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Aktuelles Archive - Seite 2 von 14 - Leadership Berlin

First Monday bei der Oberstaatsanwältin für Sexualdelikte

Eingetragen am 18.03.2019

18. März 2019 | By |

Wie kann das Engagement und die Vernetzung von Akteur*innen im öffentlichen Bereich, Non-Profit-Bereich und privatwirtschaftlichen Bereich gegen Kindesmissbrauch gestärkt werden?

Diesem herausfordernden Thema widmeten wir uns bei unserem First Monday am Montag, dem 3. Dezember in den Räumlichkeiten der Staatsanwaltschaft Berlin. Für einen fachlich fundierten Austausch sorgten zu Beginn
Ines Karl, Oberstaatsanwältin für Sexualdelikte (Vergewaltigung/sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Kinderpornografie, sexuelle Belästigung) und Teilnehmerin unseres Leadership-Jahresprogramms 2017
Sabine Misch, Erste Kriminalhauptkommissarin und Leiterin der Zentralstelle „Spree“ (Täterorientierte Prävention bei rückfallgefährdeten Sexualstraftätern) des Landeskriminalamtes (LKA 13)
Viola Würffel, Gerichts- und Bewährungshelferin bei den Sozialen Dienste der Justiz Berlin, ebenfalls spezialisiert auf Sexualstraftäter

Die Teilnehmergruppe bestand aus 16 Führungskräften, die zum Teil durch Tätigkeiten wie der Leitung eines Jugendamtes, der Geschäftsführung eines Vereins für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen oder auch der fachlichen Aufsicht für eine Fachschule für Erzieher*innen und zahlreiche Kitas einen engen fachlichen Bezug zum Thema Prävention vor Kindesmissbrauch haben. Insofern war es ein sehr informativer Austausch, der wohl für alle Beteiligten wertvolle Informationen und Anregungen enthielt.

Da es insbesondere in Öffentlich ein mitunter falsches Bild über das Thema Kindesmissbrauch gibt, wollen wir hier einige Infos zu dem Thema aufführen:

– Beim Thema Kindesmissbrauch handelt es sich keineswegs um ein medial gehyptes Thema, sondern eine ernst zu nehmende gesellschaftliche Problemstellung mit erschreckend hohen Fallzahlen und enormer, in der Regel lebenslanger Belastung für die Opfer. Im Jahr 2017 lag die Zahl des sexuellen Missbrauchs an Kindern bei 11.547 Fällen und die Aufklärungsquote lag bei 84,8 %. Zum Vergleich: die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffe gegenüber Erwachsenen (in der Regel Frauen) lag 2017 bei 11.282.

– Die Dunkelziffer beim Kindesmissbrauch ist sehr hoch. Expert*innen schätzen, dass es siebenmal so viele Fälle des sexuellen Missbrauchs an Kindern gibt, wie letztendlich zur Anzeige kommen

– Auch, wenn die Zahl der Straftaten erschreckend hoch ist – so ist es keinesfalls so, dass die Situation früher besser gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Trotz einer damals vermutlich noch viel höheren Dunkelziffer lag die Zahl in der Vergangenheit noch deutlich höher. 1973 waren es beispielsweise alleine in Westdeutschland noch 15.563 Straftaten (Unzucht mit Kindern) und 1995 waren es (in Gesamtdeutschland) noch 16.013 Straftaten.

– Anders als es häufig vermutet wird, geht nicht der größte Teil der Missbrauchsfälle auf Pädosexuelle zurück. Schätzungen zufolge sind etwa 40–50% der Männer, die sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen haben, pädophil (Beier et al. 2005; s. für einen Überblick Seto 2008). Häufiger als bei nicht pädophilen Tätern handelt es sich dabei um Wiederholungstäter.

– Anders als es häufig vermutet wird, ist es auch nicht so, dass Menschen mit pädosexueller Ausrichtung in den meisten Fällen auch zu Tätern werden. Schätzungsweise 1% der männlichen Bevölkerung ist pädosexuell ausgerichtet, also in Berlin ca. 18.000 Männer. Es wird vermutet, dass etwas weniger als die Hälfte dieser Gruppe zu Tätern wird (vgl. Kuhle, Kossow & Beier 2015)

– Die einseitige Fokussierung der Bevölkerung auf das Zerrbild „pädosexuell = Täter“ verhindert die Zugangsmöglichkeit zu pädosexuellen Nicht-Tätern oder Noch-Nicht-Tätern für präventive therapeutische Maßnahmen und erhöht insofern das Risiko, dass jemand aus der Gruppe zum Täter wird.

– Anders als eine weit verbreitete Angst vermuten ließe ist es absolut die Ausnahme, dass sexuelle Gewalt gegen Kinder durch Fremdtäter stattfindet, die im Gebüsch Kindern auflauern

– Sexuelle Gewalt findet am häufigsten innerhalb der engsten Familie statt  sowie im sozialen Nahraum beziehungsweise im weiteren Familien- und Bekanntenkreis, zum Beispiel durch Nachbarn oder Personen aus Einrichtungen oder Vereinen, die die Kinder und Jugendlichen gut kennen (ca. 50 %).

– Unter den 936 registrierten Opfern sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen in Berlin im Jahr 2017 lag der Anteil von Mädchen bei 68,7% und der von Jungen bei 31,3%. 45,2% der Opfer standen zum Tatverdächtigen in einer engeren oder weiteren Vorbeziehung. Darin enthalten sind die 16,2% aller Opfer, die zum Tatverdächtigen in einer familiären Beziehung standen. Unter den ermittelten Tatverdächtigen waren 95,8% männlich und hatten
75,9% die deutsche Staatsangehörigkeit. 35,5% der Tatverdächtigen war im Alter unter 21 Jahren..“ (PKS Land Berlin 2017)

– Anders als bei anderen Straftaten sind die Täter in allen möglichen sozialen Schichten und mit unterschiedlichem Bildungsniveau zu finden

– Was kaum in der Öffentlichkeit bekannt ist, ist, dass Stiefkinder besonders gefährdet sind

– Was ebenfalls häufig unterschätzt wird, ist, dass viele Kinder über Missbrauchserfahrungen gegenüber ihren Eltern berichten und nicht ernst genommen werden. Eltern sollten insofern gestärkt werden, Hinweise nicht zu überhören

– Ebenfalls kaum in der Öffentlichkeit bekannt ist, dass Opfern die Aussage und Befragung in Gerichtssälen erspart werden kann. Das wissen auch manche Professionelle aus der Kinder- und Jugendhilfe nicht, von denen einige mitunter sogar von Anzeigen abraten.

