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Aktuelles

Diversity in Leadership – jedem Ende wohnt ein Anfang inne…

Eingetragen am 12.10.2016

12. Oktober 2016 | By |

Mit unserer Abschlussveranstaltung im Goldberger Saal des VBKI endete am 10. Oktober unser diesjähriges Leadership-Jahresprogramm. Die Absolvent*innen zogen Resümee über die gemeinsam absolvierte „Learning Journey“ mit Begegnungen mit den unterschiedlichsten Akteuren der Stadtgesellschaft. Den Abschluss bildete ein Austausch mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller, der sich inmitten der Koalitionsverhandlungen die Zeit für ein Hintergrundgespräch mit unseren 36 Teilnehmenden nahm.

Als ein konkretes Ergebnis unseres diesjährigen Leadership-Jahresprogramms gründete sich am Nachmittag außerdem der Verein „Führungskräfte mit Behinderung“, dessen Zusammenkommen wir mit Janis McDavid und Gerd Kirchhoff wir initiierten und begleiteten. Der Verein soll zukünftig eine Austauschplattform für Führungskräfte mit Behinderung sein und dem häufig in erster Linie „defizitären Blick“ auf Behinderung wirksam etwas entgegensetzen. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg wünschen wir den Gründungs-Vorstandsmitgliedern Dr. Peter Sdorra, Sascha Lang, Christian Habl und Detlef Kahl und den sieben weiteren Gründungsmitgliedern des Vereins.

Interessierte erreichen den neu gegründeten Verein unter den Kontaktdaten von Dr. Peter Sdorra, Richter am Kammergericht, Hauptvertrauensperson der schwerbehinderten Richterinnen und Richter des Landes Berlin und Vorstandsvorsitzender von „Führungskräfte mit Behinderung“.

Führungskräfte mit Behinderung e.V. i.Gr.
c/o Dr. Peter Sdorra
Kammergericht Berlin
Elsholtzstr. 30-33
10781 Berlin

Tel.:     0175- 2490012
Mail:    petersdorra@t-online.de

Wir danken dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) und der IHK Berlin für ihre Gastfreundschaft und Frau Petra Gothe, Vizepräsidentin des VBKI für die schönen Begrüßungsworte!

Expedition Polen – Leadership Learning Journey ins unbekannte Nachbarland

Eingetragen am 05.10.2016

5. Oktober 2016 | By |

Als Nachbarn, mit dem man Tür an Tür lebt, den man aber doch kaum kennt, könnte man Polen und mehr noch die westliche Region um die Stadt Poznan aus Sicht vieler Berliner*innen bezeichnen.

Um dies zu ändern, unternahmen wir mit 13 Berliner Führungskräften am 23./24. September eine zweitägige Leadership-Exkursion nach Poznan. Die polnische Regionalhauptstadt hat 580.000 Einwohner (mit dem Umland ca. eine Millionen), wird von Polen als die Geburtsstadt der polnischen Nation betrachtet und liegt auf halber Strecke zwischen Berlin und Warschau.

IMG_2297Neben Einblicken in die polnische Küche, einer Stadtbesichtigung durch unseren aus Frankfurt/Oder kommenden Reiseleiter Dieter Krawczynski und von so einigen begeistert zum Shopping genutzten Freizeit, erlebten die Teilnehmenden von Leadership Berlin und Leadership Brandenburg vielschichtige Einblicke in die drei gesellschaftlichen Sektoren in Posen:

Der öffentliche Bereich:
Bei einem Besuch im Rathaus tauschten wir uns mit dem Regierenden Bürgermeister Jacek Jaskowiak und dem Leiter der Investitionsbehörde Marcin Przylebski aus, die beide zeitweise in Deutschland lebten und beide gut Deutsch sprechen. Für Erstaunen sorgte insbesondere, dass in Poznan mit einer Arbeitslosenquote von nur 2% nahezu Vollbeschäftigung herrscht und die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen als das geringste Problem erscheint. Was ebenfalls für uns überraschend war, wie wenig Bereiche nach dem Ende des Sozialismus in der Daseinsvorsorge in den privatwirtschaftlichen und Non-Profit-Bereich übertragen wurden. So wurden weder Energieversorgung noch Wasser oder Entsorgungswirtschaft in privatwirtschaftliche Hand gegeben, noch wurden Seniorenheime und Kitas an gemeinnützige Organisationen übertragen.

Einen interessanten Unterschied wollen wir an dieser Stelle kurz skizzieren: Jacek Jaskowiak berichtete über die Problematik, dass viele Menschen ins Umland ziehen und die Straßen dem zunehmenden Autoverkehr insbesondere zu den Stoßzeiten nicht mehr gewachsen sind. Daher ist sein Anliegen insbesondere der Ausbau von Fahrradwegen und öffentlichen Verkehrsmitteln. Als wir ihm berichteten, dass in Berlin zivilgesellschaftliche Organisationen die Politik und Verwaltung in Bezug auf einen Ausbau des Fahrradinfrastruktur „vor sich hertreiben“ und „ärgern“, meinte er, dass es bei ihm genau umgekehrt sei: die Politik und Verwaltung arbeitet an einem massiven Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur und es ist die Gesellschaft, die nicht so leicht davon zu überzeugen ist – ein Eindruck, den wir nach Gesprächen mit Taxifahrern und einem Abendessen mit den deutschsprachigen Kunden der Business-Sprachschule „Be Better Club“ bestätigen können…

