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Programmtag Archive - Leadership Berlin

Unser Programmtag zum Thema „Vielfalt“ bei Kahal Adass Jisroel

Eingetragen am 18.04.2018

18. April 2018 | By |

Den dritten Programmtag unseres Collaborative Leadership Programms widmeten wir dem Thema „Vielfalt“. Zu Gast waren wir mit den 36 Teilnehmenden in der orthodoxen jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel, die mit Sitz in der Brunnenstraße nicht nur im Hinblick auf die Synagoge an die mit der Shoa beendeten Geschichte der Gemeinde anknüpft, sondern heute auch Sitz eines jüdischen Kindergartens ist.

Nachdem die Teilnehmenden die leider für jüdische Einrichtungen notwendige Sicherheitsschleuse passiert haben, diskutierten wir mit Rabbiner Daniel Fabian, dem Vorstandsvorsitzenden Doron Rubin und weiteren Führungskräften der jüdischen Gemeinde Aspekte der religiösen Vielfalt in Berlin am Beispiel ihrer jüdischen Gemeinde und deren Bedrohung durch Antisemitismus.

Rabbiner Daniel Fabian, Dr. Doron Rubin, Bernhard Heider und Gerlinde Bendzuck (v.l.n.r.)

Der weitere Tag bestand aus umfangreichen Gesprächen zum Themenfeld Diversität, Meinungsvielfalt und welche Chancen und Risiken sie beinhaltet. Das Gespräch über Barrierefreiheit und Inklusion von Menschen mit Behinderung wurde durch die Expertise der Geschäftsführerin des Instituts für Kulturmarktforschung Gerlinde Bendzuck bereichert. Spätere Diskussionen erstreckten sich von Trans-Identität über kognitive Hochbegabung und Gewaltkriminalität bis hin zu dem Umgang mit Sichtweisen und Positionen der AfD.

Vielen Dank nochmals an Kahal Adass Jisroel für die Gastfreundschaft! Wir freuen uns über die Rückmeldung vieler Teilnehmender unseres Programms, dass sie neue Sichtweisen auf die Stadt und ihren Umgang mit Vielfalt gewonnen haben.

 

Auftakt 2018: Collaborative Leadership Programm gestartet

Eingetragen am 22.03.2018

22. März 2018 | By |

Die Teilnehmenden-Gruppe 2018

Die Reise hat begonnen – mit den Teilnehmenden des diesjährigen Collaborative Leadership Programms verbrachten wir am 15. und 16. März zwei anregende und intensive Programmtage in der Schorfheide als Start für die kommende Learning Journey durch die Stadtgesellschaft.

Die Gruppe setzt sich – wie es kennzeichnend für unser Leadership-Programm ist – aus Führungskräften und Macher*innen aus allen Bereichen der Gesellschaft zusammen: Von HR-Verantwortlichen aus großen privatwirtschaftlichen Global Playern über Abteilungsleiter*innen aus der Berliner Verwaltung bis hin zu Menschen, die in Eigeninitiative gemeinnützige NGOs aufgebaut haben, sind vielfältige Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Expertisen vertreten. Die Gesamtzusammensetzung der Gruppe kann man hier einsehen.

Wir setzen darauf, dass diese Vielfalt im Laufe des Programms dazu anregen wird, gesellschaftliche Herausforderungen aus ganz verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinschaftlich im Sinne des „Collaborative Leadership“ anzugehen – wie dies in der Vergangenheit durch verschiedene Initiativen und Vereinsgründungen geglückt ist (siehe Social Impact). Hinzu kommen Einblicke in weitere Führungsaufgaben der Stadt im Austausch mit über 50 Gesprächspartner*innen ganz im Sinne unseres Mottos „begegne dem anderen“. Hier entstehen Berührungspunkte mit Bereichen, mit denen viele der Teilnehmenden bislang vermutlich noch überhaupt nicht in Kontakt gekommen sind.

