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Aktuelles Archive - Seite 2 von 17 - Leadership Berlin

Projekt Vertretungsstunde in der Zuckmayer-Oberschule

Eingetragen am 14.01.2020

14. Januar 2020 | By |

Kindheitspädagogin Katharina Spatola und Azubine Linda Quach vom Kindernotdienst
bei ihrem Einsatz in einer 9. Klasse der Zuckmayer-Oberschule

Im Rahmen unseres Projektes „Vertretungsstunde“ besuchen Führungskräfte die Zuckmayer-Oberschule und geben dort in einer neunten Klasse auf der Basis ihrer Erfahrungen aus der beruflichen Praxis eine „Vertretungsstunde“ im WAT-Unterricht (Wirtschaft-Arbeit-Technik).

Die ehrenamtliche Koordinatorin Carmen Vallero schrieb folgenden Bericht zu einem Termin mit zwei Mitarbeiterinnen des Kindernotdienstes Kreuzberg:

Kinder in Not

Zu Gast in der Zuckmayer-Schule sind heute die Kindheitspädagogin Katharina Spatola und Linda Quach, die eine Ausbildung zur Erzieherin macht. Sie arbeiten im Kindernotdienst in Kreuzberg. Doch was genau ist eigentlich ihre Arbeit?

Zunächst beschreiben sie beispielhafte Fälle, mit denen sie zu tun haben: Kinder, die zuhause eingesperrt werden, weil die Eltern betrunken durch die Stadt ziehen. Ein Baby, mit blauen Flecken übersäht, das von der Polizei in den Notdienst gebracht wird. Ein jugendlicher Drogenkurier, der schon lange die Schule schwänzt und nicht mehr nach Hause kann. Ein Mädchen, dessen Freizeit und dessen Handy von den Eltern kontrolliert wird und das nach einem heftigen Streit in den Notdienst kommt.

In der Klasse ist es oft unruhig – und heute ganz anders. Es gibt überall betroffene Gesichter.  Niemand spricht.

Hilfe rund um die Uhr

Der Kindernotdienst steht allen Kindern und Eltern, die in Not geraten sind oder die einer akuten Kindeswohlgefährdung ausgesetzt sind, als Zufluchtsort und als stadtweit bekannte Anlaufstelle für Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres – rund um die Uhr – zur Verfügung. Er ist damit zuständig, wenn das Jugendamt geschlossen hat, z. B. wenn die Kinder nachts aus der Familie genommen werden müssen und dann erstmal einen sicheren Ort brauchen. Viele kommen auch allein – weil sie mit den Eltern nicht mehr klarkommen, rausgeworfen wurden oder nicht mehr weiterwissen. Es ist immer jemand da. Es gibt etwas zu essen, einen Schlafplatz, man kann dort spielen und mit den Erziehern sprechen.

Der Notdienst in Kreuzberg hat zehn Plätze für Kinder von 0 bis 13 Jahren. Meist bleiben sie zwei bis drei Tage und wenn das Zuhause keine Option ist, werden andere Möglichkeiten geprüft. Das kann eine Krisengruppe, eine Pflegefamilie, eine Wohngruppe oder eine andere Einrichtung sein. Konflikte können so deeskaliert werden, es gibt eine kleine Pause, in der nach Lösungen gesucht wird.

Was würdet ihr tun?

„Was denkt ihr über die Fälle, die wir geschildert haben?“ fragen die Pädagogen. „Schlagen ist nicht okay“ sagt ein Mädchen, räumt dann aber ein, dass ein Klaps auf den Po erlaubt sei. Ein Junge findet, dass es auf das Alter ankommt: „15jährige brauchen Schläge, die sind im Kopf schon alt genug, die kriegen dann Angst und das ist ein gutes Erziehungsmittel!“ „Was würdet ihr tun?“ hakt Katharina Spatola nach. Von Privatlehrern für Kinder, die schwänzen, bis einsperren, wenn die Kinder nicht hören, reichen die Vorschläge. Einig sind sich aber alle, dass man erstmal vernünftig miteinander reden sollte.

Das ist ein gutes Stichwort für ein Rollenspiel: Eine Schülerin verkörpert die Mutter, Katharina Spatola eine Jugendliche, die ihren Eltern nicht sagen möchte, wohin sie geht. Gekonnt schmettert sie alle Versuche der „Mutter“ mit ihr zu reden, ab. Schnell wird klar: Miteinander reden geht nur, wenn beide bereit dazu sind.

