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Aktuelles Archive - Leadership Berlin

Das Leben Draußen – politische Bildung im Strafvollzug

Eingetragen am 16.11.2021

16. November 2021 | By |

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung bringt Leadership Berlin regelmäßig Berliner Führungskräfte mit straffälliggewordenen Frauen, die in der sozialtherapeutischen Anstalt (SothA) inhaftiert sind, zu gesellschaftspolitischen Themen und Fragestellungen in den Austausch.

v.l.n.r.: Klaus Baumeister, Rechtsanwalt und mitwirkender Jurist in dem Projekt Das Leben Draußen; Sabine Hüdepohl, betreuende Psychologin und Einrichtungsleiterin der SothA; Ruth Eichholz, Mitarbeiterin der SothA; Andreas Scholz-Fleischmann, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender bei S.O.S Kinderdörfer

Nach einer längeren Projektpause, die zum einen den Corona-Schutzmaßnahmen, gleichzeitig aber auch den Umbaumaßnahmen in der Sozialtherapeutischen Anstalt Neuköllns geschuldet war, fand der erste Anschluss-Termin in der vorübergehenden Unterbringung (bis zur Fertigstellung der Baumaßnahmen) in der JVA für Frauen in Reinickendorf statt.

Auf Wunsch der Frauen (bei Erstellung der Projektskizze noch in etwas anderer Zusammensetzung), war auch das sehr weit gefasste gesellschaftliche Thema “Familie” auf die Agenda gesetzt worden. Ein Thema, das für die meisten Inhaftierten kein unbefangenes ist. Einen ersten Termin hatte es dazu bereits gegeben: Ali Fahimi, stellv. Referatsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte mit den Frauen einen emotionalen Austausch über staatliche Familienhilfe. Besonders im Nachgang zu dem Termin gab es unter den Frauen noch viel Gesprächsbedarf.

Die Diskussion sollte um die Non-Profit Perspektive ergänzt werden. Dazu berichtete Andreas Scholz-Fleischmann, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender bei S.O.S. Kinderdörfer über die Arbeit des Vereins. Ergänzt wurden seine Ausführungen durch einen juristischen Input von Klaus Baumeister. Bemerkenswert ist, dass ein Teil der Frauen selbst Inobhutnahmen erlebt hat und in Pflegefamilien groß geworden ist, fast alle haben selber Kinder, die während ihrer Inhaftierung bei anderen Menschen leben. Die Frage nach der Feststellung und Bewertung des Kindeswohls ist in diesem Kreis also keine rein gesellschaftspolitische, sondern gleichzeitig eine ganz persönliche.

Viele Frauen zeigten sich beindruckt von dem Engagement, dass die Kinderdorf-Mütter mitbringen. So fühlte sich sogar eine Frau im Rentenalter inspiriert, nach ihrer Entlassung zum Ende des Jahres eine ehrenamtliche Tätigkeit aufzugreifen und sich so in die Gesellschaft einzubringen.

Wir danken Andreas Scholz-Fleischmann und Klaus Baumeister für die spannende Einblicke und Sabine Hüdepohl und Ruth Eichholz für die Organisation. Besonders möchten wir auch den Frauen für ihre Offenheit und das Interesse danken.

Mentor*innen gesucht: Mentoring-Programm bei Leadership Berlin

Eingetragen am 25.10.2021

25. Oktober 2021 | By |

Wir haben in unserem Netzwerk eine große Vielfalt von unterschiedlichsten Führungspersönlichkeiten mit reichhaltigem Erfahrungsschatz. Dies möchten wir nun auch in Form eines Mentoring-Programms zugänglich machen für Führungskräfte, Nachwuchs-Führungskräfte und Schul-Sprecher*innen.

Initiiert wurde unser Mentoring-Format durch Andreas Scholz-Fleischmann, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender von Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. und ehemals u.a. Personalvorstand der BSR und Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe.

Sind Sie bereit, sich als Mentor*in über ein Jahr hinweg mindestens quartalsweise mit einem Mentee zu treffen? Wenn ja, freuen wir uns, wenn Sie das folgende Formular ausfüllen:

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Jetzt anmelden zum Collaborative Leadership Programm 2022

Eingetragen am 12.10.2021

12. Oktober 2021 | By |

Teilnehmende des Jahresprogramms 2020 an 5er-Tischen in einer Schul-Turnhalle

In unserem Leadership Jahresprogramm bringen wir jedes Jahr ca. 36 Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Themenfeldern zusammen, die sich gemeinsam an 8 Tagen gemeinsam auf eine Learning Journey durch die Berliner Stadtgesellschaft begeben.

Anmeldung

Allgemeine Informationen zum Programm finden Sie in dieser Info-Broschüre. Außerdem finden Sie hier eine kurze Beschreibung. Die Anmeldung zum Jahresprogramm 2022 ist über dieses Formular möglich bzw. für Führungskräfte aus Senats- und Bezirksverwaltung (Ebene Referats- oder Abteilungsleiter) über die Verwaltungsakademie Berlin.

Das Programm startet mit einer Auftaktveranstaltung von Donnerstag, dem 24. März bis Freitag, den 25. März im Ringhotel Schorfheide, wo wir in großzügig bemessenen Räumlichkeiten zusammenkommen. Zu den weiteren fünf Programmtagen wird die Gruppe an unterschiedlichen Orten in Berlin zusammenkommen.

