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Bernhard Heider, Autor bei Leadership Berlin

Nächster Programmstart für Nachwuchs-Führungskräfte am 9.Mai

Eingetragen am 20.12.2021

20. Dezember 2021 | By |

Erfahrungswissen spielt auch beim Thema Führung eine große Rolle. Ob es um positive und negative Vorbilder geht, den Umgang mit Zielkonflikten, die Gestaltung von Veränderungsprozessen oder auch die Motivation von Mitarbeitenden und den Umgang mit Minderleistungen – der Weg zur und als Führungskraft beinhaltet jede Menge Erfahrungen, aus denen Führungskräfte ihre Kompetenzen erweitern.

Mit unserem Format „Seniors4Juniors“ bringt Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. Nachwuchsführungskräfte mit maximal zweijähriger Führungserfahrung mit senioren ehemaligen Führungskräften zusammen, um im Austausch mit deren Erfahrungen eigene Kompetenzen aufzubauen und zu erweitern.

Zeit: Einwöchiges Leadership-Kompakt-Programm von Montag, den 09. Mai bis Freitag, den 13. Mai 2022 (inkl. Übernachtungen)
Ort: Hotel Haus Chorin, (ca. eine Stunde nordöstlich von Berlin)
Kosten: 2.500 Euro inkl. Unterkunft und Verpflegung

Klaus Baumeister, ehemals u.a. Hauptgeschäftsführer von rbb media und Justiziar von rbb und WDR und Tabea Perger, Geschäftsführerin und Moderatorin bei Leadership Berlin

In dem Programm berichten die senioren Führungskräfte „aus dem Nähkästchen“ über ihren Karriere- und Führungsweg, welche Herausforderungen sich ihnen dabei gestellt haben und wie sie diese bewältigt haben. Das Programm besteht aus offenen Gesprächen im Workshop-Charakter zwischen den Nachwuchs- und den senioren Führungskräften, aber auch aus Austauschformaten innerhalb der Gruppe der Nachwuchs-Führungskräfte.

Dazu zählen Aspekte wie:

  • Gesprächsführung und Verhandlungsgeschick
  • Konfliktmanagement, Feedback und Kritikkultur
  • Motivation von Mitarbeiter*innen
  • Teamentwicklung (Visionsarbeit, Strategien entwickeln, Ziele setzen, Zusammenhalt fördern)
  • Optimierung von Prozessen /Organisationsstruktur
  • Veränderungsprozesse gestalten / Change Management
  • Empowerment: sich selbst stärker / strenger / konsequenter positionieren
  • Erfahrungsaustausch zu weiblicher und männlicher Führung bzw. Führung von Männern versus Führung von Frauen

Darüber hinaus werden von den Moderator*innen Bernhard Heider und Tabea Perger (beide Geschäftsführer von Leadership Berlin) und Dr. Anke Bytomski-Guerrier (Geschäftsführerin von Leadership Brandenburg) Methoden wie Kollegiale Beratung und Mikrowerkzeuge (Workhacks) für den Führungskräftealltag vermittelt und ein Austausch über Führung in unterschiedlichen Kontexten moderiert.

Beide Gruppen sind heterogen zusammengesetzt mit Führungskräften aus dem privatwirtschaftlichen, öffentlichen und gemeinnützigen Bereich, und ermöglichen darüber einen breiten Erkenntnisgewinn und eine interdisziplinäre Vernetzung. Die in der Programmwoche aufgebauten Kompetenzen sollen durch Möglichkeiten des Mentorings durch die senioren Führungskräfte wie auch des Peer-Coaching der Nachwuchs-Führungskräfte untereinander erweitert werden.

Wir freuen uns u.a. über folgende seniore Gesprächspartner*innen:

  • Winfriede Schreiber, ehemals u.a. Präsidentin des Verwaltungsgerichts Cottbus, Polizeipräsidentin für Ost-Brandenburg und Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes
  • Aletta Gräfin von Hardenberg, ehemalige Geschäftsführerin der von ihr gegründeten Charta der Vielfalt, die über 3.900 Unternehmen und Institutionen mit insgesamt 14 Millionen Beschäftigten unterzeichnet haben
  • Vera Gäde-Butzlaff, ehemals u.a. Vorstandsvorsitzende der GASAG, der BSR und Aufsichtsratsvorsitzende von Vivantes
  • Andreas Scholz-Fleischmann, ehemals u.a. Personalvorstand der BSR und Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe
  • Bernd Schachtsiek, der zahlreiche von ihm gegründeter oder übernommener Unternehmen in der Erwachsenenbildung, Unternehmenskommunikation, Druckgewerbe, Lebensmittel, Immobilien führte und u.a. Präsident des Europäischen Fernschulverbandes EADL und Vorsitzender des Völklinger Kreises war
  • Dietrich Neumann, ehemals Managing Director das Zentraleuropageschäft von Kearney und Leiter des Beratungsbereiches Energiewirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Klaus Baumeister, ehemals u.a. Hauptgeschäftsführer von rbb media und Justiziar von rbb und WDR
    u.a.

    Die Teilnehmergruppe der Nachwuchsführungskräfte ist begrenzt auf 18 Teilnehmer*innen und wir werden wie bei der erstmaligen Durchführung im Herbst 2021 den Teilnehmenden im Anschluss wieder ein Mentoring mit quartalsweisen Treffen mit jemandem aus den ca. 20 hierzu zur Verfügung stehenden senioren Führungskräften anbieten.


    >>>> Anmeldeformular<<<<<

Hier die Rückmeldungen der Teilnehmenden des Programms aus Herbst 2021 über den Mehrwert des Programms für sie:


„Der intensive Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und den externen Expert*innen hat mich inspiriert und bestärkt, weiter meinen eigenen Weg zu finden. Ich gehe mit viel Kraft und mutiger aus den 5 Tagen und habe Lust, weiter Sachen auszuprobieren.“
Ulrike Kallee, Abteilungsleiterin Stoffe und Technologien beim BUND

„Die Teilnahme brachte mir einen erstaunlichen Mehrwert für mich als Person, beruflich sowie persönlich. Der Austausch mit erfahrenen und anderen jungen Führungskräften war inspirierend und hat mir viel gebracht. Ich bin mir sicher, dieses Netzwerk wird lange einen Mehrwert bilden und mich bei meiner Entwicklung begleiten und bereichern.“
Anna Wilde, Gruppenleiterin Vorbereitende Bauleitplanung des Bezirksamt Pankow

„Das Programm war ein gewinnbringender Austausch über Führungsstile, Umgang mit Situationen, Themen und Menschen sowie deren Hintergründe. Ein schnellerer Netzwerkaufbau war dank des Zusammenbringens faszinierender, offener Charaktere kaum möglich.“
Tobias Doßmann, Leiter Netzdokumentation der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg

„Eine fantastische Möglichkeit, sein Führungsverhalten zu reflektieren und weiterzuentwickeln und um neue Perspektiven einzunehmen. Inspirierende und motivierende Gesprächspartner sowohl auf Seiten der Teilnehmenden und Seminarleitenden als auch auf Seiten der Seniors.“
Dr. Johannes Kleine, Projektleiter Team Automotiv in Frankfurt/Oder der Bundesagentur für Arbeit