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Der privatwirtschaftliche Bereich:
Wir besuchten den deutschen Unternehmer Gerold Voss, der mit einem Tischlereiunternehmen vor 16 Jahren in Poznan begann, in den letzten Jahren ein Gesundheitszentrum aufbaute und derzeit die Errichtung eines Seniorenheimes plant. Die Einblicke in das polnische Gesundheitssystem und die Planungssicherheit für Unternehmen war für alle Teilnehmenden etwas ernüchternd. Gerold Voss versucht nichtsdestotrotz eine Lücke zu finden und zu füllen, indem er in dem geplanten Seniorenheim Zimmer verkauft und die Pflege dann verhältnismäßig günstig hinzugekauft werden kann. Dies ist insofern für viele eine Option, da die Eigentumsquote in Polen eine der höchsten weltweit ist, weil nach der Wende das Eigentumsrecht für Mietwohnungen an die Bewohner übertragen wurde und alte Menschen insofern heute zwar kaum eine Rente, wohl aber häufig eine Eigentumswohnung haben, die sie verkaufen bzw. gegen ein Zimmer im Seniorenwohnheim tauschen können. Auch beim Personal will Gerold Voss neue Wege zu gehen, indem er polnischen Pflegekräfte als Alternative zu einem schlecht bezahlten Job in Polen und einem nicht ganz so schlecht bezahlten außerhalb der Heimat eine Mischform anbieten möchte. Die Pflegekräfte könnten ihren festen Arbeitsplatz in Poznan haben, allerdings pro Jahr auf drei Monate befristet in einer deutschen Partnereinrichtung eingesetzt werden.

Interessant aus deutscher Sicht war im Übrigen der Umstand, dass polnische Pflegekräfte zu einem größeren Teil ins westliche Ausland abgeworben wurden und die Polen ihrerseits mittlerweile massiv Pflegekräfte aus der Ukraine abwerben. Oder auch der Umstand dass, während man sich in Deutschland darüber aufregt, dass amerikanische Unternehmen wie Starbucks und Amazon in Deutschland zwar hohe Umsätze erzielen, aber nahezu keine Steuern zahlen, in Polen der gleiche Unmut über deutsche Unternehmen herrscht. Die aktuelle PiS-Regierung diskutiert eine umsatzabhängige Supermarktsteuer, die insbesondere auf Aldi und Lidl abzielt.

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Der Non-Profit-Bereich:
Der Non-Profit-Bereich in Polen ist weit weniger etabliert und professionalisiert als in Deutschland. Während in den ca. 700 Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin über 50.000 Hauptamtliche beschäftigt sind, arbeiten in den 200 Mitgliedsorganisationen des Dachverbandes der Nichtregierungsorganisationen WRK laut deren Vorsitzender Justyna Ochedzan nur um die 100 Hauptamtliche. Im Austausch mit Justyna Ochedzan und anschließenden Gesprächen wurde deutlich, wie wichtig zivilgesellschaftliche Organisationen und deren unabhängige Finanzierung für eine Demokratie sind. Gerade im Hinblick auf Non-Profit-Organisationen wurde deutlich, dass die in Deutschland von diesem Sektor übernommenen Aufgaben in Polen entweder in den Familien geleistet werden (z.B. Betreuung von Kindern und Senioren), sie direkt vom Staat geleistet werden, es sie schlicht nicht gibt oder eben nur zu einem ganz kleinen Teil von der Katholischen Kirche oder von Non-Profit-Organisationen übernommen werden.

Außerdem wurde deutlich, wie wichtig die EU und ihre Programme gerade für die Entwicklung einer organisierten Zivilgesellschaft– insbesondere für politische NGOs – sind und welch positiven Einfluss Partnerschaften zwischen deutschen und polnischen NGOs haben. Die sprachlichen Hürden sind zwar mitunter gegeben, allerdings ist das Bildungsniveau der äußerst wettbewerbsorientierten Schulen sehr hoch, sodass man zumindest auf gute Englischkenntnisse setzen kann.

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Auf persönlicher Ebene…
lernten wir polnische Unternehmer*innen, Rechtsanwält*innen, Angestellte im öffentlichen Dienst und Leiter*innen von gemeinnützigen Organisationen bei einem gemütlichen Abendessen kennen und konnten sie zu allen Themen, die uns interessierten, ausfragen. Dieser ganz persönliche Kontakt war ein besonderer Gewinn und hat uns die Menschen im Nachbarland noch einmal auf intensive Weise nahe gebracht.

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Das Thema Politik …
fehlte natürlich auch nicht bei den zahlreichen Gesprächen mit unseren polnischen Gesprächspartner*innen. Die rechtskonservative PiS-Regierung tauscht derzeit auf Basis entsprechender Gesetzesänderungen in massivem Umfang Richter*innen, führende Verwaltungsangestellte, Direktor*innen in den öffentlich-rechtlichen Medien und Führungskräfte in öffentlichen Unternehmen aus. Wir hörten so einiges darüber, wie einschüchternd sich dies auf die freie Meinungsäußerung auswirkt, zu der sich manche Gesprächspartner*innen auch nur hinter vorgehaltener Hand trauten. Ihren Wahlerfolg verdankte die PiS-Partei übrigens insbesondere zwei Wahlversprechen:

– zum einen einem Kindergeld in einer Höhe, die das Durchschnittseinkommen bei drei Kindern um ca. 50% erhöht
– zum anderen, dass alte Menschen ab 75 Jahren kostenlos Medikamente erhalten (die bis jetzt alle Menschen selbst finanzieren mussten, so sie es denn konnten)

Ob sich dies auf Dauer finanzieren lasse, sahen einige skeptisch. Andererseits hat Polen seit Jahren ein stabiles, weit über dem deutschen Level liegendes Wirtschaftswachstum. Und während Deutschland mit einer Staatsverschuldung von 71% im Verhältnis zum BIP die Maastricht-Kriterien von maximal 60% für einen Beitritt in die Euro-Zone heute nicht schaffen würde, liegt Polen mit einer Staatsverschuldung mit 50,3% im Verhältnis zum BIP noch deutlich darunter.