Im weiteren Verlauf des Abends wurde darüber diskutiert, welche Maßnahmen aus Sicht der Teilnehmenden Sinn machen. Hier wurden unter anderem genannt:

– Es wäre wünschenswert, wenn oben aufgeführte Kenntnisse einer größeren Teil der Bevölkerung bewusst gemacht wird und generell mehr Aufklärung und Sensibilisierung zu dem Thema erfolgt

– Es wäre wünschenswert, wenn die finanziellen Mittel für die Arbeit mit Opfern und Tätern und pädosexuellen Männern, die bislang keine Täter wurden, aufgestockt würden.

– Es wäre wünschenswert, wenn die Mittel für eine zentrale Stelle zu dem Thema in der Verwaltung ausgebaut würden.

– Es wäre wünschenswert, dass – wie bei unserem Termin geschehen – Akteur*innen aus unterschiedlichen Bereichen wie Polizei, Staatsanwaltschaft, Kitabereich, Schulen, Mentorenprogramme, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen und Sportvereine über das Thema austauschen. Bislang gibt es kaum einen Austausch über Kinderschutz-Konzepte z.B. zwischen Mentorenprogrammen, Sportvereinen und Kita-Trägern.

– Es wäre wünschenswert, wenn die Einholung von polizeilichen Führungszeugnissen
a) für Hauptamtliche und Ehrenamtliche in Sportvereine, Mentorenprogramme und anderen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, verpflichtend vorgeschrieben wird
b)  in zeitlichen Abständen wiederholt wird, um Änderungen festzustellen – oder umgekehrt eine Benachrichtigung erfolgen kann, wenn Einträge hinzugekommen sind
c) im Zusammenhang mit der Arbeit mit Kindern generell gebührenfrei ist
d) auch für Tätige von Dienstleistungsunternehmen in Kinder- und Jugendeinrichtungen vorgeschrieben wird (z.B. Reinigungsfirmen in Schulen und Kitas)

– Es wäre wünschenswert, dass sexuelle Selbstbestimmung fest in den Schulunterricht eingebaut wird und Lehrer*innen in Aus- und Weiterbildung für die Missbrauchsthematik geschult werden

– Es wäre wünschenswert, das Wissen über Missbrauch und dass Opfer nach Anzeigen nicht vor Gericht, sondern auch per Video aussagen können, in einfacher Form zielgruppengerecht zu vermitteln, z.B. als Pictogramme auf der Website der Senatsverwaltung

Zuletzt präsentierte Chahira Kressin-Gadermann, Geschäftsführerin von Hand-in-Hand-Patenschaft e.V. als Best-Practice-Beispiel das Kinderschutzmodell, das in einigen Mitgliedern vom Netzwerk Kinderpatenschaften entwickelt und umgesetzt wird.

Das Kinderschutzkonzept beinhaltet folgende Komponenten:
a) ein psychologisches Screening,
b) ein ausführliches Gespräch, welches sich an speziell ausgearbeiteten Fragen entlanghangelt,
c) eine mehrstündige Schulung,
d) die Vorlage eines aktuellen erweiterten Führungszeugnisses,
e) eine sechswöchige Probezeit in der Patenschaft
f) jeder, der bei uns eine Patenschaft anstrebt, stimmt außerdem unserem Ehrenkodex zu,
g) und unterschreibt, dass sein Name zum Schutz der Kinder in eine vom Netzwerk Berliner Kinderpatenschaften speziell hierfür entwickelte Datenbank von Ehrenamtlichen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingetragen wird.

Während die ersten Punkte auf allgemeinen Anklang stießen, teilten sich die Meinungen im Hinblick auf die Nutzung der Datenbank. Die Datenbank beinhaltet keine Eintragungen über Fehlverhalten sondern ausschließlich die Informationen, wann und von welcher anderen angeschlossenen Organisation für die angefragte Person bereits eine Anfrage gestellt wurde. Die Eintragung sowie die Abfrage erfolgen nur nach Zustimmung der Betreffenden und erfüllt laut Chahira Kressin-Gadermann die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung. Die Datenbank ist als Unterstützungsinstrument dafür gedacht, dass Personen, die als Ehrenamtliche z.B. Mentorenprogrammen oder als Freizeitbetreuer aktiv Zugang zu Kindern und Jugendlichen suchen und die aufgrund von Verhalten (auch unterhalb der Strafbarkeitsgrenze) in einer Organisation aufgefallen sind, nicht im Anschluss von einer Einrichtung zur nächsten wechseln, wo sie wiederum Zugang zu Kindern und Jugendlichen suchen. Durch die Transparenz, wo jemand, der sich als Ehrenamtlicher bewirbt, zuvor schon überall vorstellig und tätig wurde, könnte bei Vorstellungsgesprächen entsprechende Nachfragen gestellt werden bzw. bei den vorherigen Einsatzorten eine Referenz angefragt werden.

Die einen fanden den Einsatz einer solchen Datenbank für einen absolut sinnvollen, überfälligen Schritt, der dazu beitragen kann, Missbrauchsfälle zu vermeiden und plädierten dafür, dass möglichst viele Träger der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen über Sportvereine, Musikvereine bis hin zur Staatsanwaltschaft sich der Datenbank anschließen. Befürworter zogen den Vergleich zu Finanzabfragen bei Schufa, Creditreform u.ä., mit denen sich jede*r auch einverstanden erklären muss, wenn man z.B. einen Mobilfunkvertrag abschließt und hoben hervor, dass durch den Einsatz der Datenbank, ein Hopping von einer Einrichtung zur nächsten durch Personen, die besonders an Kindern interessiert sind und deren Grenzüberschreitungen sich möglicherweise noch steigern, verhindert werden kann.

Einige der Anwesenden hatten allerdings starke Bedenken bzgl. der Einsetzung einer solchen Datenbank. Nach ihrer Einschätzung hat die Information über frühere Eintragungen zur Folge, dass die anfragende Organisation daraufhin bei den vorherigen Einsatzorten bzgl. positiver oder negativer Erfahrungen mit der entsprechenden Person nachfragt und damit sind Tür und Tor geöffnet, dass jemand, dem zu Unrecht von einer Organisation, bei der er/sie tätig war, etwas schlechtes nachgesagt wird, zukünftig von keiner anderen Organisation mehr für die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen angenommen wird. Darüber hinaus bezweifelten manche, dass eine solche Datenbank den derzeit geltenden Datenschutzvorgaben gerecht wird und dass der Aufwand in vernünftigem Verhältnis zum Nutzen steht.

