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Uncategorized Archive - Leadership Berlin

Programmtag zum Thema Verantwortung

Eingetragen am 17.09.2020

17. September 2020 | By |

Verantwortung eröffnet Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten – zugleich ist Verantwortung immer auch mit Risiken verbunden, die es sorgsam abzuwägen gilt. Zum dritten Programmtag unseres Collaborative Leadership Programms befassten sich die 36 Teilnehmenden unseres Collaborative Leadership Programms mit einer Reflexion dieser und anderer Aspekte zum Thema Verantwortung.

Zu Gast waren wir zu diesem Anlass in der Turnhalle der Zuckmayer-Sekundarschule im Neuköllner Rollbergviertel, wo die Schulleiterin Kristin Stollin und der Mittelstufenleiterin Sabine Drochner einen Einblick in Ihre Verantwortungsbereiche in einer Schule im sozialen Brennpunkt gaben. Welche Möglichkeiten es außerhalb des Programms für Engagement und Unterstützung der Zuckmayer-Schule gibt, darüber sprachen u.a. unsere Alumni Carmen Vallero, die ehrenamtlich seit drei Jahren unser Projekt Vertretungsstunde an der Schule koordiniert und Sebastian Schimming, der sich (als Geschäftsführer einer Privatschulgruppe) in dem Leadership- Freundeskreis der Zuckmayer-Schule engagiert.

Verantwortung stellt sich in unterschiedlichen Kontexten mitunter sehr unterschiedlich dar. In diesem Sinne hatten die Teilnehmenden am Nachmittag die Möglichkeit, ihre Sichtweisen auf das Thema „Verantwortung“ mit unterschiedlichen Verantwortungsträger*innen zu vertiefen. Dies waren:

– Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin,
– Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes,
– Friederike Temme, Vollzugsleiterin der Justizvollzugsanstalt des Offenen Vollzuges Berlin (zuvor Vollzugsleiterin der JVA Moabit) und
– Prof. Dr. Detlef Krüger, Direktor des Instituts für Virologie der Charité a.D., dem Vorgänger von Prof. Dr. Christian Drosten.

Wir danken allen Beteiligten für einen facetten- und erkenntnisreichen Austausch und sind gespannt, was sich daraus noch alles ergeben wird.

Programmtag zum Thema Kritik

Eingetragen am 23.08.2020

23. August 2020 | By |

Umso höher man in einer Organisation aufsteigt, desto mehr hat man es mit Menschen aus anderen Kontexten zu tun, die dem eigenen Unternehmen/Behörde/Organisation und den mit ihr verbundenen Zielen und Handlungsweisen eher kritisch gegenüberstehen. Diesem Zusammenhang widmeten wir unseren Programmtag “Kritik äußern und annehmen können”, zu dem die Teilnehmenden unserer Leadership Jahresprogramms dieses Mal beim Tagesspiegel zusammenkamen. Der normalerweise für bis zu 400 Personen ausgelegte Konferenzbereich bot dabei die Möglichkeit, die geltenden Abstandsregeln einzuhalten.

Im Gespräch mit Chefredakteur Lorenz Maroldt stellten die teilnehmenden Führungskräfte die Innen- und Außenperspektive von Medien und die von und an ihnen geäußerte Kritik gegenüber. Im Austausch untereinander und in Kleingruppengesprächen vertieften die Teilnehmenden ihre Betrachtungsweisen auf das Thema. Für den Nachmittag hatten wir dazu externe Gesprächspartner*innen eingeladen, die im Zusammenhang mit einer Personalverantwortung für bis zu 8000 Beschäftigte in einem Wirtschaftsunternehmen, mit langjähriger Spitzenpositionen in Behörden mit bis zu 4000 Bediensteten, mit langjähriger parlamentarischer und außerparlamentarischer Arbeit oder mit der Initiierung eines Volksentscheides ziemlich viele und mitunter sehr unterschiedliche Erfahrungen mit “Kritik-Kultur” einbrachten.

Wir danken dem Tagesspiegel, insbesondere dem Chefredakteur Lorenz Maroldt und dem Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff für die Gastfreundschaft und allen Mitwirkenden für den spannenden und erkenntnisreichen Tag.

Rettungs- und Nutzungskonzept für Event-Locations

Eingetragen am 21.08.2020

21. August 2020 | By |

Unter dem Namen „1000plus“ bringt Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. die Betreiber*innen von Veranstaltungsorten, an denen normalerweise Veranstaltungen für mehr als 1000 Personen pro Tag stattfinden, zu einem sektorübergreifenden Austausch zusammen.  Das erste Treffen fand am 18. Juni im City-Cube der Messe Berlin (22.000qm Nutzfläche) statt, das darauffolgende Treffen am 11. August in der Station Berlin (23.000 qm Veranstaltungsfläche).