Feste Regeln

Die Kinder sind in einem separaten Haus untergebracht, zu dem nur die Mitarbeiter*innen Zugang haben. Kinder ab 12 dürfen alleine in den Ausgang, sind sie aber am Abend zum Essen nicht da, werden sie bei der Polizei als vermisst gemeldet. In der Nacht müssen alle Handys abgegeben werden. Man erhält auch Taschengeld – die Höhe hängt vom Alter ab. Ein 13-jähriges Kind bekommt z. B. 94 Cent am Tag. Eltern können kommen und sich von den Sozialarbeiter*innen beraten lassen oder um ihre Kinder zu besuchen – wenn die Kinder sie nicht treffen möchten, müssen sie das aber nicht. Eltern, von denen eine Gefahr für das Kind ausgeht, dürfen unter Umständen auch gar nicht zu Besuch kommen. Katharina Spatola erläutert, dass diese Regeln wichtig sind, damit sich alle wohl und sicher fühlen. Manchmal gibt es aber auch Probleme – rasten Kinder richtig aus und gefährden damit sich selbst oder andere, bringt der Krankenwagen sie in die Psychiatrie.  

„Was war das Schönste und was war das Schlimmste, das Sie erlebt haben?“ wollen die Schüler wissen. Linda Quach erzählt von Kindern, die kein Wort Deutsch konnten und in drei Tagen ganz viel gelernt haben. Weiter berichtet sie von einem Jungen, der sie bedroht hat – so sehr, dass sie sich zusammen mit den anderen Kindern in einem Raum eingeschlossen hat. Katharina Spatola erinnert sich am liebsten an ein Baby, das in seinen ersten Monaten nur im Maxi Cosi lag und dadurch einen verformten Körper hatte. „Man konnte zuschauen, wie es sich jeden Tag mehr erholt, sich gestreckt und entfaltet hat“, erzählt sie.

Gegen Ende der Stunde erklären die Gäste, welche Voraussetzungen für die Ausbildung nötig sind und in welchen Bereichen man als Erzieher*in arbeiten kann. Beide erzählen, wie viel Spaß ihnen die abwechslungsreiche Arbeit macht, mit der sie viel bewirken können. Auch für die Schüler*innen war es ein interessanter Vormittag – so aufmerksam wie sie dabei waren.

Sie haben auch Interesse, eine Vertretungsstunde zu übernehmen? Melden Sie sich gerne bei Alexander Ronge: alexander.ronge@cgi.com

Collaborative Leadership Programm 2020: Jetzt anmelden

Eingetragen am 19.12.2019

19. Dezember 2019 | By |

Der Anmeldezeitraum für das Collaborative Leadership Programm 2020 ist eröffnet.

Ansprechpartner:

Bernhard Heider:

Festnetz: 030 – 22488588

E-Mail: bernhard.heider [at] leadership-berlin.de

Downloads:

Anmeldunterlagen für das Jahresprogramm 2020

Infomaterial zum Jahresprogramm 2020

Zusammensetzung der Teilnehmenden im Jahrgang 2019

Notfallhilfe-Lebensretter*innen-Kurs für Führungskräfte

Eingetragen am 19.12.2019

19. Dezember 2019 | By |

Leadership bietet in Zusammenarbeit mit der BKK VBU und Stromnetz Berlin einen Schnellkurs für die drei essentiellen lebensrettenden Maßnahmen – prüfen, rufen, drücken – an, die jede*r kennen sollte.

Welche Relevanz es hat, über das wesentliche Wissen zu verfügen, können folgende Zahlen und Beispiel verdeutlichen:

Wissenslücke Herzdruckmassage und Einsatz von Defibrillatoren:
280.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt, 140.000 sterben daran. Im Vergleich: durch Autounfälle versterben jedes Jahr “nur” 3000 – 3500 Menschen, durch Brände sind es jeweils “nur” 300 – 400 Menschen. Viele dieser 140.000 Todesfälle könnten verhindert werden, wenn Personen um Umfeld Grundkenntnisse über lebensrettende Maßnahmen wie Herzdruckmassage hätten. Während in Skandinavien beim Eintreffen von Rettungskräften in ca. 70% der Fälle Personen im Umfeld lebensrettende Maßnahmen eingeleitet haben, sind es Deutschland allerdings nur 15%.

Wissenslücke Seitenlage und Kopfstellung bei Bewußtlosigkeit:
Ein besonders drastisches Beispiel musste Frank Risy bei einem Einsatz als Rettungssanitäter erleben: Ein 9-jähriger Junge rannte beim Fußballspielen gegen eine Mauer, zog sich eine Gehirnerschütterung zu und war ohne Bewusstsein. Als Frank Risy am Einsatzort ankam, standen zehn Erwachsene um den Jungen, von denen keiner sich der Lage gesehen hatte, den Jungen in seine Seitenlage zu bringen und den Kopf nach hinten zu neigen. Für den Jungen wirkte sich dieses Unwissen tödlich aus – aufgrund der die Atemwege blockierenden Zunge war er in den 15 min bis zum Eintreffen des Rettungswagens erstickt und konnte nicht mehr wiederbelebt werden.