Sollten am 30. August und den darauffolgenden Programmtage AHA+L Regeln gelten, so haben wir bereits im vergangenen Jahr mit den Teilnehmenden des Jahresprogramms 2020 einige Routine entwickelt, wie auch mit Abstandsregeln fruchtbare Zusammenkünfte möglich sind:

– z.B. zu unserem Programmtag im Juni 2020 im Citycube der Messe Berlin, wo die Teilnehmenden des Jahresprogramms 2020 den damaligen CEO der Messe Berlin, Christian Göke, aber auch führende Vertreter*innen von Veranstaltungs-Locations kennenlernen durften (Arena Treptow, Berghain, Tempodrom, Waldbühne, Huxleys Neue Welt, Columbiahalle, Station Berlin, und einige mehr)

– oder zu unserem Programmtag im August 2020 im Konferenzbereich des Tagesspiegels, wo die Teilnehmenden u.a. mit Lorenz Maroldt (Chefredakteur des Tagesspiegels), Winfriede Schreiber (ehemalige Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes), Dr. Helmar Rendez (Vorstandsvorsitzender des Braunkohle-Konzerns LEAG), Erika Steinbach (ehemalige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen) oder Christine Dorn (Initiatorin des Volksentscheides Nachtflugverbot am BER) über das Thema „Kritik“ diskutieren konnten

– oder zu unserem Programmtag im September 2020 in der Turnhalle und Klassenzimmern der Neuköllner Zuckmayer-Sekundarschule, in der die Teilnehmenden Gelegenheit hatten, mit Schulleitung und Schüler*innen, aber auch mit Jürgen Wittke (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin), Dr. Gabriele Schlimper (Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes), Friederike Temme (Vollzugsleiterin der JVA des offenen Vollzuges Berlin) und Prof. Dr. em. Detlef Krüger (ehemaliger Leiter der Virologie der Charité) über das Thema „Verantwortung“ zu sprechen.

Für Rückfragen stehen wir gerne unter 030 – 22 488 588 zur Verfügung.

Rahmenbedingungen

Das Collaborative Leadership Programm ist eine vom Senat Berlin anerkannte Bildungsveranstaltung gemäß gemäß §11 des Berliner Bildungsurlaubsgesetz (BiUrlG) vom 24.10.1990. Der Teilnahmebeitrag für das Leadership Berlin Programm beträgt 3.900 Euro. Für Führungskräfte aus Senatsverwaltungen und Bezirksverwaltungen besteht mitunter die Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Verwaltungsakademie Berlin. Für Führungskräfte aus dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und anderen gemeinnützigen Organisationen stehen darüber hinaus in begrenztem Umfang Voll- und Teil-Stipendien zur Verfügung.

Leadership Talk mit Antje von Broock, BUND Geschäftsführerin

Eingetragen am 12.10.2021

12. Oktober 2021 | By |

Zu unserem Leadership Talk im November treffen wir Antje von Broock, Bundesgeschäftsführerin Politik und Kommunikation beim BUND.

Thema: Wie stark darf und sollte sich ein Umweltverband wie der BUND sozialpolitisch positionieren?

Zeit: Dienstag, der 23. November 2021, 18.30 – 20.00 Uhr

Ort: GEÄNDERT -Termin findet digital via Zoom statt

Antje von Broock, Bundesgeschäftsführerin Politik und Kommunikation (Foto: Simone Neumann)

Zum Thema des Leadership-Talks:
Die zwei großen Krisen – Erderhitzung und Artenschwund – zu stoppen, erfordert enorme gesellschaftliche Anstrengungen. Das wird nur gelingen, wenn die Transformation als ein Gemeinschaftsprojekt begriffen und gestaltet wird; wenn Umwelt- und Naturschutz nicht mehr als Gegenpol zu Sozialpolitik verstanden werden.  Was bedeutet das für die Positionierungen eines Umweltverbandes wie dem BUND? Muss er sich auch sozialpolitisch positionieren, um breitere Unterstützung für seine Kernanliegen zu gewinnen? Wie konkret darf er hier werden, ohne die Unterstützung der Mitglieder zu verlieren? Die Herausforderung unserer Zeit erfordert ein Umdenken. Das stellt für einen Traditionsverband wie den BUND eine große Herausforderung dar.

Zum Gastgeber und der Gesprächspartnerin:
Der BUND wurde 1975 im fränkischen Städtchen Marktheidenfeld gegründet. Seine Wurzeln liegen im klassischen Naturschutz und dem kämpferischen Umweltschutz der Bürgerinitiativen. Mit einem Jahresumsatz von 35 Millionen Euro, 467.000 Mitgliedern und 180.000 Spendern, 30.000 Ehrenamtlichen und knapp 120 Hauptamtlichen ist der BUND einer der größten Umweltverbände Deutschlands.