Fazit und Ausblick:

Es war ein äußerst bereichernder differenzierter Blick auf die Herausforderung und Verbesserungsmöglichkeiten zum Thema Kindesmissbrauch. Ein größerer Teil der Teilnehmenden des Austauschformats zeigte Interesse und Bereitschaft, sich bei Folgetreffen weiter mit dem Thema zu befassen. Zu dem nächsten Treffen möchte Chahira Kressin-Gadermann vom Netzwerk Berliner Kinderpatenschaften bzw. Geschäftsführerin von Hand- in-Hand-Patenschaft e.V. einladen.

Besprochen werden könnte bei einem folgenden Treffen:
– Konkrete Einblicke in die vom Netzwerk Kinderpatenschaften entwickelte Datenbank, Klärung hinsichtlich Datenschutzgrundverordnungskompatibilität und ggfls. Diskussion wie die Datenbank verändert und ausgebaut werden könnte

– Wie kann öffentliche Wissen über Kindesmissbrauch gestärkt werden? Wie können z.B. Artikel in russischsprachigen Medien platziert werden? Oder wie kann das Wissen bei Lehrer*innen, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen erhöht werden?

– Welche interdisziplinären Austauschformate zu dem Thema gibt es und wie könnten diese ggfls. gestärkt werden? Oder macht es Sinn, selbst eine interdisziplinäre Fachkonferenz zu dem Thema auf die Beine zu stellen?

– Wie kann Lobbyarbeit aussehen und wer könnte sie machen, um eine Erhöhung öffentlicher Mittel und Personalstellen für eine zentrale Anlaufstelle in der Verwaltung, für die Arbeit mit Täter*innen, für die Arbeit mit Opfern und die Qualifizierung von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen zu bewirken?

Links:
• das Kinderschutzkonzept von Hand-in-Hand-Patenschaft e.V. : http://www.handinhand-patenschaft.de/kinderschutz.html
• Netzwerk Berliner Kinderpatenschaften: https://www.kipa-berlin.de/alle-programme-auf-einen-blick-1/
• Berliner Netzwerk gegen sexuelle Gewalt: https://www.berlin.de/sen/gpg/service/berliner-netzwerk-gegen-sexuelle-gewalt/teilnehmende/

Ausblick: Mitglieder-Exkursion nach Frankfurt/Oder – Slubice

Eingetragen am 16.02.2019

16. Februar 2019 | By |

Einmal bieten wir unseren Mitgliedern und Freunden von Leadership Berlin die Teilnahme an einem Programmtag außerhalb des eigenen Tellerrandes an. In diesem Jahr haben wir hierfür für Samstag, den 11. Mai 2019 gemeinsam mit unserem Schwesterverein Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. eine Exkursion nach Frankfurt/Oder und seine polnische Nachbarstadt Slubice organisiert.

In Gesprächen mit dem Oberbürgermeister von Frankfurt, René Wilke, den Betreibern eines Gründerzentrums und dem Gründer eines Vereins, der die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Polen aufarbeitet, wollen wir uns den Herausforderungen und Chancen der deutsch-polnischen Doppelstadt widmen. Ein Spaziergang mit kleiner Stadtführung, ein Besuch des „Polen-Marktes“ in Slubice und ein Abendessen auf dem Oder-Turm runden einen sicherlich eindrücklichen Tagesausflug ab.

Hier das Programm auf aktuellem Stand:

10.04                   Ankunft mit dem Regionalzug von Berlin aus

10.04 – 11.00 Stadtrundgang mit Dieter Krawczynski
durch Frankfurt/Oder, durch das Bahnhofsviertel, vorbei am Marktplatz mit Besichtigung der Marienkirche bis zum Oderturm

11.00 – 12.30   Begegnung im Bereich Wirtschaft
Besichtigung des deutsch-polnischen Coworking-Place BLOK-O mit Gespräch mit dessen Geschäftsführerin Linda Pickny:
„Wie kommt ein Coworking-Place in Frankfurt/Oder an? Welche Standort-Vorteile und Nachteile bietet die Stadt an der deutsch-polnischen Grenze? Wie kann aus Sicht von Linda Pickny die Stadt und Region Perspektiven für junge Menschen bieten und in der Region halten oder sogar junge Menschen in die Region ziehen?“

12.45 –14.00   Mittagessen im Kartoffelhaus

14.00 – 14.15  Spaziergang zum Rathaus

14.15 – 15.45  Begegnung im öffentlichen Bereich
Treffen mit Oberbürgermeister René Wilke:
„Was sind aus seiner Sicht die drei größten Herausforderungen von Frankfurt? Wie versucht er diese zu lösen und inwiefern würde er sich mehr Engagement von Führungskräften aus Wirtschaft, Verwaltung und gemeinnützigem Bereich wünschen? Wie ist die Sicht von Führungskräften aus Potsdam und Berlin auf Frankfurt und inwiefern würde er sich mehr Zusammenarbeit wünschen?“

15.45 – 16.00  Seitenwechsel auf die polnische Oder-Seite nach Slubice

16.00 – 17.45  Besuch des „Polenmarktes“ in Slubice
(An- und Rückreise mit Taxen)

18.00 – 19.00 Begegnung im Non-Profit-Bereich
Treffen mit Dr. Krzysztof Wojciechowski, Verwaltungsdirektor des Collegiums Polonicum, Vorsitzender des Vereins mylife – erzählte Zeitgeschichte e.V.   und Autor des Buches „Meine lieben Deutschen
Wir treffen uns im Collegium Polonicum, wo uns Herr Dr. Krzysztof Wojciechowski empfängt und wir zum Abschluss die Aussicht von der Terrasse des Gebäudes auf die Doppelstadt genießen können.