Gründe für die Wissenslücken:
– bei vielen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs zu lange zurück (häufig so lange wie der Erwerb des Führerscheins)
– Erste-Hilfe-Kurs sind häufig umfangreich und beinhalten zu viele auch nicht für die Lebensrettung relevanten Facetten, als dass es die Absolvent*innen lange in Erinnerung behalten
– Erste-Hilfe-Kurse wirken auf die Teilnehmenden mitunter langweilig
– aus der Angst, etwas falsch zu machen, sehen sich in der Folge viele Erwachsene nicht in der Lage, die wichtigsten Dinge wie Seitenlage und Herzdruckmassage umzusetzen.

Die Möglichkeit, für Lebensrettung relevante Wissenslücken aufzufüllen:
Die BKK VBU möchte dazu beitragen, dass die Zahl der 140.000 Todesfälle durch Herzinfarkt verringert und vermeidbare Erstickungstode wie in obigem Beispiel verhindert werden. Aus diesem Grund sponsert die BKK VBU einen durch Frank Risy durchgeführten sehr anschaulichen und praktisch orientierten zweistündigen Notfallhilfe-Kurs, der sich auf das Wesentliche konzentriert.

Wir als “Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.” sehen als eine zentrale Führungskompetenz, “Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden zu können” und “einen Blick für das Wesentliche zu haben”. Ganz in diesem Sinne haben wir uns entschieden, unseren Mitgliedern und anderen interessierten Führungskräften mit freundlicher Unterstützung von BKK VBU und in den Räumlichkeiten von Stromnetz Berlin mit einem Notfallhilfekurs das wesentliche Wissen über lebensrettende Maßnahmen an Führungskräfte zu vermitteln, über das eigentlich jede*r – insbesondere aber auch Führungskräfte – verfügen sollte.

Der Kurs findet am Dienstag, dem 28. Januar 2020 im Vorfeld unserer Mitgliederversammlung statt. Kosten fallen für die Teilnehmenden nicht an. Auch Nicht-Mitglieder von uns sind eingeladen – sofern noch Plätze verfügbar sind – an dem

Die Kosten übernimmt die BKK VBU, sodass für die Teilnehmenden keine Kosten anfallen.

Zeit: Dienstag, der 28. Januar 2020, 16.00 – 18.00 Uhr

Ort: Stromnetz Berlin, Wilhelm-von-Siemens-Straße 2-10, 12277 Berlin-Marienfelde

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Ankündigung: First Monday im Januar – Post party depression?

Eingetragen am 19.12.2019

19. Dezember 2019 | By |

Wie verändern Gentrifizierungsprozesse die Berliner Clubkultur?

Foto von Maurício Mascaro von Pexels

Neu: ab 2020 finden unsere First Monday Begegnungen jeweils zwischen 18..00 Uhr und 20.00 Uhr statt. Unmittelbar danach schließt sich unser Leadership Stammtisch an, zu dem auch Mitglieder willkommen sind, die nicht am vorherigen First Monday teilgenommen haben.

Zeit: Montag, der 6. Januar 2020, 18.00 – 20.00 Uhr

Ort: Clubcommission Berlin Verband der Berliner Club-, Party- und Kulturereignisveranstalter e.V., Brückenstraße 1 in 10179 Berlin

Gesprächspartner: Sascha Disselkamp, Betreiber des Sage Clubs (in dem auch der Kitkat-Club angesiedelt ist) und Vorstand und Sprecher der Clubcommission

Anschließend von 20.15 – 22 Uhr: offener Leadership Stammtisch im Restaurant Mittmann’s in der Rungestraße 11, 10179 Berlin

Hintergrund:
Der Beat Berlins schlägt seit der Wende im Takt des Technos. Die leeren Flächen und unbewohnten Teile des Berliner Ostens lockten mit günstigen Mieten und niedrigen Grundstückspreisen Kunst- und Kulturschaffende in die neue Bundeshauptstadt. Inzwischen ist Berlin international für seine Feierszene und Clubkultur bekannt, welche mit alternativen selfmade-looks (wie im Sisyphos, Heideglühen, dem Club der Visionäre oder dem Katerblau), industriellen Designs (wie bspw. im Tresor oder der Ritter Butzke), spektakulären Spots (wie das Watergate oder Weekend) oder Szeneveranstaltungen für ein Fetisch-Publikum (wie im KitKat oder dem Berghain) so vielfältig ist wie sein Publikum.

Die Berliner Clubs sind allerdings auch ein Wirtschaftsfaktor und haben laut einer Studie der Senatsverwaltung für Wirtschaft im letzten Jahr mit 58.000 Veranstaltungen mit 71.000 künstlerischen Auftritten einen Umsatz von 168 Millionen Euro erwirtschaftet. Und das Berliner Nachtleben leistet einen großen Beitrag zu der auch internationalen Anziehungskraft von Berlin auf Touristen und den Zuzug von Unternehmen und Menschen.