Antje von Broock, Jahrgang 1976, studierte Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Linguistik in Göttingen, Potsdam, Berlin und Rennes/Frankreich. Seit 2003 ist sie beruflich für den Umweltschutz im Einsatz; ab Dezember 2006 für den BUND. Seit 2012 leitet sie das Team Klima & Energie. Seit 2015 war sie stellvertretende Geschäftsführerin, seit Dezember 2019 ist sie Geschäftsführerin für den Bereich Politik und Kommunikation. 

Weitere Infos: www.bund.net

Rahmenbedingungen:
Wir freuen uns über eine vielseitig zusammengesetzte Gruppe und einen für alle Beteiligten erkenntnisreichen Austausch. Das Treffen findet wie alle unsere Leadership-Talks unter Chatham House Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.

Aufgrund der Corona-Situation findet der Termin nicht als Präsenzveranstaltung, sondern digital via Zoom statt. Mitglieder haben bei der Besetzung der Plätze Vorrang. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen eines Mitgliedsantrags tun. Die Teilnahme am Leadership Talk ist kostenfrei.

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Neues Programmformat im November 2021: Seniors4Juniors

Eingetragen am 28.07.2021

28. Juli 2021 | By |

Erfahrungswissen spielt auch beim Thema Führung eine große Rolle. Ob es um positive und negative Vorbilder geht, den Umgang mit Zielkonflikten, die Gestaltung von Veränderungsprozessen oder auch die Motivation von Mitarbeitenden und den Umgang mit Minderleistungen – der Weg zur und als Führungskraft beinhaltet jede Menge Erfahrungen, aus denen Führungskräfte ihre Kompetenzen erweitern.

Mit unserem Format „Seniors4Juniors“ bringt Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. Nachwuchsführungskräfte mit maximal zweijähriger Führungserfahrung mit senioren ehemaligen Führungskräften zusammen, um im Austausch mit deren Erfahrungen eigene Kompetenzen aufzubauen und zu erweitern.

Zeit: Einwöchiges Leadership-Kompakt-Programm von Montag, den 08. November bis Freitag, den 12. November (inkl. Übernachtungen)
Ort: Im Haus Chorin, ca. 75km außerhalb von Berlin
Kosten: 2.500 Euro inkl. Unterkunft und Verpflegung

Klaus Baumeister, ehemals u.a. Hauptgeschäftsführer von rbb media und Justiziar von rbb und WDR und Tabea Perger, Geschäftsführerin und Moderatorin bei Leadership Berlin

In dem Programm berichten die senioren Führungskräfte „aus dem Nähkästchen“ über ihren Karriere- und Führungsweg, welche Herausforderungen sich ihnen dabei gestellt haben und wie sie diese bewältigt haben. Dazu zählen Aspekte wie:

  • Wie motiviere ich Mitarbeitende?
  • Wie gehe ich mit Minder-Leistungen um?
    Was waren die Meilensteine in der Karriere, die sie vorangebracht haben?
  • Was waren die größten Krisen und was haben sie daraus gelernt?
  • Wie sind sie mit Zielkonflikten umgegangen?
  • Wodurch haben sich aus ihrer Sicht Mitarbeitende ausgezeichnet, die für eine (Be-)Förderung in Frage kamen?
  • Welche Learnings haben sie in Bezug auf die Führung von Mitarbeitenden aus ihrer Karriere gezogen und können sie den Teilnehmenden mitgeben?
  • Welche Learnings haben sie in Bezug auf den Umgang mit ihren jeweiligen Führungskräften aus ihrer Karriere gezogen und können sie den Teilnehmenden mitgeben?
  • Wie hat sich Führung über die Generationen hinweg verändert?
  • Wie würden die jeweiligen Senior-Führungskräfte ihren Führungsstil beschreiben? Was würden sie ggf. heute anders machen?
  • Wie verändert sich Führung durch die Einbeziehung unterschiedlicher Diversity-Kategorien?

Das Programm besteht aus offenen Gesprächen im Workshop-Charakter zwischen den Nachwuchs- und den senioren Führungskräften, aber auch aus Austauschformaten innerhalb der Gruppe der Nachwuchs-Führungskräfte.

Darüber hinaus werden Methoden für den Führungskräftealltag vermittelt und umgesetzt:

  • Kollegiale Beratung
  • Agile/New Work Methode wie Kanban
  • Kollegiale rollenbasierte Führung
  • Mikrowerkzeuge (Workhacks): z.B. die not-to-do Liste, Feedbackmarkt

Beide Gruppen sind heterogen zusammengesetzt mit Führungskräften aus dem privatwirtschaftlichen, öffentlichen und gemeinnützigen Bereich, und ermöglichen darüber einen breiten Erkenntnisgewinn und eine interdisziplinäre Vernetzung. Die in der Programmwoche aufgebauten Kompetenzen sollen durch Möglichkeiten des Mentorings durch die senioren Führungskräfte wie auch des Peer-Coaching der Nachwuchs-Führungskräfte untereinander erweitert werden.

