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Aktuelles Archive - Seite 3 von 12 - Leadership Berlin

First Monday im Quartier Zukunft der Deutschen Bank

Eingetragen am 26.02.2018

26. Februar 2018 | By |

Montagabend, Berlin Mitte. Im „Q110“ werden auch um 18 Uhr noch Ideen besprochen, Konzepte entwickelt und weiter gedacht. Schon der erste Hinweis darauf, dass es sich um keine gewöhnliche Filiale der Deutschen Bank handelt.

Mit unserem First Monday-Format waren wir mit dem Thema „Zukunft der Arbeitswelt am Beispiel der Finanzdienstleistungen: Bankgeschäft DER bzw. MIT Zukunft?“ zu Gast im „Quartier Zukunft“ der Deutschen Bank und genossen einen Abend lang die Zeit und Betreuung, die sich die neue Filiale für ihre Kunden als Aufgabe auf die Fahnen geschrieben hat. Denn hier soll eine Brücke geschlagen werden zwischen „Filialgeschäft und Internet“ bzw. „Regulation und globalem Wettbewerb“.

 

Begrüßt wurden wir von Filialleiterin Nadine Churcher, die ihren Job als „Herzenssache“ bezeichnete. Im Anschluss führte uns der Koordinator des Quartiers, Alexander Kwast, durch die Räumlichkeiten. Dabei sprach er nicht nur über das Konzept, das hinter der neuen Filiale steht, sondern plauderte auch aus dem Nähkästchen und thematisierte seine persönliche Rolle im Entstehungsprozess. Damit machte er deutlich, worum es den Schöpfer*innen des Zukunftsquartiers im Kern geht: um Emotionen und Menschlichkeit.

Vor mehr als zehn Jahren startete die Filiale Zukunft und dient seither als Labor, um verschiedene Formate von „Wie soll Bank sein?“ zu testen. Immer wieder werden Ideen in andere Filialen implementiert, als Gesamtkonzept ist das Quartier jedoch einmalig. Seit zwei Jahren ist die Gestaltung nun im aktuellen Design, welches sich an den vier Grundpfeilern des modernen Bankings orientiert: Innovation, Coaching, Inspiration und Community. Dazu wurde ein offener, heller Raum ohne (physische) Barrieren kreiert, der explizit vom klassischen Aufbau traditioneller Bankfilialen mit Geldautomaten im Eingangsbereich abweicht.
Ziel sei es, ein Ort zu werden, an dem die Menschen – nach ihrem Zuhause und ihrem Arbeitsplatz – gerne Zeit verbringen. Daher empfängt einen auch eine Cafébar statt Counter, es stehen Sessel und Bücher bereit, die mietbaren Arbeitsplätze sind von bepflanzten Wänden umgeben. Kooperationen mit diversen Startups sorgen für Dynamik.

Die Diskussionsrunde verlief, wie es die Vielfalt der Gruppe erwarten ließ: brisant, kritisch, provokant, interessiert, wohlwollend und angeregt. Gleich die ersten Fragen zielten auf Themen wie die Bankenkrise und was daraus gelernt wurde, Investment-Banking und seine heutige Bedeutung im Unternehmen, die Geschäftsbeziehung zu Donald Trump ab und wie junge Menschen heute für eine Ausbildung im Unternehmen begeistert werden können. Harald Eisenach, Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Ost und Mitglied des Management Committees Deutschland, sowie die langjährigen Mitarbeitenden Antje Uhlig, Ute Kupfer, Matthias Bonk und Christof Breuch meldeten sich daraufhin zu Wort und beschrieben ihre persönlichen Erfahrungen in Ihrer Arbeit und auch in Bezug auf den Umgang mit „Skandalen“ um ihren Arbeitgeber. Dazu gehört auch, dass bei einer so großen Institution wie der Deutschen Bank, diejenigen, die z.B. an den Schaltern stehen, nur sehr wenig direkte Einflussmöglichkeit auf globale Entscheidungsprozesse der Unternehmensführung haben, sicherlich aber diejenigen sind, die jeden Tag Ihren Kunden Rede und Antwort stehen müssen zu den häufigen negativen Schlagzeilen zum eigenen Hause. Sie berichteten, dass ihre eigentliche Arbeit oft in den Schatten solcher Konflikte geriete und bedauerten eine quasi „deutsche Masochismus-Kultur“, die häufig nicht ausgewogen berichtet über vorhandenes und zu kritisierendes Fehlverhalten auf der einen Seite und sicherlich auch in Banken vorhandenem normalem Gutverhalten und tägliche Kundenorientierung.

Die Vertrauensverluste und die resultierenden neuen Ansätze, die im Zuge des Change Management Prozesses eingeführt wurden, haben schließlich auch zu der Idee für eine „Plattformweiterentwicklung“ geführt, die in Form des Quartiers realisiert wurde.

Das Q110 ist dabei vielleicht nicht DIE Filiale, wie sie deutschlandweit entstehen wird. Ihr Zweck besteht für die Deutsche Bank darin, Möglichkeiten zu testen, wie mit einem heterogenen Kundenstamm und einer riesigen Bandbreite an Bedarfen in Zukunft umgegangen werden kann. Die Führungskräfte im Zukunftsquartier sind überzeugt, dass persönlicher Kontakt nicht ersetzbar ist und deshalb Modernisierung nicht als reine Digitalisierung, sondern ganzheitlich umgesetzt werden muss. „Wir waren überrascht, wie viele junge Leute in unseren Filialen Überweisungsträger ausfüllen!“, ist eine Beobachtung, von der sie berichteten.

