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Programmtag Archive - Leadership Berlin

Grenzerfahrung: Exkursion nach FFO und Slubice

Eingetragen am 24.05.2019

24. Mai 2019 | By |

Einmal im Jahr bieten wir Mitgliedern und Freunden von Leadership Berlin die Teilnahme an einem Programmtag mit Begegnungen jenseits des eigenen Tellerrandes an. In diesem Jahr ging es gemeinsam mit unserem Schwesterverein Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. und einigen Mitgliedern von Mensa e.V. nach Frankfurt/Oder und in die polnische Nachbarstadt Slubice.

Der Tag beinhaltete Gespräche mit Einblicken in Wirtschaft, öffentlichen Sektor und dem Non-Profit Bereich und wurde aufgelockert durch durch einen fachkundlich begleiteten Stadtspaziergang.

Besuch im deutsch-polnischen Coworking-Space BLOK O und Gespräch mit Coworking-Managerin Linda Pickny

Bei einer Führung durch die Räumlichkeiten schilderte Linda Pickny ihre Eindrücke und Erfahrungen eines Standorts an der deutsch-polnischen Grenze und erläuterte, wie die Region aus ihrer Sicht tragfähige Perspektiven für junge Menschen bieten kann. Außerdem stellten die Gründer Michal Podyma und Jonas Schöneberg, die das BLOK O bereits aktiv nutzen, im Elevator-Pitch-Format ihre Ideen vor. Dabei handelte es sich zum einen um die deutsch-polnische Zeitarbeitsfirma Eurojob West und zum anderen um gleich zwei Unternehmen; WM Wasser Manufaktur GmbH und die GM GesundheitsManufaktur GmbH. Die teilnehmenden Führungskräfte gaben zu den Start-Ups ihr Feedback.

Treffen mit Oberbürgermeister René Wilke im Rathaus von Frankfurt/Oder

Zu den größten Herausforderungen der Stadt zählt laut Oberbürgermeister René Wilke besonders das Missverhältnis von Schulden und verfügbarem Investitionsbudget. Auf die hohen Schulden summiert sich ein Rückstau ausstehender Reparaturkosten von 120 Millionen Euro. Für diese stehen aber jährlich nur 10 Millionen Euro zur Verfügung, Landes- und EU-Fördergelder bereits eingerechnet. Er befinde sich mit seinen Entscheidungen somit in einem ständigen Spagat zwischen reiner Schadensbegrenzung und neuen Investitionen, die besonders wichtig für die infrastrukturelle Entwicklung vor Ort seien. Obwohl die Region seit der Wende eher von Skepsis und Enttäuschung geprägt sei, war der Tenor ein zaghaft-optimistischer: die Viadrina-Universität sei auch unter internationalen Studierenden ein wichtiger Pull-Faktor. Außerdem stellte sich bei der internationalen „Doppelstadt-Konferenz“ FFO/Slubice eindeutig als best practice Modell dar. Das gebe – trotz wachsender Probleme in der Zusammenarbeit aufgrund national-politische Interessen – Mut zur Intensivierung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit.

Treffen mit Dr. Krzysztof Wojciechowski, Verwaltungsdirektor des Collegiums Polonicum

Mit dem Geschichtenerzählen kennt sich Dr. Krzysztof Wojciechowski als Vorsitzender des Vereins „mylife – erzählte Zeitgeschichte e.V.“ und als Autor des Buchs „Meine lieben Deutschen“ aus – und das merkte man seinen Schilderungen aus der Zeit, als der „europäische Alltag noch kein Standard war“ an. Bildhaft und teils (selbst-)ironisch schilderte er den Lebensalltag an der deutsch-polnischen Grenze und wie sich die Brücke über die Oder von einem „Schlachtfeld“ zu einem „Bindeglied“ wandelte. Besonders die Kriminalität, die durch Not und Neid bedingt wurde, sei so gut wie verschwunden. Es habe vielfältige Angleichung gegeben; das Lohngefälle von 1:10 sei inzwischen bei 1:3 angelangt und die Bilingualität der Doppelstadt trage maßgeblich zum positiven Verhältnis bei. Doch auch schwer messbare Faktoren, wie Kleidungsstile, non-verbale Kommunikation oder Essgewohnheiten seien näher zusammengerückt. Auf die Frage, wieso es nach der – im Weltmaßstab außergewöhnlich geglückten – deutsch-polnischen Versöhnung zum aktuellen Aufschwung nationaler Tendenzen komme, zeichnete Herr Wojciechowski ein plastisches Bild moderner Gesellschaft: Die Menschen seien im Paradies angekommen, hätten nun die Engelschöre satt und liefen Gefahr, durch den Hinterausgang direkt auf eine Müllhalde zuzusteuern.“