19.00    optional Rückkehr zum Bahnhof nach Frankfurt/Oder zum RE1, Abfahrt: 19.35 Uhr, Berlin Hbf: 20.41, Potsdam Hbf: 21.09 Uhr

19.15 -20.15   Nettes Zusammensein zum Abendessen
in einem nahegelegenen Restaurant

Rückkehr mit RE 1 um 20.35 Uhr (21.39 Uhr Berlin Hbf) oder mit dem RE 1 um 21.28 Uhr (22.41 Uhr in Berlin Hbf) oder auch später

Anmeldung und Kosten:

Bitte nutzen Sie für die Anmeldung den folgenden Anmeldelink.

Für die Teilnahme an Stadtführung, der Begegnung im Co-Workingplace BLOK-O, dem Empfang und Gespräch mit dem Oberbürgermeister,
Taxifahrt zum Polenmarkt in Slubice und zurück zum Collegium Polonicums berechnen wir für Mitglieder (und eine Begleitperson): 20 Euro pro Person, für Nicht-Mitglieder: 35 Euro pro Person

Für die Hin- und Rückfahrt von Berlin bzw. Potsdam kann ein Berlin-Brandenburg-Wochenend-Ticket für 29 Euro von bis zu 5 Personen genutzt und die Kosten entsprechend umgelegt werden.

Das Collaborative Leadership Programm 2019 hat begonnen

Eingetragen am 07.02.2019

7. Februar 2019 | By |

Die trisektoral besetzte Gruppe

Endlich: Die 36 Teilnehmenden des diesjährigen Collaborative Leadership Programms haben sich in der Schorfheide zusammengefunden und eins ist sicher – die Gruppe ist äußerst vielseitig besetzt und es verspricht eine spannende gemeinsame Learning Journey durch die Stadtgesellschaft zu werden!

Die ersten beiden Tage widmeten wir ganz dem gegenseitigen Kennenlernen, der Umsetzung von Methoden wie der kollegialen Beratung und dem Meinungsstrahl und ersten Diskussionen von gesellschaftlichen Herausforderungen, die aus den unterschiedlichen im Teilnehmerkreis vertretenen Perspektiven beleuchtet wurden.

Wir danken allen, die beim Zustandekommen der vielseitig zusammengesetzten Gruppe mitgeholfen haben und freuen uns auf die kommenden sechs Programmtage an den unterschiedlichsten Orten der Berliner Stadtgesellschaft mit den Teilnehmenden!

Mitgliederversammlung Januar 2019

Eingetragen am 05.02.2019

5. Februar 2019 | By |

Zweimal im Jahr kommen die Mitglieder des Vereins Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. zusammen. Einmal zur ordentlichen Mitgliederversammlung im Januar und ein zweites mal zum Sommerfest, welches in diesem Jahr am Montag, 19. August 2019 stattfinden wird. Der Verein zählt inzwischen 151 natürliche und 13 juristische Mitglieder, einen 9-köpfigen Vorstand, sowie einen Beirat mit 16 Personen.

Der Vorstandsvorsitzende Andreas Scholz-Fleischmann führte die Mitglieder und Gäste als Versammlungsleiter durch den Abend. Gastgeberin war Frau Dr. Billeb, Leiterin der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik. David Driese, Vorstand des Humanistischen Verbandes und Alumni aus unserem Jahresprogramm 2017 und Britta Licht, Abteilungsleiterin Humanistische Kindertagesstätten, Alumna aus unserem Jahresprogramm 2015 gaben zu Beginn kurze Einblicke in die aktuelle Arbeit und die neuesten Entwicklungen des Humanistischen Verbandes K.dö.R.

Der Geschäftsführer Bernhard Heider berichtete über die Programm- und Projektaktivitäten und die Organisationsentwicklung im Jahr 2018. Einen besonders großen zeitlichen und finanziellen Anteil stellte im vergangenen Jahr das Projekt meet2respect dar, das allerdings in 2019 in eine eigene gemeinnützige Tochter-UG ausgegliedert wird, damit sich die Hauptamtlichen umso stärker auf Programmformate konzentrieren können. Der Schatzmeister Peter Conrad stellte den Jahresbericht 2018 und den Haushaltsplan 2019 vor. Es folgte die Entlastung des Vorstands (26-ja Stimmen, 6 Enthaltungen, 0 Gegenstimmen), sowie die Zustimmung zum vorgeschlagenen Haushaltsplan (32-ja Stimmen, 0 Enthaltungen, 0 Gegenstimmen). Im Ausblick auf das Jahr 2019 wurden besonders die Ergebnisse aus dem neu gegründeten Leadership Senior Circle vorgestellt und diskutiert.

Wir danken allen Mitgliedern und Gästen für das Erscheinen und allen Mitwirkenden für die Unterstützung.

First Monday im Mai – Perspektive Ost: Wiedervereinigung?

Eingetragen am 01.02.2019

1. Februar 2019 | By |

Was hätte besser laufen können bei der „Wiedervereinigung“? – Was können und sollten wir daraus im Hinblick auf Vergangenheit, aber auch im Hinblick auf Gegenwart und Zukunft lernen?

Anmeldung: https://forms.gle/eUQBJYgXhqTcfn4r8

Zeit:     Montag, der 6. Mai, 18.30 – 21.00 Uhr
Ort:      Hochschule für Technik und Wirtschaft, Treskowallee 8, 10318 Berlin-Karlshorst. Der Termin findet in Raum A018 im Gebäude A statt.

Einige unserer Mitglieder mit Ost-Sozialisation, heute erfolgreiche Führungskräfte, studierten zur Zeit der Wende an der dort ansässigen „DDR-Kaderschmiede“ Hochschule für Ökonomie und haben diesen Ort vorgeschlagen.

  • 29 Jahre nach der Wiedervereinigung sind laut Umfragen immer noch 70% der Führungspositionen im Osten von Westdeutschen besetzt.
  • 60% der Ostdeutschen vertreten die Auffassung, dass sich das Verhältnis zwischen den Menschen in beiden Landesteilen nicht verbessert hat – im Westen ist es umgekehrt: hier glauben 60%, das Verhältnis habe sich verbessert.
  • Die Mehrheit der Ostdeutschen (56%) fühlen sich von Westdeutschen arrogant bzw. von oben herab behandelt, im Westen erkennen nur 25% hochnäsiges Verhalten gegenüber dem Osten.
  • Auch bei dem Vertrauen in Medien und Zustimmungswerten der etablierten Parteien unterscheiden sich Ost und West eklatant. So haben im Osten beispielsweise nur 27% Vertrauen in die Presse, während es im Westen 40% sind.