Wir freuen uns u.a. über folgende seniore Gesprächspartner*innen:

  • Aletta Gräfin von Hardenberg, ehemalige Geschäftsführerin der von ihr gegründeten Charta der Vielfalt, die über 3.900 Unternehmen und Institutionen mit insgesamt 14 Millionen Beschäftigten unterzeichnet haben
  • Andreas Scholz-Fleischmann, ehemals u.a. Personalvorstand der BSR und Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe
  • Angelika Behm, ehemalige Leiterin des Diakoniehospizes Wannsee
  • Bernd Schachtsiek, der zahlreiche von ihm gegründeter oder übernommener Unternehmen in der Erwachsenenbildung, Unternehmenskommunikation, Druckgewerbe, Lebensmittel, Immobilien führte und u.a. Präsident des Europäischen Fernschulverbandes EADL und Vorsitzender des Völklinger Kreises war
  • Dietrich Neumann, ehemals Managing Director das Zentraleuropageschäft von Kearney und Leiter des Beratungsbereiches Energiewirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Klaus Baumeister, ehemals u.a. Hauptgeschäftsführer von rbb media und Justiziar von rbb und WDR
  • Sonja Müsler ehemalige Ausbildungsleiterin der Telefonseelsorge Berlin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Telefonseelsorge
  • Winfriede Schreiber, ehemals u.a. Präsidentin des Verwaltungsgerichts Cottbus, Polizeipräsidentin für Ost-Brandenburg und Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes

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Leadership Talk mit Jörg Simon von den Berliner Wasserbetrieben

Eingetragen am 17.03.2021

17. März 2021 | By |

Zu unserem Leadership Talk im Februar sprachen wir mit Jörg Simon, der seit 1999 als Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe und seit 2002 als Mitglied der Geschäftsführung der Berlinwasser Holding GmbH ist, über seinen Leadership-Kontext.

Mit 160 Jahren Betriebserfahrung und über 4.000 Beschäftigten sichern die Berliner Wasserbetriebe die Trinkwasserversorgung für 3,8 Millionen Berlinerinnen und Berliner und reinigen das Abwasser. Die nötigen Führungsqualitäten in einem Unternehmen dieser Größe allein machen Jörg Simon bereits zu einem spannenden Gesprächspartner.

Seine Einblicke in die Kurswechsel, die in den letzten zwei Jahrzehnten durch die Teil-Privatisierung bzw. Rekommunalisierung spürbar waren, stellten für die Teilnehmenden jedoch einen besonderen Mehrwert dar. Besonders, da unter den Teilnehmenden auch Führungskräfte der GASAG und der Stromnetz Berlin waren, die aktuell vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Der Dipl.-Ing. und Dipl.-Wirtschaftsingenieur sprach offen über seine Einschätzung zur Daseinsvorsorge und den Vor- und Nachteilen, wenn sie in privatwirtschaftlicher oder öffentlicher Hand liegen und dass sich seine diesbezüglichen Sichtweisen durchaus über seine Zeit als Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe verändert haben.

Jörg Simon berichtete allerdings auch über seinen persönlichen Karriereweg und sein Führungsverständnis, dass sich einerseits in der Bereitschaft, zu führen und Herausforderungen anzugehen ausdrückt, andererseits in kommunikativen Fähigkeiten, die Beschäftigten und unterschiedliche Stakeholder auf einem gemeinsamen Weg mitzunehmen.

Wir danken Herrn Simon und allen Teilnehmenden für das inspirierende Gespräch.

Leadership Talk mit Ingo Malter von STADT UND LAND

Eingetragen am 04.02.2021

4. Februar 2021 | By |

Eines der Themen, das trotz der Brisanz um Corona nicht von der Bildfläche verschwunden ist, ist das Thema Wohnen bzw. Wohnraum in Berlin. Möglicherweise hat es durch die Pandemie sogar an Relevanz gewonnen; die Menschen halten sich mehr Zuhause auf, nehmen ihre (Wohn-)Räume intensiver wahr oder kommen durch finanzielle Einbußen in Zahlungsschwierigkeiten. Vielleicht stieß der Leadership Talk mit Ingo Malter, Geschäftsführer der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft Berlin auch deswegen auf großes Interesse und gestaltete sich – wie die Zusammensetzung der Teilnehmenden – sehr vielseitig.

Screenshot vom Digitalen Leadership Talk mit Ingo Malter (im Bild mittig, gelb umrandet)

Der erste Teil der digitalen Veranstaltung bestand aus einem Interview, das Bernhard Heider, Geschäftsführer von Leadership Berlin, mit Ingo Malter führte. Dabei ging es zunächst um Mitarbeiterführung, die Ingo Malter durch seine vielseitigen beruflichen Stationen u.a. in den Bauabteilungen der Bezirksämter von Kreuzberg und Reinickendorf wie auch in einem Tochter-Unternehmen von Goldman Sachs sowohl aus öffentlicher als auch aus privatwirtschaftlicher Perspektive beleuchten konnte. Seit nun 11 Jahren ist er Geschäftsführer der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft in Berlin, die als öffentliche Wohnungsbaugesellschaft mit mehr als 600 Beschäftigten gut 50.000 Wohnungen im eigenen Bestand, 10.000 für Dritte verwaltete Mieteinheiten und mehr als 800 Gewerbeobjekte betreut.


