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Uncategorized Archive - Leadership Berlin

Seniors4Juniors – noch Plätze frei für Nachwuchsführungskräfte

Eingetragen am 04.10.2022

4. Oktober 2022 | By |

Erfahrungswissen spielt auch beim Thema Führung eine große Rolle. Ob es um positive und negative Vorbilder geht, den Umgang mit Zielkonflikten, die Gestaltung von Veränderungsprozessen oder auch die Motivation von Mitarbeitenden und den Umgang mit Minderleistungen – der Weg zur und als Führungskraft beinhaltet jede Menge Erfahrungen, aus denen Führungskräfte ihre Kompetenzen erweitern.

Mit unserem Format „Seniors4Juniors“ bringt Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. Nachwuchsführungskräfte mit maximal zweijähriger Führungserfahrung mit senioren ehemaligen Führungskräften zusammen, um im Austausch mit deren Erfahrungen eigene Kompetenzen aufzubauen und zu erweitern.

Zeit:
– Blockseminar am 31.10./ 01.11./ 02.11. 2022 im Hotel Haus Chorin
– 2-3 Mentoring-Termine zwischen Dezember 2022 und März 2023
– Einzelprogrammtag am 17. Februar 2023
– Abschlusstag am 17. März 2023


Ort: Hotel Haus Chorin, (ca. eine Stunde nordöstlich von Berlin, mit der Bahn erreichbar)
Kosten: 2.500 Euro inkl. Unterkunft und Verpflegung

Teilnehmer*innen des Seniors4Juniors Programm im Mai 2022

In dem Programm berichten die senioren Führungskräfte „aus dem Nähkästchen“ über ihren Karriere- und Führungsweg, welche Herausforderungen sich ihnen dabei gestellt haben und wie sie diese bewältigt haben. Das Programm besteht aus offenen Gesprächen im Workshop-Charakter zwischen den Nachwuchs- und den senioren Führungskräften, aber auch aus Austauschformaten innerhalb der Gruppe der Nachwuchs-Führungskräfte.

Inhalte der Programmtage:

Montag, der 31. Oktober 2022:
– Fokus und Überblick – vom Spezialistentum zum Generalistentum
– Betrachtung von Negativbeispielen im Kontext Führung und was man daraus lernen kann
– Betrachtung von Positivbeispielen im Kontext Führung und was man daraus lernen kann
– Kennenlernen und Gespräche mit den Mentor*innen


Dienstag, der 1. November 2022:
– Reflexion und Abgleich mit senioren Führungskräften:
 – Was unterscheidet Führungskräfte der höchsten Ebenen von denen der niedrigen Ebenen?
– Was motiviert uns – was motiviert Mitarbeiter*innen?
– Austausch über Best-Practice-Beispiele aus unterschiedlichen Kontexten
– Verbesserungsmöglichkeiten ansprechen und Konflikte vermeiden, aushalten oder sogar bewusst eingehen
– Besprechung von Case-Studies und deren Reflektion in 2er-Gruppen
– Vorstellung und Umsetzung der Methode der Kollegialen Beratung

Mittwoch, der 2. November 2022:
– Workhaks zur Arbeitsorganisation
– Gesprächsführung und Verhaltungsgeschick:
   Wie kann es gelingen, unterschiedliche Interessen in eine (gewünschte) Richtung zu lenken?
–  Das Kloster Chorin aus einer Leadership-Perspektive  – was zeichnete herausragende Führungskräfte im Mittelalter aus und was lässt sich (nicht) auf heute übertragen?
–  Besprechung der Erwartungen an die beiden Folgetage im Februar 2023

Freitag, der 17. Februar 2023:
–  Empowerment: die Freude an Herausforderungen
– und Schwerpunkte, die in den ersten drei Tagen festgelegt werden

Freitag, der 17. März 2023:
 
– Zielkonflikte und Differenzen aushalten, Entscheidungen treffen
– und Schwerpunkte, die in den ersten drei Tagen festgelegt werden

Moderation:
– Bernhard Heider, Geschäftsführer von Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.
Seit 2011 führt Bernhard Heider Bildungsformate mit Führungskräften durch. Zuvor war er u.a. im Medien- und Veranstaltungsbereich tätig und u.a. Veranstalter einer Fach-Messe und Herausgeber einer Handelszeitung.

Aletta Gräfin von Hardenberg, ehemalige Gründerin und Geschäftsführerin der Charta der Vielfalt, die inzwischen von ca. 5.000 Unternehmen, Behörden und Organisationen mit ca. 15 Millionen Beschäftigten unterzeichnet wurde. Zuvor war sie Führungskraft bei der Deutschen Bank in Frankfurt und New York.

Anmeldung:
Die Teilnehmergruppe der Nachwuchsführungskräfte ist begrenzt auf 18 Teilnehmer*innen und beinhaltet die Vermittlung eines Mentorings über mindestens zwei Termine zwischen dem Programmtagen im November und denen im Februar/März. Unter diesem Link finden Sie eine allgemeine Info zum Programm als PDF und unter diesem Link das Anmeldeformular. Im Gegensatz zu unserem Collaborative Leadership Programm sind auch mehrere Anmeldungen aus einem Unternehmen möglich. Eine Anmeldung ist möglich, so lange noch nicht alle Plätze belegt sind. Bei Fragen erreichen Sie Bernhard Heider unter 030 – 22 488 588 bzw. bernhard.heider @ leadership-berlin.de

Hier einige Rückmeldungen früherer Teilnehmender über den Mehrwert des Programms für sie:

„Der intensive Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und den externen Expert*innen hat mich inspiriert und bestärkt, weiter meinen eigenen Weg zu finden. Ich gehe mit viel Kraft und mutiger aus den 5 Tagen und habe Lust, weiter Sachen auszuprobieren.“
Ulrike Kallee, Abteilungsleiterin Stoffe und Technologien beim BUND

„Die Teilnahme brachte mir einen erstaunlichen Mehrwert für mich als Person, beruflich sowie persönlich. Der Austausch mit erfahrenen und anderen jungen Führungskräften war inspirierend und hat mir viel gebracht. Ich bin mir sicher, dieses Netzwerk wird lange einen Mehrwert bilden und mich bei meiner Entwicklung begleiten und bereichern.“
Anna Wilde, Gruppenleiterin Vorbereitende Bauleitplanung des Bezirksamt Pankow

„Das Programm war ein gewinnbringender Austausch über Führungsstile, Umgang mit Situationen, Themen und Menschen sowie deren Hintergründe. Ein schnellerer Netzwerkaufbau war dank des Zusammenbringens faszinierender, offener Charaktere kaum möglich.“
Tobias Doßmann, Leiter Netzdokumentation der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg

„Eine fantastische Möglichkeit, sein Führungsverhalten zu reflektieren und weiterzuentwickeln und um neue Perspektiven einzunehmen. Inspirierende und motivierende Gesprächspartner sowohl auf Seiten der Teilnehmenden und Seminarleitenden als auch auf Seiten der Seniors.“
Dr. Johannes Kleine, Projektleiter Team Automotiv in Frankfurt/Oder der Bundesagentur für Arbeit