Neben einem Erfahrungsaustausch über die jeweiligen Herausforderungen und Best-Practice-Beispiele im Zusammenhang mit der Corona-Krise entstand aus dem Austausch folgende Idee:

  • Viele öffentliche Veranstaltungen für 20 bis 100 Personen können aufgrund der Abstandsregeln in den hierfür normalerweise vorgesehenen Räumlichkeiten nicht in gewohntem Umfang stattfinden. Beispiele:
    – Bezirksverordnetenversammlungen
    – Weiterbildungs-Seminare der Verwaltungsakademie, der IHK, Volkshochschulen usw.
    – Gerichtsverhandlungen und vieles mehr
  • Zur gleichen Zeit stehen die großen Veranstaltungsorte in Berlin weitgehend leer und ungenutzt. Veranstaltungen wie Messen, Konzerte können nicht oder nicht kostendeckend unter den gegebenen Abstandsregeln stattfinden. Viele Veranstaltungsorte wissen nicht, ob sie den Jahreswechsel bzw. das kommende Jahr wirtschaftlich überstehen werden.

Eine denkbare Win-Win-Situation könnte nun sein, dass diese großen Veranstaltungsorte für Seminare, Bezirksverordnetenversammlungen, Gerichtsverhandlungen usw. genutzt werden. Den einen wird ermöglicht, dass ihre Veranstaltungen in gewohnter Personenzahl unter Einhaltung der Abstandsregeln stattfinden können, die anderen werden wirtschaftlich vor dem Ruin gerettet.

Für die Umsetzung braucht es:

  • den dafür notwendigen politischen Willen
  • einen öffentlichen Finanztopf, aus dem die nicht unerheblichen Kosten getragen werden und
  • einen zentralen Pool mit den angemieteten Räumlichkeiten, auf den dann Behörden und öffentliche Institutionen zurückgreifen können

Der Kostenaspekt ist dabei der Dreh- und Angelpunkt. Wenn man auf die einzelne Veranstaltung schaut, wäre es finanziell kaum abbildbar, wenn z.B. für eine Bezirksverordnetenversammlung mit 55 Teilnehmenden eine Halle von 1000 qm angemietet wird. Wenn man aber das Große und Ganze sieht, dann sollte der Kostenaspekt nicht das Knock-Out-Kriterium sein, da für die zahlreichen leerstehenden Hallen in der Stadt ja auch ohne Nutzung fast genauso hohe oder sogar noch höhere öffentliche Ausgaben anfallen:

Zum Einen in Form von Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld für die hier normalerweise Beschäftigen, zum Anderen in Form von öffentlichen Finanzhilfen, die ohne Gegenleistung gewährt werden müssen, wenn die Stadt nicht ihre Veranstaltungsorte und den damit zusammenhängenden Reiz für Touristen in der Nach-Corona-Ära verlieren will.

Aus diesem Grund halten wir ein zentral gesteuertes Rettungs- und Nutzungskonzept für außerordentlich sinnvoll. Öffentliche Veranstaltungen könnten wieder mit normalen Teilnehmerzahlen stattfinden und die Veranstaltungsbranche wird gerettet, wobei es dafür eine Gegenleistung gibt.

Denkbar wäre, dass Nutzungsverträge mit Veranstaltungsorte über 20 Tage pro Monat abgeschlossen werden und die entsprechenden Mietkosten, notwendige Umbaukosten (z.B. für das Einbringen von Stühlen und Tischen), Betriebs- und Betreuungskosten aus einem zentralen Topf finanziert werden, in einen Location-Pool aufgenommen werden und öffentliche Einrichtungen/Behörden dann daraus passende Orte für ihre Formate auswählen können.

Wir versuchen aktuell, diese Idee bei den hierfür in Frage kommenden Senatsverwaltungen bzw. der Senatskanzlei einzubringen.

Umfrage zum Thema Klimawandel und CO2-Ausstoß

Eingetragen am 19.12.2019

19. Dezember 2019 | By |

Angesichts der Relevanz der Themen Klimawandel und CO2-Reduktion mit all ihren Folgen haben wir als Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. uns entschlossen, eine Befragung zu diesen Themen durchzuführen. Die Befragung fand zwischen August und November 2019 statt. Eingeladen zu einer Teilnahme an der Befragung haben wir 720 Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichem und Non-Profit-Bereich aus unserem Netzwerk.

