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Aktuelles

Mut zur Vielfalt – Programmtag

Eingetragen am 23.04.2017

23. April 2017 | By |

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Unter dem Motto „Mut zur Vielfalt – dem anderen begegnen“ stand unser Programmtag im Mai des Collaborative Leadership Programms 2017. Im Zeichen von Vielfalt standen somit auch die Begegnungen, an denen die Führungskräfte an diesem Tag teilnahmen.

Gesprächspartner*innen waren Patricia Carl, die Vorstandsvorsitzende des Vereins Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien, sowie Sascha Disselkamp, Partner in der Sage Group, der in die Hallen des Sage Clubs lud und den Teilnehmenden die Parallelwelt des Berliner Nachtlebens näher brachte. Außerdem besuchten die Führungskräfte die Wagenburg Lohmühle und sprachen mit Bewohner*innen und tauschten sich beim Sonntags-Club mit Trans*Menschen aus, deren angeborene physische Geschlechtsmerkmale nicht mit dem gefühlten Geschlecht übereinstimmten.

Gastgeber des Tages war das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung, eine Moschee im Wedding. Dort hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, einer TV-Diskussion mit Jens Spahn zum Thema „Gehört der Islam zu Deutschland?“ beizuwohnen und mit den Vorstandsmitgliedern Hassan Attalah und Herrn Ramzi zu diskutieren und Fragen zum Islam und muslimischem Leben in Berlin zu stellen.

Den „Mut zur Vielfalt“ galt es bei zwei Herausforderungen im öffentlichen Raum unter Beweis zu stellen. Ein Teil der Gruppe nahm sich dem Thema „Barrierefreiheit“ an und bewältigte im Rollstuhl eine Strecke mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln. Andere Führungskräfte gingen auf Meinungsforschung zum Thema „Religion“ im Kiez der Osloer Straße. Bei beiden „Challenges“ waren gute Kommunikationsstrategien gefragt und der Mut, sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu bewegen.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen und dem IZDB für die Unterstützung!

Vertretungsstunde – Was macht ein Lehrer für Erwachsene

Eingetragen am 12.04.2017

12. April 2017 | By |

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In unserem Projekt „Vertretungsstunde“ stellt monatlich eine Führungskraft aus unserem Netzwerk in der Zuckmayer-Schule im Neuköllner Rollbergviertel ihren beruflichen Werdegang und ihre aktuelle Tätigkeit vor. In der 9. Klasse haben alle Schüler*innen eine familiäre Migrationsgeschichte, die meisten Familien haben Wurzeln in der Türkei und arabischen Ländern. „Vertretungslehrer“ dieses Mal war unser Geschäftsführer Bernhard Heider, der u.a. vermittelte, dass auch Erwachsene noch lernen können und wollen.

Die schwierigste Frage war für ihn die eines Schülers auf die Aussage, dass heute nur noch halb so viele Kinder in Deutschland geboren werden wie in den 60er-Jahren:
„Warum kriegen die Deutschen denn keine Kinder mehr? Dann leben hier doch nur noch Ausländer irgendwann!“

Was hätten Sie auf die Frage geantwortet?

meet2respect-Tandemtour am 25. Mai

Eingetragen am 10.04.2017

10. April 2017 | By |

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Für Respekt und Toleranz gegenüber Gläubigen, Anders-Gläubigen und Nicht-Gläubigen

Was?               Fahrrad-Corso mit ca. 25 interreligiösen Tandems & 1000 Radfahrern
Start in der Nähe des Holocaust-Mahnmals, vorbei an der Gedächtniskirche, der Mevlana-Moschee, dem Haus des Humanistischen Bundesverbandes und dem Centrum Judaicum bis zum Gendarmenmarkt

Wann?            Donnerstag, den 25. Mai 2017, 10.00 – 13.00 Uhr
Es handelt sich um den Feiertag Christi Himmelfahrt (Herren-Tag), an dem dieses Jahr in Berlin sowohl die Lange Nacht der Religionen als auch der Deutsche Evangelische Kirchentag stattfindet, zu dem ca. 200.000 Besucher erwartet werden.