„Genau das, was ich – ohne es vorher zu wissen – jetzt nach 1,5 Jahren Führungstätigkeit und -erfahrung gebraucht habe! Genau das richtige Konzept zum Transfer für die Resonanz und Verankerung von Wissen, Praxishandeln, Reflexion, Vorbildlernen, kollegialem Austausch, Vernetzung und sozialer Unterstützung und Talking in einer unbeschreiblich wertvollen und bereichernden Gruppe!“
Anke Blaschka, Leiterin des Fachbereichs Kindertagesbetreuung und Frühe Bildung des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin-Brandenburg

„Das Programm ist toll aufgebaut und bietet die Chance auf sehr guten, nützlichen und interessanten Austausch. Wir konnten hier als Individuen und als Gruppe sehr viel lernen und für die Zukunft mitnehmen. Sowohl die Anleiter*innen, als auch die Gäste und die Gruppen waren fantastisch!“
Clemens Müller, Stellvertretender Einrichtungsleiter/Psychologe des Panorama Nord – Wohnheim für Wohnungslose

„Die Zeit empfand ich als intensiv und das ist sehr schön. Eine tolle Zeit, Ort, Persönlichkeiten und Austausch. Ich gehe gestärkt heraus und nehme viele Anwendungsmöglichkeiten und zwischenmenschliche Erfahrungen mit.“
Tina Lüderitz, Leitung der Technischen Verwaltung des Stadtentwicklungsamtes des Bezirksamt Pankow

„Die Einblicke in die strukturelle Vielfalt Berlins und den sich daraus ergebenden Herausforderungen und Führungsanforderungen sind essentiell für jeden, der wirklich an der Stadt der Zukunft mitarbeiten möchte. Ich sage von Herzen Danke!“
Carolin Fürst, agile Stakeholderin von The Future Living

„Es war eine intensive Woche in der ich viel über Zusammenarbeit, Führung und auch mich selbst gelernt habe. Von Methoden-Inputs über Senior-Gespräche und den Karaoke-Abend hat alles dazu beigetragen. Ein tolles Programm!“

Annabel Motzkus, Gruppenleiterin Qualitätssicherung bei Stromnetz Berlin

„Durch das Programm konnte ich meine Sicht auf diverse Themen verdeutlichen. Weiterhin habe ich viele Impulse für meine zukünftigen Arbeiten erhalten. Die Moderatoren sowie Experten haben, durch viel Freude, Erfahrung und Enthusiasmus, Stimmung und Schwung in den Workshop gebracht, sodass dieser zu jeder Zeit viel Spaß gemacht hat.“
Daniela Ulrich, Leitung Stationsbau bei Stromnetz Berlin

„Das Programm war viel mehr als nur allgemeine Inputs: Die erfahrenen, erfolgreichen Führungskräfte haben eine Vielfalt an Herausforderungen und Lösungen aufgezeigt, die zur Reflektion und zum wichtigsten Puzzlestück beitragen – die eigene, authentische Haltung als Führungskraft.”
Nicola Meyer, Stellvertretende Geschäftsführerin von Wassertor e.V.

Leadership DISKURS zum Thema Covid-19 Impfung

Eingetragen am 06.12.2021

6. Dezember 2021 | By |

In unserem neuen Format “Leadership Diskurs” eröffnen wir Diskursräume zwischen Menschen, die unterschiedliche, konträre Positionen vertreten. Unsere erste Durchführung soll einen Diskurs zwischen Menschen, die sich für und die sich gegen eine eigene Impfung gegen Covid-19 entschieden haben, stattfinden. Auch und gerade weil dieser Diskurs hochemotionalisiert ist, die Positionen sich zusehens verhärten und viele einen solchen Diskurs ablehnen, weil sie „der Gegenseite“ nicht nur die Argumente, sondern auch den gesunden Menschenverstand absprechen, wollen wir mit „Leadership DISKURS“ einen Versuch wagen für einen zivilisierten, respektvollen Austausch.

Zeit:    Montag, der 13. Dezember, 18.30 – 20.15 Uhr
            18.30 – 19.30 Uhr   Austausch von Sichtweisen von Geimpften und Ungeimpften
            19.30 – 20.15 Uhr   Rückschau in getrennten Zoom-Räumen auf den vorherigen Austausch

Ort:    Zoom (wird nach Anmeldung mitgeteilt)

Teilnehmende: 
Mitglieder von Leadership Berlin (unabhängig vom Impfstatus) und Personen, die sich bewusst gegen eine eigene Impfung gegen Covid-19 entschieden haben und dies zu vertreten bereit sind.

Unsere Veranstaltungsregeln:
a) Chatham-House-Vertraulichkeitsregel
b) eine Teilnahme nur nach Anmeldung und mit eingeschalteter Kamera
c) Respektvoller Umgang miteinander

>>>>>HIER GEHTS ZUM ANMELDEFORMULAR <<<<<

Zum Thema:

Kaum ein Thema emotionalisiert aktuell so stark, wie die Entwicklung der Covid-19-Infektionszahlen und ob und welche Maßnahmen notwendig, verhältnismäßig oder überzogen sind. Besonders das Thema Impfung spaltet aktuell die Gesellschaft.

In unserem letzten Jahresprogramm konnten wir feststellen, dass alle 34 teilnehmenden Führungskräfte und auch wir als Team von Leadership Berlin vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Unter „unseren Führungskräften“ scheint insofern eine recht ausgeprägte Homogenität in Bezug auf Impfungen vorhanden zu sein.

In der allgemeinen Gesellschaft kann von Homogenität allerdings keine Rede sein. Stand 2. Dezember 2021 haben sich in Deutschland 86,1% der Über-60-Jährigen und 75,8% der 18 bis 59-Jährigen gegen Covid-19 vollständig impfen lassen. Ein Viertel der 18-59-Jährigen ist nicht (vollständig) geimpft.

Getreu unserem Motto „begegne dem anderen“ wollen wir mit unserem Leadership Diskurs am 13. Dezember eine Möglichkeit schaffen, Geimpfte und Nicht-Geimpfte miteinander in einen Austausch zu bringen. Vielleicht können wir einen Beitrag dazu leisten, dass Geimpfte und Nicht-Geimpfte die Sichtweisen der anderen Seite etwas besser kennen lernen und alle Beteiligten aus dem Austausch gestärkt sehen, sich bei diesem und anderen Themen mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen oder sie evtl. auch einfach auszuhalten.

Allgemeiner Hintergrund

Ein Bild unseres Leadership Diskurses zum Braunkohle-Ausstieg, an dem im Januar 2020 außer unseren Mitgliedern auch Aktivist*innen von Fridays for Future und Führungskräfte der LEAG teilnahmen

In unseren Programmen und Projekten bringen wir eine breite Vielfalt an Menschen aus den unterschiedlichsten Kontexten mit den unterschiedlichsten Qualifikationen, Zielsetzungen, Weltbildern und “Stammessprachen” zusammen. Ganz im Sinne unseres Mottos “begegne dem anderen” gehört es zu unserem Selbstverständnis, Führungskräfte darin zu stärken, sich mit “anderen” Sichtweisen und Kontexten auseinanderzusetzen, Vielfältigkeit zu respektieren und Räume für gegenseitiges Verständnis zu schaffen.

Dies ist nicht immer leicht. Eigentlich ist es nie leicht – insbesondere, wenn es Grundüberzeugungen, Werte und Emotionen berührt. Manche glauben, es sei angebracht, Menschen mit anderen Sichtweisen abzuwerten und zu glauben, dass durch Beschimpfung, Ächtung oder Druck sie schon auf den richtigen Weg kommen. Die Erfahrung zeigt, dass häufig eher das Gegenteil der Fall ist.

