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Collaborative Leadership Programm Archive - Leadership Berlin

Abschluss des Collaborative Leadership Programms 2018

Eingetragen am 23.10.2018

23. Oktober 2018 | By |

Der achte und somit letzte Programmtag des Collaborative Leadership Programms 2018 mit je 12 Teilnehmenden aus der Privatwirtschaft, dem öffentlichen und dem Non-Profit Bereich fand am Mittwoch im Sharehouse Refugio unter dem Titel „Der Blick nach vorne – das Netzwerk entwickeln“ statt. Am Vormittag hatten vier der Teilnehmden bis zu 9 Personen an ihren Arbeitsplatz eingeladen, um einen Einblick in ihr Tätigkeitsfeld zu bieten und selbstgewählte Fragestellungen zu behandeln. Am Nachmittag reflektierte der Jahrgang gemeinsam das Programm und tauschte sich zu weiteren Engagement und Vernetzungsmöglichkeiten aus. Da die Auftaktveranstaltung um März von einem selbstgeschriebenen Leadership-Song geprägt war, probte die Gruppe unter Leitung von Michael Betzner-Brandt weitere Varianten ein und gab sie vor der offziellen Zertifikatsvergabe am Abend unter Anwesenheit und tosendem Applaus von Alumni der letzten Jahre zum Besten.

Der 2018er Jahrgang war wieder einmal hochkarätig besetzt, besonderes Engagement ist am Abschlusstag dem öffentlichen Sektor anzuerkennen, aus dem alle Fallgeber*innen der Vor-Ort-Besuche kommen. Von der Arbeitsagentur für Arbeit über das Amtsgericht Schöneberg über die Investitionsbank Berlin hin zur Justizvollzugsanstalt Moabit, hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, nicht nur die imposanten Gebäude zu besuchen, sondern Arbeitsabläufe und Insiderperspektiven kennen zu lernen. Sowohl die Besucher*innen, als auch die Fallgeber*innen selbst kamen begeistert zurück und staunten auch am letzten Tag nochmal darüber, wieviel Potenzial in der Perspektivenvielfalt der Gruppe liegt.

Zum gemeinsame Mittagessen trafen wir uns in der Gesamtgruppe dann im Sharehouse refugio, einem Begegnungsraum der Stadtmission mit Wohneinheiten von Geflüchteten. Einen kulinarischen Einstieg in das Thema bot das von Malakeh Jazmati zubereitete Mittagessen. Jazmati folgte im Herbst 2015 ihrem Mann nach Deutschland und war vor ihrer Flucht im arabischen Raum als Fernsehköchin bei einem oppositionellen Fernsehsender in Syrien bekannt. Die junge Frau kann sich mit dem Kochen mittlerweile ihren Lebensunterhalt in Deutschland finanzieren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat sie das Catering-Unternehmen „Levante Gourmet“ aufgebaut und eröffnet noch diesen Monat ein eigenes Restaurant. Für Jazmati bedeutet Kulinarik vor allem Kultur und Heimat und sie nutzt das Kochen als Sprache, die ein anderes Bild von Syrien vermitteln soll, als das eines zertrümmerten Kriegsschauplatzes.

Der Nachmittag drehte sich zunächst um die Fragen „Was hat mir das Programm gebracht und was nehme ich mit?“ Und „was hat mir gefehlt bzw. kam zu kurz?“ Dazu hatten die Teilnehmenden zunächst die Gelegenheit, sich im Stillen zu diversen Punkten Gedanken zu machen. Schließlich gab es nochmal eine gemeinsame Reflexion in der Gesamtgruppe, um schließlich die Frage zu stellen, wie es weiter gehen soll. Ein wichtiger Faktor sei das Fortbestehen des Austauschs innerhalb der Gruppe. So sollen nun mind. vierteljährig Besuche im Stil der Vor-Ort-Besuche im Teilenehmendenkreis stattfinden. Auch die Kraft der interdisziplinären Kollegialen Beratungsgruppen soll weiter genutzt werden. Zudem wird an einem Mentoring- bzw. Patenprogramm gearbeitet, das aus der Erfahrung einer eigenen Unterrichtseinheit der Führungskräfte an der Neuköllner Zuckmeyer entstand. Die Mehrheit der 36 Führungskräfte äußerte Interesse, an weiteren Leadership Angeboten teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten. Konkret wurde es dabei sogar auch: Das Thema „mit Rechten reden“, das an dem Programmtag Vielfalt bereits zu emotionalen Debatten führte, will von einigen in ein konkretes Konzept gebracht werden. Ein ganz kurzfristiger Einsatz wurde auch gleich fest gemacht: der nächste First Monday am 05.11.2018 findet bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft statt, wo unsere Teilnehmerin Jeanette Reilly als Head of Marketing tätig ist.

Schließlich leitete Petra Göbel, Mitglied des Vorstands von Leadership Berlin und Personalleiterin der Messe Berlin, durch den Abend, zu dem auch Alumni der letzten Jahre und Mitglieder des Vereins, sowie Interessierte am Jahresprogramm 2019 eingeladen waren. Für gute Stimmung sorgte der „Leadership Chor“, der alle zum Mitsingen animierte und nochmal die Erinnerungen an den phänomenalen Auftakt vor einem Dreivierteljahr in der Schorfheide erwachen ließ. Die feierliche Übergabe der Zertifikate durch jeweils zwei Vorstände aus den drei Sektoren wurde aufgelockert durch „Speed-Dating“ Einheiten, bei welchen Jahrgangsteilnehmende und Gäste in kurzer Zeit in den Austausch gingen. Zu guter Letzt trugen Clemes Bethge und Cornelia Schwarz, stellvertretend für den Jahrgang, ein „Leadership-Liebesgedicht“ vor, bei welchem sich Führungskräfte in den Verein verlieben.