Unser Dank gilt unseren Gesprächspartner*innen und den Gründern für die spannenden Perspektiven auf diese besondere Region. Wir danken allen Teilnehmenden, besonders aber Dieter Krawczynski, der uns durch die Stadt führte und mit historischen Hintergründen sowie ortsbezogenen Anekdoten versorgte.

Programmtag: Mut zur Vielfalt – dem anderen begegnen

Eingetragen am 20.05.2019

20. Mai 2019 | By |

Der vierte Programmtag unserer Learning Journey durch die Stadtgesellschaft – unseres Collaborative Leadership Programms mit 36 Führungskräften in trisektoraler Zusammensetzung – drehte sich rund um das Thema Pluralität und Meinungsvielfalt.  Zu Gast bei den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung (BWB) beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem Zusammenspiel von individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Strukturen. Am Nachmittag besuchten sie in Kleingruppen Akteur*innen, die bspw. durch Trans* Identität oder kognitive Hochbegabung ein Merkmal aufweisen, welches von der Mehrheitsgesellschaft abweicht.

Nach einer Begrüßung durch den Geschäftsführer der BWB, Dirk Gerstle, wurden unsere Führungskräfte ganz im Sinne des Experiental Learnings selbst aktiv: um sich einen Eindruck von der Arbeit in den Moabiter Werkstätten zu verschaffen, begaben sie sich am Vormittag an die Seite von Beschäftigten und versuchten sich an deren Tätigkeiten. Im Anschluss fand ein Austausch über das Selbstverständnis, die Aufgaben, Finanzierung und die Herausforderungen der BWB in Zeiten von Inklusion mit Ulrich Hasenauer, Betriebsleiter der BWB, Berni Jansen, Leiterin des Begleitenden Dienstes und Edda Bindewald, Leiterin des Berufsbildungsbereiches statt.

Der weitere Tag bestand aus umfangreichen Gesprächen zu den Themenfeldern Diversität und Meinungsvielfalt und den Chancen und Risiken, die sie beinhalten. Gesprächspartner*innen waren dabei nicht nur Personen, die gängige Diversity-Aspekte repräsentierten, sondern auch Menschen, die dem Thema Vielfalt eher ablehnend gegenüber stehen.

Wir danken der BWB für die spannenden Einblicke, unseren Gesprächspartner*innen für die Offenheit und den Teilnehmenden für das rege Interesse.

Abschluss des Collaborative Leadership Programms 2018

Eingetragen am 23.10.2018

23. Oktober 2018 | By |

Der achte und somit letzte Programmtag des Collaborative Leadership Programms 2018 mit je 12 Teilnehmenden aus der Privatwirtschaft, dem öffentlichen und dem Non-Profit Bereich fand am Mittwoch im Sharehouse Refugio unter dem Titel „Der Blick nach vorne – das Netzwerk entwickeln“ statt. Am Vormittag hatten vier der Teilnehmden bis zu 9 Personen an ihren Arbeitsplatz eingeladen, um einen Einblick in ihr Tätigkeitsfeld zu bieten und selbstgewählte Fragestellungen zu behandeln. Am Nachmittag reflektierte der Jahrgang gemeinsam das Programm und tauschte sich zu weiteren Engagement und Vernetzungsmöglichkeiten aus. Da die Auftaktveranstaltung um März von einem selbstgeschriebenen Leadership-Song geprägt war, probte die Gruppe unter Leitung von Michael Betzner-Brandt weitere Varianten ein und gab sie vor der offziellen Zertifikatsvergabe am Abend unter Anwesenheit und tosendem Applaus von Alumni der letzten Jahre zum Besten.

Der 2018er Jahrgang war wieder einmal hochkarätig besetzt, besonderes Engagement ist am Abschlusstag dem öffentlichen Sektor anzuerkennen, aus dem alle Fallgeber*innen der Vor-Ort-Besuche kommen. Von der Arbeitsagentur für Arbeit über das Amtsgericht Schöneberg über die Investitionsbank Berlin hin zur Justizvollzugsanstalt Moabit, hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, nicht nur die imposanten Gebäude zu besuchen, sondern Arbeitsabläufe und Insiderperspektiven kennen zu lernen. Sowohl die Besucher*innen, als auch die Fallgeber*innen selbst kamen begeistert zurück und staunten auch am letzten Tag nochmal darüber, wieviel Potenzial in der Perspektivenvielfalt der Gruppe liegt.