Da es sich bei unserer Zielgruppe um Führungskräfte handelt, vertreten wir die Überzeugung, dass sie in der Lage sein sollten, auch konträre Positionen anzuhören und ggfls. auszuhalten oder ihnen argumentativ (nicht emotional) entgegen zu treten. Dies griffen und greifen wir z.B. in unseren Programmen auf, indem wir unsere Führungskräfte auch mit Vertreter*innen konträrer Positionen ins Gespräch bringen. Z.B. einerseits mit Aktivist*innen von Fridays for Future wie auch Führungskräften aus der Braunkohle-Wirtschaft. Oder z.B. mit einer ehemaligen Führungskraft des Ministeriums für Staatssicherheit wie auch einer Führungskraft der Opferverbände kommunistischer Zwangsherrschaft. Oder mit Vertreter*innen der AfD wie auch Vertreter*innen von Moscheegemeinden und muslimischer Vereine. Oder mit Initiator*innen von Volksentscheiden und ihren jeweiligen Gegenpolen aus Wirtschaft und/oder Verwaltung.

Viele unserer Mitglieder schätzen uns gerade aufgrund dieses Aspektes, der in unserer heutigen Gesellschaft nicht gerade “Mainstream” ist. An die Stelle von “audiatur et altera pars” (man höre auch die andere Seite) ist bei vielen Menschen die Einstellung getreten, mit “der anderen Seite” sollte man am besten gar nicht reden, weil diese “neben der Spur” und jegliches Gespräch vergebene Liebesmühe sei.

Als wäre es ein gesellschaftlicher Fortschrift, wenn Angehörige “der eigenen” wie auch “der anderen Seite” nur noch mit sich selbst reden!

Wir sehen das anders und wollen Diskursräume öffnen und Menschen auch über unterschiedliche Lager hinweg miteinander in Austausch bringen.

Erste Durchführung unseres Seniors4Juniors-Programms

Eingetragen am 26.11.2021

26. November 2021 | By |

In unserem Netzwerk erleben wir es beständig:
auf der einen Seite wachsen Führungspersönlichkeiten aus ihrer aktiven Berufstätigkeit heraus und wechseln in “die dritte Lebensphase”. Andererseits wachsen Nachwuchsführungskräfte in Führungspositionen hinein.

Dies veranlasste uns, neben unserem etablierten Jahresprogramm für Führungskräfte vorrangig der ersten und zweiten Führungsebene aus Senatsverwaltungen, Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen nun auch ein Format für Nachwuchsführungskräfte (max. 2 Jahre Führungserfahrung) aufzulegen, bei dem diese von den Erfahrungen ehemaliger Führungskräfte profitieren können.

Unter dem Namen “Seniors4Juniors” brachten Bernhard Heider, Geschäftsführer von Leadership Berlin und Dr. Anke Bytomski-Guerrier, Geschäftsführerin von Leadership Brandenburg in der Woche vom 8. bis 12. November 2021 im Hotel Haus Chorin 13 Nachwuchsführungskräfte in einen konstruktiven Austausch mit 12 Senior-Führungskräften und 5 aktiven Führungskräften aus unserem Mitgliederkreis. In Kleingruppengesprächen zu Themen wie der Gestaltung von Veränderungsprozessen, Gesprächsführung, Konfliktmanagement, Prozess-Optimierung, Mitarbeitermotivation, Team-Entwicklung und Frauen in Führungspositionen hatten die Nachwuchs-Führungskräfte die Gelegenheit, sich mit erfahrenen, langjährigen Führungskräften auszutauschen und die Themen in Kleingruppen zu reflektieren.

Aletta Gräfin von Hardenberg, die nach einer langjährigen Karriere bei der Deutschen Bank die Charta der Vielfalt gründete, im Gespräch mit Teilnehmerinnen des Nachwuchsführungskräfteprogramms

Unserer besonderer Dank geht an die Senior-Führungskräfte und alle aus unserem Mitgliederkreis, die sich bereiterklärt haben, im Anschluss an das Programm für ein Mentoring zur Verfügung zu stehen. Ebenso danken wir den Teilnehmenden für die schöne gemeinsame Zeit, in der manche auch außerhalb des Programms beim morgendlichen Eisbaden im See oder Karaoke-Abend über sich hinausgewachsen sind!

Das Seniors4Juniors-Programm wird zukünftig ein fester Bestandteil unserer Programm-Angebote.

Dietrich Neumann, ehemals Managing Director des Zentraleuropageschäfts von Kearney im Gespräch mit Teilnehmerinnen des Programms


Hier die Rückmeldungen der Teilnehmenden auf den Mehrwert des Programms für sie:


„Der intensive Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und den externen Expert*innen hat mich inspiriert und bestärkt, weiter meinen eigenen Weg zu finden. Ich gehe mit viel Kraft und mutiger aus den 5 Tagen und habe Lust, weiter Sachen auszuprobieren.“
Ulrike Kallee, Abteilungsleiterin Stoffe und Technologien beim BUND

„Die Teilnahme brachte mir einen erstaunlichen Mehrwert für mich als Person, beruflich sowie persönlich. Der Austausch mit erfahrenen und anderen jungen Führungskräften war inspirierend und hat mir viel gebracht. Ich bin mir sicher, dieses Netzwerk wird lange einen Mehrwert bilden und mich bei meiner Entwicklung begleiten und bereichern.“
Anna Wilde, Gruppenleiterin Vorbereitende Bauleitplanung des Bezirksamt Pankow

„Das Programm war ein gewinnbringender Austausch über Führungsstile, Umgang mit Situationen, Themen und Menschen sowie deren Hintergründe. Ein schnellerer Netzwerkaufbau war dank des Zusammenbringens faszinierender, offener Charaktere kaum möglich.“
Tobias Doßmann, Leiter Netzdokumentation der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg

„Eine fantastische Möglichkeit, sein Führungsverhalten zu reflektieren und weiterzuentwickeln und um neue Perspektiven einzunehmen. Inspirierende und motivierende Gesprächspartner sowohl auf Seiten der Teilnehmenden und Seminarleitenden als auch auf Seiten der Seniors.“
Dr. Johannes Kleine, Projektleiter Team Automotiv in Frankfurt/Oder der Bundesagentur für Arbeit

„Genau das, was ich – ohne es vorher zu wissen – jetzt nach 1,5 Jahren Führungstätigkeit und -erfahrung gebraucht habe! Genau das richtige Konzept zum Transfer für die Resonanz und Verankerung von Wissen, Praxishandeln, Reflexion, Vorbildlernen, kollegialem Austausch, Vernetzung und sozialer Unterstützung und Talking in einer unbeschreiblich wertvollen und bereichernden Gruppe!“
Anke Blaschka, Leiterin des Fachbereichs Kindertagesbetreuung und Frühe Bildung des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin-Brandenburg

„Das Programm ist toll aufgebaut und bietet die Chance auf sehr guten, nützlichen und interessanten Austausch. Wir konnten hier als Individuen und als Gruppe sehr viel lernen und für die Zukunft mitnehmen. Sowohl die Anleiter*innen, als auch die Gäste und die Gruppen waren fantastisch!“
Clemens Müller, Stellvertretender Einrichtungsleiter/Psychologe des Panorama Nord – Wohnheim für Wohnungslose

„Die Zeit empfand ich als intensiv und das ist sehr schön. Eine tolle Zeit, Ort, Persönlichkeiten und Austausch. Ich gehe gestärkt heraus und nehme viele Anwendungsmöglichkeiten und zwischenmenschliche Erfahrungen mit.“
Tina Lüderitz, Leitung der Technischen Verwaltung des Stadtentwicklungsamtes des Bezirksamt Pankow