Zur Zukunft des Bankenwesens und zum Ruf der Deutschen Bank hatten die Teilnehmenden unseres First Mondays trotz dieser Zukunftsstrategie unterschiedlichste Meinungen, wie sich bei der Aufstellung in einem Meinungsstrahl zeigte. Klar wurde, dass die Deutsche Bank, mehr als so mancher anderer „Global Player“ made in Germany, sich nach wie vor als deutsches Unternehmen mit globaler Präsenz betrachtet, in dem das Geschäft im Heimatmarkt mit Privatkunden und Firmenkunden in weit höherer Intensität verfolgt wird als in anderen Ländern.

Das Schlusswort der Gastgeber*innen war ein Plädoyer für Visionen: In Berlin treffe Historie auf viel Neues, Ungeordnetes. Das sollte Mut machen, Dinge nicht als gegeben hinzunehmen, sondern die Frage zu stellen: Was können WIR selbst verändern?

In diesem Sinne danken wir der Deutschen Bank, dass wir für die spannende Diskussion zu Gast sein durften, sowie allen Beteiligten, die hoffentlich viel Inspiration und Mut aus dem Abend mitnehmen konnten.

Dialog-Reihe Islam-LGBTI: Weg der kleinen Schritte

Eingetragen am 09.02.2018

9. Februar 2018 | By |

Am 07.Febuar fand das nun insgesamt fünfte von Leadership Berlin initiierte Austauschformat zum Thema Islam & Homosexualität statt. Diesmal waren wir zu Gast beim Interkulturellem Zentrum für Dialog und Bildung e.V. (IZDB) im Wedding. Man könnte sagen „Runde 5“ – aber das weckt vielleicht falsche Assoziationen, denn wir erlebten ein durchaus unaufgeregtes & friedliches Gespräch zwischen den Vertreter*innen der beiden Communities, auch wenn es inhaltlich nicht an Brisanz fehlte. Trotzdem, es war eher ein Abtasten zwischen zwei Minderheiten, die daran interessiert waren, gemeinsam in Dialog zu treten und Schritt für Schritt mehr Verständnis füreinander zu gewinnen.

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Die knapp 35 Anwesenden fanden sich zunächst an drei langen Tafeln zusammen, um durch Vertreter*innen des IZDB begrüßt zu werden: „Wir haben nicht nur einen Gebetsraum, sondern wir sind eine Moschee: nämlich ein Ort, wo Menschen sich auch treffen, Kaffee trinken, gemeinsamen Aktivitäten nachgehen und feiern.“ Ganz in diesem Sinne würde man Wert auf Vielfalt (z.B. jeweils mindestens 30% Partizipation von Jugendlichen und Frauen im Vorstand) und Gespräch legen, denn „Wir müssen im Dialog bleiben!“. Es folgte eine Blitzvorstellungsrunde, in der jeder der Teilnehmenden ein kurzes Statement zu sich und seiner Verbindung zum Thema Islam und/oder Homosexualität geben konnte. Mit diesem ersten gewonnen Überblick ging es dann ein Stockwerk höher, wo die Gruppe dem abendlichen Gebet beiwohnen konnte – als praktizierender Muslim oder beobachtend im Hintergrund. Auch der Vorredner richtete sich vor versammelter Gemeinde nochmal mit einem Bekenntnis zu vielfältiger und bunter Gesellschaft, sowie zu Akzeptanz & Respekt für Minderheiten an die Anwesenden.

Wieder zurück im Diskussionsforum schafften wir uns einen Eindruck davon, wie die Teilnehmer*innen Islamfeindlichkeit bzw. Homophobie in unserer Gesellschaft quantifizieren würden. Unser bewährter „Meinungsstrahl“, bei dem sich die Teilnehmenden irgendwo zwischen 0% und 100% Zustimmung zu einem Statement im Raum positionieren, ergab sowohl für die Aussage „Die Mehrheit der Nicht-Muslime in Deutschland ist islamfeindlich“, wie auch zu „Die Mehrheit der Muslime in Deutschland ist homophob“ eine breite Verteilung über die volle Skala aber mit Schwerpunkt unterhalb von 50% Zustimmung. Mit dem Input Einzelner, warum sie sich wo positioniert hätten ging es dann weiter mit einer Diskussionsrunde zum Thema des Abends. Hier wurde vor allem deutlich, dass es für homosexuelle Muslima & Muslime ein immenser innerer, wie auch äußerer Konflikt sei, ihren Glauben, sowie Gemeinde- & Familienzugehörigkeit mit ihrer sexuellen Orientierung und deren Ausleben zu vereinbaren. Ein Imam sagte, dass für ihn aus religiöser Sicht das Ausleben von Homosexualität eine Sünde sei, seine persönliche Sicht darauf aber auch nochmal davon zu differenzieren wäre. Ein anderer Teilnehmer sah im Zusammenhang mit dem Thema Homosexualität vor allem eine Gefahr darin, dass ja im Allgemeinen in unserer Gesellschaft die Stellung der Familie immer weiter geschwächt würde. Von Seiten der LGBTI-Vertreter*innen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass Homosexualität keine Frage der freien Entscheidung ist, sondern etwas, womit man geboren wird und weder ansteckend noch „herbei erziehbar“ ist. Auf beiden Seiten bestand Einigkeit darüber, dass zum Thema Homosexualität in muslimischen Gemeinden großer Bedarf an Aufklärung besteht.