Gerade letzteres allerdings bedroht nun immer mehr die Existenz der Berliner Clublandschaft. Angesichts des Bevölkerungszuwachses von ca. 40.000 Menschen pro Jahr sind die Immobilienpreise in die Höhe gestiegen und wird die Stadt immer dichter besiedelt. Mehr und mehr Clubstandorten fehlen die Gelder, eine „anderweitige Verwertung“ der Standorte durch Finanzinvestoren verhindern zu können, in erweiterten Schallschutz investieren zu können oder andere neue Auflagen zu erfüllen.

Sascha Disselkamp, selbst Betreiber des Sage Clubs und KitKat-Clubs, kann aus eigener Erfahrung darüber ein Lied singen. Aber auch die Situation anderer Clubbetreibender kennt Sascha Disselkamp gut, ist er doch Mit-Initiator und Sprecher der 2001 gegründeten Clubcommission, die die Interessen ihrer ca. 200 Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung und Medien vertreten. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch mit Sascha Disselkamp über die Veränderung der Stadt und den damit einhergehenden Herausforderungen aus Sicht von Clubbetreibenden. In trisektoraler Zusammensetzung wollen wir überlegen, in welcher Form Collaborative Leadership in dem Zusammenhang zum Tragen kommt.

Wir freuen uns über eine Rückmeldung über dieses Formular:

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*Rahmenbedingungen:
Das Treffen findet wie immer unter den Rahmenbedingungen der Chatham-House-Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.
Wir bitten um Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl zugunsten des Austauschformates begrenzen und unsere Mitglieder auch im Anschlussgespräch Vorrang bei der Belegung der Plätze haben. Nicht-Mitgliedern ermöglichen wir die Teilnahme vereinzelt. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen des Mitgliedsformulars auf unserer Website (http://leadership-berlin.de/wp-content/uploads/2014/04/Mitgliedsantrag-für-natürliche-Mitglieder_IBAN_.pdf) tun.

Umfrage zum Thema Klimawandel und CO2-Ausstoß

Eingetragen am 19.12.2019

19. Dezember 2019 | By |

Angesichts der Relevanz der Themen Klimawandel und CO2-Reduktion mit all ihren Folgen haben wir als Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. uns entschlossen, eine Befragung zu diesen Themen durchzuführen. Die Befragung fand zwischen August und November 2019 statt. Eingeladen zu einer Teilnahme an der Befragung haben wir 720 Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich aus unserem Netzwerk.

Die Vielfalt der Zusammensetzung kann man ungefähr anhand der Zusammensetzung unserer jährlichen Collaborative Leadership Programme ablesen. Von den 720 zu einer Beteiligung eingeladenen Personen haben sich trotz mehrmaliger Aufforderung lediglich 21 an der Umfrage beteiligt. Die Beteiligung war damit deutlich geringer als eine vorangegangene Umfrage zum Thema „Benachteiligung und Quoten“, woran sich 59 Personen beteiligt hatten. Man kann insofern daraus folgern, dass sich weit weniger Führungskräfte von dem Thema „Klimawandel und CO2-Reduktion“ angesprochen fühlen als vom Thema „Benachteiligung und Quoten“.

Wir haben zunächst einmal mit uns gerungen, ob wir die Ergebnisse angesichts der geringen Beteiligung überhaupt veröffentlichen sollten. Abgesehen davon, dass fraglich ist, ob die 21, denen die Themen „Klimawandel und CO2-Reduktion“ offenkundig zumindest so weit am Herzen liegen, dass sie sich an der Umfrage beteiligten, repräsentativ für die Gesamtgruppe an Führungskräften ist, bietet eine Zahl von 21 Fragebögen natürlich nur begrenzt eine Grundlage für eine quantitative Auswertung.

Da wir das Thema allerdings wichtig finden, haben wir die Zahl der befragten Personen erweitert und zwar um Mitglieder des Vereins „Mensa in Deutschland e.V.“, die sich durch eine kognitive Hochbegabung auszeichnen (IQ über 130) und mit denen wir über unser Projekt „Mensa meets Leadership“ verbunden sind. Mensa hat in Berlin ca. 1000 Mitglieder, die über den Berliner E-Mail-Verteiler von Mensa zu einer Teilnahme eingeladen wurden. Von den eingeladenen Personen haben sich 29 an der Umfrage beteiligt, von denen 31%  beruflich auch Führungsverantwortung tragen.

Die beiden befragten Gruppen kommen zusammen auf 50 Befragte.

Wir hoffen, mit der Veröffentlichung den einen oder anderen Impuls für eine der Relevanz des Themas angemessene, sachliche Diskussion  beizusteuern  – gerade auch mit den Antworten auf die offenen Fragen. Die Themen Klimawandel wie auch CO2-Reduktion sind es in jedem Fall aus unserer Sicht wert, denn die Folgen politischen Handelns – oder auch Nicht-Handelns – betreffen uns alle.

