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Aktuelles Archive - Leadership Berlin

Präsenz-Start unseres Leadership Programms

Eingetragen am 29.07.2020

29. Juli 2020 | By |

Nach Monaten der Beschränkung auf digitale Austauschformate starteten wir am 22. Juni die Präsenzphase unseres diesjährigen Leadership Programms. Unter dem Titel “Gemeinschaft gestalten” kamen die 36 Teilnehmenden unseres diesjährigen Leadership Programms an einem Ort zusammen, der sich diesem Thema in besonderer Weise widmet: der Messe Berlin.


Die 22.000 qm des CityCubes ermöglichten uns einen abwechslungsreichen Programmstart, der Austauschformate in unterschiedlicher Konstellation ermöglichte. Spannende Einblicke in das Messe-Business und die Rahmenbedingungen eines öffentlichen Unternehmens bot das Gespräch mit Dr. Christian Göke, Vorstand der Geschäftsleitung der Messe Berlin.

Nachmittags bestand für unsere Teilnehmenden sodann die Möglichkeit, die gewonnenen Eindrücke in Kleingruppengesprächen zu vertiefen. Hierzu hatten wir Betreiber*innen von Veranstaltungsorten eingeladen, an denen normalerweise über 1000 Personen am Tag zusammenkommen.

Von der Arena Treptow, Berghain, Columbiahalle, der Dar-as-Salam-Moschee, der Evangelischen Gedächtniskirche bis hin zu Tempodrom und Waldbühne hatten wir führende Vertreter*innen der unterschiedlichsten Veranstaltungsorte zu Gast, sodass in Kleingruppen intensiv über die jeweiligen Rahmenbedingungen der Zusammenkünfte vor Corona und der aktuellen Herausforderungen gesprochen werden konnte.

Es waren spannende und inspirierende Gespräche zwischen unseren Teilnehmenden und den Menschen, die Profis darin sind, “Gemeinschaft zu gestalten” und die angesichts der Covid-19-bedingten Einschränkungen von Sozialkontakten nun vor besonderen Herausforderungen stehen.

Wir hoffen, an der ein oder anderen Stelle mithelfen zu können, dass diese Orte von Großveranstaltungen, die einen nicht geringen Anteil der Anziehungskraft und der DNA Berlins ausmachen, die Zeit der Kontaktbeschränkungen wirtschaftlich überstehen werden.

Und wir danken der Messe Berlin, Herrn Dr. Göke und den anderen Gesprächspartner*innen für die erkenntnisreichen Einblicken in die jeweiligen Leadership-Kontexte und freuen uns auf den nächsten Programmtag unseres Leadership-Jahresprogramms, an dem wir zum Thema “Kritik äußern und annehmen können” im August zusammenkommen werden.

Austausch von Locationbetreibern “1.000plus”

Eingetragen am 29.04.2020

29. April 2020 | By |

Sie machen Anziehungskraft und Einzigartigkeit von Berlin aus, gleichzeitig sind sie wie kaum ein anderer Bereich von der wirtschaftlichen Seite der Corona-Krise betroffen – Betreiber*innen von Veranstaltungsorten, an denen normalerweise über 1.000 Menschen am Tag zusammenkommen. Einige müssen um ihre weitere wirtschaftliche Existenz kämpfen. Und es droht, dass Berlin so manches verloren geht, was für Touristen, Zugezogene, aber auch Ur-Berliner*innen gerade den besonderen Reiz unserer Stadt ausmacht.

Um dem entgegenzuwirken, organisierten wir am 18. Juni in der Messe Berlin einen branchen- und sektorübergreifenden Austausch, bei dem in unterschiedlichen Gruppengrößen und Formaten über die aktuellen Herausforderungen, Strategien und Best-Practice-Beispiele, Fördermöglichkeiten, Kredite, Vereinbarungen mit Vermietern, Umgang mit Zahlungsausfällen und Stornierungen, Vereinbarungen mit Gas-, Wassser- und Stromanbietern, Aufrechterhaltung von Kundenbeziehungen, sektor- und branchenübergreifender Lobbyarbeit und vieles mehr gesprochen wurde.

Betreiber*innen von Veranstaltungsorte müssen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen


Eingeladen dazu haben wir u.a. Betreiber*innen von
– Messe- und Austellungshallen wie der Messe Berlin oder der Station Berlin,
– Konzerthallen wie der Columbiahalle oder der Arena Treptow,
– Clubs wie dem Berghain oder des Sage Club,
– religiöse Orte wie der Gedächtniskirche oder der Dar-as-Salam-Moschee,
– Open-Air-Veranstaltungsorte wie der Alten Försterei oder der Waldbühne,
– Konzert- und Opernhäuser klassischer Musik wie dem Konzerthaus Berlin oder der Deutschen Oper,
– Freizeitveranstaltungsorten wie dem FEZ oder dem Wellenwerk Berlin und
– sonstigen Event-Locations wie dem Kraftwerk oder der Urania
von denen ein großer Teil das Angebot zum Austausch gerne annahm.

Das erste Treffen am 18. Juni in der Messe Berlin beinhaltete neben dem Austausch untereinander auch Kleingruppengespräche mit den 36 Teilnehmenden unseres Leadership Jahresprogramms und einem Einblick durch Emanuel Höger, Pressesprecher der Messe Berlin, Gastgeber des ersten Treffens war, dem noch weitere ab August folgen werden.

Bei all der Unterschiedlichkeit der Rahmenbedingungen, Gesellschafterstruktur und finanziellen Lage zeigten sich doch viele Parallelen und so bot der Austausch interessante Einblicke, welche Strategien die Führungskräfte in ihren jeweiligen Bereichen verfolgten.

Das nächste Treffen wird im August in der Station Berlin stattfinden. Anmeldungen von Betreiber*innen von Veranstaltungsorten, an denen normalerweise über 1.000 Personen zusammenkommen, sind noch möglich.