„Genau das, was ich – ohne es vorher zu wissen – jetzt nach 1,5 Jahren Führungstätigkeit und -erfahrung gebraucht habe! Genau das richtige Konzept zum Transfer für die Resonanz und Verankerung von Wissen, Praxishandeln, Reflexion, Vorbildlernen, kollegialem Austausch, Vernetzung und sozialer Unterstützung und Talking in einer unbeschreiblich wertvollen und bereichernden Gruppe!“
Anke Blaschka, Leiterin des Fachbereichs Kindertagesbetreuung und Frühe Bildung des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin-Brandenburg

„Das Programm ist toll aufgebaut und bietet die Chance auf sehr guten, nützlichen und interessanten Austausch. Wir konnten hier als Individuen und als Gruppe sehr viel lernen und für die Zukunft mitnehmen. Sowohl die Anleiter*innen, als auch die Gäste und die Gruppen waren fantastisch!“
Clemens Müller, Stellvertretender Einrichtungsleiter/Psychologe des Panorama Nord – Wohnheim für Wohnungslose

„Die Zeit empfand ich als intensiv und das ist sehr schön. Eine tolle Zeit, Ort, Persönlichkeiten und Austausch. Ich gehe gestärkt heraus und nehme viele Anwendungsmöglichkeiten und zwischenmenschliche Erfahrungen mit.“
Tina Lüderitz, Leitung der Technischen Verwaltung des Stadtentwicklungsamtes des Bezirksamt Pankow

„Die Einblicke in die strukturelle Vielfalt Berlins und den sich daraus ergebenden Herausforderungen und Führungsanforderungen sind essentiell für jeden, der wirklich an der Stadt der Zukunft mitarbeiten möchte. Ich sage von Herzen Danke!“
Carolin Fürst, agile Stakeholderin von The Future Living

„Es war eine intensive Woche in der ich viel über Zusammenarbeit, Führung und auch mich selbst gelernt habe. Von Methoden-Inputs über Senior-Gespräche und den Karaoke-Abend hat alles dazu beigetragen. Ein tolles Programm!“

Annabel Motzkus, Gruppenleiterin Qualitätssicherung bei Stromnetz Berlin

„Durch das Programm konnte ich meine Sicht auf diverse Themen verdeutlichen. Weiterhin habe ich viele Impulse für meine zukünftigen Arbeiten erhalten. Die Moderatoren sowie Experten haben, durch viel Freude, Erfahrung und Enthusiasmus, Stimmung und Schwung in den Workshop gebracht, sodass dieser zu jeder Zeit viel Spaß gemacht hat.“
Daniela Ulrich, Leitung Stationsbau bei Stromnetz Berlin

„Das Programm war viel mehr als nur allgemeine Inputs: Die erfahrenen, erfolgreichen Führungskräfte haben eine Vielfalt an Herausforderungen und Lösungen aufgezeigt, die zur Reflektion und zum wichtigsten Puzzlestück beitragen – die eigene, authentische Haltung als Führungskraft.”
Nicola Meyer, Stellvertretende Geschäftsführerin von Wassertor e.V.

Jetzt anmelden zum Jahresprogramm 2023!

Eingetragen am 27.09.2022

27. September 2022 | By |

Die Termine stehen fest und die Anmeldeperiode ist eröffnet: unser Collaborative Leadership Programm 2023 startet mit einer zweitägigen Auftaktveranstaltung im Ringhotel Schorfheide am 24./25. April 2023 und endet mit dem Abschlusstag am 5. Oktober 2023

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Hier die Termine der Learning Journey durch die Stadtgesellschaft 2023:

Programmtag 1: Montag, 24. April 2023
Gesellschaft verstehen und Gemeinschaft gestalten

Programmtag 2: Dienstag, 25. April 2023
Fokus und Kontext – Zusammenhänge erkennen

Programmtag 3: Donnerstag, 11. Mai 2023
Kritik äußern und annehmen können

Programmtag 4: Donnerstag, 1. Juni 2023
Mut zur Vielfalt – den anderen begegnen

Programmtag 5: Donnerstag, 22. Juni 2023
Spielräume der Macht ausschöpfen & Strategien entwickeln

Programmtag 6: Donnerstag, 6. Juli 2023
Ohnmacht erkennen – Mut zum Handeln

Programmtag 7: Donnerstag, 7. September 2023
Verantwortung annehmen und abgeben können

Programmtag 8: Donnerstag, 5. Oktober 2023
Der Blick nach vorne – das Netzwerk entwickeln

Weitere Infos finden sich unter diesem Link auf unserer Website oder in diesem PDF. Für Anmeldungen benutzen Sie bitte dieses Formular.


Leadership Exkursion nach Poznan

Eingetragen am 26.09.2022

26. September 2022 | By |

Anregende und inspirierende Einblicke in unser polnisches Nachbarland erlebten die Teilnehmenden unserer Leadership Exkursion 2022, die uns nach Posen (Poznan) führten. Obgleich Posen mit 540.000 Einwohner und 300 km Entfernung größer ist und näher an Berlin liegt als Hannover, liegt es doch für viele Brandenburger*innen und Berliner*innen sozusagen im blinden Fleck einer vor allem nach Westen ausgerichteten Wahrnehmung.

Sicherlich trug auch dieser „Aha-Effekt“ dazu bei, dass die teilnehmenden Führungskräfte aus Berlin und Brandenburg die gebotenen Einblicke als sehr intensiv und eindrücklich empfunden haben. Aber besonders anregend zur Reflexion von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Deutschland und Polen waren die Treffen mit polnischen Führungskräften.

So beinhaltete die Exkursion Begegnungen mit polnischen Führungskräften in jeweils ähnlichem Arbeitskontext, ein sehr offenes Gespräch mit dem Stadtpräsidenten, Jacek Jaskowiak, einem anregenden Austausch zum Abendessen mit Mitgliedern des deutsch-polnischen Wirtschaftskreises und Sprachschülern, die ihr Business-Deutsch in der Sprachschule “be better Club” ausgebaut haben und zuletzt mit Justyna K. Ochędzan, der Vorsitzenden des Dachverbandes gemeinnütziger Organisationen, Aleksandra Orchowska, Vizepräsidentin der Orchidea-Stiftung, die sich um Menschen mit Behinderung und Senioren kümmert und Paulina Kirschke, der Leiterin der Julia Woykowska-Stiftung, die sich für Frauenrechte und die Benachteiligung von Frauen einsetzt.

So nimmt es kein Wunder, dass viele der knapp 20 Teilnehmenden neben intensiven Eindrücken auch das Vorhaben mitnahmen, mit ihren Gesprächspartner*innen in Kontakt zu bleiben und die polnische Nachbarregion mitzudenken, wenn es z.B. um Klausuren oder Familienausflüge geht. Viele nahmen auch konkrete Anregungen mit, wie sie den deutsch-polnischen Austausch in Zukunft verbessern können, z.B. durch Gegenbesuche, zu denen zahlreiche polnische Gesprächspartner*innen bis hin zum Stadtpräsidenten von uns eingeladen wurden, aber auch z.B. indem Impulse in verschiedene Bereiche getragen werden, z.B. eine deutliche Steigerung von Klassenfahrten und Schüleraustauschformaten anzustreben.