Der gemütliche Ausklang bei Fingerfood und Getränken wurde nochmal aufgeheitert durch einen Auftritt des Begegnungschors, der sich aus dem Jahresprogramm 2015 entwickelt hatte und seitdem Geflüchtete und Alt-Berliner*innen zusammenbringt.

Wir danken dem Sharehouse Refugio, besonders Julia und Tabea, für die Räumlichkeiten und die Führung, unserem Vorstand für die Unterstützung, allen Alumni und Gästen für die Teilnahme, dem Chor und insbesondere MIchael Betzner-Brandt für die gute Stimmung. Natürlich danken wir vor allem allen 36 Teilnehmenden des Jahrgangs 2018 für das unvergessliche Programm. Wir freuen uns, auch in Zukunft mit Euch in Kontakt zu bleiben und in Berlin an einer Kultur der Verantwortung zu arbeiten! Zu guter Letzt danken wir Peer Fechner, der uns auf der zweiten Hälfte unserer Learning Experience gefehlt hat.

Programmtag „Mut zum Handeln“

Eingetragen am 30.08.2018

30. August 2018 | By |

Wie können Führungskräfte denjenigen gesellschaftlichen Gruppen zu mehr Anerkennung verhelfen, die über keine starke Lobby verfügen?

Mit dieser Fragestellung starteten wir nach der Sommerpause mit den Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Programms in den Programmtag „Mut zum Handeln“.

Zu Gast waren wir bei den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung (BWB). Das Unternehmen bietet Arbeitsplätze und ermöglicht somit auch gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Behinderungen, für die der erste Arbeitsmarkt keine Perspektive darstellt.

Gemäß unseres Mottos „begegne dem anderen“ ermöglichten wir vor Ort einen Einblick in die Werkstätten und ein Gespräch mit den dortigen Beschäftigten, die für eine Vielzahl von Auftraggebern aus der Industrie und Wirtschaft praktische Arbeiten ausführen.

In einem Perspektivwechsel sprachen wir im Anschluss mit leitenden Angestellten der BWB, darunter Ulrich Hasenauer, Betriebsleiter, und Berni Jansen, Leiterin des Begleitenden Dienstes. Hierbei wurde unter anderem darüber diskutiert, wie für Beschäftigte der Werkstätten ein Wechsel in den freien Arbeitsmarkt gelingen kann und wie die BWB diesen begleitet. 60 Mal kam ein solcher Übergangsprozess bislang in den BWB vor.

Am Nachmittag tauchten die Führungskrfäte in weitere Fragestellungen aus der gesellschaftlichen Realität ein: In Kleingruppen besuchten sie gemeinnützige Organisationen und thematisierten Fragen und Problemstellungen, die diese zivilgesellschaftlichen Akteure bewegen. Dabei wurden so unterschiedliche Themen wie Anti-Ziganismus, die Situtation von Hebammen und Geburtshäusern, die Arbeit mit Tätern im Bereich sexuellen Missbrauchs, Islamfeindlichkeit sowie Arbeit mit Sterben, Tod und Trauer besprochen.

Wir danken allen Gastgeber*innen und Beteiligten für das Engagement im Programmtag. Wir ermutigen im Sinne des Programmtag-Mottos dazu, die Denkanstöße aufzugreifen und, wo immer möglich, zu handeln und Anliegen weiterzutragen.

 

Programmtag: Spielräume der Macht ausschöpfen

Eingetragen am 20.06.2018

20. Juni 2018 | By |

… diesem Thema widmeten sich die 36 Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Programms an unserem Juni-Programmtag, mit dem wir bei Vivantes zu Gast waren. Wichtig ist uns bei dem Thema, dass wir uns nicht der repressiven Form von Macht (der anderen) widmen, sondern den eigenen Handlungsspielräumen und wie diese ausgeschöpft und erweitert werden können.

Nach einem spielerischen Einstieg mit unserem Mitglied Dr. Matthias Kribben, Vize-Weltmeister im Fernschach und Mitorganisator unseres Programmformats Mensa meets Leadership starteten wir mit einem Austausch mit Vera Gäde-Butzlaff. Auf Grundlage Ihres Erfahrungsschatzes als ehemalige Vorstandsvorsitzende der BSR, der GASAG und heutiger Aufsichtsratsvorsitzender von Vivantes gab sie intensive Einblicke in die jeweiligen Leadership-Challenges und die Unterschiede der Herausforderungen von Vorständen in öffentlichen und privatwirtschaftlichen Unternehmen und die jeweiligen Zielkonflikte, die es auszuhalten, bzw. zu entschärfen gilt.

Interessante Einblicke boten darüber hinaus die Nachmittagsgespräche bei so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Marianne Voigt, Mitgründerin von Immobilienscout und heutiger Geschäftsführerin von bettermarks, Sascha Disselkamp, Gründer und Geschäftsführer der Sage Group und Mitgründer der Clubcommission, Harald Eisenach, Vorsitzender der Regionalen Geschäftsleitung Ost der Deutschen Bank und Sabine Werth, Gründerin der bundesweiten Tafelbewegung, Vorsitzende der Berliner Tafel und geschäftsführende Gesellschafterin eines mittelständischen Unternehmens.

Besonders erkenntnisreich war natürlich auch der Austausch untereinander. In der Abschlussrunde äußerten viele, wie sehr sich inspiriert fühlen. Wir sind gespannt, ob sich dies auch in Form von konkreten Projekten oder gar Vereinsgründungen wie in der Vergangenheit niederschlägt…

Der nächste Programmtag unter dem Motto „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“ wird hierfür möglicherweise den ein- oder anderen Anknüpfungspunkt liefern!