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„Vertretungsstunde“: Auf Umwegen in die Werbe- und PR-Agentur

Eingetragen am 07.06.2017

7. Juni 2017 | By |

IMG_0832Am 2. Juni war wieder „Vertretungsstunde“ in der Neuköllner Zuckmayer-Schule. Carmen Vallero von der Peperoni Werbe- und PR-Agentur begann sie mit Fragen an die Schülerinnen und Schüler: wer ist in Berlin geboren, wer spricht welche Sprache, wer hat die meisten Geschwister oder: wer kann gut kochen? Dann erfuhr die Klasse anhand von richtigen und falschen Aussagen auf ausgeteilten Karten auch etwas mehr über die „Vertretungslehrerin“. Gerade das Raten machte allen Spaß –ist sie Polizistin, Lehrerin, Schauspielerin oder bei der Müllabfuhr? Fährt sie Fahrrad, Motorrad oder nur mit Chauffeur?

Carmen Vallero hat nach der Realschule eine Ausbildung in einem Rechtsanwaltsbüro in Niedersachsen absolviert. Sie verriet, dass ihre Noten nie gut waren und in ihrem Umfeld wenig Inspiration oder Vorbilder, um sich in der Schule mehr anzustrengen. Die ungeliebte Ausbildung hat ihr jedoch viel ermöglicht – z. B. das erste eigene Geld, um den Führerschein zu machen und zu verreisen. Als frischgebackene Rechtsanwalts-und Notargehilfin ging sie kurz vor Mauerfall nach Berlin, um weiter in dem erlernten Beruf zu arbeiten. Nach zwei Auslandsaufenthalten sattelte sie um und arbeitete als Sekretärin im Berlin Verlag, bewarb sich dann über den § 11 des Berliner Hochschulgesetzes an der Universität der Künste und konnte dort auch ohne Abitur Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studieren. Nach einigen Jahren in einer Event-Agentur übernahm sie für die Deutsche AIDS-Hilfe die Öffentlichkeitsarbeit und war anschließend als Freiberuflerin für unterschiedliche Auftraggeber tätig. Heute arbeitet sie als Kommunikationsberaterin in der Peperoni Werbe- und PR-Agentur und betreut u. a. die Kampagnen der Berliner Stadtreinigung.

IMG_0831Besondere Aufmerksamkeit in der Klasse herrschte bei der Schilderung der eigenen Erlebnisse wie z. B. einer Veranstaltung mit der Bundeskanzlerin, der Arbeit mit Social Media, die Erfahrungen mit Praktikanten in der Agentur. Carmen Vallero ermunterte die Schüler vor allem, die vielen Möglichkeiten, die sich ihnen bieten, zu nutzen und sich über Ausbildungen zu informieren, den MSA anzustreben und sich immer vor Augen zu halten, dass jede Ausbildung ein guter Anfang ist, um in das Berufsleben einzusteigen. Schließlich ist auch ihre eigene Biografie ein Beispiel dafür, dass ein erlernter Beruf nicht für immer ist und man viel weiter kommen kann. Am Ende der Stunde wurde noch einmal diskutiert, warum und wann ein Beruf eigentlich „gut“ ist. Hier setzten die Schüler den Spaß an der Arbeit in einem guten Team an die erste Stelle – noch vor dem Geldverdienen. Und genau das wünschte die Vertretungslehrerin allen Schülerinnen und Schülern: Wer nicht aufgibt, kann Großes erreichen, es lohnt sich!

Startschuss für „Leadership in Dialogue“

Eingetragen am 08.05.2017

8. Mai 2017 | By |

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Der Dialog hat begonnen – am 2. Mai kam eine Gruppe von Berliner Führungskräften und Menschen mit Fluchtgeschichte, die Führungspotential bewiesen haben, bei Siemens zusammen, um in eine gemeinsame Learning Journey zu starten.