Wir danken allen Beteiligten für die Offenheit der Gespräche, vor allem unseren polnischen Gastgebern, der Förderung durch das Land Brandenburg und der Unterstützung durch Magdalena Antoniewicz, der Koordinatorin des Partnerschaftsbeauftragten des Landes Brandenburg für Wielkopolskie / Großpolen.

Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen

Eingetragen am 26.09.2022

26. September 2022 | By |

Wo liegen die Ursachen? Wie kann daran etwas geändert werden? Darüber sprachen wir zu unserem Leadership-Talk am 23. August mit Holger Friedrich, ostdeutscher Multiunternehmer und u.a. Inhaber der Berliner Zeitung. Das Thema ist zu komplex, um dem Anspruch gerecht werden zu können, bei einem solchen Termin gemeinsame Antworten zu finden.

Es war allerdings ein äußerst spannender Austausch mit teilnehmenden Führungskräften aus Ost- und Westdeutschland und der Erkenntnis, dass eine kritische Sichtweise auf die Eingliederung der Gebiete und Bevölkerung der DDR in die BRD aus westdeutscher Perspektive eher als “Wiedervereinigung” als Erfolg gewertet wird wohingegen sie aus Sicht vieler Ostdeutscher mitunter auch mit Enttäuschungen, Verletzungen verbunden und von manchen gar als “Kolonialisierung” empfunden wird.

Ähnlich sieht es im Hinblick auf die Wahrnehmung und ein Problemempfinden der auch heute noch starken Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen aus. Dass dies ein Thema (zumindst für viele Ostdeutsche) ist, dazu hatten wir im Vorfeld bereits einige Infos zusammengetragen, die wir im folgenden ebenfalls beifügen.

Im Rückblick auf den Termin am 23. August kann man sicherlich feststellen, dass die Frage im Raum stand, was man aus der Vergangenheit lernen kann oder lernen sollte, damit unsere Gesellschaft für die Zukunft besser gemeinsam aufgestellt ist. Sicherlich ein Thema, über das sich weiterhin zu sprechen lohnt!


Hier einige Zahlen und Links zur Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen:

Auch über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sind Menschen, die ihre Kindheit und Jugend weitgehend auf dem Gebiet Ostdeutschlands verbracht haben, in Führungspositionen sehr stark unterrepräsentiert – so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichen Studie im Auftrag des mdr. Basierend auf dieser Studie müssten fünfmal so viele Ostdeutsche in Führungspositionen sein, um dem Anteil an der Gesamtbevölkerung zu entsprechen. Nach einem im Jahr 2020 in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Artikel müssten es sogar bis zu zehnmal so viele Ostdeutsche sein.

Wenn auch auf den ersten Blick nicht sichtbar, so ist die Unterrepräsentanz in Bezug auf den Bevölkerungsanteil von Ostdeutschen gegenüber Westdeutschen damit zwei- bis fünfmal so hoch wie die Unterrepräsentanz von Frauen gegenüber Männern. Was dabei besonders zu denken gibt, ist der Umstand, dass sich die Unterrepräsentanz nicht in den letzten Jahren „ausgewachsen“ hat, sondern in manchen Bereichen sogar noch gestiegen ist. Darüber hinaus hat die extreme Unterrepräsentanz von Ostdeutschen bisher kaum den Weg ins öffentliche Bewusstsein gefunden und wird von vielen (insbesondere Westdeutschen) nicht als Problem wahrgenommen.

Dabei schlägt sich die Unterrepräsentanz in Führungspositionen und an gesellschaftlicher Teilhabe auch anderweitig nieder. Die große Mehrheit der Westdeutschen hat den Eindruck, dass es vertane Zeit sei, sich noch weiter mit Unterschieden der Lebensverhältnisse und Einstellungen in Ost und West zu beschäftigen. Aus ostdeutscher Perspektive sieht das ganz anders aus, siehe unten aufgeführte Umfragen.

15.06.2022 Deutschland,Berlin,A-Studio,Holger Friedrich,-DIGITAL PHOTO.50MB. Copyright:Jens Rötzsch

Auch wenn es viele nicht wahrhaben  wollen bzw.  glauben, dass sich das Thema Ost-West auswächst bzw. mit der nächsten Generation erledigt hat – aus Sicht eines großen Teils der Ostdeutschen (auch derjenigen, die erst nach der Wende geboren wurden) sieht das ganz anders aus. Hier einige Zahlen:


Umfragen mit dem Fokus Ost-West:

In einer Umfrage des mdr aus dem Jahr 2021 vertraten 76%  der befragten Ostdeutschen die Ansicht, dass es heute noch eine Rolle spielt, ob man Ost- oder Westdeutscher ist, nur für 23% spielt es keine Rolle mehr. Bemerkenswert dabei ist, dass unter den nach der Wende geborenen Ostdeutschen der Anteil derer, die finden, dass die Herkunft heute noch einen Einfluss hat, mit 82% sogar noch höher ausfällt. Mit 89% vertritt auch eine deutliche Mehrheit der befragten Ostdeutschen die Meinung, dass es 31 Jahre nach der Deutschen Einheit noch Vorurteile gegenüber Ostdeutschen gibt.

In einer Umfrage des ARD-Deutschlandtrends aus dem Jahr 2020 zur Identität in West- und Ostdeutschland gaben 41% der Ostdeutschen an, sich in erster Linie als Ostdeutsche zu fühlen, nur 55% fühlten sich eher als Deutsche. In Westdeutschland hingegen fühlten sich nur noch 16% als Westdeutsche und 78% eher als Deutsche.

In einer Umfrage von Infratest Dimap aus dem Jahr 2020 gaben 42% der befragten Ostdeutschen an, dass sie sich als Bürger zweiter Klasse fühlen. 71% der Befragten vertraten die Auffassung, dass die DDR-Wirtschaft vor allem zum Vorteil westdeutscher Unternehmen abgewickelt wurde. 18% der befragten Ostdeutschen fanden, dass die DDR-Gesellschaft in vielen Bereichen Vorteile hatte und 70%, dass die DDR-Gesellschaft in einigen wenigen Bereichen Vorteile hatte. Nur 10% der Ostdeutschen wünschen sich allerdings die DDR zurück.

In einer Umfrage aus dem Jahr 2019 von Allensbach gaben nur 42% der Befragten Ostdeutschen an, dass die in Deutschland gelebte Demokratie die beste Staatsform sei. In Westdeutschland waren hingegen 77% dieser Meinung. In einer 2022 ebenfalls von Allensbach durchgeführten Befragung äußerten 45% der Befragten in Ostdeutschland die Meinung, in einer Scheindemokratie zu leben – in Westdeutschland lag der Anteil bei 28%.


Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in der Politik:
In den ostdeutschen Landesregierungen lagen die Anteile Ostdeutscher in den Jahren 1991, 2004 und 2016 bei mindestens 70 Prozent, aktuell liegen sie bei nur noch 60 Prozent, so ein Ergebnis der kürzlich veröffentlichten mdr-Studie. Selbst die Spitzenpositionen der beiden Parteien AfD und Die Linke , die vor allem in Ostdeutschland ihre höchsten Ergebnisse erzielen, sind häufiger von Westdeutschen besetzt. So äußerte sich Hans Modrow Anfang 2022, dass er die Linkspartei in westdeutscher Hand sehe. Dass der einzige von der Linkspartei gestellte Ministerpräsident, Bodo Ramelow, gebürtiger Westdeutscher ist, kann als Beispiel herangezogen werden. Auch sein Thüringer Gegenspieler von der AfD, Björn Höcke, kommt genauso wie Alexander Gauland, Alexander Kalbitz oder der AfD-Chef von Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, aus dem Westen.