Ein weiterer kleiner Schritt auf diesem Weg war genau dieser Abend, an dem Berührungsängste, Vorurteile und Vorbehalte abgebaut, Wissen vermittelt und der Mut und die Anregung zu einem anderen Umgang auch in der Gemeindearbeit herübergebracht wurden. Bestätigung finden wir von Leadership Berlin darin, dass gleich die nächste Moscheegemeinde ihre Bereitschaft bekundet hat, eine LGBTI-Gruppe zu einem solchen Austausch zu empfangen. Einmal mehr Zeichen dafür, dass Schwule und Lesben durchaus in muslimischen Gotteshäusern willkommen sind und durch Besuche ein Beitrag zur Unaufgeregtheit und Normalität im Umgang mit dem Thema Homosexualität geleistet wird. Und auch im Hinblick auf Muslimfeindlichkeit ist dies ein Zeichen in Richtung LGBTI-Vertreter*innen wie auch in Richtung Mehrheitsgesellschaft, dass ein respektvoller Dialog mit Muslimen, Begegnungen oder auch Diskussionen möglich ist und dass das häufig in Medien bediente Zerrbild eines intoleranten, homophoben, extremistischen Islams nicht übereinstimmt mit der Realität.

Und noch zwei weitere Erfolge sehen wir. Erstens herrschte an dem Abend Übereinkunft darüber, dass sowohl LGBTI-Community wie auch Muslime & Muslima als Minderheit in unserer Gesellschaft diskriminiert werden. Daraus entsprang der Vorschlag, dass man sich als solche auch gemeinsam als Team gegen Diskriminierung einsetzen könne. Passend hierzu auch das Statement einer muslimischen Teilnehmerin, dass man nicht von „wir und ihr“, sondern nur noch von „wir“ sprechen sollte. Zweitens gibt es als Reaktion auf unsere Veranstaltung erste Bestrebungen auch einen umgekehrten Besuch von islamischen Vertreter*innen bei einer LGBTI-Institution zu realisieren.

Wir sind gespannt darauf, wo & wie es weitergeht und freuen uns auf die Fortführung unserer Veranstaltungsreihe! Weitere Infos zu den Gesprächen finden Sie auf der meet2respect Website hier.

Basis der Besuche in den Moscheegemeinden ist die „Grundsatzerklärung“ von muslimischen Organisationen und Vertreter*innen zum Thema Homosexualität, mit der sich Moscheegemeinden klar gegen Gewalt und Diskriminierung von Schwulen und Lesben aussprechen, siehe hier.

„Besuchen und Deutsch sprechen“ im Februar 2018

Eingetragen am 07.02.2018

7. Februar 2018 | By |

Frostige Temperaturen draußen, herzlich-warmer Austausch zum Thema Integration drinnen: am Sonntag versammelte sich abermals eine illustre Runde von Geflüchteten und Senior*innen zum „Besuchen und Deutsch sprechen“ im Pflegewohnheim „Am Plänterwald“.

Bei Kaffee erzählte zum Einstieg Maarif Chingizoglu von seinem Kurzfilm Projekt „Integration“. In dem Film lässt er zwei Geflüchtete von ihrer Geschichte, ihrem Leben & Ihrem Engagement in Deutschland erzählen. Maarif berichtete, wie es zu dem Projekt kam, was er dabei erlebte und welche weiteren Projekte er im Rahmen von Media Residents (Netzwerk für Geflüchtete, die in den Medien arbeiten) geplant hat.

Nachdem der Film gemeinsam geschaut wurde, schloss sich ein Gespräch in großer Runde an. Schnell fanden sich dann mehrere Grüppchen von Bewohner*innen und Geflüchteten zusammen, um im persönlicheren Austausch und mit der Inspiration des Films ins Gespräch zu kommen. Einige Bekanntschaften wurden weiter gefestigt, neue geknüpft. Auffällig war, wie unbelastet und offen miteinander geplauscht wurde – trotz unterschiedlicher kultureller Herkunft und teils großem Altersunterschied. Auch ließ es sich manch einer nicht nehmen, das Gegenüber mit kleinen Scherzen zu belustigen – ein schönes Zeichen von liebenswürdigem Umgang.

Positives Feedback kam von allen Anwesenden und wir freuen uns auf den nächsten Termin am 04. März!

Wir haben einen neuen Vorstand!

Eingetragen am 07.02.2018

7. Februar 2018 | By |

Glückwunsch an unser neues, tri-sektorales Vorstand-Team zu seiner Wahl auf der Mitgliederversammlung!

Insgesamt stellten sich 11 Kandidaten für die 9 zu besetzende Plätze den Mitgliedern zur Wahl vor. Einige neue Gesichter können wir begrüßen, einige Vorstände wurden in ihrem Amt bestätigt.