Keine Frage – wirtschaftlich geht es den Menschen in Ostdeutschland heute um einiges besser als noch vor 30 Jahren. Was die gesellschaftliche Identifikation und das gefühlte Zusammenwachsen anbetrifft, ist allerdings genauso zweifelsfrei noch viel Spiel nach oben. Über die Ursachen und Möglichkeiten der Gegensteuerung wollen wir bei dem First Monday diskutieren.

Bei dem Termin sollen zunächst einmal Führungskräfte aus unserem Netzwerk mit Ost-Sozialisation das Wort haben und über ihre Wahrnehmung der Wiedervereinigung und des Umgangs und Verhältnisses zwischen West- und Ost-Deutschen nach der Wende bis heute sprechen. Gemeinsam wollen wir im Anschluss darüber diskutieren, was wir daraus im Hinblick auf die Vergangenheit, aber auch im Hinblick auf Gegenwart und Zukunft lernen können und sollten.

Rahmenbedingungen:
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen, nur eine komplette Teilnahme möglich ist und unsere Mitglieder Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen eines Mitgliedsantrags tun. Die Teilnahme am First Monday ist kostenfrei, Anmeldungen sind über den folgenden Link  möglich.

Leadership Berlin bringt kognitiv Hochbegabte ins Gefängnis

Eingetragen am 30.01.2019

30. Januar 2019 | By |

Ob es unter den Insassen Berliner Haftanstalten auch Menschen mit kognitiver Hochbegabung gibt, vermögen wir nicht zu beurteilen. Zumindest betraten als Besucher am 17. Dezember zwanzig Menschen mit IQ über 130 – allesamt Mitglieder der Hochbegabtenvereinigung Mensa e.V. – die JVA Moabit zu einem Gedankenaustausch mit der Gefängnisleitung. Als „ Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.“ organisierten wir das außergewöhnliche Zusammentreffen im Rahmen unseres Formates „Mensa meets Leadership“, in dem wir mit Förderung durch die gemeinnützige „Mensa in Deutschland Stiftung“ quartalsweise eine Gruppe von kognitiv Hochbegabten aus Berlin und Brandenburg mit Führungskräften der unterschiedlichsten Bereiche zusammenbringen.

Gastgeber seitens der Untersuchungshaftanstalt waren die Anstaltsleiterin Anke Stein und die Vollzugsleiterin Friederike Temme, die einen offenen Einblick in die Arbeit der JVA Moabit gaben und auf zahlreiche Fragen eingingen. Dabei zeigte sich, dass auch die hochintelligenten Besucher nicht frei waren von Zerrbildern über den Strafvollzug, wie er in Fernsehserien dargestellt wird. Anke Stein und Friederike Temme vermittelten einen realistischen und eindrucksvollen Blick in ihren beruflichen Alltag, der weder beschönigte, noch dramatisierte. In gewisser Weise erschien darin der Strafvollzug als ein Arbeitsbereich wie jeder andere, der jedoch eine wichtige gesellschaftliche Funktion innehat. Die Beschäftigten erhalten allerdings kaum die entsprechende gesellschaftliche Anerkennung für ihre wichtige und nicht immer leichte Arbeit.

Auf besonderes Interesse bei den Gästen von Mensa stießen die Diversity-Aspekte der Arbeit im Strafvollzug – einerseits die Frage der Akzeptanz weiblicher Bediensteter und einer weiblichen Gefängnisleitung, andererseits die interkulturelle Zusammensetzung der Inhaftierten mit einem Ausländeranteil von 70% zzgl. einem Anteil von deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund. Aufgrund der Vielsprachigkeit der Insassen sind auch bei den Beschäftigten solche mit Migrationshintergrund und Fremdsprachenkenntnissen sehr gefragt, wobei auch unabhängig davon Mitarbeiter*innen benötigt und gesucht werden. Autoritätsprobleme aufgrund des Geschlechts sahen die beiden Leiterinnen der reinen Männer-Vollzugsanstalt jedoch ganz klar nicht – was sicher auch an dem charismatischen und bestimmten Auftreten der beiden Juristinnen liegt.

Die größte Herausforderung des Strafvollzugs aus Sicht von Anke Stein und Friederike Temme ist auch – entgegen der Erwartung so mancher Außenstehender – weniger das Thema Gewalt von bzw. zwischen Inhaftierten. Viel schwieriger ist es, aus der Zielsetzung der Resozialisierung unter den gegebenen Rahmenbedingen das Beste zu machen und genügend Nachwuchskräfte für die wichtige Arbeit im Strafvollzug zu gewinnen. So lautete auch die letzte Frage der Gefängnisleiterinnen an die Mitglieder von Mensa, ob und warum sie sich vorstellen könnten – oder auch nicht vorstellen können – im Strafvollzug zu arbeiten. Auch wenn der größte Teil sich einen solchen Arbeitsbereich nicht vorstellen könnte, immerhin zwei wären nicht ganz abgeneigt. Außerdem animierte der Besuch den ein -oder anderen, Bücher für die Gefangenen-Bibliothek zu spenden.

Unser besonderer Dank geht an Anke Stein, die bereits in ihrer früheren Funktion als Anstaltsleiterin der JVA Heidering Gastgeber für Programmtage von Leadership Berlin war und an Friederike Temme, die selbst an unserem Collaborative Leadership Jahresprogramm 2018 teilgenommen hat.

Leadership Senior Circle – neues Gremium bringt neue Ideen auf den Weg

Eingetragen am 30.01.2019

30. Januar 2019 | By |

Der erste Termin des Jahres unserer First Monday Reihe, bei der sich Führungskräfte am ersten Montag im Monat zu je einem Thema oder eine Fragestellung treffen, ergab die Gründung eines „Leadership Senior Circle“ (LSC). Der 2011 gegründete Verein Leadership Berlin verfügt inzwischen über ein breites Netzwerk hochqualifizierter Führungskräfte, von denen sich einige bereits in der letzten Phase ihrer Karriere befinden bzw. diese erfolgreich beendet haben. Die Erfahrungen jahr(zehnt)elanger Führungskompetenz für Nachwuchsführungskräfte nutzbar zu machen war Ausgangspunkt der Entwicklung einer LSC Agenda.