Zum gemeinsame Mittagessen trafen wir uns in der Gesamtgruppe dann im Sharehouse refugio, einem Begegnungsraum der Stadtmission mit Wohneinheiten von Geflüchteten. Einen kulinarischen Einstieg in das Thema bot das von Malakeh Jazmati zubereitete Mittagessen. Jazmati folgte im Herbst 2015 ihrem Mann nach Deutschland und war vor ihrer Flucht im arabischen Raum als Fernsehköchin bei einem oppositionellen Fernsehsender in Syrien bekannt. Die junge Frau kann sich mit dem Kochen mittlerweile ihren Lebensunterhalt in Deutschland finanzieren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat sie das Catering-Unternehmen „Levante Gourmet“ aufgebaut und eröffnet noch diesen Monat ein eigenes Restaurant. Für Jazmati bedeutet Kulinarik vor allem Kultur und Heimat und sie nutzt das Kochen als Sprache, die ein anderes Bild von Syrien vermitteln soll, als das eines zertrümmerten Kriegsschauplatzes.

Der Nachmittag drehte sich zunächst um die Fragen „Was hat mir das Programm gebracht und was nehme ich mit?“ Und „was hat mir gefehlt bzw. kam zu kurz?“ Dazu hatten die Teilnehmenden zunächst die Gelegenheit, sich im Stillen zu diversen Punkten Gedanken zu machen. Schließlich gab es nochmal eine gemeinsame Reflexion in der Gesamtgruppe, um schließlich die Frage zu stellen, wie es weiter gehen soll. Ein wichtiger Faktor sei das Fortbestehen des Austauschs innerhalb der Gruppe. So sollen nun mind. vierteljährig Besuche im Stil der Vor-Ort-Besuche im Teilenehmendenkreis stattfinden. Auch die Kraft der interdisziplinären Kollegialen Beratungsgruppen soll weiter genutzt werden. Zudem wird an einem Mentoring- bzw. Patenprogramm gearbeitet, das aus der Erfahrung einer eigenen Unterrichtseinheit der Führungskräfte an der Neuköllner Zuckmeyer entstand. Die Mehrheit der 36 Führungskräfte äußerte Interesse, an weiteren Leadership Angeboten teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten. Konkret wurde es dabei sogar auch: Das Thema „mit Rechten reden“, das an dem Programmtag Vielfalt bereits zu emotionalen Debatten führte, will von einigen in ein konkretes Konzept gebracht werden. Ein ganz kurzfristiger Einsatz wurde auch gleich fest gemacht: der nächste First Monday am 05.11.2018 findet bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft statt, wo unsere Teilnehmerin Jeanette Reilly als Head of Marketing tätig ist.

Schließlich leitete Petra Göbel, Mitglied des Vorstands von Leadership Berlin und Personalleiterin der Messe Berlin, durch den Abend, zu dem auch Alumni der letzten Jahre und Mitglieder des Vereins, sowie Interessierte am Jahresprogramm 2019 eingeladen waren. Für gute Stimmung sorgte der „Leadership Chor“, der alle zum Mitsingen animierte und nochmal die Erinnerungen an den phänomenalen Auftakt vor einem Dreivierteljahr in der Schorfheide erwachen ließ. Die feierliche Übergabe der Zertifikate durch jeweils zwei Vorstände aus den drei Sektoren wurde aufgelockert durch „Speed-Dating“ Einheiten, bei welchen Jahrgangsteilnehmende und Gäste in kurzer Zeit in den Austausch gingen. Zu guter Letzt trugen Clemes Bethge und Cornelia Schwarz, stellvertretend für den Jahrgang, ein „Leadership-Liebesgedicht“ vor, bei welchem sich Führungskräfte in den Verein verlieben.

Der gemütliche Ausklang bei Fingerfood und Getränken wurde nochmal aufgeheitert durch einen Auftritt des Begegnungschors, der sich aus dem Jahresprogramm 2015 entwickelt hatte und seitdem Geflüchtete und Alt-Berliner*innen zusammenbringt.