Gewählt und ab sofort mit an Bord sind Michael Lachmann (Barmenia Versicherung) und Philipp Wilimzig (ikusei GmbH), welche nun zusammen mit Dana Leonhardt (GASAG AG) den Sektor Privatwirtschaft im Vorstand vertreten.

Für den Non-Profit Bereich stößt Hervé Tcheumeleu (Afrika Medien Zentrum e.V.) zu Christine Dorn (Verein für Umweltverträglichkeit und Verkehr) und Sonja Müseler (Vorstandsvorsitzende der Stiftung Telefonseelsorge Berlin).

Petra Göbel (Messe Berlin) ist ab sofort Vertreterin im Vorstand für den Bereich öffentlicher Sektor zusammen mit Andreas Scholz-Fleischmann (Berliner Bäderbetriebe) und Peter Conrad (Senatsverwaltung für Finanzen). Weitere Informationen zum neuen Vorstand hier.

Wir sind stolz, wieder ein bunt gemischtes Team zur Unterstützung an unserer Seite zu wissen und freuen uns auf eine tolle Zusammenarbeit!

Des Weiteren ein ganz herzlicher Dank für ihr Engagement in den letzten Jahren bei Leadership Berlin an die ausgeschiedenen Vorstands-Mitglieder Katja Anders, Dorothee Christiani, Crispin Hartmann & Mio Lindner.

Außerdem danken wir der Hermann-von-Helmholtz-Schule und namentlich der Schulleiterin Kerstin Fischler für die Gastfreundschaft, dass wir unsere Mitgliederversammlung in den Räumlichkeiten der Schule durchführen durften!

First Monday bei Siemens: Stellenabbau in der Diskussion

Eingetragen am 26.01.2018

26. Januar 2018 | By |

Mit unserem First Monday im Januar bei Siemens widmeten wir uns einer aktuell kontrovers diskutierten Unternehmensentscheidung. Anfang November verkündete das Unternehmen einerseits einen Gewinn von über 6 Milliarden Euro, andererseits wurde mangels Rentabilität und Auslastung die Schließung von einzelnen Werken und die Entlassung von 5900 Beschäftigten verkündet. Diese Kombination wurde von zahlreichen Politiker*innen und Medienvertreter*innen scharf als unsozial und verantwortungslos kritisiert. Zu unserem First Monday waren wir in einem durch den geplanten Stellenabbau potentiell betroffenen Werke zu Gast im Gespräch mit Stefan Moschko, Personalleiter von Siemens Deutschland und Mitwirkender im Beirat von Leadership Berlin, Michael Friedrich, Pressesprecher bei Siemens und Jan-Marc Lischka, dem Werksleiter des Gasturbinenwerks.

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 „Ist die Entscheidung nachvollziehbar?“, dieser Frage stellten sich die 20 teilnehmenden Führungskräfte aus Non-Profit, öffentlichem und privatwirtschaftlichem Bereich von Leadership Berlin zunächst anhand eines Meinungsstrahles. Es zeigte sich dabei eine große Spannbreite, die von geringer Zustimmung bis hin zu völligem Verständnis reichte, wobei zum allgemeinen Erstaunen die Mehrheit zu letzterem tendierte. So gab es zwar Stimmen, die sich eine unternehmerische Verantwortung dahingehend wünschten, nicht mehr benötigte Werke mit anderen Produktionsabläufen zu retten und damit den geplanten Stellenabbau gerade in Regionen wie Görlitz zu vermeiden. Die Mehrheit konnte jedoch die Planung, sich von unrentablen Werken zu trennen, nachvollziehen, besonders hinsichtlich eines sich schnell wandelnden Marktes.

 Interessant für alle Beteiligten war die Diskussion umfassender Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt, die mit den genannten 3 Ds – Digitalisierung, Dekarbonisierung und demografischen Wandel – einhergehen. Hier wurden auch Ähnlichkeiten zu anderen gesellschaftlichen Herausforderungen, wie beispielsweise dem Braunkohleausstieg in Brandenburg deutlich. Weitere spannende Aspekte folgten auf die anschließende Frage, ob der Aufschrei ebenso stark gewesen wäre, wenn es sich um einen Stellenabbau eines Finanzdienstleiters gehandelt hätte.

 Kontroverser diskutiert wurde im Verlauf des Abends die Kommunikation, wie sie im Hinblick auf den geplanten Stellenabbau ablief und aufgenommen wurde. Hier wurde einerseits die – teilweise durch ein Leak durcheinander gebrachten – zeitlichen Abläufe diskutiert wie auch die Art und Weise der Krisenkommunikation. Daraus ergaben sich Fragen, in die sich jeder auf unterschiedliche Weise hineindenken konnte, wie z.B.: „Hätte verhindert werden können, dass vorab Gerüchte und Teilüberlegungen über die geplanten Veränderungen an die Öffentlichkeit gelangen?“ oder „Hätte es Sinn gemacht, wenn Manager in Talkshow-Formaten wie z.B. „Hart aber Fair“ entgegen der öffentlichen Meinung versucht hätten, ihre Standpunkte darzulegen?“

In einer abschließenden Werksführung konnten die Besucher die historischen Produktionsstätten besichtigen und einige faszinierende Infos über das Produkt und die Herstellungsprozesse mitnehmen: So z.B., dass das Gewicht einer Gasturbine mitunter das einer voll besetzten A 380 übersteigt. Oder, dass die einzelnen Radscheiben der Gasturbinen, von Herrn Lischka auch als „Schwermechanik mit Uhrwerkspräzision“ beschrieben, beim Auswuchten bis auf 50 Mü, was dem Zehntel einer Haarbreite entspricht, angepasst werden. Am Ende dieses Prozesses lässt sich die Turbine, mit deren Leistung sich später eine Stadt in der Größe von Hamburg mit Strom versorgen lässt, mit einem Arm bewegen.

