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Bernhard Heider, Autor bei Leadership Berlin

Jetzt anmelden zum Jahresprogramm 2023!

Eingetragen am 27.09.2022

27. September 2022 | By |

Die Termine stehen fest und die Anmeldeperiode ist eröffnet: unser Collaborative Leadership Programm 2023 startet mit einer zweitägigen Auftaktveranstaltung im Ringhotel Schorfheide am 24./25. April 2023 und endet mit dem Abschlusstag am 5. Oktober 2023

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Hier die Termine der Learning Journey durch die Stadtgesellschaft 2023:

Programmtag 1: Montag, 24. April 2023
Gesellschaft verstehen und Gemeinschaft gestalten

Programmtag 2: Dienstag, 25. April 2023
Fokus und Kontext – Zusammenhänge erkennen

Programmtag 3: Donnerstag, 11. Mai 2023
Kritik äußern und annehmen können

Programmtag 4: Donnerstag, 1. Juni 2023
Mut zur Vielfalt – den anderen begegnen

Programmtag 5: Donnerstag, 22. Juni 2023
Spielräume der Macht ausschöpfen & Strategien entwickeln

Programmtag 6: Donnerstag, 6. Juli 2023
Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln

Programmtag 7: Donnerstag, 7. September 2023
Verantwortung annehmen und abgeben können

Programmtag 8: Donnerstag, 5. Oktober 2023
Der Blick nach vorne – das Netzwerk entwickeln

Weitere Infos finden sich unter diesem Link auf unserer Website oder in diesem PDF. Für Anmeldungen benutzen Sie bitte dieses Formular.


Leadership Exkursion nach Poznan

Eingetragen am 26.09.2022

26. September 2022 | By |

Anregende und inspirierende Einblicke in unser polnisches Nachbarland erlebten die Teilnehmenden unserer Leadership Exkursion 2022, die uns nach Posen (Poznan) führten. Obgleich Posen mit 540.000 Einwohner und 300 km Entfernung größer ist und näher an Berlin liegt als Hannover, liegt es doch für viele Brandenburger*innen und Berliner*innen sozusagen im blinden Fleck einer vor allem nach Westen ausgerichteten Wahrnehmung.

Sicherlich trug auch dieser „Aha-Effekt“ dazu bei, dass die teilnehmenden Führungskräfte aus Berlin und Brandenburg die gebotenen Einblicke als sehr intensiv und eindrücklich empfunden haben. Aber besonders anregend zur Reflexion von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Deutschland und Polen waren die Treffen mit polnischen Führungskräften.

So beinhaltete die Exkursion Begegnungen mit polnischen Führungskräften in jeweils ähnlichem Arbeitskontext, ein sehr offenes Gespräch mit dem Stadtpräsidenten, Jacek Jaskowiak, einem anregenden Austausch zum Abendessen mit Mitgliedern des deutsch-polnischen Wirtschaftskreises und Sprachschülern, die ihr Business-Deutsch in der Sprachschule “be better Club” ausgebaut haben und zuletzt mit Justyna K. Ochędzan, der Vorsitzenden des Dachverbandes gemeinnütziger Organisationen, Aleksandra Orchowska, Vizepräsidentin der Orchidea-Stiftung, die sich um Menschen mit Behinderung und Senioren kümmert und Paulina Kirschke, der Leiterin der Julia Woykowska-Stiftung, die sich für Frauenrechte und die Benachteiligung von Frauen einsetzt.

So nimmt es kein Wunder, dass viele der knapp 20 Teilnehmenden neben intensiven Eindrücken auch das Vorhaben mitnahmen, mit ihren Gesprächspartner*innen in Kontakt zu bleiben und die polnische Nachbarregion mitzudenken, wenn es z.B. um Klausuren oder Familienausflüge geht. Viele nahmen auch konkrete Anregungen mit, wie sie den deutsch-polnischen Austausch in Zukunft verbessern können, z.B. durch Gegenbesuche, zu denen zahlreiche polnische Gesprächspartner*innen bis hin zum Stadtpräsidenten von uns eingeladen wurden, aber auch z.B. indem Impulse in verschiedene Bereiche getragen werden, z.B. eine deutliche Steigerung von Klassenfahrten und Schüleraustauschformaten anzustreben.

Wir danken allen Beteiligten für die Offenheit der Gespräche, vor allem unseren polnischen Gastgebern, der Förderung durch das Land Brandenburg und der Unterstützung durch Magdalena Antoniewicz, der Koordinatorin des Partnerschaftsbeauftragten des Landes Brandenburg für Wielkopolskie / Großpolen.

Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen

Eingetragen am 26.09.2022

26. September 2022 | By |

Wo liegen die Ursachen? Wie kann daran etwas geändert werden? Darüber sprachen wir zu unserem Leadership-Talk am 23. August mit Holger Friedrich, ostdeutscher Multiunternehmer und u.a. Inhaber der Berliner Zeitung. Das Thema ist zu komplex, um dem Anspruch gerecht werden zu können, bei einem solchen Termin gemeinsame Antworten zu finden.

