Unsere Aktivitäten im Überblick für das Jahr 2022

Im Jahr 2023 haben wir nicht nur unsere Website und unsere Social-Media-Aktivitäten neu aufgesetzt - wir haben auch erstmalig seit unserer Gründung unseren Jahresbericht in eine anschauliche Form gebracht. Auf 24 Seiten informieren wir über unsere Programmaktivitäten, die von uns initiierten und betriebenen gemeinnützigen Projekte und unsere Aktivitäten für das Netzwerk unserer Alumni und Mitglieder. Wir freuen uns, den Jahresbericht 2022 nicht nur in gedruckter Form, sondern auch online unter diesem Link präsentieren zu können.

Dem Bericht kann man entnehmen, dass wir mit unseren begrenzten Ressourcen – nur 2-3 Vollzeitstellen – wirklich viel bewegt haben. Eigentlich sogar zu viel. Für die Zukunft wäre es großartig, wenn wir unser Team erweitern könnten, um unsere Aktivitäten mit noch mehr Hingabe und Sorgfalt zu gestalten, ohne dabei an unsere Grenzen zu stoßen.

Wir danken allen, die uns mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden in der Vergangenheit unterstützt haben und natürlich auch allen, die dies zukünftig tun. Spenden an uns kann man nun auch über PayPal über folgende Spenden-Seite.


Rückblick auf das Leadership-Event mit Dr. Joachim Köhrich im ehemaligen Frauengefängnis Lichterfelde

Mit Leadership Berlin erweitert sich die innere Landkarte der Stadt: am 21. November ermöglichte Dr. Joachim Köhrich, Bauunternehmer, Gastronom und The Knast Betreiber unseren Mitgliedern exklusive Einblicke in das ehemalige Frauengefängnis Lichterfelde. 

Dr. Joachim Köhrich spickte den Rundgang über das Gelände mit einer Bandbreite historischer und architektonischer Hintergründe, die seine Leidenschaft für diesen Ort spürbar werden ließen. Auch einige Anekdoten gab er zum Besten, denn der Umgestaltungsprozess von einem denkmalgeschützten, fluchtsicheren Ort, zu einer modernen Veranstaltungsvenue mit Fluchtwegen getreu Berliner Brandschutzverordnung erfordert einiges an Kreativität.

Premiere erlebte der Kugelsaal mit unserer Gruppe, den wir als erste Gäste überhaupt besuchen durften: den ehemaligen Gebetsraum der Haftanstalt schmückt heute eine großzügige Bar und einige überraschende Highlights, auf die bei Interesse jede/r selbst einen Blick werfen muss - denn es herrscht striktes Fotoverbot.

Die Führung mündete in einem sanierten Zellentrakt, in dem der Künstlerverein Pride Art e.V. seit 2021 über drei Etagen Raum für LGBTIQ-Künstler*innen schafft, in dem beispielsweise Bondage- und Fetisch-Kunstwerke geschaffen und ausgestellt werden. Für unsere Mitglieder ermöglichte Aaron Holloway, erster Vorsitzender von prideART Berlin e.V. einen sneak peek auf die am 01. Dezember eröffnende Ausstellung „Primal Matter 2023“ und Einblicke in einige Ateliers, in denen teils auch in den Abendstunden noch gewerkelt wurde und dadurch Gespräche mit den Künstler*innen möglich machten.

Die hauseigene Gastronomie ist noch nicht in Betrieb, klingt aber vielversprechend, denn Dr. Joachim Köhrich ist auch Inhaber des Restaurants NOname, welches in 2023 mit einem Stern ausgezeichnet wurde. Einen geselligen Ausklang fand der Abend dennoch in einem nahegelegenen Lokal. Wir danken unseren Mitgliedern Dr. Bärbel Bardarsky, Leiterin der JVA für Frauen und Peer Kriesel, ehemaliger Geschäftsführer von Peperoni Digital und heute freischaffender Künstler, dass sie die Eindrücke des ehemaligen Frauengefängnisses und der Kunstobjekte in einen breiteren Zusammenhang stellen konnten. Unser ganz besonderer Dank gilt Dr. Joachim Köhrich, den Künstler*innen von Pride Art und unseren Mitgliedern für diesen spannenden Abend!


Leadership Talk am 21.11. zum Thema Führungsnachfolge

Die Übergabe der Geschäftsführung stellt häufig für gemeinnützige Organisationen wie auch Unternehmen eine große Herausforderung dar. Auf der einen Seite stehen langjährige Führungskräfte jenseits der 60, die die Organisation über viele Jahre geprägt, teilweise sogar aufgebaut haben – auf der anderen Seite Führungskräfte, die das Ruder übernehmen wollen und/oder sollen und die ihren eigenen Weg finden wollen.

Fallstricke gibt es viele, die dazu beitragen können, dass dieser Prozess nicht so gelingt, wie es für die Organisation, aber vor allem für die Beteiligten als gelungen zu bezeichnen wäre. Bei unserem Leadership Talk am 21.11. bei der Träger gGmbH tauschten sich 14 loslassende oder übernehmende Führungskräfte über ihre diesbezüglichen positiven und negativen Erfahrungen aus.