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*Rahmenbedingungen:
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.
Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmendenzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen.

Kraft in der Krise – Was Berliner Führungskräften Mut macht

Eingetragen am 15.04.2020

15. April 2020 | By |

Auf dass wir bald wieder so fröhlich zusammenkommen können wie unser Mitglied Clemens Bethge, EKBO, Pfarrer und theologischer Referent im Konsistorium bei einer unserer Leadership Veranstaltungen.

In themenoffenen und themenspezifischen Video-Konferenzen bietet Leadership Berlin Austauschmöglichkeiten zu den Herausforderungen der Corona-Krise an. Im themenspezifischen Austausch zum Umgang mit Krisen aus psychologischer Sicht schilderte unsere Gesprächspartnerin Sonja Müseler, Vorsitzende der Stiftung Telefonseelsorge Berlin, dass ein dominantes Gefühl vieler Krisen das der Fremdbestimmtheit sei. Eine zentrale Aufgabe von Krisenberater*innen sei es daher, Betroffenen die möglichen Umgangsformen zu verdeutlichen, die durch eine bewusste Entscheidung die Kontrolle wieder in die eigenen Hände legt:

1. Sich entziehen/ flüchten (z.B. eine Beziehung beenden).
2. Die Situation so annehmen, wie sie ist und sie akzeptieren.
3. Die Situation verändern und neu entscheiden.

Diese Kontrollübernahme des Individuums sei zur Pandemiezeit nur sehr eingeschränkt möglich. Insofern sei es ratsam, sich auf positive Effekte der neuen Situation zu konzentrieren und experimentierfreudig zu sein. In diesem Sinne wollen wir an dieser Stelle ein wenig Heiterkeit und Zuversicht in die Welt tragen. Dazu haben wir Berliner Führungskräfte gefragt, welche positiven Aspekte oder nachhaltigen Lernerfolge sie in der Krise erleben. Diese sind so vielfältig wie unser Netzwerk: von neuen Hobbys im privaten hin zur Einführung digitaler Strukturen im professionellen Kontext ist ein bunter Blumenstrauß an Erfahrungen und Eindrücken zusammengetragen worden, empowernd und hoffnungsvoll.

Carsten Zehe, Blindenhilfswerk, Geschäftsführer

“In der Corona-Krise zeigt sich, dass es doch eine große Anzahl an Menschen gibt, die umsichtig sind, die anderen hilfsbereit zur Seite stehen und die Empathie besitzen. Ist man im Alltag selbst Träger dieser menschlichen Werte, egal wo, so erhält man gerade in dieser Krisenzeit unerwartet viele positive Reaktionen. Dies ist wunderbar, denn es zeigt, dass wir alle „nur Mensch“ sind.”

Katrin Zakrzewski, Deutsche Bank, Direktorin Firmenkunden für professionelle Immobilien-Investoren

“Durch die Krise habe ich mein Umfeld und mich besser kennengelernt. Ich finde es interessant zu beobachten, wie unterschiedlich wir mit der aktuellen Situation umgehen: mal lösungs-, mal problemorientiert, mal egoistisch, mal uneigennützig. Mir persönlich geben die Werte Familie, Freundschaft und Menschlichkeit die nötige Kraft, die Krise zu bewältigen und menschlichen Schwächen entgegenzutreten.”

Katja Brendel, wellcome, Landeskoordination Berlin

„Die neuen Verhaltensregeln in der Pandemie fordern gewohnte Wege zu verlassen, zu experimentieren, zu lernen, neue kreative Lösungen zu finden. Die große Bereitschaft zu nachbarschaftlicher Hilfe macht Mut und gibt die nötige Energie. Und zugleich wird deutlich, dass auch alle digitalen Tools die direkte Begegnung von Menschen nicht ersetzen, sondern immer nur Mittel zum Ziel sind: Beziehungen stiften.“

Gordon Klavehn, Stromnetz Berlin GmbH, Leiter Asset Owner Strategie & Geschäftsentwicklung

„In diesen Zeiten rückt man als Familie zusammen. Wir planen den Tag viel intensiver, so dass von allen die Bedürfnisse erfüllt werden. Dabei entstehen viele gemeinsame Projekte oder Aktivitäten mit meinen Kindern, die sonst so viel seltener vorgekommen wären. Mich beeindruckt auch, wie sich unsere Tochter teilweise sehr kreativ um ihren Bruder kümmert und Spiele erfindet.“

Birgit Johannssen, Seniorpartner in School Landesverband Berlin e.V., 1. Vorsitzende

“Positiv erlebe ich die Freundlichkeit der meisten Menschen beim Einkaufen und beim Spazierengehen, man grüßt sich wieder und lächelt sich an.”

“Ausbruch einer Corona Pandemie in Deutschland war kein Szenario, das ich zur Gründung meines Unternehmens in diesem Jahr angelegt hatte. Aber: Der Mut, die Kreativität, der Pragmatismus, die Flexibilität und das Verantwortungsbewußtsein, das mir aus der mittelständischen Unternehmerschaft entgegen strahlt, sind für mich die besten Mutmacher, die mir sagen, unser Land und unsere Gesellschaft wird auch diese Krise überstehen. Mut und Freude macht mir auch jedes Beispiel von gelebter Solidarität und Gemeinsinn, derjenigen, die weniger hart und nicht wirklich materiell von der Krise getroffen sind. Ich hoffe, dieser Spirit bleibt uns erhalten. Auch wenn es darum geht, sich nachhaltig um die Verlierer und Schwerstleister dieses Szenarios zu kümmern. Der Mensch neigt zum Vergessen.”