Wo?                Die Tour startet an der Ecke Lennéstraße/Kemperplatz um 10 Uhr und endet am Gendarmenmarkt um 13 Uhr
Der Treffpunkt befindet sich ca. 300m westlich des Holocaust-Mahnmals zwischen Sony Center und Tiergarten. Für die Tour nutzen wir die Straße des 17. Juni und andere Hauptstraßen der Stadt, die von der Polizei für uns abgesichert werden. Das Tempo wird kinder- bzw. familienfreundlich sein. Die Tour endet am Gendarmenmarkt, wo zwischen 13 und 14 ein von der „Langen Nacht der Religionen“ organisiertes gemeinsames Essen (Weiße Tafel) und damit die Auftaktveranstaltung der Langen Nacht der Religionen stattfindet.

Warum?          Liebe statt Hass. Respekt statt Abwertung. Demut statt Hybris.
Alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften vereinen unter ihrem Dach Menschen, die sich Nächstenliebe, Solidarität und Respekt gegenüber anderen verpflichtet fühlen und die religiösen oder ethischen Werte der anderen akzeptieren. Leider gibt es in jeder Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft auch Vertreter*innen, die Überlegenheit aus ihrer Position oder Perspektive herleiten und sich damit über andere stellen wollen.
Die meet2respect-Tandem-Tour vereint Menschen mit unterschiedlichen Auffassungen zu Religion und Glaubensfragen, Gläubige, Agnostiker*innen und Humanist*innen, die folgende Werte teilen:

  • Nächstenliebe/Solidarität
  • Respekt gegenüber Anders- und Nichtgläubigen
  • sich nicht über andere Menschen erheben und sich einem moralisch-ethischen Wertekontext verpflichtet fühlen

Wer?               Vorweg fahren 20-30 Tandems jeweils mit einer/einem Vertreter*in

  • des Christentums (z.B. evangelische Pfarrer*innen oder katholische Nonnen) und
  • einer anderen großen Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft (z.B. Imame, Rabbiner*innen oder Führungskräfte des Humanistischen Verbandes)
  • gefolgt von einer großen Gruppe von Einzel-Radfahrer*innen, die das Anliegen der meet2respect-Tour teilen.

Veranstalter: Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V., Projekt: meet2respect
Als gemeinnütziger Verein „Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.“ stehen wir ein für eine pluralistische und demokratische Gesellschaft im Sinne eines respektvollen Miteinanders und bestärken Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen darin, sich in einer Vorbildfunktion entsprechend dieser Werte zu positionieren. Mit der meet2respect-Tandemtour knüpfen wir an an die Tandem-Tour von Imamen und Rabbinern, die wir im Frühjahr 2015 in Kooperation mit der Initiative Clevere Städte organisiert haben. Damals beteiligten sich 10 jüdisch-muslimische Tandems, denen eine Gruppe von ca. 500 Radfahrer*innen folgte.

Kooperationspartner:
Die meet2respect-Tandem-Tour mündet in die Eröffnungsveranstaltung der Langen Nacht der Religionen, in dessen Programm die Tour als Bestandteil aufgeführt ist. Als Kooperationspartner trägt der Verein „Lange Nacht der Religionen e.V.“ maßgeblich zur Gewinnung von zahlreichen beteiligten Religionsvertreter*innen bei.

Kooperationspartner darüber hinaus sind:

Anmeldung: 
Vertreter von Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen, die bereit sind, auf einem Tandem mitzufahren nutzen bitte das Anmeldeformular. Über die Zusammensetzung der Tandems entscheidet der aus den Projektbeteiligten bestehende Koordinierungskreis. Für den ehrenamtlichen Vorsitz des Koordinierungskreises konnten wir Winfriede Schreiber gewinnen. Vor ihrer Pensionierung war sie u.a. Präsidentin des Verwaltungsgerichts Cottbus, Polizeipräsidentin für Ost-Brandenburg und von 2005 bis 2013 Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes.