Hier einige Ergebnisse aus der Befragung:

  • Eine große Mehrheit von 76% der teilnehmenden Führungskräfte und 61% der Teilnehmenden mit kognitiver Hochbegabung sind der Meinung, dass die Politik dem Thema Klimawandel zu wenig Aufmerksamkeit widmet. Während unter den beteiligten Führungskräften lediglich 5% der Aussage zustimmten, dass dem Thema viel zu viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, sind es unter den Befragten mit kognitiver Hochbegabung 28%.
  • Eine große Mehrheit von 81% der teilnehmenden Führungskräfte und 73% der Teilnehmenden mit kognitiver Hochbegabung gaben an, dass die Energieerzeugung aus Kohle in Deutschland bis 2030 beendet werden sollte. Lediglich 5% der teilnehmenden Führungskräfte und 17% der teilnehmenden mit kognitiver Hochbegabung plädieren für einen Ausstieg aus der Energieerzeugung aus Kohle erst nach 2038.
  • Sowohl innerhalb der Gruppe der Führungskräfte als auch unter den kognitiv Hochbegabten würden sich bei einer Volksabstimmung über 60% für eine Nettonull beim CO2-Auststoß bis 2035 aussprechen.
  • Über 60%  der befragten Führungskräfte wie auch der befragten Hochbegabten würden sich für eine Erfüllung der Forderung von Fridays for Future einer CO2-Steuer in Höhe von 180 Euro pro Tonne CO2 aussprechen.
  • Ungefähr die Hälfte der Befragten (Führungskräfte wie Hochbegabte) würden sich für ein Verbot von Inlandsflügen aussprechen, ungefähr die Hälfte der Befragten wäre dagegen.

Die kompletten Ergebnisse der Befragung stehen unter folgendem Link zum Download bereit.



Als Führungskraft sollte man sich nicht nur mit dem Wünschenswerten befassen, sondern auch mit der Frage der Umsetzung. In diesem Sinne hat Bernhard Heider einmal auf Grundlage der Primärenergiebilanzen einmal berechnet, was unterschiedliche Ausstiegsszenarien für den für die Substitution erforderlichen Ausbau Erneuerbarer und Reduktion des Energieverbrauchs bedeutet und wie lange es dauern würde, die Energieerzeugung durch Kohle bzw. alle fossilen Brennelemente in Deutschland durch Erneuerbare zu ersetzen. Hier die Ergebnisse:
http://leadership-berlin.de/dimensionen-zeithorizonte-und-ihre-implikationen-fur-co2-und-braunkohle-ausstieg/






Rückblick: First Monday im Dezember zum Thema Agilität

Eingetragen am 17.12.2019

17. Dezember 2019 | By |

Ist Agilität die Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit?

Unsere First Monday Begegnungsreihe für Berliner Führungskräfte verabschiedete das Jahr 2019 mit einem spannenden Austausch zum Thema Agilität, welcher die Teilnehmenden sicher auch in 2020 noch beschäftigen wird. Zumindest verließ die große Mehrheit die Veranstaltung mit dem Vorhaben, in einigen Arbeitsbereichen mehr Agilität auszuprobieren.

Die Fallgebenden waren Alumni des Collaborative Leadership Programms 2019: Dr. Bärbel Bardarsky, Anstaltsleiterin der JVA für Frauen und Tassilo Kubitz, Leiter Projektmanagement bei dem IT-Unternehmen akquinet@spree GmbH. Sie hatten während ihrer Teilnahme am Jahresprogramm – trotz der unterschiedlichen Arbeitsbereiche – festgestellt, dass sie sich mit ähnlichen Fragen rund um Entscheidungsprozesse und strukturelle Herausforderungen konfrontiert sehen: Wie etablieren wir eine neue Strategie auf allen Arbeitsebenen? Wen holen wir mit ins Boot, wenn eine Akut-Situation drängt, diese aber weitreichende Auswirkungen hat? Welche Konzepte passen zu Mitarbeitenden aus verschiedenen Generationen? In einem Dialog-Format der beiden wurde anhand von Praxisbeispielen deutlich: in einer Haftanstalt geht es teils überraschend agil zu, an anderen Stellen bewähren sich klassische Vorgehensweisen.

Diese Veranschaulichungen von Agilität im Vollzug (doppeldeutig!) boten einen greifbaren Ausgangspunkt für die Teilnehmenden, um die jeweils eigene Organisation zwischen klassischer Struktur und Agilität zu verorten.

In einer Gruppenarbeit analysierten die Führungskräfte anhand der eigenen Arbeitsbereiche, wo etwas mehr Agilität zu neuen Ansätzen und Verbesserungen führen könnte und wann Planungsgremien oder langfristige Festlegungen durchaus sinnvoll sind.

Wenngleich einige Teilnehmende überrascht waren, wie agil ihre (Teil-) Bereiche bereits aufgestellt sind, wurde die Umstellung der Arbeitsprozesse, besonders in öffentlichen Behörden, doch noch als weit entferntes Ziel eingeschätzt.