Katharina Klinge, Berliner Verkehrsbetriebe, Abteilungsleiterin Organisations- und Personalentwicklung

„Positiv erlebe ich, dass ich durch die Krise angehalten bin, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, meine Werte zu hinterfragen und daran erinnert zu werden, wie wesentlich Gesundheit und ein soziales und verantwortungsvolles Miteinander sind, und wie entbehrlich hingegen so mancher zur Gewohnheit gewordener Konsum ist. Auch ziehe ich Kraft aus dem Austausch mit anderen Menschen über deren Umgangsweise mit der aktuellen Situation, die äußerlich für alle Menschen die Gleiche zu sein scheint, dann aber doch an jeden Einzelnen ganz individuell unterschiedliche Herausforderungen stellt.“

Thomas Rudek, Volksentscheid über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben, Verfasser und Sprecher

“Für unseren überhitzten Planeten bedeutet die Reduktion auf das Notwendigste eine Atempause. Mir als Asthmatiker ist jedenfalls aufgefallen, dass sich die Luftqualität erheblich verbessert hat. Und da die Sterblichkeitsrate gerade in jenen Ländern der 2/3 Welt ohne unsere medizinischen Standards auch erheblich höher ausfallen wird, ist auch zu erwarten, dass sich das Bevölkerungswachstum wenigstens minimalistisch absenkt. Ob in Deutschland das beschleunigte Ableben von älteren Personen mit mehreren Vorerkrankungen auch „dank“ EXIT mittelfristig zu einem Entlastungseffekt für die Rentenkassen führt – Stichwort „Humankapital“ – bleibt genauso abzuwarten wie die Lerneffekte für eine Änderung der Verhaltensweisen. Hier ist gewiss der Vorbildfunktion aller Führungskräfte auch und vor allem in den Medien (Stichworte: Maskenpflicht, Vielfliegerei) eine Schlüsselrolle beizumessen.”

Steffen Claussen, Der Polizeipräsident von Berlin, Dezernent für internationale Zusammenarbeit

“Letztlich definiere ich mich / mein Leben über Musik und da gibt es in jeder Lebenssituation, egal ob Krise oder bei purem Glück die passende Musik. Treffend beschreiben es die Broilers in Ihrem Lied “33 RPM”. Darin heißt es: “Ganz egal ob ich Blut schwitz, bittere Tränen wein, alles erträglich, es muss nur immer Musik da sein.” Das gilt auch und gerade in dieser Krise, wo Songs wie “Get back, Don’t stand so close to me, So lonely, Should I stay or should I go oder The show must go on, einen anderen Unterton bekommen, ihre Musikalität aber Gefühle und Leben freisetzen.
In diesem Sinne sage ich” Keep yourself alive and Always look at the bright side of life!”

Lydia Röder, Lazarus Hospiz, Leiterin Ambulante Dienste

“Ich habe gelernt, dass es immer weiter geht im Leben, egal was passiert, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt an dem es nicht mehr weiter geht und wir sterben. Dass Leben Veränderung bedeutet und offensichtlich jederzeit unvorstellbare Dinge passieren können und damit möglich bzw. plötzlich unmöglich werden. Wie schnell ganz normal geglaubter Alltag unmöglich wird. Und vor allem, dass wir das Leben so oder so wirklich nicht im Griff haben.
Als positiven Effekt erkenne ich die Besinnung auf das Wesentliche. Und endlich auch eine – zwar erzwungene, aber immerhin- gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod. Weil der Tod so oder so zu jeder und jedem von uns kommt, und wir jetzt die Chance haben, uns mit unserer eigenen Vergänglichkeit und Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Dies führt vielleicht zu mehr Freude am Leben und mehr Frieden und Wohlwollen in der Welt.
Aus dieser Zeit möchte ich mir beibehalten, was alles geht, obwohl nichts mehr geht. Leben findet Immer und jeden Moment statt, im Hier und Jetzt, egal unter welchen Umständen, es ist so oder so alles wertvolle Lebenszeit.”

Harald Eisenach, Deutsche Bank, Vorsitzender Regionale Geschäftsleitung Ost

“In Krisen trennt sich vielleicht noch deutlicher die sogenannte „Spreu vom Weizen“. Es ist einfach schön zu sehen, wie viele Menschen es gibt, denen nun Lösungsorientierung vor Problemorientierung, Gemeinsamkeit vor Selbstfokus und Solidarität vor Eigennutz geht. Dass Viele einen zusätzlichen Sinn darin sehen, eine für alle schwierige Zeit gemeinsam zu meistern. Vieles davon kann die Basis für eine bessere Zukunft in unserer Gesellschaft sein. Auf dass verantwortungsvolle Politiker statt Selbstwahlkämpfer gewählt werden und dass Krisenbewältiger die Mehrheit vor Krisenherbeirednern stellen.”

Peter Conrad, meet2respect gUG, Geschäftsführer

“Wir müssen uns nicht nur um uns selbst kümmern, sondern genauso um andere, die Hilfe benötigen. Das Virus entlässt uns nicht aus der Pflicht.”

Sonja Müseler, Stiftung Telefonseelsorge Berlin, Vorstandsvorsitzende

“Die Krise und mit ihr mehr Zeit allein, brachte mir eine tiefere Sicht auf die Dinge meines Lebens, mehr Focus auf das, was mir wichtig ist.”

Paul Kustermann, Rote Nasen e.V., Gründer und Clown Botschafter

“Das schlimmste in einer Krise ist nicht zu erkennen, dass es nur eine Krise ist und nicht das Ende, auch nicht der Anfang, auch nicht die Ewigkeit, sonder nur ein Punkt an dem sich alles ändert, und zwar anders als du es ahnen kannst. Erkennt man das, dann spürt man sich wieder und kriegt Hinweise darauf, was man beginnen könnte für sich und Andere zu tun.”