Es war allerdings ein äußerst spannender Austausch mit teilnehmenden Führungskräften aus Ost- und Westdeutschland und der Erkenntnis, dass eine kritische Sichtweise auf die Eingliederung der Gebiete und Bevölkerung der DDR in die BRD aus westdeutscher Perspektive eher als “Wiedervereinigung” als Erfolg gewertet wird wohingegen sie aus Sicht vieler Ostdeutscher mitunter auch mit Enttäuschungen, Verletzungen verbunden und von manchen gar als “Kolonialisierung” empfunden wird.

Ähnlich sieht es im Hinblick auf die Wahrnehmung und ein Problemempfinden der auch heute noch starken Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen aus. Dass dies ein Thema (zumindst für viele Ostdeutsche) ist, dazu hatten wir im Vorfeld bereits einige Infos zusammengetragen, die wir im folgenden ebenfalls beifügen.

Im Rückblick auf den Termin am 23. August kann man sicherlich feststellen, dass die Frage im Raum stand, was man aus der Vergangenheit lernen kann oder lernen sollte, damit unsere Gesellschaft für die Zukunft besser gemeinsam aufgestellt ist. Sicherlich ein Thema, über das sich weiterhin zu sprechen lohnt!


Hier einige Zahlen und Links zur Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen:

Auch über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sind Menschen, die ihre Kindheit und Jugend weitgehend auf dem Gebiet Ostdeutschlands verbracht haben, in Führungspositionen sehr stark unterrepräsentiert – so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichen Studie im Auftrag des mdr. Basierend auf dieser Studie müssten fünfmal so viele Ostdeutsche in Führungspositionen sein, um dem Anteil an der Gesamtbevölkerung zu entsprechen. Nach einem im Jahr 2020 in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Artikel müssten es sogar bis zu zehnmal so viele Ostdeutsche sein.

Wenn auch auf den ersten Blick nicht sichtbar, so ist die Unterrepräsentanz in Bezug auf den Bevölkerungsanteil von Ostdeutschen gegenüber Westdeutschen damit zwei- bis fünfmal so hoch wie die Unterrepräsentanz von Frauen gegenüber Männern. Was dabei besonders zu denken gibt, ist der Umstand, dass sich die Unterrepräsentanz nicht in den letzten Jahren „ausgewachsen“ hat, sondern in manchen Bereichen sogar noch gestiegen ist. Darüber hinaus hat die extreme Unterrepräsentanz von Ostdeutschen bisher kaum den Weg ins öffentliche Bewusstsein gefunden und wird von vielen (insbesondere Westdeutschen) nicht als Problem wahrgenommen.

Dabei schlägt sich die Unterrepräsentanz in Führungspositionen und an gesellschaftlicher Teilhabe auch anderweitig nieder. Die große Mehrheit der Westdeutschen hat den Eindruck, dass es vertane Zeit sei, sich noch weiter mit Unterschieden der Lebensverhältnisse und Einstellungen in Ost und West zu beschäftigen. Aus ostdeutscher Perspektive sieht das ganz anders aus, siehe unten aufgeführte Umfragen.

15.06.2022 Deutschland,Berlin,A-Studio,Holger Friedrich,-DIGITAL PHOTO.50MB. Copyright:Jens Rötzsch

Auch wenn es viele nicht wahrhaben  wollen bzw.  glauben, dass sich das Thema Ost-West auswächst bzw. mit der nächsten Generation erledigt hat – aus Sicht eines großen Teils der Ostdeutschen (auch derjenigen, die erst nach der Wende geboren wurden) sieht das ganz anders aus. Hier einige Zahlen:


Umfragen mit dem Fokus Ost-West:

In einer Umfrage des mdr aus dem Jahr 2021 vertraten 76%  der befragten Ostdeutschen die Ansicht, dass es heute noch eine Rolle spielt, ob man Ost- oder Westdeutscher ist, nur für 23% spielt es keine Rolle mehr. Bemerkenswert dabei ist, dass unter den nach der Wende geborenen Ostdeutschen der Anteil derer, die finden, dass die Herkunft heute noch einen Einfluss hat, mit 82% sogar noch höher ausfällt. Mit 89% vertritt auch eine deutliche Mehrheit der befragten Ostdeutschen die Meinung, dass es 31 Jahre nach der Deutschen Einheit noch Vorurteile gegenüber Ostdeutschen gibt.

In einer Umfrage des ARD-Deutschlandtrends aus dem Jahr 2020 zur Identität in West- und Ostdeutschland gaben 41% der Ostdeutschen an, sich in erster Linie als Ostdeutsche zu fühlen, nur 55% fühlten sich eher als Deutsche. In Westdeutschland hingegen fühlten sich nur noch 16% als Westdeutsche und 78% eher als Deutsche.

In einer Umfrage von Infratest Dimap aus dem Jahr 2020 gaben 42% der befragten Ostdeutschen an, dass sie sich als Bürger zweiter Klasse fühlen. 71% der Befragten vertraten die Auffassung, dass die DDR-Wirtschaft vor allem zum Vorteil westdeutscher Unternehmen abgewickelt wurde. 18% der befragten Ostdeutschen fanden, dass die DDR-Gesellschaft in vielen Bereichen Vorteile hatte und 70%, dass die DDR-Gesellschaft in einigen wenigen Bereichen Vorteile hatte. Nur 10% der Ostdeutschen wünschen sich allerdings die DDR zurück.