Wir danken dem Sharehouse Refugio, besonders Julia und Tabea, für die Räumlichkeiten und die Führung, unserem Vorstand für die Unterstützung, allen Alumni und Gästen für die Teilnahme, dem Chor und insbesondere MIchael Betzner-Brandt für die gute Stimmung. Natürlich danken wir vor allem allen 36 Teilnehmenden des Jahrgangs 2018 für das unvergessliche Programm. Wir freuen uns, auch in Zukunft mit Euch in Kontakt zu bleiben und in Berlin an einer Kultur der Verantwortung zu arbeiten! Zu guter Letzt danken wir Peer Fechner, der uns auf der zweiten Hälfte unserer Learning Experience gefehlt hat.

Programmtag „Mut zum Handeln“

Eingetragen am 30.08.2018

30. August 2018 | By |

Wie können Führungskräfte denjenigen gesellschaftlichen Gruppen zu mehr Anerkennung verhelfen, die über keine starke Lobby verfügen?

Mit dieser Fragestellung starteten wir nach der Sommerpause mit den Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Programms in den Programmtag „Mut zum Handeln“.

Zu Gast waren wir bei den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung (BWB). Das Unternehmen bietet Arbeitsplätze und ermöglicht somit auch gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Behinderungen, für die der erste Arbeitsmarkt keine Perspektive darstellt.

Gemäß unseres Mottos „begegne dem anderen“ ermöglichten wir vor Ort einen Einblick in die Werkstätten und ein Gespräch mit den dortigen Beschäftigten, die für eine Vielzahl von Auftraggebern aus der Industrie und Wirtschaft praktische Arbeiten ausführen.

In einem Perspektivwechsel sprachen wir im Anschluss mit leitenden Angestellten der BWB, darunter Ulrich Hasenauer, Betriebsleiter, und Berni Jansen, Leiterin des Begleitenden Dienstes. Hierbei wurde unter anderem darüber diskutiert, wie für Beschäftigte der Werkstätten ein Wechsel in den freien Arbeitsmarkt gelingen kann und wie die BWB diesen begleitet. 60 Mal kam ein solcher Übergangsprozess bislang in den BWB vor.

Am Nachmittag tauchten die Führungskrfäte in weitere Fragestellungen aus der gesellschaftlichen Realität ein: In Kleingruppen besuchten sie gemeinnützige Organisationen und thematisierten Fragen und Problemstellungen, die diese zivilgesellschaftlichen Akteure bewegen. Dabei wurden so unterschiedliche Themen wie Anti-Ziganismus, die Situtation von Hebammen und Geburtshäusern, die Arbeit mit Tätern im Bereich sexuellen Missbrauchs, Islamfeindlichkeit sowie Arbeit mit Sterben, Tod und Trauer besprochen.

Wir danken allen Gastgeber*innen und Beteiligten für das Engagement im Programmtag. Wir ermutigen im Sinne des Programmtag-Mottos dazu, die Denkanstöße aufzugreifen und, wo immer möglich, zu handeln und Anliegen weiterzutragen.

 

Programmtag Kritik äußern und annehmen können

Eingetragen am 23.05.2018

23. Mai 2018 | By |

Den Thementag „Kritik äußern und annehmen können“ verbrachten die Teilnehmenden unseres Leadership-Jahresprogramms am vergangenen Montag beim Tagesspiegel. Dort begaben sie sich vormittags in den Austausch mit unterschiedlichsten Akteuren der Stadtgesellschaft, die in besonderem Maße Kritik austeilen und einstecken müssen.

Der  anschließende Erfahrungsaustausch der 36 Teilnehmenden unseres Jahresprogramms offenbarte große Unterschiede, wieviel Kritik die einzelnen als Organisation von außen erfahren und wie sie damit umgehen. Auch der Austausch untereinander darüber, welche Kritikkultur innerhalb von Organisationen gelebt wird, war sehr inspirierend. Er reichte von eigentlich banalen und doch häufig nicht beachteten Selbstverständlichkeiten wie,

  • dass Kritik umso eher annehmbar ist, wenn sie persönlich und unter vier Augen statt in der Gruppe, telefonisch oder gar per E-Mail erfolgt
  • dass Kritik mindestens viermal so viel Lob und positive Bestärkung gegenüberstehen sollten, um sie annehmbarer zu machen