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Fazit:
Wie auch die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung in Polen aussehen mag – wir sehen in der aktuellen politischen Situation nicht einen Grund weniger, sondern einen Grund mehr für einen Austausch zwischen Führungskräften aus Berlin/Brandenburg und Poznan/Wielkopolska.

Momentan sieht es danach aus, dass wir eine solche 2-Tages-Leadership-Exkursion im September 2017 wiederholen werden. Wir möchten aber auch unabhängig von unseren Aktivitäten dazu ermutigen, Poznan zu besuchen und in einen Austausch mit polnischen Führungskräften zu gehen. Es lohnt sich und die Auseinandersetzung mit „dem anderen“ birgt auch immer viele Erkenntnisse für die eigenen Herausforderungen.

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Interessierten an einer unabhängigen 2-Tages-Tour nach Poznan (z.B. als Team-Building-Maßnahme oder als Vorstands-Exkursion) können wir übrigens gerne unseren Reiseleiter und Stadtführer Dieter Krawczynski empfehlen. Wir danken darüber hinaus ganz besonders Barbara Barlog, Geschäftsführerin der Business Sprachschule „be better club“ für die Organisation des Abendessens mit polnischen Führungskräften und Angelika Menze, der Geschäftsführerin des Deutsch-Polnischen Wirtschaftskreises in Poznań für die Unterstützung bei der Gewinnung von Gesprächspartnern.

 

First Monday zum Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten – Aufbau einer „atmenden“ Behörde

Eingetragen am 13.09.2016

13. September 2016 | By |

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Wolf Plesmann

 

Der First Monday im September bot gleich doppelten Einblick darin, wie die gesellschaftliche Herausforderung des hohen Flüchtlingsaufkommens in Berlin angegangen wird.

Zum einen waren wir vor Ort zu Gast in einer Gemeinschaftsunterkunft für besonders schutzbedürftige Geflüchtete, die von der milaa gGmbH betrieben wird. Einrichtungsleiter Sean Corleone, selbst vor einigen Jahren aus dem Irak geflohen, zeigte uns die Unterkunft und beeindruckte die Teilnehmenden unter anderem durch seinen spürbar guten Draht zu den etwa 300 Bewohner*innen. Zu ihnen gehören kranke, vom Krieg versehrte und traumatisierte Menschen, aber auch alleinerziehende und werdende Mütter sowie ca. ein Drittel Kinder. In der Containerunterkunft haben sie einen Schutzraum, der nicht nur einen vergleichsweise hohen Standard aufweist, sondern auch besondere Leistungen wie eine Physiotherapie vor Ort, einen Fitnessraum und einen liebevoll gestalteten Kinderraum bietet. Karsta Dietrich, stellv. Geschäftsführerin der milaa gGmbH, sprach mit den Teilnehmenden außerdem über die nächsten Pläne der Organisation, wozu u.a. die Einbeziehung von Angehörigen in die Pflege gehört, wie es in den Kulturen der Herkunftsländer vieler Geflüchteter üblich ist.

Zum anderen führten wir an diesem Abend ein Gespräch mit Wolf Plesmann, dem Stellvertreter des Beauftragten für die Versorgung und Unterbringung der Flüchtlinge beim Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Er leitete gemeinsam mit Claudia Langeheine den Aufbau des neuen Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, das am 1. August 2016 seinen Betrieb aufgenommen hat. Der Management-Profi, der u.a. viereinhalb Jahre für ISAF und die GIZ in Afghanistan das Friedens- und Reintegrationsprogramm mitaufbaute, sprach über die Strategie beim Aufbau der Strukturen der Behörde und betonte auch noch einmal die enormen Herausforderungen, die die Strukturen des LAGeSo überfordert und zur Entscheidung dafür geführt hatten, dass eine neue Behörde notwendig war: Von 15.000 Flüchtlingen im Jahr 2014 war, vor allem im letzten Drittel des Jahres, 2015 die Anzahl auf 80.000 gestiegen. Eigentlich waren am LAGeSo nur etwa 50-100 Mitarbeiter*innen für die Versorgung der Flüchtlinge zuständig – am Ende befassten sich etwa 1000 Mitarbeiter*innen mit der Aufgabe.

Die neue Behörde muss die Herausforderung der Versorgung von aktuell noch knapp 40.000 Menschen, die in Flüchtlingsunterkünften untergebracht sind, nun mit etwa 570 Mitarbeiter*innen stemmen. Diese gilt es nun so zu schulen und in Strukturen einzubetten, dass ein Grad an Flexibilität erreicht wird, der auf Schübe von neuen Flüchtlingsregistrierungen ebenso reagieren kann wie auf Verschiebungen innerhalb der Leistungsgewährung von erstmaligen zu regelmäßigen Gewährungen. Ein Kern der neuen Strukturen sind außerdem die Regionalteams, die zur Bereitstellung von Unterkünften themenübergreifend zusammenarbeiten.

