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„Vertretungsstunde“: Auf Umwegen in die Werbe- und PR-Agentur

Eingetragen am 07.06.2017

7. Juni 2017 | By |

IMG_0832Am 2. Juni war wieder „Vertretungsstunde“ in der Neuköllner Zuckmayer-Schule. Carmen Vallero von der Peperoni Werbe- und PR-Agentur begann sie mit Fragen an die Schülerinnen und Schüler: wer ist in Berlin geboren, wer spricht welche Sprache, wer hat die meisten Geschwister oder: wer kann gut kochen? Dann erfuhr die Klasse anhand von richtigen und falschen Aussagen auf ausgeteilten Karten auch etwas mehr über die „Vertretungslehrerin“. Gerade das Raten machte allen Spaß –ist sie Polizistin, Lehrerin, Schauspielerin oder bei der Müllabfuhr? Fährt sie Fahrrad, Motorrad oder nur mit Chauffeur?

Carmen Vallero hat nach der Realschule eine Ausbildung in einem Rechtsanwaltsbüro in Niedersachsen absolviert. Sie verriet, dass ihre Noten nie gut waren und in ihrem Umfeld wenig Inspiration oder Vorbilder, um sich in der Schule mehr anzustrengen. Die ungeliebte Ausbildung hat ihr jedoch viel ermöglicht – z. B. das erste eigene Geld, um den Führerschein zu machen und zu verreisen. Als frischgebackene Rechtsanwalts-und Notargehilfin ging sie kurz vor Mauerfall nach Berlin, um weiter in dem erlernten Beruf zu arbeiten. Nach zwei Auslandsaufenthalten sattelte sie um und arbeitete als Sekretärin im Berlin Verlag, bewarb sich dann über den § 11 des Berliner Hochschulgesetzes an der Universität der Künste und konnte dort auch ohne Abitur Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studieren. Nach einigen Jahren in einer Event-Agentur übernahm sie für die Deutsche AIDS-Hilfe die Öffentlichkeitsarbeit und war anschließend als Freiberuflerin für unterschiedliche Auftraggeber tätig. Heute arbeitet sie als Kommunikationsberaterin in der Peperoni Werbe- und PR-Agentur und betreut u. a. die Kampagnen der Berliner Stadtreinigung.

IMG_0831Besondere Aufmerksamkeit in der Klasse herrschte bei der Schilderung der eigenen Erlebnisse wie z. B. einer Veranstaltung mit der Bundeskanzlerin, der Arbeit mit Social Media, die Erfahrungen mit Praktikanten in der Agentur. Carmen Vallero ermunterte die Schüler vor allem, die vielen Möglichkeiten, die sich ihnen bieten, zu nutzen und sich über Ausbildungen zu informieren, den MSA anzustreben und sich immer vor Augen zu halten, dass jede Ausbildung ein guter Anfang ist, um in das Berufsleben einzusteigen. Schließlich ist auch ihre eigene Biografie ein Beispiel dafür, dass ein erlernter Beruf nicht für immer ist und man viel weiter kommen kann. Am Ende der Stunde wurde noch einmal diskutiert, warum und wann ein Beruf eigentlich „gut“ ist. Hier setzten die Schüler den Spaß an der Arbeit in einem guten Team an die erste Stelle – noch vor dem Geldverdienen. Und genau das wünschte die Vertretungslehrerin allen Schülerinnen und Schülern: Wer nicht aufgibt, kann Großes erreichen, es lohnt sich!

Vertretungsstunde – Was macht ein Lehrer für Erwachsene

Eingetragen am 12.04.2017

12. April 2017 | By |

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In unserem Projekt „Vertretungsstunde“ stellt monatlich eine Führungskraft aus unserem Netzwerk in der Zuckmayer-Schule im Neuköllner Rollbergviertel ihren beruflichen Werdegang und ihre aktuelle Tätigkeit vor. In der 9. Klasse haben alle Schüler*innen eine familiäre Migrationsgeschichte, die meisten Familien haben Wurzeln in der Türkei und arabischen Ländern. „Vertretungslehrer“ dieses Mal war unser Geschäftsführer Bernhard Heider, der u.a. vermittelte, dass auch Erwachsene noch lernen können und wollen.

Die schwierigste Frage war für ihn die eines Schülers auf die Aussage, dass heute nur noch halb so viele Kinder in Deutschland geboren werden wie in den 60er-Jahren:
„Warum kriegen die Deutschen denn keine Kinder mehr? Dann leben hier doch nur noch Ausländer irgendwann!“

Was hätten Sie auf die Frage geantwortet?

Premiere für „Vertretungsstunde“

Eingetragen am 28.02.2017

28. Februar 2017 | By |

Im Rahmen unseres Projektes „Vertretungsstunde“ besuchen Führungskräfte die Zuckmayer-Oberschule und geben dort in einer neunten Klasse auf der Basis ihrer Erfahrungen aus der beruflichen Praxis eine „Vertretungsstunde“ im WAT-Unterricht (Wirtschaft-Arbeit-Technik). Die Premiere am Pult gab als Vertretungslehrer Werner Gräßle, Präsident des Amtsgerichts Lichtenberg. Er gab Einblicke in die Arbeit am Gericht und stellte verschiedene Ausbildungsberufe vor. Dass er ursprünglich einmal Schreiner werden wollte und es auch mit einem nicht geradlinigen Lebenslauf zu der Position eines Gerichtspräsidenten geschafft hat, war für die Schüler*innen spannend. Sie interessierten sich dafür, ob er zufrieden mit seinem Beruf sei, obwohl er ursprünglich etwas anderes anvisiert hatte, und ob der Job anstrengend sei. Wie viel so ein Richter verdient, war natürlich auch von Interesse.

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Die Schüler*innen wollten aber auch wissen, wie eine Gerichtsverhandlung in der Realität abläuft und was es eigentlich neben Strafprozessen noch für Aufgaben gibt, mit denen sich Gerichte beschäftigen. Mit einem Beispiel über einen schwierigen Erbfall veranschaulichte Werner Gräßle die Aufgaben eines Zivilgerichts. Er erklärte auch, dass man als Richter manchmal sehr schwierige Entscheidungen treffen muss, wie beispielsweise, ob Kinder bei ihren Eltern bleiben können oder nicht.

Natürlich erfuhren die Schüler*innen auch, welche Ausbildungsberufe es in der Justiz gibt. Dort gibt es einen großen Mangel an Justizfachangestellten – ein Beruf, für den man sich mit einem Mittleren Schulabschluss (MSA) ausbilden lassen kann. Werner Gräßle erklärte hierbei, worin die Aufgaben in einem Praktikum bestehen und welche Bewerbungsfristen es gibt. Neben einem Beutel mit Infomaterial hatte er auch einen sehr konkreten praktischen Tipp für die Schüler*innen, die zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden: „Geht vorher auf die Website und informiert euch, um was es genau geht bei dem Beruf, für den ihr euch bewerbt.“

Die Schüler*innen erhalten nun monatlich Besuch von Führungskräften aus dem Netzwerk von Leadership Berlin, die als Perspektivgeber aus ihrem Beruf berichten, Ausbildungswege aufzeigen und ihre persönliche Arbeitsmotivation teilen. Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter: http://leadership-berlin.de/vertretungsstunde/