 Wir danken Stefan Moschko, Michael Friedrich und Jan-Marc Lischka für die spannenden Einblicke und die Teilnehmenden konnten in der Auseinandersetzung mit der gegebenen Situation intensive Eindrücke und praxisnahe Erfahrungen für Ihre Bereiche mitnehmen. Und wir drücken Siemens die Daumen, dass das Unternehmen die nächsten Jahre weiter so erfolgreich ist und noch viel mehr Menschen in florierenden Unternehmenssparten einstellen kann als man in unrentablen Unternehmenssparten abbauen muss.

 

First Monday im März: Notfallseelsorge

Eingetragen am 01.01.2018

1. Januar 2018 | By |

Ort: Notfallseelsorge bei der Ev. Hoffnungsgemeinde Berlin-Pankow, Elsa-Brändström-Str. 33, 13089 Berlin-Pankow
Zeit: Montag, den 5. März 2018, 18.30 – 21.00 Uhr
Anmeldung: bis 26. Februar 2018 hier

First Monday bei Notfallseelsorge

Erste Hilfe für die Seele

  • Wie muss man psychisch konstituiert sein, um eine solche Arbeit hauptamtlich oder ehrenamtlich zu bewältigen? Wie sehen Einsätze der Notfallseelsorge konkret aus? Wie können Krisen aushaltbar gemacht oder entschärft werden?
  • Wie kann es der Notfallseelsorge Berlin gelingen, mit ihren Angeboten und Konzepten der psycho-sozialen Betreuung mit ihren Themen wahrnehmbarer zu werden?

Gesprächspartner

  • Pfarrer Justus Münster, Landespfarrer für Notfallseelsorge in Berlin
  • Steffen Claussen, Dezernent bei der Berliner Polizei für internationale Zusammenarbeit, Teilnehmer unseres Leadership-Programms 2017 und einer von 140 Ehrenamtlichen in der Notfallseelsorge.

Hintergrund

Bekanntheit erlangt die Berliner Notfallseelsorge (Website) u.a. durch Krisenereignisse wie dem Anschlag am Breitscheidplatz 2016, bei der Love Parade 2010 oder größeren Verkehrsunfällen. Zum Einsatz kommt die Notfallseelsorge allerdings vor allem durch die tagtäglichen persönlichen Übermittlungen von Todesnachrichten in enger Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr, die Betreuung von Gewaltopfern, die Betreuung von Opfern von Haus- oder Wohnungsbränden oder auch die Betreuung von Eltern und Geschwistern bei Kindernotfällen. Die Notfallseelsorge Berlin wurde vor 23 Jahren unter dem Dach der Evangelischen Kirche und des Erzbistums Berlin ins Leben gerufen und bewältigt derzeit mit 2 Hauptamtlichen und 140 Ehrenamtlichen ca. 300 Einsätze pro Jahr. Über die Kooperation mit Polizei und Feuerwehr hinaus würde die Seelsorge zukünftig gerne auch noch stärker in Medien und von möglichen Kooperationspartnern (u.a. auch größere Unternehmen und Behörden) wahrgenommen werden. Im ersten Teil des Abends (18.30 bis 19.30 Uhr) besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit Einblicke in die Tätigkeit der Notfallseelsorge zu erhalten und dazu Fragen zu stellen. Nach einer Pause (19.30 – 20.00 Uhr) werden wir uns in Arbeitsgruppen der Fragestellung der Notfallseelsorge widmen, wie es ihr gelingen kann, stärker als bislang in Medien und von Unternehmen und Behörden wahrgenommen zu werden und evtl. einen Förderverein aufzubauen. Die Teilnehmenden können dabei einerseits ihre eigenen Erfahrungen aus den unterschiedlichen Kontexten einbringen – andererseits ebensolche von dem Gastgeber bzw. den anderen Teilnehmenden mitnehmen.

Teilnahmebedingungen

Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen, nur eine komplette Teilnahme möglich ist und unsere Mitglieder Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen dieses Mitgliedsformulars tun. Die Teilnahme am First Monday ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis zum 26.Februar 2018 hier möglich. Sie erhalten am 27. Februar eine Rückmeldung, ob wir Ihre Anmeldung berücksichtigen konnten.

First Monday im Dezember: Was bedeutet Integration?