Wir danken Tassilo Kubitz und Bärbel Bardarsky für den spannenden Termin, Carola Trömel für die vorangestellte und eindrucksvolle Führung durch die Räumlichkeiten der JVA für Frauen, sowie unserem Alumni Werner Gräßle, Präsident des Amtsgerichts Lichtenberg für die Gastfreundschaft. Natürlich danken wir auch allen Teilnehmenden für das Interesse und die Offenheit und freuen uns auf den nächsten Termin am 06.01.20 im neuen Programmformat: Ab Januar 2020 finden die First Mondays von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr statt und im Anschluss gibt es einen offenen Leadership Stammtisch.

Abschluss des Collaborative Leadership Programms

Eingetragen am 27.11.2019

27. November 2019 | By |

Der 8. und damit letzte Programmtag des Collaborative Leadership Programms 2019 mit der trisektoral zusammengesetzten Gruppe von 36 Führungskräften fand unter der Überschrift “Der Blick nach vorne – das Netzwerk entwickeln” statt. Zu Gast sein durften wir im Evangelischen Zentrum Berlin-Brandenburg, das gleichzeitig der Arbeitsplatz unseres diesjährigen Teilnehmers Andreas Czubaj und einiger unserer Alumni ist.

Am Vormittag hatten fünf der Teilnehmenden an ihren Arbeitsplatz eingeladen, um dort einen Einblick in ihr Tätigkeitsfeld zu geben und eine ihren Verantwortungsbereich betreffende Fragestellung zu diskutieren. Von einer Wohneinrichtung für Kinder und Jugendliche, die nicht mehr in ihren Familien leben können, bis hin zu einem IT-Unternehmen mit Schwerpunkt individueller Softwareentwicklung, erkundeten die Teilnehmenden nicht nur neue Ecken Berlins, sondern lernten andere Arbeitsabläufe und Insiderperspektiven kennen. Sowohl die Besucher*innen, als auch die Fallgebenden selbst kamen begeistert zurück und staunten auch am letzten Tag nochmal darüber, wie viel Potenzial und Expertise die Gruppe zu bieten hat.

Am Nachmittag gab es Gelegenheit, auf das Programm zurück zu blicken und Feedback zu geben. Zentral war dabei natürlich die Frage, wie es nach Beendigung des Programms weitergeht. Da der Gruppe die Auftaktveranstaltung mit Übernachtung im Ringhotel Schorfheide in so guter Erinnerung blieb, werden die Teilnehmenden sich an gleichem Ort zu einem Nachtreffen zusammenfinden, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen, die schöne Landschaft zu genießen und an ihre zwischenzeitlichen Erfahrungen zum Thema Collaborative Leadership anzuknüpfen.

Während das Leadership Team den Seminarraum festlich dekorierte, wurden die Teilnehmenden durch das Haus geführt und bekamen vielseitige Einblicke in die umfangreiche Arbeit der EKBO: von den weltweiten Aktivitäten des Berliner Missionswerkes über die Abläufe in der IT-Abteilung bis hin zu den theologischen Grundsätzen gaben jeweilige Führungskräfte interessante Einblicke in ihre jeweiligen Arbeitsbereiche.

Zum Abend stießen Gäste, Alumni und der trisektoral besetzte Vorstand von Leadership Berlin zu der Gruppe dazu.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch Dr. Jörg Antoine, Präsident des Konsistoriums der Evangelischen Landeskirche, führte Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstandsvorsitzender von Leadership Berlin durch den Abend. Die feierliche Übergabe der Zertifikate wurde aufgelockert durch „Speed-Dating“ Einheiten, bei welchen Jahrgangsteilnehmende und Gäste ins Gespräch kamen, die beim gemeinsamen Ausklang mit Snacks und Getränken fortgeführt werden konnten.

Mitglieder-Exkursion: Diskurs zum Ende der Braunkohle-Verstromung

Eingetragen am 08.11.2019

8. November 2019 | By |

Zeit: Samstag, der 25. Januar 2019, 09.30 – 17.30 Uhr
Ort: Braunkohle-Tagebau in Welzow-Süd und Kraftwerksgelände “Schwarze Pumpe” der LEAG in Spremberg
Kosten: 30 Euro

Für die An- und Rückreise organisieren wir Fahrgemeinschaften bzw. einen Shuttle-Service zwischen dem Bahnhof Spremberg und dem Kraftwerksgelände.

Besichtigung des Braunkohle-Tagebaus in Welzow-Süd

Für die Einen ist eine schnellstmögliche Beendigung der Braunkohle-Verstromung in der Lausitz alternativlos – da Braunkohleverstromung die klimaschädlichste Energieerzeugung ist, aus der so bald wie möglich ausgestiegen werden sollte.

Für die Anderen ist die Braunkohle-Verstromung noch alternativlos – als Arbeitgeber für 11.000 Beschäftigte in strukturschwacher Region oder auch als Energiequelle, so lange nicht in entsprechendem Umfang erneuerbare Energieerzeugung aufgebaut ist.