Auch bei den anderen Parteien sind Westdeutsche häufiger vertreten, wenn es z.B. um die Kandidatur in ostdeutschen Wahlkreisen für den Bundestag geht. In Brandenburg waren dies z.B. Olaf Scholz und Annalena Baerbock ebenso wie zwei der vier Direktkandidaten der Brandenburger CDU.

So ist es auch kein Wunder, dass nur 5 der 54 Spitzenämter (Minister*innen und Staatssekretär*innen) in der Bundesregierung von Ostdeutschen besetzt sind, wie Dr. Denis Huschka Anfang 2022 in der Berliner Zeitung ausführte. Auch bei den Spitzenbeamten sieht es nicht anders aus. Von den 111 Abteilungsleiterposten in Bundesministerien sind aktuell gerade einmal vier von Ostdeutschen besetzt, wie die Tagesschau berichtete. Das entspricht einem Anteil von 3,6%. In der vorherigen Regierung, die von  einer ostdeutschen Bundeskanzlerin geführt wurde, lag der Anteil sogar nur bei 3%, wie aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung hervorgeht.

In der Wirtschaft ist die Unterrepräsentanz noch ausgeprägter:
Der Anteil Ostdeutscher in DAX-Vorständen fiel im Jahr 2021  auf 0,8%  – nur noch zwei von 246 DAX-Vorständen kommen aus Ostdeutschland. Im Jahr 2016 gab es noch 3 DAX-Vorstände mit ostdeutscher Herkunft. Dem gegenüber steht ein Bevölkerungsanteil von 17%. Während die Unterrepräsentanz von Frauen inzwischen als Thema wahrgenommen wird und etwas dagegen unternommen wird – unter den 246 DAX-Vorständen waren 42% der Neuberufungen im vergangenen Jahr weiblich und der Frauenanteil ist damit auf 19% gestiegen – läuft die Problematik der Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen weiterhin bei vielen unter dem Radar. Dabei sind die Ursachen ähnlich wie bei der Unterrepräsentation von Frauen – von männlich bzw. westdeutsch geprägten Netzwerken über einen Mangel an Vorbildern bis hin zu unbewussten Aspekten (unconscious bias).

Auch in der Wirtschaft ist keine Besserung in Sicht. So sank der Anteil Ostdeutscher in der Leitung der 100 größten ostdeutschen Unternehmen von 52 Prozent (2004) und 45 Prozent (2016) auf 27 (2021) Prozent. Auf der Stellvertreter*innenposition liegt er bei 20 Prozent, wie die Studie „Der Lange Weg nach oben“ zeigt.

Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen in Medien:
Auf den Spitzenpositionen der großen privaten Medienkonzerne  (Geschäftsführung und Vorstandsvorsitz) gibt es aktuell keine Ostdeutschen. Auf den Posten der Chefredakteur*innen der auflagenstärksten 28 Zeitungen und 29 Zeitschriften gibt es aktuell lediglich zwei Ostdeutsche (Focus und Neues Deutschland).

Auch in den Chefredaktionen der 13 großen Regionalzeitungen Ostdeutschlands haben 32 Jahre nach der Wiedervereinigung weitgehend Westdeutsche das Sagen. Hatten 2016 noch 62 % der Redaktionsleiter*innen eine ostdeutsche Herkunft, so sank dieser Anteil 2022 auf 43%. Unter den Verlagsleiter*innen und Geschäftsführer*innen lag der Anteil von Personen mit ostdeutscher Herkunft bei 20%.



Rückblick auf den Leadership Abschlusstag im FEZ

Eingetragen am 03.06.2022

3. Juni 2022 | By |

Am 18. Mai war es so weit: mit einem feierlichen Abendessen und lockeren Beisammensein auf der Dachterrasse endete unser Collaborative Leadership Jahresprogramm 2021/22.  Gastgeber war Thomas Liljeberg-Markuse, Geschäftsführer des FEZ und selbst Teilnehmer des 8 Tage umfassenden Programms, bei dem sich die 34 Teilnehmenden an den unterschiedlichsten Orten der Stadtgesellschaft mit einer Vielzahl von Stakeholdern über deren Leadership-Kontext austauschten.

Im Ringhotel Schorfheide, der Arena Treptow, der Dar-as-Salam-Moschee, der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg, der Zuckmayer-Sekundarschule und dem FEZ trafen die Teilnehmenden auf ihrer „Learning Journey“ durch die Stadtgesellschaft allerdings nicht nur in Kleingruppengesprächen auf zahlreiche Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichem und gemeinnützigem Bereich – wir ermöglichten auch Begegnungen mit zahlreichen Nicht-Führungskräften.

  • So hatten die Teilnehmenden beispielsweise an einem Programmtag Gelegenheit, in Einzelgesprächen sich auf die Bewohner*innen eines Seniorenheimes einzustellen, um dann anschließend mit der Heimleitung über den entsprechenden Leadership-Kontext zu sprechen.
  • Oder an einem anderen Programmtag hatten die Teilnehmenden Möglichkeit, sich als „Vertretungslehrerinnen“ zum Thema Berufsorientierung und Motivation in den 9. Klassen einer Neuköllner Schule zu versuchen, um dann anschließend mit der Schulleitung über die Herausforderungen im Kontext Schule zu sprechen.
  • Über das Thema Corona hatten die Teilnehmenden einerseits Gelegenheit in wechselnden Tischgesprächen mit Impfskeptiker*innen zu diskutieren und anderseits das Thema mit Prof. Dr. em Detlev Krüger zu besprechen, dem Doktor-Vater der Virologen Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit und langjährigen Vorgänger von Christian Drosten.
  • Und über das Thema CO2-Ausstieg konnten die Teilnehmenden einerseits mit Aktivist*innen von Fridays for Future debattieren, andererseits mit Dr. Helmar Rendez, dem Vorstandsvorsitzenden der LEAG.

Es waren Programmtage voller spannender Begegnungen, die die Teilnehmergruppe zusammenwachsen lies und Bindungen jenseits des eigenen Tätigkeitsfeldes geschaffen haben, die voraussichtlich lange halten werden. Wir schauen auf eine schöne gemeinsame Zeit zurück und hoffen, dass wir mit vielen in Verbindung bleiben!

Leadership Talk mit Paul Kustermann, Gründer der “Roten Nasen”

Eingetragen am 13.03.2022

13. März 2022 | By |

Die weltpolitischen Geschehnisse sind einfach nur traurig. Was kann dagegen helfen?
Zu helfen natürlich, wenn es gerade um die Aufnahme von Geflüchteten geht.
Aber kann auch Humor gegen Traurigkeit helfen? Wir wollen es einmal versuchen:

Zu unserem Leadership Talk im März treffen wir Paul Kustermann, Gründer der “Roten Nasen – Clowns in Krankenhäusern” und Gründer und Geschäftsführer des Clownlabors Berlin.

