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Mensa meets Leadership am 22. Januar 2020 zum Thema Klimawandel

Klimawandel – dreht die Gesellschaft gerade zu sehr am Rad oder müsste sie noch viel mehr am Rad drehen? Und: welche Maßnahmen zur CO2-Reduktion sind sinnvoll und welche weniger sinnvoll?

Klimawandel war das Thema des vergangenen Jahres 2019. In repräsentativen Umfragen der „Forschungsgruppe Wahlen: Politikbarometer“, bei der jeweils zwei wichtige Themen benannt werden durften, wurde das Thema „Umwelt/Klima/Energiewende“ im Januar 2020 von 45% der Bevölkerung mit Abstand am häufigsten genannt, weit vor den Themen „Ausländer/Integration/Flüchtlinge“ (22%), „Renten“ (12%), „Soziales Gefälle (9%),  „Politikverdruss“ (8%), „Bildung“ (7%), „Rechte/AfD“ (6%) und „Arbeitslosigkeit“. Zweifelsfrei ist es ein Thema, dass uns alle sehr betreffen wird, sei es aufgrund eines Temperaturanstiegs oder sei es aufgrund des CO2-Ausstiegs.

Das Thema Klimawandel hat auch in den Reihen von Mensa in den Diskussionsforen für reichlich Diskussionen gesorgt. Ein Name der in den Diskussionen immer wieder gefallen ist, war der des Klimaforschers Prof. Dr. Hans von Storch. Wir haben das einmal zum Anlass genommen und ihn mit freundlicher Unterstützung der MinD Stiftung der und der KPMG als Gesprächspartner für den nächsten Termin von Mensa meets Leadership gewonnen, wozu ich Euch hiermit nun herzlich einladen möchte:

Thema:                Klimawandel – dreht die Gesellschaft gerade zu sehr am Rad oder müsste sie noch viel mehr am Rad drehen? Und: welche Maßnahmen zur CO2-Reduktion sind sinnvoll und welche weniger sinnvoll?

Zeit:                      Mittwoch, der 22. Januar 2020, 17.45 – 20.15 Uhr

Ort:                      KPMG, Jean-Monnet-Str. 4, 10557 Berlin (5 min Fußweg vom Hbf)

Alle verfügbaren Plätze sind belegt. Weitere Anmeldungen können insofern nicht mehr angenommen werden.

Zu Prof. Dr. Hans von Storch:

Hans von Storch studierte Mathematik, Physik und Dänisch an der Universität Hamburg. 1976 erhielt er sein Diplom in Mathematik, im Jahr 1979 folgte eine Promotion in Meteorologie mit der Dissertation „Numerische Filter zur Dämpfung meteorologischen Lärms in hemisphärischen Modellen“. 1985 wurde er habilitiert. Von 1980 bis 1985 arbeitete er am Institut für Meteorologie der Universität Hamburg und zwischen 1986 und 1995 war er Leiter der Gruppe „Statistical Analysis and Modelling“ am Max-Planck-Institut für Meteorologie. Seit 1996 ist er Professor am Institut für Meteorologie der Universität Hamburg und emeritierter Direktor des „Instituts für Küstenforschung“ des Helmholtz-Zentrums Geesthacht – Zentrum für Material- und Küstenforschung in Geesthacht.  Prof. Dr. Hans von Storch ist u.a. Lead Autor des IPCC Weltklimarats.

Während die Gesellschaft (wie auch der Mitgliederkreis von Mensa) mitunter in zwei Lager gespalten ist, die sich gegenseitig mitunter als “Klimaleugner” bzw. “Klimahysteriker” beschimpfen und jeweils häufig nur die Dinge zusammentragen und kommunizieren, die die eigenen Ansichten bestätigen, passt Prof. Dr. Hans von Storch nicht in diese Raster.

– Einerseits hegt er keinen Zweifel am Klimawandel und einem prognostizierten Temperaturanstieg um 1,5 Grad und hält auch einen Anstieg über 2 Grad für wahrscheinlich. Er schätzt den Einfluss von Mensch bzw. menschengemachtem CO2-Austoß am Klimawandel auf ca. 80% und findet es wichtig, den CO2-Austoß weltweit deutlich zu verringern.

