Am 18. Juni durften wir den vierten Programmtag unseres Leadership Programms 2026 an der Polizeiakademie der Berliner Polizei verbringen. Unter dem Titel „Resilienz stärken – Führung in Krisenzeiten“ beschäftigten wir uns mit einer Frage, die Führungskräfte aller Bereiche bewegt: Wie können Menschen auch unter hoher Belastung handlungsfähig bleiben?
Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch des neu eingerichteten Zentrums für Berufsethik und Reflexion (ZER) der Polizei Berlin. Dort erhielten unsere Teilnehmenden Einblicke in einen Ansatz, der angehenden und erfahrenen Polizeibeamt:innen einen geschützten Raum bietet, um belastende Erfahrungen zu reflektieren und berufsethische Fragestellungen zu bearbeiten. In Kleingruppen konnten wir verschiedene Stationen durchlaufen und uns mit Situationen auseinandersetzen, die zum Berufsalltag der Polizei gehören – etwa der Überbringung von Todesnachrichten oder anderen besonders herausfordernden Einsatzlagen.
Im anschließenden Gespräch mit Nancy Boy-Seifert, Leiterin der Polizeiakademie Berlin, Annegret Schaal, Leiterin des ZER und Fachbereichsleitung für die Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst, Sabine Kerl, Fachgruppenleitung ZER, Patrizia Haynes, Fachbereichsleiterin Fortbildung an der Polizeiakademie, Norman Körner, Leiter der Sozialberatung, sowie Thorsten Gustke, Leitung Einsatzdienst diskutierten wir, welche Belastungen den Polizeidienst prägen und wie Ausbildung, Reflexionsangebote und psychosoziale Unterstützung dazu beitragen können, die Widerstandsfähigkeit von Polizeibeamt*innen zu stärken.
Das ZER stieß bei den Teilnehmenden auf großes Interesse und hohe Wertschätzung. Mehrere Teilnehmende äußerten den Wunsch, vergleichbare Reflexionsräume auch in ihren eigenen Organisationen zu etablieren, und zeigten sich überrascht, dass ein solches Angebot nicht schon viel früher geschaffen wurde.
Am Nachmittag richteten wir den Blick auf die besonderen Herausforderungen von Führungskräften der Polizei. In Gesprächen mit ehemaligen Teilnehmenden unserer Leadership Programme – darunter Petra Roeßemann und Jens Tangenberg, beide Dezernatsleiter im LKA Berlin – diskutierten wir, welche Anforderungen Krisen, Verantwortung und Belastung an Führungskräfte der Polizei stellen und welche Parallelen zum eigenen Führungskontext bestehen.
Der Tag hat gezeigt: Resilienz ist keine individuelle Eigenschaft, die man besitzt oder nicht besitzt. Sie entsteht auch durch Strukturen, Führung, kollegiale Unterstützung und Räume für Reflexion. Für viele Teilnehmende wurde deutlich, dass Resilienz kein einfaches übertragbares Konzept ist. Das Thema wirft zahlreiche Fragen auf und bietet zugleich großes Potenzial für die Weiterentwicklung von Führung und Organisationen.
Deshalb wird uns das Thema Resilienz auch bei den kommenden Programmtagen weiter begleiten – eine Schlüsselkompetenz in herausfordernden Zeiten.