Mit dabei sind Führungskräfte aus Berliner Wirtschaftsunternehmen, der öffentlichen Verwaltung und Non-Profit-Organisationen. Gastgeberin war Petra Göbel, die bei Siemens in der Abteilung Human Resources Regional Speaker für Talent and Leadership Development ist. Auch von der GASAG, BVG, Polizei, der DIHK oder Bezirksämtern beteiligten sich erfahrene Führungskräfte.

Neu in Berlin sind dagegen die meisten der Teilnehmenden mit Fluchtgeschichte. Der Großteil von ihnen ist erst innerhalb der letzten zwei Jahre nach Deutschland gekommen. Und doch haben alle bereits angefangen, sich in der Stadt zu engagieren und Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Mouayad Alzaher hat beispielsweise das Cateringunternehmen „Dumu Zi“ gegründet und damit auch Arbeitsplätze für mehrere syrische Frauen geschaffen. Andere haben soziale Vereine gegründet und beraten geflüchtete Menschen, so z.B. Yahya Alaous mit „Zusammen Wachsen e.V.“ oder Amr Kurbaj als „Family Guide“. Die Syrerin Arwa Almoadhen vernetzt in der Initiative „New Chances“ Expert*innen und Coaches, um mit Workshops das passende Know-how dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird. Hawarneh Mwafak, ebenfalls Syrer, ist der Leiter des „Haus Charlotte“ in Schöneberg, das Obdachlosen eine Unterkunft bietet. Unter den Neu-Berliner*innen in der Gruppe sind aber auch Elektroingenieure und IT-Experten mit eigenem Unternehmen. Einige waren bereits in Syrien als Führungspersönlichkeiten aktiv, so z.B. Joumana Seif, die das „Syrian Women’s Networ“k gründete oder Amr Kurbaj, der für das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen arbeitete. Manche sind nun dabei, sich in Deutschland beruflich komplett neu zu orientieren, denn die deutsche Sprache stellt sich als große Hürde für eine Karriere dar.

Leadership in Dialogue

Beim Auftakttermin ging es vor allem darum, sich kennenzulernen und auszutauschen. Ganz nebenbei wurden Schubladen aufgebrochen und Vorurteile hinterfragt. Ein Ziel des Programms ist es, Gelegenheit zu geben, sich zu vernetzen und Perspektivwechsel vorzunehmen. Dieser Austausch soll später durch die Bildung von Tandem-Partnerschaften noch intensiviert werden.

Im Herbst wird die eigentliche Learning Journey beginnen. An sechs Dienstagnachmittagen im September und Oktober begibt sich die Gruppe auf eine Lernreise durch die Berliner Stadtgesellschaft und kommt mit unterschiedlichsten Akteuren ins Gespräch. Auf Stationen im öffentlichen Bereich, bei Unternehmen aus der Privatwirtschaft und bei gemeinnützigen Organisationen setzen sich die Teilnehmenden mit gesellschaftlichen Strukturen und aktuellen Herausforderungen auseinander und trainieren Leadership-Kompetenzen.

Wer sich für eine Teilnahme interessiert und sich an „Leadership in Dialogue“ beteiligen möchte, kann sich gerne das Konzept anschauen oder sich direkt bei uns melden. Es gibt noch freie Plätze für Berliner Führungskräfte aus der Wirtschaft, dem öffentlichen und Non-Profit-Bereich und wir freuen uns über jegliche finanzielle Unterstützung.

Kritik äußern und annehmen – Herausforderung am Programmtag

Eingetragen am 24.04.2017

24. April 2017 | By |

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Zum Thema „Kritik äußern und annehmen können“ gingen die Teilnehmenden unseres Leadership-Jahresprogramms am vergangenen Donnerstag am Vormittag in Austausch mit den unterschiedlichsten Akteuren der Stadtgesellschaft, die besonders viel austeilen und einstecken mussten und müssen.