Führung habe für ihn viel mit Vertrauen zu tun, so Malter. Es sei zudem wichtig, partnerschaftlich, und – wenn wirtschaftlich darstellbar – auch großzügig mit den Mitarbeitenden umzugehen, was sich neben Bezahlung und Freizeit besonders in Fortbildungen und Entwicklungsangeboten ausdrücken ließe. “Und wenn trotzdem jemand gehen will, sollte das mit guten Wünschen für die Zukunft möglich gemacht werden.” Denn durch gute Reputation komme wieder jemand Neues, die oder der die Lücke füllen könne. Und etwas Glück sei für uns alle ein Schlüssel, um erfolgreich zu sein und weiterzukommen.


Im zweiten Teil der Zoom-Konferenz stand die gesellschaftliche Rolle öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften im Fokus. Dazu wurde das Gespräch für Fragen aus dem Teilnehmerkreis geöffnet. Von der Deutschen Bank über die Investitionsbank Berlin, die AWO Hilfe für wohnungslose Frauen oder das Amtsgericht Schöneberg hin zum Initiator des Volksbegehrens „Deutsche Wohnen und Co. Enteignen“ waren durch die Teilnehmenden aus unserem Netzwerk Institutionen und Einrichtungen vertreten, die auf ganz unterschiedliche Weise das Thema Wohnen bearbeiten. Warum in Berlin in den letzten Jahren zu wenig gebaut wurde, ob öffentliche Wohnungsbaugesellschaften für eine soziale Durchmischung sorgen oder 100 % ihrer Wohnungen an WBS-Berechtigte vergeben sollten, welche Folgen „Mietendeckel und Enteignungen“ oder auch das „Bauen auf dem freien Markt“ für Mieter*innen, Eigentümer*innen und die Entwicklung der Stadt haben und einige Fragen mehr wurden in dem kurzweiligen Austausch mit Ingo Malter diskutiert.


Trotz der vielschichtigen Zugänge wurde deutlich, dass die Stadt nur im Zusammenwirken verschiedener Kräfte den Spagat zwischen der Gewährleistung bezahlbaren Wohnraums und gleichzeitigem Wohnraumzuwachs entsprechend dem Bevölkerungszuwachs stemmen kann. Und der Eindruck lag in der Luft, dass der Diskurs um den richtigen Weg im Hinblick auf Mietenentwicklung, soziale Durchmischung und Neubau noch über Jahrzehnte ein Thema für Berlin sein wird, über das es sehr unterschiedliche Betrachtungsweisen gibt, und dass das Pendel zwischen staatlicher Regulierung und marktwirtschaftlichen Mechanismen auch zukünftig immer wieder einmal stärker in die eine oder andere Richtung ausschlagen wird.


Wir danken Ingo Malter und allen Teilnehmenden für das Interesse und die Offenheit des Austauschs. Wir werden dieses Thema auch zukünftig in unseren Programmformaten aufgreifen.

Präsenz-Start unseres Leadership Programms

Eingetragen am 29.07.2020

29. Juli 2020 | By |

Nach Monaten der Beschränkung auf digitale Austauschformate starteten wir am 22. Juni die Präsenzphase unseres diesjährigen Leadership Programms. Unter dem Titel “Gemeinschaft gestalten” kamen die 36 Teilnehmenden unseres diesjährigen Leadership Programms an einem Ort zusammen, der sich diesem Thema in besonderer Weise widmet: der Messe Berlin.


Die 22.000 qm des CityCubes ermöglichten uns einen abwechslungsreichen Programmstart, der Austauschformate in unterschiedlicher Konstellation ermöglichte. Spannende Einblicke in das Messe-Business und die Rahmenbedingungen eines öffentlichen Unternehmens bot das Gespräch mit Dr. Christian Göke, Vorstand der Geschäftsleitung der Messe Berlin.

Nachmittags bestand für unsere Teilnehmenden sodann die Möglichkeit, die gewonnenen Eindrücke in Kleingruppengesprächen zu vertiefen. Hierzu hatten wir Betreiber*innen von Veranstaltungsorten eingeladen, an denen normalerweise über 1000 Personen am Tag zusammenkommen.

Von der Arena Treptow, Berghain, Columbiahalle, der Dar-as-Salam-Moschee, der Evangelischen Gedächtniskirche bis hin zu Tempodrom und Waldbühne hatten wir führende Vertreter*innen der unterschiedlichsten Veranstaltungsorte zu Gast, sodass in Kleingruppen intensiv über die jeweiligen Rahmenbedingungen der Zusammenkünfte vor Corona und der aktuellen Herausforderungen gesprochen werden konnte.

Es waren spannende und inspirierende Gespräche zwischen unseren Teilnehmenden und den Menschen, die Profis darin sind, “Gemeinschaft zu gestalten” und die angesichts der Covid-19-bedingten Einschränkungen von Sozialkontakten nun vor besonderen Herausforderungen stehen.

Wir hoffen, an der ein oder anderen Stelle mithelfen zu können, dass diese Orte von Großveranstaltungen, die einen nicht geringen Anteil der Anziehungskraft und der DNA Berlins ausmachen, die Zeit der Kontaktbeschränkungen wirtschaftlich überstehen werden.

Und wir danken der Messe Berlin, Herrn Dr. Göke und den anderen Gesprächspartner*innen für die erkenntnisreichen Einblicken in die jeweiligen Leadership-Kontexte und freuen uns auf den nächsten Programmtag unseres Leadership-Jahresprogramms, an dem wir zum Thema “Kritik äußern und annehmen können” im August zusammenkommen werden.