Eine Einstimmung hierauf gab es in Gesprächen mit Mitgliedern aus unserem Vorstand, die erste Impulse zu den großen Themen des Programms „Kritik äußern und annehmen können“, „Mut zur – Vielfalt“, „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“ und „Verantwortung annehmen und abgeben können“ gaben.

Außerdem durften sich die Führungskräfte gleich einer ersten Leadership-Herausforderung außerhalb des eigenen beruflichen Kompetenzbereichs stellen. In interdisziplinärer Kooperation haben sie diese mit Bravour gemeistert.

Was natürlich auch nicht fehlen durfte: Diskussionen zu kontroversen gesellschaftlichen Fragen, kollegialer Austausch zu Führungsthemen und Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen.

Wir freuen uns darauf, uns zusammen mit dieser spannenden, vielfältigen Gruppe und ihrer geballten Kompetenz in den kommenden Monaten auf eine Lernreise durch die Stadtgesellschaft zu begeben!

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Abschlussabend unserer Leadership-Programme

Eingetragen am 18.10.2017

18. Oktober 2017 | By |

Am 9. Oktober fand unsere diesjährige Abschlussveranstaltung bei unserem Mitglied, dem Evangelischen Diakonieverein Zehlendorf, statt. Anlass zu feiern gab es gleich doppelt: Nicht nur die Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Jahresprogramm beendeten an diesem Tag ihre Learning Journey durch die Stadtgesellschaft. Auch die Berliner Führungskräfte und geflüchteten Menschen mit Führungspotential, die im Kurzprogramm „Leadership in Dialogue“ zusammengekommen waren, teilten ihre Eindrücke und Impact Stories mit den Gästen.

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Etwa 120 Führungskräfte und Freund*innen von Leadership Berlin erlebten einen facettenreichen Abend. Neben den Einblicken ins Programm gab es Integration live zu Hören und Sehen: Der Begegnungschor, der aus unserem Jahresprogramm 2015 hervorgegangen ist und in dem Berliner*innen gemeinsam mit Geflüchteten singen, gab einige deutsche und arabische Lieder aus seinem Repertoire zum Besten und lud dabei die Gäste ein, miteinzustimmen.

Daran knüpfte Petra Merkel, Präsidentin des Internationalen Bundes und des Chorverbandes Berlin sowie Mitgründerin des Begegnungschors, in einem Impulsvortrag an. Ausgehend von der Atmosphäre im Jahr 2015, als Rekordzahlen von Geflüchteten in Berlin ankamen, beschrieb sie, wie inzwischen Integration von verschiedensten Akteuren gestaltet wurde und wie sich Integration im Beispiel des Begegnungschors manifestiert.

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Die Teilnehmenden von Leadership in Dialogue gaben ihre ganz persönlichen Statements, was für sie Integration bedeutet und was sie aus dem Programm mitgenommen haben. Ganz konkret sind zwei interkulturelle Projekte entstanden: Nawid Arafat und Yahya Mirzayev präsentierten das Projekt „Besuchsdienst im Altenpflegewohnheim“. Einmal monatlich treffen sich Geflüchtete im Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ und besuchen die Bewohner*innen. Die einen freuen sich über die Gesellschaft und die anderen können dabei etwas über das Leben in Deutschland lernen und ihr Deutsch üben.

Francis Adams und Sabine Schreiber stellten das Projekt „Interkulturelle Konfliktlotsen“ vor, an dem außerdem noch Roland Hägler, ehemaliger Schulleiter einer Sekundarschule in Neukölln, und Hasan Molki, Dozent an der Beuth-Hochschule, beteiligt sind. In interkulturell aufgestellten Tandems soll bei Konflikten vermittelt werden, wenn Personen aus unterschiedlichen Kulturkreisen aufeinandertreffen. Dabei sollen die kulturelle Expertise und das Engagement für ein gutes Zusammenleben dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut werden.