Bei all dem gilt es natürlich die ehemaligen Mitarbeiter*innen des vielgescholtenen LAGeSo mitzunehmen und für ihre Aufgaben zu motivieren. Herr Plesmann gab hierzu viele Einsichten und scheute auch nicht davor, über Problemlagen und Stolpersteine auf dem Weg zu sprechen. Wir bedanken uns für das erkenntnisreiche und offene Gespräch!

Ebenso gilt unser Dank den Gastgeber*innen der milaa gGmbH: dem Einrichtungsleiter Sean Corleone, der stellv. Geschäftsführerin Karsta Dietrich sowie Geschäftsführerin Jeanne Grabner.

Führungskräfte treffen Neuköllner Schüler – Programmtag „Verantwortung“

Eingetragen am 12.09.2016

12. September 2016 | By |

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Der Programmtag zum Thema „Verantwortung annehmen und abgeben können“ brachte die 36 Teilnehmenden unseres diesjährigen Collaborative Leadership Programms mit Neuköllner Schüler*innen zusammen.

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Schulleiter Roland Hägler beim morgendlichen Begrüßen der Schüler*innen

An der Hermann-von-Helmholtz-Schule erfuhren die Führungskräfte zunächst etwas über die Herausforderungen der Schule im Gespräch mit Schulleiter Roland Hägler, der explizit betont: Es handele sich nicht um eine „Brennpunkt-Schule“, wohl aber hätten viele der Schüler*innen mit erschwerten Startbedingungen zu kämpfen. Ein Großteil hat eine andere Herkunftssprache als Deutsch, bei vielen geht niemand in der Familie einer Erwerbstätigkeit nach, von den Eltern gibt es keine Hilfe bei den Hausaufgaben und viele verlassen kaum je das Viertel. Unterstützung gibt es dafür in der Schule u.a. bei der Berufsorientierung. Die Schule unterhält viele Unternehmenskooperationen zur Vermittlung von Ausbildungsplätzen und hat mit dem von der IHK finanzierten AWO-Projekt „Brückenbauer“ eigens einen Berufscoach an Bord, der beim Übergang Schule – Beruf berät. So gelingt es der Schule, immerhin etwa die Hälfte der Schüler*innen in eine Ausbildung zu vermitteln.

IMG_1292Unterstützung gab es nun auch von unseren Führungskräften, die ins kalte Wasser sprangen und jeweils im Zweier-Team oder einzeln eine Unterrichtseinheit übernahmen und mit Schüler*innen der 9. und 10. Klassen über Berufsorientierung, Eigenverantwortung und -initiative, Motivation und auch ihre eigenen Karrierewege sprachen.

Am Nachmittag wurden weitere Dimensionen des Themas Verantwortung ins Auge gefasst: Bei den Kleingruppen-Gesprächen mit verschiedenen Verantwortungsträgern ging es um gesellschaftliche Verantwortung von öffentlichen und privaten Unternehmen, Verantwortung gegenüber Mitarbeiter*innen, Kund*innen oder Mitgliedsorganisationen und auch um die Frage, wann es sinnvoll ist, Verantwortung abzugeben. Dazu gab es Einblicke von

  • Harald Eisenach, Mitglied des Management Committee Deutschland sowie Vorsitzender der Regionalen Geschäftsleitung Ost der Deutschen Bank AG mit Sitz in Berlin
  • Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstandsvorsitzendem der Berliner Bäder-Betriebe und ehrenamtlichem Vorstandsvorsitzendem von Leadership Berlin
  • Dr. Gregor Gysi, MdB und ehemaligem Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen des Landes Berlin und von 2005 bis 2015 Fraktionsvorsitzender der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag
  • Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Landesverbandes Berlin.

Vielen Dank an die GesprächspartnerInnen sowie unsere Gastgeber Schulleiter Roland Hägler und Berufscoach Jens Priesen von der Hermann-von-Helmholtz-Schule, die dieses „Experiental Learning“ ermöglicht haben!

„Das Leben draußen“: Netzwerken für Anerkennung

Eingetragen am 09.09.2016

9. September 2016 | By |

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Udo Marin; Foto: VBKI

 

„Netzwerken funktioniert im Gefängnis besser als draußen. Hier ist das ein existentielles Interesse!“ lautet eine der Botschaften, die die Inhaftierten unserem Gesprächsgast im August, Herrn Udo Marin, mitgaben. Damit war schnell klar: Hier sitzen sich Experten gegenüber.

Udo Marin ist seit 17 Jahren der Geschäftsführer des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller e.V. (VBKI). Der Verein wurde bereits im Jahre 1879 gegründet und versteht sich selbst u.a. als eine Think-Tank-Organisation, die auf den Themenfeldern Politik, Standort Berlin, Bildung und Wissenschaft, Sport und mehr Antworten in Form von Positionspapieren erarbeitet. Darüber hinaus fördert der Verein gemeinnützige Projekte und unterstützt im Rahmen einer Sportförderung Berliner Spitzensportler während und nach ihrer aktiven Zeit.