Franziska Brauer, Berliner Verkehrsbetriebe, Teamleiterin Politik

„In der Krise liegt die Chance: die digitale Kommunikation bestimmt nun vielerorts unseren Arbeitsalltag und schafft soziale Nähe. Digitale Projekte, die sich vorher nie so schnell entwickelt hätten, nehmen jetzt richtig Fahrt auf.“

Bernhard Heider, Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V., Geschäftsführer

“An Positivem kann ich der momentanen Krise auf gesellschaftlicher Ebene abgewinnen, dass wir in Deutschland unser Gesundheitssystem gerade auch im internationalen Vergleich doch aktuell sehr zu schätzen lernen. Und auf privater Ebene kann ich der Krise positiv abgewinnen, dass sie bei mir zu einer Entschleunigung geführt hat und ich z.B. Lust bekommen habe, Koch- und Backrezepte auszuprobieren.”

Digitaler Auftakt des Collaborative Leadership Programms

Eingetragen am 01.04.2020

1. April 2020 | By |

Alle Jahre wieder startet ein neuer Jahrgang in der schönen Umgebung der Schorfheide gemeinsam in das Collaborative Leadership Programm. Die zweitägige Auftaktveranstaltung besteht hauptsächlich aus interaktiven Elementen und stellt die Teilnehmenden vor die eine oder andere Challenge. In diesem Jahr stellte die Auftaktveranstaltung zunächst eine ziemliche Herausforderung für unser Team dar, denn die Rahmenbedingungen des Infektionsschutzes machten eine Durchführung als Präsenzveranstaltung unmöglich.

So nah und doch so weit entfernt: Die Teilnehmenden 2020 schalteten sich von Zuhause oder aus ihren Büros zu, um an der digitalen Auftaktveranstaltung dabei zu sein –
Danke für dieses commitment!

Was also tun, wenn der Bildungsauftrag gleich bleibt, die didaktischen Mittel aber wegbrechen? Die Rahmenbedingungen änderten sich fast täglich: waren 7 Tage vor unserer geplanten Auftaktveranstaltung noch Veranstaltungen bis 1000 Personen erlaubt, lagen wir vier Tage vor Beginn angesichts einer Grenze von 50 nur noch knapp unter der verbindlichen Grenze, bis diese dann zwei Tage vor geplanten Veranstaltungsbeginn auf 30 gesenkt wurden.

Nachdem wir anfänglich noch planten, die Veranstaltung “hybrid” durchzuführen, indem die Teilnehmenden entweder physisch oder virtuell zugeschaltet hätten teilnehmen können, kamen wir schließlich zwei Tage vor Veranstaltungsbeginn zu der Entscheidung, unsere Auftaktveranstaltung komplett digital durchzuführen und sie dem Fokus “Krisenmanagement” zu widmen. Maßgeblich war in der Kürze der Zeit das Einarbeiten in diverse digitale Tools und das Erstellen eines Leadership Forums für den 2020er Jahrgang, welches sich bereits so bewährt hat, dass wohl auch zukünftige Jahrgänge davon profitieren werden.

Wenngleich keine 1 zu 1 Übersetzung des persönlichen Kennenlernens in den digitalen Raum möglich ist, so haben die vielfältigen Austauschformate in Kleingruppen, Tandems, wie auch im Plenum doch einen Jahrgangs-Spirit entstehen lassen.
Besonders trugen dazu die “Krisen-Talks” zu von den Teilnehmenden selbst gewählten Themen bei:

  • Wie kriegen wir als Gesellschaft wieder den Dreh zurück zur Normalität (“Exit-Strategie”) Was sehen wir als langfristige Auswirkungen – welche Trends werden u.U. verstärkt?
  • Erfahrungen mit hohem Anteil von Home-Office – Auswirkungen auf Führung, Mitarbeitendenentwicklung und Performance
  • Wie kann ich mir selbst und anderen Kraft geben? (z.B. im Umgang mit den Eltern) und
  • Tagesplanung – wie kann ich Arbeit und Alltag (inkl. Kinderbetreuung) unter den gegebenen Umständen organisieren?

Dankbar angenommen wurden auch die Kleingruppengespräche mit Personen aus unserem Netzwerk, die die aktuelle Krise aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten:

  • Christian Pech, Leiter Wirtschaftsförderung der Investitionsbank Berlin: „Wie könnte die Wirtschaftsförderung in der absehbaren Krise aussehen, welche Förderinstrumente stehen zur Verfügung?“
  • Dr. Shadi Mousa, ehemaliger Oberarzt der HNO (heute niedergelassen): „Was kommt mit der Corona-Pandemie auf uns zu? Wer ist gefährdet?“
  • Dr. Friedrich Wrede (77), ehemaliger Chefarzt der Unfall-Chirurgie: „Erwürgen wir unsere Gesellschaft? Sind die Maßnahmen angesichts einer verhältnismäßig kleinen Risikogruppe von insbesondere alten Menschen angemessen?“
  • Klaus Baumeister, ehemaliger Justiziar des rbb und ehemaliger Hauptgeschäftsführer von rbb media: „Wie könnte sich juristisch die Anspruchslage auf Schadensersatz bei nicht erfüllbaren Dienstleistungsverträgen darstellen? Wie steht es um betriebsbedingte Kündigungen?“
  • Philipp Wilimzig, Geschäftsführer der IT-Unternehmen ikusei und „The People Who Do“: “Wie kann digitale Zusammenarbeit und Führung in Zeiten der Isolation und der Arbeit in Home-Offices aussehen und gelingen?”
  • Sonja Müseler, ehemalige Ausbildungsleiterin der Telefonseelsorge und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Telefonseelsorge Berlin : „Wie geht man mit der Ohnmacht um? Wie reagieren Menschen auf eine Krise, die von außen kommt, Massen betrifft und für die es keinen Erfahrungshintergrund gibt? Wie kann psychologische Unterstützung aussehen?“

und

  • Petra Göbel, Personalleiterin der Messe Berlin: „Wie einen Branchen-Super-GAU im Personalbereich managen?“, das Gespräch musste allerdings aufgrund des aktuell realen “Super-GAUs” insbesondere für die Messe Berlin auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Das Gefühl, dass “alle im selben Boot sitzen”, gepaart mit dem Erfahrungsaustausch zu lösungsorientierten Strategien hat etwas ganz Eigenes hervorgerufen. Und alleine die wöchentlichen jahrgangsinternen Video-Konferenzen bei Kalt- und Heißgetränken zeugen davon, dass jede Herausforderung eine Chance sein kann.