Die Teilnehmenden des Collaborative Leadership Programms gaben Einblick in die acht Programmtage und Gespräche mit unterschiedlichsten Gesprächspartner*innen. Als beeindruckende Persönlichkeit in Sachen Leadership wurde dabei beispielsweise Schulleiterin Frau Fischler von der Hermann-von-Helmholtz-Schule genannt. Das große Engagement und die Begeisterung, mit der Frau Fischler sich dafür einsetzt, ihren Schüler*innen eine gute Grundlage für ein Berufsleben zu geben, steckten an: Einige Teilnehmende des Programms engagieren sich inzwischen ehrenamtlich im Förderverein der Schule und konnten damit dessen Auflösung verhindern.

Ein weiteres Social Impact ergab sich für die Non-Profit-Organisation SOLWODI. Der Verein arbeitet mit Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, und hilft ihnen dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Die Teilnehmenden zeigten sich vom Schicksal der Frauen ebenso berührt wie von der herzenswarmen Betreuung durch die Mitarbeiterinnen von SOLWODI. So wurde ein Zimmer zur kurzfristigen Unterbringung von akut gefährdeten Frauen organisiert und die Verteilung von Informationsmaterial in den Ausländerbehörden veranlasst.

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Neben diesen Beispielen berichteten die Teilnehmenden auch von persönlichen Entwicklungen. Das eine oder andere Engagement befindet sich noch im Gärungsprozess und nimmt vielleicht in den nächsten Wochen Gestalt an. Wir sind begeistert, wie viele Veränderungen auch in diesem Jahr durch das Programm angestoßen wurden und freuen uns schon auf den Start des nächsten Programms im März 2018. Allen Teilnehmenden wünschen wir, dass Ihnen der Leadership-Spirit auch über das Programm hinaus erhalten bleibt und allen, die diesen Spirit kennenlernen wollen, legen wir unser Anmeldeformular fürs nächste Jahr ans Herz.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen und Gastgeber*innen, die zum Erfolg des Programms beigetragen haben. Für Leadership in Dialogue bedanken wir uns bei den Sponsoren und Förderern, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin, der Stiftung Pfefferwerk und der GASAG, ohne die das Programm nicht hätte durchgeführt werden können.

 

 

 

Verantwortung annehmen und abgeben können

Eingetragen am 21.09.2017

21. September 2017 | By |

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Die Teilnehmenden des Collaborative Leadership Programms 2017 widmeten sich im September dem Thema „Verantwortung annehmen und abgeben können“. Beim Programmtag in der Hermann-von-Helmholtz-Schule in der Gropiusstadt forderten wir sie dabei zunächst ganz praktisch heraus.

Als „Vertretungslehrer*innen“ übernahmen sie in 2er-Teams oder alleine eine Unterrichtseinheit in Schulklassen der 9. und 10. Jahrgangsstufe der Integrierten Sekundarschule. Ziel dabei war es, den Jugendlichen eine Perspektive auf die Berufswelt aus der Praxis einer Führungskraft zu geben: dass es sich lohnt, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen; dass Disziplin und Zuverlässigkeit notwendig sind, um beim Arbeitgeber nicht durchzufallen; und dass bei der Wahl eines Ausbildungsweges eine realistische Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen hilft.

Schulleiterin Kerstin Fischler und „Bückenbauer“ Jens Priesen, der den Schüler*innen beim Übergang in die Ausbildung hilft, berichteten, dass viele der Jugendlichen an der Schule erschwerte Ausgangsbedingungen haben. Bei 68,4% ist die Herkunftssprache nicht Deutsch und 55% kommen aus Familien, die von Hartz IV leben. Familiäre Unterstützung beim Lernen und Planen der beruflichen Zukunft fehlt vielen. Deshalb nimmt die Schule es klar als ihren Auftrag an, nicht nur Fachunterricht zu machen und Wissen zu vermitteln, sondern auch einen Erziehungsauftrag wahrzunehmen und soziale Kompetenzen zu vermitteln.

Für uns ist dieses Engagement ein starkes Vorbild, Verantwortung auch über den eigenen Bereich hinaus zu übernehmen – wie sie die Führungskräfte mit ihrem Einsatz an der Schule auch zeigten. Einige engagieren sich sogar über den konkreten Programmtag hinaus weiter an der Schule.