Den Nachmittag verbrachten wir dann im Kulturforum Hellersdorf mit Bürger*innen, die „Führungskräften einmal ihre Meinung sagen wollen“. Obwohl wir auf unterschiedlichsten Wegen für die Veranstaltung geworben haben, war eine erste Feststellung, dass längst nicht so viele Bürger*innen von dem Gesprächsangebot Gebrauch machten, wie wir dies erwartet hätten.

Dennoch kam ein lebendiger Dialog zwischen den Gästen und unseren teilnehmenden Führungskräften zustande. Haupt-Kritikpunkte waren die Arroganz der Macht, soziale Schieflagen, Konformität statt Bürgernähe in der öffentlichen Verwaltung und das Funktionieren der Verwaltung allgemein, das Thema Schule, die Diskussionskultur und Denkverbote z.B. im Umgang mit der AfD sowie die Themen Sicherheit und Migration.

Die Diskussion in der Gesamtgruppe zeigte hierbei noch einmal, wie unterschiedlich viele Fragen sowohl unter den teilnehmenden Führungskräften als auch innerhalb der Gruppe der Gesprächspartner*innen eingeschätzt werden. Wirklichkeit ist komplex und es kann nur von Vorteil sein, seinen Bereich eines „selbstreferentiellen Systems“ mitunter zu verlassen – so eine Erkenntnis, die viele der Anwesenden mitnahmen.

Zwei Neuköllner Gewächse in der „Vertretungsstunde“

Eingetragen am 24.04.2017

24. April 2017 | By |

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Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9a der Zuckmayer-Sekundarschule durften sich letzte Woche gleich über zwei Führungskräfte als Gäste freuen, die beide selbst in Neukölln aufwuchsen und zur Schule gingen. Im Rahmen unseres Projekts „Vertretungsstunde“ gaben sie Einblicke in ihren beruflichen Werdegang und Tipps für den Berufseinstieg.

Kenan Yilmaz machte nach dem Abitur zunächst eine Maurerlehre und arbeitete auf dem Bau. In seiner Freizeit besuchte er u.a. Kampfsportschulen und Wing Tsun wurde zunächst zu seiner Leidenschaft und dann zu seinem  Beruf. Als er an unserem Leadership-Programm 2013 teilnahm war er Betreiber von zwei Wing-Tsun-Schulen. Inzwischen vereint er unter dem Dach seiner Firma VESQ GmbH insgesamt 12 Kampfkunstschulen in Berlin und Brandenburg. Auch wenn sein heutiger Beruf nichts mehr mit dem Maurer-Handwerk zu tun hat, so war seine Empfehlung an die Schüler*innen doch eindeutig: schaut, dass ihr eine Ausbildung macht. Wenn ihr in etwas gut seid und es wirklich wollt, öffnen sich danach noch viele andere Wege.

Petra Göbel verdiente sich ihr erstes Geld u.a. als Putzkraft und Kassiererin und erwarb ihre Englisch-Kenntnisse vor allem als Aupair in Großbritanien, bevor sie nach Studium und Auslands-Stipendium ihre berufliche Karriere bei Siemens startete, wo sie mittlerweile als Personalreferentin im Oberen Führungskreis in dem Weltkonzern angekommen ist und ihre Mails auch mal rund 100.000 Empfänger haben. Anschaulich sprach sie über Mindeststandards in Vorstellungsgesprächen, Kleidung, Fehltage in den Schulzeugnissen, den richtigen Umgangston, Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit und Kritikfähigkeit bis hin zu Rechtsschreibung und Englischkenntnissen und diverse Gründe, warum Arbeitsverhältnisse mitunter aufgelöst werden.

