Image Image Image Image Image Image Image Image Image

Leadership Talk mit Ingo Malter von STADT UND LAND

Eines der Themen, das trotz der Brisanz um Corona nicht von der Bildfläche verschwunden ist, ist das Thema Wohnen bzw. Wohnraum in Berlin. Möglicherweise hat es durch die Pandemie sogar an Relevanz gewonnen; die Menschen halten sich mehr Zuhause auf, nehmen ihre (Wohn-)Räume intensiver wahr oder kommen durch finanzielle Einbußen in Zahlungsschwierigkeiten. Vielleicht stieß der Leadership Talk mit Ingo Malter, Geschäftsführer der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft Berlin auch deswegen auf großes Interesse und gestaltete sich – wie die Zusammensetzung der Teilnehmenden – sehr vielseitig.

Screenshot vom Digitalen Leadership Talk mit Ingo Malter (im Bild mittig, gelb umrandet)

Der erste Teil der digitalen Veranstaltung bestand aus einem Interview, das Bernhard Heider, Geschäftsführer von Leadership Berlin, mit Ingo Malter führte. Dabei ging es zunächst um Mitarbeiterführung, die Ingo Malter durch seine vielseitigen beruflichen Stationen u.a. in den Bauabteilungen der Bezirksämter von Kreuzberg und Reinickendorf wie auch in einem Tochter-Unternehmen von Goldman Sachs sowohl aus öffentlicher als auch aus privatwirtschaftlicher Perspektive beleuchten konnte. Seit nun 11 Jahren ist er Geschäftsführer der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft in Berlin, die als öffentliche Wohnungsbaugesellschaft mit mehr als 600 Beschäftigten gut 50.000 Wohnungen im eigenen Bestand, 10.000 für Dritte verwaltete Mieteinheiten und mehr als 800 Gewerbeobjekte betreut.


Führung habe für ihn viel mit Vertrauen zu tun, so Malter. Es sei zudem wichtig, partnerschaftlich, und – wenn wirtschaftlich darstellbar – auch großzügig mit den Mitarbeitenden umzugehen, was sich neben Bezahlung und Freizeit besonders in Fortbildungen und Entwicklungsangeboten ausdrücken ließe. “Und wenn trotzdem jemand gehen will, sollte das mit guten Wünschen für die Zukunft möglich gemacht werden.” Denn durch gute Reputation komme wieder jemand Neues, die oder der die Lücke füllen könne. Und etwas Glück sei für uns alle ein Schlüssel, um erfolgreich zu sein und weiterzukommen.


Im zweiten Teil der Zoom-Konferenz stand die gesellschaftliche Rolle öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften im Fokus. Dazu wurde das Gespräch für Fragen aus dem Teilnehmerkreis geöffnet. Von der Deutschen Bank über die Investitionsbank Berlin, die AWO Hilfe für wohnungslose Frauen oder das Amtsgericht Schöneberg hin zum Initiator des Volksbegehrens „Deutsche Wohnen und Co. Enteignen“ waren durch die Teilnehmenden aus unserem Netzwerk Institutionen und Einrichtungen vertreten, die auf ganz unterschiedliche Weise das Thema Wohnen bearbeiten. Warum in Berlin in den letzten Jahren zu wenig gebaut wurde, ob öffentliche Wohnungsbaugesellschaften für eine soziale Durchmischung sorgen oder 100 % ihrer Wohnungen an WBS-Berechtigte vergeben sollten, welche Folgen „Mietendeckel und Enteignungen“ oder auch das „Bauen auf dem freien Markt“ für Mieter*innen, Eigentümer*innen und die Entwicklung der Stadt haben und einige Fragen mehr wurden in dem kurzweiligen Austausch mit Ingo Malter diskutiert.


Trotz der vielschichtigen Zugänge wurde deutlich, dass die Stadt nur im Zusammenwirken verschiedener Kräfte den Spagat zwischen der Gewährleistung bezahlbaren Wohnraums und gleichzeitigem Wohnraumzuwachs entsprechend dem Bevölkerungszuwachs stemmen kann. Und der Eindruck lag in der Luft, dass der Diskurs um den richtigen Weg im Hinblick auf Mietenentwicklung, soziale Durchmischung und Neubau noch über Jahrzehnte ein Thema für Berlin sein wird, über das es sehr unterschiedliche Betrachtungsweisen gibt, und dass das Pendel zwischen staatlicher Regulierung und marktwirtschaftlichen Mechanismen auch zukünftig immer wieder einmal stärker in die eine oder andere Richtung ausschlagen wird.


Wir danken Ingo Malter und allen Teilnehmenden für das Interesse und die Offenheit des Austauschs. Wir werden dieses Thema auch zukünftig in unseren Programmformaten aufgreifen.