Zu Gesprächen über die verschiedenen Facetten von Verantwortung ging es am Nachmittag hinaus in die Stadt. Die Verantwortungsträger teilten ihre Sicht auf die Verantwortung,die sie jeweils für die Gesellschaft, für Mitarbeiter*innen und schließlich auch für Fehler übernehmen. Nicht zuletzt diskutierten die Führungskräfte auch darüber, woher die Motivation kommt, große Verantwortung zu übernehmen und wie es gelingt, Verantwortung abzugeben.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen sowie den Beteiligten der Hermann-von-Helmholtz-Schule, dass wir zu Gast sein durften!

 

 

Programmtag „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“

Eingetragen am 17.07.2017

17. Juli 2017 | By |

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Den Programmtag zum Thema „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“ verbrachten wir mit den Teilnehmenden des Jahresprogramms 2017 bei der Seniorentstiftung Prenzlauer Berg im Altenpflegewohnheim.

Im Fokus des Programmtags steht ein zentrales Motiv unseres Vereins: gesellschaftliche Missstände und Herausforderungen kennenzulernen und zu überlegen, wie man selbst jenseits formaler Zuständigkeit Verantwortung übernehmen kann. Diesen „Mut zum Handeln“, auch in Kooperationen über die Sektorengrenzen des privatwirtschaftlichen, öffentlichen und Non-Profit-Bereichs hinweg, möchten wir mit den Erfahrungen, die wir an diesem Tag den Teilnehmenden ermöglichen, fördern.

Dabei ist es unser Prinzip, dass wir nicht nur mit denjenigen sprechen, die versuchen, gesellschaftliche Probleme zu lösen, sondern auch mit denjenigen, die direkt betroffen sind. Bevor sich die Teilnehmenden mit der Leitungsebene der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg austauschten, durften sie daher vorab die Bewohnerinnen und Bewohnern selbst besuchen und über das Leben im Alter sprechen.

Mit Geschäftsführer Christian Schüler, Einrichtungsleiter Frank Wernecke, Pflegedienstleiterin Anet Raatz und Ehrenamtskoordinator Markus Mudrick fand im Anschluss ein Austausch über die Herausforderungen in der Altenpflege statt. Die größten Schwierigkeiten macht hierbei immer noch der Mangel an Pflegefachkräften und auch an Pflegekräften insgesamt. Insbesondere auch der Wegfall des Zivildienstes hat hier eine Lücke gerissen, die sich durch den Bundesfreiwillligendienst nicht schließen lässt.

Vor großen Herausforderungen stehen auch die Gesprächspartner*innen der Kleingruppengespräche am Nachmittag, die Menschen vertreten und unterstützen, die am Rande der Gesellschaft stehen bzw. keine große Lobby haben. Der Bundesfamilienverband bemüht sich, die Rechte von Familien voranzubringen, während SOLWODI Berlin Frauen unterstützt, die von Menschenhandel und Zwangsprostitution betroffen sind. Gangway e.V. kümmert sich u.a. um osteuropäische Obdachlose, die auf der Straße leben und als EU-Ausländer keine Ansprüche auf Sozialleistungen haben. Und das Whistleblower-Netzwerk setzt sich dafür ein, Whistleblower in ihren Rechten zu stärken, die gesellschaftlich relevante Missstände in Unternehmen, Vereinen und Behörden aufdecken und dafür persönlich Nachteile erleiden.

Wir danken allen Beteiligten für die Gelegenheit zum offenen Austausch und dem Gastgeber der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg für die Gastfreundschaft!

Programmtag: Spielräume der Macht

Eingetragen am 11.07.2017

11. Juli 2017 | By |

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Der Programmtag im Juni stand für die Teilnehmenden unseres Jahresprogramms unter dem Thema „Spielräume der Macht ausschöpfen und Strategien entwickeln“.

