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öffentlicher Sektor Archive - Leadership Berlin

Berliner Verkehrsnetze – Agieren vs. Reagieren

Eingetragen am 29.05.2018

29. Mai 2018 | By |

Agieren versus Reagieren — welche Einflussfaktoren und Gestaltungsmöglichkeiten sieht Verkehrs-Staatssekretär Jens-Holger Kirchner für die Anpassung und Gestaltung der Verkehrsnetze von Berlin?

Foto: Sebastian Rittau [CC-BY 4.0]

Zeit:                 Montag, den 04.06.2018, 18:30 Uhr – 21:00 Uhr
Ort:                  Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
                         Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin
                         Raum 306 (Rittersaal)
Gastgeber:      Jens-Holger Kirchner, Staatssekretär für Verkehr    

Anmeldung:     hier

„Berlin wird auf Sicht gefahren“, so mitunter ein gern geäußerter Vorwurf an die Berliner Politik und Verwaltung angesichts der personellen und finanziellen Ressourcen und dem mitunter nicht ganz so ausgeprägten Mut, gegen alle Widerstände Veränderungen zu gestalten.

Zumindest letzteres kann man Jens-Holger Kirchner, seit 2016 Staatssekretär für Verkehr nicht nachsagen. In seinem Amt als Baustadtrat in Pankow erwarb er sich den Ruf, hemdärmelig und unkonventionell Dinge anzupacken: sei es in Form einer öffentlichen Ekelrestaurant-Liste, dem Ferienwohnungsverbot für Prenzlauer Berg oder, indem er z.B. auch einmal medienwirksam einen maroden Bürgersteig absperrte, um die zuständige Senatsverwaltung zum Handeln zu bewegen. Nun bekleidet er selbst in der für Verkehr zuständigen Senatsverwaltung eine führende Position.

Wie hat sich seine Sicht auf die Arbeit einer Senatsverwaltung verändert? Wie stellen sich aus seiner Sicht die Gestaltungsmöglichkeiten und die Verantwortung zur Gestaltung der Verkehrsnetze der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz dar? Welche Einflussfaktoren fließen im Hinblick auf die Gestaltung der Infrastruktur für Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV, Auto, Lieferverkehr und Flugverkehr mit ein? An welchen Stellen müssen Politik und Verwaltung auf bereits stattgefundene Entwicklungen „reagieren“ und „reparieren“ und in wieweit gelingt es, auch zu „agieren“ und tragfähige Entscheidungen mit Langfrist-Perspektive voranzubringen? Und welche sind das und wie laufen diesbezügliche Entscheidungsprozesse?

Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen und unsere Mitglieder Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Nicht-Mitgliedern ermöglichen wir die Teilnahme vereinzelt. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen dieses Mitgliedsformulars tun. Die Teilnahme am First Monday ist kostenfrei und Anmeldungen sind über das folgende Formular möglich.

First Monday beim „Ober-Bademeister“

Eingetragen am 17.01.2017

17. Januar 2017 | By |

Scholz-Fleischmann_500x599Vier Vorstandsvorsitzende hatten die Berliner Bäderbetriebe bereits in den 20 Jahren seit ihrer Gründung 1996. Warum die Verweildauer mitunter nicht allzu lang und die Herausforderungen dafür umso größer sind, dazu gab uns Andreas Scholz-Fleischmann zu unserem First Monday im Dezember spannende Einblicke.

Das nasse Element hat es so an sich, dass Schwimmbäder jedes Jahr einen Sanierungsbedarf erzeugen. Dieser wurde über Jahrzehnte hinweg in Berlin ebenso vernachlässigt wie die Stellenbesetzungen. Wurden 1995 noch 79 Millionen Euro von öffentlicher Hand für die Schwimmbäder ausgegeben, waren es 2006 nur noch 37 Millionen Euro. Immerhin waren es in den letzten 3 Jahren wieder knapp 50 Millionen Euro Landeszuschüsse, die zukünftig noch einmal erhöht werden sollen.

Auch wenn das Problem der Unterfinanzierung und deren Folgen inzwischen erkannt ist, sind die Herausforderungen gewaltig. Wo sollen Prioritäten gesetzt werden? Wie sollen Ausschreibungen für Baumaßnahmen vorgenommen werden, wenn dazu das Fachpersonal fehlt und die Auftragsbücher der Bauwirtschaft übervoll sind? Wie kann bei den Bediensteten Akzeptanz dafür gewonnen werden, in unterschiedlichen Bädern zu arbeiten, wenn sie sich weitgehend mit dem „eigenen Bad“ identifizieren und weniger als Beschäftigte der Berliner Bäder-Betriebe? Wie kann ein über Jahre zerrüttetes Vertrauensverhältnis zwischen Betriebsrat und Vorstand wieder auf eine konstruktive Ebene gehoben werden, wenn sich noch in Gerichtsprozessen damit befasst wird, ob die zweite Führungsebene – vor zwei Jahren ohne Anhörung des Betriebsrats eingesetzt – im Amt bleiben wird? Wie kann man den unterschiedlichen Erwartungshaltungen von Kund*innen, Beschäftigten, Medien und Politik gerecht werden?

In dem Hintergrundgespräch in kleiner Runde wurde deutlich, wie herausfordernd die Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäder-Betriebe ist. Klar wurde auch, wie sehr in dieser Position nicht Autorität und Geradlinigkeit, sondern vielmehr Feingespür und diplomatisches Geschick gefragt sind und dass Andreas Scholz-Fleischmann gerade diese Fähigkeiten auszeichnen.

Wir bedanken uns für den spannenden Austausch und hoffen, dass die eine oder andere Anregung der Teilnehmenden erkenntnisreich war. Für die Zukunft wünschen wir viel Erfolg und eine glückliche Hand bei der Verbesserung der Ausgangssituation!