– Anderseits kritisiert er den „Greta-Hype“ und sonstigen Alarmismus und vertritt die Auffassung, dass es für das Klima und die Gesellschaft konstruktiver ist, Entwicklungsländern z.B. Windräder zu schenken und bei der Anpassung an Klimaveränderung zu unterstützen anstatt hierzulande mit erhobenem Zeigefinger Verzicht zu predigen, der unsere Gesellschaft auseinandertreibt und dem weite Teile der Entwicklungsländer (aber auch z.B. die USA und Australien) nicht zu folgen gewillt sind und der insofern auch für das Weltklima kaum einen Beitrag leisten wird.

Ja, viele empfinden Herrn Prof. Dr. Hans von Storch sicherlich als provozierend, wenn er sich beispielsweise wie folgt äußert:
– „Zunächst müssen wir Klimawissenschaftler uns ändern.  Wir müssen aufhören, nur Sorge vor den Trivialisierungen der Klimaskeptiker zu haben, und auch den Schreckensmalern und ihren dummen Aussagen aktiv entgegentreten.“
– „Andere wiederum meinen, dass symbolische Akte, wie Schulstreiks, zu einer Stärkung der Moral führen würden, so dass die Welt endlich einsieht, dass nordeuropäische Schüler es besser wissen als die politischen Eliten in den USA, China, Indien, Brasilien oder Nigeria, was im Interesse der Menschen ihrer Länder steht.
– „Der moralische Zeigefinger scheint mir in der Klimadebatte so unangemessen wie realitätsfern. Nicht wenige in Deutschland predigen Verzicht auf vieles, angeblich dem Klima zuliebe. Wenn wir Deutschen mit gutem Beispiel vorangehen, so die Logik, dann können wir Menschen in den emissionsintensiven Ländern bewegen, uns zu folgen. Doch wenn man mit Bewohnern etwa Chinas spricht, und nicht nur die Verlautbarungen der Regierungen liest, wird man schnell davon überzeugt, dass das nicht funktioniert. Diese Menschen wollen Verbesserungen in der Luftqualität, und ansonsten die gleichen oder sogar mehr Annehmlichkeiten im Leben haben, als wir sie seit Jahrzehnten genießen.“
– Oder wenn er nicht unerwähnt lässt, dass Klimaforscher in den 70er-Jahren noch innerhalb eines Jahrhunderts eiszeitliche Verhältnisse vorhersagten oder wenn er Prognosen von Wissenschaftlern Anfang der 80er-Jahre über einen unmittelbar bevorstehenden Tod des deutschen Waldes als Sündenfall bezeichnet, wie er jüngst vor dem Deutschen Ethikrat darlegte.

Andere finden ihn gerade aufgrund solcher Äußerungen als glaubwürdigen Wissenschaftler in einer mitunter als polarisiert wahrgenommenen Debatte.

Wie auch immer man zu Prof. Dr. Hans von Storch und seinen Aussagen stehen mag, er ist auf jeden Fall jemand, der einen eigenen Kopf und den Mut hat, unkonventionelle Positionen zu vertreten. Und er bringt damit jenseits von Extrem-Positionen Beiträge in den öffentlichen Diskurs (wie z.B. in diesem Beitrag bei Phönix , im Stern oder im Focus) , die es ansonsten nicht gäbe.

Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch!

Teilnahmebedingungen:
– Wie bei allen unseren Terminen von „Mensa meets Leadership“ geben die Teilnehmenden mit ihrer Anmeldung eine Fotoerlaubnis und erklären ihr Einverständnis zur Einhaltung der Chathamhouse-Vertraulichkeitsregel.  

– Mit dem Format „Mensa meets Leadership“ bieten wir den Mitgliedern von Mensa quartalsweise spannende und erkenntnisreiche Begegnungen, die nicht wenig Vorbereitung erfordern. Zusätzlich gibt es jeweils auch Getränke und Kleinigkeiten zu Essen. Die Kostenbeteiligung liegt bei 5 Euro und wird am Abend in bar kassiert. Sollten die 5 Euro einen Hinderungsgrund für jemanden darstellen, kann in Einzelfällen auch nach vorheriger Absprache davon abgesehen werden.