In Anknüpfung an unseren First Monday im August 2019, bei dem Aktivist*innen von Fridays for Future mit Berliner Führungskräften aus unterschiedlichen Bereichen, wie der Klima-Allianz und German Zero einerseits und Siemens, GASAG, Stromnetz Berlin und LEAG andererseits ins Gespräch gingen, wollen wir das Thema nun weiter diskutieren und zwar als Mitglieder-Exkursion vor Ort in der Lausitz.

Auf Einladung der LEAG werden wir am Samstag, dem 25. Januar 2020 die Möglichkeit haben, zunächst den Braunkohle-Tagebau Wetzow-Süd und die Rekultivierung der ehemaligen Abbaugebiete erkunden und das Innere des Kraftwerks besichtigen. Am Nachmittag erwartet uns eine kontroverse Diskussion mit Dr. Helmar Rendez, Vorstandsvorsitzender der LEAG und Vertreter*innen der Belegschaft, Aktivist*innen von Fridays for Future und natürlich den mitfahrenden ca. zwanzig Mitglieder von Leadership Berlin.

“Höhepunkt” der Besichtigung ist die Begehung des oberen Bereichs des Kraftwerks

Ja, die Debatte ist emotional aufgeladen. Für die Einen geht es um das Welt-Klima und die Verantwortung für nachkommende Generationen im Hinblick auf die Umwelt, für die Anderen geht es um die Arbeitsplätze und die Verantwortung für günstige Energie für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dies zeigte sich auch bei unserer Umfrage zu den Themen Klimawandel und CO2-Ausstieg, die wir zwischen August und November 2019 durchgeführt haben. Bei dem Termin am 25. Januar wollen wir – wie auch bei unserem First Monday im August und getreu unserem Motto „begegne dem anderen“ – bewusst Vertreter*innen beider Seiten zusammen und miteinander ins Gespräch bringen.

Da es sich bei dem Programmtag am 25. Januar um unsere Mitglieder-Exkursion handelt, bitten wir um Verständnis, dass wir außer den eingeladenen Vertreter*innen von Fridays for Future ausschließlich Mitgliedern und Ehrenamtlichen unseres Vereins eine Teilnahme anbieten.

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Programmtag: “Verantwortung annehmen und abgeben”

Eingetragen am 04.10.2019

4. Oktober 2019 | By |

Die Teilnehmenden des Collaborative Leadership Programms 2019 widmeten sich im September dem Thema „Verantwortung annehmen und abgeben können“. Beim Programmtag in der Zuckmayer Schule in Neukölln forderten wir sie dabei zunächst ganz praktisch heraus.

Als „Vertretungslehrer*innen“ übernahmen sie in 2er-Teams oder alleine eine Unterrichtseinheit in Schulklassen der 9. und 10. Jahrgangsstufe der Integrierten Sekundarschule. Unterstützung in der Vorbereitung erhielten sie von Carmen Vallero, die nach ihrer Teilnahme am Collaborative Leadership Programm 2016 so beeindruckt von der Situation der Schüler*innen war, dass sie sich seitdem ehrenamtlich als Koordinatorin des Projekts Vertretungsstunde engagiert.

Ziel der Unterrichtseinsätze ist, den Jugendlichen eine Perspektive auf die Berufswelt aus der Praxis einer Führungskraft zu geben. Dabei staunten viele Schüler*innen, dass nicht alle Wege nur geradeaus führen, sondern dass auch einige der heutigen Führungskräfte mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatten. Das verdeutlichte, dass es sich lohnt, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen und dass Disziplin und Zuverlässigkeit notwendig sind, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. In spielerischen Übungen versuchten die “Vertretungslehrkräfte” mit den Jugendlichen realistische Einschätzung ihrer eigenen Stärken und Schwächen herauszuarbeiten und entwickelten daraus Perspektiven, die nicht immer den klassischen Berufen, dafür aber besonderen Kompetenzen und Anforderungen entsprechen.

Die stellvertretende Schulleiterin Frau Stollin, die pädagogische Koordinatorin Frau Drochner und Jobcoach Frau König, die den Schüler*innen beim Übergang in die Ausbildung hilft, berichteten, dass viele der Jugendlichen an der Schule erschwerte Ausgangsbedingungen haben. Bei 97% ist die Herkunftssprache nicht Deutsch und 92% kommen aus Familien, die von Hartz IV leben. Familiäre Unterstützung beim Lernen und Planen der beruflichen Zukunft fehlt vielen. Deshalb nimmt die Schule neben dem Fachunterricht und der Wissensvermittlung auch einen Erziehungsauftrag wahr und vermittelt soziale Kompetenzen.

Dieses Engagement steht beispielhaft für Verantwortung über den formalen Zuständigkeitsbereich hinaus und motivierte einige Führungskräfte, sich nach dem Programmtag weiter an der Schule engagieren zu wollen.