Eingetragen am 09.12.2017

9. Dezember 2017 | By |

„Was bedeutet Integration?“ Mit dieser so einfachen wie komplexen Frage an die Gesprächspartner*innen auf dem Podium startete unser First Monday Abend zum Thema „Chancen und Herausforderungen der Zuwanderung – Probleme und Lösungen der Integration“ im Gemeinschaftshaus Morus 14 e.V.. Gastgeber Gilles Duhem, der mit seinem Verein viele Kinder und Jugendliche im Neuköllner Rollbergviertel betreut, schlug darauf prompt die folgenden drei Punkte als „Integrationsanleitung“ vor: Erstens sorge dafür, dass all deine Dokumente ordentlich kopiert in einem Ordner bereitliegen, zweitens erscheine pünktlich zu jedem Termin und drittens lass keinen Müll in deiner Umgebung liegen – dann, so der Franzose Duhem, sei man im „weltoffenen“ Deutschland zu 75% integriert.

Dieser streitbare Beitrag verfehlte nicht die gewünschte Wirkung. Die Diskussion startete mit Schwung und brachte letztendlich das, was diesen Abend besonders spannend machte: einen steten Wechsel zwischen Schilderungen von konkreten Erfahrungen aus nächster Nähe und der Diskussion von übergeordneten, gesamtgesellschaftlichen Fragen. Aus dem direkten Umfeld des „segregierten“ Rollbergviertels berichteten der Gastgeber selbst, die Mittelstufenkoordinatorin sowie Jobcoachin der Zuckmayer Sekundarschule Sabine Drochner und Sigrid Salifu sowie Taha Sabri, der Imam der Dar-as-Salam-Moschee/Neuköllner Begegnungsstätte. Einen statistischen Input zum Thema Zuwanderung brachte darüber hinaus Peter Conrad, u.a. Vorstand im Begegnungschor, dem Verein Perspektiventag und bei Leadership Berlin.

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Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt wurde zunächst als ein wichtiges Thema der Integrationsarbeit diskutiert. Dabei spiele die Familie eine entscheidende Rolle, die den Ausbildungsantritt verhindern könne, wenn die berufliche Perspektive beispielsweise nicht prestigeträchtig genug sei oder auch einfach ein Heimaturlaub dazwischen käme, so eine Schilderung. Als wichtige Faktoren für eine gelungene Integration wurden insbesondere Sprache und Bildung genannt – Aspekte, die angesichts des Umstandes, dass 36 Prozent der 2015 angekommenen Geflüchteten keinen Schulabschluss haben, vor allem große Anstrengungen und Geduld abverlangten.

Neben den Expert*innen aus der beruflichen Praxis brachten einige Diskussionsteilnehmer, die selbst eine Zuwanderungs- oder Fluchtgeschichte haben, ihre Perspektiven mit ein. So fragte ein Arzt, der vor über 10 Jahren aus Palästina nach Deutschland kam und inzwischen seine eigene Praxis leitet, wann er denn eigentlich endlich als integriert gelte. Andere, die erst innerhalb der letzten drei Jahre nach Deutschland gekommen sind, brachten das Problem auf, dass qualifizierte Geflüchtete teilweise jahrelang in Warteschleifen festgehalten würden, bevor sie endlich arbeiten dürften.

Auf der allgemeineren Ebene wurde dann erörtert, inwieweit bereits der Begriff „Integration“ eigentlich diskriminierend sei – impliziere er ja, dass etwas eingefügt oder angepasst werden müsse und widerspreche damit dem Diversity-Gedanken einer vielfältigen Gesellschaft.

Neben Integration diskutierte die Gruppe auch das Phänomen der Segregation, die sich in Berlin beispielsweise daran ablesen lässt, dass es einerseits über 70 öffentliche Schulen gibt, die einen Schüleranteil nicht-deutscher Herkunftssprache von über 75 Prozent haben (bei der Zuckmayer-Schule sind es sogar 97%) und andererseits viele Schulen ohne Schüler*innen mit Migrationshintergrund. Dazu gab es sowohl die Meinung, dass segregierte Wohngegenden hinderlich für Integration seien, da die Bewohner*innen ohne deutsche Sprache auskommen und sich in solchen Gegenden – wie im Beispiel Rollbergviertel – ein hoher Arbeitslosenanteil und Bildungsferne verdichten können. Andererseits vertraten einige Diskussionsteilnehmende auch die Auffassung, dass die Konzentration türkisch- und arabischstämmiger Bevölkerung in einigen Stadtbezirken unter Wahrung kultureller Elemente aus den Herkunftsländern genauso als Selbstverständnis und Bereicherung in Deutschland akzeptiert werden sollte wie dies auch in den USA bei Minderheiten (Stichwort „Chinatown“)  der Fall ist.

„Wie viel Zuwanderung braucht Deutschland?“ lautete eine andere Frage, die kontrovers diskutiert wurde. Mit 400.000 Menschen pro Jahr beziffere das Statistische Bundesamt den Bedarf an Zuwanderung, damit das Rentensystem in Zukunft weiter funktionsfähig bleibe, war das Argument eines Gesprächsteilnehmers. Andere verwiesen auf die aktuellen Probleme bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt und meldeten Zweifel an, ob eine größere Anzahl für den Arbeitsmarkt verkraftbar sei. Als weiterer Punkt wurde diskutiert, inwieweit es egoistisch sei, wenn die westlichen Industrieländer „Rosinenpickerei“  betreiben und ausschließlich Zuwanderung von Hochqualifizierten zulassen.