Wir danken allen Gesprächspartnern und Gesprächspartnerinnen für ihr Mitwirken und die spannenden Impulse, unserem Vorstandsmitglied Philipp Wilimzig für die intensive Unterstützung und natürlich allen Teilnehmenden für die Offenheit, die guten Ideen und die gute Laune – trotz widerer Umstände. Wir freuen uns und sind gespannt auf ein hoffentlich baldiges persönliches Kennenlernen mit allen Teilnehmenden!

Politische Bildung im Strafvollzug: Antidiskriminierungsarbeit

Eingetragen am 23.03.2020

23. März 2020 | By |

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung bringt Leadership Berlin am vierten Montag des Monats eine Führungskraft aus unserem Netzwerk mit inhaftierten Frauen der Sozialtherapeutischen Anstalt der JVA für Frauen in Neukölln ins Gespräch. Unterstützung finden die jeweiligen Referenten durch einen juristischen Input zum jeweiligen Tagesthema durch unser Mitglied Klaus Baumeister, Rechtsanwalt.

Derviş Hızarcı , Antidiskrimierungsbeauftragter der Senatsverwaltung für Bildung

Bei der Konzeptbesprechung des Projekts wurden die inhaftierten Frauen gefragt, welche politischen und gesellschaftlichen Themen sie am meisten interessieren. Eine der ersten Antworten war: Diskriminierung. So lag es nicht fern, Derviş Hızarcı, Antidiskriminierungsbeauftragter der Senatsverwaltung für Bildung und Vorstandsvorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (und Alumni unseres Leadership Programms 2018), als Referenten einzuladen.

“Was ist Diskriminierung”, lautete seine Einstiegsfrage an die Frauen, die sogleich feststellten, wie vielschichtig das Thema durch die verschiedenen Ebenen der strukturellen oder institutionellen, individuellen oder sprachlichen Diskriminierung ist. Das warf neue Fragen auf: Welche Rolle spielen Vorurteile und wer kann eigentlich wen diskriminieren? Begünstigen Friedenszeiten eine stärkere Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Missständen, wie bspw. Rassismus? Führt eine Liberalisierung des Staates dazu, dass Diskriminierung sich ins Private verschiebt?

Mit Erlassung und Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes 2006 wurde ein rechtlicher Rahmen geschaffen, der die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte in Hinblick auf die Antirassismusarbeit, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, die LGTBIQ Community und weitere Bereiche nicht nur wertschätzt und manifestiert, sondern auch die Weichen für weitere Durchbrüche stellt. Doch wie steht es um Benachteiligungskriterien, die nicht im AGG auftauchen? Wie schwierig es ist, soziale Benachteiligung auszugleichen, berichtete eine Inhaftierte aus eigener Erfahrung. Sie habe – trotz Ausgleichszahlungen für Hartz IV Familien – nie mit auf Klassenfahrt fahren können und sei so als Kind von sozialen Aktivitäten ausgeschlossen gewesen. Das Antragsverfahren habe ihre Mutter abgeschreckt und sie habe noch nicht die Eigenständigkeit gehabt, selbst aktiv zu werden.

Einen weiteren Bogen zur Lebensrealität der Frauen schlug Klaus Baumeister mit seinem juristischen Input, der sich der Frage widmete, welche Herausforderungen verurteilte Straftäter*innen beim (Wieder-)Einstieg in die Berufswelt zu erwarten haben. Mit konkreten Hinweisen zu Rechten und Pflichten bei Bewerbungsgesprächen, gab er den Frauen einige praktische Tipps für aktuelle und zukünftige Situationen mit auf den Weg. „Stellen Sie sich mal vor, Sie wären die Chefin eines Unternehmens und erhalten 50 Bewerbungen. Nach welchen Kriterien würden Sie einstellen?“, lud der studierte Politik- und Geschichtslehrer Derviş Hızarcı die Frauen zum Perspektivwechsel ein und entfachte damit eine intensive Diskussion über die Qualität verschiedener Straftaten, die Vorzüge erschlagender Ehrlichkeit oder dezenter Zurückhaltung und nicht zuletzt über die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in bestenfalls gestalten sollte.

Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung für die Unterstützung des Projekts, der SothA Neukölln und insbesondere der Leiterin Sabine Hüdepohl für die Zusammenarbeit, den Referenten Derviş Hızarcı und Klaus Baumeister für die anregenden Einblicke und allen Teilnehmerinnen für das rege Interesse.

Mitgliederversammlung mit Wahl des Vorstands für 2020 – 2022

Eingetragen am 23.03.2020

23. März 2020 | By |

Einmal jährlich werden die Mitglieder von Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. zur ordentlichen Mitgliederversammlung geladen. In diesem Jahr waren wir zu Gast bei der Stromnetz Berlin GmbH in Marienfelde.

Dem offiziellen Gremium war die Möglichkeit vorangestellt, an einem Notfallhilfe-Lebensrettungskurs teilzunehmen, die wir mit freundlicher Unterstützung der BKK VBU anbieten konnten. Unser herzlicher Dank geht diesbezüglich insbesondere an Frank Risy, der in zweistündigen Kursen das Kompaktwissen der lebensrettenden Sofortmaßnahmen anschaulich zu vermitteln verstand und an unsere Alumna aus unserem Leadership Programm 2019, Peggy Albert von der BKK VBU, die die Veranstaltung ermöglicht hat.