In einer Umfrage aus dem Jahr 2019 von Allensbach gaben nur 42% der Befragten Ostdeutschen an, dass die in Deutschland gelebte Demokratie die beste Staatsform sei. In Westdeutschland waren hingegen 77% dieser Meinung. In einer 2022 ebenfalls von Allensbach durchgeführten Befragung äußerten 45% der Befragten in Ostdeutschland die Meinung, in einer Scheindemokratie zu leben – in Westdeutschland lag der Anteil bei 28%.


Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in der Politik:
In den ostdeutschen Landesregierungen lagen die Anteile Ostdeutscher in den Jahren 1991, 2004 und 2016 bei mindestens 70 Prozent, aktuell liegen sie bei nur noch 60 Prozent, so ein Ergebnis der kürzlich veröffentlichten mdr-Studie. Selbst die Spitzenpositionen der beiden Parteien AfD und Die Linke , die vor allem in Ostdeutschland ihre höchsten Ergebnisse erzielen, sind häufiger von Westdeutschen besetzt. So äußerte sich Hans Modrow Anfang 2022, dass er die Linkspartei in westdeutscher Hand sehe. Dass der einzige von der Linkspartei gestellte Ministerpräsident, Bodo Ramelow, gebürtiger Westdeutscher ist, kann als Beispiel herangezogen werden. Auch sein Thüringer Gegenspieler von der AfD, Björn Höcke, kommt genauso wie Alexander Gauland, Alexander Kalbitz oder der AfD-Chef von Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, aus dem Westen.

Auch bei den anderen Parteien sind Westdeutsche häufiger vertreten, wenn es z.B. um die Kandidatur in ostdeutschen Wahlkreisen für den Bundestag geht. In Brandenburg waren dies z.B. Olaf Scholz und Annalena Baerbock ebenso wie zwei der vier Direktkandidaten der Brandenburger CDU.

So ist es auch kein Wunder, dass nur 5 der 54 Spitzenämter (Minister*innen und Staatssekretär*innen) in der Bundesregierung von Ostdeutschen besetzt sind, wie Dr. Denis Huschka Anfang 2022 in der Berliner Zeitung ausführte. Auch bei den Spitzenbeamten sieht es nicht anders aus. Von den 111 Abteilungsleiterposten in Bundesministerien sind aktuell gerade einmal vier von Ostdeutschen besetzt, wie die Tagesschau berichtete. Das entspricht einem Anteil von 3,6%. In der vorherigen Regierung, die von  einer ostdeutschen Bundeskanzlerin geführt wurde, lag der Anteil sogar nur bei 3%, wie aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung hervorgeht.

In der Wirtschaft ist die Unterrepräsentanz noch ausgeprägter:
Der Anteil Ostdeutscher in DAX-Vorständen fiel im Jahr 2021  auf 0,8%  – nur noch zwei von 246 DAX-Vorständen kommen aus Ostdeutschland. Im Jahr 2016 gab es noch 3 DAX-Vorstände mit ostdeutscher Herkunft. Dem gegenüber steht ein Bevölkerungsanteil von 17%. Während die Unterrepräsentanz von Frauen inzwischen als Thema wahrgenommen wird und etwas dagegen unternommen wird – unter den 246 DAX-Vorständen waren 42% der Neuberufungen im vergangenen Jahr weiblich und der Frauenanteil ist damit auf 19% gestiegen – läuft die Problematik der Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen weiterhin bei vielen unter dem Radar. Dabei sind die Ursachen ähnlich wie bei der Unterrepräsentation von Frauen – von männlich bzw. westdeutsch geprägten Netzwerken über einen Mangel an Vorbildern bis hin zu unbewussten Aspekten (unconscious bias).

Auch in der Wirtschaft ist keine Besserung in Sicht. So sank der Anteil Ostdeutscher in der Leitung der 100 größten ostdeutschen Unternehmen von 52 Prozent (2004) und 45 Prozent (2016) auf 27 (2021) Prozent. Auf der Stellvertreter*innenposition liegt er bei 20 Prozent, wie die Studie „Der Lange Weg nach oben“ zeigt.

Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen in Medien:
Auf den Spitzenpositionen der großen privaten Medienkonzerne  (Geschäftsführung und Vorstandsvorsitz) gibt es aktuell keine Ostdeutschen. Auf den Posten der Chefredakteur*innen der auflagenstärksten 28 Zeitungen und 29 Zeitschriften gibt es aktuell lediglich zwei Ostdeutsche (Focus und Neues Deutschland).

Auch in den Chefredaktionen der 13 großen Regionalzeitungen Ostdeutschlands haben 32 Jahre nach der Wiedervereinigung weitgehend Westdeutsche das Sagen. Hatten 2016 noch 62 % der Redaktionsleiter*innen eine ostdeutsche Herkunft, so sank dieser Anteil 2022 auf 43%. Unter den Verlagsleiter*innen und Geschäftsführer*innen lag der Anteil von Personen mit ostdeutscher Herkunft bei 20%.