Informationen können Sie außerdrem bei den oben aufgeführten Ansprechpartner*innen erhalten oder bei  Susanne Kappe, susanne.kappe [at] leadership-berlin.de, Tel.: 030 – 22 488 630. Wir kümmern uns um das Tandem und machen Vorschläge hinsichtlich der Tandem-Partner.

Menschen, die das Motto der Veranstaltung teilen, sind herzlich eingeladen, mitzufahren. Für Auswärtige besteht die Möglichkeit, sich ein Fahrrad bei einer der vielen Fahrradverleih-Stationen zu mieten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir sind allerdings dankbar, wenn Teilnehmende auf unserer Facebook-Seite oder über Eventbrite Ihre Beteiligung ankündigen, um einen Überblick über die zu erwartende Zahl zu erhalten.

Hier einige Impressionen der meet2respect-Tandem-Tour 2015 von Imamen und Rabbinern:

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Zukunftsplanung beim First Monday: Führungskräfte mit Behinderung

Eingetragen am 06.04.2017

6. April 2017 | By |

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Zum First Monday im April kamen wir mit Vertretern aus dem Vorstand des Vereins „Führungskräfte mit Behinderung“ zusammen. Der Verein ging aus Ideen und Aktivitäten des Jahresprogramms 2016 hervor und gründete sich parallel zu unserem Abschlusstag im Oktober. Mit Dr. Peter Sdorra, Richter am Kammergericht in Berlin und Vorstandsvorsitzender von „Führungskräfte mit Behinderung“, sowie seinem Vorstands-Kollegen Christian Habl, der selbstständiger Unternehmer und gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Netzwerks zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung ist, sprachen wir über aktuelle Herausforderungen und die Zukunftsplanung des Vereins.

Der Verein ist bundesweit aufgesetzt und hat momentan 14 Mitglieder. In den letzten Monaten wurden die Weichen gestellt sowie die rechtlichen und vereinsorganisatorischen Grundlagen geregelt, damit der Verein nun durchstarten kann. Ein Logo ist inzwischen auch gefunden – momentan steht gerade die Erstellung einer Website ganz oben auf der Agenda, um Menschen für die Vision und Mission des Vereins zu erreichen.

Mit der „Action Learning“-Methode formulierten die Teilnehmenden Fragen, die das Team von „Führungskräfte mit Behinderung“ anregen sollen, in unterschiedliche Richtungen zu denken und bislang übersehene „Baustellen“ auszuloten. In Kleingruppen wurde dann noch einmal konkret darüber nachgedacht, wo der Verein in 5 Jahren stehen könnte und welche Meilensteine auf dem Weg erreicht werden können.

Anzupacken gibt es Vieles, um Menschen mit Behinderung zu stärken und ihnen zu mehr Sichtbarkeit gerade in Vorständen und Unternehmen zu verhelfen. Vor der großen Öffentlichkeitskampagne ist aber sicherlich der erste Schritt, sich intern zu fokussieren und gut aufzustellen. Wir sind gespannt, was wir als nächstes vom Verein hören werden!

 

 

Auftakt fürs Jahresprogramm 2017

Eingetragen am 03.04.2017

3. April 2017 | By |

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Das Collaborative Leadership Programm 2017 ist am 23./24.3. mit der Auftaktveranstaltung im Ringhotel Schorfheide gestartet. Mit dabei sind wieder 36 Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft: von „Zahlenmenschen“ aus der Wirtschaft über Führungskräfte aus Bezirksämtern bis zu Leiter*innen von sozialen Einrichtungen und Non-Profit-Initiativen (hier eine Übersicht über die Teilnehmer*innen).