„Die Einblicke in die strukturelle Vielfalt Berlins und den sich daraus ergebenden Herausforderungen und Führungsanforderungen sind essentiell für jeden, der wirklich an der Stadt der Zukunft mitarbeiten möchte. Ich sage von Herzen Danke!“
Carolin Fürst, agile Stakeholderin von The Future Living


„Es war eine intensive Woche in der ich viel über Zusammenarbeit, Führung und auch mich selbst gelernt habe. Von Methoden-Inputs über Senior-Gespräche und den Karaoke-Abend hat alles dazu beigetragen. Ein tolles Programm!“

Annabel Motzkus, Gruppenleiterin Qualitätssicherung bei Stromnetz Berlin

„Durch das Programm konnte ich meine Sicht auf diverse Themen verdeutlichen. Weiterhin habe ich viele Impulse für meine zukünftigen Arbeiten erhalten. Die Moderatoren sowie Experten haben, durch viel Freude, Erfahrung und Enthusiasmus, Stimmung und Schwung in den Workshop gebracht, sodass dieser zu jeder Zeit viel Spaß gemacht hat.“
Daniela Ulrich, Leitung Stationsbau bei Stromnetz Berlin

„Das Programm war viel mehr als nur allgemeine Inputs: Die erfahrenen, erfolgreichen Führungskräfte haben eine Vielfalt an Herausforderungen und Lösungen aufgezeigt, die zur Reflektion und zum wichtigsten Puzzlestück beitragen – die eigene, authentische Haltung als Führungskraft.”
Nicola Meyer, Stellvertretende Geschäftsführerin von Wassertor e.V.

Mentor*innen gesucht: Mentoring-Programm bei Leadership Berlin

Eingetragen am 25.10.2021

25. Oktober 2021 | By |

Wir haben in unserem Netzwerk eine große Vielfalt von unterschiedlichsten Führungspersönlichkeiten mit reichhaltigem Erfahrungsschatz. Dies möchten wir nun auch in Form eines Mentoring-Programms zugänglich machen für Führungskräfte, Nachwuchs-Führungskräfte und Schul-Sprecher*innen.

Initiiert wurde unser Mentoring-Format durch Andreas Scholz-Fleischmann, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender von Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. und ehemals u.a. Personalvorstand der BSR und Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe.

Sind Sie bereit, sich als Mentor*in über ein Jahr hinweg mindestens quartalsweise mit einem Mentee zu treffen? Wenn ja, freuen wir uns, wenn Sie das folgende Formular ausfüllen:

  •  

Programmtag zum Thema “Mut zur Vielfalt” am 17. Juni

Eingetragen am 25.06.2021

25. Juni 2021 | By |

„Mut zur Vielfalt – dem anderen begegnen“ unter diesem Motto stand der (nachgeholte) sechste Programmtag unseres Leadership Programms 2020, zu dem wir endlich wieder physisch zusammen kommen konnten. Vielfalt bzw. „Diversity“ ist in heutiger Zeit mitunter zum Modebegriff geworden. Dabei geht teilweise unter, dass Vielfalt in der Zusammensetzung in Entscheidungsgremien wie auch in der Gesellschaft als Ganzes allen auch einiges abverlangt. In diesem Sinne kamen wir am 17. Juni zunächst in der Dar-as-Salam-Moschee (Neuköllner Begegnungsstätte) zusammen, wo die Teilnehmenden unseres Jahresprogramms mit dem Imam und Vorsitzenden der Moschee, Imam Mohamed Taha Sabri, der dortigen Verwaltungsmitarbeiterin Abier Alsaman und der Gründerin und Geschäftsführerin der Deutschen Islam Akademie, Pinar Cetin, über Islam in Deutschland, das Verständnis von Integration und insbesondere über das Tragen von Kopftuch sprachen. Dieser Aspekt war insofern besonders spannend, da Abier Alsaman und Pinar Cetin aus Betroffenenperspektive eine gänzlich andere Sichtweise boten als Prof. Dr. Godula Kosack, Vorstandsvorsitzende von Terre de Femmes, die ein Kopftuchverbot an Schulen bis zum 18. Lebensjahr fordern, und mit der die Teilnehmenden am letzten Programmtag zusammentrafen.

Ob und inwieweit in Deutschland lebenden Menschen abverlangt werden kann und darf, ein religiöses Symbol abzulegen und inwieweit es mitunter Benachteiligung und Gefährdung nahelegen, darüber sprachen wir im zweiten Teil des Gesprächs, zu dem Rabbiner Walter Rothschild hinzukam, der schon häufiger in der Neuköllner Begegnungsstätte zu Gast war und mit Taha Sabri zum ersten Mal in einer gemeinsamen Rikschafahrt bei der von uns organisierten meet2respect-Tandemtour 2018 zusammenkam. Dass Taha Sabri als Imam einer mehrheitlich von Palästinensern besuchten Moscheegemeinde sich immer wieder gegen Antisemitismus positioniert hat, häufiger Rabbiner in der Moschee zu Gast waren oder er sich auch beim der meet2respect-Tandemtour oder bei „Berlin trägt Kippa“ beteiligt hat, stieß übrigens nur bei Teilen der Gesellschaft auf Anerkennung. Imam Taha Sabri stellte dar, dass er sich sowohl aus dem palästinensischen und islamistischen Bereich wie auch aus Teilen der Mehrheitsgesellschaft, einigen Medien und Teilen der jüdischen Community  mitunter immer wiederkehrender Angriffe ausgesetzt sieht. Von der einen Seite sieht er sich Vorwürfen ausgesetzt, ein Verräter zu sein. Von den anderen wird ihm unterstellt, er sei ein sich auf Täuschung verstehender Anhänger der Muslimbruderschaft. Er habe den Eindruck, dass gerade junge Menschen sich von seiner Gemeinde abwenden, da sie aufgrund der immer wiederkehrenden Vorwürfe und Unterstellungen so frustriert sind, dass sie zu dem Schluss kommen, sein Kurs der Offenheit und des Dialoges in dieser Gesellschaft bringe nichts.

Rabbiner Walter Rothschild stellte aus seinen Sicht dar, wie sehr antisemitische Angriffe auf Kippa-Träger, antisemitische Verschwörungstheorien (unter denen er aufgrund seines Nachnamens besonders betroffen ist) und Pauschalisierungen gegenüber Juden und Muslimen eingebettet sind in eine von in der Natur des Menschen liegende allgemein feststellbare Ablehnung von „Andersartigkeit“. Diese habe es in der Geschichte und unter unterschiedlichsten Vorzeichen (auch zwischen Katholiken und Protestanden) fast immer gegeben.  Mit Imam Taha Sabri war er sich einig, dass es ein nicht unerhebliches Problem des Antisemitismus insbesondere bei aus arabischen Nachbarstaaten nach Deutschland gekommenen Muslimen gib. Befremdlich finde er aber, wie sehr dieser „importierte“ in der öffentlichen Diskussion Antisemitismus betont werde. 

