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Umfrage zum Thema Klimawandel und CO2-Ausstoß

Eingetragen am 19.12.2019

19. Dezember 2019 | By |

Angesichts der Relevanz der Themen Klimawandel und CO2-Reduktion mit all ihren Folgen haben wir als Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. uns entschlossen, eine Befragung zu diesen Themen durchzuführen. Die Befragung fand zwischen August und November 2019 statt. Eingeladen zu einer Teilnahme an der Befragung haben wir 720 Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich aus unserem Netzwerk.

Die Vielfalt der Zusammensetzung kann man ungefähr anhand der Zusammensetzung unserer jährlichen Collaborative Leadership Programme ablesen. Von den 720 zu einer Beteiligung eingeladenen Personen haben sich trotz mehrmaliger Aufforderung lediglich 21 an der Umfrage beteiligt. Die Beteiligung war damit deutlich geringer als eine vorangegangene Umfrage zum Thema „Benachteiligung und Quoten“, woran sich 59 Personen beteiligt hatten. Man kann insofern daraus folgern, dass sich weit weniger Führungskräfte von dem Thema „Klimawandel und CO2-Reduktion“ angesprochen fühlen als vom Thema „Benachteiligung und Quoten“.

Wir haben zunächst einmal mit uns gerungen, ob wir die Ergebnisse angesichts der geringen Beteiligung überhaupt veröffentlichen sollten. Abgesehen davon, dass fraglich ist, ob die 21, denen die Themen „Klimawandel und CO2-Reduktion“ offenkundig zumindest so weit am Herzen liegen, dass sie sich an der Umfrage beteiligten, repräsentativ für die Gesamtgruppe an Führungskräften ist, bietet eine Zahl von 21 Fragebögen natürlich nur begrenzt eine Grundlage für eine quantitative Auswertung.

Da wir das Thema allerdings wichtig finden, haben wir die Zahl der befragten Personen erweitert und zwar um Mitglieder des Vereins „Mensa in Deutschland e.V.“, die sich durch eine kognitive Hochbegabung auszeichnen (IQ über 130) und mit denen wir über unser Projekt „Mensa meets Leadership“ verbunden sind. Mensa hat in Berlin ca. 1000 Mitglieder, die über den Berliner E-Mail-Verteiler von Mensa zu einer Teilnahme eingeladen wurden. Von den eingeladenen Personen haben sich 29 an der Umfrage beteiligt, von denen 31%  beruflich auch Führungsverantwortung tragen.

Die beiden befragten Gruppen kommen zusammen auf 50 Befragte.

Wir hoffen, mit der Veröffentlichung den einen oder anderen Impuls für eine der Relevanz des Themas angemessene, sachliche Diskussion  beizusteuern  – gerade auch mit den Antworten auf die offenen Fragen. Die Themen Klimawandel wie auch CO2-Reduktion sind es in jedem Fall aus unserer Sicht wert, denn die Folgen politischen Handelns – oder auch Nicht-Handelns – betreffen uns alle.

Hier einige Ergebnisse aus der Befragung:

  • Eine große Mehrheit von 76% der teilnehmenden Führungskräfte und 61% der Teilnehmenden mit kognitiver Hochbegabung sind der Meinung, dass die Politik dem Thema Klimawandel zu wenig Aufmerksamkeit widmet. Während unter den beteiligten Führungskräften lediglich 5% der Aussage zustimmten, dass dem Thema viel zu viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, sind es unter den Befragten mit kognitiver Hochbegabung 28%.
  • Eine große Mehrheit von 81% der teilnehmenden Führungskräfte und 73% der Teilnehmenden mit kognitiver Hochbegabung gaben an, dass die Energieerzeugung aus Kohle in Deutschland bis 2030 beendet werden sollte. Lediglich 5% der teilnehmenden Führungskräfte und 17% der teilnehmenden mit kognitiver Hochbegabung plädieren für einen Ausstieg aus der Energieerzeugung aus Kohle erst nach 2038.
  • Sowohl innerhalb der Gruppe der Führungskräfte als auch unter den kognitiv Hochbegabten würden sich bei einer Volksabstimmung über 60% für eine Nettonull beim CO2-Auststoß bis 2035 aussprechen.
  • Über 60%  der befragten Führungskräfte wie auch der befragten Hochbegabten würden sich für eine Erfüllung der Forderung von Fridays for Future einer CO2-Steuer in Höhe von 180 Euro pro Tonne CO2 aussprechen.
  • Ungefähr die Hälfte der Befragten (Führungskräfte wie Hochbegabte) würden sich für ein Verbot von Inlandsflügen aussprechen, ungefähr die Hälfte der Befragten wäre dagegen.

Die kompletten Ergebnisse der Befragung stehen unter folgendem Link zum Download bereit.



Als Führungskraft sollte man sich nicht nur mit dem Wünschenswerten befassen, sondern auch mit der Frage der Umsetzung. In diesem Sinne hat Bernhard Heider einmal auf Grundlage der Primärenergiebilanzen einmal berechnet, was unterschiedliche Ausstiegsszenarien für den für die Substitution erforderlichen Ausbau Erneuerbarer und Reduktion des Energieverbrauchs bedeutet und wie lange es dauern würde, die Energieerzeugung durch Kohle bzw. alle fossilen Brennelemente in Deutschland durch Erneuerbare zu ersetzen. Hier die Ergebnisse:
http://leadership-berlin.de/dimensionen-zeithorizonte-und-ihre-implikationen-fur-co2-und-braunkohle-ausstieg/