Die Frage „Was ist Integration?“ wurde an diesem Abend zwar nicht abschließend geklärt, aber sie wurde in jedem Fall von verschiedensten Seiten beleuchtet und drängende Herausforderungen identifiziert. Wir danken allen Teilnehmenden und insbesondere den Expert*innen für die vielfältigen erhellenden Beiträge und hoffen, dass sich für viele im Gespräch neue Blickwinkel auf das Themenfeld Integration aufgetan haben.

Vertretungsstunde: „Muss ich studieren, um Rapper zu werden?“

Eingetragen am 30.11.2017

30. November 2017 | By |

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Dies war eine Frage, die Klaus Wilhelm Baumeister als „Vertretungslehrer“ am 3. November nicht eindeutig beantworten konnte. Viele andere schon: Was ist eigentlich Jura, mit welchen Fällen hat er als Rechtsanwalt zu tun gehabt und wie ist es in der Gerichtsmedizin?

Einmal im Monat ist „Vertretungsstunde“ in der Neuköllner Zuckmayer-Schule. Hier ist eine Führungskraft aus unserem Netzwerk zu Gast, um den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in verschiedene Berufe zu geben.

Die Karriere des Juristen verlief nicht wie aus dem Lehrbuch. Als Fünfzehnjähriger schloss er die Hauptschule ab und absolvierte zunächst eine Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notargehilfe. „Doch irgendwann fragt man sich, ob man nicht auch noch etwas anderes machen möchte, weiterkommen möchte“ erzählte er den Schülerinnen und Schülern. Er versuchte es mit dem zweiten Bildungsweg auf einem Gymnasium, mit 22 Jahren hielt er sein Abiturzeugnis in der Hand und begann daraufhin Jura zu studieren. Er arbeitete einige Jahre als Rechtsanwalt und in den Rechtsabteilungen des WDR und des rbb. Heute ist er Geschäftsführer der rbb Media GmbH, die für die Vermarktung von Werbezeiten und andere wirtschaftliche Dienstleistungen zuständige Tochter des rbb.

Er betont, dass es für ihn sehr hilfreich war, erst einmal die „Kostprobe“ eines Berufes gehabt zu haben, um ihn gut einschätzen zu können. Das Jura-Studium ist breit gefächert und bietet Einblicke in ganz unterschiedliche Bereiche und Fragen. Zu seinem Gebiet des Medienrechts gehört z. B. auch die Diskussion, ob Fotos von Verstorbenen gezeigt werden können. Hier führte er das Beispiel von Uwe Barschel an, der nach seinem Tod auf der Titelseite des Stern abgebildet wurde, und erläuterte das „Recht am eigenen Bild“.

Den Schülerinnen und Schülern ist ein Beruf mit guten Verdienstmöglichkeiten wichtig. Doch nur wenige Schulabgänger beenden eine Ausbildung. Das liegt nicht nur an ihren Noten. Oft fehlt es auch an Beispielen aus ihrem Alltag, der sich meist ausschließlich in Neukölln abspielt. Der Besuch der Führungskräfte des Leadership-Programms ist eine Gelegenheit, über den Tellerrand des Kiezes zu blicken. Hier erfahren sie mehr über vielfältige Berufe und Lebensläufe, die nicht immer gradlinig sind. Schließlich haben die wenigsten Führungskräfte von Beginn an die Tätigkeit, die sie heute ausüben. So wie Klaus Wilhelm Baumeister, der klar sagt: „Das Leben macht manchmal Umwege. Aber Hartz 4 ist keine Karriere.“

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First Monday zum Thema Image des Jugendamts

Eingetragen am 23.11.2017

23. November 2017 | By |

Iris Hölling – Leiterin des Jugendamtes Treptow-Köpenick

„Die nehmen einem die Kinder weg!“: Schon in der ersten Runde, in der die Teilnehmenden unserer First Monday Veranstaltung im November ihr Bild vom Jugendamt beschreiben sollten, fiel dieser Satz, der auch in der Sicht der Bevölkerung verbreitet scheint. Die Inobhutnahme – für den Fall, dass die Familie den Schutz des Kindes nicht gewährleisten kann, macht jedoch nur einen sehr kleinen Teil der Aufgaben des Jugendamts aus.

Der First Monday galt einem Anliegen von Iris Hölling, Leiterin des Jugendamts Treptow-Köpenick, das Bild des Jugendamtes in der Öffentlichkeit zu verändern. Die Teilnehmenden – aus anderen Jugendämtern, Freien Trägern oder fachfremden Bereichen der Wirtschaft – wurden mit verschiedenen Fragestellungen aufgefordert, Ideen zu entwickeln, um die positiven, unterstützenden Aspekte der Arbeit des Jugendamts in den Fokus zu rücken.

Letztlich kam viel Input, der zu einem differenzierteren Bild in der Öffentlichkeit helfen könnte, zusammen: Von Vorschlägen zu Werbekampagnen, über verstärkte Social-Media-Aktivität und Erfolgsgeschichten von Jugendlichen, die selbst das Jugendamt um Hilfe gebeten hatten, bis zu Aktivitäten, wie einem Tag der offenen Tür oder Aufklärungsabenden in bestimmten Institutionen, z.B. Moscheen und Schulen.