Austausch von Locationbetreibern “1.000plus”

Eingetragen am 29.04.2020

29. April 2020 | By |

Sie machen Anziehungskraft und Einzigartigkeit von Berlin aus, gleichzeitig sind sie wie kaum ein anderer Bereich von der wirtschaftlichen Seite der Corona-Krise betroffen – Betreiber*innen von Veranstaltungsorten, an denen normalerweise über 1.000 Menschen am Tag zusammenkommen. Einige müssen um ihre weitere wirtschaftliche Existenz kämpfen. Und es droht, dass Berlin so manches verloren geht, was für Touristen, Zugezogene, aber auch Ur-Berliner*innen gerade den besonderen Reiz unserer Stadt ausmacht.

Um dem entgegenzuwirken, organisierten wir am 18. Juni in der Messe Berlin einen branchen- und sektorübergreifenden Austausch, bei dem in unterschiedlichen Gruppengrößen und Formaten über die aktuellen Herausforderungen, Strategien und Best-Practice-Beispiele, Fördermöglichkeiten, Kredite, Vereinbarungen mit Vermietern, Umgang mit Zahlungsausfällen und Stornierungen, Vereinbarungen mit Gas-, Wassser- und Stromanbietern, Aufrechterhaltung von Kundenbeziehungen, sektor- und branchenübergreifender Lobbyarbeit und vieles mehr gesprochen wurde.

Betreiber*innen von Veranstaltungsorte müssen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen


Eingeladen dazu haben wir u.a. Betreiber*innen von
– Messe- und Austellungshallen wie der Messe Berlin oder der Station Berlin,
– Konzerthallen wie der Columbiahalle oder der Arena Treptow,
– Clubs wie dem Berghain oder des Sage Club,
– religiöse Orte wie der Gedächtniskirche oder der Dar-as-Salam-Moschee,
– Open-Air-Veranstaltungsorte wie der Alten Försterei oder der Waldbühne,
– Konzert- und Opernhäuser klassischer Musik wie dem Konzerthaus Berlin oder der Deutschen Oper,
– Freizeitveranstaltungsorten wie dem FEZ oder dem Wellenwerk Berlin und
– sonstigen Event-Locations wie dem Kraftwerk oder der Urania
von denen ein großer Teil das Angebot zum Austausch gerne annahm.

Das erste Treffen am 18. Juni in der Messe Berlin beinhaltete neben dem Austausch untereinander auch Kleingruppengespräche mit den 36 Teilnehmenden unseres Leadership Jahresprogramms und einem Einblick durch Emanuel Höger, Pressesprecher der Messe Berlin, Gastgeber des ersten Treffens war, dem noch weitere ab August folgen werden.

Bei all der Unterschiedlichkeit der Rahmenbedingungen, Gesellschafterstruktur und finanziellen Lage zeigten sich doch viele Parallelen und so bot der Austausch interessante Einblicke, welche Strategien die Führungskräfte in ihren jeweiligen Bereichen verfolgten.

Das nächste Treffen wird im August in der Station Berlin stattfinden. Anmeldungen von Betreiber*innen von Veranstaltungsorten, an denen normalerweise über 1.000 Personen zusammenkommen, sind noch möglich.

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*Rahmenbedingungen:
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.
Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmendenzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen.

Kraft in der Krise – Was Berliner Führungskräften Mut macht

Eingetragen am 15.04.2020

15. April 2020 | By |

Auf dass wir bald wieder so fröhlich zusammenkommen können wie unser Mitglied Clemens Bethge, EKBO, Pfarrer und theologischer Referent im Konsistorium bei einer unserer Leadership Veranstaltungen.

In themenoffenen und themenspezifischen Video-Konferenzen bietet Leadership Berlin Austauschmöglichkeiten zu den Herausforderungen der Corona-Krise an. Im themenspezifischen Austausch zum Umgang mit Krisen aus psychologischer Sicht schilderte unsere Gesprächspartnerin Sonja Müseler, Vorsitzende der Stiftung Telefonseelsorge Berlin, dass ein dominantes Gefühl vieler Krisen das der Fremdbestimmtheit sei. Eine zentrale Aufgabe von Krisenberater*innen sei es daher, Betroffenen die möglichen Umgangsformen zu verdeutlichen, die durch eine bewusste Entscheidung die Kontrolle wieder in die eigenen Hände legt:

1. Sich entziehen/ flüchten (z.B. eine Beziehung beenden).
2. Die Situation so annehmen, wie sie ist und sie akzeptieren.
3. Die Situation verändern und neu entscheiden.

Diese Kontrollübernahme des Individuums sei zur Pandemiezeit nur sehr eingeschränkt möglich. Insofern sei es ratsam, sich auf positive Effekte der neuen Situation zu konzentrieren und experimentierfreudig zu sein. In diesem Sinne wollen wir an dieser Stelle ein wenig Heiterkeit und Zuversicht in die Welt tragen. Dazu haben wir Berliner Führungskräfte gefragt, welche positiven Aspekte oder nachhaltigen Lernerfolge sie in der Krise erleben. Diese sind so vielfältig wie unser Netzwerk: von neuen Hobbys im privaten hin zur Einführung digitaler Strukturen im professionellen Kontext ist ein bunter Blumenstrauß an Erfahrungen und Eindrücken zusammengetragen worden, empowernd und hoffnungsvoll.