Kenan Yilmaz und Petra Göbel gaben insofern ganz unterschiedliche Einblicke in ihre berufliche Praxis, die für die meisten Schüler*innen der Zuckmayer-Schule noch sehr weit weg ist. 92% der Schüler*innen der Zuckmayer-Schule wachsen mit Lehrmittelbefreiung auf, was in der Regel bedeutet, dass die Familie ALG II bezieht. Für die Schüler*innen war es insofern ein Einblick in eine weitgehend fremde Welt des Berufslebens, die ihnen unsere beiden „Vertretungslehrer“ im Rahmen unseres Projektes „Vertretungsstunde“ lieferten. Wir hoffen mit den Besuchen von Menschen, die fest im Berufsleben stehen, einen Impuls zu geben, um den Anteil der Schüler*innen zu erhöhen, die eine duale Berufsausbildung beginnen. Aus dem letzten Abschluss-Jahrgang haben sich lediglich 20% der Schüler*innen dafür entschlossen, womit die Schule allerdings noch besser da steht als viele andere Schulen mit vergleichbarer Schüler-Zusammensetzung.

Vielen Dank an Petra Göbel und Kenan Yilmaz und die Lehrer*innen der Zuckmayer-Schule!

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Mut zur Vielfalt – Programmtag

Eingetragen am 23.04.2017

23. April 2017 | By |

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Unter dem Motto „Mut zur Vielfalt – dem anderen begegnen“ stand unser Programmtag im Mai des Collaborative Leadership Programms 2017. Im Zeichen von Vielfalt standen somit auch die Begegnungen, an denen die Führungskräfte an diesem Tag teilnahmen.

Gesprächspartner*innen waren Patricia Carl, die Vorstandsvorsitzende des Vereins Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien, sowie Sascha Disselkamp, Partner in der Sage Group, der in die Hallen des Sage Clubs lud und den Teilnehmenden die Parallelwelt des Berliner Nachtlebens näher brachte. Außerdem besuchten die Führungskräfte die Wagenburg Lohmühle und sprachen mit Bewohner*innen und tauschten sich beim Sonntags-Club mit Trans*Menschen aus, deren angeborene physische Geschlechtsmerkmale nicht mit dem gefühlten Geschlecht übereinstimmten.

Gastgeber des Tages war das Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung, eine Moschee im Wedding. Dort hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, einer TV-Diskussion mit Jens Spahn zum Thema „Gehört der Islam zu Deutschland?“ beizuwohnen und mit den Vorstandsmitgliedern Hassan Attalah und Herrn Ramzi zu diskutieren und Fragen zum Islam und muslimischem Leben in Berlin zu stellen.

Den „Mut zur Vielfalt“ galt es bei zwei Herausforderungen im öffentlichen Raum unter Beweis zu stellen. Ein Teil der Gruppe nahm sich dem Thema „Barrierefreiheit“ an und bewältigte im Rollstuhl eine Strecke mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln. Andere Führungskräfte gingen auf Meinungsforschung zum Thema „Religion“ im Kiez der Osloer Straße. Bei beiden „Challenges“ waren gute Kommunikationsstrategien gefragt und der Mut, sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu bewegen.

Wir danken allen Gesprächspartner*innen und dem IZDB für die Unterstützung!

Auftakt fürs Jahresprogramm 2017

Eingetragen am 03.04.2017

3. April 2017 | By |

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Das Collaborative Leadership Programm 2017 ist am 23./24.3. mit der Auftaktveranstaltung im Ringhotel Schorfheide gestartet. Mit dabei sind wieder 36 Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft: von „Zahlenmenschen“ aus der Wirtschaft über Führungskräfte aus Bezirksämtern bis zu Leiter*innen von sozialen Einrichtungen und Non-Profit-Initiativen (hier eine Übersicht über die Teilnehmer*innen).

An den ersten beiden Programmtagen stand das gegenseitige Kennenlernen im Zentrum. Aber es gab auch eine erste Gelegenheit zur  Kollegialen Beratung sowie einen Ausblick auf die Methodik des Experiential Learning und die Gespräche mit unterschiedlichsten Akteuren aus der Stadtgesellschaft. Hierfür standen sieben Mitglieder unseres Vorstandes zu den Themen der kommenden Programmtage als Gesprächspartner*innen zur Verfügung – es ging um Kritik, Verantwortung, Macht, Ohnmacht und Vielfalt in der Gesellschaft. Außerdem durften sich die Führungskräfte einer Herausforderung weit außerhalb ihres formalen Zuständigkeitsbereichs stellen… und wurden mit einer Menge Spaß und Applaus belohnt!