Thema: Humor in der Arbeitswelt – welche positiven Aspekte kann Humor bewirken und wo liegen seine Grenzen? Folgende Perspektiven werden dabei besprochen:
– Humor in Krisensituationen
– Witze über sich selbst, über Vorgesetzte, Kolleg*innen, Mitarbeiter*innen, Kund*innen, u.a.
– wie kann man damit umgehen, wenn man selbst unfreiwillig Grund zur Fröhlichkeit von anderen wird?

Bei dem Leadership Talk wollen wir interaktiv über allerlei Situationen sprechen, wobei Beispiele aus dem eigenen Arbeitskontext, wo es etwas zu lachen gab, wo an falschen Stellen gelacht wurde oder wo es gut wäre, wenn es mal etwas zu lachen gäbe, sehr willkommen sind.

Zeit: Montag, der 21. März 2022, 18.30 – 20.00 Uhr

Ort: Der Termin findet aufgrund der Corona Pandemie digital via Zoom statt, die Zugangsdaten werden mit der Zusage verschickt.

Rahmenbedingungen:

Wir freuen uns über eine vielseitig zusammengesetzte Gruppe und einen für alle Beteiligten erkenntnisreichen Austausch. Das Treffen findet wie alle unsere Leadership-Talks unter Chatham House Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.

Aufgrund der Corona-Situation findet der Termin nicht als Präsenzveranstaltung, sondern digital via Zoom statt. Mitglieder haben bei der Besetzung der Plätze Vorrang. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen eines Mitgliedsantrags tun. Die Teilnahme am Leadership Talk ist kostenfrei.

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Leadership Talk mit Petra Göbel, Personalleiterin der Messe Berlin

Eingetragen am 15.02.2022

15. Februar 2022 | By |

Zu unserem Leadership Talk im Februar treffen wir Petra Göbel, Personalleiterin der Messe Berlin.

Thema: Meetingkultur zwischen Online und Präsenz –
wie hat sich die Meeting-Kultur in Organisationen während der Pandemie verändert und welche Veränderungen werden möglicherweise von Dauer sein?

Zeit: Dienstag, der 22. Februar 2022

Ort: Der Termin findet aufgrund der Corona Pandemie digital via Zoom statt, die Zugangsdaten werden mit der Zusage verschickt.

Wir freuen uns auf einen Input durch Petra Göbel, dem ein offener Erfahrungsaustausch folgen soll.

Petra Göbel, Personalleiterin der Messe Berlin

Petra Göbel ist Personalleiterin der Messe Berlin – einem Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf persönlichen Begegnungen beruht. Am Beispiel der Messe Berlin gibt Petra Göbel Einblicke, wie sich die interne Meetingkultur im Unternehmen während der Pandemie verändert hat und ob und in welcher Form es aus Ihrer Sicht eine Rückkehr zu früheren Präsenz-Formaten geben wird. Das Online-Meeting soll einen offenen Erfahrungsaustausch über die jeweilige Meeting-Kultur in den Organisationen der Teilnehmenden beinhalten und die jeweiligen Vor -und Nachteile von Online- und Präsenzformaten.

Zur Messe Berlin und der Gesprächspartnerin Petra Göbel:

Petra Göbel:
Petra Göbel ist gebürtige Berlinerin und studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Personal in Berlin sowie Tourismus an der Michigan State University. Ihren beruflichen Werdegang begann sie 1992 bei Siemens als Dozentin am Kaufmännischen Schulungszentrum München.

Seit 1996 war Petra Göbel dann im HR-Bereich bei Siemens tätig, zunächst als Personalberaterin, dann als Personalreferentin und als Referentin Global Recruiting Initiative. Von 2001 bis 2004 war Petra Göbel Manager Executive Development & Leadership bei der Siemens Corporation in den USA. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie bis 2010 Global HR Business Partner für Siemens, leitete bis 2014 das Fachcenter Leadership & Development und war zuletzt von 2014 bis 2018 Regional Speaker “Talent & Leadership Development” für die Personalentwicklung für Siemens in Deutschland.

Im Jahr 2018 wechselte Petra Göbel zur Messe Berlin, wo sie seitdem als Personalleiterin ist. Die Messe Berlin ist zu 100% im Besitz des Landes Berlin, beschäftigt ca. 800 Mitarbeiter*innen und erwirtschaftete vor der Corona-Zeit zuletzt einen Konzernumsatz von 347 Millionen Euro.

Rahmenbedingungen:

Wir freuen uns über eine vielseitig zusammengesetzte Gruppe und einen für alle Beteiligten erkenntnisreichen Austausch. Das Treffen findet wie alle unsere Leadership-Talks unter Chatham House Vertraulichkeitsregel statt und alle Beteiligten geben mit ihrer Teilnahme eine Fotoerlaubnis.

Aufgrund der Corona-Situation findet der Termin nicht als Präsenzveranstaltung, sondern digital via Zoom statt. Mitglieder haben bei der Besetzung der Plätze Vorrang. Wer noch kein Mitglied ist und dies ändern möchte, kann dies mit dem Ausfüllen eines Mitgliedsantrags tun. Die Teilnahme am Leadership Talk ist kostenfrei.

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Erste Durchführung unseres Seniors4Juniors-Programms

Eingetragen am 15.11.2021

15. November 2021 | By |

In unserem Netzwerk erleben wir es beständig:
auf der einen Seite wachsen Führungspersönlichkeiten aus ihrer aktiven Berufstätigkeit heraus und wechseln in “die dritte Lebensphase”. Andererseits wachsen Nachwuchsführungskräfte in Führungspositionen hinein.

Dies veranlasste uns, neben unserem etablierten Jahresprogramm für Führungskräfte vorrangig der ersten und zweiten Führungsebene aus Senatsverwaltungen, Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen nun auch ein Format für Nachwuchsführungskräfte (max. 2 Jahre Führungserfahrung) aufzulegen, bei dem diese von den Erfahrungen ehemaliger Führungskräfte profitieren können.

Unter dem Namen “Seniors4Juniors” brachten Bernhard Heider, Geschäftsführer von Leadership Berlin und Dr. Anke Bytomski-Guerrier, Geschäftsführerin von Leadership Brandenburg in der Woche vom 8. bis 12. November 2021 im Hotel Haus Chorin 13 Nachwuchsführungskräfte in einen konstruktiven Austausch mit 12 Senior-Führungskräften und 5 aktiven Führungskräften aus unserem Mitgliederkreis. In Kleingruppengesprächen zu Themen wie der Gestaltung von Veränderungsprozessen, Gesprächsführung, Konfliktmanagement, Prozess-Optimierung, Mitarbeitermotivation, Team-Entwicklung und Frauen in Führungspositionen hatten die Nachwuchs-Führungskräfte die Gelegenheit, sich mit erfahrenen, langjährigen Führungskräften auszutauschen und die Themen in Kleingruppen zu reflektieren.