Wie sich dies im konkreten Berufskontext in den unterschiedlichen Bereichen widerspiegelt, darüber tauschten sich die 36 Teilnehmenden unseres diesjährigen Leadership-Jahresprogramms zunächst einmal untereinander aus. Und so diskutierten sie über Mut, Motivation, Authentizität,  Kommunikation, Lust am Handeln, das richtige Maß zu finden und die Bedeutsamkeit von Flexibilität und Kontakten. Und welche Rolle Wissen, Erfahrung, Glück und Zufall für beruflichen Erfolg spielen können.

Daran anknüpfend begrüßten wir dann gegen Mittag einen Gesprächspartner – dieses Mal von Bündnis 90/Die Grünen -, der durch viele Ups und Downs hindurch eine langjährige Karriere im Bundestag und im Non-Profit-Bereich zurückblickt und mit dem wir diskutieren konnten, welche Spielregeln aus seiner Sicht im politischen Geschäft gelten: Volker Beck, religions- und migrationspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, den er nach 23 Jahren im September verlassen wird, da er von seinem Landesverband keinen Listenplatz mehr bekommen hat.

Volker Beck bot ein beeindruckendes Beispiel von Resilienz (angesichts vergangener Krisen) und Authentizität und Zielorientierung, an der er auch Erfolg definierte: Erfolg macht sich für ihn nicht an der persönlichen Karriere bzw. in seinem Fall dem Verbleib im Deutschen Bundestag fest, sondern am Erreichen von inhaltlichen Zielen, was in seinem Fall das Engagement für Israel und gegen Antisemitismus und der Kampf für die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen sind. Um so beindruckender war es für die Teilnehmenden zu erleben, wie er seine Zielorientierung zwei Tage später auf dem Parteitag der Grünen in die Tat umsetzte und gegen den Parteivorstand die Homo-Ehe als Koalitionsbedingung durchbrachte. Er brachte damit auch bei FDP, SPD und CDU den Stein ins Rollen bis hin zur Beschlussfassung des Bundestages zur rechtlichen Gleichstellung der Homo-Ehe knappe zwei Wochen später. Da sage man nicht, dass ein einzelner Abgeordneter einer Nichtregierungspartei nichts bewirken könnte…

Wie sich Handlungsspielräume in anderen Bereichen erschließen oder verschließen, darüber tauschten sich die Teilnehmenden im Anschluss bei vier Vor-Ort-Besuchen am Nachmittag aus. Aus Unternehmersicht gab Marianne Voigt, Gründerin und ehemals Geschäftsführerin von Immobilien-Scout24, heute Gründerin und Geschäftsführerin von bettermarks, das Zusammenspiel von Chancen und Risiken, Erfolgen und Misserfolgen. Aus dem Non-Profit-Sektor teilte Heinrich Strößenreuther, Mit-Initiator des Volksbegehrens Fahrrad und Geschäftsführer der Agentur für Clevere Städte, seine Erfahrungen, wie es ihm gelang, das Thema fahrradgerechter Ausbau der Stadt in die Medien und auf die Tagesordnung der Politik zu bringen. Wie sich im politischen Wechselspiel Interessen vertreten und Spielräume ausloten lassen, welche Sichtweise er auf die Unterscheidung von „gutem und schlechtem Lobbying“ hat, darüber sprach Christian Wößner, der Geschäftsführer des Deutschen Atomforums e.V. (DAtF). Und für den öffentlichen Bereich gab es einen Austausch mit Jens-Holger Kirchner, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Verkehr, Umwelt und Klimaschutz, über seine Strategien zur Verwirklichung politischer Ziele – auch unter der Gefahr, Widerstände zu provozieren, wie z.B. bei dem von ihm initiieren Ferienwohnungsverbot und der auf seine Veranlassung vor einigen Jahren veröffentlichten „Ekelrestaurantliste“.