Leadership Berlin hat seit 14. Juni einen neuen Vorstand

Eingetragen am 20.06.2022

20. Juni 2022 | By |

Wie alle zwei Jahre, wurde am 14. Juni 2022 auf der ordentlichen Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt. Gemäß unserer Satzung werden in drei Wahlgängen jeweils 3 Mitglieder aus dem privatwirtschaftlichen, aus dem öffentlichen und dem gemeinnützigen Bereich gewählt. Für eine Kandidatur auf die 9 Positionen im Vorstand hatten sich dieses Mal 11 der 204 Mitglieder gemeldet.

Gewählt aus dem privatwirtschaftlichen Bereich wurden:

Andrea Mawad
Leiterin Talent Acquisition Siemens AG Deutschland und Teilnehmerin unseres Jahresprogramms 2020

Nadine Evers
Senior Special Consultant bei Roland Berger und Teilnehmerin unseres Jahresprogramms 2019

Stefan David Haupt
Filialdirektor Unter den Linden der Deutschen Bank und Teilnehmer unseres Jahresprogramms 2021


Gewählt aus dem öffentlichen Bereich wurden:

Andreas Scholz-Fleischmann (Vorstandsvorsitzender)
Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe a.D. und Teilnehmer unseres Jahresprogramms 2015

Dr. Anja Teschner
Vizepräsidentin Landgericht Berlin und Teilnehmerin unseres Jahresprogramms 2020

Petra Göbel
Personalleiterin der Messe Berlin und Teilnehmerin unseres Jahresprogramms 2013


Gewählt aus dem gemeinnützigen Bereich wurden:

David Driese (Schatzmeister)
Vorstand des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg und Teilnehmer des Jahresprogramms 2017

Sebastian Schimming
Geschäftsführer der KreativitätsSchulzentrum Berlin gGmbH und Teilnehmer des Jahresprogramms 2019

Sonja Müseler (Schriftführerin)
Vorstandsvorsitzende der Stiftung Telefonseelsorge Berlin und Teilnehmerin des Jahresprogramms 2013

Wir danken allen neuen und alten Vorständen und allen, die sich ehrenamtlich bei uns engagieren und freuen uns auf zwei spannende, inspirierende Jahre mit dem Vorstand in neuer Zusammensetzung. Herzlichen Dank auch an Thomas Mampel, Geschäftsführer des Stadtteilzentrums Steglitz, Tony Charly Reinicke, Leiter des Kinder-Jugend- und Nachbarschaftszentrums und allen dort beschäftigten, dass sie uns mit ihrer Einrichtung für unsere Mitgliederversammlung und dem anschließenden Sommerfest einen schönen Veranstaltungsort mit interessanten Einblicken geboten haben.

Neues Projekt von Leadership Berlin: Tag des Grundgesetzes

Eingetragen am 16.06.2022

16. Juni 2022 | By |

Das Grundgesetz ist zwar schnell genannt, doch ist sein Inhalt leider wenig bekannt, wenn es um Freiheiten und Grundrechte geht. Um daran etwas zu ändern, besuchten am 23. Mai anlässlich des „Tags des Grundgesetzes“ elf aktive und ehemalige Berliner Richter*innen Schulklassen an drei Berliner Schulen, um mit den Schüler*innen anhand konkreter Beispiele über Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, den Schutz der Familie und andere Grundrechte ins Gespräch zu kommen. Initiiert wurde das Projekt von unseren Mitgliedern Dr. Anja Teschner (Vizepräsidentin des Landgerichts Berlin, zugleich Vorstand bei Leadership Berlin) und Winfriede Schreiber (ehemals u.a. Präsidentin des Verwaltungsgerichts Cottbus und Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes und zugleich Vorstand bei Leadership Brandenburg). Mit Unterstützung von Tilmann Kötterheinrich-Wedekind, der als Schulleiter des Ernst-Abbe-Gymnasiums 2020 an unserem Collaborative Leadership Programm teilgenommen hatte und mittlerweile im Leitungsstab „Bund-Kabinett-Parlament“ der Senatsverwaltung für Bildung tätig ist, wurden im Vorfeld kontroverse Beispiele identifiziert, anhand derer die Richter*innen mit den Schülern Aspekte des Grundgesetzes diskutierten.

Winfriede Schreiber im Gespräch mit einer Schüler*innengruppe über die Meinungsfreiheit


Und zu diskutieren gab es einiges: Am Beispiel Namensgebung zeigten Dr. Anja Teschner und der Familienrichter Dr. Wimmer in einer 9. Klasse der Kopernikus-Oberschule in Steglitz als Einstieg eine Filmszene aus dem Film „ Der Vorname“, in dem Eltern ihr Kind „Adolf“ nennen wollen. Sie debattierten dann mit den Schüler*innen darüber, ob Namen wie Dschihad, Pepsi-Carola,  Obelix, Doktor oder Mausi zugelassen werden sollten. Nicht nur die Schüler*innen waren hier unterschiedlicher Meinung, auch die beiden Richter*innen zogen sich ihre Roben an und hielten Plädoyers mit jeweils unterschiedlichem Standpunkt ab. Die Schüler*innen konnten danach darüber abstimmen, welcher der Argumentationslinien sie folgen würden. Sie schätzten es sehr, so intensiv und kontrovers diskutieren und sogar einmal die Roben anprobieren zu können.