Daran schloss sich die offizielle Mitgliederversammlung mit der Vorstandswahl für die Legislaturperiode 2020-2022 an. Der 9-köpfige Vorstand setzt sich trisektoral zu gleichen Teilen aus Privatwirtschaft, öffentlichem Bereich und dem Non-Profit Sektor zusammen. Neu im Vorstand begrüßen wir aus der Wirtschaft Nadine Evers, Senior Special Consultant bei Roland Berger und Teilnehmerin des Jahresprogramms 2019, aus dem öffentlichen Bereich Steffen Claussen, Dezernent bei der Berliner Polizei für internationale Zusammenarbeit und Teilnehmer des Jahresprogramms 2017, sowie aus dem Non-Profit Bereich Sebastian Schimming, Geschäftsführer des KreativitätsSchulzentrums Berlin gGmbH und Teilnehmer unseres Jahresprogramms 2019.

Gastgeber Thomas Rütting, Abteilungsleiter Metering bei der Stromnetz gab einen kurzen Einblick in die Arbeit und die Bestrebungen hin zu einem diversen Unternehmen und unser alter und neuer Vorstandsvorsitzender Andreas Scholz-Fleischmann führte die Mitglieder und Gäste als Versammlungsleiter durch den Abend.

Die Mitglieder erhielten eine Zusammenfassung der Programm- und Projektaktivitäten und einen Überblick über die Organisationsentwicklung im Jahr 2019. Der Schatzmeister Peter Conrad stellte den Jahresbericht 2019 und den Haushaltsplan 2020 vor. Es folgte die Entlastung des Vorstands (28-Ja-Stimmen, 7 Enthaltungen, 0 Gegenstimmen), sowie die Zustimmung zum vorgeschlagenen Haushaltsplan (29-ja Stimmen, 6 Enthaltungen, 0 Gegenstimmen).

Im Ausblick auf das Jahr 2020 seien besonders die zwei neuen Programmformate erwähnt:

– vom 13. bis 19. September werden wir ein einwöchiges Leadership-Programm für US-amerikanische Führungskräfte (Alumni des Leadership Cleveland Programms) ausrichten, in dessen Rahmen diese mit Akteur*innen der Stadt über die jeweiligen Leadership-Herausforderungen unter den unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen.

– vom 23. bis 27. November werden wir darüber hinaus erstmalig ein Programmformat für Nachwuchs-Führungskräfte (Potentialträger*innen, die kurz davor stehen, Führungsverantwortung zu übernehmen bzw. diese noch nicht länger als zwei Jahre innehaben) ausrichten.
Unter dem Namen “Seniors4Juniors” wird ein Schwerpunkt des Programms auf Begegnungen und dem Austausch mit Senior-Führungskräfte aus unserem Netzwerk liegen.

Wir danken allen Mitgliedern und Gästen der Mitgliederversammlung
für das Erscheinen und allen Mitwirkenden für die Unterstützung. Besonders danken wir Jelena Vuletić, Abteilungsleiterin Finanz-Controlling bei der Investitionsbank Berlin für ihre jahrelange Unterstützung als Kassenprüferin. Ebenso danken wir Werner Gräßle, Präsident des Amtsgerichts Lichtenberg für die stringente Wahlleitung. Ein herzliches Dankeschön gilt natürlich unseren ausscheidenden Vorständen Dana Leonhardt, Leiterin Vorstandsstab der GASAG, Peter Conrad, Geschäftsführer von meet2respect, sowie Hervé Tcheumeleu, Geschäftsführer des Afrika Medienzentrums für die Unterstützung der letzten Jahre.
Zu guter Letzt nochmal herzlichen Glückwunsch zur Wahl aller Vorstandsmitglieder – wir freuen uns auf die kommenden zwei Jahre mit euch!

Mitgliederexkursion: Diskurs zum Ende der Braunkohle-Verstromung

Eingetragen am 23.03.2020

23. März 2020 | By |

Unsere diesjährige Mitglieder-Exkursion unternahmen wir in die Lausitz und widmeten uns einem kontrovers diskutierten Thema, zu dem auch in unserem Teilnehmendenkreis die unterschiedlichsten Positionen vertreten waren: dem Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung.

Daniela Rapp, Standortkommunikation Tagebau Welzow-Süd und Matthias Gellrich, Leiter Produktion Tagebau Welzow-Süd bei der Führung der Teilnehmenden durch den Tagebau

Für die Einen ist eine schnellstmögliche Beendigung der Braunkohle-Verstromung in der Lausitz alternativlos – da Braunkohleverstromung die klimaschädlichste Energieerzeugung ist, aus der so bald wie möglich ausgestiegen werden sollte.

Für die Anderen ist die Braunkohle-Verstromung noch alternativlos – als Arbeitgeber für 11.000 Beschäftigte in strukturschwacher Region oder auch als Energiequelle, so lange nicht in entsprechendem Umfang erneuerbare Energieerzeugung aufgebaut ist.

In Anknüpfung an unseren First Monday im August 2019, bei dem Aktivist*innen von Fridays for Future mit Berliner Führungskräften aus unterschiedlichen Bereichen, wie der Klima-Allianz und German Zero einerseits und Siemens, GASAG, Stromnetz Berlin und LEAG andererseits ins Gespräch gingen, wollten wir das Thema weiter diskutieren und hatten auch drei Vertreter*innen von Fridays for Future eingeladen, bei der Exkursion mit dabei zu sein.

Für welches Ausstiegsdatum aus der Braunkohle würden Sie als Politiker*in stimmen?, so lautete die Einstiegsfrage, zu der sich die 34 Teilnehmenden entlang einer Achse bei Stationen zu den Daten vor 2030 | 2030 | 2035 | 2038 | nach 2038 positionierten und eine Person aus der jeweiligen Gruppe ein kurzes Statement für die Einschätzung gab. Um den Diskurs möglichst interaktiv zu gestalten, erhielten die Teilnehmenden entsprechend ihrer Position einen farbigen Aufkleber in Verbindung mit der Einladung, sich bei der folgenden Exkursion in den Tagebau insbesondere mit jemandem mit einer grundsätzlich anderen Einstellung zu unterhalten.