In den Räumlichkeiten der Berliner Bäderbetriebe kamen Führungskräfte verschiedener Altersgruppen zusammen, um aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren, für welche Formate es Interesse von Nachwuchsführungskräften und Führungskräften in der mittleren Lebensphase gibt, auf Expertise und Erfahrungen von Älteren zurück zu greifen. Gleichzeitig gaben ehemalige Führungskräfte ihre Einschätzung zu für sie denkbaren Rahmenbedingungen und strukturellem Bedarf für ihr ehrenamtliches Engagement.

In drei Gruppen wurden zunächst unabhängige Konzepte entwickelt, die der Leadership Senior Circle anbieten könnte: kollegiale Beratung, Mentoring/ Sparring und schließlich ein Programmformat in Anlehnung an das jährliche Collaborative Leadership Programm von Leadership Berlin. Schließlich ließen sich aber einige Anknüpfungspunkte ausmachen bzw. Parallelen erkennen:

  1. Seniors4Juniors (Arbeitstitel)
    Die Idee umfasst die Entwicklung eines Programms, welches sich an angehende bzw. junge Führungskräfte im Anfangsstadium ihrer Karriere richtet und somit ein Pendant zu dem jährlichen Collaborative Leadership Programms für etablierte Führungskräfte wird. Im Gegensatz zum Collaborative Jahresprogramm mit seinen 8 über das Jahr verteilten Programmtagen soll sich Seniors4Juniors lediglich über eine gemeinsame Intensivwoche erstrecken, die gemeinsam in einem in schöner Landschaft gelegenen Tagungshotel verbracht wird. Die Teilnehmergruppe soll aus 18 Nachwuchs-Führungskräften und 18 erfahrenen oder ehemaligen Führungskräften bestehen. Über den Austausch über aktuelle und ehemalige Führungsherausforderungen hinaus ist angedacht, dass sich Mentorenschaften zwischen den erfahrenen und den Nachwuchs-Führungskräften ergeben..
  2. Mentoring/ Sparring
    Unabhängig von der Umsetzung des Programms Seniors4Juniors haben sich zwei Teilnehmende des Leadership Senior Circles dazu bereit erklärt, ein Mentorenpool innerhalb von Leadership Berlin aufzubauen. Alumni unserer Jahresprogramme wie auch Mitglieder sind eingeladen sich als Mentor*in mit einer Art „Steckbrief“ hinsichtlich ihrer Schwerpunktthemen und Kompetenzen in einem Katalog eintragen zu lassen. Teilnehmenden von neuen Programmformaten, aber auch sonstige Mitgliedern soll darüber die Möglichkeit erschlossen werden, sich auch über Jahrgangsgrenze unserer Programme hinweg ein über mehrere Treffen reichendes Mentoring-Verhältnis zu begeben.
  3. Kollegiale Beratung
    Ein weiteres Konzept für ein Angebot eines Leadership Senior Circles richtet sich an das Netzwerk des Vereins Leadership Berlin. In regelmäßigen Abständen können Führungskräfte um kollegiale Beratungen im Kreise erfahrenerer Personen bitten. Unter Umständen könnte das Format auch etwas geöffnet werden und nach dem Fishbowl Prinzip für größere Gruppen zugänglich gemacht werden. Zur Bestimmung der Themen sollte eine Abfrage der Interessen/ Bedarfe durchgeführt werden. Potenzielle Themen wären Agile Organisation, Bewerber*innenmarkt, Digitalisierung, etc.

Aus dem Kreis der Anwesenden meldeten sich bereits einige, die gerne an den Konzepten weiterarbeiten und diese ersten Überlegungen in konkrete Schritte umwandeln möchten. Wir freuen uns auf ein Folgetreffen am Montag, den 13. Mai 2019 bei der Barmenia Versicherung und danken allen Teilnehmenden für den kreativen Austausch. Besonderer Dank gilt Andreas Scholz-Fleischmann, der nicht nur Vorstandsvorsitzender von Leadership Berlin, sondern auch der Berliner Bäderbetriebe ist und somit Gastgeber des Abends war.

First Monday bei Stromnetz Berlin zu Veränderungsprozessen

Eingetragen am 17.11.2018

17. November 2018 | By |

Nachdem der durch Baggerarbeiten verursachte Stromausfall im südöstlichen Teil Berlins glücklicherweise behoben wurde, wollen wir uns bei unserem nächsten First Monday am Montag, dem 4. März bei der Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin GmbH mit einer anderen „Baustelle“ der Energieversorgung widmen:

Am Beispiel der Entwicklungen des zukünftigen Energiesystems diskutieren wir die Herausforderungen für traditionelle Organisationen und deren Beschäftigte im Hinblick auf die zunehmende Komplexität und Vernetzung. Was bedeuten die veränderten Anforderungen für Organisationsentwicklung und Change Management?

Zeit:     Montag, der 4. März, 18.30 – 21.00 Uhr
Ort:      InfraLAB Berlin auf dem Schöneberger EUREF Campus, Haus 15 B, 10829 Berlin
Fallgeber:   Claudia Rathfux, Prokuristin und Leiterin Kunden- und Marktbeziehungen der Stromnetz Berlin GmbH  und  Teilnehmerin unseres Collaborative Leadership Jahresprogramms 2017 und Thomas Rütting, Abteilungsleiter Metering der Stromnetz Berlin GmbH und Teilnehmer unseres Collaborative Leadership Jahresprogramms 2018

Hintergrund-Infos zum Thema:
Der Klimaschutz und die damit geforderte Energiewende wird national, Europäisch und International diskutiert und sukzessiv gestaltet. Neben der großen Perspektive, gilt es hierzu lokal Verantwortung zu übernehmen.  Die Stadt der Zukunft – und damit auch Berlin – braucht eine zukunftsfähige Energieversorgung. Die Basis hierfür ist – als Teil der kritischen Infrastruktur – ein zuverlässig funktionierendes Stromnetz. Dessen sicherer Betrieb sowie die Weiterentwicklung ist das Tagesgeschäft der Stromnetz Berlin. Mit zunehmender Vernetzung, der Dezentralisierung der Energieerzeugung und zunehmender Speicherkapazitäten werden die Anforderungen an diese kritischste Infrastruktur immer herausfordernder: Statt großer zentraler Kraftwerke erzeugen immer mehr dezentrale Anlagen (z.B. Photovoltaik) den Strom in Wohn- und Gewerbequartieren – in Berlin sind dies bereits über 7.000 Anlagen. Elektrofahrzeuge werden immer beliebter und müssen vor allem in den Nacht- und Abendstunden geladen werden. Die Komplettierung der Elektrifizierung des öffentlichen Personennahverkehrs (Busse und Taxis) ist erklärtes Umwelt- und Nachhaltigkeitsziel der politischen Entscheidungsträger. Die Herausforderung besteht darin, Teil der Bewegung zu werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden, denn zukünftig müssen neue Lösungen mit immer höherer Geschwindigkeit und unter dem Einfluss zahlreicher Akteure implementiert werden.