Nicht weniger anregend war der Austausch über die Grenzen der Meinungsfreiheit – ein Thema, über das Winfriede Schreiber und Werner Gräßle (Präsident des Amtsgerichts Lichtenberg) am Neuköllner Albert-Einstein-Gymnasium mit einer 10. Klasse diskutierten. Anhand eines Liedtextes von Xavier Naidoo ging es dabei vor allem um die Fragestellung, ob der Sänger aufgrund dieses Textes als Antisemit bezeichnet werden dürfe. Es wurde angeregt darüber debattiert, welche Äußerungen durch die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit abgedeckt seien und wo die Grenze zu Beleidigung, Verleumdung oder übler Nachrede liegen könnte. Den Schüler*innen fielen dazu noch weitere Beispiele ein und sie freuten sich über die einmalige Gelegenheit, die Sichtweise von Richter*innen zu verschiedenen Fragestellungen erfahren zu können. Eine Frage beispielsweise lautete, ob es nicht gegen die Religionsfreiheit verstoße, wenn Lehrer*innen muslimischen Schüler*innen in der Pause das Beten auf dem Schulhof verbieten.

Wir danken allen beteiligten Richter*innen, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und den Schulleiter*innen und Lehrer*innen, die die Besuche ermöglichten. Unser Kompliment geht an die Schüler*innen dafür, wie aufmerksam, interessiert und engagiert sie an dieser außergewöhnlichen Unterrichtseinheit mitgewirkt haben. Winfriede Schreiber, Dr. Anja Teschner und Tilmann Kötterheinrich Wedekind gilt unserer ganz besonderer Dank für ihre Initiative zu diesem neuen Programm. Wir hoffen und sind zuversichtlich, dass unser neues Projekt „Tag des Grundgesetzes“ zukünftig an jedem 23. Mai mit einer wachsenden Zahl von Beteiligten stattfinden wird. Und falls bei einem/einer Schüler*in durch diese Begegnung das Interesse geweckt wurde, eine Ausbildung als Justizhelfer*in zu absolvieren oder Jura zu studieren, dann wäre dies aus Sicht der Führungskräfte in der Justizverwaltung auch kein schlechter Nebeneffekt.

Rückblick auf den Leadership Abschlusstag im FEZ

Eingetragen am 03.06.2022

3. Juni 2022 | By |

Am 18. Mai war es so weit: mit einem feierlichen Abendessen und lockeren Beisammensein auf der Dachterrasse endete unser Collaborative Leadership Jahresprogramm 2021/22.  Gastgeber war Thomas Liljeberg-Markuse, Geschäftsführer des FEZ und selbst Teilnehmer des 8 Tage umfassenden Programms, bei dem sich die 34 Teilnehmenden an den unterschiedlichsten Orten der Stadtgesellschaft mit einer Vielzahl von Stakeholdern über deren Leadership-Kontext austauschten.

Im Ringhotel Schorfheide, der Arena Treptow, der Dar-as-Salam-Moschee, der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg, der Zuckmayer-Sekundarschule und dem FEZ trafen die Teilnehmenden auf ihrer „Learning Journey“ durch die Stadtgesellschaft allerdings nicht nur in Kleingruppengesprächen auf zahlreiche Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichem und gemeinnützigem Bereich – wir ermöglichten auch Begegnungen mit zahlreichen Nicht-Führungskräften.

  • So hatten die Teilnehmenden beispielsweise an einem Programmtag Gelegenheit, in Einzelgesprächen sich auf die Bewohner*innen eines Seniorenheimes einzustellen, um dann anschließend mit der Heimleitung über den entsprechenden Leadership-Kontext zu sprechen.
  • Oder an einem anderen Programmtag hatten die Teilnehmenden Möglichkeit, sich als „Vertretungslehrerinnen“ zum Thema Berufsorientierung und Motivation in den 9. Klassen einer Neuköllner Schule zu versuchen, um dann anschließend mit der Schulleitung über die Herausforderungen im Kontext Schule zu sprechen.
  • Über das Thema Corona hatten die Teilnehmenden einerseits Gelegenheit in wechselnden Tischgesprächen mit Impfskeptiker*innen zu diskutieren und anderseits das Thema mit Prof. Dr. em Detlev Krüger zu besprechen, dem Doktor-Vater der Virologen Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit und langjährigen Vorgänger von Christian Drosten.
  • Und über das Thema CO2-Ausstieg konnten die Teilnehmenden einerseits mit Aktivist*innen von Fridays for Future debattieren, andererseits mit Dr. Helmar Rendez, dem Vorstandsvorsitzenden der LEAG.

Es waren Programmtage voller spannender Begegnungen, die die Teilnehmergruppe zusammenwachsen lies und Bindungen jenseits des eigenen Tätigkeitsfeldes geschaffen haben, die voraussichtlich lange halten werden. Wir schauen auf eine schöne gemeinsame Zeit zurück und hoffen, dass wir mit vielen in Verbindung bleiben!