Fusionen als Veränderungsprozesse – First Monday bei der BKK VBU

Eingetragen am 21.03.2017

21. März 2017 | By |

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Für den First Monday im März waren wir zu Gast bei der BKK VBU und ihrer Vorständin Andrea Galle sowie der Fusionsbeauftragten Jacqueline Fochler. Die beiden sind Fusions-Expertinnen – haben sie doch gemeinsam seit der Neu-Gründung der Kasse 1993 bereits neun Fusionen durchgeführt. Tendenz: weitere werden folgen.

Denn wie wir im Gespräch erfuhren, stehen die Kassen weiterhin unter Druck zur Vergrößerung. Die Öffnung der Kassen begann mit der Einführung des Krankenkassenwahlrechts im Jahr 1996. Die ursprünglich an Betriebsgrößen angepassten BKKs schließen sich seither zu größeren Unternehmen zusammen, um die Effizienz zu steigern und Verwaltungskosten zu sparen. So wurden aus 785 Kassen im Jahr 1993 die heute verbleibenden 88.

Der Erfolgsschlüssel für eine erfolgreiche Fusion ist aus der Erfahrung von Andrea Galle und Jacqueline Fochler die Kommunikation. Denn es komme darauf an, die Mitarbeiter*innen mental mitzunehmen. Dabei helfe bei der BKK VBU auch das soziale Engagement des Unternehmens, denn die Mitarbeiter*innen identifizierten sich mit einer sinnstiftenden Vision.

Was dagegen nicht funktioniere, sei eine arrogante Haltung à la „Kommt zu uns, dann wird alles besser“. Gelassenheit und Geduld zu haben, die Menschen sich in der neuen Situation einfinden zu lassen, seien genauso wichtig wie der Freiraum für kulturelle Besonderheiten: die Grußformeln von Hamburg und Bayern lassen sich nicht konformieren.

Wann immer möglich, schaltet das Unternehmen vor den Fusionszeitpunkt eine Kooperationsphase vor. So können die Teams sich gegenseitig ebenso wie die Verfahrensweisen des anderen kennenlernen. Dabei werden auch die eigenen Prozesse auf den Prüfstand gestellt. Ein Aktivitätenplan gibt die konkreten Schritte im Veränderungsprozess vor und gibt allen Beteiligten Orientierung.

Und nicht zuletzt wirkt die Vorständin Andrea Galle selbst als Botschafterin für den Zusammenschluss und für die sinnstiftende Idee. Wir danken ihr und Jacqueline Fochler, dass wir an der Lernkurve des Unternehmens teilhaben durften. Ebenso gilt unser Dank Dorothee Christiani, der CSR-Beauftragten der BKK VBU und Mitglied unseres Vorstands, sowie Andreas Scholz-Fleischmann, unserem Vorstandsvorsitzenden, für die Moderation.

 

First Monday beim „Ober-Bademeister“

Eingetragen am 17.01.2017

17. Januar 2017 | By |

Scholz-Fleischmann_500x599Vier Vorstandsvorsitzende hatten die Berliner Bäderbetriebe bereits in den 20 Jahren seit ihrer Gründung 1996. Warum die Verweildauer mitunter nicht allzu lang und die Herausforderungen dafür umso größer sind, dazu gab uns Andreas Scholz-Fleischmann zu unserem First Monday im Dezember spannende Einblicke.

Das nasse Element hat es so an sich, dass Schwimmbäder jedes Jahr einen Sanierungsbedarf erzeugen. Dieser wurde über Jahrzehnte hinweg in Berlin ebenso vernachlässigt wie die Stellenbesetzungen. Wurden 1995 noch 79 Millionen Euro von öffentlicher Hand für die Schwimmbäder ausgegeben, waren es 2006 nur noch 37 Millionen Euro. Immerhin waren es in den letzten 3 Jahren wieder knapp 50 Millionen Euro Landeszuschüsse, die zukünftig noch einmal erhöht werden sollen.