Zu Stromnetz Berlin:
Als Eigentümer des Stromverteilungsnetzes und der dazugehörigen Netzanlagen ist die Stromnetz Berlin GmbH für die sichere und zuverlässige Stromversorgung der Hauptstadt verantwortlich. Über das Netz werden rund 2,3 Millionen Haushalte und Gewerbetreibende mit Strom versorgt. Die Stromnetz Berlin GmbH stellt für die Stromkunden den Anschluss und für Stromanbieter den Zugang zum Netz zur Verfügung. Durch das Berliner Stromnetz fließen jährlich rund 13 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Zu InfraLAB:
InfraLab Berlin ist ein langfristiges Co-Working & Co-Creation Projekt der sechs großen Infrastrukturunternehmen: BSR, BVG, BWB, GASAG (GASAG & NBB), Vattenfall (Vattenfall & Stromnetz Berlin) und Veolia auf dem EUREF Campus in Berlin Schöneberg. Mit ihrem Fokus auf Nachhaltigkeit und Umsetzung von Smart City Projekten in enger Zusammenarbeit mit Politik, Industrie und Wissenschaft versteht sich InfraLab als Innovationsmotor für die Weiterentwicklung visionärer Ideen für ein nachhaltigeres Berlin.

Rahmenbedingungen:
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen, nur eine komplette Teilnahme möglich ist und unsere Mitglieder Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen eines Mitgliedsantrags tun. Die Teilnahme am First Monday ist kostenfrei, Anmeldungen sind über den folgenden Anmeldelink möglich.

First Monday bei der KPMG: Workspace 2025 – Mode oder Muss?

Eingetragen am 16.11.2018

16. November 2018 | By |

Am jeweils ersten Montag im Monat begibt sich eine bis zu 20-köpfige Gruppe aus unserem Netzwerk zu einem/ einer Gastgeber*in, um sich dort mit einer Leadership Herausforderung zu befassen und so den eigenen Blick zu weiten. Im November besuchten wir die neue Arbeitswelt der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im neu entstehenden Europaquartier am Hauptbahnhof, um in diesem Rahmen Fragen nach den Gestaltungsmöglichkeiten und –pflichten moderner Bürowelten in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Fachkräftemangel nachzugehen.

Unter der Fragestellung „Workspace 2025 – Mode oder Muss?“ erläuterten Jeanette Reilly,Head of Marketing and Communications und Catrin Krayer aus dem Change Management das Konzept im Kontext der äußeren Treiber, die auf die Unternehmenswelt einwirken und die Auseinandersetzung mit neuen Arbeits- und damit Büroformen auch in eher tradierten Branchen immer stärker in den Fokus rücken. Im Anschluss wurde über den Umgang mit Widerständen in einem solchen Transformationsprozess und der Übertragbarkeit solcher Konzepte beispielsweise für die öffentliche Verwaltung oder Non-Profit-Organisationen gesprochen.

Dazu KPMG: „Die Arbeitswelt ist digitaler geworden. Dies betrifft sowohl Arbeitsprozesse als auch Arbeitsstrukturen, die ein völlig neues „räumliches“ Denken erfordern. Hier geht es vor allem um Themen wie Kollaboration, Kommunikation und Vernetzung  – und dies in einer wesentlich höheren Geschwindigkeit als bisher.  Mit unserem flexiblen Bürokonzept reagieren wir auf genau diese Entwicklungen. Dabei verbindet die Nutzungsvielfalt und Flexibilität des Konzepts innerhalb hochmoderner Gebäude in attraktiven Innenstadtlagen für uns die Anforderungen des Marktes mit den Erwartungen künftiger Arbeitnehmergenerationen.“

Im Anschluss bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit, die neuen Flächen zu besichtigen und die Arbeitsplatzvielfalt mit intensiv begrünten Zonen, Begegnungsflächen mit hohem Wohlfühlcharakter, Rückzugsangeboten als auch kollaborativen Arbeitsumgebungen mit hochmoderner Technik zu besichtigen und zu erkunden. Im Anschluss wurden Fragen wie „Was würde diese Arbeitsumgebung mit meiner Arbeitsweise machen?“ oder eine Einschätzung, bis wann ggf. das eigene Unternehmen in solchen Konzepten arbeitet, unter den Teilnehmern diskutiert und eine Einschätzung dazu abgefragt. In der Zusammenfassung wünschten sich über ¾ aller Teilnehmer, in einem Arbeitsumfeld tätig zu sein, das Themen wie Kollaboration, Kommunikation und Vernetzung materialisiert und entsprechend angepasste Angebote offeriert. Trotz mehrheitlich noch existierender territorialer Strukturen in den Unternehmen, Institutionen und Organisationen zeigten einige der Teilnehmer sich optimistisch, was die Entwicklungschancen bis 2025 (+X) angeht.

„Workspace 2015- Mode oder Muss?“ – die lebhaften Diskussionen, vielfältigen Einblicke und Ansatzpunkte ließen die Teilnehmendengruppe im Gesamten ein Stück weiter in Richtung eines „Muss“ tendieren- auch, wenn die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung für viele in ihren eigenen Strukturen noch offen blieb.

Wir danken der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für die Gastfreundschaft und vielfältigen Einblicke, Catrin Krayer für ihre enthusiastischen und mitreißenden inhaltlichen Ausführungen und Ursula Salcher für die tolle Organisation. Ein besonders herzlicher Dank geht an Jeanette Reilly, Head of Marketing bei KPMG und Teilnehmerin unseres Leadership Jahresprogramms 2018, die diesen Termin ermöglicht hat sowie alle Teilnehmenden für das große Interesse.

