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Experiential Learning

Leadership in Dialogue: zu Gast im Öffentlichen Sektor

Eingetragen am 22.09.2017

22. September 2017 | By |

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Der zweite Programmtag unserer „Leadership in Dialogue“ Lernreise stand im Zeichen des öffentlichen Sektors. Zu Gast war die Gruppe aus Führungspersönlichkeiten mit und ohne Fluchtgeschichte bei den Berliner Bäder-Betrieben in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark, der größten Schwimmhalle Europas.

Wie die Größe der Schwimmhalle bereits erahnen lässt, war auch die Führung durchs Bad beeindruckend. Die Gruppe durfte live eine (simulierte) Wasserrettung miterleben und Badleiter Martin Jähne erklärte, wie die Filteranlagen fürs Wasser funktionieren. Auch ein Blick in den einzigartigen Übungsraum fürs Trockenspringen, wo schon die Kleinsten für zukünftige Turmspringerfolge trainieren, durfte nicht fehlen.

Inhaltlich diskutierten die Teilnehmenden mit den Gesprächspartner*innen über die interkulturellen Aspekte der Arbeit im öffentlichen Dienst. Im Austausch mit den Gastgebern der Berliner Bäder-Betriebe, Badleiter Martin Jähne, Badmanager Mario Jungkuhn und dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Scholz-Fleischmann, kamen einige kulturelle Unterschiede zur Sprache. Dazu gehört zum Beispiel, das Problem, dass einige Badegäste die Wasserhöhe danach einschätzen, ob der Boden sichtbar ist – wie sie es aus dem Baden in Flüssen in ihrer Heimat kennen. Dass das Wasser in deutschen Schwimmbädern sehr tief sein kann, obwohl dank der Wasserqualität der Boden sichtbar ist, kann für Verwirrung sorgen und Rettungen notwendig machen.

Außerdem erwies es sich für die Bäder-Betriebe schwierig, Auszubildende aus dem Kreis der Geflüchteten zu finden, die sowohl ausreichend Deutsch sprechen als auch schwimmen können. Obwohl der Wille da ist, sich kulturell breit aufzustellen, beginnen nun nur drei Geflüchtete die Ausbildung bei den Bäder-Betrieben.

Auch in der Justiz sind interkulturelle Kompetenzen gefragt. Werner Gräßle, Präsident des Amtsgerichts Lichtenberg, erklärte, dass bei Entscheidungen im Zivilrecht kulturelle Hintergründe durchaus eine Rolle spielen können. Dabei kann es beispielsweise um die Frage gehen, ob eine im Ausland geschlossene Ehe in Deutschland anerkannt wird, wenn es sich um eine Zweitehe handelt.

Schließlich gab es noch die Gelegenheit, sich mit einem Kriminalbeamten auszutauschen. Steffen Claussen, Dezernent bei der Polizei in Berlin, erklärte, wie interkulturell die Zusammensetzung der Berliner Polizei mittlerweile ist und die Teilnehmenden diskutierten mit ihm einen Fall, in dem ein deutscher Mieter immer wieder die Polizei rief, weil er fand, dass seine syrische Nachbarin zu später Stunde zu laut telefoniere.

In allen Gesprächen schwang die große Frage mit, was Integration eigentlich bedeutet und wie wir alle dazu beitragen können, dass sie gelingt. Dass dabei auch diejenigen, von denen Integration stets gefordert wird, mit in die Diskussion einbezogen sind, ist die Besonderheit von „Leadership in Dialogue“. Wir sind der Überzeugung, dass wir, indem wir uns kennenlernen und austauschen, dem abstrakten Begriff „Integration“ in der Praxis schon ein ganzes Stück näher kommen.

Herzlichen Dank an die Berliner Bäder-Betriebe für die Gastfreundschaft und an alle Beteiligten für ihr Engagement!

 

 

 

 

Verantwortung annehmen und abgeben können

Eingetragen am 21.09.2017

21. September 2017 | By |

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Die Teilnehmenden des Collaborative Leadership Programms 2017 widmeten sich im September dem Thema „Verantwortung annehmen und abgeben können“. Beim Programmtag in der Hermann-von-Helmholtz-Schule in der Gropiusstadt forderten wir sie dabei zunächst ganz praktisch heraus.