Besonderer Dank geht an unser Mitglied und Teilnehmer unseres Jahresprogramms 2012, Dr. Matthias Kribben, der als Einstieg mit den Teilnehmenden ganz praktisch die Erfolgsfaktoren bei Spielen wie Poker und Schach diskutierte, anhand derer dann umso leichter die Erfolgsfaktoren und Spielregeln in anderen Bereichen (wie z.B. im Bundestag)  analysiert werden konnten. Dr. Matthias Kribben ist leidenschaftlicher Schachspieler und Vize-Weltmeister im Fernschach.

Wir danken allen beteiligten Gesprächspartner*innen für die offenen Gespräche und freuen und auf den nächsten Programmtag, bei dem wir diejenigen Menschen in den Fokus nehmen, die über wenig Macht verfügen und keine starke Lobby haben. Hierzu lautet das Motto: „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“.

 

Kritik äußern und annehmen – Herausforderung am Programmtag

Eingetragen am 24.04.2017

24. April 2017 | By |

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Zum Thema „Kritik äußern und annehmen können“ gingen die Teilnehmenden unseres Leadership-Jahresprogramms am vergangenen Donnerstag am Vormittag in Austausch mit den unterschiedlichsten Akteuren der Stadtgesellschaft, die besonders viel austeilen und einstecken mussten und müssen.

Den Nachmittag verbrachten wir dann im Kulturforum Hellersdorf mit Bürger*innen, die „Führungskräften einmal ihre Meinung sagen wollen“. Obwohl wir auf unterschiedlichsten Wegen für die Veranstaltung geworben haben, war eine erste Feststellung, dass längst nicht so viele Bürger*innen von dem Gesprächsangebot Gebrauch machten, wie wir dies erwartet hätten.

Dennoch kam ein lebendiger Dialog zwischen den Gästen und unseren teilnehmenden Führungskräften zustande. Haupt-Kritikpunkte waren die Arroganz der Macht, soziale Schieflagen, Konformität statt Bürgernähe in der öffentlichen Verwaltung und das Funktionieren der Verwaltung allgemein, das Thema Schule, die Diskussionskultur und Denkverbote z.B. im Umgang mit der AfD sowie die Themen Sicherheit und Migration.

Die Diskussion in der Gesamtgruppe zeigte hierbei noch einmal, wie unterschiedlich viele Fragen sowohl unter den teilnehmenden Führungskräften als auch innerhalb der Gruppe der Gesprächspartner*innen eingeschätzt werden. Wirklichkeit ist komplex und es kann nur von Vorteil sein, seinen Bereich eines „selbstreferentiellen Systems“ mitunter zu verlassen – so eine Erkenntnis, die viele der Anwesenden mitnahmen.

Mut zur Vielfalt – Programmtag

Eingetragen am 23.04.2017

23. April 2017 | By |

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Unter dem Motto „Mut zur Vielfalt – dem anderen begegnen“ stand unser Programmtag im Mai des Collaborative Leadership Programms 2017. Im Zeichen von Vielfalt standen somit auch die Begegnungen, an denen die Führungskräfte an diesem Tag teilnahmen.

Gesprächspartner*innen waren Patricia Carl, die Vorstandsvorsitzende des Vereins Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien, sowie Sascha Disselkamp, Partner in der Sage Group, der in die Hallen des Sage Clubs lud und den Teilnehmenden die Parallelwelt des Berliner Nachtlebens näher brachte. Außerdem besuchten die Führungskräfte die Wagenburg Lohmühle und sprachen mit Bewohner*innen und tauschten sich beim Sonntags-Club mit Trans*Menschen aus, deren angeborene physische Geschlechtsmerkmale nicht mit dem gefühlten Geschlecht übereinstimmten.

Gastgeber des Tages war das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung, eine Moschee im Wedding. Dort hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, einer TV-Diskussion mit Jens Spahn zum Thema „Gehört der Islam zu Deutschland?“ beizuwohnen und mit den Vorstandsmitgliedern Hassan Attalah und Herrn Ramzi zu diskutieren und Fragen zum Islam und muslimischem Leben in Berlin zu stellen.