Abschluss des Collaborative Leadership Programms 2018

Eingetragen am 23.10.2018

23. Oktober 2018 | By |

Der achte und somit letzte Programmtag des Collaborative Leadership Programms 2018 mit je 12 Teilnehmenden aus der Privatwirtschaft, dem öffentlichen und dem Non-Profit Bereich fand am Mittwoch im Sharehouse Refugio unter dem Titel „Der Blick nach vorne – das Netzwerk entwickeln“ statt. Am Vormittag hatten vier der Teilnehmden bis zu 9 Personen an ihren Arbeitsplatz eingeladen, um einen Einblick in ihr Tätigkeitsfeld zu bieten und selbstgewählte Fragestellungen zu behandeln. Am Nachmittag reflektierte der Jahrgang gemeinsam das Programm und tauschte sich zu weiteren Engagement und Vernetzungsmöglichkeiten aus. Da die Auftaktveranstaltung um März von einem selbstgeschriebenen Leadership-Song geprägt war, probte die Gruppe unter Leitung von Michael Betzner-Brandt weitere Varianten ein und gab sie vor der offziellen Zertifikatsvergabe am Abend unter Anwesenheit und tosendem Applaus von Alumni der letzten Jahre zum Besten.

Der 2018er Jahrgang war wieder einmal hochkarätig besetzt, besonderes Engagement ist am Abschlusstag dem öffentlichen Sektor anzuerkennen, aus dem alle Fallgeber*innen der Vor-Ort-Besuche kommen. Von der Arbeitsagentur für Arbeit über das Amtsgericht Schöneberg über die Investitionsbank Berlin hin zur Justizvollzugsanstalt Moabit, hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, nicht nur die imposanten Gebäude zu besuchen, sondern Arbeitsabläufe und Insiderperspektiven kennen zu lernen. Sowohl die Besucher*innen, als auch die Fallgeber*innen selbst kamen begeistert zurück und staunten auch am letzten Tag nochmal darüber, wieviel Potenzial in der Perspektivenvielfalt der Gruppe liegt.

Zum gemeinsame Mittagessen trafen wir uns in der Gesamtgruppe dann im Sharehouse refugio, einem Begegnungsraum der Stadtmission mit Wohneinheiten von Geflüchteten. Einen kulinarischen Einstieg in das Thema bot das von Malakeh Jazmati zubereitete Mittagessen. Jazmati folgte im Herbst 2015 ihrem Mann nach Deutschland und war vor ihrer Flucht im arabischen Raum als Fernsehköchin bei einem oppositionellen Fernsehsender in Syrien bekannt. Die junge Frau kann sich mit dem Kochen mittlerweile ihren Lebensunterhalt in Deutschland finanzieren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat sie das Catering-Unternehmen „Levante Gourmet“ aufgebaut und eröffnet noch diesen Monat ein eigenes Restaurant. Für Jazmati bedeutet Kulinarik vor allem Kultur und Heimat und sie nutzt das Kochen als Sprache, die ein anderes Bild von Syrien vermitteln soll, als das eines zertrümmerten Kriegsschauplatzes.

Der Nachmittag drehte sich zunächst um die Fragen „Was hat mir das Programm gebracht und was nehme ich mit?“ Und „was hat mir gefehlt bzw. kam zu kurz?“ Dazu hatten die Teilnehmenden zunächst die Gelegenheit, sich im Stillen zu diversen Punkten Gedanken zu machen. Schließlich gab es nochmal eine gemeinsame Reflexion in der Gesamtgruppe, um schließlich die Frage zu stellen, wie es weiter gehen soll. Ein wichtiger Faktor sei das Fortbestehen des Austauschs innerhalb der Gruppe. So sollen nun mind. vierteljährig Besuche im Stil der Vor-Ort-Besuche im Teilenehmendenkreis stattfinden. Auch die Kraft der interdisziplinären Kollegialen Beratungsgruppen soll weiter genutzt werden. Zudem wird an einem Mentoring- bzw. Patenprogramm gearbeitet, das aus der Erfahrung einer eigenen Unterrichtseinheit der Führungskräfte an der Neuköllner Zuckmeyer entstand. Die Mehrheit der 36 Führungskräfte äußerte Interesse, an weiteren Leadership Angeboten teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten. Konkret wurde es dabei sogar auch: Das Thema „mit Rechten reden“, das an dem Programmtag Vielfalt bereits zu emotionalen Debatten führte, will von einigen in ein konkretes Konzept gebracht werden. Ein ganz kurzfristiger Einsatz wurde auch gleich fest gemacht: der nächste First Monday am 05.11.2018 findet bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft statt, wo unsere Teilnehmerin Jeanette Reilly als Head of Marketing tätig ist.

Schließlich leitete Petra Göbel, Mitglied des Vorstands von Leadership Berlin und Personalleiterin der Messe Berlin, durch den Abend, zu dem auch Alumni der letzten Jahre und Mitglieder des Vereins, sowie Interessierte am Jahresprogramm 2019 eingeladen waren. Für gute Stimmung sorgte der „Leadership Chor“, der alle zum Mitsingen animierte und nochmal die Erinnerungen an den phänomenalen Auftakt vor einem Dreivierteljahr in der Schorfheide erwachen ließ. Die feierliche Übergabe der Zertifikate durch jeweils zwei Vorstände aus den drei Sektoren wurde aufgelockert durch „Speed-Dating“ Einheiten, bei welchen Jahrgangsteilnehmende und Gäste in kurzer Zeit in den Austausch gingen. Zu guter Letzt trugen Clemes Bethge und Cornelia Schwarz, stellvertretend für den Jahrgang, ein „Leadership-Liebesgedicht“ vor, bei welchem sich Führungskräfte in den Verein verlieben.

Der gemütliche Ausklang bei Fingerfood und Getränken wurde nochmal aufgeheitert durch einen Auftritt des Begegnungschors, der sich aus dem Jahresprogramm 2015 entwickelt hatte und seitdem Geflüchtete und Alt-Berliner*innen zusammenbringt.

Wir danken dem Sharehouse Refugio, besonders Julia und Tabea, für die Räumlichkeiten und die Führung, unserem Vorstand für die Unterstützung, allen Alumni und Gästen für die Teilnahme, dem Chor und insbesondere MIchael Betzner-Brandt für die gute Stimmung. Natürlich danken wir vor allem allen 36 Teilnehmenden des Jahrgangs 2018 für das unvergessliche Programm. Wir freuen uns, auch in Zukunft mit Euch in Kontakt zu bleiben und in Berlin an einer Kultur der Verantwortung zu arbeiten! Zu guter Letzt danken wir Peer Fechner, der uns auf der zweiten Hälfte unserer Learning Experience gefehlt hat.