Netzwerker sind vor allem sozial erfolgreich – sie können Menschen für sich und ihre Ideen gewinnen und kennen immer jemanden, der jemanden kennt. So auch die rheinische Frohnatur Udo Marin – eine ideale Besetzung, um zum Thema Netzwerke/Gemeinschaften seine Erfahrungen mit den Inhaftierten zu teilen.

Die Inhaftierten wiederum berichteten von ihren Strategien und Beweggründen, in der JVA selbstständig Netzwerke zu bilden oder bestehenden Netzwerken beizutreten. Sie gaben Beispiele für verschiedene Initiativen der Inhaftierten aus dem Gefängnisalltag und analysierten die Ursachen von Erfolg und Misserfolg dieser Vorhaben. Dabei kristallisierte sich schnell heraus: Der stärkste Antrieb zur Bildung einer Interessengemeinschaft ist immer noch der Kampf gegen einen gemeinsamen „Feind“.

Geschichten über Feinde hatte Herr Marin nicht zu erzählen, wohl aber über einen weiteren Aspekt der Motivation, Menschen zu helfen und dadurch Netzwerke zu bilden: Die Anerkennung.
Das Gefühl, jemandem geholfen zu haben, dafür Anerkennung zu erfahren und keine direkte Gegenleistung zu fordern, ist für Udo Marin ein wesentlicher persönlicher Antrieb seiner Arbeit im Verein. Gleichzeitig wird dadurch das Vertrauen zwischen den Beteiligten gestärkt – und ohne Vertrauen kann ein Netzwerk nicht von Dauer sein.

Ein Nachtrag zu der Gesprächsrunde erreichte uns drei Tage nach der Veranstaltung: Rosemarie Dorsch-Jäger, die Leiterin der sozialpädagogischen Abteilung der JVA Moabit, leitete uns die Rückmeldung eines Gefangenen weiter: „Der Gruppenanlass „Das Leben draußen“ war wieder sehr toll, unterhaltsam und inspirierend. Der Gast fand großen Anklang…“. Ein Ansporn für uns, uns mit „Das Leben draußen“ weiter zu engagieren!

„Muslime fragen – Politiker antworten“ in der Neuköllner Begegnungsstätte

Eingetragen am 05.09.2016

5. September 2016 | By |

Aeisha Malek und Vorstand Taha Sabri von der NBS

Aeisha Malek und Vorstand Taha Sabri von der NBS

Unter der leitenden Fragestellung „Welche Konzepte haben die Parteien gegen die Ausgrenzung und Abgrenzung von Muslimen in eine Parallelgesellschaft“ haben wir am 2. September eine Veranstaltung in der Neuköllner Begegnungsstätte (Dar-as-Salam-Moschee) mit Unterstützung der Landeszentrale für Politische Bildung mitorganisiert. Vielen Dank nochmals an die Vertreter der Parteien von SPD (Rainer-Michael Lehmann), CDU (Dr. Hikmet Gülmez), Bündnis 90/Die Grünen (Susanna Kahlefeld), Linkspartei (Irmgard Wurdack), Piraten (Alexander Spies) und FDP (Wolfgang Jockusch). Eigentlich hatten wir auch eine Zusage von der AfD (Hanno Bachmann), die allerdings nach einem Vorstandsbeschluss des Landesverbandes der AfD diese Woche zurückgezogen wurde. Moderiert wurde die Veranstaltung von Winfriede Schreiber, ehemaliger Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes, die heute unter anderem Vorstandsvorsitzende unseres Partnervereins „Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V.“ ist.

Es war eine lebendige Diskussion, bei der vom Neutralitätsgesetz bzw. der Haltung der Parteien zum Kopftuch über die Frage nach einem Einwanderungsgesetz und einem Staatsvertrag, der muslimischen Gefängnisseelsorge, der Aufführung in Verfassungsschutzberichten, die steuerlicher Absetzbarkeit von Deutschkursen, das Islamforum, die partielle Islamfeindlichkeit in Medien und Gesellschaft bis hin zu der Besetzung des Rundfunkrates die unterschiedlichsten Themen diskutiert wurden. Es wurde deutlich, wie groß das Interesse und die Zahl der Fragen ist und wie sehr ein solches Format Sinn macht.

Vielen Dank an alle Mitwirkenden, an das Vorbereitungsteam der Neuköllner Begegnungsstätte دار السلا und selbstverständlich an unseren Gastgeber Taha Sabri. Hier einige fotografische Eindrücke des Abends:

Veranstaltung am 10. Oktober: „Diversity in Leadership“

Eingetragen am 15.08.2016

15. August 2016 | By |

Diversity_Leadership

„Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.“ und der neu zu gründende Verein „Führungskräfte mit Behinderung“ präsentieren, was sie unter „Leadership“ verstehen, und laden Sie herzlich ein, daran teilzunehmen:

 

Datum: Montag, den 10. Oktober 2016, 19.00 – 21.15 Uhr
Ort: Ludwig-Erhard-Haus, Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI), Goldberger Saal, Fasanenstr. 85, 10623 Berlin

Ablauf:

19.00
Grußwort Udo Marin, Geschäftsführer des VBKI[
Grußwort Dorothee Christiani, Mitglied des Vorstandes von Leadership Berlin
19.15
Diversity in Leadership – Führungskräfte mit Behinderung
Wie können Führungskräfte mit Behinderung einem defizitorientierten Blick auf Behinderung wirksam etwas für Behinderte und Nicht-Behinderte entgegensetzen? Wie ist ihr besonderer Blick auf Leadership und Diversity in Unternehmen, Behörden und Non-Profit-Organisationen?
Podiumsdiskussion von Führungskräften mit Behinderung mit Publikumsbeteiligung
20.00
Pause und Möglichkeit zum Networking
20.30
Diversity in Leadership – Abschluss einer Learning Journey durch die Stadtgesellschaft
36 Berliner Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen absolvierten in diesem Jahr das Collaborative Leadership Programm. Dabei versuchten sie sich u.a. als „Vertretungslehrer*innen“ in einer Neuköllner Sekundarschule und tauschten sich mit der Schulleitung über Autorität, Regeln und Rituale aus. Sie besuchten die Bewohner*innen eines Seniorenheimes und sprachen mit der Heimleitung über Personalknappheit und den Umgang mit den Themen Tod und Sex im Alter. Und sie tauschten sich mit über 40 unterschiedlichen Akteuren der Stadtgesellschaft in offenen und teils kontroversen Diskussionen aus. Wie hat sich Ihr Verständnis von Leadership über die Programmtage hinweg verändert? Welche Impulse bringt das diesjährige Leadership-Programm?

Fazit der Teilnehmenden des Leadership Berlin Jahresprogramms 2016

dazwischen:
ein künstlerischer Überraschungsprogrammpunkt, der auch etwas mit dem Thema Diversity zu tun hat…
21.30
Ende und Möglichkeit zum Networking

Hintergrund:

Wir danken dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller und der IHK Berlin für die Gastfreundschaft und die Unterstützung bei der am Nachmittag des 10. Oktober stattfindenden Gründung einer Bundesvereinigung „Führungskräfte mit Behinderung.“ Die Gründung des Vereins geht aus einem Impuls im Collaborative Leadership Programm 2016 des gemeinnützigen Vereins Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung hervor.

Als Social Impact aus dem Jahresprogramm des vergangenen Jahres 2015 gingen hervor:
a)  Gründung des Begegnungschor e.V., in dem Geflüchtete mit Berliner*innen singen
b)   Gründung des Partnervereins „Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V.“
c)  Impuls für die Initiierung des Volksentscheides Fahrrad durch einen Teilnehmer
d)  Initiierung des Podcast STADTGESTALTEN durch einen Teilnehmer

Wir freuen uns auf einen spannenden Abend, bei dem die Ergebnisse aus dem Jahresprogramm 2016 präsentiert und neue Kontakte geknüpft werden. Für das leibliche Wohl ist gesorgt und es wird wie immer auch genügend Zeit zum Networking bestehen.

Eingeladen sind Personen, auf die eines der folgenden drei Kriterien zutrifft:
a) Menschen mit Führungsverantwortung in Beruf oder Ehrenamt
b) Menschen mit Behinderung
c) und natürlich unsere Mitglieder, Vorstände, Beiräte, Gesprächspartner*innen unseres Leadership Jahresprogramms, Mitwirkende in unseren Projekten und deren Partner*innen, Freund*innen, Kolleg*innen, Vorgesetzte oder Mitarbeiter*innen.

Bitte melden Sie sich kurz unter Angabe des für Sie zutreffenden Aspektes an bei Susanne Kappe: susanne.kappe@leadership-berlin.de.

Führungskräfte mit Behinderung, die sich an der Gründung des Vereins „Führungskräfte mit Behinderung“ beteiligen möchten, können sich hier über Details zur Gründungssitzung informieren.

Leadership-Exkursion nach Poznan

Eingetragen am 15.08.2016

15. August 2016 | By |

Leadership- Exkursion nach Posen am 23./24. September 2016

ein Europa – viele Sichtweisen und Herausforderungen

Was können Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich aus Berlin/Brandenburg Führungskräften in Posen mitgeben und für sich selbst mitnehmen?
Wir bieten ein zweitägiges Leadership-Programm inklusive Austausch mit polnischen Führungskräften aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich darüber, wie deren Herausforderungen aussehen und wie sie diese zu bewältigen versuchen. Wir werden eine bunt gemischte Gruppe von 20 Teilnehmenden aus Berliner und Brandenburger Führungskräften sein. Die Termine finden alle auf Deutsch statt mit Ausnahme des Gesprächs am Samstag 11.00 – 12.30 Uhr, das auf Englisch stattfinden wird.

Das Anmeldeformular mit Infos zu Anmeldung und Teilnahmekosten können Sie hier herunterladen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. statt.

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By Mains, CC BY-SA 3.0 pl

Programm

Freitag, den 23. September 2016

09.40 – 12.25              Anreise mit dem Zug von Berlin Ostbahnhof nach Posen

während der Fahrt kleiner Impuls über die Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von Posen und der Region Wielkopolska (Großpolen)
– Dieter Krawcynski, Berater für deutsch-polnische Kooperationen

13.00 – 15.30              Mittagessen am Marktplatz und Bezug der Zimmer im Hotel Rzymski

15.30 – 16.30              Öffentlicher Bereich: Einblick in die städtischen Organisationsstrukturen

Was sind die Herausforderungen von Posen? Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede gibt es zu Berlin und Brandenburg? Was macht die Stadt in der Daseinsvorsorge selbst, was ist in öffentliche Unternehmen ausgelagert, was privatisiert? (z.B. Straßenreinigung, Verkehrsbetriebe, Schwimmbäder, Strom- und Wasserversorgung, Krankenhäuser, Seniorenheime, usw.)