Carsten Zehe, Blindenhilfswerk, Geschäftsführer

“In der Corona-Krise zeigt sich, dass es doch eine große Anzahl an Menschen gibt, die umsichtig sind, die anderen hilfsbereit zur Seite stehen und die Empathie besitzen. Ist man im Alltag selbst Träger dieser menschlichen Werte, egal wo, so erhält man gerade in dieser Krisenzeit unerwartet viele positive Reaktionen. Dies ist wunderbar, denn es zeigt, dass wir alle „nur Mensch“ sind.”

Katrin Zakrzewski, Deutsche Bank, Direktorin Firmenkunden für professionelle Immobilien-Investoren

“Durch die Krise habe ich mein Umfeld und mich besser kennengelernt. Ich finde es interessant zu beobachten, wie unterschiedlich wir mit der aktuellen Situation umgehen: mal lösungs-, mal problemorientiert, mal egoistisch, mal uneigennützig. Mir persönlich geben die Werte Familie, Freundschaft und Menschlichkeit die nötige Kraft, die Krise zu bewältigen und menschlichen Schwächen entgegenzutreten.”

Katja Brendel, wellcome, Landeskoordination Berlin

„Die neuen Verhaltensregeln in der Pandemie fordern gewohnte Wege zu verlassen, zu experimentieren, zu lernen, neue kreative Lösungen zu finden. Die große Bereitschaft zu nachbarschaftlicher Hilfe macht Mut und gibt die nötige Energie. Und zugleich wird deutlich, dass auch alle digitalen Tools die direkte Begegnung von Menschen nicht ersetzen, sondern immer nur Mittel zum Ziel sind: Beziehungen stiften.“

Gordon Klavehn, Stromnetz Berlin GmbH, Leiter Asset Owner Strategie & Geschäftsentwicklung

„In diesen Zeiten rückt man als Familie zusammen. Wir planen den Tag viel intensiver, so dass von allen die Bedürfnisse erfüllt werden. Dabei entstehen viele gemeinsame Projekte oder Aktivitäten mit meinen Kindern, die sonst so viel seltener vorgekommen wären. Mich beeindruckt auch, wie sich unsere Tochter teilweise sehr kreativ um ihren Bruder kümmert und Spiele erfindet.“

Birgit Johannssen, Seniorpartner in School Landesverband Berlin e.V., 1. Vorsitzende

“Positiv erlebe ich die Freundlichkeit der meisten Menschen beim Einkaufen und beim Spazierengehen, man grüßt sich wieder und lächelt sich an.”

“Ausbruch einer Corona Pandemie in Deutschland war kein Szenario, das ich zur Gründung meines Unternehmens in diesem Jahr angelegt hatte. Aber: Der Mut, die Kreativität, der Pragmatismus, die Flexibilität und das Verantwortungsbewußtsein, das mir aus der mittelständischen Unternehmerschaft entgegen strahlt, sind für mich die besten Mutmacher, die mir sagen, unser Land und unsere Gesellschaft wird auch diese Krise überstehen. Mut und Freude macht mir auch jedes Beispiel von gelebter Solidarität und Gemeinsinn, derjenigen, die weniger hart und nicht wirklich materiell von der Krise getroffen sind. Ich hoffe, dieser Spirit bleibt uns erhalten. Auch wenn es darum geht, sich nachhaltig um die Verlierer und Schwerstleister dieses Szenarios zu kümmern. Der Mensch neigt zum Vergessen.”

Katharina Klinge, Berliner Verkehrsbetriebe, Abteilungsleiterin Organisations- und Personalentwicklung

„Positiv erlebe ich, dass ich durch die Krise angehalten bin, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, meine Werte zu hinterfragen und daran erinnert zu werden, wie wesentlich Gesundheit und ein soziales und verantwortungsvolles Miteinander sind, und wie entbehrlich hingegen so mancher zur Gewohnheit gewordener Konsum ist. Auch ziehe ich Kraft aus dem Austausch mit anderen Menschen über deren Umgangsweise mit der aktuellen Situation, die äußerlich für alle Menschen die Gleiche zu sein scheint, dann aber doch an jeden Einzelnen ganz individuell unterschiedliche Herausforderungen stellt.“

Thomas Rudek, Volksentscheid über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben, Verfasser und Sprecher

“Für unseren überhitzten Planeten bedeutet die Reduktion auf das Notwendigste eine Atempause. Mir als Asthmatiker ist jedenfalls aufgefallen, dass sich die Luftqualität erheblich verbessert hat. Und da die Sterblichkeitsrate gerade in jenen Ländern der 2/3 Welt ohne unsere medizinischen Standards auch erheblich höher ausfallen wird, ist auch zu erwarten, dass sich das Bevölkerungswachstum wenigstens minimalistisch absenkt. Ob in Deutschland das beschleunigte Ableben von älteren Personen mit mehreren Vorerkrankungen auch „dank“ EXIT mittelfristig zu einem Entlastungseffekt für die Rentenkassen führt – Stichwort „Humankapital“ – bleibt genauso abzuwarten wie die Lerneffekte für eine Änderung der Verhaltensweisen. Hier ist gewiss der Vorbildfunktion aller Führungskräfte auch und vor allem in den Medien (Stichworte: Maskenpflicht, Vielfliegerei) eine Schlüsselrolle beizumessen.”