Als „Vertretungslehrer*innen“ übernahmen sie in 2er-Teams oder alleine eine Unterrichtseinheit in Schulklassen der 9. und 10. Jahrgangsstufe der Integrierten Sekundarschule. Ziel dabei war es, den Jugendlichen eine Perspektive auf die Berufswelt aus der Praxis einer Führungskraft zu geben: dass es sich lohnt, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen; dass Disziplin und Zuverlässigkeit notwendig sind, um beim Arbeitgeber nicht durchzufallen; und dass bei der Wahl eines Ausbildungsweges eine realistische Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen hilft.

Schulleiterin Kerstin Fischler und „Bückenbauer“ Jens Priesen, der den Schüler*innen beim Übergang in die Ausbildung hilft, berichteten, dass viele der Jugendlichen an der Schule erschwerte Ausgangsbedingungen haben. Bei 68,4% ist die Herkunftssprache nicht Deutsch und 55% kommen aus Familien, die von Hartz IV leben. Familiäre Unterstützung beim Lernen und Planen der beruflichen Zukunft fehlt vielen. Deshalb nimmt die Schule es klar als ihren Auftrag an, nicht nur Fachunterricht zu machen und Wissen zu vermitteln, sondern auch einen Erziehungsauftrag wahrzunehmen und soziale Kompetenzen zu vermitteln.

Für uns ist dieses Engagement ein starkes Vorbild, Verantwortung auch über den eigenen Bereich hinaus zu übernehmen – wie sie die Führungskräfte mit ihrem Einsatz an der Schule auch zeigten. Einige engagieren sich sogar über den konkreten Programmtag hinaus weiter an der Schule.

Zu Gesprächen über die verschiedenen Facetten von Verantwortung ging es am Nachmittag hinaus in die Stadt. Die Verantwortungsträger teilten ihre Sicht auf die Verantwortung,die sie jeweils für die Gesellschaft, für Mitarbeiter*innen und schließlich auch für Fehler übernehmen. Nicht zuletzt diskutierten die Führungskräfte auch darüber, woher die Motivation kommt, große Verantwortung zu übernehmen und wie es gelingt, Verantwortung abzugeben.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen sowie den Beteiligten der Hermann-von-Helmholtz-Schule, dass wir zu Gast sein durften!

 

 

Programmtag „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“

Eingetragen am 17.07.2017

17. Juli 2017 | By |

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Den Programmtag zum Thema „Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln“ verbrachten wir mit den Teilnehmenden des Jahresprogramms 2017 bei der Seniorentstiftung Prenzlauer Berg im Altenpflegewohnheim.

Im Fokus des Programmtags steht ein zentrales Motiv unseres Vereins: gesellschaftliche Missstände und Herausforderungen kennenzulernen und zu überlegen, wie man selbst jenseits formaler Zuständigkeit Verantwortung übernehmen kann. Diesen „Mut zum Handeln“, auch in Kooperationen über die Sektorengrenzen des privatwirtschaftlichen, öffentlichen und Non-Profit-Bereichs hinweg, möchten wir mit den Erfahrungen, die wir an diesem Tag den Teilnehmenden ermöglichen, fördern.

Dabei ist es unser Prinzip, dass wir nicht nur mit denjenigen sprechen, die versuchen, gesellschaftliche Probleme zu lösen, sondern auch mit denjenigen, die direkt betroffen sind. Bevor sich die Teilnehmenden mit der Leitungsebene der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg austauschten, durften sie daher vorab die Bewohnerinnen und Bewohnern selbst besuchen und über das Leben im Alter sprechen.

Mit Geschäftsführer Christian Schüler, Einrichtungsleiter Frank Wernecke, Pflegedienstleiterin Anet Raatz und Ehrenamtskoordinator Markus Mudrick fand im Anschluss ein Austausch über die Herausforderungen in der Altenpflege statt. Die größten Schwierigkeiten macht hierbei immer noch der Mangel an Pflegefachkräften und auch an Pflegekräften insgesamt. Insbesondere auch der Wegfall des Zivildienstes hat hier eine Lücke gerissen, die sich durch den Bundesfreiwillligendienst nicht schließen lässt.

Vor großen Herausforderungen stehen auch die Gesprächspartner*innen der Kleingruppengespräche am Nachmittag, die Menschen vertreten und unterstützen, die am Rande der Gesellschaft stehen bzw. keine große Lobby haben. Der Bundesfamilienverband bemüht sich, die Rechte von Familien voranzubringen, während SOLWODI Berlin Frauen unterstützt, die von Menschenhandel und Zwangsprostitution betroffen sind. Gangway e.V. kümmert sich u.a. um osteuropäische Obdachlose, die auf der Straße leben und als EU-Ausländer keine Ansprüche auf Sozialleistungen haben. Und das Whistleblower-Netzwerk setzt sich dafür ein, Whistleblower in ihren Rechten zu stärken, die gesellschaftlich relevante Missstände in Unternehmen, Vereinen und Behörden aufdecken und dafür persönlich Nachteile erleiden.