Rabbiner Walter Rothschild und Imam Taha Sabri waren sich außerdem mit den Teilnehmenden des Leadership Programms einig, dass es weder Nogo-Areas für Juden mit Kippas noch für Muslima mit Kopftuch geben dürfe. In diesem Sinne machten zahlreiche Teilnehmende von dem Angebot Gebrauch, in Anknüpfung an die von der Jüdischen Gemeinde ausgerichtete Veranstaltung „Berlin trägt Kippa“ den 20 minütigen Fußweg zu unserem Veranstaltungsort des Nachmittags, dem Ernst-Abbe-Gymnasium in der Sonnenallee, sich solidarisch mit Rabbiner Walter Rothschild eine Kippa aufzusetzen. Vermutlich ist es in Neukölln noch nicht oft vorgekommen, dass eine Kippa tragende Gruppe durch die Straßen wandert. Die Kippa-Träger berichteten, dass von den allermeisten Passanten davon in keiner besonderen Weise Notiz genommen wurde, lediglich einzelne stellten neugierige und in einem Fall auch aggressive Blicke fest. Das heißt natürlich nicht, dass das Tragen einer Kippa als gänzlich unbeschwert bewertet werden kann, wie die polizeilich erfassten 2.275 antisemitischen Straftaten im Jahr 2020 zeigen.

Auch am Nachmittag des Programmtags ging es um das Thema Vielfalt. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit, beispielsweise mit Patricia Carl, Vorsitzende des Bundesverbands Kleinwüchsiger und ihrer Angehörigen oder mit Andrea Schmitt, Trans*Frau und Sprecherin der TransSisters über ihre Erfahrungen im Hinblick auf ihre „Andersartigkeit“ im privaten, beruflichen und öffentlichen Leben zu sprechen. Wie geht man damit um, angestarrt zu werden, wie tolerant ist Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern (in denen es z.B. schon seit Generationen üblich ist, dass auch Kleinwüchsige Kinder haben) – es waren sehr intensive Gespräche, die mitunter wie die vorherigen unter die Haut gingen und Einblicke gewährten, die viele Teilnehmende bislang nicht hatten. Nicht weniger intensiv war der Austausch mit kognitiv hochbegabten Mitgliedern des Vereins Mensa, für dessen Mitgliedschaft der IQ über dem von 98% der Bevölkerung liegen muss. Warum können nicht alle ihre Talente in Bildungs- und Berufsleben einbringen, wie können Organisationen und Unternehmen mit Menschen mit dieser Norm-Abweichung besser umgehen, dies waren einige Fragen, die in den rotierenden Tischgesprächen diskutiert wurden.

Wir als Leadership Berlin fassen unter den Begriff der Vielfalt nicht nur die „gängigen Diversity Aspekte“ des AGGs, sondern nehmen auch Meinungsvielfalt in den Blick. Der Austausch mit Wolfgang Schmidt, ehemaliger Oberstleutnant des MfS und heutiger Geschäftsführer des Vereins ehemaliger hauptamtlicher MfS-Mitarbeiter, ISOR, bot dazu eine Gelegenheit. Der Austausch bot Einblicke in die Innenperspektive eines Ministeriums, dessen Aufgabe u.a. darin bestand, abweichende Meinungen, bzw. Meinungsvielfalt zu bekämpfen. In erstaunlich offener Atmosphäre bot das Gespräch den Raum, Ideologie und den Umgang mit Andersdenkenden im Hinblick auf die DDR zu reflektieren und mit der heutigen Gesellschaft in Bezug zu setzen.

Alles in allem ein aufwühlender Tag, in dem die Auseinandersetzung mit Vielfalt nicht nur abstrakt besprochen, sondern in konkreten Begegnungen und Erfahrungen erlebt und im Anschluss reflektiert wurde. Es wurde deutlich, wie viel anspruchsvoller Führung heute unter Einbindung der unterschiedlichsten Vielfalts-Aspekte zu früheren Jahrzehnten ist, als Entscheidungsgremien im Hinblick auf Geschlecht, Alter, politischen und kulturellen Hintergrund noch eher homogen waren.

Vielfalt zuzulassen und einzubringen bedingt auch die Fähigkeit, Kritik zuzulassen und einbringen zu können. Vielfalt ist kein Selbstläufer und kein Selbstzweck – der Blick und Umgang mit Vielfalt muss, kann und sollte immer wieder reflektiert und erweitert werden. Wir freuen uns, den teilnehmenden Führungskräften mit unserem Programmtag dazu Erkenntnisse, Anknüpfungspunkte und Mut vermittelt zu haben.

Leadership-Talk über Covid-19 mit Prof. Dr. Detlev Krüger

Eingetragen am 18.12.2020

18. Dezember 2020 | By |

Rückblick 2020 und Ausblick auf 2021

Viele sind das Thema leid – drum herum kommt man als Führungskraft wie auch als Bürger*in ohnehin nicht: der gesellschaftliche und innerbetriebliche Umgang mit Covid-19. Insofern widmeten wir diesem Thema unseren Leadership-Talk am 7. Dezember, zu dem 25 Mitglieder von Leadership Berlin per Videokonferenz auf Prof. Dr. Detlev Krüger trafen. Der Berliner Virologe leitete 27 Jahre lang das Institut für Virologie der Charité Berlin.

Lobende Worte fand Prof. Krüger über seinen Nachfolger, Christian Drosten, der schon lange wissenschaftlich sehr erfolgreich auf dem Gebiet der Coronaviren arbeite und auch zu den Entdeckern des SARS-Coronavirus im Jahre 2003 gehörte, sowie auch über die schnelle Entwicklung des PCR-Nachweistests für das neue Coronavirus Anfang diesen Jahres. Was die Bewertung der Sterblichkeit und Betrachtung möglicher wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, gesundheitlicher und psychologischer Kollateralschäden der Schutzmaßnahmen anbetrifft, so vertrat Prof. Krüger eine abwägende Haltung. Neben zahlreichen Fragen unserer Mitglieder zu ganz praktischen Aspekten wie Übertragungswegen, der Wirksamkeit von Hygienemaßnahmen und den nun vorhandenen Impfstoffen, aber auch zur Sterblichkeit durch unbehandelte Tumore und Infarkte oder durch Suizide im ersten „Lockdown“, wurden insofern auch die gesellschaftlichen Aspekte intensiv besprochen. 

Deutschland ist im internationalen Vergleich bislang besser durch die Krise gekommen als viele andere Länder, was die Zahl an der Covid-19 Verstorbenen betrifft, als auch, was die Intensität des ersten Lockdowns und den Umfang der Wirtschaftshilfen angeht. Herr Prof. Krüger führte den Teilnehmenden, trotz aller Wertschätzung für die Impfstoffentwicklung, vor Augen, dass wir noch lange nicht am Ende der Krise sind. Durch die Einführung der Impfung werde die Zirkulation des Virus in der Bevölkerung nicht unterbrochen.

Da Covid-19 wie viele respiratorischen Infekte vor allem bei kälteren Temperaturen übertragen wird, werden die Gesellschaften auf unseren Breitengraden nach seiner Einschätzung bis etwa April vor der Wahl stehen, mit höheren Ansteckungs- und Todeszahlen zu leben oder sich für einschränkende Maßnahmen mit im Einzelnen unsicherer epidemiologischer Wirkung, aber Kollateralschäden an Insolvenzen im Kultur-, Veranstaltungs- und Gastronomiebereich, Schulden für die kommende Generation und auch Menschenleben zu entscheiden. 