Den „Mut zur Vielfalt“ galt es bei zwei Herausforderungen im öffentlichen Raum unter Beweis zu stellen. Ein Teil der Gruppe nahm sich dem Thema „Barrierefreiheit“ an und bewältigte im Rollstuhl eine Strecke mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln. Andere Führungskräfte gingen auf Meinungsforschung zum Thema „Religion“ im Kiez der Osloer Straße. Bei beiden „Challenges“ waren gute Kommunikationsstrategien gefragt und der Mut, sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu bewegen.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen und dem IZDB für die Unterstützung!

Auftakt fürs Jahresprogramm 2017

Eingetragen am 03.04.2017

3. April 2017 | By |

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Das Collaborative Leadership Programm 2017 ist am 23./24.3. mit der Auftaktveranstaltung im Ringhotel Schorfheide gestartet. Mit dabei sind wieder 36 Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft: von „Zahlenmenschen“ aus der Wirtschaft über Führungskräfte aus Bezirksämtern bis zu Leiter*innen von sozialen Einrichtungen und Non-Profit-Initiativen (hier eine Übersicht über die Teilnehmer*innen).

An den ersten beiden Programmtagen stand das gegenseitige Kennenlernen im Zentrum. Aber es gab auch eine erste Gelegenheit zur  Kollegialen Beratung sowie einen Ausblick auf die Methodik des Experiential Learning und die Gespräche mit unterschiedlichsten Akteuren aus der Stadtgesellschaft. Hierfür standen sieben Mitglieder unseres Vorstandes zu den Themen der kommenden Programmtage als Gesprächspartner*innen zur Verfügung – es ging um Kritik, Verantwortung, Macht, Ohnmacht und Vielfalt in der Gesellschaft. Außerdem durften sich die Führungskräfte einer Herausforderung weit außerhalb ihres formalen Zuständigkeitsbereichs stellen… und wurden mit einer Menge Spaß und Applaus belohnt!

Hinter Mauern, aber Teil der Gesellschaft: Zu Gast in der JVA Heidering

Eingetragen am 17.01.2017

17. Januar 2017 | By |

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„Außenwirkung verbessern und Zusammenhalt stärken – was können Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich zu diesem Thema einer JVA mitgeben und für sich selbst mitnehmen?“ – unter diesem Titel starteten wir unsere diesjährigen Programmaktivitäten mit einem Einzelprogrammtag in der JVA Heidering. Vom Banker, kaufmännischen Abteilungsleiter von Siemens, über einen ehemaligen Schulleiter und die ehemalige Leiterin einer Verfassungsschutzbehörde bis hin zu der Initiatorin eines Volksbegehrens und der Organisatorin von Obdachlosen-Stadttouren – so vielfältig war die Zusammensetzung der Teilnehmenden, die sich für einen Tag von uns hinter Gitter bringen ließen.

Um die Außenwirkung und die Motivation der Justizvollzugsbeamt*innen zu stärken, war der Leiterin der JVA, Anke Stein, eine Botschaft besonders wichtig: Kernaufgabe des Strafvollzugs ist die Resozialisierung, die Wiedereingliederung der Straffälligen in die Gesellschaft. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist es hilfreich, wenn die Gefängnisse, obwohl sie sich hinter Mauern befinden, von der übrigen Gesellschaft als Teil derselben anerkannt und nicht einfach gedanklich abgeschoben und hinter den Mauern allein gelassen werden.

Unterstützung von draußen bekommt die JVA Heidering u.a. von der Universal-Stiftung Helmut Ziegner, die vor Ort schulische und berufsvorbereitende Qualifizierung für die Inhaftierten durchführt. Mit den Schülern eines Grundbildungskurses unterhielten sich die Teilnehmenden eine Stunde lang in Kleingruppen. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Männer sind, die hier ihre Freiheitsstrafe verbüßen, und auch, dass der Entzug der Selbstbestimmtheit für niemanden angenehm ist – auch wenn die JVA Heidering vergleichsweise ansprechende Räumlichkeiten bietet.