Aletta Gräfin von Hardenberg, die nach einer langjährigen Karriere bei der Deutschen Bank die Charta der Vielfalt gründete, im Gespräch mit Teilnehmerinnen des Nachwuchsführungskräfteprogramms

Unserer besonderer Dank geht an die Senior-Führungskräfte und alle aus unserem Mitgliederkreis, die sich bereiterklärt haben, im Anschluss an das Programm für ein Mentoring zur Verfügung zu stehen. Ebenso danken wir den Teilnehmenden für die schöne gemeinsame Zeit, in der manche auch außerhalb des Programms beim morgendlichen Eisbaden im See oder Karaoke-Abend über sich hinausgewachsen sind!

Das Seniors4Juniors-Programm wird zukünftig ein fester Bestandteil unserer Programm-Angebote.

Dietrich Neumann, ehemals Managing Director des Zentraleuropageschäfts von Kearney im Gespräch mit Teilnehmerinnen des Programms


Hier die Rückmeldungen der Teilnehmenden auf den Mehrwert des Programms für sie:


„Der intensive Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und den externen Expert*innen hat mich inspiriert und bestärkt, weiter meinen eigenen Weg zu finden. Ich gehe mit viel Kraft und mutiger aus den 5 Tagen und habe Lust, weiter Sachen auszuprobieren.“
Ulrike Kallee, Abteilungsleiterin Stoffe und Technologien beim BUND

„Die Teilnahme brachte mir einen erstaunlichen Mehrwert für mich als Person, beruflich sowie persönlich. Der Austausch mit erfahrenen und anderen jungen Führungskräften war inspirierend und hat mir viel gebracht. Ich bin mir sicher, dieses Netzwerk wird lange einen Mehrwert bilden und mich bei meiner Entwicklung begleiten und bereichern.“
Anna Wilde, Gruppenleiterin Vorbereitende Bauleitplanung des Bezirksamt Pankow

„Das Programm war ein gewinnbringender Austausch über Führungsstile, Umgang mit Situationen, Themen und Menschen sowie deren Hintergründe. Ein schnellerer Netzwerkaufbau war dank des Zusammenbringens faszinierender, offener Charaktere kaum möglich.“
Tobias Doßmann, Leiter Netzdokumentation der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg

„Eine fantastische Möglichkeit, sein Führungsverhalten zu reflektieren und weiterzuentwickeln und um neue Perspektiven einzunehmen. Inspirierende und motivierende Gesprächspartner sowohl auf Seiten der Teilnehmenden und Seminarleitenden als auch auf Seiten der Seniors.“
Dr. Johannes Kleine, Projektleiter Team Automotiv in Frankfurt/Oder der Bundesagentur für Arbeit

„Genau das, was ich – ohne es vorher zu wissen – jetzt nach 1,5 Jahren Führungstätigkeit und -erfahrung gebraucht habe! Genau das richtige Konzept zum Transfer für die Resonanz und Verankerung von Wissen, Praxishandeln, Reflexion, Vorbildlernen, kollegialem Austausch, Vernetzung und sozialer Unterstützung und Talking in einer unbeschreiblich wertvollen und bereichernden Gruppe!“
Anke Blaschka, Leiterin des Fachbereichs Kindertagesbetreuung und Frühe Bildung des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin-Brandenburg

„Das Programm ist toll aufgebaut und bietet die Chance auf sehr guten, nützlichen und interessanten Austausch. Wir konnten hier als Individuen und als Gruppe sehr viel lernen und für die Zukunft mitnehmen. Sowohl die Anleiter*innen, als auch die Gäste und die Gruppen waren fantastisch!“
Clemens Müller, Stellvertretender Einrichtungsleiter/Psychologe des Panorama Nord – Wohnheim für Wohnungslose

„Die Zeit empfand ich als intensiv und das ist sehr schön. Eine tolle Zeit, Ort, Persönlichkeiten und Austausch. Ich gehe gestärkt heraus und nehme viele Anwendungsmöglichkeiten und zwischenmenschliche Erfahrungen mit.“
Tina Lüderitz, Leitung der Technischen Verwaltung des Stadtentwicklungsamtes des Bezirksamt Pankow

„Die Einblicke in die strukturelle Vielfalt Berlins und den sich daraus ergebenden Herausforderungen und Führungsanforderungen sind essentiell für jeden, der wirklich an der Stadt der Zukunft mitarbeiten möchte. Ich sage von Herzen Danke!“
Carolin Fürst, agile Stakeholderin von The Future Living


„Es war eine intensive Woche in der ich viel über Zusammenarbeit, Führung und auch mich selbst gelernt habe. Von Methoden-Inputs über Senior-Gespräche und den Karaoke-Abend hat alles dazu beigetragen. Ein tolles Programm!“

Annabel Motzkus, Gruppenleiterin Qualitätssicherung bei Stromnetz Berlin

„Durch das Programm konnte ich meine Sicht auf diverse Themen verdeutlichen. Weiterhin habe ich viele Impulse für meine zukünftigen Arbeiten erhalten. Die Moderatoren sowie Experten haben, durch viel Freude, Erfahrung und Enthusiasmus, Stimmung und Schwung in den Workshop gebracht, sodass dieser zu jeder Zeit viel Spaß gemacht hat.“
Daniela Ulrich, Leitung Stationsbau bei Stromnetz Berlin

„Das Programm war viel mehr als nur allgemeine Inputs: Die erfahrenen, erfolgreichen Führungskräfte haben eine Vielfalt an Herausforderungen und Lösungen aufgezeigt, die zur Reflektion und zum wichtigsten Puzzlestück beitragen – die eigene, authentische Haltung als Führungskraft.”
Nicola Meyer, Stellvertretende Geschäftsführerin von Wassertor e.V.

Programmtag zum Thema “Mut zur Vielfalt” am 17. Juni

Eingetragen am 25.06.2021

25. Juni 2021 | By |

„Mut zur Vielfalt – dem anderen begegnen“ unter diesem Motto stand der (nachgeholte) sechste Programmtag unseres Leadership Programms 2020, zu dem wir endlich wieder physisch zusammen kommen konnten. Vielfalt bzw. „Diversity“ ist in heutiger Zeit mitunter zum Modebegriff geworden. Dabei geht teilweise unter, dass Vielfalt in der Zusammensetzung in Entscheidungsgremien wie auch in der Gesellschaft als Ganzes allen auch einiges abverlangt. In diesem Sinne kamen wir am 17. Juni zunächst in der Dar-as-Salam-Moschee (Neuköllner Begegnungsstätte) zusammen, wo die Teilnehmenden unseres Jahresprogramms mit dem Imam und Vorsitzenden der Moschee, Imam Mohamed Taha Sabri, der dortigen Verwaltungsmitarbeiterin Abier Alsaman und der Gründerin und Geschäftsführerin der Deutschen Islam Akademie, Pinar Cetin, über Islam in Deutschland, das Verständnis von Integration und insbesondere über das Tragen von Kopftuch sprachen. Dieser Aspekt war insofern besonders spannend, da Abier Alsaman und Pinar Cetin aus Betroffenenperspektive eine gänzlich andere Sichtweise boten als Prof. Dr. Godula Kosack, Vorstandsvorsitzende von Terre de Femmes, die ein Kopftuchverbot an Schulen bis zum 18. Lebensjahr fordern, und mit der die Teilnehmenden am letzten Programmtag zusammentrafen.