Wir sind gespannt, welche der vielen Ideen umgesetzt werden, und wünschen Iris Hölling dafür viel Erfolg!

Abschlussabend unserer Leadership-Programme

Eingetragen am 18.10.2017

18. Oktober 2017 | By |

Am 9. Oktober fand unsere diesjährige Abschlussveranstaltung bei unserem Mitglied, dem Evangelischen Diakonieverein Zehlendorf, statt. Anlass zu feiern gab es gleich doppelt: Nicht nur die Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Jahresprogramm beendeten an diesem Tag ihre Learning Journey durch die Stadtgesellschaft. Auch die Berliner Führungskräfte und geflüchteten Menschen mit Führungspotential, die im Kurzprogramm „Leadership in Dialogue“ zusammengekommen waren, teilten ihre Eindrücke und Impact Stories mit den Gästen.

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Etwa 120 Führungskräfte und Freund*innen von Leadership Berlin erlebten einen facettenreichen Abend. Neben den Einblicken ins Programm gab es Integration live zu Hören und Sehen: Der Begegnungschor, der aus unserem Jahresprogramm 2015 hervorgegangen ist und in dem Berliner*innen gemeinsam mit Geflüchteten singen, gab einige deutsche und arabische Lieder aus seinem Repertoire zum Besten und lud dabei die Gäste ein, miteinzustimmen.

Daran knüpfte Petra Merkel, Präsidentin des Internationalen Bundes und des Chorverbandes Berlin sowie Mitgründerin des Begegnungschors, in einem Impulsvortrag an. Ausgehend von der Atmosphäre im Jahr 2015, als Rekordzahlen von Geflüchteten in Berlin ankamen, beschrieb sie, wie inzwischen Integration von verschiedensten Akteuren gestaltet wurde und wie sich Integration im Beispiel des Begegnungschors manifestiert.

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Die Teilnehmenden von Leadership in Dialogue gaben ihre ganz persönlichen Statements, was für sie Integration bedeutet und was sie aus dem Programm mitgenommen haben. Ganz konkret sind zwei interkulturelle Projekte entstanden: Nawid Arafat und Yahya Mirzayev präsentierten das Projekt „Besuchsdienst im Altenpflegewohnheim“. Einmal monatlich treffen sich Geflüchtete im Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ und besuchen die Bewohner*innen. Die einen freuen sich über die Gesellschaft und die anderen können dabei etwas über das Leben in Deutschland lernen und ihr Deutsch üben.

Francis Adams und Sabine Schreiber stellten das Projekt „Interkulturelle Konfliktlotsen“ vor, an dem außerdem noch Roland Hägler, ehemaliger Schulleiter einer Sekundarschule in Neukölln, und Hasan Molki, Dozent an der Beuth-Hochschule, beteiligt sind. In interkulturell aufgestellten Tandems soll bei Konflikten vermittelt werden, wenn Personen aus unterschiedlichen Kulturkreisen aufeinandertreffen. Dabei sollen die kulturelle Expertise und das Engagement für ein gutes Zusammenleben dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut werden.

Die Teilnehmenden des Collaborative Leadership Programms gaben Einblick in die acht Programmtage und Gespräche mit unterschiedlichsten Gesprächspartner*innen. Als beeindruckende Persönlichkeit in Sachen Leadership wurde dabei beispielsweise Schulleiterin Frau Fischler von der Hermann-von-Helmholtz-Schule genannt. Das große Engagement und die Begeisterung, mit der Frau Fischler sich dafür einsetzt, ihren Schüler*innen eine gute Grundlage für ein Berufsleben zu geben, steckten an: Einige Teilnehmende des Programms engagieren sich inzwischen ehrenamtlich im Förderverein der Schule und konnten damit dessen Auflösung verhindern.

Ein weiteres Social Impact ergab sich für die Non-Profit-Organisation SOLWODI. Der Verein arbeitet mit Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, und hilft ihnen dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Die Teilnehmenden zeigten sich vom Schicksal der Frauen ebenso berührt wie von der herzenswarmen Betreuung durch die Mitarbeiterinnen von SOLWODI. So wurde ein Zimmer zur kurzfristigen Unterbringung von akut gefährdeten Frauen organisiert und die Verteilung von Informationsmaterial in den Ausländerbehörden veranlasst.

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Neben diesen Beispielen berichteten die Teilnehmenden auch von persönlichen Entwicklungen. Das eine oder andere Engagement befindet sich noch im Gärungsprozess und nimmt vielleicht in den nächsten Wochen Gestalt an. Wir sind begeistert, wie viele Veränderungen auch in diesem Jahr durch das Programm angestoßen wurden und freuen uns schon auf den Start des nächsten Programms im März 2018. Allen Teilnehmenden wünschen wir, dass Ihnen der Leadership-Spirit auch über das Programm hinaus erhalten bleibt und allen, die diesen Spirit kennenlernen wollen, legen wir unser Anmeldeformular fürs nächste Jahr ans Herz.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen und Gastgeber*innen, die zum Erfolg des Programms beigetragen haben. Für Leadership in Dialogue bedanken wir uns bei den Sponsoren und Förderern, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin, der Stiftung Pfefferwerk und der GASAG, ohne die das Programm nicht hätte durchgeführt werden können.