Nicht nur der Austausch untereinander, auch die gebotenen Einblicke und Auskünfte der begleitenden Mitarbeiter*innen der LEAG sorgten dafür, dass die Besichtigung des Braunkohle-Tagebaus Wetzow-Süd, der renaturalisierten Flächen der ehemaligen Tagebaugebiete und dem Kraftwerk Schwarze Pumpe sehr anregend und informativ waren.

Den Abschluss bildete eine Diskussion mit Herrn Dr. Helmar Rendez, Vorstandsvorsitzender der LEAG, Toralf Smith, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Kraftwerke und Katja Müller, Leiterin Strateg. Personalmanagement & Führungskräfte. In dem Gespräch wurden Außenperspektive (Klimawandel, CO-Reduktion und eine möglichst baldige Beendigung der Braunkohleverstromung) und Innenperspektive (die Sicht der Beschäftigten, Perspektiven der Region und der Netz- und der Versorgungssicherheit) gegenübergestellt.

Es war ein erfrischend konstruktiver, sachlicher Austausch, bei dem – so unser Eindruck – alle Teilnehmenden zumindest die jeweils anderen Blickwinkel und Sichtweisen besser verstehen lernten.

Obgleich die meisten Teilnehmenden die Veranstaltung nicht mit einer anderen Positionierung verließen, so hatten doch viele das Gefühl, einen bereichernden Tag erlebt zu haben. Einerseits bereichert um eine breitere Wahrnehmung des Themas und andererseits bestärkt um das Leadership-Berlin-typische Gefühl, dass auch Gespräche mit Menschen gänzlich anderer Sichtweisen konstruktiv sein können.

Wir danken der LEAG für die gebotenen Einblicke und die Offenheit trotz der für sie schwierigen Situation.

Rückblick FM: (Un-)Sicherheit in der Bevölkerung

Eingetragen am 10.03.2020

10. März 2020 | By |

Bei unserer First Monday Begegnungsreihe bringen wir Führungskräfte aus unserem Netzwerk in trisektoraler Zusammensetzung mit Akteur*innen der Berliner Stadtgesellschaft ins Gespräch. Diese erläutern anhand des eigenen Arbeitsumfelds eine gesellschaftsrelevante Leadership Herausforderung.

Im März sprachen wir gemeinsam mit Petra Roeßemann, Lehrkraft für besondere Aufgaben für Kriminalistik der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (zuvor Inspektionleiterin Referat Kriminalitätsbekämpfung der Polizeidirektion 5) über die objektive Gefahrenlage im Berliner Stadtraum und wie diese sich zum gefühlten Unsicherheitsgefühl in der Gesellschaft verhält.

Die Teilnehmenden waren eingeladen, Orte und Situationen, in denen sie sich besonders un-/sicher fühlen, auf Karten zu sammeln. Schon dabei wurde klar, dass das persönliche Empfinden von individuellen Faktoren, wie Alter, Geschlecht, Erfahrungen, Persönlichkeitsstruktur, Selbsteinschätzung oder dem Konsum bestimmter Medienberichte abhängt. Orte, die als besonders bedrohlich wahrgenommen werden, sind meist dunkel und unübersichtlich. Fehlende Belebtheit, Desorganisationserscheinungen oder gar Verwahrlosung, sowie die Dominanz einer einzelnen, dem eigenen Erfahrungsbereich eher unvertrauten Nutzungsgruppe vermitteln ebenso ein unangenehmes Gefühl. Daran knüpfte für viele die Frage an, ob das eigene Gefühl mit der Möglichkeit, wirklich Opfer zu werden, übereinstimmt. Zur Beantwortung dieser Frage wird häufig die Polizeiliche Kriminalstatistik zurate gezogen.  

Es war ein sehr informativer, teils kontroverser, in jedem Fall aber spannender First Monday, der inhaltlich auch beim Leadership Stammtisch noch rege Fortsetzung fand.

Wir danken Petra Roeßemann ganz herzlich für die Einblicke und Ausführungen, Elke Plate von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Gastfreundschaft, sowie allen Teilnehmenden für die angeregte Diskussion.

Politische Bildung im Strafvollzug: Medien und Meinungen

Eingetragen am 16.01.2020

16. Januar 2020 | By |

Mit dem Besuch in der Sozialtherapeutischen Anstalt der JVA für Frauen in Berlin-Neukölln von Michael Schmidt, dem stellvertretenden Ressortleiter Politik beim Tagesspiegel, wurde der Startschuss für das neu aufgelegte Projekt “Das Leben draußen” gegeben. In diesem Format bringt Klaus Baumeister, Medien-Justiziar und Geschäftsführer eines Medienunternehmens a.D. und Mitglied bei Leadership Berlin, gemeinsam mit unserem Team und in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berliner Führungskräfte ins Gespräch mit inhaftierten Frauen.

Michael Schmidt bei einer Führung durch die Redaktionsräume des Tagesspiegels

Die Begegnungen sollen einen Austausch über gesellschaftsrelevante Themen und Fragestellungen ermöglichen, den Insassinnen einen differenzierten Blick auf Gesellschaft vermitteln und sie dadurch ermutigen, sich als Teil dieser zu betrachten. Gleichzeitig dient das Projekt dazu, den Führungskräften aus Privatwirtschaft, öffentlichem Sektor und dem Non-Profit Bereich einen Eindruck von Haftanstalten zu vermitteln und ggf. Vorurteile gegenüber straffällig gewordenen Frauen abzubauen.