Ob und inwieweit in Deutschland lebenden Menschen abverlangt werden kann und darf, ein religiöses Symbol abzulegen und inwieweit es mitunter Benachteiligung und Gefährdung nahelegen, darüber sprachen wir im zweiten Teil des Gesprächs, zu dem Rabbiner Walter Rothschild hinzukam, der schon häufiger in der Neuköllner Begegnungsstätte zu Gast war und mit Taha Sabri zum ersten Mal in einer gemeinsamen Rikschafahrt bei der von uns organisierten meet2respect-Tandemtour 2018 zusammenkam. Dass Taha Sabri als Imam einer mehrheitlich von Palästinensern besuchten Moscheegemeinde sich immer wieder gegen Antisemitismus positioniert hat, häufiger Rabbiner in der Moschee zu Gast waren oder er sich auch beim der meet2respect-Tandemtour oder bei „Berlin trägt Kippa“ beteiligt hat, stieß übrigens nur bei Teilen der Gesellschaft auf Anerkennung. Imam Taha Sabri stellte dar, dass er sich sowohl aus dem palästinensischen und islamistischen Bereich wie auch aus Teilen der Mehrheitsgesellschaft, einigen Medien und Teilen der jüdischen Community  mitunter immer wiederkehrender Angriffe ausgesetzt sieht. Von der einen Seite sieht er sich Vorwürfen ausgesetzt, ein Verräter zu sein. Von den anderen wird ihm unterstellt, er sei ein sich auf Täuschung verstehender Anhänger der Muslimbruderschaft. Er habe den Eindruck, dass gerade junge Menschen sich von seiner Gemeinde abwenden, da sie aufgrund der immer wiederkehrenden Vorwürfe und Unterstellungen so frustriert sind, dass sie zu dem Schluss kommen, sein Kurs der Offenheit und des Dialoges in dieser Gesellschaft bringe nichts.

Rabbiner Walter Rothschild stellte aus seinen Sicht dar, wie sehr antisemitische Angriffe auf Kippa-Träger, antisemitische Verschwörungstheorien (unter denen er aufgrund seines Nachnamens besonders betroffen ist) und Pauschalisierungen gegenüber Juden und Muslimen eingebettet sind in eine von in der Natur des Menschen liegende allgemein feststellbare Ablehnung von „Andersartigkeit“. Diese habe es in der Geschichte und unter unterschiedlichsten Vorzeichen (auch zwischen Katholiken und Protestanden) fast immer gegeben.  Mit Imam Taha Sabri war er sich einig, dass es ein nicht unerhebliches Problem des Antisemitismus insbesondere bei aus arabischen Nachbarstaaten nach Deutschland gekommenen Muslimen gib. Befremdlich finde er aber, wie sehr dieser „importierte“ in der öffentlichen Diskussion Antisemitismus betont werde. 

Rabbiner Walter Rothschild und Imam Taha Sabri waren sich außerdem mit den Teilnehmenden des Leadership Programms einig, dass es weder Nogo-Areas für Juden mit Kippas noch für Muslima mit Kopftuch geben dürfe. In diesem Sinne machten zahlreiche Teilnehmende von dem Angebot Gebrauch, in Anknüpfung an die von der Jüdischen Gemeinde ausgerichtete Veranstaltung „Berlin trägt Kippa“ den 20 minütigen Fußweg zu unserem Veranstaltungsort des Nachmittags, dem Ernst-Abbe-Gymnasium in der Sonnenallee, sich solidarisch mit Rabbiner Walter Rothschild eine Kippa aufzusetzen. Vermutlich ist es in Neukölln noch nicht oft vorgekommen, dass eine Kippa tragende Gruppe durch die Straßen wandert. Die Kippa-Träger berichteten, dass von den allermeisten Passanten davon in keiner besonderen Weise Notiz genommen wurde, lediglich einzelne stellten neugierige und in einem Fall auch aggressive Blicke fest. Das heißt natürlich nicht, dass das Tragen einer Kippa als gänzlich unbeschwert bewertet werden kann, wie die polizeilich erfassten 2.275 antisemitischen Straftaten im Jahr 2020 zeigen.

Auch am Nachmittag des Programmtags ging es um das Thema Vielfalt. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit, beispielsweise mit Patricia Carl, Vorsitzende des Bundesverbands Kleinwüchsiger und ihrer Angehörigen oder mit Andrea Schmitt, Trans*Frau und Sprecherin der TransSisters über ihre Erfahrungen im Hinblick auf ihre „Andersartigkeit“ im privaten, beruflichen und öffentlichen Leben zu sprechen. Wie geht man damit um, angestarrt zu werden, wie tolerant ist Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern (in denen es z.B. schon seit Generationen üblich ist, dass auch Kleinwüchsige Kinder haben) – es waren sehr intensive Gespräche, die mitunter wie die vorherigen unter die Haut gingen und Einblicke gewährten, die viele Teilnehmende bislang nicht hatten. Nicht weniger intensiv war der Austausch mit kognitiv hochbegabten Mitgliedern des Vereins Mensa, für dessen Mitgliedschaft der IQ über dem von 98% der Bevölkerung liegen muss. Warum können nicht alle ihre Talente in Bildungs- und Berufsleben einbringen, wie können Organisationen und Unternehmen mit Menschen mit dieser Norm-Abweichung besser umgehen, dies waren einige Fragen, die in den rotierenden Tischgesprächen diskutiert wurden.

Wir als Leadership Berlin fassen unter den Begriff der Vielfalt nicht nur die „gängigen Diversity Aspekte“ des AGGs, sondern nehmen auch Meinungsvielfalt in den Blick. Der Austausch mit Wolfgang Schmidt, ehemaliger Oberstleutnant des MfS und heutiger Geschäftsführer des Vereins ehemaliger hauptamtlicher MfS-Mitarbeiter, ISOR, bot dazu eine Gelegenheit. Der Austausch bot Einblicke in die Innenperspektive eines Ministeriums, dessen Aufgabe u.a. darin bestand, abweichende Meinungen, bzw. Meinungsvielfalt zu bekämpfen. In erstaunlich offener Atmosphäre bot das Gespräch den Raum, Ideologie und den Umgang mit Andersdenkenden im Hinblick auf die DDR zu reflektieren und mit der heutigen Gesellschaft in Bezug zu setzen.

Alles in allem ein aufwühlender Tag, in dem die Auseinandersetzung mit Vielfalt nicht nur abstrakt besprochen, sondern in konkreten Begegnungen und Erfahrungen erlebt und im Anschluss reflektiert wurde. Es wurde deutlich, wie viel anspruchsvoller Führung heute unter Einbindung der unterschiedlichsten Vielfalts-Aspekte zu früheren Jahrzehnten ist, als Entscheidungsgremien im Hinblick auf Geschlecht, Alter, politischen und kulturellen Hintergrund noch eher homogen waren.

Vielfalt zuzulassen und einzubringen bedingt auch die Fähigkeit, Kritik zuzulassen und einbringen zu können. Vielfalt ist kein Selbstläufer und kein Selbstzweck – der Blick und Umgang mit Vielfalt muss, kann und sollte immer wieder reflektiert und erweitert werden. Wir freuen uns, den teilnehmenden Führungskräften mit unserem Programmtag dazu Erkenntnisse, Anknüpfungspunkte und Mut vermittelt zu haben.