Es zeigte sich eine große Spannbreite an unterschiedlichen Modellen und Strukturen. Manche setzen auf eine Doppelspitze zur Übergabe, die zwischen 8 Wochen und 5 Monaten divergierte, aber nicht immer zum Erfolg führte. Manche präferierten ein Modell des „Ausschleichens“ der bisherigen Führung, die noch vereinzelt an Sitzungen, als Berater*in oder in einem Aufsichtsgremium in begrenztem Umfang zur Verfügung steht – andere einen schnellen und klaren Cut, der allerdings nicht immer das war, was die übergebende Führungskraft sich gewünscht hätte und was im Sinne von Wissensmanagement und einer Übergabe von Kontakten ideal für die Organisation gewesen wäre. Manche begannen bereits viele Jahre vor ihrem Ausscheiden, eine*n Nachfolger*in aufzubauen – andere fanden hierzu im Hinblick auf die Personalsituation oder auch auf ihre Bereitschaft, loszulassen, nicht so den idealen Weg.

Es wurde deutlich, dass keine Struktur und kein Modell eine Garantie für eine geschmeidige und in beiden Richtungen wertschätzende Übergabe darstellte. Wie so oft kommt es auf die Persönlichkeit und Haltung der agierenden Personen an und auf ihre Kompetenz, die eigene Situation und das eigene Handeln aus verschiedenen Perspektiven zu reflektieren und Vergleichsmöglichkeiten zu haben. Wir freuen uns, dass unser Erfahrungsaustausch dazu allen Beteiligten Gelegenheit bot. In ca. 6 Monaten bieten wir einen Anschlusstermin zum Thema Führungsnachfolge an, bei dem wir erneut auf die in der Gruppe besprochenen Prozesse blicken wollen, der aber auch für weitere Interessierte offen ist.

Wir danken ganz herzlich Matthias Rosemann, dem langjährigen Geschäftsführer der Träger gGmbH und seinen Nachfolger*innen Marion Locher und Felix Kersten, dass sie Gastgeber des Treffens waren und aufzeigten, wie bei ihnen eine aus Sicht von allen Beteiligten geglückte Übergabe gelungen ist.


Seniors4Juniors Programm für Nachwuchsführungskräfte startete in neuen Durchlauf

In die Rolle als Führungskraft hineinzuwachsen ist kein Selbstläufer. Erfahrungslernen stellt dabei häufig ein Schlüsselelement dar. Oft gibt es keine einfachen oder eindeutigen Antworten auf Fragen wie:

  • Wie kann man damit umgehen, wenn man in der Sandwich-Position „von oben“ Zielsetzungen genannt bekommt, die „unten“ als unrealistisch oder nicht sinnvoll betrachtet werden?
  • Wie kann man Mitarbeiter*innen in ihren Stärken und Schwächen besser wahrnehmen und entsprechend konstruktiv im Sinne des Organisationszieles motiviert einsetzen?
  • Wie kann man einerseits empathisch und freundlich sein und andererseits selbst Druck und Kritik aushalten und mitunter auch Entscheidungen treffen, die nicht allen schmecken?

In unserem Format Seniors4Juniors brachten wir in der ersten Novemberwoche 16 Nachwuchsführungskräfte in einen Austausch mit 20 senioren Führungskräften, bei dem solche und andere Fragen untereinander und mit erfahrenen Führungskräften diskutiert wurden. Entsprechend unseres Ansatzes n stärkten wir die Nachwuchsführungskräfte im Austausch nach Antworten zu suchen, die für sie, ihr Team und die Organisation passen könnten.

        

Wie auch im letzten Jahr haben sich wieder Mitglieder und Alumni aus unserem Netzwerk gefunden, die bereit sind, in der zweiten Phase des Programms die Teilnehmenden als Mentor*innen zu begleiten, bevor Ende Januar und Februar das Programm mit zwei Einzelprogrammtagen seine Fortsetzung und Abschluss findet.

Unser besonderer Dank geht an alle senioren Führungskräfte, die sich für eines der Austauschformate bereit erklärt haben. Und es war wie immer eine Freude, motivierte junge Menschen zu erleben, die bereit sind, in größerem Umfang Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.


Statement von Leadership Berlin: Gegen Hass und Gewalt!

Gegen Hass und Gewalt!

Wir sind schockiert über den antisemitischen Angriff mit Molotow-Cocktails in der letzten Nacht auf die jüdisch-orthodoxe Gemeinde Kahal Adass Jisroel e.V.. Man kann solche Akte der Gewalt gar nicht genug verurteilen! So etwas darf es nicht geben. Gegen keine Minderheit und nirgendwo. Aber ganz besonders nicht in Deutschland gegen eine jüdische Einrichtung!!!