über Anregungen zu Methoden

  • wie 360-Grad-Feedback, bei der auch Vorgesetzte von ihren Mitarbeiter*innen kritisches Feedback erhalten
  • der Remonstrationspflicht, die beinhaltet, dass sich z.B. Beamte direkt an den zwei Ebenen höher angesiedelten Vorgesetzten wenden, wenn sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer Weisung des direkten Vorgesetzten haben oder
  • dem Bestandteil wöchentlicher Teamsitzung, bei dem vom Vorgesetzten beginnend jeder eine Erkenntnis mit den Worten „Mein größter Fehler der letzten Woche war…“  teilt

bis hin zu der nicht seltenen Erfahrung,

  • dass man mit Argumenten nicht gegen Gefühle ankommen kann, sondern negative Gefühle nur durch positive Gefühle in Form von Erfahrungen abbauen kann.

Den Nachmittag widmeten wir dem Thema Medien, da der „vierten Gewalt“ eine besondere Rolle in Bezug auf Kritik in der Gesellschaft zuteil wird. Ein Highlight war dabei das Gespräch mit Gerd Nowakowski, leitendem Redakteur und Mitglied der Chefredaktion vom Tagesspiegel, der zuvor  u.a. Gründungsmitglied und Leiter der Berlin-Redaktion der taz war. Dabei ging es sowohl um das Selbstverständnis, in dem Medien Kritik an Entscheidungsträger*innen (wie unseren Teilnehmenden) üben, wie auch eine kritische Diskussion über die Qualität journalistischer Arbeit, Verantwortung der Medien und ihre Rolle im Hinblick auf die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft. Dabei flossen mitunter auch so manche Kritikpunkte des medienkritischen Portals UEBERMEDIEN ein, mit dessen Geschäftsführer Boris Rosenkranz sich eine Teilnehmergruppe bereits am Vormittag ausgetauscht hatte.

Wir danken dem Tagesspiegel für die Gastfreundschaft und den Blick „hinter die Kulissen“, sowie unseren Gesprächspartner*innen für Ihre Zeit und die Offenheit des Austauschs.

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Unser Programmtag zum Thema „Vielfalt“ bei Kahal Adass Jisroel

Eingetragen am 18.04.2018

18. April 2018 | By |

Den dritten Programmtag unseres Collaborative Leadership Programms widmeten wir dem Thema „Vielfalt“. Zu Gast waren wir mit den 36 Teilnehmenden in der orthodoxen jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel, die mit Sitz in der Brunnenstraße nicht nur im Hinblick auf die Synagoge an die mit der Shoa beendeten Geschichte der Gemeinde anknüpft, sondern heute auch Sitz eines jüdischen Kindergartens ist.

Nachdem die Teilnehmenden die leider für jüdische Einrichtungen notwendige Sicherheitsschleuse passiert haben, diskutierten wir mit Rabbiner Daniel Fabian, dem Vorstandsvorsitzenden Doron Rubin und weiteren Führungskräften der jüdischen Gemeinde Aspekte der religiösen Vielfalt in Berlin am Beispiel ihrer jüdischen Gemeinde und deren Bedrohung durch Antisemitismus.

Rabbiner Daniel Fabian, Dr. Doron Rubin, Bernhard Heider und Gerlinde Bendzuck (v.l.n.r.)

Der weitere Tag bestand aus umfangreichen Gesprächen zum Themenfeld Diversität, Meinungsvielfalt und welche Chancen und Risiken sie beinhaltet. Das Gespräch über Barrierefreiheit und Inklusion von Menschen mit Behinderung wurde durch die Expertise der Geschäftsführerin des Instituts für Kulturmarktforschung Gerlinde Bendzuck bereichert. Spätere Diskussionen erstreckten sich von Trans-Identität über kognitive Hochbegabung und Gewaltkriminalität bis hin zu dem Umgang mit Sichtweisen und Positionen der AfD.

Vielen Dank nochmals an Kahal Adass Jisroel für die Gastfreundschaft! Wir freuen uns über die Rückmeldung vieler Teilnehmender unseres Programms, dass sie neue Sichtweisen auf die Stadt und ihren Umgang mit Vielfalt gewonnen haben.

 

Auftakt 2018: Collaborative Leadership Programm gestartet

Eingetragen am 22.03.2018

22. März 2018 | By |

Die Teilnehmenden-Gruppe 2018

Die Reise hat begonnen – mit den Teilnehmenden des diesjährigen Collaborative Leadership Programms verbrachten wir am 15. und 16. März zwei anregende und intensive Programmtage in der Schorfheide als Start für die kommende Learning Journey durch die Stadtgesellschaft.