Leadership-Talk über Covid-19 mit Prof. Dr. Detlev Krüger

Eingetragen am 18.12.2020

18. Dezember 2020 | By |

Rückblick 2020 und Ausblick auf 2021

Viele sind das Thema leid – drum herum kommt man als Führungskraft wie auch als Bürger*in ohnehin nicht: der gesellschaftliche und innerbetriebliche Umgang mit Covid-19. Insofern widmeten wir diesem Thema unseren Leadership-Talk am 7. Dezember, zu dem 25 Mitglieder von Leadership Berlin per Videokonferenz auf Prof. Dr. Detlev Krüger trafen. Der Berliner Virologe leitete 27 Jahre lang das Institut für Virologie der Charité Berlin.

Lobende Worte fand Prof. Krüger über seinen Nachfolger, Christian Drosten, der schon lange wissenschaftlich sehr erfolgreich auf dem Gebiet der Coronaviren arbeite und auch zu den Entdeckern des SARS-Coronavirus im Jahre 2003 gehörte, sowie auch über die schnelle Entwicklung des PCR-Nachweistests für das neue Coronavirus Anfang diesen Jahres. Was die Bewertung der Sterblichkeit und Betrachtung möglicher wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, gesundheitlicher und psychologischer Kollateralschäden der Schutzmaßnahmen anbetrifft, so vertrat Prof. Krüger eine abwägende Haltung. Neben zahlreichen Fragen unserer Mitglieder zu ganz praktischen Aspekten wie Übertragungswegen, der Wirksamkeit von Hygienemaßnahmen und den nun vorhandenen Impfstoffen, aber auch zur Sterblichkeit durch unbehandelte Tumore und Infarkte oder durch Suizide im ersten „Lockdown“, wurden insofern auch die gesellschaftlichen Aspekte intensiv besprochen. 

Deutschland ist im internationalen Vergleich bislang besser durch die Krise gekommen als viele andere Länder, was die Zahl an der Covid-19 Verstorbenen betrifft, als auch, was die Intensität des ersten Lockdowns und den Umfang der Wirtschaftshilfen angeht. Herr Prof. Krüger führte den Teilnehmenden, trotz aller Wertschätzung für die Impfstoffentwicklung, vor Augen, dass wir noch lange nicht am Ende der Krise sind. Durch die Einführung der Impfung werde die Zirkulation des Virus in der Bevölkerung nicht unterbrochen.

Da Covid-19 wie viele respiratorischen Infekte vor allem bei kälteren Temperaturen übertragen wird, werden die Gesellschaften auf unseren Breitengraden nach seiner Einschätzung bis etwa April vor der Wahl stehen, mit höheren Ansteckungs- und Todeszahlen zu leben oder sich für einschränkende Maßnahmen mit im Einzelnen unsicherer epidemiologischer Wirkung, aber Kollateralschäden an Insolvenzen im Kultur-, Veranstaltungs- und Gastronomiebereich, Schulden für die kommende Generation und auch Menschenleben zu entscheiden. 

Dass eine solche sachliche Auseinandersetzung nicht leicht ist, zeigte sich auch in der Diskussion, denn es geht auch um das Erkranken oder gar den Verlust geliebter Menschen und dieses in einen gesellschaftlichen oder gar wirtschaftlichen Kontext zu bringen, fällt schwer. Wichtig war Herrn Prof. Krüger hervorzuheben, dass das Alter hinsichtlich des Sterberisikos an Covid-19 eine große Rolle spielt und man insofern besonderes Augenmerk auf den – diskriminierungsfreien – Schutz alter und vorerkrankter Menschen legen sollte. Nicht von ungefähr seien in der Vergangenheit ca. 50% der Todesfälle bei Bewohnern von Pflegeheimen aufgetreten und das durchschnittliche Sterbealter von Covid-19-Erkrankten in Deutschland betrage 83 Jahre, liege also sogar noch etwas über der durchschnittlichen Lebenserwartung.

Inwieweit ist bei Medien die Intention, zu einem bestimmten Verhalten zu erziehen, an die Stelle der Intention, sachlich zu informieren oder kritisch zu reflektieren, getreten? Ist eine solche Ausrichtung in Anbetracht der aktuellen Pandemie angebracht? Wie stark und langanhaltend können gesundheitliche Schäden nach Durchlaufen einer Infektion sein? Woraus ergeben sich die erheblichen Unterschiede in der Übersterblichkeit zwischen verschiedenen Ländern? Wie sollte der gesellschaftliche Umgang mit Menschen sein, die sich unter Missachtung von Abstands- und Maskenregeln zu Querdenker-Demos zusammenfinden? Was sind die Kosten und Kollateralschäden eines möglichen Lockdowns über 6 Monate von November bis April und gibt es Szenarien, wie dieser vermieden werden kann? Wie groß sind die noch vorhandenen Kapazitäten an Intensivbetten bzw. was bedeutet es für Personal und Patienten mit verschobenen Behandlungen, wenn die Zahl der behandlungsbedürftigen Covid-19-Patienten von bereits 4200 bzw. 15% der 28.000 Intensivbetten in Deutschland noch weiter steigt? Wie aussichtsreich sind die Impfstoffe im Hinblick auf Verträglichkeit und Nebenwirkungen in der besonders vulnerablen Gruppe? Wie viel Schutz bietet eine durchlaufende Infektion im Vergleich zu einer Impfung? Viele Fragen wurden andiskutiert, für die es keine einfachen bzw. nicht von allen getragenen Antworten gibt.

Bereichernd im Hinblick auf den Austausch – insbesondere in der „Nachspielzeit“ in kleinerer Runde nach den angekündigten 90 min – zeigte sich die für unsere Formate typische große Spannbreite an unterschiedlichen Einschätzungen der Teilnehmer, die wir zum Abschluss der 90 min in Form einer anonymen Umfrage erhoben. Während laut Deutschlandtrend vier Tage vor unserer Videokonferenz 53% der Bevölkerung die geltenden Maßnahmen als angemessen bewerteten und sich nur 18% eine Verschärfung und 27% eine Lockerung gewünscht hätten, bewerteten unter unseren Teilnehmenden in einer anonymen Umfrage nur 39% die aktuellen Maßnahmen als angemessen, wohingegen sowohl der Anteil derjenigen, die sich eine Verschärfung wünschen (22%) wie auch derjenigen, die sich Lockerungen wünschen (39%) höher als in der Allgemeinbevölkerung ausfiel. Immerhin stellte die Vielfalt in der Zusammensetzung einen lebendigen Austausch sicher.

Wir blicken den weiteren Entwicklungen gespannt entgegen und hoffen auf demokratische und transparente Aushandlungsprozesse und dass die Polarisierung der Gesellschaft über die Auseinandersetzung zur Notwendigkeit und Akzeptanz von Maßnahmen, Impfreihenfolge und Impfpflicht, einen denkbaren Sonder-Status für Geimpfte und andere Fragen nicht weiter zunimmt. Vor allem danken wir Prof. Dr. Krüger und allen Teilnehmenden für den anregenden und als bereichernd empfundenen Austausch und wünschen allen, dass Sie gesundheitlich und wirtschaftlich gut durch die Krise kommen.