Die Vielfalt der Zusammensetzung kann man ungefähr anhand der Zusammensetzung unserer jährlichen Collaborative Leadership Programme ablesen. Von den 720 zu einer Beteiligung eingeladenen Personen haben sich trotz mehrmaliger Aufforderung lediglich 21 an der Umfrage beteiligt. Die Beteiligung war damit deutlich geringer als eine vorangegangene Umfrage zum Thema „Benachteiligung und Quoten“, woran sich 59 Personen beteiligt hatten. Man kann insofern daraus folgern, dass sich weit weniger Führungskräfte von dem Thema „Klimawandel und CO2-Reduktion“ angesprochen fühlen als vom Thema „Benachteiligung und Quoten“.

Wir haben zunächst einmal mit uns gerungen, ob wir die Ergebnisse angesichts der geringen Beteiligung überhaupt veröffentlichen sollten. Abgesehen davon, dass fraglich ist, ob die 21, denen die Themen „Klimawandel und CO2-Reduktion“ offenkundig zumindest so weit am Herzen liegen, dass sie sich an der Umfrage beteiligten, repräsentativ für die Gesamtgruppe an Führungskräften ist, bietet eine Zahl von 21 Fragebögen natürlich nur begrenzt eine Grundlage für eine quantitative Auswertung.

Da wir das Thema allerdings wichtig finden, haben wir die Zahl der befragten Personen erweitert und zwar um Mitglieder des Vereins „Mensa in Deutschland e.V.“, die sich durch eine kognitive Hochbegabung auszeichnen (IQ über 130) und mit denen wir über unser Projekt „Mensa meets Leadership“ verbunden sind. Mensa hat in Berlin ca. 1000 Mitglieder, die über den Berliner E-Mail-Verteiler von Mensa zu einer Teilnahme eingeladen wurden. Von den eingeladenen Personen haben sich 29 an der Umfrage beteiligt, von denen 31%  beruflich auch Führungsverantwortung tragen.

Die beiden befragten Gruppen kommen zusammen auf 50 Befragte.

Wir hoffen, mit der Veröffentlichung den einen oder anderen Impuls für eine der Relevanz des Themas angemessene, sachliche Diskussion  beizusteuern  – gerade auch mit den Antworten auf die offenen Fragen. Die Themen Klimawandel wie auch CO2-Reduktion sind es in jedem Fall aus unserer Sicht wert, denn die Folgen politischen Handelns – oder auch Nicht-Handelns – betreffen uns alle.

Hier einige Ergebnisse aus der Befragung:

  • Eine große Mehrheit von 76% der teilnehmenden Führungskräfte und 61% der Teilnehmenden mit kognitiver Hochbegabung sind der Meinung, dass die Politik dem Thema Klimawandel zu wenig Aufmerksamkeit widmet. Während unter den beteiligten Führungskräften lediglich 5% der Aussage zustimmten, dass dem Thema viel zu viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, sind es unter den Befragten mit kognitiver Hochbegabung 28%.
  • Eine große Mehrheit von 81% der teilnehmenden Führungskräfte und 73% der Teilnehmenden mit kognitiver Hochbegabung gaben an, dass die Energieerzeugung aus Kohle in Deutschland bis 2030 beendet werden sollte. Lediglich 5% der teilnehmenden Führungskräfte und 17% der teilnehmenden mit kognitiver Hochbegabung plädieren für einen Ausstieg aus der Energieerzeugung aus Kohle erst nach 2038.
  • Sowohl innerhalb der Gruppe der Führungskräfte als auch unter den kognitiv Hochbegabten würden sich bei einer Volksabstimmung über 60% für eine Nettonull beim CO2-Auststoß bis 2035 aussprechen.
  • Über 60%  der befragten Führungskräfte wie auch der befragten Hochbegabten würden sich für eine Erfüllung der Forderung von Fridays for Future einer CO2-Steuer in Höhe von 180 Euro pro Tonne CO2 aussprechen.
  • Ungefähr die Hälfte der Befragten (Führungskräfte wie Hochbegabte) würden sich für ein Verbot von Inlandsflügen aussprechen, ungefähr die Hälfte der Befragten wäre dagegen.

Die kompletten Ergebnisse der Befragung stehen unter folgendem Link zum Download bereit.



Als Führungskraft sollte man sich nicht nur mit dem Wünschenswerten befassen, sondern auch mit der Frage der Umsetzung. In diesem Sinne hat Bernhard Heider einmal auf Grundlage der Primärenergiebilanzen einmal berechnet, was unterschiedliche Ausstiegsszenarien für den für die Substitution erforderlichen Ausbau Erneuerbarer und Reduktion des Energieverbrauchs bedeutet und wie lange es dauern würde, die Energieerzeugung durch Kohle bzw. alle fossilen Brennelemente in Deutschland durch Erneuerbare zu ersetzen. Hier die Ergebnisse:
http://leadership-berlin.de/dimensionen-zeithorizonte-und-ihre-implikationen-fur-co2-und-braunkohle-ausstieg/