Die Gruppe setzt sich – wie es kennzeichnend für unser Leadership-Programm ist – aus Führungskräften und Macher*innen aus allen Bereichen der Gesellschaft zusammen: Von HR-Verantwortlichen aus großen privatwirtschaftlichen Global Playern über Abteilungsleiter*innen aus der Berliner Verwaltung bis hin zu Menschen, die in Eigeninitiative gemeinnützige NGOs aufgebaut haben, sind vielfältige Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Expertisen vertreten. Die Gesamtzusammensetzung der Gruppe kann man hier einsehen.

Wir setzen darauf, dass diese Vielfalt im Laufe des Programms dazu anregen wird, gesellschaftliche Herausforderungen aus ganz verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinschaftlich im Sinne des „Collaborative Leadership“ anzugehen – wie dies in der Vergangenheit durch verschiedene Initiativen und Vereinsgründungen geglückt ist (siehe Social Impact). Hinzu kommen Einblicke in weitere Führungsaufgaben der Stadt im Austausch mit über 50 Gesprächspartner*innen ganz im Sinne unseres Mottos „begegne dem anderen“. Hier entstehen Berührungspunkte mit Bereichen, mit denen viele der Teilnehmenden bislang vermutlich noch überhaupt nicht in Kontakt gekommen sind.

Eine Einstimmung hierauf gab es in Gesprächen mit Mitgliedern aus unserem Vorstand, die erste Impulse zu den großen Themen des Programms „Kritik äußern und annehmen können“, „Mut zur – Vielfalt“, „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“ und „Verantwortung annehmen und abgeben können“ gaben.

Außerdem durften sich die Führungskräfte gleich einer ersten Leadership-Herausforderung außerhalb des eigenen beruflichen Kompetenzbereichs stellen. In interdisziplinärer Kooperation haben sie diese mit Bravour gemeistert.

Was natürlich auch nicht fehlen durfte: Diskussionen zu kontroversen gesellschaftlichen Fragen, kollegialer Austausch zu Führungsthemen und Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen.

Wir freuen uns darauf, uns zusammen mit dieser spannenden, vielfältigen Gruppe und ihrer geballten Kompetenz in den kommenden Monaten auf eine Lernreise durch die Stadtgesellschaft zu begeben!

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Abschlussabend unserer Leadership-Programme

Eingetragen am 18.10.2017

18. Oktober 2017 | By |

Am 9. Oktober fand unsere diesjährige Abschlussveranstaltung bei unserem Mitglied, dem Evangelischen Diakonieverein Zehlendorf, statt. Anlass zu feiern gab es gleich doppelt: Nicht nur die Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Jahresprogramm beendeten an diesem Tag ihre Learning Journey durch die Stadtgesellschaft. Auch die Berliner Führungskräfte und geflüchteten Menschen mit Führungspotential, die im Kurzprogramm „Leadership in Dialogue“ zusammengekommen waren, teilten ihre Eindrücke und Impact Stories mit den Gästen.

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Etwa 120 Führungskräfte und Freund*innen von Leadership Berlin erlebten einen facettenreichen Abend. Neben den Einblicken ins Programm gab es Integration live zu Hören und Sehen: Der Begegnungschor, der aus unserem Jahresprogramm 2015 hervorgegangen ist und in dem Berliner*innen gemeinsam mit Geflüchteten singen, gab einige deutsche und arabische Lieder aus seinem Repertoire zum Besten und lud dabei die Gäste ein, miteinzustimmen.

Daran knüpfte Petra Merkel, Präsidentin des Internationalen Bundes und des Chorverbandes Berlin sowie Mitgründerin des Begegnungschors, in einem Impulsvortrag an. Ausgehend von der Atmosphäre im Jahr 2015, als Rekordzahlen von Geflüchteten in Berlin ankamen, beschrieb sie, wie inzwischen Integration von verschiedensten Akteuren gestaltet wurde und wie sich Integration im Beispiel des Begegnungschors manifestiert.

