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Gesellschaft Archive - Leadership Berlin

Mensa meets Leadership bei Barbara Junge von der taz

Eingetragen am 20.03.2019

20. März 2019 | By |

Was haben Menschen mit kognitiver Hochbegabung (IQ >130) und Führungskräfte gemeinsam? Selbstverständlich eine gewisse Schnittmenge von Personen, die beiden Gruppen angehören. Aber es gibt auch Unterschiede, denn Intelligenz kann zwar förderlich bei der Karriere sein, aber möglicherweise auch hinderlich, wenn sie nicht mit anderen Eigenschaften sozialer und kommunikativer Art einhergeht, oder wenn jemand mit kognitiver Hochbegabung auf ein Umfeld bzw. Vorgesetzte stößt, die damit nicht umgehen können.

Um das gegenseitige bessere Verständnis – insbesondere das von kognitiv Hochbegabten gegenüber Führungskräften – zu befördern, organisieren wir seit 2014 quartalsweise den Besuch von ca. 20 Mitgliedern von Mensa e.V. bei Führungskräften. Nachdem wir im Medienbereich bereits bei BILD und Tagesspiegel zu Gast waren, fand die letzte Begegnung nun bei der taz auf Einladung der stellvertretenden Chefredakteurin Barbara Junge statt.

Spannend war zu erfahren, welche Unterschiede zu anderen Medienhäusern es bei der taz gibt. Tatsächlich zeigten sich gleich einige:

– Während viele Printmedien mit sinkenden Auflagen und Einnahmen zu kämpfen haben und Krisenstimmung vermitteln, gelingt es der taz durch ihr Genossenschaftsmodell, dem freiwilligen online-Bezahl-Modell „taz zahl ich“ und einer weitergehenden Identifikation ihrer Leser*innen, dem Auflagenrückgang im Print mit einer Zukunftsstrategie zu begegnen und sich  sogar einen eigenen Neubau leisten zu können.“

– Während die meisten anderen Medien den Eindruck erwecken wollen, politisch neutral zu sein (was ihnen mal mehr und mal weniger gelingt), ist die taz als politisch linke Tageszeitung mit starkem Fokus auf Umweltschutz-Themen klar positioniert.

– Während es bei den meisten Medien eine Hierarchie gibt, an deren Spitze Gesellschafter, Geschäftsführung und Chefredakteur*innen das Sagen haben, zeichnet sich die Unternehmenskultur der taz durch eine ausgeprägte Mitbestimmung aus. Redakteur*innen sind sowohl bei Berufung und/oder Absetzung von Vorstand, Geschäftsführung und der Chefredaktion, wie auch vielen Entscheidungen beteiligt. Die (auch redaktionelle) Freiheit der Redakteur*innen gegenüber höheren Ebenen ist hierdurch in größerem Umfang gegeben, als dies bei anderen Medien üblicherweise der Fall ist.

– Aus dieser Freiheit und dem inhaltlich-politischen Profil heraus ergibt sich im Positiven die Möglichkeit, dass Redakteur*innen sich weniger in ständigen Abgleich mit der Berichterstattung durch andere Medien begeben müssen. Vielmehr können sie sich evtl. häufiger den Luxus leisten, eigene, umfangreichere Recherchen zu freier gewählten Themen anzustellen.

Nach der Vermittlung eines Verständnisses von Strukturen und Abläufen folgte eine spannende Diskussion darüber, ob und wie Frauen anders führen und wie evtl. Geschlechterunterschiede in einer Redaktion aussehen, deren Frauenanteil schon vor Jahrzehnten bei 50% lag. Es wurde erörtert, welches Führungsverständnis in einer linken, auf Mitbestimmung ausgelegten Organisation gelebt wird, und schließlich wurde auch noch die Frage diskutiert, ob es eine einheitliche Positionierung bzgl. des Umgangs mit Rechten gibt, bzw. ob und wie die Redaktion sich von Linksextremisten und linker Gewalt distanziert.

Barbara Junge gab einen äußerst spannenden und offenen Einblick in das Innere der taz. Wir bedanken uns für den sehr erkenntnisreichen Abend und wünschen weiterhin viel Energie und Inspiration bei der sicherlich nicht selten herausfordernden Arbeit.

First Monday: Botschaft für Kinder

Eingetragen am 09.10.2018

9. Oktober 2018 | By |

Beim vergangenen First Monday waren wir zu Gast in der „Botschaft für Kinder“, Ort der Genese vielfältiger Projekte des Vereins SOS-Kinderdorf. Kirsten Spiewack, Geschäftsführerin des SOS-Kinderdorfs Berlin-Moabit und der „Botschaft für Kinder“ gab zunächst einen Einblick in die „Botschaft“ und den in ihr ansässigen Hotel- und Gastronomiebetrieb, um dann anschließend mit unseren Mitgliedern über Ideen, Anregungen, Hindernisse und Möglichkeiten rund um die Fragestellung „wie kann – auch im Interesse der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft – Lobbyarbeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft noch besser gelingen?“ zu diskutieren.