Rückblick auf Seniors4Juniors im Mai 2022

Eingetragen am 30.05.2022

30. Mai 2022 | By |

Unter dem Namen Seniors4Juniors fand vom 9. bis 13. Mai der zweite Durchlauf unseres Nachwuchsführungskräfte-Formats von Leadership Berlin statt. 12 Führungskräfte mit maximal zwei Jahren Führungserfahrung aus privatwirtschaftlichem, öffentlichem und gemeinnützigem Bereich trafen in einer intensiven Woche zwischen Montag und Freitag auf insgesamt 16 seniore Führungskräfte, mit denen sie über Themen wie Mitarbeiter-Motivation, Team-Entwicklung, Kritik und Feedback,  Change-Management, Positionierung in einer Sandwich-Position und männliche und weibliche Sicht auf Führung sprachen.

Es zeigten sich dabei durchaus Unterschiede in den geschilderten und diskutierten Fallbeispielen und im Führungsverständnis der senioren Führungskräfte. Die Nachwuchsführungskräfte hatten insofern eine Gelegenheit, in intensiven Gesprächen mit den Gästen, aber auch untereinander zu reflektieren, was wohl am besten zu ihnen, ihrem Team und ihrem Arbeitszusammenhang passt und wie sie als Führungskraft sein wollen und wie sie nicht sein wollen.

Ich danke Dr. Anke Bytomski-Guerrier und Nancy Koch für die Unterstützung bei Moderation und Workshops und den 16 senioren Führungskräften für die offenen Gespräche und die Bereitschaft für ein anschließendes Mentoring. Ein besonderer Dank geht in diesem Sinne an:

– Andreas Scholz-Fleischmann, ehemals u.a. Personalvorstand der BSR und Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe
– Winfriede Schreiber, ehemals u.a. Präsidentin des Verwaltungsgerichts Cottbus, Polizeipräsidentin von Ost-Brandenburg und Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes
– Dr. Helmar Rendez, ehemals u.a. Hauptgeschäftsführer der Stromnetz Berlin und Vorstandsvorsitzender der LEAG
– Aletta von Hardenberg, ehemals u.a. Führungskraft auf verschiedenen Ebenen der Deutschen Bank und dann Gründerin der Charta der Vielfalt
– Peter Conrad, ehemals u.a. Finanzbeamter und Vizekanzler der FilmUni Babelsberg
– Dr. Julia Fahl, Leitung Präsidialbereich / Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
– Janna Bardewyck, Senior HR Manager / Personalentwicklung UFA SERIAL DRAMA
– Andreas Johnke, Leiter des Grünflächenamts Pankow
– Ulrike Hörmann-Lecher, Geschäftsführerin der LIS-PROWO
– Aliye Stracke, Geschäftsführerin der Fabrik Osloer Straße
– Dietrich Neumann, ehemals Managing Director von Kearney
– Dr. Anja Teschner, Vizepräsidentin des Landgerichts Berlin
– Prof. Dr. Edda Müller, ehemals u.a. Vorstandsvorsitzende von Transparency International
– Sonja Müseler, ehemals u.a. Ausbildungsleiterin der Telefonseelsorge Berlin
– Thomas Rütting, Abteilungsleiter Metering der Stromnetz Berlin

Leadership Talk mit Paul Kustermann, Gründer der “Roten Nasen”

Eingetragen am 13.03.2022

13. März 2022 | By |

Die weltpolitischen Geschehnisse sind einfach nur traurig. Was kann dagegen helfen?
Zu helfen natürlich, wenn es gerade um die Aufnahme von Geflüchteten geht.
Aber kann auch Humor gegen Traurigkeit helfen? Wir wollen es einmal versuchen:

Zu unserem Leadership Talk im März treffen wir Paul Kustermann, Gründer der “Roten Nasen – Clowns in Krankenhäusern” und Gründer und Geschäftsführer des Clownlabors Berlin.

Thema: Humor in der Arbeitswelt – welche positiven Aspekte kann Humor bewirken und wo liegen seine Grenzen? Folgende Perspektiven werden dabei besprochen:
– Humor in Krisensituationen
– Witze über sich selbst, über Vorgesetzte, Kolleg*innen, Mitarbeiter*innen, Kund*innen, u.a.
– wie kann man damit umgehen, wenn man selbst unfreiwillig Grund zur Fröhlichkeit von anderen wird?

Bei dem Leadership Talk wollen wir interaktiv über allerlei Situationen sprechen, wobei Beispiele aus dem eigenen Arbeitskontext, wo es etwas zu lachen gab, wo an falschen Stellen gelacht wurde oder wo es gut wäre, wenn es mal etwas zu lachen gäbe, sehr willkommen sind.

Zeit: Montag, der 21. März 2022, 18.30 – 20.00 Uhr

Ort: Der Termin findet aufgrund der Corona Pandemie digital via Zoom statt, die Zugangsdaten werden mit der Zusage verschickt.

Rahmenbedingungen:

Wir freuen uns über eine vielseitig zusammengesetzte Gruppe und einen für alle Beteiligten erkenntnisreichen Austausch. Das Treffen findet wie alle unsere Leadership-Talks unter Chatham House Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.