Zu Gesprächen über die verschiedenen Facetten von Verantwortung ging es am Nachmittag hinaus in die Stadt. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in verschiedene Sichtweisen auf die Verantwortung, die die Gesprächspartner*innen jeweils in ihren Unternehmen oder für gesellschaftliche Themen übernehmen. Im Anschluss diskutierten die Führungskräfte besonders darüber, wo und wodurch dem Handlungsspielraum Grenzen gesetzt sind.

Wir danken den Beteiligten der Zuckmayer Schule für die Gastfreundschaft und die Einblicke sowie allen Gesprächspartner*innen für die Anregungen!

Rückblick: First Monday Diskussion zu „Quoten“ in Demokratie & Wirtschaft

Eingetragen am 12.09.2019

12. September 2019 | By |

Am ersten Montag im September, einen Tag nach den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg, fand unser Diskussionsformat First Monday mit der Frage, was “Quoten” für Demokratie und Wirtschaft bedeuten, statt. Exemplarisch wurde das Thema zunächst anhand des aktuell verhandelten Paritätsgesetzes (PDF) für Brandenburg bearbeitet. Und eins ist jedenfalls sicher: Sollte das Gesetz tatsächlich durchgesetzt werden, sehen die Listenzusammenstellungen 2020 anders aus.

Denn in diesem Jahr gingen nur 28 der 88 bzw. 31% Parlamentssitze an Frauen, was gerade einmal etwas mehr als der durchschnittliche Frauenanteil unter den Parteimitgliedern ist. Dass es wünschenswert wäre, dass mehr Frauen Mitglieder in Parteien werden und auch, dass der Frauenanteil in Führungspositionen bzw.  unter den Abgeordneten höher ist, darin stimmten alle Teilnehmenden noch überein. Ob jedoch eine gesetzliche 50-Prozent-Quote für die Zusammenstellung der Listen der richtige Weg ist, um das Ungleichgewicht aufzuheben, da schieden sich die Geister. Die einen sahen darin einen Eingriff in die demokratische Freiheit, die anderen meinten, die Gleichberechtigung von Mann und Frau werde erst angemessen gefördert, wenn auch die Direktmandate quotiert werden würden.

Daher teilten sich die Teilnehmenden in zwei Gruppen, um Pro- und Contra-Argumente zum Paritätsgesetz zu finden. Das Gespräch der Befürworter*innen wurde moderiert von Winfriede Schreiber, u.a. ehemalige Präsidentin des Verwaltungsgerichts Cottbus, Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes und heute Vorstandsvorsitzende von Leadership Brandenburg. Die andere Gruppe wurde moderiert von Bernhard Heider, Geschäftsführer von Leadership Berlin. Die jeweiligen Argumente wurden daraufhin in einem Debattenformat vorgetragen. Startschuss war das Einstiegsplädoyer von Winfriede Schreiber mit dem Titel “Mut zur Veränderung”, in welchem sie auf die lange Historie des Patriarchats und die Notwendigkeit nach neuen strukturellen Weichen verwies. Dagegen hielt die andere Gruppe, ebenfalls vertreten durch eine Frau, mit dem Einstiegsplädoyer “Fördern statt Quotieren”, in welchem angemahnt wurde, dass durch das Instrument der Quoten eine Zwangsstruktur geschaffen werde, die an den eigentlichen Bedarfen, wie familienfreundlichen Arbeitszeiten, vorbeigehe. Es entwickelte sich ein spannendes Ping-Pong-Match aus Argumenten, welches in je einem Abschlussplädoyer mündete.

Wenngleich kaum jemand die Eingangsposition gewechselt hat, gab es doch Anerkennung für die starken Argumente der “Gegenseite” und das Gefühl, dass alle dasselbe Ziel vor Augen haben und sich nur die Wege unterscheiden. Immerhin: “Der kontroverseste First Monday, den ich je erlebt habe!”, so das Fazit eines teilnehmenden langjährigen Mitglieds.

In der Abschlussrunde besonders positiv hervorgehoben wurde der Veranstaltungsort: Dankenswerterweise hatte sich Sebastian Schimming, Geschäftsführer der Kreativitätsgrundschulen, als Gastgeber angeboten und damit ermöglicht, die Räumlichkeiten in der Grundschule im Friedrichshain zu nutzen. Und diese konnten sich blicken lassen: das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde (und wird) über zehn Jahre renoviert und strahlt mit dem großzügigen Schulhof und der imposanten Aula ein besonderes Flair aus. Ein Highlight der Überarbeitungen ist sicher das alte Schwimmbad, welches in eine Bibliothek umgebaut wurde. Der ehemalige Pool ist nun eine holzverkleidete Einlassung zwischen Büchern, in welchem gemütliche Sitzsäcke und Decken zum Schmökern und Verweilen einladen. Vielen Dank an alle Teilnehmenden für die spannende Debatte und nochmal besonders an den Gastgeber Sebastian Schimming.