Wie sehen die Stärken von Poznan als Unternehmensstandort aus und wo liegen aus Sicht des Oberbürgermeisters und des Leiters des Amtes für Investitionsförderung die Schwächen?
– Jacek Jaskowiak, Oberbürgermeister von Posen
Marcin Przyłębski, Leiter Amt für Investitionsförderung

17.15 – 18.30              Wirtschaft: Herausforderungen bei der Einrichtung einesGesundheitszentrums
Gerold Voss startete mit einem Tischerleiunternehmen in Poznan, heute ist er Initiator und Inhaber eines Gesundheitszentrums, in dem er privatwirtschaftliche, staatliche und gemeinnützige Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge und Seniorenpflege zusammenbringt. Wie sehen die Rahmenbedingungen für Unternehmen im Allgemeinen und wie sieht das Gesundheits- und Sozialsystem im besonderen in Polen aus und was sind aus seiner praxisbezogenen Unternehmersicht die staatlichen Optionen und Hemmnisse für die Realisierung von Public-Privat-Partnership-Projekte im Gesundheitswesen?
– Besuch im „Gesundheitszentrum“ Starołeka und Gespräch mit dessen Initiator und Inhaber Gerold Voss

20.00 – 22.00                  Abendessen mit den Businesskunden einer Sprachschule

Einblick in die Sichtweise von Polen auf aktuelle gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Herausforderungen sowie die Rolle verschiedener Akteure wie der katholischen Kirche. Gesprächspartner*innen sind die Besucher von Deutschkursen einer Sprachschule, die sich freuen, ihre Sprachkenntnise in der Praxis anzuwenden.
–  Barbara Barłóg, Geschäftsführerin des be better club und Kunden ihrer Sprachschule

 

Samstag, den 24. September 2016

08.00 – 09.00              Frühstück

09.30 – 10.30              Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es?

Austausch im Seminarraum des Hotels Rzymski

11.00 – 12.30              Non-Profit-Bereich: Zivilgesellschaftliche Strukturen im heutigen Polen

Von Vereinen für Menschen mit Behinderung, einer Selbsthilfegruppe für Diabetiker, einer Einrichtung zur Drogenprävention oder der Rentnervereinigung „Goldener Herbst“ über Sportvereine, die Freiwillige Feuerwehr, den Pfadfinderband, soziokulturellen Zentren bis hin zu Tourismusverbänden, Existenzgründerzentren und der lokalen Industrie- und Handelskammer – der Verband der NGOs „WRK“ umfasst 210 Mitgliedsorganisationen der Zivilgesellschaft, die sich seit 1989 außerhalb staatlicher Strukturen gebildet hat. Wie sehen die Strukturen und Herausforderungen polnischer Nichtregierungsorganisationen aus? Wo liegen die Unterschiede zum deutschen Vereinswesen?
– Frau Justyna Ochedzan, Vorsitzende des WRK (Dachverbandes der Nichtregierungsorganisationen in der Region Wielkopolska WRK)

13.00 – 14.00              Gemeinsames Mittagessen in einem Restaurant mit polnischer Küche

14.30 – 16.15              Stadtbesichtigung versus Einkaufsbummel

Stadtführung mit Dieter Krawcynski durch das historische Poznan unter besonderer Bezugnahme auf die polnisch-deutsche Geschichte

alternativ:

eigenständiger Einkaufsbummel im ehemaligen Brauereigelände und heutigem Einkaufscenter „Stary Browar“ und der Fußgängerzone

16.15 Uhr                    Treffpunkt am Bahnhof

Das Gepäck wird vom Hotel aus angeliefert

16.32 – 19.18 Uhr      Rückreise mit dem Zug von Posen nach Berlin Ostbahnhof

Gelegenheit zum Austausch über die gewonnenen Eindrücke der beiden Tage

Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln

Eingetragen am 01.08.2016

1. August 2016 | By |

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Der letzte Programmtag des aktuellen Leadership-Jahresprogramms stand ganz im Zeichen von Menschen und Gruppen, die eher zu den Schwachen unserer Gesellschaft gehören und die keine starke Lobby haben.

Gastgeber für die 36 teilnehmenden Führungskräfte unseres Leadership-Programms war das Altenpflegewohnheim „Am Plänterwald“ des Unhionhilfswerks, wo die Führungskräfte in ihrer sozialen Kompetenz gefordert waren und Einzelbesuche bei Bewohner*innen des Heims abstatteten. Im anschließenden Gespräch mit Heimleiter Klaus-Jürgen Schüler und der Hospizbeauftragten Sabine Sack ging es natürlich um den Fachkräfemangel in der Pflege, aber auch um Themen wie die Schulung der Mitarbeiter*innen im Umgang damit, dass jedes Jahr fast die Hälfte der Bewohner*innen stirbt, oder der Problematik, dass Leasing-Firmen nicht mehr ausreichend Aushilfskräfte zur Verfügung stellen können.