Auch wenn das Problem der Unterfinanzierung und deren Folgen inzwischen erkannt ist, sind die Herausforderungen gewaltig. Wo sollen Prioritäten gesetzt werden? Wie sollen Ausschreibungen für Baumaßnahmen vorgenommen werden, wenn dazu das Fachpersonal fehlt und die Auftragsbücher der Bauwirtschaft übervoll sind? Wie kann bei den Bediensteten Akzeptanz dafür gewonnen werden, in unterschiedlichen Bädern zu arbeiten, wenn sie sich weitgehend mit dem „eigenen Bad“ identifizieren und weniger als Beschäftigte der Berliner Bäder-Betriebe? Wie kann ein über Jahre zerrüttetes Vertrauensverhältnis zwischen Betriebsrat und Vorstand wieder auf eine konstruktive Ebene gehoben werden, wenn sich noch in Gerichtsprozessen damit befasst wird, ob die zweite Führungsebene – vor zwei Jahren ohne Anhörung des Betriebsrats eingesetzt – im Amt bleiben wird? Wie kann man den unterschiedlichen Erwartungshaltungen von Kund*innen, Beschäftigten, Medien und Politik gerecht werden?

In dem Hintergrundgespräch in kleiner Runde wurde deutlich, wie herausfordernd die Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäder-Betriebe ist. Klar wurde auch, wie sehr in dieser Position nicht Autorität und Geradlinigkeit, sondern vielmehr Feingespür und diplomatisches Geschick gefragt sind und dass Andreas Scholz-Fleischmann gerade diese Fähigkeiten auszeichnen.

Wir bedanken uns für den spannenden Austausch und hoffen, dass die eine oder andere Anregung der Teilnehmenden erkenntnisreich war. Für die Zukunft wünschen wir viel Erfolg und eine glückliche Hand bei der Verbesserung der Ausgangssituation!

„Das Leben draußen“: Netzwerken für Anerkennung

Eingetragen am 09.09.2016

9. September 2016 | By |

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Udo Marin; Foto: VBKI

 

„Netzwerken funktioniert im Gefängnis besser als draußen. Hier ist das ein existentielles Interesse!“ lautet eine der Botschaften, die die Inhaftierten unserem Gesprächsgast im August, Herrn Udo Marin, mitgaben. Damit war schnell klar: Hier sitzen sich Experten gegenüber.

Udo Marin ist seit 17 Jahren der Geschäftsführer des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller e.V. (VBKI). Der Verein wurde bereits im Jahre 1879 gegründet und versteht sich selbst u.a. als eine Think-Tank-Organisation, die auf den Themenfeldern Politik, Standort Berlin, Bildung und Wissenschaft, Sport und mehr Antworten in Form von Positionspapieren erarbeitet. Darüber hinaus fördert der Verein gemeinnützige Projekte und unterstützt im Rahmen einer Sportförderung Berliner Spitzensportler während und nach ihrer aktiven Zeit.

Netzwerker sind vor allem sozial erfolgreich – sie können Menschen für sich und ihre Ideen gewinnen und kennen immer jemanden, der jemanden kennt. So auch die rheinische Frohnatur Udo Marin – eine ideale Besetzung, um zum Thema Netzwerke/Gemeinschaften seine Erfahrungen mit den Inhaftierten zu teilen.

Die Inhaftierten wiederum berichteten von ihren Strategien und Beweggründen, in der JVA selbstständig Netzwerke zu bilden oder bestehenden Netzwerken beizutreten. Sie gaben Beispiele für verschiedene Initiativen der Inhaftierten aus dem Gefängnisalltag und analysierten die Ursachen von Erfolg und Misserfolg dieser Vorhaben. Dabei kristallisierte sich schnell heraus: Der stärkste Antrieb zur Bildung einer Interessengemeinschaft ist immer noch der Kampf gegen einen gemeinsamen „Feind“.