Ob sie sich denn zutrauen würden, selbst in einer JVA zu arbeiten, fragten wir unsere Teilnehmenden anschließend. Das Ergebnis: Nur etwa die Hälfte bejaht die Frage. Weniger der Umgang mit den Straffälligen schreckt die Teilnehmenden ab, sondern das beklemmende Gefühl, den ganzen Tag eingesperrt zu sein. Um so deutlicher drücken die meisten dann auch ihren Respekt vor den Justizvollzugsbeamt*innen aus, die genau dies Tag für Tag hinnehmen und in der wenig einladenden Atmosphäre Energie in ihre Arbeit stecken.

Dass aufgrund von Sparzwängen Personalknappheit herrscht, macht den Job für die Mitarbeiter*innen nicht leichter. Den Grund für die niedrigen Werte der sogenannten Gesundheitsquote sieht die Anstaltsleitung vor allem im erforderlichen Mehreinsatz.

Umso wichtiger ist es, dass die Arbeit in der JVA nicht auch noch draußen abschätzig bewertet wird und vielmehr Austausch und Kooperation, wo immer möglich, stattfinden. Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. trägt dazu mit dem Projekt „Das Leben draußen“ bei, das unterschiedliche Führungskräfte zu Gesprächsrunden mit Inhaftierten einmal monatlich in die JVA Moabit bringt. Und auch zu ehrenamtlichem Engagement in der JVA Heidering gibt es unter den Teilnehmenden des Programmtags Bereitschaft, was uns sehr freut.

Vielen Dank an Anke Stein, Christian Reschke und alle Mitarbeiter*innen, die uns spannende Einblicke und erkenntnisreiche Einsichten in die JVA Heidering gewährt haben.

In der Berliner Morgenpost ist ein Artikel von Ulrich Krätzer zu unserem Besuch erschienen – hier ein Auszug:

Es ist eine Parallelwelt, in der eine Besuchergruppe eintaucht. Für einen Tag im Gefängnis. Mit dabei sind Politiker, Führungskräfte aus Banken, IT-Unternehmen, ein ehemaliger Schulleiter und ein Imam. Bernhard Heider, der Geschäftsführer vom Netzwerk Leadership Berlin, das den Besuchstag in der JVA organisiert hat, sagt: „Wir wollen Menschen, die Verantwortung tragen, mit Menschen und Lebenswelten in Kontakt bringen, die sie in ihrem normalen Berufsalltag sonst eher nicht kennenlernen, damit sie sich eine differenzierte Meinung bilden können.“

Das sind die nüchternen Fakten zu dem Ort des Besuchs: Die JVA Heidering, gelegen in Brandenburg, gebaut und genutzt von Berlin. Geschlossener Männervollzug. 647 Haftplätze, übersichtliche „Wohneinheiten“ mit Gemeinschaftsküche, Einzelhafträume mit je zehn Quadratmeter, Toilette und Waschbecken abgetrennt. Außenanlage mit mehreren Sportplätzen, eine 800 Quadratmeter große Mehrzweckhalle. Transparent wirkende Sicherheitszäune statt blickdichter Mauern, viel Glas, eher wenige Gitterstäbe. Unzählige Freizeitangebote, eine Bibliothek und ein anstaltseigener von den Gefangenen betriebener Radiosender.

Ein „Luxus-Knast“? So jedenfalls bezeichneten einige Zeitungen die JVA Heidering, als sie am 2. Januar 2013 eröffnet wurde. Anke Stein sagt: „Glauben Sie mir, es gibt auch bei uns keinen einzigen Gefangenen, der sagt, ich möchte hier möglichst lange bleiben.“

Die Besucher sind von der aufgeräumten und klaren, zugleich aber warmen Architektur des Hauses in den ersten Minuten des Rundgangs dennoch erkennbar beeindruckt und scheinen fast zu vergessen, dass sie in einem Gefängnis sind.

Zum vollständigen Aritkel geht es hier.