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August 2020 - Leadership Berlin

Programmtag zum Thema Kritik

Eingetragen am 23.08.2020

23. August 2020 | By |

Umso höher man in einer Organisation aufsteigt, desto mehr hat man es mit Menschen aus anderen Kontexten zu tun, die dem eigenen Unternehmen/Behörde/Organisation und den mit ihr verbundenen Zielen und Handlungsweisen eher kritisch gegenüberstehen. Diesem Zusammenhang widmeten wir unseren Programmtag “Kritik äußern und annehmen können”, zu dem die Teilnehmenden unserer Leadership Jahresprogramms dieses Mal beim Tagesspiegel zusammenkamen. Der normalerweise für bis zu 400 Personen ausgelegte Konferenzbereich bot dabei die Möglichkeit, die geltenden Abstandsregeln einzuhalten.

Im Gespräch mit Chefredakteur Lorenz Maroldt stellten die teilnehmenden Führungskräfte die Innen- und Außenperspektive von Medien und die von und an ihnen geäußerte Kritik gegenüber. Im Austausch untereinander und in Kleingruppengesprächen vertieften die Teilnehmenden ihre Betrachtungsweisen auf das Thema. Für den Nachmittag hatten wir dazu externe Gesprächspartner*innen eingeladen, die im Zusammenhang mit einer Personalverantwortung für bis zu 8000 Beschäftigte in einem Wirtschaftsunternehmen, mit langjähriger Spitzenpositionen in Behörden mit bis zu 4000 Bediensteten, mit langjähriger parlamentarischer und außerparlamentarischer Arbeit oder mit der Initiierung eines Volksentscheides ziemlich viele und mitunter sehr unterschiedliche Erfahrungen mit “Kritik-Kultur” einbrachten.

Wir danken dem Tagesspiegel, insbesondere dem Chefredakteur Lorenz Maroldt und dem Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff für die Gastfreundschaft und allen Mitwirkenden für den spannenden und erkenntnisreichen Tag.

Rettungs- und Nutzungskonzept für Event-Locations

Eingetragen am 21.08.2020

21. August 2020 | By |

Unter dem Namen „1000plus“ bringt Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. die Betreiber*innen von Veranstaltungsorten, an denen normalerweise Veranstaltungen für mehr als 1000 Personen pro Tag stattfinden, zu einem sektorübergreifenden Austausch zusammen.  Das erste Treffen fand am 18. Juni im City-Cube der Messe Berlin (22.000qm Nutzfläche) statt, das darauffolgende Treffen am 11. August in der Station Berlin (23.000 qm Veranstaltungsfläche).

Neben einem Erfahrungsaustausch über die jeweiligen Herausforderungen und Best-Practice-Beispiele im Zusammenhang mit der Corona-Krise entstand aus dem Austausch folgende Idee:

  • Viele öffentliche Veranstaltungen für 20 bis 100 Personen können aufgrund der Abstandsregeln in den hierfür normalerweise vorgesehenen Räumlichkeiten nicht in gewohntem Umfang stattfinden. Beispiele:
    – Bezirksverordnetenversammlungen
    – Weiterbildungs-Seminare der Verwaltungsakademie, der IHK, Volkshochschulen usw.
    – Gerichtsverhandlungen und vieles mehr
  • Zur gleichen Zeit stehen die großen Veranstaltungsorte in Berlin weitgehend leer und ungenutzt. Veranstaltungen wie Messen, Konzerte können nicht oder nicht kostendeckend unter den gegebenen Abstandsregeln stattfinden. Viele Veranstaltungsorte wissen nicht, ob sie den Jahreswechsel bzw. das kommende Jahr wirtschaftlich überstehen werden.

Eine denkbare Win-Win-Situation könnte nun sein, dass diese großen Veranstaltungsorte für Seminare, Bezirksverordnetenversammlungen, Gerichtsverhandlungen usw. genutzt werden. Den einen wird ermöglicht, dass ihre Veranstaltungen in gewohnter Personenzahl unter Einhaltung der Abstandsregeln stattfinden können, die anderen werden wirtschaftlich vor dem Ruin gerettet.

Für die Umsetzung braucht es:

  • den dafür notwendigen politischen Willen
  • einen öffentlichen Finanztopf, aus dem die nicht unerheblichen Kosten getragen werden und
  • einen zentralen Pool mit den angemieteten Räumlichkeiten, auf den dann Behörden und öffentliche Institutionen zurückgreifen können

Der Kostenaspekt ist dabei der Dreh- und Angelpunkt. Wenn man auf die einzelne Veranstaltung schaut, wäre es finanziell kaum abbildbar, wenn z.B. für eine Bezirksverordnetenversammlung mit 55 Teilnehmenden eine Halle von 1000 qm angemietet wird. Wenn man aber das Große und Ganze sieht, dann sollte der Kostenaspekt nicht das Knock-Out-Kriterium sein, da für die zahlreichen leerstehenden Hallen in der Stadt ja auch ohne Nutzung fast genauso hohe oder sogar noch höhere öffentliche Ausgaben anfallen:

Zum Einen in Form von Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld für die hier normalerweise Beschäftigen, zum Anderen in Form von öffentlichen Finanzhilfen, die ohne Gegenleistung gewährt werden müssen, wenn die Stadt nicht ihre Veranstaltungsorte und den damit zusammenhängenden Reiz für Touristen in der Nach-Corona-Ära verlieren will.

Aus diesem Grund halten wir ein zentral gesteuertes Rettungs- und Nutzungskonzept für außerordentlich sinnvoll. Öffentliche Veranstaltungen könnten wieder mit normalen Teilnehmerzahlen stattfinden und die Veranstaltungsbranche wird gerettet, wobei es dafür eine Gegenleistung gibt.

Denkbar wäre, dass Nutzungsverträge mit Veranstaltungsorte über 20 Tage pro Monat abgeschlossen werden und die entsprechenden Mietkosten, notwendige Umbaukosten (z.B. für das Einbringen von Stühlen und Tischen), Betriebs- und Betreuungskosten aus einem zentralen Topf finanziert werden, in einen Location-Pool aufgenommen werden und öffentliche Einrichtungen/Behörden dann daraus passende Orte für ihre Formate auswählen können.

Wir versuchen aktuell, diese Idee bei den hierfür in Frage kommenden Senatsverwaltungen bzw. der Senatskanzlei einzubringen.