Wir danken allen Beteiligten für die Gelegenheit zum offenen Austausch und dem Gastgeber der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg für die Gastfreundschaft!

Leadership in Dialogue im Non-Profit-Bereich

Eingetragen am 02.06.2017

2. Juni 2017 | By |

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Wie sieht die Arbeit im gemeinnützigen Bereich aus? Vor welchen Herausforderungen stehen Non-Profit-Organisationen und welche Unterschiede gibt es im sozialen Bereich zwischen Deutschland und den Herkunftsländern der Teilnehmenden?

Leadership in Dialogue verbrachte den dritten Programmtag zum Thema Non-Profit-Bereich. Die Teilnehmenden mit und ohne Fluchtgeschichte waren zu Gast im Pflegewohnheim des Unionhilfswerks „Am Plänterwald“.

Anne Fritzsche, Sozialarbeiterin, Céline Calvet vom ambulaten Hospizdienst sowie Ergotherapeutin Esther Hackenberg erklärten, wie ihre Arbeit im Pflegewohnheim aussieht. Dabei begeisterten sie die Teilnehmenden mit ihrer Motivation und Freude am Beruf. Beides war im Auftreten der Frauen und ihren Erzählungen aus dem Arbeitsalltag deutlich zu spüren. Selbstverständlich ist das nicht – könnten die Mitarbeiterinnen doch genauso gut wegen Überlastung klagen. Denn auch „Am Plänterwald“ fehlt es wie fast überall im Pflegebereich an Personal und die Mitarbeiter*innen leisten daher häufig mehr als eigentlich für eine Person vorgesehen ist.

Wie die Begeisterung der Mitarbeiterinnen sich auf die Atmosphäre im Haus auswirkt, erfuhren die Teilnehmenden in persönlichen Gesprächen. Zu zweit oder dritt besuchten sie Bewohner*innen und tauschten sich beispielsweise über das Leben in Deutschland, die Heimatländer und kulturelle Besonderheiten aus. Eine Win-Win-Situation: Die Senior*innen freuen sich über Gesellschaft und sind daran interessiert, neue Menschen kennenzulernen. Und die Geflüchteten wollen die Sprache üben und mehr über Deutschland, seine Geschichte und die Gesellschaft erfahren.

Jeden ersten Sonntag im Monat wollen sich einige Geflüchtete nun zum Besuch im Pflegewohnheim verabreden, um mit den alten Menschen zu sprechen. Organisiert werden die am 5. November startenden Treffen von Yahya Mirzayev, ehemaligem Finanzmanager von Radio Free Europe in Aserbaidschan, und Nawid Arafat, Machinenbau-Ingenieur aus Afghanistan.

Und noch ein weiteres ehrenamtliches Projekt wurde initiiert: Interkulturelle Konftliktlotsen-Tandems sollen bei Konflikten zwischen Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund schlichten.

Beide Projekte und weitere Ergebnisse aus dem Programm werden wir auf unserer diesjährigen Abschlussveranstaltung am 9. Oktober vorstellen, zu der wir unsere Mitglieder und Beiräte sowie Gesprächspartner*innen und Freund*innen des Vereins ganz herzlich einladen.

Unser herzlicher Dank gilt den Gastgeberinnen und Klaus-Jürgen Schüler vom Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ sowie den beiden Gesprächspartnerinnen Sabine Schreiber und Margarete Heitmüller, die jeweils Einblicke und Austausch zu ihren Arbeitsbereichen „Kita“ und „Volksentscheide in Berlin“ ermöglichten.

 

Kritik äußern und annehmen – Herausforderung am Programmtag

Eingetragen am 24.04.2017

24. April 2017 | By |

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Zum Thema „Kritik äußern und annehmen können“ gingen die Teilnehmenden unseres Leadership-Jahresprogramms am vergangenen Donnerstag am Vormittag in Austausch mit den unterschiedlichsten Akteuren der Stadtgesellschaft, die besonders viel austeilen und einstecken mussten und müssen.

Den Nachmittag verbrachten wir dann im Kulturforum Hellersdorf mit Bürger*innen, die „Führungskräften einmal ihre Meinung sagen wollen“. Obwohl wir auf unterschiedlichsten Wegen für die Veranstaltung geworben haben, war eine erste Feststellung, dass längst nicht so viele Bürger*innen von dem Gesprächsangebot Gebrauch machten, wie wir dies erwartet hätten.