Dass eine solche sachliche Auseinandersetzung nicht leicht ist, zeigte sich auch in der Diskussion, denn es geht auch um das Erkranken oder gar den Verlust geliebter Menschen und dieses in einen gesellschaftlichen oder gar wirtschaftlichen Kontext zu bringen, fällt schwer. Wichtig war Herrn Prof. Krüger hervorzuheben, dass das Alter hinsichtlich des Sterberisikos an Covid-19 eine große Rolle spielt und man insofern besonderes Augenmerk auf den – diskriminierungsfreien – Schutz alter und vorerkrankter Menschen legen sollte. Nicht von ungefähr seien in der Vergangenheit ca. 50% der Todesfälle bei Bewohnern von Pflegeheimen aufgetreten und das durchschnittliche Sterbealter von Covid-19-Erkrankten in Deutschland betrage 83 Jahre, liege also sogar noch etwas über der durchschnittlichen Lebenserwartung.

Inwieweit ist bei Medien die Intention, zu einem bestimmten Verhalten zu erziehen, an die Stelle der Intention, sachlich zu informieren oder kritisch zu reflektieren, getreten? Ist eine solche Ausrichtung in Anbetracht der aktuellen Pandemie angebracht? Wie stark und langanhaltend können gesundheitliche Schäden nach Durchlaufen einer Infektion sein? Woraus ergeben sich die erheblichen Unterschiede in der Übersterblichkeit zwischen verschiedenen Ländern? Wie sollte der gesellschaftliche Umgang mit Menschen sein, die sich unter Missachtung von Abstands- und Maskenregeln zu Querdenker-Demos zusammenfinden? Was sind die Kosten und Kollateralschäden eines möglichen Lockdowns über 6 Monate von November bis April und gibt es Szenarien, wie dieser vermieden werden kann? Wie groß sind die noch vorhandenen Kapazitäten an Intensivbetten bzw. was bedeutet es für Personal und Patienten mit verschobenen Behandlungen, wenn die Zahl der behandlungsbedürftigen Covid-19-Patienten von bereits 4200 bzw. 15% der 28.000 Intensivbetten in Deutschland noch weiter steigt? Wie aussichtsreich sind die Impfstoffe im Hinblick auf Verträglichkeit und Nebenwirkungen in der besonders vulnerablen Gruppe? Wie viel Schutz bietet eine durchlaufende Infektion im Vergleich zu einer Impfung? Viele Fragen wurden andiskutiert, für die es keine einfachen bzw. nicht von allen getragenen Antworten gibt.

Bereichernd im Hinblick auf den Austausch – insbesondere in der „Nachspielzeit“ in kleinerer Runde nach den angekündigten 90 min – zeigte sich die für unsere Formate typische große Spannbreite an unterschiedlichen Einschätzungen der Teilnehmer, die wir zum Abschluss der 90 min in Form einer anonymen Umfrage erhoben. Während laut Deutschlandtrend vier Tage vor unserer Videokonferenz 53% der Bevölkerung die geltenden Maßnahmen als angemessen bewerteten und sich nur 18% eine Verschärfung und 27% eine Lockerung gewünscht hätten, bewerteten unter unseren Teilnehmenden in einer anonymen Umfrage nur 39% die aktuellen Maßnahmen als angemessen, wohingegen sowohl der Anteil derjenigen, die sich eine Verschärfung wünschen (22%) wie auch derjenigen, die sich Lockerungen wünschen (39%) höher als in der Allgemeinbevölkerung ausfiel. Immerhin stellte die Vielfalt in der Zusammensetzung einen lebendigen Austausch sicher.

Wir blicken den weiteren Entwicklungen gespannt entgegen und hoffen auf demokratische und transparente Aushandlungsprozesse und dass die Polarisierung der Gesellschaft über die Auseinandersetzung zur Notwendigkeit und Akzeptanz von Maßnahmen, Impfreihenfolge und Impfpflicht, einen denkbaren Sonder-Status für Geimpfte und andere Fragen nicht weiter zunimmt. Vor allem danken wir Prof. Dr. Krüger und allen Teilnehmenden für den anregenden und als bereichernd empfundenen Austausch und wünschen allen, dass Sie gesundheitlich und wirtschaftlich gut durch die Krise kommen.

Programmtag zu Ohnmacht und Aktivismus

Eingetragen am 22.10.2020

22. Oktober 2020 | By |

Zu unserem fünften Programmtag waren wir zu Gast im Umweltforum, wo sich die 36 Teilnehmenden unseres Leadership Jahresprogramms mit Menschen und zu Themen austauschten, die einerseits kontrovers diskutiert werden, bei denen andererseits Personen aus einer benachteiligten Position heraus ein gesellschaftliches Umdenken erreichen wollen. In Anbetracht des Covid-19-Infektionsgeschehens führten wir den Programmtag „hybrid“ durch – ein Teil der Teilnehmenden war via einer Leinwand, Lautsprecher und Mikrofonen zugeschaltet. 

Am Vormittag befassten wir uns mit dem Thema Obdachlosigkeit. Einen intensiven Einblick boten dabei Werner und Ingo, die freimütig über ihren Lebensweg und ihre Erfahrungen in der Obdachlosigkeit berichteten. Ob über Alkohol, Drogen und andere psychische Erkrankungen, Zuzug von osteuropäischen Obdachlosen, Gewalt, Kriminalität und die unterschiedlichsten Faktoren, die zu einem Leben auf der Straße geführt haben bzw. Wege, die aus dieser Situation herausführen können – Ingo und Werner gingen offen auf Fragen unserer teilnehmenden Führungskräfte ein und zeigten auf, dass es unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema gibt.

Bereichert wurde der Austausch durch Jörg Richert, Gründer von Karuna und der KARUNA Sozialgenossenschaft, zwei soziale Unternehmungen mit vielfältigen Unterstützungsangeboten für Obdachlose und Straßenkinder. Jörg Richert warb eindringlich für die Umsetzung eines berlinweiten Aktionsprogramms mit dem Ziel, dass es bis 2030 keine Obdachlosigkeit mehr in der Stadt gibt. Diskutiert wurden dabei auch die bisherigen Maßnahmen und ob die 300 Millionen Euro, die Berlin jährlich zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit ausgibt, nicht auch besser ausgegeben werden könnten. Einig waren sich Jörg Richert und die aus der Betroffenheit kommenden Ingo und Werner in jedem Fall dahingehend, dass sich möglichst viele Bereiche der Gesellschaft den Themen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit annehmen sollten und dass dazu auch die Stimme von Betroffenen selbst, wie sie beispielsweise in der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen zum Ausdruck kommt, dabei auch Gehör finden sollte.

Das Thema, wie Aktivist*innen aus einer Situation der Ohnmacht und Benachteiligung heraus, gesellschaftlich etwas bewegen können, widmeten sich die Teilnehmenden am Nachmittag in Kleingruppen bei Gesprächen mit fünf Aktivist*innen von Fridays for Future, mit Frau Prof. Dr. Godula Kosack, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V. und mit Tahir Tella, Vorstand und Sprecher der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland Bund e.V.. Egal ob es um den beschleunigten CO2-Ausstieg bis 2035, ein Kopftuchverbot an öffentlichen Schulen für Unter-18-Jährige oder um die Umbenennung von Straßen wie der M-Straße ging – unsere Teilnehmenden setzen sich mit den jeweiligen Argumenten auseinander und hatten Gelegenheit, sich mit den jeweiligen Anliegen und den Aktivitäten der Gesprächspartner*innen auseinanderzusetzen.