An den ersten beiden Programmtagen stand das gegenseitige Kennenlernen im Zentrum. Aber es gab auch eine erste Gelegenheit zur  Kollegialen Beratung sowie einen Ausblick auf die Methodik des Experiential Learning und die Gespräche mit unterschiedlichsten Akteuren aus der Stadtgesellschaft. Hierfür standen sieben Mitglieder unseres Vorstandes zu den Themen der kommenden Programmtage als Gesprächspartner*innen zur Verfügung – es ging um Kritik, Verantwortung, Macht, Ohnmacht und Vielfalt in der Gesellschaft. Außerdem durften sich die Führungskräfte einer Herausforderung weit außerhalb ihres formalen Zuständigkeitsbereichs stellen… und wurden mit einer Menge Spaß und Applaus belohnt!

Fusionen als Veränderungsprozesse – First Monday bei der BKK VBU

Eingetragen am 21.03.2017

21. März 2017 | By |

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Für den First Monday im März waren wir zu Gast bei der BKK VBU und ihrer Vorständin Andrea Galle sowie der Fusionsbeauftragten Jacqueline Fochler. Die beiden sind Fusions-Expertinnen – haben sie doch gemeinsam seit der Neu-Gründung der Kasse 1993 bereits neun Fusionen durchgeführt. Tendenz: weitere werden folgen.

Denn wie wir im Gespräch erfuhren, stehen die Kassen weiterhin unter Druck zur Vergrößerung. Die Öffnung der Kassen begann mit der Einführung des Krankenkassenwahlrechts im Jahr 1996. Die ursprünglich an Betriebsgrößen angepassten BKKs schließen sich seither zu größeren Unternehmen zusammen, um die Effizienz zu steigern und Verwaltungskosten zu sparen. So wurden aus 785 Kassen im Jahr 1993 die heute verbleibenden 88.

Der Erfolgsschlüssel für eine erfolgreiche Fusion ist aus der Erfahrung von Andrea Galle und Jacqueline Fochler die Kommunikation. Denn es komme darauf an, die Mitarbeiter*innen mental mitzunehmen. Dabei helfe bei der BKK VBU auch das soziale Engagement des Unternehmens, denn die Mitarbeiter*innen identifizierten sich mit einer sinnstiftenden Vision.

Was dagegen nicht funktioniere, sei eine arrogante Haltung à la „Kommt zu uns, dann wird alles besser“. Gelassenheit und Geduld zu haben, die Menschen sich in der neuen Situation einfinden zu lassen, seien genauso wichtig wie der Freiraum für kulturelle Besonderheiten: die Grußformeln von Hamburg und Bayern lassen sich nicht konformieren.

Wann immer möglich, schaltet das Unternehmen vor den Fusionszeitpunkt eine Kooperationsphase vor. So können die Teams sich gegenseitig ebenso wie die Verfahrensweisen des anderen kennenlernen. Dabei werden auch die eigenen Prozesse auf den Prüfstand gestellt. Ein Aktivitätenplan gibt die konkreten Schritte im Veränderungsprozess vor und gibt allen Beteiligten Orientierung.

Und nicht zuletzt wirkt die Vorständin Andrea Galle selbst als Botschafterin für den Zusammenschluss und für die sinnstiftende Idee. Wir danken ihr und Jacqueline Fochler, dass wir an der Lernkurve des Unternehmens teilhaben durften. Ebenso gilt unser Dank Dorothee Christiani, der CSR-Beauftragten der BKK VBU und Mitglied unseres Vorstands, sowie Andreas Scholz-Fleischmann, unserem Vorstandsvorsitzenden, für die Moderation.

 

„Das Leben draußen“: Engel ohne Flügel

Eingetragen am 15.03.2017

15. März 2017 | By |

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Auch im Jahr 2017 setzen Dieter Geuss und Crispin Hartmann ihre Gesprächsrunde in der JVA Moabit weiter fort. Neues Jahr heißt auch wieder: Neue Gäste zu bekannten Themen. Traditionell startet der Dialog mit den Inhaftierten im Februar zum Thema „Ohnmacht“ mit einem Erfahrungsbericht aus der Hospizarbeit von Dieter Geuss. Dieses Mal allerdings haben sie sich für dieses Thema einen Gast geholt: Susanne Rehberg. Sie ist Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes der Volkssolidarität Berlin gGmbH.