Dennoch kam ein lebendiger Dialog zwischen den Gästen und unseren teilnehmenden Führungskräften zustande. Haupt-Kritikpunkte waren die Arroganz der Macht, soziale Schieflagen, Konformität statt Bürgernähe in der öffentlichen Verwaltung und das Funktionieren der Verwaltung allgemein, das Thema Schule, die Diskussionskultur und Denkverbote z.B. im Umgang mit der AfD sowie die Themen Sicherheit und Migration.

Die Diskussion in der Gesamtgruppe zeigte hierbei noch einmal, wie unterschiedlich viele Fragen sowohl unter den teilnehmenden Führungskräften als auch innerhalb der Gruppe der Gesprächspartner*innen eingeschätzt werden. Wirklichkeit ist komplex und es kann nur von Vorteil sein, seinen Bereich eines „selbstreferentiellen Systems“ mitunter zu verlassen – so eine Erkenntnis, die viele der Anwesenden mitnahmen.

Mut zur Vielfalt – Programmtag

Eingetragen am 23.04.2017

23. April 2017 | By |

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Unter dem Motto „Mut zur Vielfalt – dem anderen begegnen“ stand unser Programmtag im Mai des Collaborative Leadership Programms 2017. Im Zeichen von Vielfalt standen somit auch die Begegnungen, an denen die Führungskräfte an diesem Tag teilnahmen.

Gesprächspartner*innen waren Patricia Carl, die Vorstandsvorsitzende des Vereins Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien, sowie Sascha Disselkamp, Partner in der Sage Group, der in die Hallen des Sage Clubs lud und den Teilnehmenden die Parallelwelt des Berliner Nachtlebens näher brachte. Außerdem besuchten die Führungskräfte die Wagenburg Lohmühle und sprachen mit Bewohner*innen und tauschten sich beim Sonntags-Club mit Trans*Menschen aus, deren angeborene physische Geschlechtsmerkmale nicht mit dem gefühlten Geschlecht übereinstimmten.

Gastgeber des Tages war das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung, eine Moschee im Wedding. Dort hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, einer TV-Diskussion mit Jens Spahn zum Thema „Gehört der Islam zu Deutschland?“ beizuwohnen und mit den Vorstandsmitgliedern Hassan Attalah und Herrn Ramzi zu diskutieren und Fragen zum Islam und muslimischem Leben in Berlin zu stellen.

Den „Mut zur Vielfalt“ galt es bei zwei Herausforderungen im öffentlichen Raum unter Beweis zu stellen. Ein Teil der Gruppe nahm sich dem Thema „Barrierefreiheit“ an und bewältigte im Rollstuhl eine Strecke mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln. Andere Führungskräfte gingen auf Meinungsforschung zum Thema „Religion“ im Kiez der Osloer Straße. Bei beiden „Challenges“ waren gute Kommunikationsstrategien gefragt und der Mut, sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu bewegen.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen und dem IZDB für die Unterstützung!

Auftakt fürs Jahresprogramm 2017

Eingetragen am 03.04.2017

3. April 2017 | By |

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Das Collaborative Leadership Programm 2017 ist am 23./24.3. mit der Auftaktveranstaltung im Ringhotel Schorfheide gestartet. Mit dabei sind wieder 36 Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft: von „Zahlenmenschen“ aus der Wirtschaft über Führungskräfte aus Bezirksämtern bis zu Leiter*innen von sozialen Einrichtungen und Non-Profit-Initiativen (hier eine Übersicht über die Teilnehmer*innen).

An den ersten beiden Programmtagen stand das gegenseitige Kennenlernen im Zentrum. Aber es gab auch eine erste Gelegenheit zur  Kollegialen Beratung sowie einen Ausblick auf die Methodik des Experiential Learning und die Gespräche mit unterschiedlichsten Akteuren aus der Stadtgesellschaft. Hierfür standen sieben Mitglieder unseres Vorstandes zu den Themen der kommenden Programmtage als Gesprächspartner*innen zur Verfügung – es ging um Kritik, Verantwortung, Macht, Ohnmacht und Vielfalt in der Gesellschaft. Außerdem durften sich die Führungskräfte einer Herausforderung weit außerhalb ihres formalen Zuständigkeitsbereichs stellen… und wurden mit einer Menge Spaß und Applaus belohnt!