„Begegne dem anderen“ lautet das Motto von Leadership Berlin. Entsprechend gehört es (wie beim Thema Obdachlosigkeit) zu unserer Überzeugung, dass man nicht nur „mit einer Seite“ über etwas sprechen sollte, sondern auch und gerade jeweils mit Betroffenen bzw. Andersdenkenden. Entsprechend knüpfte das Gespräch mit den Aktivist*innen von Fridays for Future an eine Begegnung an einem vorherigen Programmtag mit dem Vorstandsvorsitzenden der LEAG, Dr. Helmar Rendez an, dem Gespräch mit Frau Prof. Dr. Kosack wird ein Gespräch mit Kopftuchträgerinnen zu einem späteren Programmtag folgen und dem Gespräch mit Tahir Della ging ein Gespräch an einem früheren Programmtag mit Erika Steinbach, Vorstandsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung voran.

Wir freuen uns auf eine Fortsetzung unseres Leadership-Programms und spannende Gesprächen in unserer vielfältigen Gesellschaft, werden dafür allerdings zunächst einmal eine Pause einlegen, da es uns aufgrund des Covid-19-Infektionsgeschehens besser erscheint, bis zum Mai eine Pause einzulegen.

Wir danken allen Mitwirkenden an unseren bisherigen Programmtagen für ihre Mitwirkung und hoffen und wünschen für uns alle, dass die Worst-Case-Szenarien bzgl. Covid-19 und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen in den kommenden Monaten nicht eintreffen werden. Passen Sie auf sich und auf andere auf!

Programmtag zu Erfolgskriterien und Handlungsspielräumen

Eingetragen am 20.10.2020

20. Oktober 2020 | By |

Erfolgskriterien und Handlungsspielräume in unterschiedlichen Kontexten widmeten sich die 36 Teilnehmenden unseres Leadership Jahresprogramms zu unserem Programmtag „Spielräume der Macht ausschöpfen – Strategien entwickeln“. Ob mit
– Thomas Englberger, Geschäftsführer der Arena Berlin Betriebs GmbH,
– Soheil Mirpour, Vorstand des milliarden-schweren Internet-Inkubators Rocket Internet
– unserem Vorstandsmitglied Nadine Evers, bis letztes Jahr Geschäftsführerin der Open Knowledge Foundation und heute Senior Special Consultant bei Roland Berger,

oder in Kleingruppen über den eigenen Arbeitskontext tauschten sich die Teilnehmenden über die jeweiligen Erfolgskriterien, Handlungsspielräume und Strategien aus. Klar wurde dabei, dass es nicht DAS Patentrezept für Erfolg gibt, sondern dass es vielmehr darum geht, Chancen – gerade auch in Krisen oder bei besonderen Herausforderungen – zu erkennen und zu nutzen und dass der Blick von außen und ein breites Netzwerk dabei sehr hilfreich sein können.

Während der Begriff „Macht“ im deutschen Sprachraum eher negativ und restriktiv besetzt ist, widmeten wir uns dabei vor allem dem konstruktiven Aspekt des „Machens“ und wie Akteur*innen darin erfolgreich sein können, ihre Handlungsspielräume zu erweitern und erfolgreich zu sein. In Zeiten, in denen TESLA mehr wert ist als VW, Daimler und BMW zusammen bzw. in denen die „New Economy“ in vielen Bereichen die „Old Economy“ herausfordert und zum Teil „alt aussehen lässt“, hatten unsere 36 Teilnehmenden am Nachmittag Gelegenheit, sich in Kleingruppen mit 5 Start-Ups über deren Konzepte und Strategien auszutauschen und deren Erfolgsperspektiven zu diskutieren. Unser Dank geht an:

– Franziska Michel, Gründerin von Yoona Technology, die mit einer Software Modeketten die Optimierung bei der Gestaltung und Anpassung von Kollektionen anbietet

– Daniil Belazovschi und Dario Kniesel, Gründer der Kitanauten, die mit einem zugeschnittenen Vermittlungsangebot dem Fachkräftemangel in Kitas entgegenwirken

– Tim Wegner, Mit-Gründer von Workist, das Lösungen entwickelt hat, operative Geschäftsprozesse zu automatisieren und innovative Teamarbeit zwischen Mensch und KI-Algorithmus zu ermöglichen

– Anja Ring, die innovative Raumnutzungsstrategien zur optimalen Nutzung von Wohnflächen der beständigen Erweiterung von Wohnflächen entgegensetzt und

– Daniele Berardo, Mitgründer von Energenious, die eine Software-Lösung für autarke, dezentrale Energieversorgung entwickelt haben

, dass sie ihre Geschäftsmodelle mit unseren Teilnehmenden diskutiert haben. Auch und gerade weil in der anschließenden Reflexionsrunde viele unserer „arrivierten“ Führungskräfte sich entweder nicht anmaßen wollten, über die jeweiligen Erfolgsaussichten eine Aussage treffen zu können bzw. den jeweiligen Unternehmungen mitunter auch Bedenken entgegenbrachten, so wurde der „Kultur-Unterschied“ zwischen den mitunter großen „Tankern“ unserer Teilnehmenden mit all ihren Größenvorteilen und – Nachteilen und den kleinen, flexiblen Gründungsinitiativen deutlich. Dies bot eine gute Inspiration,  darüber nachzudenken, ob und wie mehr Innovationskraft und Flexibilität in den eigenen Organisationen erreicht werden könnte.

Technologische Aspekte bot der Programmtag nicht nur im Hinblick auf die von den Gründer*innen vorgestellten Geschäftskonzepte, sondern auch in der Umsetzung. In Anbetracht der zunehmenden Zahl an Covid-19-Infektionen setzten wir den Programmtag „hybrid“ um und ermöglichten Teilnehmenden, die aufgrund von Krankheitssymptomen oder aus Vorsicht oder Unternehmensvorgaben nicht physisch teilnehmen konnten eine virtuelle Teilnahme, indem sie per Bildschirm, Lautsprechern und Raum-Mikrofonen zugeschaltet waren. Unser besonderer Dank geht an Thomas Englberger, den Geschäftsführer der Arena, der trotz der angespannten Wirtschaftslage seines Unternehmen, das bislang in der Corona-Krise bis auf Kurzarbeitergeld keine öffentlichen Hilfen erhalten hat, eine Durchführung unter Einhaltung der Abstandsgebote mit 5 Tisch-Inseln im Glashaus der Arena ermöglichte und den Teilnehmenden in Kleingruppen Einblicke in das 22.000 qm umfassende Veranstaltungs-Areal inkl. Badeschiff, Club und Messehalle, in der am darauffolgenden Tag die deGUT (Deutsche Gründer- und Unternehmertage) begann, bot.

Wir drücken der Arena und den Beschäftigten die Daumen, dass sie gut durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise kommen und hoffen, dass diese einzigartige Location Berlin erhalten bleibt! Und natürlich wünschen wir auch den Gründer*innen viel Erfolg und freuen uns, unseren Teilnehmenden über die weitere Entwicklung der Gründungen in einigen Monaten berichten zu können.