Sussanne Rehberg und Ihre Kolleg*innen sind tagtäglich mit der Ohnmacht konfrontiert – insbesondere mit denen der Patient*innen, denn im Regelfall bleibt bei ihnen der Wunsch auf Heilung bis zum Schluss.
Ist das mal nicht der Fall, macht sich auch bei Susanne Rehberg Ohnmacht breit – wie im Falle der Mutter, die seinerzeit mit Mitte 30 unheilbar an Krebs erkrankt ist. Trotz intensiver Gespräche lehnte sie alle schulmedizinischen Therapien ab und verweigerte sich der Krankheit und der damit verbundenen unvermeidlichen Konsequenz vehement. Für sich genommen ist dies schon eine Herausforderung für die Mitarbeiter*innen im Hospizdienst. In diesem Fall aber kam Susanne Rehberg nahe an ihre Belastungsgrenze, denn dadurch war es faktisch nicht möglich, den damals 9-jährigen Sohn auf den Abschied von der Mutter vorzubereiten. Spätestens seit dieser Erfahrung ist für Frau Rehberg klar: „Ich würde keinen Kinderhospizdienst leisten können – da habe ich meine Grenze.“

Das Thema „Ohnmacht“ fesselte die Inhaftierten sehr – zum einen aus der Perspektive der Lebensbegleitung (Zitat Frau Rehberg: „Wir machen Lebensbegleitung. Die Menschen, die wir begleiten, leben schließlich!“), als auch in Bezug auf andere Situationen, denen man oftmals ohnmächtig ausgesetzt ist. Die Gefangenen interessierten sich daher vor allem für die Antworten auf Fragen, wie: „Inwieweit hat ihre Arbeit Einfluss auf ihre Ansprüche im Leben – und umgekehrt?“ oder auch „Welche Einstellung haben Sie zu Dingen, die sie nicht ändern können?“. Frau Rehberg beantwortete diese Fragen sympathisch offen und ehrlich: Sie hätte noch nie großen Wert auf materialistische Dinge gelegt – und der Beruf hat diese Einstellung nur noch verstärkt. In Situationen oder bei Ereignissen, die unabänderlich sind, konzentriert sich Frau Rehberg auf Kraftquellen – also Umgebungen, Erinnerungen, Lebensmomente und Erfahrungen, die ihr ein positives Gefühl vermitteln und aus denen sie Kraft schöpfen kann.

Einer der Inhaftierten bezeichnete die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen im Hospizdienst spontan als „Engel ohne Flügel“. Für ihn verfügen diese Menschen über Fertigkeiten und Fähigkeiten, zu denen die wenigsten unter uns fähig sind. Dieses Kompliment nahmen sowohl Susanne Rehberg als auch Dieter Geuss dankbar an. Susanne Rehberg verwies dabei auf die vielen ehrenamtlichen Helfer*innen, die in einem vierwöchigen Kurs auf ihre Arbeit vorbereitet werden. Die persönlich geeigneten Männer und Frauen, von Student*innen bis Rentner*innen, werden durch vielfältige Kurseinheiten auf ihre Arbeit vorbereitet. Beispielsweise verbringen die Helfer*innen tageweise im Krankenhaus, beim Bestatter, im Hospiz und beschäftigen sich mit Methoden der Kommunikation, Trauerbewältigung, Religions- und Kulturthemen. Denn: Auch Engel, ob mit oder ohne Flügel, brauchen Unterricht.