Die Frage nach dem fehlenden Pflegepersonal nahmen die Teilnehmer*innen mit in das Gespräch mit Jeanne Grabner, Geschäftsführerin der milaa gGmbH, das in der Notunterkunft am Buckower Damm stattfand. Als Betreiberin einer Flüchtlingsunterkunft für besonders Schutzbedürftige, d.h. neben Minderjährigen und besonders schutzbedürfigen Frauen vor allem auch für Ältere, Menschen mit Behinderung und schweren Erkrankungen, hat Jeanne Grabner die Erfahrung gemacht, dass viele Geflüchtete bereits innerhalb der Familie selbstständig pflegen und über diese Tätigkeit an Pflegeberufe herangeführt werden könnten.

Die Gruppe der Geflüchteten war allerdings nicht die einzige, die in die Vor-Ort-Besuche am Nachmittag miteinbezogen wurde. Die Herausforderungen eines Projekts für Obdachlose wurden gemeinsam mit Sally Ollech und Tilman Höffken von „querstadtein“ aufgegriffen. Im Gespräch mit den Verantwortlichen, die Stadtführungen von ehemaligen Obdachlosen organisieren, ging es unter anderem um die Frage, wie sich das soziale Unternehmen besser aufstellen kann.

Die wichtigsten Aufgaben des Bundesverbands für kleinwüchsige Menschen und ihrer Angehörigen sind das Empowerment der eigenen Mitglieder und gesellschaftliche Aufklärung und Sensibilisierung, erfuhren die Teilnehmer*innen im Gespräch mit der Vorstandsvorsitzenden, Patricia Carl. Denn das kleinwüchsige Menschen verniedlicht und nicht ernst genommen werden, kommt leider immer noch viel zu häufig vor und hat Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein und die Arbeitschancen für die Betroffenen.

Die Herausforderung der Bewohner*innen der Wagenburg Lohmühle besteht darin, die „das Establishment“ repräsentierenden Führungskräfte davon zu überzeugen, dass die Wagenburg  schützenswert ist. Die Frage, wie ihnen das gelingen kann, stellt sich angesichts eines alle paar Jahre auslaufenden Pachtvertrags immer wieder neu.  „Bürgermeister“ Zosch stellte den Lebensalltag und das ökologische Konzept der Wagenburg vor und berichtete über das Sommerprogramm mit zahlreichen Jazz-Konzerten. Unsere Besucher*innen waren positiv überrascht – insbesondere von der Offenheit und reflektierten Charakter des Gesprächs, in dem auch Themen wie Lärmbeschwerden von Anwohnern und die Situation in der Rigaer Straße nicht ausgespart wurden.

Vielen Dank an alle Gesprächspartner*innen für den offenen und erkenntnisreichen Austausch!

Gespräch in der JVA: Inhaftierte in der Seelsorger-Rolle

Eingetragen am 27.07.2016

27. Juli 2016 | By |

Ein Inhaftierter als Fallgeber für eine Gruppenberatung zum Thema Seelsorge?

Sonja_MüselerDamit hatten auch Dieter Geuss und Crispin Hartmann nicht gerechnet, als sie am 27. Juni die Gesprächsrunde „Das Leben draußen“ in der JVA Moabit fortsetzten. Zu Gast an diesem Tag war Sonja Müseler, die Ausbildungsleiterin der Telefonseelsorge Berlin. In diesem Jahr feiert die Berliner Telefonseelsorge ihr 60-jähriges Bestehen und gilt damit als die älteste ihrer Art in Deutschland. Sonja Müseler ist darüber hinaus noch im Vorstand der Stiftung Telefonseelsorge und Vorstandsmitglied von Leadership Berlin.

Die Menschen, die von Sonja Müseler zu Telefon-Seelsorger*innen ausgebildet werden, verrichten ihren Dienst ausnahmslos ehrenamtlich. Sie werden immer dann von den Berliner*innen angerufen, wenn jemand ratlos, verzweifelt, hilfesuchend, unsicher, ängstlich, wütend, einsam oder auch selbstzerstörerisch ist.

Nichts lag somit näher, als mit Sonja Müseler über die Bedeutung von Motivation im Leben zu sprechen und wie man sich selbst motivieren kann. Anhand von anonymen Beispielen konnte die Expertin anschaulich vermitteln, welche unterschiedliche Themen, Situationen und Charaktere im Gespräch bewältigt werden müssen. Die zwölf Inhaftierten erfuhren dadurch eindrucksvoll von der Motivation der Seelsorger*innen, tagein tagaus diese Krisengespräche zu führen. Darüber hinaus gewährte sie Einblicke in Motivations- und Gesprächsmethoden, die die Seelsorger*innen bei den Anrufer*innen anwenden.

Einer der Gefangenen konkretisierte daraufhin zunehmend seine Fragen zum Umgang mit spezifischen Krisensituationen und -verhalten. Wie sich herausstellte, wendet ein Mitgefangener sich regelmäßig hilfesuchend an ihn. Sonja Müseler gab in einer ausführlichen Diskussionssequenz mit den Inhaftierten wertvolle Tipps zur Beratung des Mitgefangenen, zeigte aber auch klar die Grenzen der Hilfe auf.

Am Ende der Gesprächsrunde gab es dann noch eine ganz besondere Begegnung: Zur Verabschiedung berichtete ein Häftling stolz von der ersten Auseinandersetzung seines Lebens, bei der er selbst nicht tätlich wurde, obwohl er angegriffen und verletzt wurde. Auf der Krankenstation der JVA Moabit fühlte er sich zunächst als Verlierer – realisierte anschließend aber den Wert seines passiven Verhaltens. „Und das habe ich auch aus den Gesprächsrunden hier mitgenommen.“