Aufgrund der Corona-Situation findet der Termin nicht als Präsenzveranstaltung, sondern digital via Zoom statt. Mitglieder haben bei der Besetzung der Plätze Vorrang. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen eines Mitgliedsantrags tun. Die Teilnahme am Leadership Talk ist kostenfrei.

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Leadership Talk mit Petra Göbel, Personalleiterin der Messe Berlin

Eingetragen am 15.02.2022

15. Februar 2022 | By |

Zu unserem Leadership Talk im Februar treffen wir Petra Göbel, Personalleiterin der Messe Berlin.

Thema: Meetingkultur zwischen Online und Präsenz –
wie hat sich die Meeting-Kultur in Organisationen während der Pandemie verändert und welche Veränderungen werden möglicherweise von Dauer sein?

Zeit: Dienstag, der 22. Februar 2022

Ort: Der Termin findet aufgrund der Corona Pandemie digital via Zoom statt, die Zugangsdaten werden mit der Zusage verschickt.

Wir freuen uns auf einen Input durch Petra Göbel, dem ein offener Erfahrungsaustausch folgen soll.

Petra Göbel, Personalleiterin der Messe Berlin

Petra Göbel ist Personalleiterin der Messe Berlin – einem Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf persönlichen Begegnungen beruht. Am Beispiel der Messe Berlin gibt Petra Göbel Einblicke, wie sich die interne Meetingkultur im Unternehmen während der Pandemie verändert hat und ob und in welcher Form es aus Ihrer Sicht eine Rückkehr zu früheren Präsenz-Formaten geben wird. Das Online-Meeting soll einen offenen Erfahrungsaustausch über die jeweilige Meeting-Kultur in den Organisationen der Teilnehmenden beinhalten und die jeweiligen Vor -und Nachteile von Online- und Präsenzformaten.

Zur Messe Berlin und der Gesprächspartnerin Petra Göbel:

Petra Göbel:
Petra Göbel ist gebürtige Berlinerin und studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Personal in Berlin sowie Tourismus an der Michigan State University. Ihren beruflichen Werdegang begann sie 1992 bei Siemens als Dozentin am Kaufmännischen Schulungszentrum München.

Seit 1996 war Petra Göbel dann im HR-Bereich bei Siemens tätig, zunächst als Personalberaterin, dann als Personalreferentin und als Referentin Global Recruiting Initiative. Von 2001 bis 2004 war Petra Göbel Manager Executive Development & Leadership bei der Siemens Corporation in den USA. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie bis 2010 Global HR Business Partner für Siemens, leitete bis 2014 das Fachcenter Leadership & Development und war zuletzt von 2014 bis 2018 Regional Speaker “Talent & Leadership Development” für die Personalentwicklung für Siemens in Deutschland.

Im Jahr 2018 wechselte Petra Göbel zur Messe Berlin, wo sie seitdem als Personalleiterin ist. Die Messe Berlin ist zu 100% im Besitz des Landes Berlin, beschäftigt ca. 800 Mitarbeiter*innen und erwirtschaftete vor der Corona-Zeit zuletzt einen Konzernumsatz von 347 Millionen Euro.

Rahmenbedingungen:

Wir freuen uns über eine vielseitig zusammengesetzte Gruppe und einen für alle Beteiligten erkenntnisreichen Austausch. Das Treffen findet wie alle unsere Leadership-Talks unter Chatham House Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.

Aufgrund der Corona-Situation findet der Termin nicht als Präsenzveranstaltung, sondern digital via Zoom statt. Mitglieder haben bei der Besetzung der Plätze Vorrang. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen eines Mitgliedsantrags tun. Die Teilnahme am Leadership Talk ist kostenfrei.

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Leadership DISKURS zum Thema Covid-19 Impfung

Eingetragen am 06.12.2021

6. Dezember 2021 | By |

In unserem neuen Format “Leadership Diskurs” eröffnen wir Diskursräume zwischen Menschen, die unterschiedliche, konträre Positionen vertreten. Unsere erste Durchführung soll einen Diskurs zwischen Menschen, die sich für und die sich gegen eine eigene Impfung gegen Covid-19 entschieden haben, stattfinden. Auch und gerade weil dieser Diskurs hochemotionalisiert ist, die Positionen sich zusehens verhärten und viele einen solchen Diskurs ablehnen, weil sie „der Gegenseite“ nicht nur die Argumente, sondern auch den gesunden Menschenverstand absprechen, wollen wir mit „Leadership DISKURS“ einen Versuch wagen für einen zivilisierten, respektvollen Austausch.

Zeit:    Montag, der 13. Dezember, 18.30 – 20.15 Uhr
            18.30 – 19.30 Uhr   Austausch von Sichtweisen von Geimpften und Ungeimpften
            19.30 – 20.15 Uhr   Rückschau in getrennten Zoom-Räumen auf den vorherigen Austausch

Ort:    Zoom (wird nach Anmeldung mitgeteilt)

Teilnehmende: 
Mitglieder von Leadership Berlin (unabhängig vom Impfstatus) und Personen, die sich bewusst gegen eine eigene Impfung gegen Covid-19 entschieden haben und dies zu vertreten bereit sind.