Michael Schmidt gab zunächst einige Einblicke in die Entstehung einer Zeitung und erläuterte, welche Schritte nötig sind, um von einem Ereignis zur gedruckten Nachricht zu gelangen. Sogleich wurde nachgefragt, welche Kontrollmechanismen es gebe, um ein Medium vor parteinaher Berichterstattung zu schützen und der offene Austausch begann. Der Schwerpunkt der Diskussion lag auf dem Aspekt der Verantwortung von Zeitungen als meinungsbildendes Medium. Besonderes Interesse zeigten die Frauen daran, von einem Journalisten zu erfahren, was einen verantwortungsvollen Journalismus ausmache: Wie kann eine Balance gehalten werden zwischen Verkaufsdruck und den eigenen Werten?

Dieses Interesse rührte teilweise aus eigener Betroffenheit. Sabine Hüdepohl, Leiterin der Sozialtherapeutischen Anstalt und betreuende Psychologin, hatte gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass es bereits in der Ankündigung des Gesprächs mit Michael Schmidt zu einer durchaus emotionalen Diskussion kam, da einige der Klientinnen eine gewisse Skepsis gegenüber Journalist*innen hegen. Das ist in den teils schlechten Erfahrungen begründet, die einige Frauen mit der Presse gemacht haben, z.B durch unzureichende Anonymisierung ihrer Fälle in medialer Berichterstattung. Die öffentlichen Darstellungen hatten große Auswirkungen auf die Frauen und es wurde spürbar, dass einige noch heute unter den Stigmatisierungen leiden. An dieser Stelle war der juristische Input von Klaus Baumeister sehr hilfreich, der den Frauen die medienrechtlichen Grundlagen im Bereich der Kriminalberichterstattung vermittelte und sie ermutigte, für ihre Rechte einzustehen.

Sowohl unsere Referenten, als auch die Frauen zeigten sich nach dem Termin überrascht über die angenehme Gesprächsatmosphäre und die Offenheit. Dem Wunsch der Frauen, den Tagesspiegel zu beziehen, kam Michael Schmidt nach und organisierte ein Jahresabonnement für die SothA. Wenn sie die Wahl hätte, hätte sie zwar die Bildzeitung gewählt, aber durch das persönliche Kennenlernen des stellv. Ressortleiters Politik wolle sie dem Tagesspiegel doch mal eine Chance geben, so eine der Klientinnen verschmitzt.

Wir danken Michael Schmidt für die Einblicke und allen Teilnehmenden für das Interesse. Besonders danken wir der Berliner Landeszentrale für politische Bildung für die Kooperation bei der Durchführung der Veranstaltung am 25.11.2019.

First Monday im Januar – Berlin in einer Post Party Depression?

Eingetragen am 15.01.2020

15. Januar 2020 | By |

Wie verändern Gentrifizierungsprozesse die Berliner Clubkultur?

Bei unserer First Monday Begegnungsreihe, bei der wir Berliner Führungskräfte mit Akteur*innen der Stadt ins Gespräch bringen, standen im Januar die Wechselwirkungen zwischen Gentrifizierung und der Clubszene Berlins im Mittelpunkt.

Sascha Disselkamp ist als Betreiber des Sage-Clubs nicht nur Stakeholder in der Partyszene, sondern als Gründungsmitglied und heutiger Sprecher der Clubcommission auch ein politischer Akteur des Kulturbereichs und kämpft – wie viele andere – um Raum in der Stadt.

Die Herausforderungen, mit denen die Szene heute konfrontiert ist, sind heute natürlich andere als in den 1990er Jahren. Die Diskussion drehte sich um Fragestellungen wie: “Welche Strategien sind fruchtbar im Umgang mit erhöhten Grundstückswerten und daraus resultierenden steigenden Mieten, Auflagen im Emissionsschutz oder wechselnder Anwohnerschaft und ihren Lärmbeschwerden?”
Eindrücklich, aber humorvoll schilderte Sascha Disselkamp die Erfahrungen, die er als Clubbetreiber und als Sprecher der Clubcommission durch die Verknappung der innerstädtischen Flächen machte. Besonders hervorzuheben sind sicher die Verhandlungen mit Investoren zur Raumnutzung nach oben (z.B. auf Parkdächern) und unten (bspw. in Kellerräumen), sowie der Nutzung von “Restflächen” (z.B. Tunneln).

Unterschiedliche Einschätzungen im Teilnehmendenkreis gab es zur Rolle, die die Politik in diesem Gefüge einnehmen sollte. Sieht Sascha Disselkamp in den Beschäftigten der Senatsverwaltung eher Unterstützer*innen, die seine Anliegen fördern, aber gegenüber privaten Eigentümern oft keine Handlungsmacht haben, erachteten es einige der Teilnehmenden als städtische Pflicht, Kulturstätten – und damit auch der Clubszene – Raum zur Verfügung zu stellen.

Einen weiteren zentralen Aspekt des Austauschs stellte das Thema Diskriminierung durch die Szene selbst dar. Wie kann es gelingen, dass Schutzräume für bestimmte Personenkreise geschaffen werden, ohne im gleichen Zuge andere Personen (z.B. mit türkisch/arabischer Herkunft) aufgrund oberflächlicher Kriterien davon auszuschließen? Hier zeigte sich der Fallgeber selbst betrübt und beteuerte, dass er aktiv an diesem Dilemma arbeite. Die Clubcommission habe bereits einen Arbeitskreis dazu gegründet, der spezielle Schulungen für Türpersonal organisiere. Unterstützung für diesen Arbeitskreis bietet in Zukunft eine Person aus dem Teilnehmendenkreis durch die Erkenntnissen aus ihrer langjährigen Erfahrung an einer Tür. Sascha Disselkamp zeigte sich darüber sehr erfreut und äußerte, dass er ebenfalls eine engere Zusammenarbeit zwischen Antidiskriminierungsstellen und Clubs befürworten würde.

Wir danken allen Teilnehmenden für das Interesse und Sascha Disselkamp für die offenen Worte, sowie der Clubcommission für die Gastfreundschaft.