsatzerklärung zum friedlichen Miteinander von Juden und Muslimen initiierte und dafür 12 Moscheevereine und 6 Imame als Mitunterzeichner gewann. (http://www.nbs-ev.de/presse/24-gemeinsamer-brief-von-muslimen-gegen-die-diskriminierung-und-ausgrenzung-von-juedischen-mitschueler-innen )

Auch im Dezember 2017 nach einer Demonstration von Palästinensern in Berlin gegen die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Trump veröffentlichte die Neuköllner Begegnungsstätte eine Erklärung gegen Antisemitismus unter Bezugnahme auf unsere meet2respect-Grundsatzklärung. ( http://www.nbs-ev.de/presse/66-aus-aktuellem-anlass-stellungnahme-zu-antisemitismus-und-den-protesten-in-berlin ). Dies fanden wir zum einen dadurch besonders beachtlich, als dass Palästinenser unter den ca. 1500 wöchentlichen Besucher der Freitagsgebete der Neuköllner Begegnungsstätte die größte Gruppe darstellen. Zum anderen fanden wir bedauerlich, dass, obgleich die Moscheegemeinde die beiden Erklärungen an einen 300 Empfänger umfassenden Presseverteiler versendeten, nicht ein Medium die Moschee kontaktierte, um darüber zu berichten.

Des Weiteren waren wir in der Moschee im Rahmen unseres Projektes mit einer Gruppe von schwulen und lesbischen Führungskräften zu Gast und auch zu dem Thema zeigte die Neuköllner Begegnungsstätte Profil. Einerseits, da sie Mitunterzeichner unserer meet2respect-Grundsatzerklärung von Muslimen gegen Homophobie ist ( http://meet2respect.de/religion-lgbti/grundsatzerklaerung/ ) und andererseits auch aufgrund der Offenheit, mit der Mohamed Taha Sabri mit dem Thema umgeht und sich Homophobie in seiner Gemeinde mit klaren Worten entgegenstellt.

Im Jahr 2016 organisierten wir außerdem eine Veranstaltung zum Thema „Konzepte der Parteien gegen die Ausgrenzung und Abgrenzung von Muslimen in eine Parallelgesellschaft“ in der Neuköllner Begegnungsstätte unter der Moderation von Winfriede Schreiber, zu der Vertreter von SPD, CDU, Grüne, Linkspartei, FDP und AfD in die Moschee eingeladen waren. (http://leadership-berlin.de/muslime-fragen-politiker-antworten-in-der-neukoellner-begegnungsstaette/ )

Der Vorstand und Imam der Dar-as-Salam-Moschee, Mohamed Taha Sabri, hat nicht nur zweimal Gesprächspartner unseres Collaborative Leadership Programms empfangen und beteiligte sich an unserer meet2respect-Tandemtour 2017 – er hat selbst auch an unserem letzten Jahresprogramm teilgenommen und zählt seitdem selbst zu den regelmäßigen Besuchern unserer First Monday Veranstaltungen.

Sie sehen, an der Bewertung der Neuköllner Begegnungsstätte (Dar-as-Salam-Moschee) scheiden sich die Geister. Wir als Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. halten viel von der NBS und ihrem Imam Mohamed Taha Sabri. Wir halten es für richtig und wichtig, die Zusammenarbeit mit der Neuköllner Begegnungsstätte auch in Zukunft fortzusetzen. Selbstverständlich können wir nachvollziehen, dass manche unserer Mitglieder angesichts der Berichterstattung, in der die NBS immer wieder als Teil eines extremistischen, islamistischen Umfelds dargestellt wird und auch Begriffe wie „Hass-Moschee“, „Radikal-Imam“, „lächelndes Gesicht einer Terror-Organisation“, „salafistisch“, „islamistisch“, „Teil der Muslimbruderschaft“ (gegen die die NBS inzwischen juristisch vorgeht und dabei bereits einige Erfolge erzielen konnte – die Entscheidung über ihre Klage gegen die Aufführung im Berliner Verfassungsschutzbericht steht allerdings noch aus) in Sorge oder verunsichert sind. Mit dem First Monday unter der Moderation von Winfriede Schreiber, ehemaliger Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes, wollen wir unseren Mitgliedern und interessierten Gästen die Möglichkeit geben, direkt an die Verantwortlichen der Moschee Fragen zu stellen und sich auf dieser Grundlage selbst eine Meinung zu bilden. Wir werden die Veranstaltung für einen größeren Personenkreis öffnen und freuen uns auf eine spannende Diskussion.