Premiere für „Vertretungsstunde“

Eingetragen am 28.02.2017

28. Februar 2017 | By |

Im Rahmen unseres Projektes „Vertretungsstunde“ besuchen Führungskräfte die Zuckmayer-Oberschule und geben dort in einer neunten Klasse auf der Basis ihrer Erfahrungen aus der beruflichen Praxis eine „Vertretungsstunde“ im WAT-Unterricht (Wirtschaft-Arbeit-Technik). Die Premiere am Pult gab als Vertretungslehrer Werner Gräßle, Präsident des Amtsgerichts Lichtenberg. Er gab Einblicke in die Arbeit am Gericht und stellte verschiedene Ausbildungsberufe vor. Dass er ursprünglich einmal Schreiner werden wollte und es auch mit einem nicht geradlinigen Lebenslauf zu der Position eines Gerichtspräsidenten geschafft hat, war für die Schüler*innen spannend. Sie interessierten sich dafür, ob er zufrieden mit seinem Beruf sei, obwohl er ursprünglich etwas anderes anvisiert hatte, und ob der Job anstrengend sei. Wie viel so ein Richter verdient, war natürlich auch von Interesse.

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Die Schüler*innen wollten aber auch wissen, wie eine Gerichtsverhandlung in der Realität abläuft und was es eigentlich neben Strafprozessen noch für Aufgaben gibt, mit denen sich Gerichte beschäftigen. Mit einem Beispiel über einen schwierigen Erbfall veranschaulichte Werner Gräßle die Aufgaben eines Zivilgerichts. Er erklärte auch, dass man als Richter manchmal sehr schwierige Entscheidungen treffen muss, wie beispielsweise, ob Kinder bei ihren Eltern bleiben können oder nicht.

Natürlich erfuhren die Schüler*innen auch, welche Ausbildungsberufe es in der Justiz gibt. Dort gibt es einen großen Mangel an Justizfachangestellten – ein Beruf, für den man sich mit einem Mittleren Schulabschluss (MSA) ausbilden lassen kann. Werner Gräßle erklärte hierbei, worin die Aufgaben in einem Praktikum bestehen und welche Bewerbungsfristen es gibt. Neben einem Beutel mit Infomaterial hatte er auch einen sehr konkreten praktischen Tipp für die Schüler*innen, die zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden: „Geht vorher auf die Website und informiert euch, um was es genau geht bei dem Beruf, für den ihr euch bewerbt.“

Die Schüler*innen erhalten nun monatlich Besuch von Führungskräften aus dem Netzwerk von Leadership Berlin, die als Perspektivgeber aus ihrem Beruf berichten, Ausbildungswege aufzeigen und ihre persönliche Arbeitsmotivation teilen. Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter: http://leadership-berlin.de/vertretungsstunde/

First Monday zum Umgang mit Tod und Trauer in Unternehmen

Eingetragen am 20.02.2017

20. Februar 2017 | By |

Mehr als 140.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr im erwerbsfähigen Alter. Wie gehen Personalverantwortliche damit um, wenn auf einmal jemand aus dem Kollegenkreis verstirbt? Ein kurzes Innehalten und dann ein Weitermachen im business as usual? Es ist offenkundig, dass der Tod einer nahestehenden Person die Arbeitsfähigkeit von Menschen sehr einschränken kann. Aber ist das die Privatsache der Beschäftigten? Oder wie könnten und sollten sich Arbeitgeber – auch im Eigeninteresse – dem in gewisser Weise tabuisierten Thema Tod und Trauer annehmen?

Dieser Fragestellung widmeten sich die teilnehmenden Führungskräfte unseres First Mondays im Februar, mit dem wir bei Angelika Behm und Jörg Busenbender im Diakonie-Hospiz Wannsee zu Besuch waren. Der Tod und der Umgang mit diesem schwierigen Thema stehen in dem Hospiz auf der Tagesordnung. Alleine an dem Tag unserer Begegnung verstarben 3 der 14 Bewohner*innen der sozialen Einrichtung.

Voller Hochachtung ob der psychischen Belastung ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin des Hospizes lauschten unsere Teilnehmenden zunächst einmal bei einem Rundgang den Worten von Angelika Behm, die 2015 an unserem Collaborative Leadership Programm teilgenommen hat und uns insofern in besonderer Weise verbunden ist. Und welche unerwarteten Früchte unser Netzwerk mitunter erblühen lässt, zeigte sich u.a. beim Rundgang anhand der an den Wänden hängenden Bilder. Die Künstlerin ist Ina Carrasco, Führungskraft im Bezirksamt Pankow und ebenfalls eine Teilnehmerin unseres Leadership-Programms 2015.