Unsere Veranstaltungsregeln:
a) Chatham-House-Vertraulichkeitsregel
b) eine Teilnahme nur nach Anmeldung und mit eingeschalteter Kamera
c) Respektvoller Umgang miteinander

>>>>>HIER GEHTS ZUM ANMELDEFORMULAR <<<<<

Zum Thema:

Kaum ein Thema emotionalisiert aktuell so stark, wie die Entwicklung der Covid-19-Infektionszahlen und ob und welche Maßnahmen notwendig, verhältnismäßig oder überzogen sind. Besonders das Thema Impfung spaltet aktuell die Gesellschaft.

In unserem letzten Jahresprogramm konnten wir feststellen, dass alle 34 teilnehmenden Führungskräfte und auch wir als Team von Leadership Berlin vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Unter „unseren Führungskräften“ scheint insofern eine recht ausgeprägte Homogenität in Bezug auf Impfungen vorhanden zu sein.

In der allgemeinen Gesellschaft kann von Homogenität allerdings keine Rede sein. Stand 2. Dezember 2021 haben sich in Deutschland 86,1% der Über-60-Jährigen und 75,8% der 18 bis 59-Jährigen gegen Covid-19 vollständig impfen lassen. Ein Viertel der 18-59-Jährigen ist nicht (vollständig) geimpft.

Getreu unserem Motto „begegne dem anderen“ wollen wir mit unserem Leadership Diskurs am 13. Dezember eine Möglichkeit schaffen, Geimpfte und Nicht-Geimpfte miteinander in einen Austausch zu bringen. Vielleicht können wir einen Beitrag dazu leisten, dass Geimpfte und Nicht-Geimpfte die Sichtweisen der anderen Seite etwas besser kennen lernen und alle Beteiligten aus dem Austausch gestärkt sehen, sich bei diesem und anderen Themen mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen oder sie evtl. auch einfach auszuhalten.

Allgemeiner Hintergrund

Ein Bild unseres Leadership Diskurses zum Braunkohle-Ausstieg, an dem im Januar 2020 außer unseren Mitgliedern auch Aktivist*innen von Fridays for Future und Führungskräfte der LEAG teilnahmen

In unseren Programmen und Projekten bringen wir eine breite Vielfalt an Menschen aus den unterschiedlichsten Kontexten mit den unterschiedlichsten Qualifikationen, Zielsetzungen, Weltbildern und “Stammessprachen” zusammen. Ganz im Sinne unseres Mottos “begegne dem anderen” gehört es zu unserem Selbstverständnis, Führungskräfte darin zu stärken, sich mit “anderen” Sichtweisen und Kontexten auseinanderzusetzen, Vielfältigkeit zu respektieren und Räume für gegenseitiges Verständnis zu schaffen.

Dies ist nicht immer leicht. Eigentlich ist es nie leicht – insbesondere, wenn es Grundüberzeugungen, Werte und Emotionen berührt. Manche glauben, es sei angebracht, Menschen mit anderen Sichtweisen abzuwerten und zu glauben, dass durch Beschimpfung, Ächtung oder Druck sie schon auf den richtigen Weg kommen. Die Erfahrung zeigt, dass häufig eher das Gegenteil der Fall ist.

Da es sich bei unserer Zielgruppe um Führungskräfte handelt, vertreten wir die Überzeugung, dass sie in der Lage sein sollten, auch konträre Positionen anzuhören und ggfls. auszuhalten oder ihnen argumentativ (nicht emotional) entgegen zu treten. Dies griffen und greifen wir z.B. in unseren Programmen auf, indem wir unsere Führungskräfte auch mit Vertreter*innen konträrer Positionen ins Gespräch bringen. Z.B. einerseits mit Aktivist*innen von Fridays for Future wie auch Führungskräften aus der Braunkohle-Wirtschaft. Oder z.B. mit einer ehemaligen Führungskraft des Ministeriums für Staatssicherheit wie auch einer Führungskraft der Opferverbände kommunistischer Zwangsherrschaft. Oder mit Vertreter*innen der AfD wie auch Vertreter*innen von Moscheegemeinden und muslimischer Vereine. Oder mit Initiator*innen von Volksentscheiden und ihren jeweiligen Gegenpolen aus Wirtschaft und/oder Verwaltung.

Viele unserer Mitglieder schätzen uns gerade aufgrund dieses Aspektes, der in unserer heutigen Gesellschaft nicht gerade “Mainstream” ist. An die Stelle von “audiatur et altera pars” (man höre auch die andere Seite) ist bei vielen Menschen die Einstellung getreten, mit “der anderen Seite” sollte man am besten gar nicht reden, weil diese “neben der Spur” und jegliches Gespräch vergebene Liebesmühe sei.

Als wäre es ein gesellschaftlicher Fortschrift, wenn Angehörige “der eigenen” wie auch “der anderen Seite” nur noch mit sich selbst reden!

Wir sehen das anders und wollen Diskursräume öffnen und Menschen auch über unterschiedliche Lager hinweg miteinander in Austausch bringen.