Leadership Talk mit Dieter Hallervorden im Schlosspark Theater

Eingetragen am 05.10.2020

5. Oktober 2020 | By |

Mit unserem Leadership Talk am 5. Oktober waren wir zu Gast bei Dieter Hallervorden in dem von ihm betriebenen Schlosspark Theater. Aufhänger waren die Auswirkungen, aktuelle Strategien und Perspektiven für privatwirtschaftlich geführte Kulturbeitriebe, von denen mit dem Schlosspark Theater und dem Theater-Kabarett „Die Wühlmäuse“ gleich zwei von Dieter Hallervorden gegründet und geleitet wurden. Der Austausch beschränkte sich allerdings nicht auf den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit Covid-19, sondern umfasste auch das künstlerische und unternehmerische Wirken von Dieter Hallervorden, der mit seinen 85 Lebensjahren auf langjährige und vielseitige Erfahrungen zurückgreifen kann. Außer Mitgliedern von Leadership Berlin ermöglichten wir zu diesem Leadership Talk auch Mitgliedern unserer Netzwerkpartner, des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) und von Mensa in Deutschland eine Teilnahme. Die Teilnehmenden saßen mit Abständen zwischen Puppen in dem 473 Plätze umfassenden Schlosspark Theaters und konnten über zwei Saal-Mikrofone ihre Fragen stellen.

Businessfotografie Inga Haar/VBKI

Zwei Leben in einem – diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man Dieter Hallervorden erlebt und kennenlernt. Während viele Menschen mit 65 bereits in den Ruhestand gehen, bevorzugt Dieter Hallervorden den „Unruhestand“, der nun schon 20 Arbeits-Jahre über das durchschnittliche Renteneintrittsalter hinaus geht. Auch das berufliche Wirken vereint komplett unterschiedliche Felder. Da ist zum einen die Rolle des Comedians – zum anderen die Wahrnehmung ernster Rollen. Da ist zum einen der Theater-Schauspieler, zum anderen der Film- und Fernsehschauspieler. Auf der einen Seite ist Dieter Hallervorden Solo-Künstler, der sich als solcher einem höchsten Bekanntheitsgrad erfreut – auf der anderen Seite ist Dieter Hallervorden Unternehmer und Geschäftsführer sowohl des Theater-Kabaretts „die Wühlmäuse“ wie auch des von ihm mit 1,7 Millionen Euro aus eigener Tasche instandgesetzten Schlosspark-Theaters. Aktuell steht der 85-jährige tagsüber für eine ZDF-Produktion vor der Kamera, um aus den daraus resultierenden Einnahmen das Schlosspark Theater mit der aktuell nur 20%igen Publikumsauslastung durch die Krise zu retten und die Arbeitsplätze der Beschäftigten zu erhalten.

Fotos: Businessfotografie Inga Haar/VBKI

„Ich habe so viele Krisen durchlebt“, so Dieter Hallervorden bei dem von Bernhard Heider moderierten Leadership-Talk, „da lasse ich mir von so einem Virus doch jetzt nicht mein Theater kaputt machen!“ Enttäuschung äußerte Hallervorden vor allem über die Politik, einerseits, was die Kommunikation mit der Kulturwirtschaft anbetrifft, andererseits hinsichtlich der Unterstützung privatwirtschaftlicher Kulturbetriebe, die angesichts der geltenden Abstandsregeln entweder gar nicht oder nur mit hohen Verlusten den Betrieb aufrecht erhalten können. Immerhin, so Hallervorden, sei Deutschland bislang mit weniger Toten und weniger Einschränkungen als viele  andere Länder durch die Krise gekommen – insofern hat die Politik aus seiner Sicht auch einiges richtig gemacht und er will sich auch nicht anmaßen, die Expertise von Virologen beurteilen zu können. Allerdings sind die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen doch gewaltig und die Lasten und staatlichen Unterstützungen mitunter sehr unterschiedlich verteilt.

Fotos: Businessfotografie Inga Haar/VBKI
Ein Aufgeben kommt für Dieter Hallervorden nicht in Frage und man nimmt ihm gerne ab, dass er noch viele Jahre unternehmerisch und künstlerisch wirken wird. Rückhalt findet er dafür insbesondere in seiner Familie, von der sein 22-jähriger Sohn Johannes Hallervorden an dem Abend auch organisatorisch mitwirkte. „Ich mache mir meine Enkel selbst“, so kommentierte verschmitzt Dieter Hallervorden den Umstand, dass er mit 63 nochmals Vater wurde.

Sofern es die Zeit zulässt – sucht und findet er auch Erholung auf der von ihm vor vielen Jahren erworbenen Insel in der Bretagne. Denn auch das wissen viele nicht von Dieter Hallervorden: er liebt französische Sprache und Kultur, studierte u.a. bei Victor Klemperer Romanistik, wirkte in der DDR u.a. als Übersetzer bevor er 1958 nur knapp vor dem Zugriff der Stasi nach West-Berlin flüchtete und übersetzt auch heute noch in seiner Freizeit französische Theater-Stücke, die er dann mitunter in Berlin zur Aufführung bringt.

Angesprochen auf die Quelle seiner enormen Energie für sein künstlerisches und unternehmerisches Wirken verweist Dieter Hallervorden vor allem darauf, wie wichtig ihm das Publikum, seine Beschäftigten und das erfolgreiche „Machen“ an sich sind. Alt ist man erst dann, wenn man vor allem zurückschaut – er hingegen schaue eher nach vorne, auch wenn er sich bewusst sei, dass das Dasein endlich ist. Ein Übriges tun bei Dieter Hallervorden nach eigenen Angaben eine Stunde Sport am Tag und eine gesunde Ernährung, die allerdings da ein- oder andere Glas Wein nicht ausschließt. In diesem Sinne ließen wir den Abend – wenn auch mit Abständen und an Tischen – im Foyer des Schlosspark-Theaters ausklingen. Es waren spannende Einblicke und für viele war es bestimmt nicht der letzte Besuch im Schlosspark Theater.

Programmtag zum Thema Verantwortung in der Zuckmayer-Schule

Eingetragen am 17.09.2020

17. September 2020 | By |

Verantwortung eröffnet Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten – zugleich ist Verantwortung immer auch mit Risiken verbunden, die es sorgsam abzuwägen gilt. Zum dritten Programmtag unseres Collaborative Leadership Programms befassten sich die 36 Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Programms mit einer Reflexion dieser und anderer Aspekte zum Thema Verantwortung.

Zu Gast waren wir zu diesem Anlass in der Turnhalle der Zuckmayer-Sekundarschule im Neuköllner Rollbergviertel, wo die Schulleiterin Kristin Stollin und der Mittelstufenleiterin Sabine Drochner einen Einblick in Ihre Verantwortungsbereiche in einer Schule im sozialen Brennpunkt gaben. Welche Möglichkeiten es außerhalb des Programms für Engagement und Unterstützung der Zuckmayer-Schule gibt, darüber sprachen u.a. unsere Alumni Carmen Vallero, die ehrenamtlich seit drei Jahren unser Projekt Vertretungsstunde an der Schule koordiniert und Sebastian Schimming, der sich (als Geschäftsführer einer Privatschulgruppe) in dem Leadership- Freundeskreis der Zuckmayer-Schule engagiert.

Verantwortung stellt sich in unterschiedlichen Kontexten mitunter sehr unterschiedlich dar. In diesem Sinne hatten die Teilnehmenden am Nachmittag die Möglichkeit, ihre Sichtweisen auf das Thema „Verantwortung“ mit unterschiedlichen Verantwortungsträger*innen zu vertiefen. Dies waren:

– Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin,
– Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes,
– Friederike Temme, Vollzugsleiterin der Justizvollzugsanstalt des Offenen Vollzuges Berlin (zuvor Vollzugsleiterin der JVA Moabit) und
– Prof. Dr. Detlef Krüger, Direktor des Instituts für Virologie der Charité a.D., dem Vorgänger von Prof. Dr. Christian Drosten.

Wir danken allen Beteiligten für einen facetten- und erkenntnisreichen Austausch und sind gespannt, was sich daraus noch alles ergeben wird.