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Das Leben draußen

Gelingen von Strafvollzug und Resozialisierung

Für ein besseres Gelingen von Strafvollzug und Resozialisierung


Vorbemerkung:
Die Rückfallquote von Straftätern, die Haftstrafen von mehr als zwei Jahren absolviert haben, liegt bei ca. 70%. Eine Verbesserung dieser Problemlage kann erzielt werden, wenn ein Zusammenspiel von öffentlichem Bereich (Strafvollzug) und gemeinnützigen Organisationen (zur Resozialisierung) erfolgt und zugleich auch Unternehmen gewonnen werden können, Arbeitsplätze für diese besonders schwierige Zielgruppe zur Verfügung zu stellen. Angesichts der besonderen Zielgruppe können zu diesem Themenfeld allerdings kaum Finanzmittel und ehrenamtliches Engagement gewonnen werden. Ganz abgesehen davon verdienen Justizvollzugsbeamte nicht nur unsere Unterstützung, sondern auch unseren Respekt dafür, dass sie sich diesem herausfordernden und negativ geprägten Verantwortungsbereich stellen.


Teilnehmende des Collaborative Leadership Programms in der JVA Moabit      Foto: Charles Yunck

Bei den Themen Strafvollzug und Resozialisierung handelt es sich unserer Einschätzung nach um eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, für die ein Zusammenwirken der drei Sektoren hilfreich ist. Dieser Herausforderung wollen wir uns gerne stellen und führen daher regelmäßig Programmtage im Strafvollzug durch, bei denen sich die teilnehmenden Führungskräfte mit Vertretern der Leitungsebene wie auch Inhaftierten im Strafvollzug austauschen. Neben den für beide Seiten spannenden und mitunter hilfreichen Gesprächen ergeben und ergaben sich aus den Begegnungen auch jeweils konkretes Engagement bzw. Angebote:

Das Leben draußen – Ein Perspektivwechsel mit Gästen
In Folge eines Programmtages im Collaborative Leadership Programm 2013 entschlossen sich Crispin Hartmann, Abteilungsleiter Controlling, IT und Organisation in der Kundenbetreuung der BSR, und Dieter Geuß, geschäftsführender Koordinator im Hospizdienst Christophorus, zu einem ehrenamtlichen Engagement in der JVA Moabit, das die beiden seit Februar 2014 durchführen. Unter dem Namen „Das Leben draußen – Ein Perspektivwechsel mit Gästen“ organisieren sie einen monatlichen Gesprächskreis zwischen einer Gruppe aus ca. zehn Inhaftierten und jeweils einem Gast. Die Gäste sind vorwiegend “Entscheider/innen” bzw. “Macher/innen” und kommen aus Wirtschaft, öffentlichen Unternehmen und dem sozialen bzw. kulturellen Bereich. Viele von ihnen sind ehemalige Teilnehmer/innen eines unserer Collaborative Leadership Programme.

Wir wollen mit diesem Format Inhaftierten Möglichkeiten eröffnen, über den eigenen „Schicksalsrand“ hinaus zu blicken und durch den Perspektivwechsel mögliche Auswege aus der eigenen Situation zu sehen. Wir wollen einen nachvollziehbaren, authentischen Austausch gestalten, wie jeder von uns seine persönlichen Zwänge und Chancen erlebt, mit allen Hochs und Tiefs, die das Leben bietet. Wir gewähren dabei gegenseitige Einblicke in Schaffens- und Lebenswelten, zu denen sonst keiner der Beteiligten einen Zugang hätte.

Die Gesprächsrunde findet an jedem letzten Montag im Monat zwischen 16.30 und 18.00 Uhr in der JVA Moabit statt. Jede Veranstaltung steht dabei unter einem Motto, z.B. “Ausgrenzung”, „Ohnmacht“, „Macht“, „Armut“, „Glaube“ usw… Der jeweilige Gast berichtet mit einem 20-minütigen Impulsvortrag aus seiner/ihrer Sicht über persönliche Erfahrungen und Wertvorstellungen zu dem Thema. Anschließend findet eine offene Diskussion mit den Inhaftierten darüber statt. Dieter Geuss und Crispin Hartmann fungieren dabei als Moderatoren, Ideengeber und Fragesteller. Weitere Informationen finden sich in der Broschüre des Projektes „Das Leben draußen“.

Wir sind immer auf der Suche sowohl nach Führungskräften, die für einen solchen Austausch mit Inhaftierten bereit sind, als auch nach Ehrenamtlichen, die sich vorstellen können, ein ähnliches Gesprächsformat für eine andere Justizvollzugsanstalt auf die Beine zu stellen. Bitte melden Sie sich gegebenenfalls bei Crispin Hartmann  bzw. Bernhard Heider unter bernhard.heider (at) leadership-berlin.de.