SOS-Kinderdorf betreibt neben Kinderdörfern, Jugendeinrichtungen und vielen weiteren Projekten für Kinder, Jugendliche und Familien in erschwerten Lebenslagen auch drei SOS-Dorfgemeinschaften, in denen Menschen mit Behinderung leben und arbeiten. Das Hotel Rossi bezieht verschiedene Produkte aus diesen Einrichtungen. So sind die Möbel der Hotelzimmer in der Schreinerei von Hof Bockum gefertigt und für die Speisen im Restaurant werden u.a. Lebensmittel der Dorfgemeinschaft Grimmen-Hohenwieden verarbeitet. Neben den klassischen Hotelzimmern finden sich in dem Gebäude moderne Tagungsräume und ein Informationszentrum über die Arbeit von SOS-Kinder. Außerdem gibt es in der „Botschaft für Kinder“ Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Ausbildungsangebote für junge Menschen, die bei ihrem Start ins Berufsleben besondere Unterstützung benötigen. Für ganz junge Eltern unter den Auszubildenden ist es möglich, ihre Kinder betreuen zu lassen, wenn z.B. noch kein regulärer Kitaplatz zur Verfügung steht. Als Inklusionsbetrieb sind bis zu 50% der Mitarbeiterschaft Menschen mit Behinderung, die im Hotel Rossi Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt innehaben. Um das Hotel Rossi zu betreiben, wurde 2015 die Botschaft für Kinder gGmbH gegründet, die eine 100%ige Tochter von SOS-Kinderdorf ist.

Durch die herausragende Vielfalt an Tätigkeiten unter dem Dach der „Botschaft für Kinder“ ergab sich eine lebende Diskussion, die die unterschiedlichsten Tätigkeitsfelder der SOS-Kinderdörfer berührte und Ideen für mögliche Betätigungsmöglichkeiten des Hauses beinhaltete. Wir danken Kirsten Spiewack für den spannenden Einblick und der „Botschaft für Kinder“ für die Gastfreundschaft. Unser Dank gilt auch allen Teilnehmenden für den regen Austausch – der hoffentlich an einigen Stellen noch fortgeführt wird.

First Monday im September: Botschaft für Kinder

Eingetragen am 22.08.1918

22. August 1918 | By |

Zu Besuch bei der „Botschaft für Kinder“: wie kann – auch im Interesse der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft – Lobbyarbeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft noch besser gelingen?
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Armut ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. In Mitte und Neukölln leben 50% der Unter-18-jährigen mit Hartz IV, auf ganz Berlin bezogen sind es knapp über 30%. Viele Kinder kommen darüber hinaus aus bildungsfernen Haushalten und erhalten eher wenig Förderung und Motivation für einem erfolgreichen Bildungsabschluss und Einstieg in das Berufsleben. Und gleichzeitig hat die soziale Durchmischung an Schulen in den letzten Jahren massiv abgenommen und die staatlichen Maßnahmen zum Nachteilsausgleich nicht entsprechend zugenommen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Schulen, bei denen über 80% der Schüler*innen aus Hartz-IV-Haushalten kommen und die Schüler*innen kaum Personen aus ihrem persönlichen Umfeld kennen, die ihren Lebensunterhalt mit Arbeit bestreiten.

Die von den SOS-Kinderdorf-Organisation unweit des Hauptbahnhofs betriebene „Botschaft für Kinder“ versteht sich als Lobby-Organisation für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Zu unserem First Monday wird Kirsten Spiewack, Geschäftsführerin des SOS-Kinderdorfs Berlin-Moabit und der Botschaft für Kinder zunächst einen Einblick in die „Botschaft“ und den in ihr ansässigen Hotel- und Gastronomiebetrieb geben, um dann anschließend mit unseren Mitgliedern und Freund*innen über Ideen, Anregungen, Hindernisse und Möglichkeiten für Lobbyarbeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche zu diskutieren:

– wie kann ein gesellschaftliches Bewusstsein geweckt werden, dass eine erfolgreiche Integration von benachteiligten Kindern und Jugendlichen in den Arbeitsmarkt nicht nur ein Thema individueller Verantwortung der jeweiligen Familien oder der öffentlichen Schulen ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches Verantwortungsthema?

– wie können Medien dafür gewonnen werden, über das Thema Kinderarmut und wie Benachteiligung ausgeglichen werden kann, stärker zu berichten?

– wie kann die Politik dafür gewonnen werden, dass statt Einsparungen angesichts der Zunahme von Kindern und Jugendlichen in Armut die Unterstützungsangebote eher ausgeweitet werden?

– wie können Bildungsbürger dafür gewonnen werden, als Bildungspaten oder Perspektivgeber ansprechbar für Kinder und Jugendliche aus bildungsfernem Elternhaus zu sein?

– wie kann der Segregation an Berliner Schulen nach Geldbeutel der Eltern und Migrationshintergrund entgegen gewirkt werden?

– welche konkreten Verbesserungen für Kinder und Jugendliche könnten und sollten angegangen werden?

– welche Form der Netzwerke gibt es derzeit und welche sind denkbar?

– wie können darüber hinaus die Interessen von benachteiligten Kindern und Jugendlichen öffentlich wahrgenommen werden?

Zeit: Montag, 03. September 2018, 18:30 – 21:00 Uhr
Ort: Botschaft für Kinder (
Lehrterstraße 66, 10557 Berlin)

Teilnahmebedingungen
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen, nur eine komplette Teilnahme möglich ist und unsere Mitglieder Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen dieses Mitgliedsformulars tun. Die Teilnahme am First Monday ist kostenfrei, eine Anmeldung ist bis zum 30. August 2018 hier möglich. Sie erhalten spätestens am 30. August eine Rückmeldung, ob wir Ihre Anmeldung berücksichtigen konnten.