Im zweiten Teil des Abends widmeten sich die teilnehmenden Führungskräfte der Fragestellung der Hospizleitung, wie es ihr gelingen kann, Ihr Know-How im Umgang mit Tod und Trauer Arbeitgebern zugänglich zu machen. Hierbei zeigte sich, wie sehr möglicherweise die Begriffe „Tod“ und „Trauer“ schon alleine aufgrund ihrer negativen Konnotation auf Ablehnung stoßen. Aber sollte das Hospiz deshalb Schulungen und Coaching mit Begriffen wie zum Umgang mit „psychische Belastungen“ umschreiben? Oder sollte man die Dinge beim Namen nennen? Bei dieser Fragestellung angefangen entsponn sich eine lebhafte Diskussion, die in anderen Zusammenhängen fortgesetzt werden sollte.

Vielen Dank an Angelika Behm und Jörg Busenbender vom Diakonie-Hospiz für den spannenden und emotionalen Einblick in Eure Arbeit. Wir wünschen Euch viel Kraft dafür, dass Ihr noch viele letzte Wünsche Eurer Gäste erfüllen könnt und dass Ihr das Motto der Hospiz-Pionierin Cicely Saunders weiterhin so überzeugend mit Leben füllt: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Interessierte an der Arbeit des Diakonie-Hospizes Wannsee und solche, die sich mit dem Gedenken tragen, es finanziell oder mit ehrenamtlichem Engagement zu unterstützen, wenden sich bitte an:

Diakonie-Hospiz Wannsee
Angelika Behm
a.behm@diakonie-hospiz-wannsee.de
Tel.: 030-8050 5702
http://www.diakonie-hospiz-wannsee.de

Hinter Mauern, aber Teil der Gesellschaft: Zu Gast in der JVA Heidering

Eingetragen am 17.01.2017

17. Januar 2017 | By |

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„Außenwirkung verbessern und Zusammenhalt stärken – was können Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich zu diesem Thema einer JVA mitgeben und für sich selbst mitnehmen?“ – unter diesem Titel starteten wir unsere diesjährigen Programmaktivitäten mit einem Einzelprogrammtag in der JVA Heidering. Vom Banker, kaufmännischen Abteilungsleiter von Siemens, über einen ehemaligen Schulleiter und die ehemalige Leiterin einer Verfassungsschutzbehörde bis hin zu der Initiatorin eines Volksbegehrens und der Organisatorin von Obdachlosen-Stadttouren – so vielfältig war die Zusammensetzung der Teilnehmenden, die sich für einen Tag von uns hinter Gitter bringen ließen.

Um die Außenwirkung und die Motivation der Justizvollzugsbeamt*innen zu stärken, war der Leiterin der JVA, Anke Stein, eine Botschaft besonders wichtig: Kernaufgabe des Strafvollzugs ist die Resozialisierung, die Wiedereingliederung der Straffälligen in die Gesellschaft. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist es hilfreich, wenn die Gefängnisse, obwohl sie sich hinter Mauern befinden, von der übrigen Gesellschaft als Teil derselben anerkannt und nicht einfach gedanklich abgeschoben und hinter den Mauern allein gelassen werden.

Unterstützung von draußen bekommt die JVA Heidering u.a. von der Universal-Stiftung Helmut Ziegner, die vor Ort schulische und berufsvorbereitende Qualifizierung für die Inhaftierten durchführt. Mit den Schülern eines Grundbildungskurses unterhielten sich die Teilnehmenden eine Stunde lang in Kleingruppen. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Männer sind, die hier ihre Freiheitsstrafe verbüßen, und auch, dass der Entzug der Selbstbestimmtheit für niemanden angenehm ist – auch wenn die JVA Heidering vergleichsweise ansprechende Räumlichkeiten bietet.