Steffen Claussen, Der Polizeipräsident von Berlin, Dezernent für internationale Zusammenarbeit

“Letztlich definiere ich mich / mein Leben über Musik und da gibt es in jeder Lebenssituation, egal ob Krise oder bei purem Glück die passende Musik. Treffend beschreiben es die Broilers in Ihrem Lied “33 RPM”. Darin heißt es: “Ganz egal ob ich Blut schwitz, bittere Tränen wein, alles erträglich, es muss nur immer Musik da sein.” Das gilt auch und gerade in dieser Krise, wo Songs wie “Get back, Don’t stand so close to me, So lonely, Should I stay or should I go oder The show must go on, einen anderen Unterton bekommen, ihre Musikalität aber Gefühle und Leben freisetzen.
In diesem Sinne sage ich” Keep yourself alive and Always look at the bright side of life!”

Lydia Röder, Lazarus Hospiz, Leiterin Ambulante Dienste

“Ich habe gelernt, dass es immer weiter geht im Leben, egal was passiert, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt an dem es nicht mehr weiter geht und wir sterben. Dass Leben Veränderung bedeutet und offensichtlich jederzeit unvorstellbare Dinge passieren können und damit möglich bzw. plötzlich unmöglich werden. Wie schnell ganz normal geglaubter Alltag unmöglich wird. Und vor allem, dass wir das Leben so oder so wirklich nicht im Griff haben.
Als positiven Effekt erkenne ich die Besinnung auf das Wesentliche. Und endlich auch eine – zwar erzwungene, aber immerhin- gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod. Weil der Tod so oder so zu jeder und jedem von uns kommt, und wir jetzt die Chance haben, uns mit unserer eigenen Vergänglichkeit und Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Dies führt vielleicht zu mehr Freude am Leben und mehr Frieden und Wohlwollen in der Welt.
Aus dieser Zeit möchte ich mir beibehalten, was alles geht, obwohl nichts mehr geht. Leben findet Immer und jeden Moment statt, im Hier und Jetzt, egal unter welchen Umständen, es ist so oder so alles wertvolle Lebenszeit.”

Harald Eisenach, Deutsche Bank, Vorsitzender Regionale Geschäftsleitung Ost

“In Krisen trennt sich vielleicht noch deutlicher die sogenannte „Spreu vom Weizen“. Es ist einfach schön zu sehen, wie viele Menschen es gibt, denen nun Lösungsorientierung vor Problemorientierung, Gemeinsamkeit vor Selbstfokus und Solidarität vor Eigennutz geht. Dass Viele einen zusätzlichen Sinn darin sehen, eine für alle schwierige Zeit gemeinsam zu meistern. Vieles davon kann die Basis für eine bessere Zukunft in unserer Gesellschaft sein. Auf dass verantwortungsvolle Politiker statt Selbstwahlkämpfer gewählt werden und dass Krisenbewältiger die Mehrheit vor Krisenherbeirednern stellen.”

Peter Conrad, meet2respect gUG, Geschäftsführer

“Wir müssen uns nicht nur um uns selbst kümmern, sondern genauso um andere, die Hilfe benötigen. Das Virus entlässt uns nicht aus der Pflicht.”

Sonja Müseler, Stiftung Telefonseelsorge Berlin, Vorstandsvorsitzende

“Die Krise und mit ihr mehr Zeit allein, brachte mir eine tiefere Sicht auf die Dinge meines Lebens, mehr Focus auf das, was mir wichtig ist.”

Paul Kustermann, Rote Nasen e.V., Gründer und Clown Botschafter

“Das schlimmste in einer Krise ist nicht zu erkennen, dass es nur eine Krise ist und nicht das Ende, auch nicht der Anfang, auch nicht die Ewigkeit, sonder nur ein Punkt an dem sich alles ändert, und zwar anders als du es ahnen kannst. Erkennt man das, dann spürt man sich wieder und kriegt Hinweise darauf, was man beginnen könnte für sich und Andere zu tun.”

Franziska Brauer, Berliner Verkehrsbetriebe, Teamleiterin Politik

„In der Krise liegt die Chance: die digitale Kommunikation bestimmt nun vielerorts unseren Arbeitsalltag und schafft soziale Nähe. Digitale Projekte, die sich vorher nie so schnell entwickelt hätten, nehmen jetzt richtig Fahrt auf.“

Bernhard Heider, Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V., Geschäftsführer

“An Positivem kann ich der momentanen Krise auf gesellschaftlicher Ebene abgewinnen, dass wir in Deutschland unser Gesundheitssystem gerade auch im internationalen Vergleich doch aktuell sehr zu schätzen lernen. Und auf privater Ebene kann ich der Krise positiv abgewinnen, dass sie bei mir zu einer Entschleunigung geführt hat und ich z.B. Lust bekommen habe, Koch- und Backrezepte auszuprobieren.”