Unsere Gedanken sind bei unseren Freunden der Gemeinde, bei der wir erst im Juni zu einem Programmtag zu Gast waren. Schlimm genug, dass das Gemeindeleben nur durch eine dauerhafte Polizeibewachung und mit Sicherheitsschleusen möglich ist. Umso schrecklicher, dass Molotov-Cocktails auf den Eingang geworfen wurden und die Angst und Schrecken nun umso höher sind!

Wir wünschen den führenden Vertreter*innen, im Sinne von Leadership hier die richtigen Worte nach Innen und nach Außen zu finden. Und wir hoffen, dass der Konflikt im Nahen Osten sich möglichst wenig auf die jüdische und muslimische Zivilbevölkerung in Deutschland, aber auch weltweit niederschlägt und weiterhin ein friedliches Miteinander möglich ist.

Nicht unerwähnt lassen möchten wir in dem Zusammenhang, dass wir über viele Jahre intensiv den jüdisch-muslimischen Dialog mitgestaltet haben, beispielsweise:
- indem wir 2015 und 2018 eine jüdisch-muslimische Tandemtour organisiert haben, bei der führende jüdische und muslimische Vertreter*innen gemeinsam auf Tandems ein Zeichen gegen Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit gesetzt haben (siehe die beigefügten Fotos oder https://www.youtube.com/watch?v=9LjY882mF4U )
- indem wir seit 2014 zahlreiche Unterrichtsbesuche von Imamen und Rabbinern in mehrheitlich von Muslimen besuchten Schulklassen organisiert haben (siehe u.a. https://www.morgenpost.de/.../Wenn-der-Rabbiner-um... )
- indem wir beispielsweise den Auftritt des jüdischen Puppentheaters Bubales in der mehrheitlich von Palästinensern besuchten Moscheegemeinde Neuköllner Begegnungsstätte (Dar-as-Salam-Moschee) vermittelt haben (siehe u.a. https://www.tagesspiegel.de/.../judisches-puppenspiel... )
- indem wir muslimische Gemeinden darin gestärkt haben, sich in Erklärungen bei antisemitischen Vorfällen deeskalierend zu wirken (siehe u.a. https://www.nbs-ev.de/.../66-aus-aktuellem-anlass... )

- jüdische und muslimische Vertreter*innen dafür gewonnen haben, sich in einer langwierig gesuchten gemeinsamen Erklärung auch in Bezug auf den Nahost-Konflikt gemeinsam zu positionieren (siehe: https://leadership-berlin.de/grundsatzerklaerung.../ )

Einen Überblick haben wir auf unserer Website https://leadership-berlin.de/gemeinnutzige-aktivitaten/ aufgeführt.

Da das Fingerspitzengefühl, das im jüdisch-muslimischen Dialog notwendig ist, nicht so nebenbei neben unseren vielen anderen Aktivitäten aufgebracht werden konnte, haben wir uns 2020 entschlossen, unser Projekt meet2respect in eine eigene Gesellschaft auszugliedern. Wir wünschen meet2respect viel Erfolg darin, diese jetzt umso wichtigere wie auch schwierigere Arbeit fortzusetzen.

Nicht unerwähnt lassen möchten wir die Neuköllner Begegnungsstätte (Dar-as-Salam-Moschee), bei der wir - wie auch bei Kahal Adass Jisroel- bereits mit mehreren Programmtagen zu Gast waren. Auch sie, als mehrheitlich von Palästinensern besuchte Moscheegemeinde, erlebt aktuell viel Hass und Vorbehalte und auch immer wieder Morddrohungen. Wir nehmen mit Achtung und Wertschätzung wahr, dass der Imam und Vorstand der Gemeinde, Mohamed Taha Sabri , sich auch in der aktuellen Krise deeskalierend einbringt in Predigten wie auch Erklärungen von dem von ihm initiierten Rat der Imame. (siehe u.a. https://www.stern.de/.../video-neukoellner-imam-ruft-zur... ). Und gleichzeitig in unserer Öffentlichkeit eher Hass und Vorbehalte erntet statt Wertschätzung.
Wir hoffen, dass die Menschen, die sich für Brückenbauen, Dialog und friedliches Miteinander aussprechen und die deeskalierend wirken wollen, sich von dem ihnen entgegenschlagenden Hass nicht entmutigen lassen. Die Zeiten sind nicht einfach - umso wichtiger ist es, weiterhin Brücken zu bauen und als Leader dem Hass und der Abwertung etwas entgegen zu setzen.
Unsere Gedanken sind bei den Opfern von Hass und Gewalt auf beiden Seiten.
Fotos wurden bei der von uns organisierten meet2respect-Tandemtour 2018 aufgenommen. Damals wurde in den USA, Israel, arabischen Ländern uns selbst in China und Japan darüber berichtet. Berliner Medien hingegen berichteten kaum über die Veranstaltung. Umso wichtiger finden wir es, einige visuelle Eindrücke der Tour nochmals an dieser Stelle hervorzuheben.