Ob sie sich denn zutrauen würden, selbst in einer JVA zu arbeiten, fragten wir unsere Teilnehmenden anschließend. Das Ergebnis: Nur etwa die Hälfte bejaht die Frage. Weniger der Umgang mit den Straffälligen schreckt die Teilnehmenden ab, sondern das beklemmende Gefühl, den ganzen Tag eingesperrt zu sein. Um so deutlicher drücken die meisten dann auch ihren Respekt vor den Justizvollzugsbeamt*innen aus, die genau dies Tag für Tag hinnehmen und in der wenig einladenden Atmosphäre Energie in ihre Arbeit stecken.

Dass aufgrund von Sparzwängen Personalknappheit herrscht, macht den Job für die Mitarbeiter*innen nicht leichter. Den Grund für die niedrigen Werte der sogenannten Gesundheitsquote sieht die Anstaltsleitung vor allem im erforderlichen Mehreinsatz.

Umso wichtiger ist es, dass die Arbeit in der JVA nicht auch noch draußen abschätzig bewertet wird und vielmehr Austausch und Kooperation, wo immer möglich, stattfinden. Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. trägt dazu mit dem Projekt „Das Leben draußen“ bei, das unterschiedliche Führungskräfte zu Gesprächsrunden mit Inhaftierten einmal monatlich in die JVA Moabit bringt. Und auch zu ehrenamtlichem Engagement in der JVA Heidering gibt es unter den Teilnehmenden des Programmtags Bereitschaft, was uns sehr freut.

Vielen Dank an Anke Stein, Christian Reschke und alle Mitarbeiter*innen, die uns spannende Einblicke und erkenntnisreiche Einsichten in die JVA Heidering gewährt haben.

In der Berliner Morgenpost ist ein Artikel von Ulrich Krätzer zu unserem Besuch erschienen – hier ein Auszug:

Es ist eine Parallelwelt, in der eine Besuchergruppe eintaucht. Für einen Tag im Gefängnis. Mit dabei sind Politiker, Führungskräfte aus Banken, IT-Unternehmen, ein ehemaliger Schulleiter und ein Imam. Bernhard Heider, der Geschäftsführer vom Netzwerk Leadership Berlin, das den Besuchstag in der JVA organisiert hat, sagt: „Wir wollen Menschen, die Verantwortung tragen, mit Menschen und Lebenswelten in Kontakt bringen, die sie in ihrem normalen Berufsalltag sonst eher nicht kennenlernen, damit sie sich eine differenzierte Meinung bilden können.“

Das sind die nüchternen Fakten zu dem Ort des Besuchs: Die JVA Heidering, gelegen in Brandenburg, gebaut und genutzt von Berlin. Geschlossener Männervollzug. 647 Haftplätze, übersichtliche „Wohneinheiten“ mit Gemeinschaftsküche, Einzelhafträume mit je zehn Quadratmeter, Toilette und Waschbecken abgetrennt. Außenanlage mit mehreren Sportplätzen, eine 800 Quadratmeter große Mehrzweckhalle. Transparent wirkende Sicherheitszäune statt blickdichter Mauern, viel Glas, eher wenige Gitterstäbe. Unzählige Freizeitangebote, eine Bibliothek und ein anstaltseigener von den Gefangenen betriebener Radiosender.

Ein „Luxus-Knast“? So jedenfalls bezeichneten einige Zeitungen die JVA Heidering, als sie am 2. Januar 2013 eröffnet wurde. Anke Stein sagt: „Glauben Sie mir, es gibt auch bei uns keinen einzigen Gefangenen, der sagt, ich möchte hier möglichst lange bleiben.“

Die Besucher sind von der aufgeräumten und klaren, zugleich aber warmen Architektur des Hauses in den ersten Minuten des Rundgangs dennoch erkennbar beeindruckt und scheinen fast zu vergessen, dass sie in einem Gefängnis sind.

Zum vollständigen Aritkel geht es hier.