Geschichten über Feinde hatte Herr Marin nicht zu erzählen, wohl aber über einen weiteren Aspekt der Motivation, Menschen zu helfen und dadurch Netzwerke zu bilden: Die Anerkennung.
Das Gefühl, jemandem geholfen zu haben, dafür Anerkennung zu erfahren und keine direkte Gegenleistung zu fordern, ist für Udo Marin ein wesentlicher persönlicher Antrieb seiner Arbeit im Verein. Gleichzeitig wird dadurch das Vertrauen zwischen den Beteiligten gestärkt – und ohne Vertrauen kann ein Netzwerk nicht von Dauer sein.

Ein Nachtrag zu der Gesprächsrunde erreichte uns drei Tage nach der Veranstaltung: Rosemarie Dorsch-Jäger, die Leiterin der sozialpädagogischen Abteilung der JVA Moabit, leitete uns die Rückmeldung eines Gefangenen weiter: „Der Gruppenanlass „Das Leben draußen“ war wieder sehr toll, unterhaltsam und inspirierend. Der Gast fand großen Anklang…“. Ein Ansporn für uns, uns mit „Das Leben draußen“ weiter zu engagieren!

„Spielräume der Macht“ im Roten Rathaus

Eingetragen am 28.06.2016

28. Juni 2016 | By |

Wer, wenn nicht das Rote Rathaus könnte ein passender Gastgeber für unseren Programmtag zum Thema „Macht“ sein?

Der Regierende Bürgermeister war zwar außer Haus, doch in unseren Programmtagen werden ohnehin alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien verschiedentlich in Gespräche einbezogen. Deshalb ging dieses Mal ein weiteres Regierungsmitglied, Justizsenator Thomas Heilmann, ins Gespräch mit den 36 teilnehmenden Führungskräften unseres Leadership-Programms. Wie es sich aus seiner Doppelrolle als Senator und erfolgreichem Unternehmer ergibt, sprach er nicht nur über Machtfaktoren in Partei und Regierung, sondern auch über seine Perspektive auf unterschiedliche Abläufe und Strukturen in öffentlicher Verwaltung und privaten Unternehmen. Beim Führungsstil neigen seiner Meinung nach viele Chefinnen und Chefs entweder zu Über- oder Untersteuerung.

Auch unsere Teilnehmenden machten sich Gedanken darüber, was gute Führung auszeichnet und welche Eigenschaften und Aspekte Faktoren für beruflichen und persönlichen Erfolg sind. Ob Glück, ein gutes Netzwerk, starker innerer Antrieb, kommunikative Fähigkeiten oder Gestaltungswille und Durchsetzungsfähigkeit – die Teilnehmenden hatten Gelegenheit sich selbst hinsichtlich dieser Aspekte zu hinterfragen und mit erfolgreichen Führungspersönlichkeiten abzugleichen, die sie am Nachmittag in Kleingruppen besuchten.

Bei so unterschiedlichen Gesprächspartner*innen wie Melanie Bähr, der stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, Sabine Werth, der Gründerin der Berliner Tafel und der bundesweiten Tafelbewegung, dem Unternehmer Bernd Schachtsiek, der u.a. auch Vorsitzender des Völklinger Kreises, einem Netzwerk für schwule Führungskräfte, war, und Volker Hassemer, dem ehemaligem Senator und aktuellen Vorsitzenden des Vorstands der Stiftung Zukunft Berlin, war es klar, dass individuelle Wege zum Erfolg führen. Dennoch vereinigen alle eine Vielzahl der gesammelten Erfolgsfaktoren auf sich – sonst stünden sie wohl nicht an den Positionen, die sie heute innehaben, und könnten nicht auf so viele Erfolge zurückblicken.