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Die Teilnehmenden von Leadership in Dialogue gaben ihre ganz persönlichen Statements, was für sie Integration bedeutet und was sie aus dem Programm mitgenommen haben. Ganz konkret sind zwei interkulturelle Projekte entstanden: Nawid Arafat und Yahya Mirzayev präsentierten das Projekt „Besuchsdienst im Altenpflegewohnheim“. Einmal monatlich treffen sich Geflüchtete im Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ und besuchen die Bewohner*innen. Die einen freuen sich über die Gesellschaft und die anderen können dabei etwas über das Leben in Deutschland lernen und ihr Deutsch üben.

Francis Adams und Sabine Schreiber stellten das Projekt „Interkulturelle Konfliktlotsen“ vor, an dem außerdem noch Roland Hägler, ehemaliger Schulleiter einer Sekundarschule in Neukölln, und Hasan Molki, Dozent an der Beuth-Hochschule, beteiligt sind. In interkulturell aufgestellten Tandems soll bei Konflikten vermittelt werden, wenn Personen aus unterschiedlichen Kulturkreisen aufeinandertreffen. Dabei sollen die kulturelle Expertise und das Engagement für ein gutes Zusammenleben dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut werden.

Die Teilnehmenden des Collaborative Leadership Programms gaben Einblick in die acht Programmtage und Gespräche mit unterschiedlichsten Gesprächspartner*innen. Als beeindruckende Persönlichkeit in Sachen Leadership wurde dabei beispielsweise Schulleiterin Frau Fischler von der Hermann-von-Helmholtz-Schule genannt. Das große Engagement und die Begeisterung, mit der Frau Fischler sich dafür einsetzt, ihren Schüler*innen eine gute Grundlage für ein Berufsleben zu geben, steckten an: Einige Teilnehmende des Programms engagieren sich inzwischen ehrenamtlich im Förderverein der Schule und konnten damit dessen Auflösung verhindern.

Ein weiteres Social Impact ergab sich für die Non-Profit-Organisation SOLWODI. Der Verein arbeitet mit Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, und hilft ihnen dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Die Teilnehmenden zeigten sich vom Schicksal der Frauen ebenso berührt wie von der herzenswarmen Betreuung durch die Mitarbeiterinnen von SOLWODI. So wurde ein Zimmer zur kurzfristigen Unterbringung von akut gefährdeten Frauen organisiert und die Verteilung von Informationsmaterial in den Ausländerbehörden veranlasst.

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Neben diesen Beispielen berichteten die Teilnehmenden auch von persönlichen Entwicklungen. Das eine oder andere Engagement befindet sich noch im Gärungsprozess und nimmt vielleicht in den nächsten Wochen Gestalt an. Wir sind begeistert, wie viele Veränderungen auch in diesem Jahr durch das Programm angestoßen wurden und freuen uns schon auf den Start des nächsten Programms im März 2018. Allen Teilnehmenden wünschen wir, dass Ihnen der Leadership-Spirit auch über das Programm hinaus erhalten bleibt und allen, die diesen Spirit kennenlernen wollen, legen wir unser Anmeldeformular fürs nächste Jahr ans Herz.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen und Gastgeber*innen, die zum Erfolg des Programms beigetragen haben. Für Leadership in Dialogue bedanken wir uns bei den Sponsoren und Förderern, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin, der Stiftung Pfefferwerk und der GASAG, ohne die das Programm nicht hätte durchgeführt werden können.

 

 

 

Verantwortung annehmen und abgeben können

Eingetragen am 21.09.2017

21. September 2017 | By |

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Die Teilnehmenden des Collaborative Leadership Programms 2017 widmeten sich im September dem Thema „Verantwortung annehmen und abgeben können“. Beim Programmtag in der Hermann-von-Helmholtz-Schule in der Gropiusstadt forderten wir sie dabei zunächst ganz praktisch heraus.

Als „Vertretungslehrer*innen“ übernahmen sie in 2er-Teams oder alleine eine Unterrichtseinheit in Schulklassen der 9. und 10. Jahrgangsstufe der Integrierten Sekundarschule. Ziel dabei war es, den Jugendlichen eine Perspektive auf die Berufswelt aus der Praxis einer Führungskraft zu geben: dass es sich lohnt, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen; dass Disziplin und Zuverlässigkeit notwendig sind, um beim Arbeitgeber nicht durchzufallen; und dass bei der Wahl eines Ausbildungsweges eine realistische Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen hilft.

Schulleiterin Kerstin Fischler und „Bückenbauer“ Jens Priesen, der den Schüler*innen beim Übergang in die Ausbildung hilft, berichteten, dass viele der Jugendlichen an der Schule erschwerte Ausgangsbedingungen haben. Bei 68,4% ist die Herkunftssprache nicht Deutsch und 55% kommen aus Familien, die von Hartz IV leben. Familiäre Unterstützung beim Lernen und Planen der beruflichen Zukunft fehlt vielen. Deshalb nimmt die Schule es klar als ihren Auftrag an, nicht nur Fachunterricht zu machen und Wissen zu vermitteln, sondern auch einen Erziehungsauftrag wahrzunehmen und soziale Kompetenzen zu vermitteln.

Für uns ist dieses Engagement ein starkes Vorbild, Verantwortung auch über den eigenen Bereich hinaus zu übernehmen – wie sie die Führungskräfte mit ihrem Einsatz an der Schule auch zeigten. Einige engagieren sich sogar über den konkreten Programmtag hinaus weiter an der Schule.

Zu Gesprächen über die verschiedenen Facetten von Verantwortung ging es am Nachmittag hinaus in die Stadt. Die Verantwortungsträger teilten ihre Sicht auf die Verantwortung,die sie jeweils für die Gesellschaft, für Mitarbeiter*innen und schließlich auch für Fehler übernehmen. Nicht zuletzt diskutierten die Führungskräfte auch darüber, woher die Motivation kommt, große Verantwortung zu übernehmen und wie es gelingt, Verantwortung abzugeben.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen sowie den Beteiligten der Hermann-von-Helmholtz-Schule, dass wir zu Gast sein durften!

 

 

Programmtag „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“

Eingetragen am 17.07.2017

17. Juli 2017 | By |

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Den Programmtag zum Thema „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“ verbrachten wir mit den Teilnehmenden des Jahresprogramms 2017 bei der Seniorentstiftung Prenzlauer Berg im Altenpflegewohnheim.

Im Fokus des Programmtags steht ein zentrales Motiv unseres Vereins: gesellschaftliche Missstände und Herausforderungen kennenzulernen und zu überlegen, wie man selbst jenseits formaler Zuständigkeit Verantwortung übernehmen kann. Diesen „Mut zum Handeln“, auch in Kooperationen über die Sektorengrenzen des privatwirtschaftlichen, öffentlichen und Non-Profit-Bereichs hinweg, möchten wir mit den Erfahrungen, die wir an diesem Tag den Teilnehmenden ermöglichen, fördern.

Dabei ist es unser Prinzip, dass wir nicht nur mit denjenigen sprechen, die versuchen, gesellschaftliche Probleme zu lösen, sondern auch mit denjenigen, die direkt betroffen sind. Bevor sich die Teilnehmenden mit der Leitungsebene der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg austauschten, durften sie daher vorab die Bewohnerinnen und Bewohnern selbst besuchen und über das Leben im Alter sprechen.

Mit Geschäftsführer Christian Schüler, Einrichtungsleiter Frank Wernecke, Pflegedienstleiterin Anet Raatz und Ehrenamtskoordinator Markus Mudrick fand im Anschluss ein Austausch über die Herausforderungen in der Altenpflege statt. Die größten Schwierigkeiten macht hierbei immer noch der Mangel an Pflegefachkräften und auch an Pflegekräften insgesamt. Insbesondere auch der Wegfall des Zivildienstes hat hier eine Lücke gerissen, die sich durch den Bundesfreiwillligendienst nicht schließen lässt.

Vor großen Herausforderungen stehen auch die Gesprächspartner*innen der Kleingruppengespräche am Nachmittag, die Menschen vertreten und unterstützen, die am Rande der Gesellschaft stehen bzw. keine große Lobby haben. Der Bundesfamilienverband bemüht sich, die Rechte von Familien voranzubringen, während SOLWODI Berlin Frauen unterstützt, die von Menschenhandel und Zwangsprostitution betroffen sind. Gangway e.V. kümmert sich u.a. um osteuropäische Obdachlose, die auf der Straße leben und als EU-Ausländer keine Ansprüche auf Sozialleistungen haben. Und das Whistleblower-Netzwerk setzt sich dafür ein, Whistleblower in ihren Rechten zu stärken, die gesellschaftlich relevante Missstände in Unternehmen, Vereinen und Behörden aufdecken und dafür persönlich Nachteile erleiden.

Wir danken allen Beteiligten für die Gelegenheit zum offenen Austausch und dem Gastgeber der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg für die Gastfreundschaft!